Interaktive Karte des Ruhrgebiets, Industriekultur, Fotografie, Der Landgraph

Industriekultur


Interaktive Karte des Ruhrgebiets

 

Im Ruhrgebiet fallen die kohlenführenden Schichten in Richtung Norden mit etwa sechs Grad in die Tiefe. Dadurch liegen die Flöze am südlichen Rand des Ruhrgebiets, z.B. in Witten, nah an der Oberfläche, während sie am nördlichen Rand des Reviers, z.B. in Ahlen, erst in ca. 900m Tiefe gefunden werden. Die ersten historischen Nachweise der Steinkohlenförderung findet man daher auch im Ruhrtal. Vom 16. bis zum 18. Jahrhunderts wurde dort Steinkohle im Stollenabbau gefördert. Dazu wurde ein Förderstollen flach oder tonnlägig, d.h. schräg abfallend in den Berg getrieben. Tieferliegende Erbstollen entwässerten die Förderstollen.

 

Mit der Industrialisierung Anfang des 19. Jahrhunderts ging man in den Tiefbau über. Der erste seigere, d.h. senkrechte Schacht wurde 1800 mit Hilfe einer Dampfmaschine auf der Zeche Vollmond in Bochum abgeteuft. Einige Kilometer nördlich der Ruhr beginnt die Mergelschicht, eine stark wasserführende lose Gesteinsschicht, die die tieferliegenden kohlenführenden Schichten überlagert. Der Zeche Am Busch südlich von Dortmund gelang es 1814 erstmalig diese Schicht zu durchdringen, indem schon während des Baus der Schacht besonders abgedichtet wurde. Mit dieser neuen Technik war es nun auch möglich, nördlich der Mergelgrenze Kohle zu fördern.

 

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts wanderten die Zechengründungen nordwärts bis an den Rand des Ruhrgebiets. 1865 wurde die Emscherzone erschlossen (Oberhausen, Bottrop, Herne, Castrop-Rauxel), Ende des 19. Jahrhunderts dann auch die Region um Recklinghausen. Die Zeche Sachsen in Hamm-Heesen am nordöstlichen Rand des Ruhrgebiets war 1913 eine der ersten Zechen, die aus über 1000m Tiefe Kohle förderte. Viele andere Zechen überschritten diese Marke erst in den 1960er Jahren.