Industriekultur - Die Zechen im Ruhrgebiet

Die Zechen im Ruhrgebiet


Eine fotografische Spurensuche

 

Schon im Mittelalter wurde im Ruhrgebiet Stein­kohle im Tagebau für den Eigenbedarf gewonnen. Die erste kommerzielle Förderung der Kohle ist für das Jahr 1296 dokumentiert. Im 17. Jahrhundert wurde Kohle auch untertage abgebaut. Dazu trieb man Stollen unterhalb des Kohlenflözes in den Berg. Das Grundwasser wurde über diese tieferliegende Wasserlösungsstollen (sog. Erbstollen) abgeführt. Mit der aufblühenden Industrialisierung Mitte des 19. Jhdts. gelang es den Unternehmen durch neue Entwässerungs- und Bewetterungstechnologien auch in den tiefen Bereichen des nördlichen Ruhrgebiets zu fördern.

 

Die Tiefbauzechen drangen im Laufe der nächsten 100 Jahre in Tiefen von bis zu 1.635 Metern vor. Die Blütezeit erreichte der Steinkohlenbergbau im Ruhrgebiet zwischen 1880 und 1914 und in den 1950er Jahren. Eine halbe Million Menschen arbeiteten im Bergbau, die Fördermenge erreichte eine Jahresmenge von 130 Mio. Tonnen Kohle. Ende der 1950er Jahre geriet die deutsche Kohleindustrie in eine Krise. Billigere Importe aus anderen Regionen der Erde und neue Energieträger wie Erdöl kamen auf den Markt und verdrängten die heimische Steinkohle. Neue Technologien und starke Rationalisierung konnten den Rückgang des Kohlebergbaus verzögern, letztendlich aber nicht verhindern.

 

Stark subventioniert konnte die Kohleindustrie noch bis ins 21. Jahrhundert überleben. 2000 war die Belegschaft bereits auf ein Zehntel der goldenen Zeit zusammengeschrumpft. Im September 2018 stellte die Zeche Prosper-Haniel in Bottrop als letzte von 1.300 Zechen im Ruhrgebiet ihren Betrieb ein. Viele Schächte wurden verfüllt, die meisten Gebäude übertage abgerissen. Eine Reihe von Zechengebäuden und Fördergerüsten wurden als Industriedenkmal erhalten, stumme Zeugen einer einst florierenden Kohleindustrie.

 

 

Teil 2: Das nördliche Ruhrgebiet


Die Zechen von Gelsenkirchen bis Waltrop

Übersicht der Zechen im Ruhrgebiet


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Die Zechen im nördlichen Ruhrgebiet


Zechen in Gelsenkirchen

39. Zeche Dahlbusch

Schachtanlage 2/5 der Zeche Dahlbusch in Gelsenkirchen im Ruhrgebiet

1845 bis 1847 wurden die Schürfscheine für die Felder Eigen und König Leopold in Gelsenkirchen-Rotthausen verliehen. 1848 gründete sich die Zeche König Leopold. Der gleichnamige Schacht wurde im selben Jahr abgeteuft. In 10,7 m Teufe wurden die Arbeiten eingestellt. Die Gesellschaft musste aufgrund von finanziellen Engpässen mehrfach liquidiert werden. Erst 1853 konnten die Teufarbeiten fortgesetzt werden. 1857 wurde das Karbon bei 102 m erreicht. 1858 wurde die 1. Sohle in 165 m eingerichtet. 1859 wurde König Leopold in die Aktiengesellschaft Belgisch-Rheinische Kohlen­berg­werke überführt. Die Förderung wurde 1860 aufgenommen. Von 1867 bis 1870 wurden zwei weitere Schächte abgeteuft. Der belgisch-rheinischen Aktiengesellschaft gelang es nicht, die notwendigen finanziellen Mittel für den Ausbau der Zeche zu beschaffen, sie wurde 1873 liquidiert. Als Nachfolgegesellschaft wurde 1873 die Bergwerks-Gesellschaft Dahlbusch gegründet.

 

1874 bis 1877 wurden die Schächte 3 und 4 errichtet. 1890 bis 1899 folgten die Schächte 5 und 6. 1912 wurde zur besseren Bewetterung neben Schacht 1 der Wetterschacht Berger (Schacht 7) abgeteuft. Während des Ersten Weltkriegs wurde von 1914 bis 1916 auf der Schachtanlage 2/5 der neue Hauptförderschacht 8 niedergebracht. 1913 erzielte die Zeche Dahlbusch mit 1,2 Mio. t Kohle ihre höchste jährliche Fördermenge. Die größte Belegschaft hatte Dahlbusch 1925 mit 4.374 Bergleuten. Die Weltwirtschaftskrise in den 1920ern zwang das Bergwerk zu umfasenden Rationalisierungsmaßnahmen. Bis 1934 wurde die Förderung auf die Schächte 6 bis 8 konzentriert. Die Schächte 1 bis 5 wurden aufgegeben und verfüllt. 1936 pachtete Dahlbusch einen Teil des Grubenfeldes der stillgelegten Zeche Hibernia mitsamt Schacht 1 an. 1943 kam es zu einer Schlagwetterexplosion mit 38 Toten. Die Zeche Dahlbusch hatte vermehrt mit Schlagwettern zu kämpfen. 1950 ereignete sich eine schwere Schlagwetterexplosion im Westfeld, bei der 78 Bergleute starben. 1955 ging ein Blindschcht zu Bruch. Drei Bergleute wurden untertage eingeschlossen. Sie konnten 4 Tage später gerettet werden. Bei der Bergung kam die sogenannte Dahlbusch-Bombe zum Einsatz, eine auf der Zeche neu entwickelte Rettungskapsel. 1955 kam es erneut zu einer Schlagwetterexplosion, diesmal im Baufeld Hibernia. 42 Bergleute kamen dabei ums Leben.

 

Im Rahmen der Kohlekrise ab 1958 wurde die Förderung auf Schacht 8 konzentriert. 1961 wurde das Feld Hibernia aufgegeben und Schacht Hibernia abgeworfen. 1964 wurde die Stilllegung des Bergwerks entschieden. Die Lagerstätte war abgebaut, der Aufschluss der Restkohlevorkommen war zu unrentabel. Am 31.03.1966 wurde die Zeche Dahlbusch geschlossen.

 

 

Zechensteckbrief
Namen der Zeche Gründung Förderbeginn Stilllegung Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Eigen (ab 1845)

König Leopold (ab 1848)

Belgisch-Rheinische
Kohlenbergwerke (ab 1859)

Dahlbusch (ab 1873)

1848 1860 1966 4.374
(1925)
1.205.984 t
(1913)

1880-1881: größte Zeche im Ruhrgebiet.

1955: Erster Einsatz der Dahlbusch Bombe
zur Rettung von 3 eingeschlossenen Bergleuten

 

Schächte der Zeche Dahlbusch
Schacht Adresse GPS Teufbeginn Förderbeginn Stilllegung Max.
Teufe
König Leopold
(Dahlbusch 1)
Am Dahlbusch 1
45884 Gelsenkirchen
51.493079, 7.084273 1848 1860 1926 630 m
Wetterschacht Rotthauser Str. 124
45884 Gelsenkirchen
51.497512, 7.084279 1867 1868 1927 149 m
2 Zechenstraße 42
45884 Gelsenkirchen
51.500658, 7.083454 1868 1870 1925 711 m
3 Achternbergstraße 7
45884 Gelsenkirchen
51.487042, 7.086117 1874 1876 1926 423 m
4 Achternbergstraße 11
45884 Gelsenkirchen
51.486599, 7.085865 1874 1877 1933 735 m
5 Zechenstraße 42
45884 Gelsenkirchen
51.500554, 7.082642 1890 1894 1932 718 m
6 Achternbergstraße 7
45884 Gelsenkirchen
51.487362, 7.086346 1895 1899 1954 913 m
Wetterschacht 7
(Berger)
Am Dahlbusch 21
45884 Gelsenkirchen
51.493007, 7.085215 1912 1914 1966 1.091 m
8 Zechenstraße 34
45884 Gelsenkirchen
51.499272, 7.085003 1914 1916 1966 952 m
Hibernia 1 Hiberniastraße
45879 Gelsenkirchen
51.504602, 7.098174 1855 1941 von Hibernia
übernommen
1961 911 m

 

Fotogalerie

40. Zeche Rheinelbe

Werkstätten in der Nähe von Schacht 3 der Zeche Rheinelbe in Gelsenkirchen im Ruhrgebiet

1846 wurde die Mutung für das Feld Gerhard eingetragen, ab 1848 unter dem Namen Rheinelbe. Schacht 1 (Meyer) wurde 1855 abgeteuft. Wegen starker Wasserzuflüsse wurde im selben Jahr Schacht 2 neben Schacht 1 abgeteuft, der aber ebenfalls mit einem Wasserzufluss von bis zu 50 m³ pro Minute zu kämpfen hatte. Die Teufarbeiten an Schacht 2 wurden vorerst in 16 Meter Tiefe eingestellt, ab 1873 aber für einen Wetterschacht wieder aufgenommen. Auf Schacht 1 wurde 1861 in 240 m Tiefe die 2. Sohle eingerichtet und die Förderung aufgenommen. Eine Lokomotivbahn transportierte ab 1861 die Kohle zum Bahnhof Gelsenkirchen. 1877 konsolidierte Rheinelbe mit der Zeche Alma zu Ver. Rheinelbe & Alma. Das Verbundbergwerk war von 1877 bis 1879 und von 1882 bis 1887 das größte Bergwerk im Ruhrgebiet. 1895 wurde an der Leithestraße ein neuer Förderschacht 3 abgeteuft, der 1903 die Förderung aufnahm. Ab 1905 wurden Benzollokomotiven untertage eingesetzt. Rheinelbe erreichte 1911 eine Gesamtteufe von 808 Metern. Die größte Belegschaft hatte Rheinelbe 1920 mit 8.303 Bergleuten. Rheinelbe konnte trotz 11 aktiver Schächte nie die Fördermenge der anderen Großzechen im Ruhrgebiet erreichen. Bereits 1926 wurde die Förderung auf Schacht 3, 1928 dann auch auf Rheinelbe 1/2/6 eingestellt. 1928 wurde Schacht 1 verfüllt. 1931 wurde das Bergwerk endgültig stillgelegt. Das Baufeld Alma mit Schächten 1/3/4/5 wurde 1931 an Pluto abgegeben. Diese wurden 1945 als Schächte der Zeche Holland geführt. Das Baufeld Rheinelbe mit den stillgelegten Schächten 2/3/4/5/6 ging 1933 an die Zeche Holland. Die Alma und Rheinelbe Schächte wurden dort bis 1974 stillgelegt und verfüllt. Eine Reihe von Zechengebäuden an der Leithestraße in der Nähe von Schacht 3 sind erhalten geblieben und werden heute u. a. als Künstlerateliers genutzt.

 

 

Zechensteckbrief
Namen der Zeche Gründung Förderbeginn Stilllegung Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Gerhard (ab 1846)

Rheinelbe (ab 1848)

Ver. Rheinelbe & Alma (ab 1877)

1848 1861 1931 8.303
(1920)
2.189.910 t
(1913)

1877-1879 und 1882-1887
größte Zeche im Revier

1877: Rheinelbe Schacht 1
erhält eisernes Fördergerüst

 

Schächte der Zeche Rheinelbe
Schacht Adresse GPS Teufbeginn Förderbeginn Stilllegung Max.
Teufe
1 (Meyer) Virchowstraße
45886 Gelsenkirchen
51.495290, 7.106625 1855 1861 1928 380 m
2 (Wetterschacht) Virchowstraße
45886 Gelsenkirchen
51.494966, 7.106639 1855 1876 1928 stillgelegt,
1933 an Holland
abgegeben
808 m
Alma 1 Almastraße 33
45886 Gelsenkirchen
51.507207, 7.117305 1870 1877
von Alma
konsolidiert
1931 stillgelegt
und an Pluto
abgegeben
564 m
Alma 2
(Wetterschacht)
Almastraße 33
45886 Gelsenkirchen
51.506647, 7.117849 1873 1877
von Alma
konsolidiert
1930 609 m
5 (alter
Wetterschacht 4)
Hövelmannstraße
45886 Gelsenkirchen
51.486850, 7.107120 1892 1895 1931 stillgelegt,
1933 an Holland
abgegeben
685 m
3 Leithestraße 61
45886 Gelsenkirchen
51.492552, 7.108621 1895 1903 1927 stillgelegt,
1933 an Holland
abgegeben
809 m
Alma 3
(Wetterschacht)
Florastraße
45888 Gelsenkirchen
51.517170, 7.114209 1898 1899 1931 stillgelegt
und an Pluto
abgegeben
498 m
neuer
Wetterschacht 4
Am Luftschacht
45886 Gelsenkirchen
51.502575, 7.131313 1901 1907 1931 stillgelegt,
1933 an Holland
abgegeben
781 m
Alma 4
(Spülschacht)
Europastraße
45888 Gelsenkirchen
51.511351, 7.120013 1905 1913 1931 stillgelegt
und an Pluto
abgegeben
416 m
6 (Wetterschacht) Munscheidstraße 14
45886 Gelsenkirchen
51.498065, 7.107254 1908 1911 1931 stillgelegt,
1933 an Holland
abgegeben
810 m
Alma 5
(Förderschacht)
Almastraße 39
45886 Gelsenkirchen
51.506871, 7.115641 1908 1911 1931 stillgelegt
und an Pluto
abgegeben
780 m

 

Fotogalerie

41. Zeche Holland

Doppelmalakowturm der Zeche Holland Schacht 1/2 in Gelsenkirchen im Ruhrgebiet

Holländische Investoren gründeten 1855 die Bergbau AG Holland, um die Kohlefelder in Gelsenkirchen, Wattenscheid und Umgebung zu erschließen. Die Kohlenflöze waren aber nicht sehr ergiebig. Viele Schächte wurden schon in den 1960er Jahren geschlossen. Die Spitzenleistung der Zeche lag bei 1,7 Mio. t Kohle bei einer Belegschaft von 3.000 Mann. Der Doppel-Malakowturm über Schacht 1 und 2 der Zeche Holland wurde 1856-1860 erbaut. Es ist die einzige noch erhaltene Doppelmalakowturmanlage in Europa. Das Gebäude wird heute als Wohnraum genutzt. Der linke Turm steht über Schacht 1, der rechte über Schacht 2. Die Zeche Holland übernahm 1931 bis 1933 das Baufeld und die Schächte der Zeche Ver. Rheinelbe & Alma. 1966 kamen die Schächte der Zeche Bonifacius hinzu. Das Bergwerk Holland betrieb zeitweise 13 Schächte zeitgleich. Die Zeche stellte 1974 die Förderung ein. Baufeld und Schächte kamen zu Zollverein. Der letzte Kohlenwagen wurde Ende 1983 aus Schacht 4 gefördert. Die Schächte 4 und 6 dienten noch bis 1988 der Wasserhaltung und wurden danach verfüllt.

 

 

Zechensteckbrief
Namen der Zeche Gründung Förderbeginn Stilllegung Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Holland (ab 1861)

Holland/Rheinelbe-Alma (ab 1957)

Holland (ab 1966)

1861 1860 1974 4.483
(1920)
1.685.470 t
(1969)

Einzige erhaltene
Doppelmalakowturmanlage
im Revier aus dem Jahr 1860

 

Schächte der Zeche Holland
Schacht Adresse GPS Teufbeginn Förderbeginn Stilllegung Max.
Teufe
1 Ückendorfer Str.
45886 Bochum
51.490813, 7.125627 1856 1860 1963 813 m
2 Ückendorfer Str.
45886 Bochum
51.490554, 7.125798 1856 1860 1955 822 m
3 (van Braam) Emil-Weitz-Straße 2
44866 Bochum
51.483209, 7.126758 1873 1880 1964 829 m
4 Emil-Weitz-Straße 2
44866 Bochum
51.483734, 7.126352 1898 1900 1974 stillgelegt,
bis 1988 zentrale 
Wasserhaltung
für Zollverein
1.000 m
5 (Wetterschacht) Krayer Str.
44866 Bochum
51.483511, 7.107585 1907 1909 1934 580 m
6 Emil-Weitz-Straße
44866 Bochum
51.483330, 7.127319 1921 1926 1974 stillgelegt,
bis 1988 zentrale
Wasserhaltung
für Zollverein
1.000 m
Rheinelbe 2 Leithestraße
45886 Gelsenkirchen
51.494965, 7.106636 1855 1933 von Ver.
Rheinelbe & Alma
übernommen
1965 808 m
Rheinelbe 3 Leithestraße
45886 Gelsenkirchen
51.492534, 7.108601 1895 1933 von Ver.
Rheinelbe & Alma
übernommen
1965 809 m
Rheinelbe 4 Am Luftschacht
45886 Gelsenkirchen
51.502563, 7.131305 1901 1933 von Ver.
Rheinelbe & Alma
übernommen
1974 681 m
Rheinelbe 5 Hövelmannstraße
45886 Gelsenkirchen
51.486852, 7.107121 1892

1933 von Ver.
Rheinelbe & Alma

übernommen

1945 685 m
Rheinelbe 6 Rheinelbestraße
45886 Gelsenkirchen
51.498065, 7.107260 1908

1933 von Ver.

Rheinelbe & Alma

übernommen

1974 803 m
Alma 1 Almastraße
45886 Gelsenkirchen
51.507197, 7.117343 1870 1931 von Ver.
Rheinelbe & Alma
übernommen
1968 609 m
Alma 3 Bulmker Str.
45888 Gelsenkirchen
51.517171, 7.114208 1898 1931 von Ver.
Rheinelbe & Alma
übernommen
1969 412 m
Alma 4 Europastraße
45888 Gelsenkirchen
51.511383, 7.120040 1905 1931 von Ver.
Rheinelbe & Alma
übernommen
1966 416 m
Alma 5 Almastraße
45886 Gelsenkirchen
51.506840, 7.115650 1908 1931 von Ver.
Rheinelbe & Alma
übernommen
1974 1000 m
Bonifacius 1 Rotthauser Str.
45309 Essen
51.473780, 7.084532 1858 1966 von Bonifacius
übernommen
1967 867 m
Bonifacius 2 Rotthauser Str.
45309 Essen
51.474530, 7.083718 1872

1966 von Bonifacius
übernommen

1967 867 m
Bonifacius 3 Korthover Weg
45307 Essen
51.467069, 7.088785 1898 1966 von Bonifacius
übernommen
1967 670 m
Bonifacius 5 Halterner Str.
45307 Essen
51.472951, 7.097642 1947 1966 von Bonifacius
übernommen
1967 671 m

 

Fotogalerie

42. Zeche Nordstern

Fördergerüst Schacht 1 und Förderturm Schacht 2 der Zeche Nordstern in Gelsenkirchen im Ruhrgebiet

Nach dem Zusammenschluss mehrerer Grubenfeldbesitzer im Jahr 1855 unter dem Namen Blücher I-III, begann die Gesellschaft 1857 mit dem Abteufen eines Schachts. Aufgrund hoher Wasserzuflüsse musste dieser bald aufgegeben werden. Man begann 1858 südwestlich von Horst mit dem Abteufen eines neuen Schachts. 1860 mussten die ersten Besitzer aus finanziellen Gründen aufgeben und die Bergbaugesellschaft Essen-Arenberger übernahm. 1866 wurde das Bergwerk Nordstern gegründet, zu diesem Zeitpunkt die nördlichste Zeche im Ruhrgebiet. Der Schacht Nordstern I erhielt einen Malakowturm und begann 1868 mit der Förderung. Ein zweiter Schacht wurde zwischen 1890 und 1892 abgeteuft. Die Fördermenge lag bei 850.000 Tonnen jährlich. 1899 wurde das Ostfeld mit einem eigenen Schacht erschlossen, der Betrieb wurde 1901 aufgenommen. Das Bergwerk Nordstern wurde 1907 von der Phoenix AG aufgekauft und ausgebaut. 1915 lag die jährliche Kohleproduktion bei 1,5 Mio. t.

 

Die Wirtschaftskrise nach dem 1. Weltkrieg führte in den 1920er Jahren zu Absatzschwierigkeiten und schließlich 1925 zur Stilllegung der Zeche Nordstern. 1926 wurde das Bergwerk von den Vereinigten Stahlwerken aufgekauft. Die Produktion wurde zuerst auf Schacht 1/2 später im Jahr 1936 auch auf Schacht 3/4 wieder aufgenommen. Die Jahresfördermenge lag 1936 bei 1,6 Mio. t Kohle. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Zeche durch Luftangriffe schwer beschädigt und musste den Betrieb einstellen. Ende 1945 konnte die Förderung schrittweise wieder aufgenommen werden.

 

In den 1950ern wurde die Schachtanlage 1/2 umfassend erneuert. Schacht 2 bekam 1953 einen geschlossenen Förderturm (Foto: hinten), Schacht 1 ein vollwandiges Strebengerüst (Foto: vorne). Nordstern 1/2 übernahm ab 1956 auch die Förderung der Schächte 3/4. 1968 wurde die Zeche in die neu gegründete Ruhrkohle AG eingegliedert. In den Siebzigern wurden mehrere kleinere Grubenfelder der Zeche Nordstern zu­ge­wie­sen und über Schacht 1/2 abgebaut. Die Produktion lag 1981 bei 1,9 Mio. t mit 3.254 Kumpeln. 1983 wurden die Zechen Nordstern und Zollverein zusammengelegt. Die gesamte Förderung des Verbundbergwerks Nordstern/Zollverein wurde zum Schacht Zollverein 12 verlegt. Nordstern/Zollverein wurde 1986 stillgelegt. Die Nordsternschächte wurden von der Zeche Con­soli­dation übernommen. Die Schächte wurden 1993 stillgelegt und verfüllt. Während die Schächte 3/4 vollständig abgerissen wurden, sind die Tagesanlagen der Schächte 1/2 (Foto) fast komplett erhalten geblieben und heute Teil des Nordsternparks.

 

 

Zechensteckbrief
Namen der Zeche Gründung Förderbeginn Stilllegung Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Blücher (ab 1855)

Essen-Arenberg (ab1864)

Nordstern (ab 1866)

Nordstern-Zollverein (ab 1983)

Nordstern (ab 1987)

Consolidation/Nordstern (ab1988)

1866 1868 1993 4.522
(1950)
1.939.502 t
(1981)

1889 erste Kettenstrecken-
förderung im Revier

 

Schächte der Zeche Nordstern
Schacht Adresse GPS Teufbeginn Förderbeginn Stilllegung Max.
Teufe
Schacht Blücher III Am Bugapark
45899 Gelsenkirchen
51.529157, 7.031071 1857 im gleichen Jahr
wegen Fließsand
aufgegeben
- 11 m
1 (Blücher I) Nordsternstraße 1
45899 Gelsenkirchen
51.527919, 7.031069 1858 1868 1993 1.043 m
2 Nordsternstraße 1
45899 Gelsenkirchen
51.528221, 7.031831 1890 1894 1990 1.043 m
3 (Ostfeld) Johannastraße
45899 Gelsenkirchen
51.539292, 7.041119 1899 1901 1990 1.043 m
4 (Wetterschacht) Johannastraße

45899 Gelsenkirchen
51.538793, 7.041391 1910 1911 1993 1.043 m
Emschermulde 2 Emscherstraße
45891 Gelsenkirchen
51.549937, 7.091325 1973 1980 1987 an Hugo
abgegeben
1.090 m
Mathias Stinnes 5 Karnaper Str.
45329 Essen
51.526324, 7.005830 1922 1981 von
Mathias Stinnes
übernommen
Bis 2003 zentrale
Wasserhaltung für
Bottrop, Gladbeck
und Essen-Nord
1.007 m

 

Fotogalerie

43. Zeche Wilhelmine Victoria

Waschkaue der Zeche Wilhelmine Victoria Schacht 1/4 in Gelsenkirchen im Ruhrgebiet

Die Zeche Wilhelmine Victoria wurde 1855 in Gelsenkirchen-Buer gegründet. Erste Mutungsbohrungen waren 1854 in 149 m Tiefe auf Karbon gestoßen. Schacht 1 wurde 1856 abgeteuft. Die Zeche hatte mit starken Wasserzuflüssen zu kämpfen, 1858 brach der gesamte Schacht ein, das Abteufen wurde vorerst eingestellt. 1859 wurde der Schacht aufgewältigt und weiter abgeteuft. 1860 begann die erste Förderung auf der 2. Sohle zur Deckung des Eigenbedarfs. Mit Inbetriebnahme eines Malakowturms begann 1863 die regelmäßige Förderung. 1872 wurde 1.300 Meter westlich ein zweiter Schacht abgeteuft, er ging 1876 in Förderung. Ein dritter Schacht wurde 1888 neben Schacht 2 errichtet, er nahm 1892 die Förderung auf. 1898 wurde dann der vierte Schacht als Wetterschacht neben Schacht 1 abgeteuft. Schacht 4 nahm 1900 den Betrieb auf. Von 1862 bis 1875 und erneut von 1936 bis 1940 wurde auch Kohleneisenstein abgebaut. Dabei handelt es sich um flözartige Eisenerzvorkommen in steinkohleführenden Gebirgsschichten. Wilhelmine-Victoria erreichte 1926 die maximale Fördermenge von 842.187 t Kohle mit einer Belegschaft von 2.654 Bergleuten. Im Rahmen der Weltwirtschaftskrise wurde die Schachtanlage 2/3 von 1928 bis 1935 außer Betrieb genommen. 1945 wurden die Tagesanlagen bei einem Bombenangriff zerstört. Die Zeche konnte im September 1945 wieder in Betrieb gehen. Wilhelmine-Victoria wurde 1960 stillgelegt. Das Grubenfeld und die noch offenen Schächte wurden 1960 an die Zeche Fritz-Heinrich abgegeben, die 1966 in Fritz-Wilhelm umbenannt wurde. Die Anlagen gingen 1966 im Verbundbergwerk Emil-Fritz auf, das 1973 stillgelegt wurde. Die Schächte der ehemaligen Wilhemine-Victoria Zeche wurden 1974 verfüllt, die Tagesanlagen 1976 abgerissen. Das Fördergerüst wurde abgebaut und auf dem Gelände Zollern 2/4 als Industriedenkmal wieder aufgebaut. Das ehemalige Kauengebäude der Schachtanlage Wilhelmine-Victoria 1/4 an der Wilhelminenstraße in Gelsenkirchen ist erhalten geblieben. Es wurde 1992 renoviert und wird heute als Veranstaltungshalle "Die Kaue" genutzt.

 

 

Zechensteckbrief
Namen der Zeche Gründung Förderbeginn Stilllegung Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Wilhelmine Victoria (ab 1854)

1855 1863 1960 2.988
(1955)
842.187 t
(1926)

1862-1875 und 1936-1940:
Kohleneisensteinabbau in
geringem Umfang

 

Schächte der Zeche Wilhelmine Victoria
Schacht Adresse GPS Teufbeginn Förderbeginn Stilllegung Max.
Teufe
1 Steinstraße 1-3
45881 Gelsenkirchen
51.518285, 7.069588 1856 1863 1960 an Fritz
Heinrich abgegeben;
1973 stillgelegt
933 m
2 Kleine Hauwe 6
45883 Gelsenkirchen
51.519538, 7.050445 1872 1876 1960 an Fritz
Heinrich abgegeben;
1973 stillgelegt
695 m
3 Große Hauwe
45883 Gelsenkirchen
51.519499, 7.050965 1888 1892 1960 an Fritz
Heinrich abgegeben;
1973 stillgelegt
928 m
Wetterschacht 4 Wilhelminenstraße
45881 Gelsenkirchen
51.517904, 7.069432 1898 1900 1960 an Fritz
Heinrich abgegeben;
1973 stillgelegt
695 m

 

Fotogalerie

44. Zeche Graf Bismarck

Kauengebäude der Zeche Graf Bismarck Schacht 1/4 in Gelsenkirchen im Ruhrgebiet

Die Zeche Graf Bismarck wurde 1868 gegründet. Ein erster Schacht wurde 1869 in Gelsenkirchen-Schalke-Nord abgeteuft und 1873 in Betrieb genommen. Bis 1954 folgten neun weitere Schächte. Graf Bismarck bestand aus drei Schachtanlagen: Anlage I mit den Schächten 1 und 4, Anlage II mit Schacht 2/6/9, Anlage III mit 3 und 5, sowie Anlage VII mit den Schächten 7 und 8. Schacht 10 war als Zentralwetterschacht für alle drei Schachtanlagen konzipiert. Graf Bismarck erreichte 1961 eine Gesamtteufe von 1.223 Metern. Mit 9.634 Mitarbeitern und einer Fördermenge von maximal 3 Mio. t Kohle zählte sie zu den größeren Zechen im Revier. Sie war aber auch gleichzeitig eine der Zechen mit der geringsten Gewinnmarge, so dass sie früh in den 1960er Jahren schließen musste. Die Protestdemonstrationen der Belegschaft und Bevölkerung mit den typischen schwarzen Fahnen wurde zum Symbol für die Kohlekrise in Deutschland. Die Baufelder wurden aufgeteilt und durch die Zechen Nordstern, Hugo, Ewald, Consolidation und Pluto bis in die 2000er Jahre weiter betrieben. Die Schächte und Tagesanlagen der Zeche Graf Bismarck wurden 1967/1968 verfüllt und zurückgebaut. Das Kauengebäude der Anlage I (1/4) ist bis heute erhalten.

 

 

Zechensteckbrief
Namen der Zeche Gründung Förderbeginn Stilllegung Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Graf Bismarck (ab 1868)

1868 1873 1966 9.634
(1955)
3.024.067 t
(1943)

1868: wertvollster Flözreichtum
im Ruhrgebiet

 

Schächte der Zeche Graf Bismarck
Schacht Adresse GPS Teufbeginn Förderbeginn Stilllegung Max.
Teufe
1 (Anlage I) Uechtingstraße 87
45881 Gelsenkirchen
51.538173, 7.090978 1868 1873 1959 1.178 m
2 (Anlage II) Ulrichstraße 2
45891 Gelsenkirchen
51.551304, 7.090530 1882 1884 1966 1.174 m
3 (Anlage III) Nesselrodeweg 40
45891 Gelsenkirchen
51.565728, 7.090072 1893 1894 1959 855 m
Wetterschacht 4 (Anlage I) Uechtingstraße 87
45881 Gelsenkirchen
51.538932, 7.090545 1899 1902 1959 1.223 m
5 (Anlage III) Nesselrodeweg
45891 Gelsenkirchen
51.566043, 7.090180 1902 1904 1959 1.174 m
6 (Anlage II) Ulrichstraße
45891 Gelsenkirchen
51.550308, 7.090937 1909 1910 1966 1.174 m
7 (Anlage VII) Wiedehopfstraße 30
45892 Gelsenkirchen
51.561615, 7.132324 1910 1911 1966 975 m
8 (Anlage VII) Wiedehopfstraße 30
45892 Gelsenkirchen
51.560986, 7.132687 1910 1922 1966 975 m
9 (Anlage II) Ulrichstraße
45891 Gelsenkirchen
51.549642, 7.090980 1924 1926 1966 1.174 m
Zentralwetterschacht 10 Holzbachstraße
45892 Gelsenkirchen
51.554362, 7.112928 1951 1954 1966 972 m

 

Fotogalerie

45. Zeche Consolidation

Fördergerüst der Zeche Consolidation Schacht 9 in Gelsenkirchen im Ruhrgebiet bei Sonnenuntergang

Die Anfänge des Bergwerks Consolidation in Gelsenkirchen gehen auf die Mitte des 19. Jahrhunderts zurück. 1848 stieß man bei Mutungs­bohrungen in 170 m Teufe auf Kohle. 1862 wurden sieben Grubenfelder im Raum Gelsenkirchen unter dem Namen Consolidation zusammengefasst, im Volksmund Consol abgekürzt. Mit dem Betriebsbeginn von Schacht 1 (Gertrud) im Jahr 1865 war das Industriezeitalter auch auf Schalke angekommen.

 

1869 begannen die Abteufarbeiten von Schacht 2 (Wilhelmine), Betriebsbeginn war 1871. Schacht 3 (Minna) nahm 1873 den Betrieb auf. Die Kohlefördermenge lag in dem Jahr bei 366.000 Tonnen mit 2.060 Bergleuten. Zeche Consolidation wurde zur größten Zeche an der Ruhr. Die Fördermenge stieg bis 1890 auf 949.000 t mit 2.905 Beschäftigten. Es folgten Schacht 4 (Fritz) ab 1893, Schacht 6 in 1899, Schacht 7 in 1903, Schacht 8 (Oberschuir) 1908 als Wetterschacht. 1913 erreichte die Förderung eine Jahresleistung von 1,96 Mio. t Kohle mit einer Belegschaft von 7.020 Kumpel. Der Hauptförderschacht 9 wurde ab 1915 abgeteuft, der Schacht wurde aber erst nach dem Ersten Weltkrieg fertiggestellt. Das auf dem Foto abgebildete Doppelstrebengerüst stammt aus dem Jahr 1922. 1929 übernahm Consolidation die stillgelegte Zeche Unser Fritz. Die Schächte Unser Fritz 1-5 wurden 1936 wieder in Betrieb genommen. Die Anlagen der Zeche Consolidation wurden im Zweiten Weltkrieg nur teilweise zerstört, so dass der Betrieb nach dem Krieg sofort wieder aufgenommen werden konnte. Nur die Schächte 1 und 6 waren bei Luftangriffen schwerer beschädigt worden und konnten erst 1949 wieder in Betrieb gehen. 1958 wurde über Schacht 4 ein neuartiger Betonförderturm mit offenliegenden Seilscheiben errichtet. Es ist der einzige Förderturm seiner Art.

 

In den Sechzigern begann der Niedergang der Zeche. 1967 wurde Fritz 1/4 zeitweise stillgelegt, die Fördermenge um 30% reduziert. 1968 wurde die Zeche von der Ruhrkohle AG übernommen. 1971 wurde das Südfeld der stillgelegten Zeche Bismarck übernommen. 1976 erfolgte die Zusammenlegung der Zechen Consolidation und Pluto. 1984 starben bei einem Grubenunglück fünf Bergleute. 1987 übernahm die Zeche Consolidation die Nordsternschächte von Nordstern-Zollverein. 1988 förderte das Verbundbergwerk Consolidation/Nordstern mit 15 Schächten 3,4 Mio. t Kohle mit 5.638 Bergleuten. Die Hauptförderung lag in einer Tiefe von 1.100 Metern. Nachdem 1993 das Nordsternfeld stillgelegt worden war, wurde die Zeche Consolidation mit der Zeche Hugo zum Verbundbergwerk Hugo/Consolidation zusammengelegt. Der Standort Consolidation wurde nach und nach aufgegeben, die Anlagen über Tage ab 1986 zurückgebaut. Die Felder der Zeche Consolidation wurden noch bis 2000 von der Zeche Hugo aus abgebaut.

 

Von den ehemaligen Anlagen der Zeche Consolidation sind heute noch erhalten: das Doppelstrebengerüst über dem Zentralförderschacht 9, das Betonfördergerüst über Schacht 4 in direkter Nachbarschaft und die Schachtanlage Oberschuir (Schacht 8) mit Fördergerüst und Maschinenhalle. Sie liegt 3 km südwestlich und ist heute von einem Wohngebiet eingerahmt.

 

 

Zechensteckbrief
Namen der Zeche Gründung Förderbeginn Stilllegung Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Consolidation (ab 1848)

Consolidation/Nordstern (ab 1988)

Hugo/Consolidation (ab 1993)

1862 1865 1996 8.650
(1925)
3.379.048 t
(1987)

1872-1876 größte Zeche im Revier.

1957: erste hydromechanische

Kohlegewinnung in Deutschland.

1978: Schacht 3 mit 87m höchstes

Fördergerüst Europas

 

Schächte der Zeche Consolidation
Schacht Adresse GPS Teufbeginn Förderbeginn Stilllegung Max.
Teufe
1 (Gertrud) Scheuten-Solar-Straße
45881 Gelsenkirchen
51.522587, 7.084550 1863 1865 1977 985 m
2 (Wilhelm) Magdeburger Str.
45881 Gelsenkirchen
51.524589, 7.095000 1869 1871 1951 1.018 m
3 (Minna) Consolstraße
45889 Gelsenkirchen
51.528234, 7.109498 1871 1873 1996 1.103 m
4 (Fritz) Consolstraße
45889 Gelsenkirchen
51.528459, 7.109258 1893 1896 1996 1.103 m
5 (Wetterschacht) Schalker Str.
45881 Gelsenkirchen
51.515410, 7.092755 1874 1875 1943 435 m
6 Kurt-Schumacher-Straße
45881 Gelsenkirchen
51.522775, 7.085183 1897 1899 1996 1.115 m
7 (Wetterschacht) Magdeburger Str.
45881 Gelsenkirchen
51.524725, 7.095169 1902 1903 1996 868 m
8 (Oberschuir) Boniverstraße
45883 Gelsenkirchen
51.511316, 7.082153 1906 1908 1984 985 m
9 (Hauptförderschacht) Bismarckstraße
45889 Gelsenkirchen
51.529754, 7.110265 1915 1922 1996 1.240 m
Unser Fritz 1 Am Malakowturm
44653 Herne
51.540844, 7.134429 1871 1929 von Unser Fitz
übernommen
1990 985 m
Unser Fritz 2 Grimberger Feld
44653 Herne
51.546633, 7.138540 1881 1929 von Unser Fitz
übernommen
1982 743 m
Unser Fritz 3 Grimberger Feld
44653 Herne
51.546360, 7.138695 1897 1929 von Unser Fitz
übernommen
1993 743 m
Unser Fritz 4 Am Malakowturm
44653 Herne
51.540296, 7.134529 1908 1929 von Unser Fitz
übernommen
1993 1.040 m
Unser Fritz
Wetterschacht 5
Altcrange
44653 Herne
51.546001, 7.157797 1920 1929 von Unser Fitz
übernommen
1990 985 m
Hibernia 3 Hiberniastraße
45879 Gelsenkirchen
51.505466, 7.096945 1891 1941 von Hibernia
übernommen
1964 710 m
Pluto 2 Thiesstraße 61
44649 Herne
51.532574, 7.141878 1873 1976 von Pluto
übernommen
1993 950 m
Pluto 3 Thiesstraße 61
44649 Herne
51.532557, 7.142554 1893 1976 von Pluto
übernommen
1993 950 m
Pluto 4 Plutostraße 15
44651 Herne
51.521751, 7.153645 1899 1976 von Pluto
übernommen
1982 810 m
Pluto 5 Heinrich-Imbusch-Straße 20
44651 Herne
51.519794, 7.140825 1906 1976 von Pluto
übernommen
1977 500 m
Pluto 7 Thiesstraße 61
44649 Herne
51.532438, 7.140281 1913 1976 von Pluto
übernommen
1990 950 m

 

Fotogalerie

46. Zeche Hugo

Fördergerüst der Zeche Hugo Schacht 2 in Gelsenkirchen im Ruhrgebiet

Die Zeche Hugo nahm 1878 den Betrieb auf. Erste Probebohrungen in den Jahren 1870-1872 hatten das Vorkommen von Steinkohle bestätigt. 1882 bis 1885 wurde am Brößweg der Schacht 2 abgeteuft. Auf dem Foto ist der Tomson Bock zu sehen, der zur Förderung auf Schacht 2 eingesetzt wurde, erbaut 1974. 1906 wurde eine Kokerei in Betrieb genommen, die aber 1930 wieder geschlossen wurde. In den 1930er Jahren wurde das Bergwerk massiv ausgebaut und umfangreich erneuert. Schwere Luftangriffe zerstörten 1944 die Anlage weitgehend. Umfangreiche Reparaturen waren notwendig, die Kohleförderung wurde 1947 wieder aufgenommen. 1968 wurde die Zeche von der Ruhrkohle AG übernommen. In den 70ern wurde die Zeche weiter vergrößert. Zahlreiche Bergleute anderer stillgelegter Zechen wurden auf Hugo übernommen. 1993 wurde die Zeche Hugo u. a. mit der Zeche Consolidation zum Bergwerk Hugo/Consolidation zusammengeführt. 1997 wurde dann die Zeche Hugo/Consolidation mit der Zeche Ewald zusammengelegt. Der Abbau des Feldes Hugo erfolgte ab da über die Zeche Ewald, die schließlich im April 2000 den Betrieb einstellte.

 

 

Zechensteckbrief
Namen der Zeche Gründung Förderbeginn Stilllegung Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Neu-Arenberg (ab 1870)

Hugo (ab 1881)

Hugo/Consolidation (ab 1993)

Ewald/Hugo (ab 1997)

1873 1878 2000 5.814
(1955)
3.546.251 t
(1980)

1904 arbeiteten
101 Pferde untertage

 

Schächte der Zeche Hugo
Schacht Adresse GPS Teufbeginn Förderbeginn Stilllegung Max.
Teufe
1 (Schacht I/1) Horster Str.
45897 Gelsenkirchen
51.563725, 7.045060 1873 1878 2000 1.183 m
2 (Schacht II/1) Brößweg 34
45897 Gelsenkirchen
51.569114, 7.034596 1882 1885 2000 1.180 m
3 (Wetterschacht
Hugo III)
Sutumerfeldstraße
45899 Gelsenkirchen
51.545495, 7.052273 1891 1895 1928 678 m
4 (Schacht I/2) Horster Straße
45897 Gelsenkirchen
51.563227, 7.045012 1899 1902 2000 1.183 m
5 (Schacht II/2) Brößweg 34
45897 Gelsenkirchen
51.569311, 7.035968 1907 1909 2000 943 m
6 (Wetterschacht
Hugo-Ost)
Ressestraße
45892 Gelsenkirchen
51.582320, 7.083700 1933 1935 1984 an Ewald
abgegeben
940 m
7 (Wetterschacht
Hugo-Nord)
Honigmannstraße
45896 Gelsenkirchen
51.582573, 7.018415 1940 1943 1994 943 m
8 (Zentralförderschacht) Brößweg 34
45897 Gelsenkirchen
51.570197, 7.037663 1957 1962 2000 1.180 m
9 Rabenstraße
45897 Gelsenkirchen
51.551914, 7.062797 1974 1977 2000 927 m
Emschermulde 2 Emscherstraße
45891 Gelsenkirchen
51.549937, 7.091325 1973 1987 von Nordstern
übernommen
1992 an Ewald
abgegeben
1.142 m

 

Fotogalerie

47. Zeche Bergmannsglück

Fördermaschinenhalle der Zeche Bergmannsglück Schacht 1/2 in Gelsenkirchen im Ruhrgebiet

Die Zeche Bergmannsglück wurde 1872 in Gelsenkirchen als "Bohrgesellschaft" gegründet. 1880 konsolidierten mehrere Felder zu Bergmannsglück. 1882 wurde das Bergwerk in den Teil Bergmannsglück-Ost (später Westerholt) und Berg­manns%shy;glück-West (später Bergmannsglück) aufgeteilt. Ein Förder- und ein Wetterschacht wurden 1903 und 1904 abgeteuft. Erste Kohle wurde 1905 gefördert, der Regelbetrieb begann 1907. Die maximale Fördermenge wurde 1912 erreicht mit 1,4 Mio. t Kohle. 5.807 Bergleute arbeiteten auf der Zeche Bergmannsglück. 1945 wurde die Zeche bei Bombenangriffen schwer beschädigt und war längere Zeit außer Betrieb. 1953 wurde die Gesamtteufe von 908 Metern erreicht. 1960 ging Bergmannsglück in den Verbund zu Bergmannsglück/Westerholt, ab 1976 nur noch Zeche Westerholt genannt. Das Baufeld Bergmannsglück wurde 1975 von Westerholt aufgegeben, die beiden Schächte stillgelegt. Von den Tagesanlagen ist die Fördermaschinenhalle an der Bergmannsglückstraße erhalten geblieben.

 

 

Zechensteckbrief
Namen der Zeche Gründung Förderbeginn Stilllegung Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Bergmannsglück (ab 1872)

Bergmannsglück-West (ab1882)

1872 1905 1960 5.807
(1912)
1.419.496 t
(1912)

1945: schwere Kriegsschäden,
lange Zeit außer Betrieb

 

Schächte der Zeche Bergmannsglück
Schacht Adresse GPS Teufbeginn Förderbeginn Stilllegung Max.
Teufe
1 Bergmannsglückstraße
45896 Gelsenkirchen
51.595454, 7.043968 1903 1907 1960 mit Westerholt
konsolidiert;
1975 stillgelegt
908 m
2 Bergmannsglückstraße
45896 Gelsenkirchen
51.594802, 7.044271 1904 1907 1960 mit Westerholt
konsolidiert;
1975 stillgelegt
908 m

 

Fotogalerie

48. Zeche Westerholt

Zeche Westerholt Schacht 1/2/3 in Gelsenkirchen im Ruhrgebiet

Die Zeche Westerholt in Gelsenkirchen-Buer wurde von 1902 bis 1945 unter dem Namen Steinkohlenbergwerk Buer geführt. Schacht 1 wurde 1907 abgeteuft. Ein Jahr später erreichte die Zeche das Karbon in einer Tiefe von 398 m. Ebenfalls 1908 begannen die Arbeiten an Wetterschacht 2 direkt neben Schacht 1. 1909 wurde die Förderung aufgenommen. 1912 wurde die Kokerei in Betrieb genommen. Bis 1913 wurde die Belegschaft auf 3.229 Beschäftigte ausgeweitet. Die Jahresfördermenge lag bei 804.000 Tonnen Kohle.

 

In den Dreißiger Jahren wurden die Schächte bis auf eine Tiefe von 836 m tiefer abgeteuft. Bei Kriegsende erlitt das Bergwerk Buer schwere Schäden. So wurde im März 1945 die Kokerei durch Bomben völlig zerstört. Erst im September 1945 konnte die Anlage den Betrieb wieder aufnehmen. 1947 wurden das Feld Polsum mit Schacht Polsum 1 übernommen. 1956 wurde der Zentralförderschacht 3 auf dem Gelände der Schachtanlage 1/2 abgeteuft. 1960 wurde das Bergwerk Westerholt mit der Zeche Berg­manns­glück zusammengelegt.

 

1975 wurden die Schächte der Zeche Bergmannsglück stillgelegt und 1982 verfüllt. 1998 ging die Zeche Westerholt zusammen mit der Zeche Fürst Leopold in das Verbundbergwerk Lippe auf, das mit einer Jahresfördermenge von 3.615.000 Tonnen zur größten Zeche im Ruhrgebiet wurde. Schacht Westerholt 2 wurde 1999 stillgelegt und verfüllt. Das Bergwerk Lippe wurde im Dezember 2008 stillgelegt. Die Fördertürme der Schächte Westerholt 1 und 3, sowie eine Reihe von Maschinenhallen, Kesselhäusern und Waschkauen sind erhalten geblieben. Im Frühjahr 2020 wurde allerdings damit begonnen, einige der Gebäude abzureißen.

 

 

Zechensteckbrief
Namen der Zeche Gründung Förderbeginn Stilllegung Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Steinkohlenbergwerk Buer (ab 1902)

Westerholt (ab 1945)

Bergmannsglück/Westerholt (ab 1960)

Westerholt (ab 1976)

Bergwerk Lippe (ab 1998)

1907 1908 2008 6.283
(1963)
3.087.535 t
(1963)

Das Fördergerüst Polsum 1 wurde

2010 von einem Unternehmer

abgebaut und in Haiger-Burbach

neu aufgestellt. Neuer Standort:
50.774529, 8.155437

 

Schächte der Zeche Westerholt
Schacht Adresse GPS Teufbeginn Förderbeginn Stilllegung Max.
Teufe
1 Zum Bahnhof 14
45701 Herten
51.601512, 7.076366 1907 1908 2008 1.232 m
2 Zum Bahnhof 14
45701 Herten
51.601128, 7.075483 1908 1909 1999 906 m
Polsum 1 Im Dörnen
45768 Marl
51.639032, 7.049760 1943 1947 von Polsum
übernommen
2008 874 m
3 (Zentralförderschacht) Zum Bahnhof 14
45701 Herten
51.603141, 7.078958 1956 1958 2008 1.232 m
Bergmannsglück 1 Bergmannsglückstraße
45896 Gelsenkirchen
51.595454, 7.043968 1903 1960 aus
Verbund mit
Bergmannsglück
1975 908 m
Bergmannsglück 2 Bergmannsglückstraße
45896 Gelsenkirchen
51.594802, 7.044271 1904 1960 aus
Verbund mit
Bergmannsglück
1975 908 m
Wetterschacht Altendorf Polsumer Weg
46282 Dorsten
51.639581, 7.018552 1967 1970 2008 1.192 m
Polsum 2 Hülsdauer Str. 95
45768 Marl
51.636545, 7.043857 1979 1982 2008 773 m

 

Fotogalerie

Zechen in Gladbeck


49. Zeche Mathias Stinnes

Betriebsgebäude der Zeche Mathias Stinnes Schacht 3/4 in Gladbeck im Ruhrgebiet

Die Zeche Mathias Stinnes übernahm 1864 die Zeche Carnap. Carnap hatte 1857 einen Schacht auf 114 m abgeteuft, war dann aber in finanzielle Schwierigkeiten geraten, muss­te die Arbeiten einstellen und 1864 verkaufen. Unter neuer Führung wurde der Carnap Schacht gesümpft, weiter abgeteuft und 1877 in Betrieb genommen. Ein zweiter Schacht folgte von 1884 bis 1888. Die Schachtanlage 3/4 wurde 1900-1904 in Gladbeck-Brauck, ca. 2,5 km nördlich von 1/2 errichtet. 1922 wurde ein fünfter Schacht direkt neben 1/2 abgeteuft, er nahm 1924 die Förderung auf. 1931 übernahm Mathias Stinnes Baufeld und Schächte der stillgelegten Zeche Welheim. Ende des Zweiten Weltkriegs erlitt die Zeche schwere Kriegsschäden und konnte erst 1946 wieder in Betrieb gehen. Schacht 5 erhielt 1953 einen 73 m hohen Förderturm. Die Fördermaschine war mit 10.000 kW die stärkste der Welt. 1965 wurde die Förderung auf Welheim 1/2 eingestellt. 1968 übernahm das Bergwerk die Schächte Rheinbaben 3 und 4 als Wetterschächte für die Schachtanlage 3/4. Die Zeche Mathias Stinnes wurde 1972 stillgelegt, die Schächte abgebrochen und verfüllt. Nur Schacht 5 blieb offen. Er wurde 1981 von Nordstern übernommen und war noch bis 2003 für die zentrale Wasserhaltung für den Bereich Essen-Nord, Gladbeck und Bottrop in Betrieb.

 

 

Zechensteckbrief
Namen der Zeche Gründung Förderbeginn Stilllegung Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Carnap (ab 1857)

Mathias Stinnes (ab1868)

1864 1872 1972 7.940
(1950)
2.656.660 t
(1943)

1953: 73m hoher Förderturm,
10.000 kW Fördermaschine:
stärkste der Welt

 

Schächte der Zeche Mathias Stinnes
Schacht Adresse GPS Teufbeginn Förderbeginn Stilllegung Max.
Teufe
1 (Carnap) Karnaper Str.
45329 Essen
51.525295, 7.007314 1857 1872 1972 1.009 m
2 Karnaper Str.
45329 Essen
51.525657, 7.005474 1894 1897 1972 1.009 m
3 Boystraße
45968 Gladbeck
51.542475, 7.003208 1902 1905 1972 842 m
4 Boystraße
45968 Gladbeck
51.543000, 7.003134 1902 1905 1972 842 m
5a Bottrop-Boy - 1910 später wieder
aufgegeben
- -
5 Karnaper Str.
45329 Essen
51.526326, 7.005816 1922 1924 1981 an
Nordstern abgegeben
1.009 m
Welheim 1 Ruhrölstraße
46240 Bottrop
51.533591, 6.980511 1910 1931 von Ver.
Welheim übernommen
1965 842 m
Welheim 2 Ruhrölstraße
46240 Bottrop
51.533511, 6.981520 1911 1931 von Ver.
Welheim übernommen
1965 649 m
Rheinbaben 3 Rheinbabenstraße
46240 Bottrop
51.547880, 6.951881 1897 1968 von Rheinbaben
übernommen
1972 598 m
Rheinbaben 4 Rheinbabenstraße
46240 Bottrop
51.548559, 6.951362 1899 1968 von Rheinbaben
übernommen
1972 785 m

50. Zeche Graf Moltke

Betriebsgebäude der Zeche Graf Moltke Schacht 3/4 in Gladbeck im Ruhrgebiet

Die Zeche Graf Moltke wurde 1873 unter dem Namen Zeche Rieckchen gegründet. Ein erster Schacht "Alter Fritz" wurde abgeteuft. Er erreichte 1876 bei 304 m das Karbon und nahm 1877 die Förderung auf. Die Zeche wurde 1879 nach Graf Helmuth von Moltke um­benannt, dem Stabschef der preußischen Armee des Krieges 1870/71. Neben Schacht 1 wurde 1884 ein zweiter Schacht abgeteuft. Er ging 1888 in Förderung. Die Schachtanlage 3/4 wurde ca. 1,5 km südwestlich von 1/2 zwischen 1900 und 1904 errichtet. Die Schächte 2 und 3/4 erreichten eine Teufe von 900 m. 1959 wurde ein Blindschacht in 3/4 von der 6. Sohle zur 7. Sohle auf 1.200 m Tiefe abgeteuft. Auf dieser Sohle kam es aber nicht mehr zur Förderung. Das Bergwerk Graf Moltke wurde 1971 stillgelegt.

 

 

Zechensteckbrief
Namen der Zeche Gründung Förderbeginn Stilllegung Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Rieckchen (ab 1873)

Graf Moltke (ab 1879)

1873 1877 1971 4.441
(1913)
1.457.020 t
(1929)

Die Zeche wurde nach Graf Helmuth
von Moltke benannt, dem Stabschef
der preußischen Armee des Krieges 1870/71

 

Schächte der Zeche Graf Moltke
Schacht Adresse GPS Teufbeginn Förderbeginn Stilllegung Max.
Teufe
1 (Alter Fritz) Wilhelm-Olejnik-Straße
45968 Gladbeck
51.566112, 6.994971 1873 1877 1971 651 m
2 Wilhelm-Olejnik-Straße
45968 Gladbeck
51.565811, 6.995157 1884 1888 1971 900 m
3 Luxemburger Str.
45968 Gladbeck
51.553845, 6.988480 1900 1902 1971 1.200 m
4 (Wetterschacht) Luxemburger Str.
45968 Gladbeck
51.553786, 6.987873 1902 1904 1971

1.200 m

 

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51. Zeche Möller

Betriebsgebäude der Zeche Möller Schacht 1/2 in Gladbeck im Ruhrgebiet

Die Zeche Gladbeck wurde 1876 gegründet. 1895-1901 wurde die Doppelschachtanlage Thyssen 1/2 an der Karl-Schneider-Straße gebaut, 1897-1902 die Doppelanlage Professor 3/4 an der Rheinbabenstraße in Bottrop. 1902 übernahm der preußische Staat die Zeche. Die beiden Thyssenschächte wurden nach dem preußischen Handelsminister Theodor von Möller in Möllerschächte umbenannt. 1914 wurde Wetterschacht 5 abgeteuft, er ging 1918 in Betrieb. 1935 trennte sich das Bergwerk Gladbeck in die beiden Teile Rheinbaben (vormals Professor 3/4) und Möller (vormals Thyssen 1/2). Die Zeche Möller erreichte ihre maximale Förderung 1941 mit 759.322 t Kohle. Das Bergwerk wurde bei Kriegsende durch Luftangriffe schwer beschädigt. Die Kohle wurde 1946 über Rheinbaben zutage gefördert. 1966 ging Möller erneut in den Verbund mit Rheinbaben. Aber schon ein Jahr später wurde das Bergwerk Möller/Rheinbaben stillgelegt. Schacht Möller 1/2 wurden abgeworfen. Wetterschacht Möller 5 ging zu Jacobi/Franz Haniel. Die Rheinbaben Schächte gingen zu Mathias Stinnes. Einige Zechengebäude der Zeche Möller an der Karl-Schneider-Straße, wie die Kohlenwäsche und die Fördermaschinengebäude von Schacht 1 und 2, sind erhalten geblieben.

 

 

Zechensteckbrief
Namen der Zeche Gründung Förderbeginn Stilllegung Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Thyssen (ab 1870)

Gladbeck (ab 1876)

Ver. Gladbeck (ab 1897)

Rheinbaben & Möller (ab 1902)

Möller (ab 1935)

Möller/Rheinbaben (ab 1966)

1876 1901 1967 2.052
(1941)
759.322 t
(1941)

1902: dem preußischen
Handelsminister Theodor
von Möller benannt

 

Schächte der Zeche Möller
Schacht Adresse GPS Teufbeginn Förderbeginn Stilllegung Max.
Teufe
Möller 1
(Thyssen 1)
Karl-Schneider-Straße 3-4
45966 Gladbeck
51.572780, 6.969624 1895 1901 1967 797 m
Möller 2
(Thyssen 2)
Karl-Schneider-Straße 3-4
45966 Gladbeck
51.572345, 6.968732 1896 1902 1967 797 m
Möller 5
(Wetterschacht)
Maria-Theresien-Str.
45964 Gladbeck
51.558214, 6.953768 1914 1918 1967: an Jacobi/
Haniel abgegeben
679 m

 

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52. Zeche Zweckel

Maschinenhalle der Zeche Zweckel Schacht 1/2 in Gladbeck im Ruhrgebiet

Die Zeche Zweckel in Gladbeck war bis 1910 unter dem Namen Potsdam bekannt. 1896 wurde das Feld verliehen, Schacht 1 und 2 1908 abgeteuft. Ein Jahr später erreichte man das Karbon in 380 m Tiefe. 1910 wurde Potsdam mit Scholven zusammengelegt. 1912 wurde die Förderung auf Schacht 1 aufgenommen, Schacht 2 diente als Wetterschacht. Die Zeche erreichte 1927 die maximale Fördermenge von 515.000 Tonnen Kohle mit einer Belegschaft von 1.869 Bergleuten. 1929 wurde die Förderung eingestellt. Die Schächte der Zeche Zweckel dienten noch der Seilfahrt und Materialförderung. Die Kohle aber wurde über Scholven gefördert. 1945 wurde Zweckel von Scholven abgetrennt, Ende 1951 aber erneut von Scholven übernommen. Die Zeche Scholven wurde 1963 stillgelegt, die Schächte Zweckel 1/2 für Wasserhaltung und Bewetterung der umliegenden Bergwerke bis 1995 offen gehalten. 1988 wurden die Maschinenhalle, die beiden Fördergerüste und die Fördermaschinen unter Denkmalschutz gestellt. Die Schächte Zweckel 1/2 wurden 1995 verfüllt. Das Foto zeigt die Maschinenhalle aus dem Jahr 1909.

 

 

Zechensteckbrief
Namen der Zeche Gründung Förderbeginn Stilllegung Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Potsdam (ab 1896)

Zweckel (ab 1910)

Scholven (ab 1951)

1896 1912 1963 2.111
(1925)
515.195 t
(1927)

1910: in 430 m wird eine 20°C
warme Solquelle angeschlagen.
Diese diente dem Solbad „Emmyshall“
von 1928 bis 1950 als Quelle.

 

Schächte der Zeche Zweckel
Schacht Adresse GPS Teufbeginn Förderbeginn Stilllegung Max.
Teufe
1 Frentroper Str.
45966 Gladbeck
51.594272, 6.969141 1908 1912 bis 1995 offen
für Wasserhaltung
853 m
2 Frentroper Str.
45966 Gladbeck
51.593418, 6.969642 1908 1911 bis 1995 offen
für Wasserhaltung
750 m

 

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Zechen in Dorsten


53. Zeche Fürst Leopold

Fördergerüst der Zeche Fürst Leopold Schacht 2 in Dorsten im Ruhrgebiet mit Seilscheiben und Trafogebäude

Erste Mutungsbohrungen auf den Feldern Fürst Leopold I-II fanden im Jahr 1902 statt. 1910 wurden sechs Felder zu Fürst Leopold konsolidiert und mit dem Abteufen des ersten Schachts im Gefrierverfahren begonnen. 1911 wurde der zweite Schacht direkt neben dem ersten abgeteuft. Erste Kohle konnte 1912 gefördert werden, regelmäßiger Förderbeginn war 1913. 1931 wurde Fürst Leopold mit der stillgelegten Zeche Baldur zusammengelegt. Das Verbundbergwerk erhielt den Namen Fürst-Leopold-Baldur. 1970 wurde die Zeche wieder in Fürst Leopold zurück benannt. 1971 wurden Fürst Leopold und die Zeche Wulfen unter eine Werksdirektion gestellt, beide Zechen blieben aber vorerst selbstständig. Erst 1982 folgte der Verbund zu Fürst Leopold-Wulfen.

 

In den 1980ern stieß die Zeche in immer weitere Tiefen vor. 1993 erreichte Schacht Baldur 1 eine Endteufe von 1.323 m. 1998 erfolgte der Verbund mit der Zeche Westerholt zum Bergwerk Lippe. Mit 5.242 Mitarbeitern und einer Jahresleistung von 3.615.000 t Kohle war Lippe das größte Bergwerk an der Ruhr. Die Schächte der Zeche Fürst Leopold stellten 2001 die Förderung ein. Das Feld Fürst Leopold wurde aufgegeben. Schacht 1 wurde vom Bergwerk Lippe noch bis 2008 als Wetter- und Materialschacht betrieben. Das Fördergerüst wurde 2008 abgerissen. Das Fördergerüst von Schacht 2 aus dem Jahr 1913 ist als Industriedenkmal erhalten geblieben.

 

 

Zechensteckbrief
Namen der Zeche Gründung Förderbeginn Stilllegung Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Fürst Leopold (ab 1906)

Fürst Leopold-Baldur (ab 1931)

Fürst Leopold (ab1970)

Fürst Leopold-Wulfen (ab 1982)

Bergwerk Lippe (ab 1998)

1910 1913 2001 4.477
(1956)
2.400.350 t
(1997)

1993: Schacht Baldur 1 erreicht 
eine Endteufe von 1.323 m
auf der 6. Sohle (1.351 m
im Sumpf des Schachts)

 

Schächte der Zeche Fürst Leopold
Schacht Adresse GPS Teufbeginn Förderbeginn Stilllegung Max.
Teufe
1 Fürst-Leopold-Allee 1
46284 Dorsten
51.672676, 6.981949 1910 1913 2001 1.034 m
2 Fürst-Leopold-Allee 1
46284 Dorsten
51.673037, 6.983119 1911 1915 2001 1.034 m
Baldur 1 Baldurstraße
46284 Dorsten
51.672961, 6.950289 1905 1931 von Baldur
übernommen
2001 1.323 m
Baldur 2 Baldurstraße
46284 Dorsten
51.672874, 6.951396 1906 1931 von Baldur
übernommen
1972 743 m
Wulfen 1 Dülmener Str.
46286 Dorsten
51.720393, 7.056429 1958 1982 von Wulfen
übernommen
1984 1.076 m
Wulfen 2 Dülmener Str.
46286 Dorsten
51.720501, 7.058120 1959 1982 von Wulfen
übernommen
2000 1.063 m

 

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Zechen in Marl


54. Zeche Brassert

Markenkontrolle der Zeche Brassert Schacht 1/2 in Marl im Ruhrgebiet

Die Zeche Brassert in Marl wurde 1905 gegründet. Schächte 1 und 2 wurden im Gefrierverfahren ab 1907 abgeteuft. Aufgrund eines Was­ser­ein­bruchs in 350 m mussten die Teufarbeiten 1908 für 3 Monate unterbrochen werden. 1909 erreichte die Zeche schließlich das Karbon in einer Teufe von 506 m. Die 1. Sohle wurde in 570 m, die 2. Sohle in 649 m eingerichtet. Schacht 1 nahm 1910 die Förderung auf. Schacht 2 diente zur Bewetterung und für die Seilfahrt. Die Lagerstätte auf Brassert bestand aus sehr harter Kohle. Daher wurden ab 1913 zwei englische Schrämmaschinen für den Abbau angeschafft. Später in den 1930ern waren bis zu 10 Schrämmaschinen im Einsatz. 1933 wurde die 3. Sohle in 826 m eingerichtet. 1939 wurde Schacht 3 im Nordfeld ca. 1,6 km nördlich von der Schachtanlage 1/2 abgeteuft. Er erreichte 1943 die Endteufe von 1.020 m. Aufgrund der Nachkriegsverhältnisse konnte Schacht 3 erst 1954 in Betrieb genommen werden.

 

1962 wurde die Förderung auf Schacht 3 wieder eingestellt, die Kohle des Nordfelds wurde über Schacht 1 zutage gefördert. 1968 wurde Brassert in die Ruhrkohle AG eingegliedert, die 1970 eine gemeinsame Werksdirektion mit Wulfen einrichtete. 1972 wurde die Zeche Brassert stillgelegt. Die Tagesanlagen wurden 1973 bis auf wenige Ausnahmen zurückgebaut, die Schächte 1974 verfüllt.

 

Das Foto zeigt die Markenkontrolle der Schachtanlage 1/2, in der heute das Atelier des Künstlervereins Ma(r)lkasten untergebracht ist. Das ehemalige Zechengelände wurde zu einem Freizeitgelände umgewidmet. Der Brieftauben-Reisevereinigung Marl e.V. nutzt die Räum­lich­keiten der ehemaligen Schlosserei. Das Pförtnerhaus und das ehemalige Gesundheitshaus werden heute gewerblich genutzt. 

 

 

Zechensteckbrief
Namen der Zeche Gründung Förderbeginn Stilllegung Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Brassert (ab 1905)

1905 1910 1972 4.576
(1956)
1.163.368 t
(1956)

Besonders harte Kohle, daher
Abbau nur mittels Schrämen

 

Schächte der Zeche Brassert
Schacht Adresse GPS Teufbeginn Förderbeginn Stilllegung Max.
Teufe
1 Zechenstraße 41
45772 Marl
51.663043, 7.083608 1907 1910 1972 995 m
2 (Wetterschacht) Zechenstraße 41
45772 Marl
51.663262, 7.084751 1908 1910 1972 649 m
3 (Brassert II) Brassertstraße 251
45768 Marl
51.678671, 7.072819 1939 1954 1962 1.020 m

 

Fotogalerie

55. Zeche Auguste Victoria

Fördergerüst Schacht 1 und 2 der Zeche Auguste Victoria in Marl im Ruhrgebiet

Bei ersten Mutungsbohrungen stießen Düsseldorfer Kaufleute 1897 in Marl auf Kohle. 1899 gründeten sie die Gewerkschaft Auguste Victoria, benannt nach der letzten deutschen Kaiserin. Abteufarbeiten an Schacht 1 begannen im selben Jahr. 1900 folgte Schacht 2. Aufgrund eines Schiefstands in 40 m Tiefe wurden 1901 die Arbeiten an Schacht 1 eingestellt. Schacht 2 wurde zu Schacht 1 umbenannt. Beim Abteufen des Schachts kam 1902 zum ersten Mal im Ruhrgebiet das Gefrierverfahren zum Einsatz. Der Kohleabbau wurde 1905 in einer Tiefe von 605 m aufgenommen. 1908 wurde die Zeche von der Interessengemeinschaft chemischer Werke (später IG Farben) übernommen.

 

1925 begannen die Abteufarbeiten von Schacht 3, der ein Jahr später eine Endteufe von 820 m erreichte. 1927 kam es zu einem schweren Schwimm­sand­ein­bruch in Schacht 3, bei dem der Schacht mitsamt Förderturm zu Bruch ging. 1928 begannen die Arbeiten an Schacht 4, zwei Jahre später an Schacht 5, der 1931 den Betrieb aufnahm. 1934 wurde Schacht 3 ausgeräumt, neu abgesichert und weiter abgeteuft. Er nahm 1937 die Förderung auf. 1930 waren in Schacht 4 und 5 Blei- und Zinkerzvorkommen entdeckt worden, die ab 1936 abgebaut wurden. Die maximale Erzförderung erreichte das Bergwerk 1943 mit 352.000 Tonnen.

 

1950 wurde Schacht 6 abgeteuft. Er ging 1952 als Wetterschacht in Betrieb. 1954 erreichte Schacht 1 eine Endteufe von 1.176 m. Schacht 7 wurde 1957 direkt neben Schacht 3 abgeteuft. Förderbeginn war 1960. Der Erzabbau wurde 1962 wegen Unrentabilität aufgegeben. 1963 begannen die Arbeiten an Schacht 8, der 1967 in Betrieb genommen wurde. 1965 erreichte Schacht 7 eine Endteufe von 1.260 m. 1966 wurden Schacht 1 und 2 stillgelegt und Schacht 7 zum Hauptförderschacht. 1967 wurde Schacht 5 verfüllt. 1980 erreichte Schacht 8 eine Endteufe von 1.296 m. 1987 wurde Schacht 9 abgeteuft, der 1989 eine Endteufe von 1.330 m erreichte und 1990 als Wetterschacht in Betrieb ging. 1991 wurde Auguste Victoria von der Ruhrkohle AG übernommen. 1995 erreichte Auguste Victoria die maximale Fördermenge mit 3.541.345 t bei einer Belegschaft von 4.916 Bergleuten. 2001 erfolgte der Verbund mit der Zeche Blumenthal. Das Verbundbergwerk wurde noch bis 2015 betrieben, bis es endgültig stillgelegt wurde.

 

 

Zechensteckbrief
Namen der Zeche Gründung Förderbeginn Stilllegung Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Auguste Victoria (ab 1899)

Auguste Victoria/
Blumenthal (ab 2001)

Auguste Victoria (ab 2007)

1899 1904 2015 9613
(1960)
3.541.345 t
(1995)

1902: Erster Schacht im Gefrierverfahren
im Ruhrgebiet wird abgeteuft.


1930 wurden beim Durchörtern des Blumenthal-
Sprungs Blei- und Zinkvorkommen entdeckt

 

Schächte der Zeche Auguste Victoria
Schacht Adresse GPS Teufbeginn Förderbeginn Stilllegung Max.
Teufe
Alter Schacht 1 - - 1899 1901 Stundung wegen
Schiefstellung in 40m
- 40 m
1 Victoriastraße 43
45772 Marl
51.667800, 7.135733 1900 1904 1966 1.176 m
2 Victoriastraße 43
45772 Marl
51.667867, 7.136751 1903 1905 1966 1.187 m
3 (Nordfeld) Carl-Duisberg-Straße
45772 Marl
51.686407, 7.111826 1925 1937 2015 1.069 m
4 (Westfeld) Am Wetterschacht
45770 Marl
51.655089, 7.113937 1928 1929 1965 830 m
5 (Westfeld) Am Wetterschacht 15
45770 Marl
51.655988, 7.113968 1930 1931 1965 705 m
6 (Wetterschacht) Hülsbergstraße
45772 Marl
51.689447, 7.152463 1950 1952 2001 829 m
7 (Förderschacht) Carl-Duisberg-Straße
45772 Marl
51.685326, 7.110518 1957 1960 2015 1.260 m
8 (Nordfeld) Lippramsdorfer Str.
45772 Marl
51.713070, 7.117522 1963 1967 2015 1.296 m
9 (Wetterschacht) Lembecker Weg
45721 Haltern am See
51.747298, 7.095906 1987 1990 2015 1.330 m

 

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Zechen in Herten


56. Zeche Schlägel & Eisen

Fördergerüste der Zeche Schlägel & Eisen Schacht 3/4 in Herten im Ruhrgebiet

Die Zeche Schlägel & Eisen wurde 1873 in Herten gegründet. Schacht 1 wurde 1874 abgeteuft. Er erreichte das Karbon in einer Teufe von 342 m und ging 1877 in Förderung. Es gab zu Anfang erhebliche geologische Schwierigkeiten. In den Jahren 1890 bis 1900 wurden die Förderschächte 2, 3 und 5 und die Wet­ter­schächte 4 und 6 abgeteuft. 1937 wurde ein neuer Zentralförderschacht 7 neben den Schächten 3 und 4 abgeteuft. Er wurde 1941 in Betrieb genommen. Die Zeche erlitt 1945 schwere Schäden und musste zeitweise die Förderung einstellen. In den 1950ern stieß der Abbau weiter in Richtung Norden vor. 1957 wurde zur Bewetterung des Nordfelds ein neuer Wetterschacht bis auf die 5. Sohle (810 m) abgeteuft. Das Bergwerk erreichte 1975 seine maximale Fördermenge von 2 Mio. t Kohle. 1990 wurde Schlägel & Eisen mit der Zeche Ewald zusammengelegt. Die Förderung auf den Schächten der Zeche Schlägel & Eisen wurde im selben Jahr eingestellt, die Kohle über Ewald zutage gefördert. 1991 wurde die Schachtanlage Schlägel & Eisen 3/4/7 teilweise abgerissen, Schacht 3 verfüllt. Die Schächte 4 und 7 blieben aber vorerst offen. 1993 erreichte das Bergwerk Ewald im Baufeld Schlägel & Eisen im Unterwerksbau (d. h. Abbau unterhalb der Fördersohle) eine Endteufe von 1.337 m. Ewald/­Schlägel & Eisen ging 1997 mit den Schächten Schlägel & Eisen 2, 5 und 7 in den Verbund zu Ewald/Hugo. Der Schacht Schlägel & Eisen 5 wurde 1998 verfüllt. 2000 kam dann die endgültige Stilllegung für das Verbundbergwerk Ewald/Hugo. Am Standort der Schachtanlage 3/4/7 in Herten sind einige Gebäude als Industriedenkmal erhalten geblieben: Das Fördergerüst von Schacht 3, das moderne Fördergerüst über Schacht 4, sowie einige Betriebsgebäude. Seit Oktober 2021 sind das Fördergerüst und die Ventilatoren von Schacht 4 in den Abendstunden beleuchtet.

 

 

Zechensteckbrief
Namen der Zeche Gründung Förderbeginn Stilllegung Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Schlägel & Eisen (ab1873)

Ewald/Schlägel & Eisen (ab 1990)

1873 1877 1990 4.706
(1920)
2.030.346 t
(1975)

Schlägel und Eisen sind seit der
ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts
das international gebräuchliche
Symbol für den Bergbau.

 

Schächte der Zeche Schlägel & Eisen
Schacht Adresse GPS Teufbeginn Förderbeginn Stilllegung Max.
Teufe
1 Zum Alten Schacht
45699 Herten
51.602784, 7.156260 1874 1877 1971 898 m
2 Zum Alten Schacht
45699 Herten
51.602641, 7.155566 1890 1892 1998 1.179 m
3 Glückauf-Ring 35-37
45699 Herten
51.608234, 7.117635 1895 1897 1990 814 m
4 (Wetterschacht) Zur Grubenwehr
45699 Herten
51.608208, 7.117174 1900 1902 1990 1.240 m
5 Scherlebecker Str.
45701 Herten
51.616713, 7.144051 1898 1901 1990 1.237 m
6 (Wetterschacht) Scherlebecker Str.
45701 Herten
51.616291, 7.144291 1899 1900 1969 716 m
7 (Zentralförderschacht) Zur Grubenwehr
45699 Herten
51.609316, 7.118712 1937 1941 1990 1.192 m
8 (Wetterschacht) Loemühlenweg
45770 Marl
51.638143, 7.122231 1957 1960 1989 814 m

 

Fotogalerie

57. Zeche Ewald

Zeche Ewald Schacht 1/2/7 in Herten im Ruhrgebiet

Die Zeche Ewald in Herten wurde 1873 gegründet. Schacht 1 wurde von 1872 bis 1875 abgeteuft. Der imposante Malakowturm wurde 1875 fertiggestellt. Ewald begann 1876 mit der Förderung. Auf dem gleichen Gelände wurde 1888 ein zweiter Schacht und später 1940 der neue Zentralförderschacht 7 gebaut. Die Zeche stieß schnell in die Tiefe vor. 1884 war Ewald mit 674 m die tiefste Steinkohlenzeche im Ruhrgebiet. 1895 begann das Bergwerk mit dem Aufbau einer zweiten Schachtanlage 3/4 auf Gelsenkirchener Gebiet. Die beiden Schächte nahmen 1897 die Förderung auf. 1907 und 1911 folgten die Wetterschächte 5 und 6. 1971 übernahm Ewald die stillgelegte Zeche Bismarck mit dem Schacht Bismarck 10, der später in Emschermulde 1 umbenannt wurde. 1974 wurde dann die Zeche Recklinghausen übernommen mit den Schachtanlagen Recklinghausen I (Schächte 1/2) und Recklinghausen II (Schächte 1/2/4). 1984 kam der Wetterschacht Hugo-Ost von der Zeche Hugo dazu. 1990 erfolgte der Verbund mit Schlägel & Eisen und 1997 mit Hugo zum dann größten Bergwerk im Revier.

 

Die Zeche Ewald wurde 2000 stillgelegt. Das Gelände an der Werner-Heisenberg-Straße in Herten wurde in den Folgejahren zu einem Gewerbegebiet umgestaltet und bietet heute zahlreichen Unternehmen einen Standort. 2009 eröffnete in der ehemaligen Heizzentrale das Travestie-Theater RevuePalast Ruhr. Die ARD strahlt seit 2013 den Sportschau-Club live aus der Untertagebar aus.

 

 

Zechensteckbrief
Namen der Zeche Gründung Förderbeginn Stilllegung Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Professor (ab 1870)

Ewald (ab 1871)

Ewald/Schlägel & Eisen (ab 1990)

Ewald/Hugo (ab 1997)

1871 1876 2000 6.176
(1950)
3.587.325 t
(1981)

1884: Mit 624 m tiefster
Schacht im Ruhrgebiet

 

Schächte der Zeche Ewald
Schacht Adresse GPS Teufbeginn Förderbeginn Stilllegung Max.
Teufe
1 (Hilger) Werner-Heisenberg-Straße
45699 Herten
51.572363, 7.146513 1872 1876 1996 950 m
2 (Hagedorn) Werner-Heisenberg-Straße
45699 Herten
51.572740, 7.146361 1888 1892 2000 1.300 m
3 (Schürenberg) Ewaldstraße
45892 Gelsenkirchen
51.578137, 7.113463 1895 1897 1996 1.250 m
4 (Waldthausen) Ewaldstraße
45892 Gelsenkirchen
51.578441, 7.112917 1895 1897 2000 950 m
5 (Wetterschacht) Nimrodstraße
45699 Herten
51.587420, 7.165588 1907 1908 1996 1.350 m
6 (Wetterschacht) Im Emscherbruch
45892 Gelsenkirchen
51.577033, 7.124490 1911 1912 1996 1.250 m
7 (Zentralschacht) Werner-Heisenberg-Straße
45699 Herten
51.571645, 7.146648 1940 1955 2000 1.250 m
Emschermulde 1
(Graf Bismark 10)
Holzbachstraße
45892 Gelsenkirchen
51.554367, 7.112960 1951 1971 von
Zeche Bismarck
übernommen
1996 1.176 m
Recklinghausen I, 1 Hochlarmarkstraße
45661 Recklinghausen
51.560920, 7.196508 1869 1974 von Zeche
Recklinghausen
übernommen
1972 566 m
Recklinghausen I, 2 Hochlarmarkstraße
45661 Recklinghausen
51.561243, 7.196569 1901 1974 von Zeche
Recklinghausen
übernommen
1977 686 m
Recklinghausen II, 1 Karlstraße
45661 Recklinghausen
51.563260, 7.180122 1882 1974 von Zeche
Recklinghausen
übernommen
1988 850 m
Recklinghausen II, 2 Karlstraße
45661 Recklinghausen
51.563979, 7.179367 1899 1974 von Zeche
Recklinghausen
übernommen
1988 850 m
Recklinghausen II, 3
(Wetterschacht)
Westfalenstraße
45661 Recklinghausen
51.579990, 7.185168 1940 1974 von Zeche
Recklinghausen
übernommen
1977 850 m
Recklinghausen II, 4
(Konrad Ende)
Karlstraße
45661 Recklinghausen
51.564550, 7.179478 1961 1974 von Zeche
Recklinghausen
übernommen
1988 850 m
Wetterschacht Hugo-
Ost (Hugo 6)
Ressestraße
45892 Gelsenkirchen
51.582320, 7.083700 1933 1984 von Hugo
übernommen
2000 940 m
Emschermulde 2 Emscherstraße
45891 Gelsenkirchen
51.549937, 7.091325 1973 1992 von Hugo
übernommen
2000 1.142 m

 

Fotogalerie

Zechen in Recklinghausen


58. Zeche General Blumenthal

Fördergerüst der Zeche General Blumenthal Schacht 7 in Recklinghausen im Ruhrgebiet

Die Zeche General Blumenthal in Recklinghausen wurde 1873 gegründet. Im selben Jahr wurde Schacht 1 abgeteuft, der 1877 in einer Tiefe von 359 Metern auf Kohle stieß. Ein Wassereinbruch 1880 führte zu einem sechsmonatigen Be­triebs­stillstand. 1882 stand die Zeche erneut für 1 Monat still. Grund war diesmal ein Pumpen­gestänge­bruch. 1889 wurde der zweite Schacht gebaut. Er ging 1892 in Förderung.

 

In den Jahren 1895 bis 1908 folgten vier weitere Schächte auf Recklinghäuser Gebiet. 1903 übernahm die Bergwerksgesellschaft Hibernia AG das Bergwerk General Blumenthal. 1956 erreichte die Zeche eine Teufe von 1.013 m. 1966 kam das letzte Grubenpferd im Ruhrgebiet auf General Blumenthal zum Einsatz. 1967 wurde der Zentralförderschacht 11 der stillgelegten Zeche Shamrock übernommen. Auf den Schächten 1/2/6 wurde die Förderung eingestellt. Die Kohle wurde auf der 7. Sohle über Shamrock 11 gefördert. 1979 und 1980 wurden der Förderschacht Haltern 1 und der Wetterschacht Haltern 2 abgeteuft. Sie gingen 1984/1985 in Betrieb.

 

1992 wurde General Blumenthal mit der Zeche Haard zum Verbundbergwerk Blumenthal/­Haard zusammengelegt. Es war zu diesem Zeitpunkt das größte Bergwerk im Revier. 1995 erreichte General Blumenthal eine Endteufe von 1.283 m. 1999 wurden die Schächte Haltern 1/2 aufgegeben und verfüllt. 2001 erfolgte der Verbund mit Auguste Victoria. Im selben Jahr wurden die Schächte der Zeche General Blumenthal stillgelegt und verfüllt. Erhalten geblieben ist der Wetterschacht 7 am Westcharweg in Recklinghausen mit Förderturm und Betriebsgebäuden.

 

 

Zechensteckbrief
Namen der Zeche Gründung Förderbeginn Stilllegung Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

General Blumenthal (ab 1873)

Blumenthal/Haard (ab 1992)

Auguste Victoria/Blumenthal (ab 2001)

1873 1878 2001 4.969
(1920)
2.606.249 t
(1982)

1966: letztes Grubenpferd
im Ruhrbergbau

 

Schächte der Zeche General Blumenthal
Schacht Adresse GPS Teufbeginn Förderbeginn Stilllegung Max.
Teufe
1 Beckbruchweg
45659 Recklinghausen
51.601369, 7.204314 1873 1878 1983 722 m
2 Beckbruchweg
45659 Recklinghausen
51.601931, 7.204071 1889 1892 2001 915 m
3 (am Bahnhof
Recklinghausen)
Campus Vest
45665 Recklinghausen
51.621965, 7.208300 1895 1898 2001 1.013 m
4 Campus Vest
45665 Recklinghausen
51.622532, 7.208793 1898 1900 2001 620 m
5 (Wetterschacht) Zum Wetterschacht
45659 Recklinghausen
51.599793, 7.185899 1904 1905 1928 570 m
6 (Harz) Beckbruchweg
45659 Recklinghausen
51.601301, 7.206177 1908 1912 2001 1.283 m
7 (Wetterschacht) Westcharweg 101
45659 Recklinghausen
51.624922, 7.168275 1940 1944 2001 778 m
8 Im Hampffeld
45739 Oer-Erkenschwick
51.652945, 7.198817 1964 1967 2001 1.129 m
Shamrock 11
(Zentralförderschacht)
Kastanienallee
44652 Herne
51.530096, 7.178197 1957 1967 von Shamrock
übernommen
2001 772 m
Haltern 1 Recklinghäuser Str.
45721 Haltern am See
51.702474, 7.198380 1979 1985 1999 1.135 m
Wetterschacht
Haltern 2
Recklinghäuser Str.
45721 Haltern am See
51.701568, 7.199487 1980 1984 1999 1.112 m

 

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59. Zeche Recklinghausen

Fördergerüst der Zeche Recklinghausen II Schacht 4 Konrad Ende in Recklinghausen im Ruhrgebiet

1863 wurde die Brüsseler Société Anonyme Belge des Charbonnages d'Herne-Bochum gegründet. Ein erster Schacht Providence (später Von der Heydt) wurde 1864 abgeteuft, der zweite Schacht Barilion 1867 (später Julia). Dieser Schacht erhielt das erste stählerne Fördergerüst Deutschlands. Ein dritter Schacht (Clerget) wurde 1869 in Recklinghausen abgeteuft. Schacht Clerget 2 in Hochlarmark folgte 1882. 1889 kaufte die Harpener Bergbau-Aktiengesellschaft die Schächte Clerget 1/2. Die Zeche wurde in Recklinghausen umbenannt. Aus Schacht Clerget 1 wurde Recklinghausen I,1, aus Clerget 2 Recklinghausen II,1. 1899 und 1901 wurde in den Schachtanlagen I und II jeweils ein zweiter Schacht abgeteuft. 1957 wurde Recklinghausen mit der Zeche Julia zusammengelegt. 1961 wurde die Förderung auf den Schächten Julia 1/2/3 und Von der Heydt 1/2 eingestellt. Ein neuer Schacht Recklinghausen II,4 (Konrad Ende) wurde abgeteuft. Er nahm 1963 den Betrieb auf. 1965 und 1966 wurden die Schächte der Zeche Julia aufgegeben und verfüllt. Der Name der Zeche Julia/Recklinghausen wechselte zurück zu Recklinghausen. 1970 erfolgte der Durchschlag mit der Zeche Ewald. 1974 wurde Recklinghausen stillgelegt. Das Baufeld ging zu Ewald. Von den Anlagen an der Hochlarmarkstraße (Recklinghausen I) sind die Zechenverwaltung mit Waschkaue und das Ventilator- und Kompressorhaus erhalten geblieben. Am Standort von Recklinghausen II ist das Fördergerüst und Maschinenhaus von Schacht II,4 (Konrad Ende) erhalten. Am Grullbadschacht am Walkmühlenweg stehen noch einige Zechengebäude. Dieser Schacht wurde ab 1940 an die Zeche König Ludwig verpachtet und 1965 stillgelegt.

 

 

Zechensteckbrief
Namen der Zeche Gründung Förderbeginn Stilllegung Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Clerget (ab 1855)

Recklinghausen (ab 1889)

Julia/Recklinghausen (ab 1957)

Recklinghausen (ab 1966)

1855 1875 1974 3.801
(1920)
1.582.913 t
(1972)

Die Zeche wurde im Volksmund
auch Klärchen genannt

 

Schächte der Zeche Recklinghausen
Schacht Adresse GPS Teufbeginn Förderbeginn Stilllegung Max.
Teufe
I, 1 (Recklinghausen) Hochlarmarkstraße
45661 Recklinghausen
51.560920, 7.196508 1869 1875 1974 an Ewald
abgegeben
566 m
I, 2 Hochlarmarkstraße
45661 Recklinghausen
51.561243, 7.196569 1901 1905 1974 an Ewald
abgegeben
686 m
II, 1 Karlstraße
45661 Recklinghausen
51.563260, 7.180122 1882 1884 1974 an Ewald
abgegeben
850 m
II, 2 Karlstraße
45661 Recklinghausen
51.563979, 7.179367 1899 1901 1974 an Ewald
abgegeben
850 m
II, 3 (Nordschacht) Westfalenstraße
45661 Recklinghausen
51.579990, 7.185168 1940 1945 1974 an Ewald
abgegeben
850 m
II, 4 (Konrad Ende) Karlstraße
45661 Recklinghausen
51.564550, 7.179478 1961 1963 1974 an Ewald
abgegeben
850 m
Grullbadschacht Walkmühlenweg
45661 Recklinghausen
51.582719, 7.205705 1938 1939 ab 1940 an
König Ludwig
verpachtet,
1965 stillgelegt
419 m

 

Fotogalerie

60. Zeche König Ludwig

Waschkaue der Zeche König Ludwig Schacht 1/2/6 in Recklinghausen im Ruhrgebiet

1856 wurden die Felder Henriettenglück I-III in Recklinghausen-Suderwich verliehen und 1867 zu Vereinigte Henriettenglück konsolidiert. 1872 änderte sich der Name des Bergwerks in König Ludwig und Schacht 1 wurde in Recklinghausen-Süd abgeteuft. 1874 unterbrachen starke Wasserzuflüsse die Teufarbeiten, der Schacht soff bei 255 m Teufe ab. Erst der Einsatz von stärkeren Pumpen im Jahr 1882 ermöglichte das Sümpfen des Schachts. 1883 erreichte Schacht 1 das Karbon in 307 m. 1885 nahm die Zeche die Förderung auf. Ein zweiter Förderschacht wurde von 1889 bis 1894 neben Schacht 1 abgeteuft. Wetterschacht 3 wurde von 1894 bis 1895 ca. 1 km südwestlich von der Schachtanlage 1/2 errichtet. 

 

Von 1900 bis 1902 wurde die Schachtanlage 4/5 in Suderwich abgeteuft. Die Schächte erreichten das Karbon in 455 m. Für die Bewetterung sorgte ab 1903 Wetterschacht 6 in direkter Nachbarschaft zu Schacht 1/2. Er ersetzte Wetterschacht 3, der 1912 zu einer eigenständigen Förderanlage ausgebaut wurde. Der Abtransport der Kohle von Schacht 3 erfolgte übertage mit einer Seilbahn zur Schachtanlage 1/2/6.

 

Ebenfalls in Suderwich wurden ab 1925 die Schächte 7 und 8 abgeteuft und 1930 in Betrieb genommen. 1940 pachtete König Ludwig den Grullbadschacht und das dazugehörige Baufeld von der Zeche Recklinghausen an. 1957 erreichte das Bergwerk im Blindschacht der Anlage 4/5 eine Endteufe von 1.000 m. 

 

Ab 1963 war die Fördermenge aufgrund der allgemeinen Kohlekrise stark rückläufig. 1965 wurde König Ludwig stillgelegt. An den Standorten der Schachtanlage 1/2/6 und 4/5 sind einige Gebäude erhalten geblieben. Der Betonförderturm aus dem Jahr 1961, baugleich mit dem Turm der Zeche Ewald Fortsetzung in Oer-Erkenschwick, wurde 1983 gesprengt.

 

 

Zechensteckbrief
Namen der Zeche Gründung Förderbeginn Stilllegung Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Henriettenglück (ab 1856)

Ver. Henriettenglück (ab 1867)

König Ludwig (ab 1872)

Ewald Kohle AG (ab 1959)

1856 1885 1965 7.788
(1950)
2.706.597 t
(1937)

ab 1901: Solebad (nach
1922 nicht mehr erwähnt)

 

Schächte der Zeche König Ludwig
Schacht Adresse GPS Teufbeginn Förderbeginn Stilllegung Max.
Teufe
1 Alte Grenzstraße
45663 Recklinghausen
51.582597, 7.236428 1872 1885 1965 788 m
2 Alte Grenzstraße
45663 Recklinghausen
51.582581, 7.237562 1889 1894 1965 792 m
3 (Wetterschacht) Marienstraße 167
45663 Recklinghausen
51.573859, 7.234663 1894 1895 1942 629 m
4 Christine-Englerth-Straße
45665 Recklinghausen
51.605299, 7.247666 1900 1902 1965 1.000 m
5 Christine-Englerth-Straße
45665 Recklinghausen
51.605179, 7.246908 1900 1902 1965 1.000 m
6 (Wetterschacht) Alte Grenzstraße
45663 Recklinghausen
51.584338, 7.239945 1902 1903 1965 792 m
7 Ickerottweg 30-34
45665 Recklinghausen
51.610843, 7.277197 1928 1930 1934 792 m
8 Ickerottweg 30-34
45665 Recklinghausen
51.611420, 7.277922 1928 1930 1934 792 m
Grullbadschacht Walkmühlenweg
45661 Recklinghausen
51.582719, 7.205705 1938 1940 von
Recklinghausen
angepachtet
1965 419 m

 

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Zechen in Herne


61. Zeche Unser Fritz

Malakowturm der Zeche Unser Fritz Schacht 1 Sophie in Herne im Ruhrgebiet

1871 wurde die Zeche Ver. Gregor gegründet. Schacht Sophie wurde im selben Jahr abgeteuft. Die Zeche wurde 1872 in Unser Fritz umbenannt. 1874 wurde der Malakowturm (Foto) fertiggestellt. 1881 begannen die Arbeiten an einem zweiten Schacht nördlich der Emscher. Er ging 1884 in Produktion. 1890 erhielt Schacht 1 ein eisernes Fördergerüst. 1899 wurde Wetterschacht 3 abgeteuft. 1907 wurde dieser zum Förderschacht, Schacht 2 zum Wetterschacht. Mit Fertigstellung von Schacht 4 im Jahr 1910 wurde auch Schacht 1 zum Wetterschacht. 1922 übernahm das Bergwerk Consolidation die Zeche. Unser Fritz blieb aber noch eigenständig. 1925 wurden die Schächte 2, 3 und 5 stillgelegt. 1928 dann auch Schacht 1 und 4. 1929 ging das Grubenfeld zu Consolidation. Die Schachtanlage Unser Fritz wurde 1936 als Außenstelle der Zeche Consolidation wieder in Betrieb genommen. Die Schächte Unser Fritz 1, 3-5 waren noch bis in die 1990er Jahre aktiv. Sie wurden 1990 und 1993 abgeworfen und verfüllt. Die Schachtanlagen wurden bis auf den Malakowturm über Schacht 1 abgerissen.

 

 

Zechensteckbrief
Namen der Zeche Gründung Förderbeginn Stilllegung Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Ver. Gregor (ab1858)

Unser Fritz (ab 1872)

1871 1874 1928 4.026
(1920)
891.000 t
(1925)

Malakowturm aus dem Jahr 1874

 

Schächte der Zeche Unser Fritz
Schacht Adresse GPS Teufbeginn Förderbeginn Stilllegung Max.
Teufe
1 (Sophie) Am Malakowturm
44653 Herne
51.540844, 7.134429 1871 1874 1928 stillgelegt,
1929 an Consolidation
abgegeben
642 m
2 Grimberger Feld
44653 Herne
51.546633, 7.138540 1881 1884 1925 stillgelegt,
1929 an Consolidation
abgegeben
650 m
3 Grimberger Feld
44653 Herne
51.546360, 7.138695 1897 1903 1925 stillgelegt,
1929 an Consolidation
abgegeben
650 m
4 Am Malakowturm
44653 Herne
51.540296, 7.134529 1908 1910 1928 stillgelegt,
1929 an Consolidation
abgegeben
744 m
5 (Wetterschacht) Altcrange
44653 Herne
51.546001, 7.157797 1920 1923 1925 stillgelegt,
1929 an Consolidation
abgegeben
-

 

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62. Zeche Pluto

Fördergerüst und Schachthalle der Zeche Pluto Schacht 3 in Herne im Ruhrgebiet

1850 führte die Gemeinde Bickern in Herne erste Probebohrungen durch. 1856 gründete Heinrich Thies eine Aktiengesellschaft zum Abbau des Kohlefelds St. Nikolaus. 1857 wurde der erste Schacht Thies abgeteuft. 1858 stieß man in 149 m auf Kohle. Die 1. Sohle wurde in einer Teufe von 192 Metern angesetzt. 1860 folgte in 244 m Tiefe die 2. Sohle. 1862 konsolidierten 7 Kohlefelder zum Bergwerk Pluto, das nun eine Fläche von 6,8 km² umfasste. Schacht Thies erhielt einen Malakowturm. Die Zeche Pluto ging im selben Jahr in Betrieb.

 

1869 wurde in 323 Metern Tiefe die 3. Sohle eingerichtet. 1873 wurde ein zweiter Schacht Wilhelm abgeteuft, der die Bewetterung der Zeche übernahm. 1893 folgte Schacht 3 direkt neben Schacht Wilhelm. Schacht Thies setzte 1895 in einer Teufe von 606 Metern die 6. Sohle an. 1899 begannen die Abteufarbeiten am Wetterschacht 4 neben Schacht Thies. 1903 wurde im Schacht Thies in einer Teufe von 705 Metern die 7. Sohle angesetzt. 1906 begannen 930 Meter westlich von der Schachtanlage 1/4 (Thies) die Arbeiten an Schacht 5, der 1908 die Förderung aufnahm. Schacht Thies stellte 1910 die Förderung ein. Der Schacht wurde verfüllt, neu abgeteuft und 1912 wieder bis zur 7. Sohle in Betrieb genommen.

 

1913 wurde Schacht 7 neben Schacht Wilhelm abgeteuft und 1918 in Betrieb genommen. Die Förderung auf Schacht 2 wurde daraufhin eingestellt und der Schacht als Wetterschacht genutzt. Schacht 3 wurde 1919 bis zur 7. Sohle in Betrieb genommen. 1926 wurde die Zeche Pluto von der Vereinigten Stahlwerke AG übernommen. Die Förderung wurde auf Schacht 3 konzentriert. Die Gebäude der Schachtanlage 1/4 (Thies) wurden weitestgehend abgerissen, die Schächte aber offen gelassen. 1943 wurde Schacht 3 verfüllt und 1944 mit einem größeren Querschnitt neu abgeteuft. Die Arbeiten wurden durch Luftangriffe der Alliierten 1945 unterbrochen. Die Förderung konnte nach Kriegsende bald wieder aufgenommen werden. Die Hauptförderung erfolgte zu diesem Zeitpunkt auf der 7. Sohle. Schacht 3 wurde 1951 bis zur 8. Sohle wieder in Betrieb genommen. Die oberirdischen Anlagen der Schachtanlage Pluto-Wilhelm wurden zwischen 1953 und 1963 vollständig erneuert. Schacht 3 erhielt ein 56 m hohes Fördergerüst (Foto). Im selben Jahr wurde auf Schacht 3 die 9. Sohle in einer Teufe von 940 m angesetzt. Schacht 3 wurde zum Zentralförderschacht der Zeche Pluto.

 

1960 wurde Schacht 4 zum Wetterschacht umfunktioniert. Schacht Thies wurde 1963 verfüllt. 1968 erfolgte die Eingliederung der Zeche Pluto in die Ruhrkohle AG. 1971 wurden die Zechen Pluto und Consolidation einer gemeinsamen Werksdirektion unterstellt. 1976 wurde die Förderung auf Pluto eingestellt und die Förderung von der Zeche Consolidation übernommen. Die letzten Schächte der ehemaligen Zeche Pluto wurden von Consolidation 1993 abgeworfen und verfüllt. Pluto hatte die maximale Fördermenge im Jahr 1913 erreicht mit 1,25 Mio. t Kohle bei einer Belegschaft von 4.655 Bergleuten. Von der Zeche Pluto sind das Fördergerüst über Schacht 3 mit einigen Tagesanlagen erhalten geblieben. Von September 2020 bis Februar 2021 wurde die einsturzgefährdete Schachthalle mit Hängebank unterhalb des Förderturms abgerissen.

 

 

Zechensteckbrief
Namen der Zeche Gründung Förderbeginn Stilllegung Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

St. Nicolaus (ab 1856)

Pluto (ab 1862)

1856 1862 1976 4.664
(1920)
1.251.140 t
(1913)

Pluto ist in der griechischen und römischen

Mythologie der Gott der Unterwelt.

 

Schächte der Zeche Pluto
Schacht Adresse GPS Teufbeginn Förderbeginn Stilllegung Max.
Teufe
1 (Thies) Plutostraße 15
44651 Herne
51.521751, 7.153645 1857 1862 1927 810 m
2 (Wilhelm) Thiesstraße 61
44649 Herne
51.532355, 7.142607 1873 1875 1976 an Consolidation
abgegeben
809 m
3 Thiesstraße 61
44649 Herne
51.532355, 7.142607 1893 1895 1976 an Consolidation
abgegeben
940 m
4 Plutostraße 15
44651 Herne
51.521751, 7.153645 1899 1901 1976 an Consolidation
abgegeben
606 m
5 Heinrich-Imbusch-Straße 20
44651 Herne
51.519794, 7.140825 1906 1908 1976 an Consolidation
abgegeben
500 m
6 Plutostraße 15
44651 Herne
51.521751, 7.153645 1875 1876 1964 696 m
7 Thiesstraße 61
44649 Herne
51.532355, 7.142607 1913 1918 1976 an Consolidation
abgegeben
696 m

 

Fotogalerie

63. Zeche Julia

Turnhalle der Zeche Julia Schacht 3 in Herne im Ruhrgebiet

Die Zeche Julia wurde 1857 gegründet. Schacht 1 wurde ab 1867 in Herne im Stadtteil Baukau abgeteuft. Er erreichte 1868 das Karbon in 180 m Tiefe. 1869 wurde der Schacht in Barillon umbenannt. Der Schacht erhielt als erster im Ruhrgebiet ein eisernes Fördergerüst. Förderbeginn war im selben Jahr. 1880 wurde ein Durchschlag mit der Zeche Von der Heydt, 1884 mit Clerget (Zeche Recklinghausen) erzielt. Ein Wetterschacht wurde 1886 bis 1888 direkt neben Schacht 1 abgeteuft. 1889 wechselte der Besitzer zur Harpener Bergbau-AG und die Zeche wurde wieder in Julia umbenannt.

 

Schacht 2 wurde ab 1902 abgeteuft, ebenfalls in direkter Nachbarschaft zu Schacht 1. Er erreichte 1904 das Karbon bei 180 m und nahm 1907 die Förderung auf. Gegen Ende des Ersten Weltkriegs übernahm Julia die Förderung von der Zeche Von der Heydt. 1928 wurde Von der Heydt dann komplett mit den beiden Schächten übernommen und die Tagesanlagen auf Von der Heydt stillgelegt.

 

1939 erreichte Julia die maximale Förderleistung mit 814.788 t Kohle. Das Bergwerk wurde 1944 durch Bombenangriffe schwer beschädigt. 1950 erhielt die Zeche den neuen Namen Julia/Von der Heydt. Sieben Jahre später ging das Bergwerk in den Verbund mit der Zeche Recklinghhausen. 1961 wurde die Förderung auf Julia eingestellt und die Kohle über Schacht Recklinghausen II zutage gefördert. 1965 wurden Julia 2 und 3 und die Schächte Von der Heydt 1 und 2 stillgelegt und verfüllt, 1966 folgte Julia 1. Das Verbundbergwerk wurde wieder zur Zeche Recklinghausen (s. dort). Das Foto zeigt die ehemaligen Tagesanlagen von Schacht Julia 3 an der Cranger Straße in Herne.

 

 

Zechensteckbrief
Namen der Zeche Gründung Förderbeginn Stilllegung Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Julia (ab1857)

Barillon (ab 1869)

Julia (ab 1889)

Julia/Von der Heydt (ab 1950)

Julia/Recklinghausen (ab 1957)

1857 1869 1961 2.294
(1949)
814.788 t
(1939)

1869: erstes eisernes
Fördergerüst im Ruhrgebiet

 

Schächte der Zeche Julia
Schacht Adresse GPS Teufbeginn Förderbeginn Stilllegung Max.
Teufe
1 (Julia/Barrillon) Am Großmarkt
44653 Herne
51.542533, 7.192770 1867 1869 1966 566 m
3 (Wetterschacht) Am Großmarkt 5B
44653 Herne
51.543048, 7.193385 1886 1888 1965 308 m
2 Juliastraße
44653 Herne
51.541221, 7.191647 1903 1907 1965 566 m
Von der Heydt 1 Wörthstraße
44629 Herne
51.542624, 7.209245 1864 1928 von
Von der Heydt
übernommen
1965 575 m
Von der Heydt 2 Wörthstraße
44629 Herne
51.543137, 7.209005 1867 1928 von
Von der Heydt
übernommen
1965 773 m

 

Fotogalerie

64. Zeche Hannibal

Maschinenhalle der Zeche Hannibal Schacht 2 in Herne im Ruhrgebiet

1846 wurde der Schürfschein für das Feld Hannibal in Herne an der Stadtgrenze zu Bochum verliehen. Ein Jahr später erreichten die Mu­tungs­boh­run­gen das erste Steinkohlenflöz und die Gewerkschaft Ver. Hannibal wurde gegründet. Schacht 1 wurde ab 1848 abgeteuft. Ver. Hannibal war neben Ver. Carolinenglück und Ver. Präsident eine der ersten Bergwerke im weiteren Bochumer Raum, die die Mergel­schicht durchteuften. 1852 erreichte Hannibal das Karbon bei 103 m. Die 1. Sohle wurde 1853 in 159 m, die 2. Sohle 1854 in 222 m eingerichtet. Die Förderung wurde 1856 aufgenommen. Zwischen 1863 und 1868 wurde 300 m nördlich von Schacht 1 ein Wetterschacht abgeteuft. Schacht 2 (Nosthausen) wurde von 1872 bis 1876 im Nordwestfeld abgeteuft. 1899 übernahm die Friedrich Krupp AG das Bergwerk und nannte es in Hannibal um. Unter neuer Leitung begannen 1901 die Arbeiten an Förderschacht 3, der 1903 die Förderung aufnahm. Schacht 1 wurde daraufhin zum Wetterschacht. Der alte Wetterschacht aus dem Jahr 1863 wurde 1910 abgeworfen. Wetterschacht 4 für das Ostfeld wurde von 1914 bis 1916 errichtet. 1937 erzielte Hannibal die maximale Fördermenge. 2.199 Kumpel förderten in dem Jahr 1.060.654 t Kohle.

 

Im Juli 1944 wurde Hannibal bei Bombenangriffen der Alliierten vollständig zerstört. Seilfahrt und Förderung wurden nach Hannover 1/2/5 verlegt. Im November 1944 wurde der Betrieb dann vollständig eingestellt. Der Wiederaufbau unter Kriegsbedingungen dauerte ein Jahr. Erst Juli 1945 konnte Hannibal die Förderung wieder aufnehmen.

 

1951 wurde die Belegschaft von Hannibal mit CO-Filterselbstrettern ausgerüstet. Hannibal war neben Hannover die erste Zeche im Ruhrgebiet, die diese neue Technologie nutzte. 1958 wurde die Förderung teilweise untertage zur Zeche Hannover verlegt. 1959 erfolgte der Verbund mit Hannover. 1964 stellte Hannibal die Förderung ein. Drei Jahre später wurde das Bergwerk mit der Zeche Mont Cenis zusammengelegt. Teile der Gebäude sind erhalten geblieben und heute in ein EInkaufszentrum integriert. Das Foto zeigt die ehemalige Maschinenhalle von Schacht 2, in der heute ein Restaurant untergebracht ist.

 

 

Zechensteckbrief
Namen der Zeche Gründung Förderbeginn Stilllegung Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Ver. Hannibal (ab 1847)

Hannibal (ab 1899)

1847 1856 1967 3.725
(1910)
1.060.654 t
(1937)

1852-1875: Kohleneisensteinförderung
in geringem Umfang


1941: erste Hobelstreben im Ruhrgebiet

1951: mit Hannover erste Zeche mit
CO-Filterselbstrettern ausgestattet

 

Schächte der Zeche Hannibal
Schacht Adresse GPS Teufbeginn Förderbeginn Stilllegung Max.
Teufe
1 Riemker Str. 13
44809 Bochum
51.506644, 7.192440 1848 1856 1967 Verbund zu
Bergwerke Bochum
943 m
Wetterschacht - - 1857 später nicht
mehr erwähnt
_ -
Wetterschacht Dorstener Str.
44809 Bochum
51.508754, 7.190347 1863 1868 1910 615 m
2 (Nosthausen) Eickeler Str.
44651 Herne
51.512346, 7.183045 1872 1876 1967 Verbund zu
Bergwerke Bochum
655 m
3 (Förderschacht) Dorstener Str. 400
44809 Bochum
51.506758, 7.192889 1901 1903 1967 Verbund zu
Bergwerke Bochum
943 m
4 (Wetterschacht) Herzogstraße
44807 Bochum
51.510601, 7.202582 1914 1916 1967 Verbund zu
Bergwerke Bochum
749 m

65. Zeche Shamrock

Betriebsgebäude der Zeche Shamrock Schacht 1/2/6/9 in Herne im Ruhrgebiet

Die Zeche Shamrock wurde 1857 vom irischen Unternehmer Mulvany gegründet. Shamrock steht für Kleeblatt, ein irisches Nationalsymbol. Beim Abteufen von Schacht 1 kamen gusseiserne Tübbinge zum Einsatz, eine neue Technologie, um starke Wasserzuflüsse abzu­sperren. Schacht 1 nahm 1860 die Förderung auf. Im Laufe der Jahre errichtete Shamrock elf Schächte. In Spitzenzeiten (1920) arbeiteten 7131 Bergleute für das Werk in Herne-Wanne-Eickel.

 

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs erlitt die Zeche schwere Schäden. Die Zentralkokerei wurde vollkommen zerstört. Sie nahm erst 1948 nach umfangreichen Reparaturen den Betrieb wieder auf. 1957 wurde ein neuer Zentralförderschacht gebaut, Schacht 11. Shamrock wurde 1967 stillgelegt.

 

Auf dem Gelände der ehemaligen Schachtanlage 1/2/6/9 befindet sich heute ein Chemiewerk. Einige wenige Zechengebäude in der Nähe der Toreinfahrt sind erhalten geblieben. Der Zentralförderschacht 11 wurde 1967 an die Zeche General Blumenthal abgegeben und von ihr bis zur endgültigen Stilllegung im Jahr 2001 weiter betrieben.

 

 

Zechensteckbrief
Namen der Zeche Gründung Förderbeginn Stilllegung Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Shamrock (ab 1857)

1857 1860 1967 7.131
(1920)
1.983.626 t
(1929)

1857: zweiter Schacht im Ruhrgebiet
mit gusseisernen Tübbingen

1860: Eine der ersten Zechen mit Seilfahrt

 

Schächte der Zeche Shamrock
Schacht Adresse GPS Teufbeginn Förderbeginn Stilllegung Max.
Teufe
1 Shamrockstraße
44623 Herne
51.535172, 7.212315 1857 1860 1961 672 m
2 (Wetterschacht) Shamrockstraße
44623 Herne
51.534745, 7.212310 1860 1865 1961 672 m
3 (Behrensschacht) Kastanienallee
44652 Herne
51.529191, 7.177558 1890 1893 1961 670 m
4 (Wetterschacht) Kastanienallee
44652 Herne
51.529455, 7.176969 1891 1893 1961 672 m
5 (Wetterschacht im Ostfeld) Schillerstraße
44623 Herne
51.535435, 7.233816 1897 1898 1964 670 m
6 (Wetterschacht) Shamrockstraße
44623 Herne
51.534795, 7.213007 1897 1898 1914 372 m
7 Südstraße
44625 Herne
51.524456, 7.200002 1899 1905 1967 770 m
8 (Wetterschacht) Landgrafenstraße
44652 Herne
51.525964, 7.168192 1908 1909 1964 457 m
9 (Hauptförderschacht) Shamrockstraße
44623 Herne
51.533753, 7.212012 1911 1914 1961 950 m
10 Am Freibad
44649 Herne
51.541145, 7.169583 1925 1928 1967 457 m
11 (Zentralförderschacht) Kastanienallee
44652 Herne
51.530097, 7.178199 1957 1961 1967 an General
Blumenthal abgegeben
975 m

66. Zeche Mont Cenis

Markenkontrolle der Zeche Mont Cenis in Herne im Ruhrgebiet

1871 wurde der Schacht Alexandrine im Baufeld Jérome abgeteuft, das 1858 verliehen worden war. 1873 wurde das Bergwerk in Mont Cenis umbenannt. Schacht 1 (Alexan­drine) nahm 1875 die Förderung auf. 1883 wurde neben Alexan­drine der Kleine Wetterschacht errichtet. Er ging 1886 in Betrieb. Die Arbeiten an Schacht 2 (Carl) begannen 1895. Er nahm 1897 die Förderung auf. 1905 bis 1909 folgte Schacht 3, ca. 80 m nördlich von Schacht 1. Schacht 4 wurde von 1924 bis 1931 abgeteuft.

 

Das Bergwerk erreichte 1929 seine maximale Jahresfördermenge mit 1.145.272 t Kohle. Zu diesem Zeitpunkt waren 3.987 Bergleute auf der Zeche beschäftigt. 1936 übernahm die Harpener Bergbau AG das Werk. Drei Jahre später wurde die Zeche an die Friedrich Krupp AG verkauft und an das Bergwerk Constantin der Große angegliedert. 1942 erreichte Mont Cenis eine Teufe von 1.000 m. Nach dem Krieg bestand das Bergwerk aus den Doppelschachtanlagen 1/3 und 2/4. Die beiden Wetterschächte wurden 1946 abgeworfen und verfüllt. Die Endteufe von 1.200 m erreichte Mont Cenis im Jahr 1959 im Schacht 4. 1960 wurde auf Schacht 1 auf Skipförderung umgerüstet.

 

Das Bergwerk Mont Cenis wurde 1963 stillgelegt. Die Kohle wurde untertage über Constantin der Große 6/7 gefördert. 1966 wurden die Schächte 2 und 4 aufgegeben, Schacht 4 verfüllt. Die Schachtanlage 1/3 ging nach Schließung der Zeche Constantin der Große im Jahr 1967 an das Verbundbergwerk 'Bergwerke Bochum'. 1970 wurde Schacht 1 bis auf 1.300 m tiefer abgeteuft. Nach der Stilllegung der Bergwerke Bochum wurden die beiden Mont Cenis Schächte 1973 an Friedrich der Große abgegeben. Nach Erschöpfung der Kohlevorkommen wurden sie schließlich 1978 stillgelegt und 1980 verfüllt. Die meisten Tagesanlagen wurden abgerissen. Die Markenkontrolle an der Jürgen-von-Manger-Straße und das Verwaltungsgebäude an der Mont-Cenis-Straße, Ecke Händelstraße sind erhalten geblieben.

 

 

Zechensteckbrief
Namen der Zeche Gründung Förderbeginn Stilllegung Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Jérome (ab 1858)

Alexandrine (ab 1871)

Mont Cenis (ab 1873)

1872 1875 1963 4.186
(1925)
1.145.272 t
(1929)

1902: Erste unterirdische Wasserhaltung
mit Druckluftantrieb

 

Schächte der Zeche Mont Cenis
Schacht Adresse GPS Teufbeginn Förderbeginn Stilllegung Max.
Teufe
1 (Alexandrine) Mont-Cenis-Platz 1
44627 Herne
51.540672, 7.256627 1871 1875 1963 an Constantin
der Große abgegeben
1.000 m
Kleiner Wetterschacht
(neben Schacht 1)
Jürgen-von-Manger-Straße
44627 Herne
51.540750, 7.257014 1883 1886 1946 609 m
2 (Carl) Hännes-Adamik-Straße
44627 Herne
51.542496, 7.267073 1895 1897 1963 an Constantin
der Große abgegeben
600 m
Wetterschacht
(neben Schacht 2)
Hännes-Adamik-Straße
44627 Herne
51.542260, 7.267407 1898 1900 1946 609 m
3 Mont-Cenis-Platz 1
44627 Herne
51.541267, 7.255992 1905 1907 1963 an Constantin
der Große abgegeben
1.100 m
4 Am Holzplatz
44627 Herne
51.543510, 7.269517 1924 1931 1963 an Constantin
der Große abgegeben
1.200 m

 

Fotogalerie

67. Zeche Teutoburgia

Fördergerüst der Zeche Teutoburgia Schacht 1 in Herne im Ruhrgebiet

Die Zeche Teutoburgia wurde 1902 in Herne gegründet. Die Grube war nicht sehr ertragreich und wurde bald darauf an den Bochumer Verein für Bergbau und Gussstahlfabrikation verkauft, die 1911 den Betrieb wieder aufnahmen. In den Jahren 1911 und 1912 kam es zu zwei schweren Grubenunglücken, bei denen je 6 Bergleute durch eine Schlag­wetter­ex­plo­sion ums Leben kamen. In Spitzenzeiten arbeiteten 1.500 Berg­leute im Bergwerk.

 

Teutoburgia war aber nicht sehr rentabel. Der Betrieb wurde schon 1925 eingestellt. Ab 1929 wurde das Baufeld von der Zeche Erin aus abgebaut. Zuerst wurde der Schacht Teutoburgia als Wetterschacht für Erin genutzt, später ab 1941 auch zur Seilfahrt und Kohleförderung für die Zeche Erin. 1983 wurde der Schacht endgültig stillgelegt.

 

 

Zechensteckbrief
Namen der Zeche Gründung Förderbeginn Stilllegung Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Teutoburgia (ab 1858)

Erin (ab 1929)

1902 1911 1925 1.512
(1913)
553.574 t
(1913)

zu kleines Grubenfeld und
zahlreiche Störungen

 

Schächte der Zeche Teutoburgia
Schacht Adresse GPS Teufbeginn Förderbeginn Stilllegung Max.
Teufe
1 Schadeburgstraße
44627 Herne
51.552605, 7.277985 1909 1911

1925 stillgelegt,
1929 an Erin
abgegeben

325 m
Wetterschacht Schadeburgstraße
44627 Herne
51.552898, 7.277011 1909 1911 1925 stillgelegt,
1929 an Erin
abgegeben
325 m

 

Fotogalerie

Zechen in Oer-Erkenschwick


68. Zeche Ewald Fortsetzung

Förderturm und Maschinenhaus der Zeche Ewald Fortsetzung Schacht 3 in Oer-Erkenschwick im Ruhrgebiet

Die Zeche wurde die ersten Jahre Graf Waldersee genannt. Erste Mutungsbohrungen im Jahr 1894 erreichten die Kohle in einer Tiefe von 583 m. Die Schächte 1/2 wurden ab 1899 abgeteuft. 1900 wurde die Zeche in Ewald Fortsetzung umbenannt. Die Teufarbeiten an Schacht 2 wurden wegen erheblicher Wasserzuflüsse eingestellt. Sie sollten erst 1919 wieder auf­ge­nom­men und Schacht 2 erst 1922 in Förderung gehen. Dagegen erreichte Schacht 1 schon 1901 das Karbon in 579 m Tiefe. Er ging 1903 in Betrieb. Wetterschacht 3 wurde 1901-1904 errichtet. Schacht 4 wurde 1913 begonnen, wegen des 1. Weltkriegs aber erst 1925 beendet. Schacht 5 wurde ab 1925 abgeteuft, aufgrund der Weltwirtschaftskrise aber erst 1938 fertiggestellt.

 

1945 war die Zeche nach schweren Bombenangriffen für sechs Monate außer Betrieb. 1954 ging ein neues Kraftwerk in Betrieb. 1965 wurde die Zeche König Ludwig mit den Schächten 6/7 übernommen. 1972 kam Schacht 6 der stillgelegten Zeche Emscher Lippe dazu. Ab 1973 wurde das nördliche Feld An der Haard abgebaut. 1977 wurde der Wetterschacht An der Haard 1 abgeteuft, er nahm 1983 den Betrieb auf. 1978 wurde das Baufeld Ewald Fortsetzung stillgelegt und die Zeche in Haard umbenannt.

 

1984 wurde die Kokerei, 1985 das Kraftwerk Ewald Fortsetzung stillgelegt. Die Zeche Haard diente ab 1986 für die Abdeckung der Spitzenauslastungen der Zeche General Blumenthal. 1992 erfolgte dann auch der Verbund mit General Blumenthal zu Blumenthal/Haard. 1994 wurden die Schächte Ewald Fortsetzung 2 und 3, 1999 das Baufeld Haard stillgelegt.

 

Das Fördergerüst sowie Verwaltungsgebäude und Maschinenhalle von Schacht 3 sind erhalten geblieben. Der Wetterschacht An der Haard 1 wurde zum Zeitpunkt der Fotoaufnahmen im Dezember 2020 abgerissen.

 

 

Zechensteckbrief
Namen der Zeche Gründung Förderbeginn Stilllegung Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Graf Waldersee (ab 1895)

Ewald Fortsetzung (ab 1900)

Haard (ab 1978)

Blumenthal/Haard (ab 1992)

1900 1903 1999 5.474
(1950)
1.476.822 t
(1974)

Der Name der Zeche leitet sich von „Ewald Hilger“
einem der Gründer der Zeche Ewald ab. Die Zeche
besaß in Herten ein 10qm großes Baufeld und
erwirkte 1895 eine Ausweitung („Fortsetzung“)
nordöstlich von Recklinghausen.

 

Schächte der Zeche Ewald
Schacht Adresse GPS Teufbeginn Förderbeginn Stilllegung Max.
Teufe
1 Ewaldstraße 64
45739 Oer-Erkenschwick
51.642712, 7.264610 1899 1903 1999 950 m
2 Am Förderturm
45739 Oer-Erkenschwick
51.642657, 7.263803 1899 1922 1994 950 m
3 Ewaldstraße 64
45739 Oer-Erkenschwick
51.643014, 7.266598 1901 1904 1994 1100 m
4 (Ruschen) Karlstraße
45739 Oer-Erkenschwick
51.649674, 7.285938 1913 1925 1999 950 m
5 Karlstraße
45739 Oer-Erkenschwick
51.649864, 7.286774 1925 1938 1999 1.100 m
König Ludwig 7 Ickerottweg
45665 Recklinghausen
51.610832, 7.277204 1928 1965 von
König Ludwig
übernommen
1979 800 m
König Ludwig 8 Ickerottweg
45665 Recklinghausen
51.611423, 7.277921 1928 1965 von
König Ludwig
übernommen
1972 1.100 m
Emscher Lippe 6 Redder Straße
45711 Datteln
51.668341, 7.305858 1961 1972 von stillgelegter
Zeche Emscher
Lippe übernommen
1999 758 m
An der Haard 1 Redder Straße
45711 Datteln
51.696915, 7.255169 1977 1983 1999 1.115 m

 

Fotogalerie

Zechen in Castrop-Rauxel


69. Zeche Ickern

Markenkontrolle der Zeche Ickern Schacht 1/2 in Castrop-Rauxel im Ruhrgebiet

1873 wurde in Castrop Rauxel die Gewerkschaft Ickern gegründet. Sie ging aus der Bohrgewerkschaft General Moltke hervor. Pläne, im Feld Ickern einen Schacht zu errichten, wurden 1874 aufgegeben. 1902 übernahm die Zeche Victor die Kuxenmehrheit (Anteilsmehrheit) an der Gewerkschaft Ickern. Victor war 1871 in Castrop-Rauxel gegründet worden, hatte 1872 einen Schacht in Rauxel abgeteuft, aus dem sie seit 1877 Kohle förderten.

 

Victor begann 1909 mit dem Aufschluss des Baufelds Ickern von der Schachtanlage Victor 3/4. 1910 begannen die Abteufarbeiten an Schacht Ickern 1. Bereits ein Jahr später erreichte der Schacht das Karbon in 369 m und den Durchschlag zu Victor 3/4 auf der 3. Sohle in 475 m. Schacht 2 wurde ebenfalls 1911 in direkter Nachbarschaft zu Schacht 1 abgeteuft. Er erreichte 1912 das Karbon bei 385 m und nahm 1914 die Förderung auf. 1916 kam es zu einem größeren Wassereinbruch im Ostfeld. Die Grube soff beinahe vollständig ab. Der Betrieb musste teilweise eingestellt werden. Umfangreiche Sümpfungsarbeiten waren ab 1918 notwendig, um das Ostfeld 1919 wieder aufwältigen zu können. Der Abbau im Ostfeld konnte erst im Dezember 1920 wieder aufgenommen werden.

 

1921 ging das Bergwerk Ickern in den Verbund mit der Zeche Victor. Der Name der Zeche änderte sich zu Victor-Ickern. Victor bestand zu diesem Zeitpunkt aus zwei Doppelschachtanlagen Victor 1/2 und Victor 3/4, sowie dem Wetterschacht Victor 5. Ickern brachte die Schachtanlage 1/2 in den Verbund ein. Die Gewerkschaften Ickern und Victor wurden 1923 aufgelöst.

 

Unter der Leitung des Verbundbergwerks wurden die Schächte Ickern 1 und 2 von 559 m auf 713 m tiefer abgeteuft. 1938 begannen in Waltrop die Arbeiten an Schacht Ickern 3. Er ging 1941 als Einzelschacht in Betrieb. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs erlitt das Bergwerk bei Bombenangriffen schwere Schäden. Nach Kriegsende wurde der Verbund wieder aufgelöst und das Bergwerk in die Teile Ickern und Victor aufgeteilt.

 

Wetterschacht Ickern 4 wurde von 1949 bis 1951 in Waltrop abgeteuft. 1951 erzielte Ickern die höchste Fördermenge mit 1.054.795 t Kohle bei einer Belegschaft von 2.911 Bergleuten. 1962 wurde im Schacht 3 die Endteufe von 865 m erreicht. Ickern ging erneut in den Verbund Victor-Ickern. Victor 3/4 stellte 1963 die Förderung ein, die Kohle wurde untertage zu Ickern 1/2 gefördert. Schacht Victor 5 wurde aufgegeben und verfüllt. 1966 wurde die Schachtanlage Victor 1/2 stillgelegt, die Baufelder gingen nach Pacht­ende zurück an Friedrich der Große. Zu diesem Zeitpunkt bestand das Verbundbergwerk Victor-Ickern nur noch aus den vier Schächten der Zeche Ickern. Schacht 3 erreichte 1973 den Durchschlag mit der Zeche Minister Achenbach auf der 914 m Sohle. Im selben Jahr wurde Ickern stillgelegt.

 

Die Schächte Ickern 1 und 2 wurden 1974 verfüllt, die Tagesanlagen 1/2 bis auf wenige Ausnahmen abgerissen. Das Ostfeld mit den Schächten 3 und 4 wurde an Minister Achenbach abgegeben. Dort waren sie noch bis 1988 aktiv. Schacht 4 wurde 1990 verfüllt, Schacht 3 1992. Die Tagesanlagen 3/4 wurden von 1993 bis 1994 abgerissen. Am Standort der Schachtanlage 1/2 in Ickern sind die imposante Markenkontrolle und das Kauengebäude erhalten geblieben, das heute von einem Kulturzentrum genutzt wird.

 

 

Zechensteckbrief
Namen der Zeche Gründung Förderbeginn Stilllegung Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

General Moltke (vor 1873)

Ickern (ab 1873)

Victor-Ickern (ab 1921)

Ickern (ab 1945)

Victor-Ickern (ab 1962)

1873 1912 1973 2.911
(1951)
1.054.795 t
(1951)

1970: erster Schildausbau-
betrieb im Ruhrgebiet

 

Schächte der Zeche Ickern
Schacht Adresse GPS Teufbeginn Förderbeginn Stilllegung Max.
Teufe
1 Am Rapensweg 187
44581 Castrop-Rauxel
51.594190, 7.355622 1910 1912 1973 862 m
2 Am Rapensweg
44581 Castrop-Rauxel
51.594760, 7.356581 1911 1914 1973 862 m
3 Zum Schacht
45731 Waltrop
51.606673, 7.389997 1938 1941 1973 an
Minister Achenbach
abgegeben
865 m
4 Viktorstraße
45731 Waltrop
51.608014, 7.376796 1949 1951 1973 an
Minister Achenbach
abgegeben
552 m

 

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70. Zeche Erin

Hammerkopf-Förderturm der Zeche Erin Schacht 3 in Castrop-Rauxel im Ruhrgebiet bei Nacht mit Laser Strahl

Den Namen erhielt die Zeche vom irischen Gründer William Thomas Mulvany, der die Zeche nach der Göttin Erin benannte, ebenfalls Namenspatronin des Landes Irland (gällisch: Eire). Mulvany wurde 1806 in Dublin, Irland geboren. Nach einer Ausbildung zum Technischen Zeichner arbeitete er als Landvermesser beim irischen Staat. Später übernahm Mulvany die Projektierung von Wasserstraßen und spezialisierte sich auf die Entwässerung von großen Flächen zur Nutzbarmachung für die Landwirtschaft.

 

1855 kam Mulvany als Repräsentant einer irischen Investorengruppe nach Deutschland. Er lebte bis zu seinem Tode 1885 in Pempelfort, einem Stadtteil von Düsseldorf. Mulvany gründete 1866 mit anderen Unternehmern die Preußische Bergwerks- und Hütten-Aktien­gesell­schaft. Die PBHAG bestand aus der Zeche Hansa, Zeche Zollern, der neu gegründeten Zeche Erin sowie Erzbergwerken und einer Eisenhütte.

 

Die Zeche Erin wurde 1867 gegründet. Schacht 1 und 2 gingen 1868 in Förderung. Nachdem 1877 die PBHAG in Konkurs gegangen war, wurde Erin eigenständig. Schacht Erin 3, dessen Hammerkopfturm hier abgebildet ist, wurde 1899 in Betrieb genommen. Das Bergwerk war bis 1983 aktiv. Nach seiner Stilllegung wurden der Förderturm Erin 3 sowie das Fördergerüst über Schacht 7, das 1951-1953 errichtet wurde, als Industriedenkmal erhalten. Beide Schächte sind nachts beleuchtet, was teilweise durch private Spenden finanziert wird. Zur Adventszeit zieht ein Laserstrahl einen grünen Lichtstreifen über den Nachthimmel von Castrop-Rauxel, vom Kopf des Förderturms Erin 3 bis zum Fördergerüst Erin 7 im 1,7 km entfernten Erin-Park.

 

 

Zechensteckbrief
Namen der Zeche Gründung Förderbeginn Stilllegung Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Erin (ab 1867)

1867 1868 1983 4.531
(1955)
1.480.855 t
(1973)

1964: erster mannlose
Steilstreb im Ruhrgebiet

 

Schächte der Zeche Erin
Schacht Adresse GPS Teufbeginn Förderbeginn Stilllegung Max.
Teufe
1 Erinstraße
44575 Castrop-Rauxel
51.546886, 7.304661 1866 1868 1983 445 m
2 (Wetterschacht) Erinstraße
44575 Castrop-Rauxel
51.546749, 7.304711 1866 1868 1983 900 m
3 Bodelschwingher Str.
44577 Castrop-Rauxel
51.550244, 7.328352 1889 1891 1983 646 m
4 (Wetterschacht) Erinstraße
44575 Castrop-Rauxel
51.546625, 7.303940 1890 1892 1983 295 m
5 Briloner Str.
44575 Castrop-Rauxel
51.560111, 7.321006 1892 1895 1911 900 m
Wetterschacht
im Ostfeld
- - 1900 1902 vor 1980 293 m
Teutoburgia 1 Kohlenstraße
44627 Herne
51.552605, 7.277985 1909 1929 von
stillgelegter Teutoburgia
übernommen
1983 646 m
Teutoburgia 2 Kohlenstraße
44627 Herne
51.552898, 7.277011 1909 1929 von
stillgelegter Teutoburgia
übernommen
1983 325 m
6 (Wetterschacht) Bochumer Str.
44575 Castrop-Rauxel
51.532830, 7.298390 1943 1951 1983 646 m
7 (Hauptförderschacht) Erinstraße
44575 Castrop-Rauxel
51.546566, 7.304786 1951 1954 1983 646 m
Lothringen 6 Lothringer Str.
44805 Bochum
51.519273, 7.282250 1884 1967 von stillgelegter
Lothringen-Graf Schwerin
übernommen
1968 an
Bergwerke Bochum
abgegeben,
1978 stillgelegt
1.026 m

 

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