INDUSTRIEKULTUR


Arbeitersiedlungen im Ruhrgebiet

Die zunehmende Industrialisierung des Ruhrgebiets zog immer mehr Menschen aus den ländlichen Regionen in die Städte. Um die dadurch entstandene Wohnungsnot zu mildern, wurden zahlreiche Arbeitersiedlungen gegründet, teils durch Genossenschaften, die eher gemeinnützige Ziele verfolgten, teils durch Unternehmer, die der Belegschaft ein attraktives Umfeld anbieten wollten, um die Arbeiter an sich zu binden.

 

 

 

Übersicht

Die Arbeitersiedlungen im Ruhrgebiet


Von Kamp-Lintfort bis Ahlen

1. Alt-Siedlung Friedrich-Heinrich, Kamp-Lintfort

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Die Arbeitersiedlung wurde 1907 nach dem Vorbild einer englischen Gartenstadt für die Arbeiter der Zeche Friedrich-Heinrich gebaut. Die Siedlung mit einer Fläche von ca. 75 ha ist Bestandteil der Route Industriekultur.

 

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FOTO: Alt-Siedlung Friedrich-Heinrich (8.06.2020) © Christian Twehues

ADRESSE: Ebertstraße 80, 47475 Kamp-Lintfort

GPS: 51.494726, 6.556280

 

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2. Siedlung Repelen, Moers

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Die Siedlung Repelen befindet sich in Moers im Stadtteil Rheinkamp. Insgesamt 387 Wohneinheiten wurden hier in den Jahren 1930 bis 1936 für die Arbeiter der Zeche Pattberg errichtet.

 

 

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FOTO: Siedlung Repelen (8.06.2020) © Christian Twehues

ADRESSE: Kamper Str. 222-242, 47445 Moers

GPS: 51.488704, 6.587069

 

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3. Kolonie Meerbeck, Moers

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Der Bau der Kolonie Meerbeck begann 1904 in Moers. In der 105 ha großen Siedlung fanden 10.000 Menschen Platz. Zwischen 1980 und 1997 wurde ein Teil der Siedlung von der Stadt Moers gekauft und restauriert.

 

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FOTO: Kolonie Meerbeck (8.06.2020) © Christian Twehues

ADRESSE: Bismarckstraße / Donaustraße, 47443 Moers

GPS: 51.461539, 6.640812

 

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4. Siedlung Johannenhof, Duisburg

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Die Siedlung Johannenhof entstand 1914 zwischen den beiden Duisburger Stadtteilen Hochheide und Homberg. Anfangs war Johannenhof als Siedlung für die Verwaltungsbeamten der Zeche Rheinpreußen geplant. Für die Bergleute war die Siedlung Rheinpreußen gedacht. Die Häuser wurden im bürgerlichen Stil, Neubarock und Neubiedermeier Stil errichtet. Als die Siedlung fertiggestellt wurde, war der Bergbau in der Region bereits im Rückgang, so dass auch besser gestellte Bergleute in der Siedlung aufgenommen wurden.

 

Die Siedlung besteht aus ca. 100 Häusern, die in symmetrischen Häuserreihen um einen rechteckigen zentralen Innenhof angeordnet sind. Mehrere Torhäuser bilden die Eingänge zur Siedlung. Die Häuser bestehen aus zwei, vier oder sechs Wohneinheiten mit je 80 m² Wohnfläche. Die Eckhäuser sind etwas geräumiger und bieten bis zu 120 m². Die Siedlung Johannenhof ist bis heute vollständig erhalten und steht seit 1979 unter Denkmalschutz.

 

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FOTO: Siedlung Johannenhof (15.11.2020) © Christian Twehues

ADRESSE: Johannenhof, 47198 Duisburg

GPS: 51.452852, 6.695244

 

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5. Siedlung Rheinpreußen, Duisburg

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Die Siedlung Rheinpreußen wurde ab 1903 im Duisburger Stadtteil Hochheide für die Bergleute der Zeche Rheinpreußen gebaut. Sie sollte den Zuzug von Arbeitern aus Preußen, Schlesien, Österreich-Ungarn und den Niederlanden aufzunehmen. In den 1960ern wurden etwa 1200 Häuser für eine Neubausiedlung mit Hochhäusern abgerissen. Die restlichen 550 Häuser konnten nach Protesten der Bevölkerung in den 1970er Jahren verhindert werden. Die Siedlung steht mittlerweile unter Denkmalschutz und ist Teil der Route der Industriekultur.

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FOTO: Siedlung Rheinpreußen (15.11.2020) © Christian Twehues

ADRESSE: Südstraße, 47198 Duisburg

GPS: 51.448943, 6.696785

 

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6. Siedlung Hüttenheim, Duisburg

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Die Essener Blechwalzfabrik Schulz & Knaudt baute 1907 in Duisburg südlich von Angerhausen ein Stahlwerk. 1911 begann das Werk im Ortsteil Ehingen mit dem Bau einer Arbeitersiedlung für die Beschäftigten der Fabrik. Die Siedlung Hüttenheim war mit ca. 500 Wohnungen für je drei Familien geplant. Bereits im Oktober des gleichen Jahres war der erste Wohnblock bezugsfertig. 1912 und 1913 nahm die Siedlung 300 Familien auf. Bis 1940 wurde die Siedlung bis auf die heutige Größe ausgeweitet. Die Einwohnerzahl von Hüttenheim liegt heute bei ca. 3.500 Einwohnern.

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FOTO: Siedlung Hüttenheim (15.11.2020) © Christian Twehues

ADRESSE: An der Steinkaul, 47259 Duisburg

GPS: 51.366127, 6.724039

 

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7. Siedlung Wehofen, Duisburg-Walsum

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Die Siedlung Wehofen wurde ab 1913 für die Bergleute der Zeche Wehofen, Teil der Gewerkschaft Deutscher Kaiser (später Friedrich Thyssen) im Stadtteil Duisburg-Walsum erbaut. Die Siedlung umfasste 877 Wohnungen für ca 1500 Mitarbeiter der Zeche Wehofen, die bereits 1933 stillgelegt wurde. Die Siedlung steht heute unter Denkmalschutz, um den Charakter der ehemaligen Zechensiedlung zu erhalten.

 

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FOTO: Siedlung Wehofen (15.11.2020) © Christian Twehues

ADRESSE: Unter den Linden, 47179 Duisburg

GPS: 51.529196, 6.764507

 

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8. Dichterviertel, Duisburg

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Die Zeche Friedrich Thyssen baute von 1905 bis 1918 im Duisburger Stadtteil Obermarxloh eine Arbeitersiedlung für ihre Beschäftigten. Die Siedlung mit dem Namen Dichterviertel besteht aus 370 zwei- bis dreigeschössigen Gebäuden.

 

Die Grundfläche ist in 25 unterschiedlich große Hofgevierte eingeteilt. In den Innenhöfen befanden sich Stallungen Wirtschafts- und Toilettengebäude, die noch bis in die 1950er Jahre genutzt wurden.

 

Der Name leitet sich von den zahlreich nach deutschen Dichtern benannten Straßen ab. Das Viertel wurde in den 1980er und 1990er Jahren grundlegend modernisiert. Die 1.685 Wohneinheiten bieten Unterkunft für etwa 6.000 Bewohner. Die Siedlung ist heute Teil der Route der Industriekultur.

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FOTO: Dichterviertel (15.11.2020) © Christian Twehues

ADRESSE: Kurt-Spindler-Straße, 47166 Duisburg

GPS: 51.495688, 6.779549

 

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9. Siedlung Stemmersberg, Oberhausen

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Ende des 19. Jahrhunderts zogen zahlreiche Bergleute in die Oberhausener Region, um in den neu gegründeten Zechen Osterfeld, Vondern, Sterkrade und Hugo zu arbeiten. Für die Unterbringung der Arbeitskräfte und ihrer Familien erbaute die Gutehoffnungshütte (GHH) zwischen 1898 und 1912 insgesamt 14 Arbeitersiedlungen mit 478 Häusern und 1732 Wohnungen. Mit 100 Häusern war die Siedlung Stemmersberg in Osterfeld eine der größeren unter ihnen. Die Siedlung bestand aus Klinkerbauten mit je 4 Wohneinheiten. Bis Ende 2002 wurden die Häuser von der Eigentümergesellschaft LEG umfassend modernisiert. Die Siedlung steht heute unter Denkmalschutz und ist Teil der Route Industriekultur.

 

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FOTO: Siedlung Stemmersberg (30.08.2020) © Christian Twehues

ADRESSE: Gute Str. 18-56, 46119 Oberhausen

GPS: 51.512621, 6.867073

 

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10. Siedlung Eisenheim, Oberhausen

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Die Siedlung Eisenheim wurde bereits 1846 durch die Gutehoffnungshütte für ihre Hüttenarbeiter errichtet. Sie ist damit einer der ältesten Arbeiterkolonien des Ruhrgebiets. Ab 1865 wurde die Siedlung für die Bergleute der Zeche Osterfeld ausgeweitet. Um 1900 lebten hier 1.200 Menschen in 51 Häusern. Die Siedlung wurde im zweiten Weltkrieg teilweise zerstört. Pläne, die gesamte Siedlung abzureissen und durch eine Neubausiedlung zu ersetzen, wurden Anfang der 1970er durch eine Bürgerinitiative verhindert. 1972 wurden die verbliebenen 38 Häuser gerettet und unter Denkmalschutz gestellt. Heute ist die Siedlung Eisenheim Bestandteil der Route der Industriekultur. Der besondere Flair der Siedlung wird deutlich, wenn man den Fußweg rechts der Berliner Straße nimmt, der durch die Hinterhöfe führt.

 

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FOTO: Siedlung Eisenheim (9.07.2019) © Christian Twehues

ADRESSE: Berliner Str. 4-10, 46117 Oberhausen

GPS: 51.502725, 6.862963

 

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11. Siedlung Ripshorster Straße, Oberhausen

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Die Siedlung an der Ripshorster Straße entstand ab 1899 für die Beschäftigten der Gutehoffnungshütte. Die Backsteinhäuser besaßen je 4 Wohneinheiten. In den 1960er Jahren wurde der Abriss der gesamten Siedlung geplant und teilweise ab 1969 umgesetzt. 1980 wurde eine Bürgerinitiative gegründet, um die Arbeiterkolonie zu erhalten. Nach jahrelangen Verhandlungen übernahm schließlich die Bewohner-Genossenschaft Riwetho eG den noch vorhandenen Gebäudebestand mit dem Ziel des langfristigen Erhalts der historischen Arbeiterkolonie. Gegenüber der Ripshorster Straße befindet sich das Kunstwerk Zauberlehrling, auch "tanzender Strommast" genannt.

 

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FOTO: Arbeitersiedlung Ripshorster Straße (9.07.2019) © Christian Twehues

ADRESSE: Ripshorster Str. 371, 46117 Oberhausen

GPS: 51.493265, 6.891582

 

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12. Siedlung Rheinbaben, Bottrop

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Die Zeche Rheinbaben war bis 1967 aktiv. Rund um die Zeche auf dem Eigen in Bottrop wurden Häuser von Rheinbaben erbaut und ihren Mitarbeitern angeboten. In jedem Haus lebten 4 Familien. Je zwei Häuser bildeten eine Einheit. Das Photo zeigt ehemalige Rheinbabenhäuser in der Liebrechtstraße, Ecke Nordring.

 

 

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FOTO: Siedlung Rheinbaben (18.03.2019) © Christian Twehues

ADRESSE: Liebrechtstraße 2, 46240 Bottrop

GPS: 51.542406, 6.937588

13. Gartenstadt Welheim, Bottrop

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Die Gartenstadt Welheim ist ein östlicher Stadtteil in Bottrop. Sie wurde zwischen 1914 und 1923 für die Arbeiter der Zeche Vereinigte Welheim gebaut. Die relativ großen Häuser waren in kleine Wohneinheiten eingeteilt, einige nur 35m² groß. Die Siedlung lag zwischen zwei Industrieanlagen und wurde im zweiten Weltkrieg stark zerstört. Im Rahmen des Wiederaufbaus wurden viele Wohneinheiten zusammengelegt und die Wohnungen erhielten Bäder und Heizung. Heute ist die Siedlung Teil der Route der Industriekultur. Mit 650 Häusern und 2.700 Einwohnern zählt sie zu den größten Arbeitersiedlungen im Ruhrgebiet.

 

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FOTO: Gartenstadt Welheim (30.07.2019) © Christian Twehues

ADRESSE: Im Gungfeld, 46238 Bottrop

GPS: 51.527150, 6.986494

 

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14. Siedlung Fürst Leopold, Dorsten

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Die Siedlung Fürst Leopold in Dorsten-Hervest wurde von der gleichnamigen Zeche Fürst Leopold in unmittelbarer Nähe zwischen 1912 bis 1920 erbaut. Die Siedlung besteht aus 720 Wohnungen in anderthalbgeschössigen Häusern. Im hinteren Bereich der Häuser befanden sich Gärten und Stallungen zur Selbstversorgung der Bergleute und ihrer Familien. Im Zentrum der Siedlung befindet sich der Brunnenhof, ein zentraler Marktplatz eingerahmt an drei Seiten von Häuserzeilen. In der südlichen Mitte steht der Uhrenturm, der heute mit seinen Durchfahrten als Tor zum Platz dient. Ein Teil der Siedlung wurde 1987 unter Denkmalschutz gestellt. Seit 2004 ist die Siedlung Teil der Route der Industriekultur.

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FOTO: Siedlung Fürst Leopold (28.12.2020) © Christian Twehues

ADRESSE: Brunnenplatz, 46284 Dorsten-Hervest

GPS: 51.669871, 6.986606

 

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15. Siedlung Schüngelberg, Gelsenkirchen

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Die Siedlung Schüngelberg liegt im Norden Gelsenkirchens im Stadtteil Buer in direkter Nachbarschaft der Halde Rungenberg. Sie wurde ab 1897 für die Bergleute der Zeche Hugo gebaut. 1989 wurde die Siedlung denkmalgerecht saniert. Siedlung Schüngelberg ist Teil der Route der Industriekultur. Auf dem Foto ist das imposante Tor zur Siedlung zu sehen.

 

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FOTO: Siedlung Schlüngelberg (13.06.2020) © Christian Twehues

ADRESSE: Ostfalenstraße 27, 45897 Gelsenkirchen

GPS: 51.568871, 7.043031

 

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16. Flöz Dickebank, Gelsenkirchen

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Die Siedlung Flöz Dickebank in Gelsenkirchen wurde ab 1868 für die Arbeiter der Zechen Holland, Alma und Rheinelbe gebaut. In den 1970er Jahren formierte sich eine Bürgerinitiative unter den Bewohnern, um den geplanten Abriss der Siedlung zu verhindern. Der Widerstand war Ende der Siebziger erfolgreich. Die Siedlung blieb erhalten. Sie wurde ab 1979 modernisiert und steht seit 2008 unter Denkmalschutz.

 

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FOTO: Flöz Dickebank (13.06.2020) © Christian Twehues

ADRESSE: Flöz Dickebank 21, 45886 Gelsenkirchen

GPS: 51.498412, 7.115868

 

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17. Margarethenhöhe, Essen

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Die Margrethenhöhe ist ein Stadtteil im Süden Essens, in der Nähe des Grugaparks. Die Gartenstadt wurde 1906 von Margarethe Krupp gestiftet und von 1906 bis 1938 erbaut. Ziel war es den Angestellten und Mitarbeitern des Krupp-Konzerns attraktive Wohnungsbedingungen zu schaffen und damit die Mitarbeiter an sich zu binden. Um die Kosten möglichst niedrig zu halten, gleichzeitig aber auch ein sehr abwechslungsreiches Stadtbild zu bekommen, wurden standardisierte Bausteine verwendet, die flexibel miteinander kombiniert werden konnten. Die Häuser sind dadurch sehr individuell gestaltet, dennoch hat das Viertel einen durchgehenden Charakter erhalten. Auch erhielten die Häuser von Anfang an Bäder und Öfen, was zu der Zeit schon sehr fortschrittlich war. In dem 115 ha großen Stadtteil gibt es heute über 900 Gebäude mit mehr als 3.000 Wohneinheiten. Der hier abgebildete Brückenkopf mit seinen Nebengebäuden bildete das Haupteingangstor zur Gartenstadt. Es war zugleich das erste Gebäude der Margarethenhöhe, und diente in den ersten Jahren der Unterbringung der Bauleitung. Seit 1987 steht der gesamte Stadtteil unter Denkmalschutz der Stadt Essen. Die aufgelockerte Raumplanung mit offenen Plätzen und Grünflächen verleiht dem Stadtviertel einen dörflichen Charakter mitten in der Großstadt. Die Margarethenhöhe ist heute ein beliebtes Wohnviertel. Es heißt, es sei leichter dort eine Wohnung zu erben, als eine freie Wohnung zu finden.

 

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FOTO: Margarethenhöhe (9.07.2019) © Christian Twehues

ADRESSE: Steile Str. 1, 45149 Essen

GPS: 51.434305, 6.979127

 

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18. Siedlung Brandenbusch, Essen

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Die Siedlung Brandenbusch wurde von 1885 bis 1914 in unmittelbarer Nähe zur Villa Hügel (1870-1873) für die Bediensteten der Familie Krupp errichtet. Die zweigeschössigen Häuser im Cottage-Stil besaßen Keller und Dachböden, aber anders als die Arbeitersiedlungen in der Nähe der Zechen und Fabriken keine Stallungen oder Lauben. Bis zu 600 Bedienstete der Familie Krupp wohnten in der Siedlung. Einzelne Gebäude der Siedlung stehen heute unter Denkmalschutz.

 

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FOTO: Siedlung Brandenbusch (30.08.2020) © Christian Twehues

ADRESSE: Haraldstraße 6, 45133 Essen

GPS: 51.415281, 7.003775

 

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19. Altenhof II, Essen

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Zwischen 1893 und 1907 errichtete Friedrich Alfred Krupp, Sohn des Firmengründers Alfred Krupp, die Siedlung Altenhof für ehemalige Mitarbeiter der Gussstahlfabrik. Die Siedlung bestand aus 607 Wohneinheiten. Aufgrund des Neubaus des Alfried Krupp Krankenhauses in den 1980er Jahren sind von der Siedlung heute nur noch 5 Häuser am Hundackerweg erhalten.

 

Die Siedlung Altenhof II entstand in drei Bauabschnitten zwischen 1907 und 1938 auf der anderen Seite des Kruppschen Waldparks. Heute trennt die Autobahn A52 die beiden Stadtteile. Die Siedlung ist weitestgehend erhalten geblieben und größtenteils privatisiert. Sie steht seit 1991 unter Denkmalschutz.

 

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FOTO: Altenhof II (30.08.2020) © Christian Twehues

ADRESSE: Von-Bodenhausen-Weg 1A, 45133 Essen

GPS: 51.426700, 7.015340

 

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20. Siedlung Carl Funke, Essen

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Die Siedlung Carl Funke wurde 1900 bis 1901 am nördlichen Ufer des Baldeneysees für die Bergleute der Zeche Carl Funke gebaut. Die Siedlung bestand aus 20 Häusern für insgesamt 92 Familien. Sie besaßen jeweils Gärten und kleine Stallungen. Die Siedlung wurde 1987 unter Denkmalschutz gestellt.

 

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FOTO: Siedlung Carl Funke (30.08.2020) © Christian Twehues

ADRESSE: Carl-Funke-Straße 39-21, 45259 Essen

GPS: 51.401307, 7.056217

 

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21. Dahlhauser Heide, Bochum

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Die Dahlhauser Heide ist eine Arbeitersiedlung, die vom Unternehmen Krupp in Bochum-Hordel zwischen 1906 und 1915 für die Beschäftigen der Zechen Hannover und Hannibal gebaut wurde. Die Siedlung besteht im Wesentlichen aus Zweifamilienhäusern im Heimatstil. Die tief heruntergezogenen Dächer und das Fachwerk erinnern an westfälische Höfe. Die Häuser besaßen Stallungen und Nutzgärten. Der ausgedehnte Gemüseanbau der Bewohner verlieh dem Viertel schnell den Namen Kappeskolonie. Kappes steht für Kohl. Die Steigerhäuser waren zweigeschossig und mit mehr Komfort versehen. Die 6 Häuser lagen am zentralen Platz „Beamtenhof“. In der Siedlung gab es 339 Doppelhäuser mit mehr als 40 verschiedenen Typen. Insgesamt gab es 715 Wohneinheiten. Die geschwungenen Strassen, die zentrale Parkanlage, der zentrale Platz, sowie eigene Schulen und Kindergärten gaben der Siedlung den Charakter eines gewachsenen Dorfes. Die Siedlung wurde nie unter Denkmalschutz gestellt, allerdings wurde 1980 eine Gestaltungssatzung erlassen, die das Erscheinungsbild der Häuser schützt.

 

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FOTO: Dahlhauser Heide (3.08.2019) © Christian Twehues

ADRESSE: Sechs-Brüder-Straße 75, 44793 Bochum

GPS: 51.501772, 7.175319

 

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22. Dreieck-Siedlung Hochlarmark, Recklinghausen

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Die Dreieck-Siedlung Hochlarmark ist eine Siedlung, die von 1901 bis 1907 für die Bergleute der Zeche Recklinghausen im Stadtteil Recklinghausen-Hochlarmark errichtet wurde. Die Anordnung der Straßen in einem rechtwinkligen Dreieck gab der Siedlung ihren Namen. Im Zentrum befand sich ein freier Platz, der aber heute bebaut ist.

 

In einem ersten Bauabschnitt von 1901 bis 1903 wurden 62 Vierfamilienhäuser mit zweieinhalb Geschossen gebaut. Große Gärten und Ställe erlaubten die Selbstversorgung der Bergleute und ihrer Familien.

 

1907 folgten in einem zweiten Bauabschnitt 33 Gebäude für die Arbeiter und 3 für die Angestellten. In den 1970er Jahren wurde die Siedlung privatisiert. Obwohl nicht unter Denkmalschutz, blieb der ursprüngliche Charakter der Siedlung bis heute unverändert erhalten.

 

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FOTO: Dreieck-Siedlung Hochlarmark (29.12.2020) © Christian Twehues

ADRESSE: Karlstraße, 45661 Recklinghausen

GPS: 51.565983, 7.180176

 

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23. Siedlung Teutoburgia, Herne

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Siedlung Teutoburgia in Herne.

 

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FOTO: Siedlung Teutoburgia (2.01.2021) © Christian Twehues

ADRESSE: Baarestraße / Schadeburgstraße, 44627 Herne-Börnig

GPS: 51.551099, 7.275833

 

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24. Kolonie Landwehr, Dortmund

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Kolonie Landwehr in Dortmund. 

 

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FOTO: Kolonie Landwehr (3.01.2021) © Christian Twehues

ADRESSE: Rhader Weg/ Venusstraße, 44388 Dortmund-Bövinghausen

GPS: 51.518822, 7.332139

 

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25. Alte Kolonie Eving, Dortmund

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Die Alte Kolonie Eving wurde in den Jahren 1898 und 1899 von den Zechen Vereinigte Stein und Hardenberg gebaut, um Wohnraum für die verstärkt von auswärts angeworbenen Mitarbeiter zu bieten. Die Arbeitersiedlung bestand aus 76 Häusern mit 270 Wohneinheiten. Die Wohnungen waren mit fließendem Wasser und Heizung ausgestattet und hatten einen eigenen Eingang, sowie einen Stall und Gartenland zur Selbstversorgung der Familien der überwiegend aus ländlichen Gegenden in Osteuropa stammenden Bergleute. Eine Bürgerinitiative verhinderte in den 1970ern den Abriss des Viertels. Die Arbeitersiedlung blieb weitgehend erhalten und wurde unter Denkmalschutz gestellt. Gut erhaltene Gebäudezeilen befinden sich in der Friesenstraße, der Körnerstraße oder am Nollendorfplatz.

 

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FOTO: Alte Kolonie Eving (12.05.2019) © Christian Twehues

ADRESSE: Körnerstraße 8-14, 44339 Dortmund

GPS: 51.552910, 7.462436

 

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26. Müsersiedlung, Derne

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Müsersiedlung der Zeche Gneisenau in Dortmund-Derne.

 

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FOTO: Müsersiedlung (3.01.2021) © Christian Twehues

ADRESSE: Müserstraße/ Goesebrink, 44329 Dortmund-Derne

GPS: 51.571477, 7.524542

 

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27. Siedlung Ziethenstraße, Lünen

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Die Siedlung Ziethenstraße wurde 1898 für die Bergleute der Zeche Preußen in Lünen gebaut. Die Zechensiedlung umfasst 52 Häuser, in denen jeweils 3 Familien wohnten. Die Siedlung ist charakterisiert durch großen Gärten und parkähnliche Baumreihen.

 

1989 wurde die Siedlung durch den Eigentümer, die Landesentwicklungsgesellschaft NRW, modernisiert. Sie steht unter Denkmalschutz. Seit 2004 wird die Siedlung privatisiert.

 

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FOTO: Siedlung Ziethenstraße (12.07.2020) © Christian Twehues

ADRESSE: Ziethenstraße, 44532 Lünen

GPS: 51.592746, 7.530971

 

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28. Siedlung Am Kanal, Lünen

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Die Siedlung Am Kanal wurde zwischen 1921 und 1922 im Lüner Ortsteil Osterfeld erbaut. Sie war beiderseits des Datteln-Hamm-Kanals für die Bergleute der Zechen Victoria, Preußen und Gneisenau mit über 700 Wohneinheiten geplant und einer umfassenden Infrastruktur mit öffentlichen Einrichtungen und Sport- und Erholungseinrichtungen. Aufgrund der Inflation in den 1920ern wurde aber nur der Bauabschnitt auf der Nordseite des Kanals gebaut. Der südliche Bereich wurde nicht mehr realisiert. Den Eingang zur Siedlung bildet das Torhaus, das heute unter Denkmalschutz steht.

 

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FOTO: Torhaus Siedlung Am Kanal (12.07.2020) © Christian Twehues

ADRESSE: Kösterstraße, 44532 Lünen

GPS: 51.600443, 7.529915

 

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29. Victoria-Siedlung, Lünen

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Die Victoria-Siedlung liegt im Norden Lünens. Sie wurde zwischen 1909 und 1912 für die Bergleute der Zeche Victoria gebaut. Die Siedlung wurde als Gartenstadt konzipiert. Sie ist charakterisiert durch eine Mischbebauung aus Wohnblocks und Reihenhäusern, aufgelockert durch verschiedene architektonische Elemente. Gaststätten, Ein­kaufs­möglich­keiten, und Wohl­fahrts­ein­rich­tungen wurden in die Siedlung integriert. Sie steht heute unter Denkmalschutz.

 

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FOTO: Victoria-Siedlung (12.07.2020) © Christian Twehues

ADRESSE: Barbarastraße, 44534 Lünen

GPS: 51.619267, 7.537727

 

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30. Siedlung Vogelsang, Hamm

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Siedlung Vogelsang in Hamm.

 

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FOTO: Siedlung Vogelsang (13.12.2020) © Christian Twehues

ADRESSE: Vogelsang, 59073 Hamm-Heessen

GPS: 51.706925, 7.810819

 

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31. Zechensiedlung Neustadt, Ahlen

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Zechensiedlung Neustadt in Ahlen. 

 

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FOTO: Zechensiedlung Neustadt (13.12.2020) © Christian Twehues

ADRESSE: Glückaufplatz, 59229 Ahlen

GPS: 51.755266, 7.911061

 

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