Die Zechen im Siegerland, Industriekultur, Fotografie, Der Landgraph

Das Siegerländer Erzrevier


Eine fotografische Spurensuche

 

Das Siegerländer Erzrevier umfasst ein Gebiet von Hilchenbach im Nordosten bis Willroth im Südwesten. In der Region wurde vornehmlich Eisenerz, aber auch Kupfer, Blei, Zink, Kobalt und Nickel abgebaut. Die Anfänge des Bergbaus in dieser Region gehen vermutlich auf das Jahr 1079 n. Chr. zurück, erstmalig urkundlich erwähnt wird der Erzabbau in der Grube Ratzenscheid in Wilnsdorf im Jahr 1298. Es gab insgesamt über 5.000 Bergwerke. 1900 waren über 15.000 Bergleute in der Region beschäftigt. Das tiefste Bergwerk war die Grube Eisenzecher Zug in Eiserfeld mit einer Gesamtteufe von 1.343 m. Insgesamt wurden schätzungsweise 175 Mio. Tonnen Eisenerz im Siegerland abgebaut. Weitere 40 Mio. Tonnen Vorkommen blieben unerschlossen. Die letzten Erzgruben wurden 1965 stillgelegt. Nur sehr wenige Gebäude sind bis heute erhalten geblieben.

 

 

 

Lageplan Siegerländer Erzrevier

Zechen im Siegerländer Erzrevier, Karte Siegerländer Erzrevier, Zechen Willroth

Willroth

Sassenroth

Niederdielfen


Die Zechen im Siegerländer Erzrevier


 

 

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1. Grube Georg, Willroth

Fördergerüst der Grube Georg Schacht 2 in Willroth im Siegerländer Erzrevier

Die Anfänge der Grube Georg gehen auf das 14. Jahrhundert zurück. Das Bergwerk wurde 1338 erstmalig erwähnt. Bis ins 19. Jhdt, wurden die Eisenerzvorkommen (Spalteisen, Siderit) im Stollenabbau gefördert. Anfang des 19. Jhdt. ging man zum Tiefbau über. 1811 wurde der Tiefe Stollen Sankt Georg angelegt. 1815 wurde mittels einer Haspel aus 73 m Tiefe gefördert.

 

1865 kaufte Alfred Krupp die Horhausener Eisenerzgruben auf. Der Unternehmer aus Essen ließ 1867 einen Maschinenschacht bis auf 155 m abteufen. Eine 20 PS starke Dampfmaschine kam als Fördermaschine zum Einsatz. 1898/99 wurde eine Drahtseilbahn zur Grube Louise gebaut, die bis 1930 in Betrieb war. Das Bergwerk übernahm 1892 die benachbarte Grube Grimscheid. Sie wurde 1925 stillgelegt, der Abbau erfolgte ab da über die Grube Georg. 1928 wurde die Grube Georg umfassend modernisiert. Sie erhielt neue elektrische Förder- und Aufbereitungsanlagen und eine Waschkaue. Die Weltwirtschaftskrise in den Dreißiger Jahren führte zur vorübergehenden Einstellung der Förderung von 1930 bis 1933.

 

1946 arbeiteten 535 Bergleute in der Grube. 1952 wurde ein zweiter Schacht bis auf 913 m abgeteuft. Er erhielt ein 56 m hohes Fördergerüst aus Stahl. Das Bergwerk wurde 1965 stillgelegt. Grube Georg war mit der Grube Füsseberg die letzte aktive Grube im Siegerland. Das Fördergerüst über Schacht 2 aus dem Jahr 1952 und die 70 m lange Hängebank in 25 m Höhe sind erhalten geblieben. Das Fördergerüst wurde zwischen 1994 und 1996 restauriert und kann besichtigt werden.

 

Steckbrief
Namen der Zeche Adresse Gründung Förderbeginn Stilllegung Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit
Grube Georg Grubenstraße 9
56594 Willroth
50.567310, 7.522381
vor 1338 vor 1338 1965 550
(um 1950)
203.210 t
(1961)

1338 erstmalig erwähnt

 

Fotogalerie

2. Bergbaumuseum Altenkirchen, Sassenroth

Rekonstruktion eines Fördergerüsts am Bergbaumuseum Altenkirchen in Sassenroth im Siegerländer Erzrevier

Das Bergbaumuseum des Kreises Altenkirchen wurde 1986 in einer ehemaligen Schule in Sassenroth eröffnet. Das Museum informiert über die Geschichte des Bergbaus im Siegerländer Erzrevier von den Anfängen um 500 vor Chr. bis zur Stilllegung der letzten Gruben im Jahr 1965. Unter dem Museum wurde ein Schaubergwerk eingerichtet. Es dokumentiert mit Orginalteilen aus den umliegenden Erzgruben über die einzelnen Schritte der Erzförderung und die Arbeit der Bergleute unter Tage.

 

Im Außenbereich wurde ein 15 m hohes Fördergerüst und ein Maschinenhaus für das Museum gebaut, sowie Großgeräte des ehemaligen Siemens-Martin-Stahlwerks der Charlottenhütte aus­ge­stellt.

 

 

Fotogalerie

3. Grube Grimberg, Niederdielfen

Fördergerüst des Julianschachts Bensberg neu errichtet bei der Grube Grimberg in Niederdielfen im Siegerländer Erzrevier bei Sonnenuntergang

Die Grube Grimberg in Niederdielfen bei Wilnsdorf wurde um 1750 erstmalig erwähnt. 1792 wurde von einem Unglück in der Grube berichtet. Durch plötzlichen Wassereinbruch starben 2 Bergleute.

 

1860 wurde das Grubengebiet neu vergeben. 1865 wurde der Julianschacht abgeteuft. Er erreichte 1866 eine Teufe von 66 m. 200 m entfernt wurde der Goebelschacht als zweiter Schacht errichtet.

 

Grimberg baute in 14 Sohlen bis in 782 m Tiefe Eisenerz (Spateisenstein) ab. Die Grube wurde 1910 stillgelegt, das Fördergerüst 1911 abgerissen.

 

1995 gelang es der Gemeindeverwaltung und dem Förderverein Museum Wilnsdorf, ein für das Siegerland typisches und gut erhaltenes Fördergerüst zusammen mit der Hängebank zu erwerben. Die Anlagen wurden auf dem Gelände des ehemaligen Julianschachts in Bensberg bei Bergisch-Gladbach abgebaut und in Niederdielfen an der Grimbergstraße wieder aufgebaut. Dort stehen sie als Symbol für den Eisenerzbergbau in Wilsndorf-Niederdielfen.

 

Steckbrief
Namen der Zeche Adresse Gründung Förderbeginn Stilllegung Belegschaft Max.
Förderung
Besonderheit
Grube Grimberg Grimbergstraße
57234 Wilnsdorf
50.858917, 8.071733
vor 1750 1794 1910 160 32.450 t
(1899)

Das Fördergerüst der Grube
Grimberg wurde nach der
Stilllegung 1911 abgerissen.

 

Das Fördergerüst auf dem
Foto stammt vom ehemaligen
Julianschacht in Bensberg.

 

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Quellenverzeichnis