Industriekultur - Die Zechen im Ruhrgebiet

Die Zechen im Ruhrgebiet


Eine fotografische Reise durch das Revier

Schon im Mittelalter wurde im Ruhrgebiet Steinkohle im Tagebau für den Eigenbedarf gewonnen. Die erste kommerzielle Förderung der Kohle ist für das Jahr 1296 dokumentiert. Im 17. Jahrhundert wurde Kohle auch untertage abgebaut. Dazu trieb man Stollen unterhalb des Kohlenflözes in den Berg. Grundwasser wurde über tieferliegende Wasserlösungsstollen (sog. Erbstollen) abgeführt. Mit der aufblühenden Industrialisierung Mitte des 19. Jhdts gelang es den Unternehmen durch neue Entwässerungs- und Bewetterungstechnologien auch in den tiefen Bereichen des nördlichen Ruhrgebiets zu fördern.

 

Die Tiefbauzechen drangen im Laufe der nächsten 100 Jahre in Tiefen von bis zu 1.635 Metern vor. Die Blütezeit erreichte der Steinkohlenbergbau im Ruhrgebiet zwischen 1880 und 1914 und in den 1950er Jahren. Eine halbe Million Menschen arbeiteten im Bergbau, die Fördermenge erreichte eine Jahresmenge von 130 Mio. Tonnen Kohle. Ende der 1950er Jahre geriet die deutsche Kohleindustrie in eine Krise. Billigere Importe aus anderen Regionen der Erde und neue Energieträger wie Erdöl kamen auf den Markt und verdrängten die heimische Steinkohle. Neue Technologien und starke Rationalisierung konnten den Rückgang des Kohlenbergbaus verzögern, letztendlich aber nicht verhindern.

 

Stark subventioniert konnte die Kohleindustrie noch bis ins 21. Jahrhundert überleben. 2000 war die Belegschaft bereits auf ein Zehntel der goldenen Zeit zusammengeschrumpft. Im September 2018 stellte die Zeche Prosper-Haniel in Bottrop als letzte von über 1.000 Zechen im Ruhrgebiet ihren Betrieb ein. Viele Schächte wurden verfüllt, die meisten Gebäude übertage abgerissen. Eine Reihe von Zechengebäuden und Fördergerüsten wurden als Industriedenkmal erhalten, stumme Zeugen einer einst florierenden Kohleindustrie.

 

 

Teil 2: Das nördliche Ruhrgebiet


Die Zechen von Gelsenkirchen bis Waltrop

Übersicht der Zechen im Ruhrgebiet


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Die Zechen im nördlichen Ruhrgebiet


33. Zeche Rheinelbe, Gelsenkirchen

Bergwerk Zeche Rheinelbe, Gelsenkirchen, Ruhrgebiet,  Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Zechen Gelsenkirchen

1846 wurde die Mutung für das Feld Gerhard eingetragen, ab 1848 unter dem Namen Rheinelbe. Schacht 1 (Meyer) wurde 1855 abgeteuft. Wegen starker Wasserzuflüsse wurde im gleichen Jahr Schacht 2 neben Schacht 1 abgeteuft, der aber ebenfalls mit einem Wasserzufluss von bis zu 50 m³ pro Minute zu kämpfen hatte. Die Teufarbeiten an Schacht 2 wurden vorerst in 16 Meter Tiefe eingestellt, ab 1873 aber für einen Wetterschacht wieder aufgenommen. Auf Schacht 1 wurde 1861 in 240 m Tiefe die 2. Sohle eingerichtet und die Förderung aufgenommen. Eine Lokomotivbahn transportierte ab 1861 die Kohlen zum Bahnhof Gelsenkirchen. 1877 konsolidierte Rheinelbe mit der Zeche Alma zu Ver. Rheinelbe & Alma. Das Verbundbergwerk war von 1877 bis 1879 und von 1882 bis 1887 das größte Bergwerk im Ruhrgebiet. 1895 wurde an der Leithestraße ein neuer Förderschacht 3 abgeteuft, der 1903 die Förderung aufnahm. Ab 1905 wurden Benzollokomotiven untertage eingesetzt. Rheinelbe erreichte 1911 eine Gesamtteufe von 808 Metern. Die größte Belegschaft hatte Rheinelbe 1920 mit 8.303 Bergleuten. Rheinelbe konnte trotz 11 aktiver Schächte nie die Fördermenge der anderen Großzechen im Ruhrgebiet erreichen. Bereits 1926 wurde die Förderung auf Schacht 3, 1928 dann auch auf Rheinelbe 1/2/6 eingestellt. 1928 wurde Schacht 1 verfüllt. 1931 wurde das Bergwerk endgültig stillgelegt. Das Baufeld Alma mit Schächten 1/3/4/5 wurde 1931 an Pluto abgegeben. Diese wurden 1945 als Schächte der Zeche Holland geführt. Das Baufeld Rheinelbe mit den stillgelegten Schächten 2/3/4/5/6 ging 1933 an die Zeche Holland. Die Alma und Rheinelbe Schächte wurden dort bis 1974 stillgelegt und verfüllt. Eine Reihe von Zechengebäuden an der Leithestraße in der Nähe von Schacht 3 sind erhalten geblieben und werden heute u.a. als Künstlerateliers genutzt.

 

QUELLEN: Hermann 2008, Huske 2006, Wikipedia

TAGS: Zeche Rheinelbe, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, RevierZechen Gelsenkirchen

FOTO: Zeche Rheinelbe, Werkstätten in der Nähe von Schacht 3 (19.12.2021) © Christian Twehues 

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Grün­dung
Förder­beginn
Still­legung
Max.
Beleg­schaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Gerhard (ab 1846)

Rheinelbe (ab 1848)

Ver. Rheinelbe & Alma (ab 1877)

1848 1861 1931
8.303
(1920)
2.189.910 t
(1913)

1877-1879 und 1882-1887

größte Zeche im Revier;

Rheinelbe Schacht 1 erhält

1877 eisernes Fördergerüst

 

Schächte der Zeche Rheinelbe

 

Schacht Adresse GPS
Teuf­beginn
Förder­beginn
Still­legung
Max. Teufe
1 (Meyer)

Virchowstraße

45886 Gelsenkirchen

51.495290, 7.106625 1855 1861 1928 380 m
2 (Wetterschacht)

Virchowstraße

45886 Gelsenkirchen

51.494966, 7.106639 1855 1876

1928 stillgelegt,

1933 an Holland

abgegeben 

808 m
 Alma 1

Almastraße 33

45886 Gelsenkirchen 

 51.507207, 7.117305 1870

1877

von Alma

konsolidiert 

1931 stillgelegt

und an Pluto

abgegeben

564 m

 Alma 2

(Wetterschacht)

Almastraße 33

45886 Gelsenkirchen

51.506647, 7.117849 1873

1877

von Alma

konsolidiert 

1930 609 m

5 (alter

Wetterschacht 4) 

Hövelmannstraße

45886 Gelsenkirchen 

51.486850, 7.107120 1892 1895

1931 stillgelegt,

1933 an Holland

abgegeben 

685 m
 3

Leithestraße 61

45886 Gelsenkirchen

51.492552, 7.108621 1895 1903

1927 stillgelegt,

1933 an Holland

abgegeben

809 m

Alma 3

(Wetterschacht) 

Florastraße

45888 Gelsenkirchen

51.517170, 7.114209 1898 1899

1931 stillgelegt

und an Pluto

abgegeben

498 m

neuer

Wetterschacht 4

Am Luftschacht

45886 Gelsenkirchen

51.502575, 7.131313 1901 1907

1931 stillgelegt,

1933 an Holland

abgegeben

781 m

Alma 4

(Spülschacht)

Europastraße

45888 Gelsenkirchen

51.511351, 7.120013 1905 1913

1931 stillgelegt

und an Pluto

abgegeben 

416 m
6 (Wetterschacht)

Munscheidstraße 14

45886 Gelsenkirchen

51.498065, 7.107254 1908 1911

1931 stillgelegt,

1933 an Holland

abgegeben

810 m

Alma 5

(Förderschacht) 

Almastraße 39

45886 Gelsenkirchen

51.506871, 7.115641 1908 1911

1931 stillgelegt

und an Pluto

abgegeben 

780 m

 

Fotogalerie

34. Zeche Holland, Gelsenkirchen

Bergwerk Zeche Holland, Gelsenkirchen, Ruhrgebiet, Fördergerüst, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Zechen Gelsenkirchen

Holländische Investoren gründeten 1855 die Bergbau AG Holland, um die Kohlenfelder in Gelsenkirchen, Wattenscheid und Umgebung zu erschließen. Die Köhleflöze waren aber nicht sehr ergiebig. Viele Schächte wurden schon in den 1960er Jahren geschlossen. Die Spitzenleistung der Zeche lag bei 1,7 Mio. t Kohle bei einer Belegschaft von 3.000 Mann. Der Doppel-Malakowturm über Schacht 1 und 2 der Zeche Holland wurde 1856-1860 erbaut. Es ist die einzige noch erhaltene Doppelmalakowturmanlage in Europa. Das Gebäude wird heute als Wohnraum genutzt. Der linke Turm steht über Schacht 1, der rechte über Schacht 2. Die Zeche Holland übernahm 1931 bis 1933 das Baufeld und die Schächte der Zeche Ver. Rheinelbe & Alma. 1966 kamen die Schächte der Zeche Bonifacius hinzu. Das Bergwerk Holland betrieb zeitweise 13 Schächte zeitgleich. Die Zeche stelle 1974 die Förderung ein. Baufeld und Schächte kamen zu Zollverein. Der letzte Kohlenwagen wurde Ende 1983 aus Schacht 4 gefördert. Die Schächte dienten noch eine Zeit lang der Wasserhaltung, bis auch diese 1988 stillgelegt wurde. Die Schächte 4 und 6 wurden im gleichen Jahr verfüllt.

 

QUELLEN: Hermann 2008, Huske 2006, Wikipedia

TAGS: Zeche Holland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, RevierZechen Gelsenkirchen

FOTO: Zeche Holland, Schacht 1/2 (13.06.2020, Der Landgraph) © Christian Twehues 

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Grün­dung
Förder­beginn
Still­legung
Max.
Beleg­schaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Holland (ab 1861)

Holland/Rheinelbe-Alma (ab 1957)

Holland (ab 1966)

1861 1860 1974
4.483
(1920)
1.685.470 t
(1969)

Einzige erhaltene

Doppelmalakowturmanlage

aus dem Jahr 1860

 

Schächte der Zeche Holland

 

Schacht Adresse GPS
Teuf­beginn
Förder­beginn
Still­legung
Max. Teufe
1

Ückendorfer Str.

45886 Gelsenkirchen

51.490813, 7.125627 1856 1860 1963 813 m
2

Ückendorfer Str.

45886 Gelsenkirchen

51.490554, 7.125798 1856 1860 1955 822 m
3 (van Braam)

Emil-Weitz-Straße 2

44866 Bochum

51.483209, 7.126758 1873 1880 1964 829 m
4

Emil-Weitz-Straße 2

44866 Bochum

51.483734, 7.126352 1898 1900

1974 stillgelegt, bis
1988 zentrale
Wasserhaltung

für Zollverein

1000 m
5 (Wetterschacht)

Krayer Str.

44866 Bochum

51.483511, 7.107585 1907 1909 1934 580 m
6

Emil-Weitz-Straße 2

44866 Bochum

51.483330, 7.127319 1921 1926

1974 stillgelegt, bis
1988 zentrale
Wasserhaltung 

für Zollverein

1000 m
Rheinelbe 2

Leithestraße

45886 Gelsenkirchen

51.494965, 7.106636 1855

1933 von Ver.
Rheinelbe & Alma
übernommen

1965 808 m
Rheinelbe 3

Leithestraße

45886 Gelsenkirchen

51.492534, 7.108601 1895

1933 von Ver. 
Rheinelbe & Alma 
übernommen

1965 809 m
Rheinelbe 4

Am Luftschacht

45886 Gelsenkirchen

51.502563, 7.131305 1901

1933 von Ver. 
Rheinelbe & Alma 
übernommen

1974 681 m
Rheinelbe 5

Hövelmannstraße

45886 Gelsenkirchen

51.486852, 7.107121 1892

1933 von Ver. 
Rheinelbe & Alma 
übernommen

1945 685 m
Rheinelbe 6

Rheinelbestraße

45886 Gelsenkirchen

51.498065, 7.107260 1908

1933 von Ver. 
Rheinelbe & Alma 
übernommen

1974 803 m
Alma 1

Almastraße

45886 Gelsenkirchen

51.507197, 7.117343 1870

1931 von Ver. 
Rheinelbe & Alma 
übernommen

1968 609 m
Alma 3

Bulmker Str.

45888 Gelsenkirchen

51.517171, 7.114208 1898

1931 von Ver. 
Rheinelbe & Alma 
übernommen

1969 412 m
Alma 4

Europastraße

45888 Gelsenkirchen

51.511383, 7.120040 1905

1931 von Ver. 
Rheinelbe & Alma 
übernommen

1966 416 m
Alma 5

Almastraße

45886 Gelsenkirchen

51.506840, 7.115650 1908

1931 von Ver. 
Rheinelbe & Alma 
übernommen

1974 1000 m
Bonifacius 1

Rotthauser Str.

45309 Essen

51.473780, 7.084532 1858

1966 von
Bonifacius

übernommen

1967 867 m
Bonifacius 2

Rotthauser Str.

45309 Essen

51.474530, 7.083718 1872

1966 von
Bonifacius 

übernommen

1967 867 m
Bonifacius 3

Korthover Weg

45307 Essen

51.467069, 7.088785 1898

1966 von
Bonifacius 

übernommen

1967 670 m
Bonifacius 5

Halterner Str.

45307 Essen

51.472951, 7.097642 1947

1966 von
Bonifacius 

übernommen

1967 671 m

 

Fotogalerie

35. Zeche Nordstern, Gelsenkirchen

Zeche Nordstern, Gelsenkirchen, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Zechen Gelsenkirchen

Nach dem Zusammenschluss mehrerer Grubenfeldbesitzer im Jahr 1855 unter dem Namen Blücher I-III, begann die Gesellschaft 1857 mit dem Abteufen eines Schachts. Aufgrund hoher Wasserzuflüsse musste dieser bald aufgegeben werden. Man begann 1858 südwestlich von Horst mit dem Abteufen eines neuen Schachts. 1860 mussten die ersten Besitzer aus finanziellen Gründen aufgeben und die Bergbaugesellschaft Essen-Arenberger übernahm. 1866 wurde das Bergwerk Nordstern gegründet, zu diesem Zeitpunkt die nördlichste Zeche im Ruhrgebiet. Der Schacht Nordstern I erhielt einen Malakowturm und begann 1868 mit der Förderung. Ein zweiter Schacht wurde zwischen 1890 und 1892 abgeteuft. Die Fördermenge lag bei 850.000 Tonnen jährlich. 1899 wurde das Ostfeld mit einem eigenen Schacht erschlossen, der Betrieb wurde 1901 aufgenommen. Das Bergwerk Nordstern wurde 1907 von der Phoenix AG aufgekauft und ausgebaut. 1915 lag die jährliche Kohleproduktion bei 1,5 Mio t.

 

Die Wirtschaftskrise nach dem 1. Weltkrieg führte in den 1920er Jahren zu Absatzschwierigkeiten und schließlich 1925 zur Stilllegung der Zeche Nordstern. 1926 wurde das Bergwerk von den Vereinigten Stahlwerken aufgekauft. Die Produktion wurde zuerst auf Schacht 1/2 später im Jahr 1936 auch auf Schacht 3/4 wieder aufgenommen. Die Jahresfördermenge lag 1936 bei 1,6 Mio. t Kohle. Im zweiten Weltkrieg wurde die Zeche durch Luftangriffe schwer beschädigt und musste den Betrieb einstellen. Ende 1945 konnte die Förderung schrittweise wieder aufgenommen werden.

 

In den 1950ern wurde die Schachtanlage 1/2 umfassend erneuert. Schacht 2 bekam 1953 einen geschlossenen Förderturm (Foto: hinten), Schacht 1 ein vollwandiges Strebengerüst (Foto: vorne). Nordstern 1/2 übernahm ab 1956 auch die Förderung der Schächte 3/4. 1968 wurde die Zeche in die neu gegründete Ruhrkohle AG eingegliedert. In den Siebzigern wurden mehrere kleinere Grubenfelder der Zeche Nordstern zugewiesen und über Schacht 1/2 abgebaut. Die Produktion lag 1981 bei 1,9 Mio. t mit 3.254 Kumpeln. 1983 wurden die Zechen Nordstern und Zollverein zusammengelegt. Die gesamte Förderung des Verbundbergwerks Nordstern/Zollverein wurde zum Schacht Zollverein 12 verlegt. Nordstern/Zollverein wurde 1986 stillgelegt. Die Nordstern Schächte wurden von der Zeche Consolidation übernommen. Die Schächte wurden 1993 stillgelegt und verfüllt. Während die Schächte 3/4 vollständig abgerissen wurden, sind die Tagesanlagen der Schächte 1/2 (Foto) fast komplett erhalten geblieben und heute Teil des Nordsternparks.

 

QUELLEN: Hermann 2008, Huske 2006, Wikipedia

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zeche Nordstern, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, RevierZechen Gelsenkirchen

FOTO: Zeche Nordstern, Schacht 1/2 (9.05.2020) © Christian Twehues 

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Grün­dung
Förder­beginn
Still­legung
Max.
Beleg­schaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Blücher (ab 1855)

Essen-Arenberg (ab1864)

Nordstern (ab 1866)

Nordstern-Zollverein (ab 1983)

Nordstern (ab 1987)

Consolidation/Nordstern (ab1988)

1866 1868 1993
4.522
(1950)
1.939.502 t
(1981)

1889 erste

Kettenstreckenförderung

im Revier

 

Schächte der Zeche Nordstern

 

Schacht Adresse GPS
Teuf­beginn
Förder­beginn
Still­legung
Max. Teufe
Schacht Blücher III

Am Bugapark

45899 Gelsenkirchen

51.529157, 7.031071 1857

im gleichen Jahr
wegen Fließsand
aufgegeben

- 11 m
1 (Blücher I)

Nordsternstraße 1

45899 Gelsenkirchen

51.527919, 7.031069 1858 1868 1993 1043 m
2

Nordsternstraße 1

45899 Gelsenkirchen

51.528221, 7.031831 1890 1894 1990 1043 m
3 (Ostfeld)

Johannastraße

45899 Gelsenkirchen

51.539292, 7.041119 1899 1901 1990 1043 m
4 (Wetterschacht)

Johannastraße

45899 Gelsenkirchen

51.538793, 7.041391 1910 1911 1993 1043 m
Emschermulde 2

Emscherstraße

45891 Gelsenkirchen

51.549937, 7.091325 1973 1980 1987 an Hugo
abgegeben
1090 m
Mathias Stinnes 5

Karnaper Str.

45329 Essen

51.526324, 7.005830 1922

1981 von
Mathias Stinnes
übernommen

Bis 2003 zentrale
Wasserhaltung für

Bottrop, Gladbeck

und Essen-Nord

1007 m

 

Fotogalerie

36. Zeche Wilhelmine Victoria, Gelsenkirchen

Bergwerk Zeche Wilhelmine Victoria, Gelsenkirchen, Ruhrgebiet,  Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Zechen Gelsenkirchen

Die Zeche Wilhelmine Victoria wurde 1855 in Gelsenkirchen-Buer gegründet. Erste Mutungsbohrungen in 1854 waren in 149 m Tiefe auf Karbon gestoßen. Schacht 1 wurde 1856 abgeteuft. Die Zeche hatte mit starken Wasserzuflüssen zu kämpfen, 1858 brach der gesamte Schacht ein, das Abteufen wurde vorerst eingestellt. 1859 wurde der Schacht aufgewältigt und weiter abgeteuft. 1860 begann die erste Förderung auf der 2. Sohle zur Deckung des Eigenbedarfs. Mit Inbetriebnahme eines Malakowturms begann 1863 die regelmäßige Förderung. 1872 wurde 1.300 Meter westlich ein zweiter Schacht abgeteuft, er ging 1876 in Förderung. Ein dritter Schacht wurde 1888 neben Schacht 2 errichtet, er nahm 1892 die Förderung auf. 1898 wurde dann der vierte Schacht als Wetterschacht neben Schacht 1 abgeteuft. Schacht 4 nahm 1900 den Betrieb auf. Von 1862 bis 1875 und erneut von 1936 bis 1940 wurde auch Kohleneisenstein abgebaut. Dabei handelt es sich um flözartige Eisenerzvorkommen in steinkohleführenden Gebirgsschichten. Wilhelmine-Victoria erreichte 1926 die maximale Fördermenge von 842.187 t Kohle mit einer Belegschaft von 2.654 Bergleuten. Im Rahmen der Weltwirtschaftskrise wurde die Schachtanlage 2/3 von 1928 bis 1935 außer Betrieb genommen. 1945 wurden die Tagesanlagen bei einem Bombenangriff zerstört. Die Zeche konnte im September 1945 wieder in Betrieb gehen. Wilhelmine-Victoria wurde 1960 stillgelegt. Das Grubenfeld und die noch offenen Schächte wurden 1960 an die Zeche Fritz-Heinrich abgegeben, die 1966 in Fritz-Wilhelm umbenannt wurde, und gingen 1966 im Verbundbergwerk Emil-Fritz auf, das 1973 stillgelegt wurde. Die Schächte der ehemaligen Wilhemine-Victoria Zeche wurden 1974 verfüllt, die Tagesanlagen 1976 abgerissen. Das Fördergerüst wurde abgebaut und auf dem Gelände Zollern 2/4 als Industriedenkmal wieder aufgebaut. Das ehemalige Kauengebäude der Schachtanlage Wilhelmine-Victoria 1/4 an der Wilhelminenstraße in Gelsenkirchen ist erhalten geblieben. Es wurde 1992 renoviert und wird heute als Veranstaltungshalle "Die Kaue" genutzt.

 

QUELLEN: Huske 2006, Wikipedia

TAGS: Zeche Wilhelmine Victoria, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, RevierZechen Gelsenkirchen

FOTO: Zeche Wilhelmine Victoria 1/4, Waschkaue (19.12.2021) © Christian Twehues 

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Grün­dung
Förder­beginn
Still­legung
Max.
Beleg­schaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Wilhelmine Victoria (ab 1854)

1855 1861 1960
2.988 
(1955)
842.187 t
(1926)

 1862-1875 und 1936-1940

Kohleneisensteinabbau

in geringem Umfang

 

Schächte der Zeche Wilhelmine Victoria

 

Schacht Adresse GPS
Teuf­beginn
Förder­beginn
Still­legung
Max. Teufe
1

Steinstraße 1-3

45881 Gelsenkirchen

51.518285, 7.069588 1856 1863

1960 an Fritz

Heinrich abgegeben;

1973 stillgelegt 

933 m
2

Kleine Hauwe 6

45883 Gelsenkirchen

51.519538, 7.050445 1872 1876

1960 an Fritz

Heinrich abgegeben;

1973 stillgelegt

695 m
3

Große Hauwe

45883 Gelsenkirchen

51.519499, 7.050965 1888 1892

1960 an Fritz 

Heinrich abgegeben; 

1973 stillgelegt

928 m
Wetterschacht 4

Wilhelminenstraße

45881 Gelsenkirchen

51.517904, 7.069432 1898 1900

1960 an Fritz 

Heinrich abgegeben; 

1973 stillgelegt

695 m

 

Fotogalerie

37. Zeche Graf Bismarck, Gelsenkirchen

Bergwerk Zeche Graf Bismarck, Gelsenkirchen, Ruhrgebiet,  Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Zechen Gelsenkirchen

Die Zeche Graf Bismarck wurde 1868 gegründet. Ein erster Schacht wurde 1869 in Gelsenkirchen-Schalke-Nord abgeteuft und 1873 in Betrieb genommen. Bis 1954 folgten neun weitere Schächte. Graf Bismarck bestand aus drei Schachtanlagen: Anlage I mit den Schächten 1 und 4, Anlage II mit Schacht 2/6/9, Anlage III mit 3 und 5, sowie Anlage VII mit den Schächten 7 und 8. Schacht 10 war als Zentralwetterschacht für alle drei Schachtanlagen konzipiert. Graf Bismarck erreichte 1961 eine Gesamtteufe von 1.223 Metern. Mit 9.634 Mitarbeitern und einer Fördermenge von maximal 3 Mio t Kohle zählte sie zu den größeren Zechen im Revier. Sie war aber auch gleichzeitig eine der Zechen mit der geringsten Gewinnmarge, so dass sie früh in den 1960er Jahren schließen musste. Die Protestdemonstrationen der Belegschaft und Bevölkerung mit den typischen schwarzen Fahnen wurde zum Symbol für die Kohlekrise in Deutschland. Die Baufelder wurden aufgeteilt und durch die Zechen Nordstern, Hugo, Ewald, Consolidation und Pluto bis in die 2000er Jahre weiter betrieben. Die Schächte von Graf Bismarck und die Tagesanlagen wurden 1967/1968 verfüllt und zurückgebaut. Das Kauengebäude der Anlage I (1/4) ist bis heute erhalten.

 

QUELLEN: Hermann 2008, Huske 2006, Wikipedia

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FOTO: Zeche Graf Bismarck, Schacht 1/4, Kauengebäude (19.12.2021) © Christian Twehues 

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Grün­dung
Förder­beginn
Still­legung
Max.
Beleg­schaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Graf Bismarck (ab 1868)

1868 1884 1966
9.634 
(1955)
3.024.067 t
(1943)

1868: wertvollster

Flözreichtum

im Ruhrgebiet 

 

Schächte der Zeche Graf Bismarck

 

Schacht Adresse GPS
Teuf­beginn
Förder­beginn
Still­legung
Max. Teufe
1 (Anlage I)

Uechtingstraße 87

45881 Gelsenkirchen

51.538173, 7.090978 1868 1873 1959 1178 m
2 (Anlage II)

Ulrichstraße 2

45891 Gelsenkirchen

51.551304, 7.090530 1882 1884 1966 1174 m 
3 (Anlage III)

Nesselrodeweg 40

45891 Gelsenkirchen

51.565728, 7.090072 1893 1894 1959 855 m

Wetterschacht 4

(Anlage I)

Uechtingstraße 87

45881 Gelsenkirchen

51.538932, 7.090545 1899 1902 1959 1223 m
5 (Anlage III)

Nesselrodeweg

45891 Gelsenkirchen

51.566043, 7.090180 1902 1904 1959 1174 m
6 (Anlage II)

Ulrichstraße

45891 Gelsenkirchen

51.550308, 7.090937 1909 1910 1966 1174 m
7 (Anlage VII)

Wiedehopfstraße 30

45892 Gelsenkirchen

51.561615, 7.132324 1910 1911 1966 975 m
8 (Anlage VII)

Wiedehopfstraße 30

45892 Gelsenkirchen

51.560986, 7.132687 1910 1922 1966 975 m
9 (Anlage II)

Ulrichstraße

45891 Gelsenkirchen

51.549642, 7.090980 1924 1926 1966 1174 m
Zentralwetterschacht 10

Holzbachstraße

45892 Gelsenkirchen

51.554362, 7.112928 1951 1954 1966 972 m

 

Fotogalerie

38. Zeche Consolidation, Gelsenkirchen

Zeche Consolidation, Gelsenkirchen, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Zechen Gelsenkirchen

Die Anfänge des Bergwerks Consolidation in Gelsenkirchen gehen auf die Mitte des 19. Jahrhunderts zurück. 1848 stieß man bei Mutungsbohrungen in 170m Teufe auf Kohle. 1862 wurden sieben Grubenfelder im Raum Gelsenkirchen unter dem Namen Consolidation zusammengefasst, im Volksmund Consol abgekürzt. Mit dem Betriebsbeginn von Schacht 1 (Gertrud) im Jahr 1865 war das Industriezeitalter auch auf Schalke angekommen.

 

1869 begann man mit dem Abteufen von Schacht 2 (Wilhelmine), Betriebsbeginn war 1871. Schacht 3 (Minna) nahm 1873 den Betrieb auf. Die Kohlenfördermenge lag in dem Jahr bei 366.000 Tonnen mit 2.060 Bergleuten. Zeche Consolidation wurde zur größten Zeche an der Ruhr. Die Fördermenge stieg bis 1890 auf 949.000 t mit 2.905 Beschäftigten. Es folgten Schacht 4 (Fritz) ab 1893, Schacht 6 in 1899, Schacht 7 in 1903, Schacht 8 (Oberschuir) 1908 als Wetterschacht. 1913 erreichte die Förderung eine Jahresleistung von 1,96 Mio. t Kohle mit einer Belegschaft von 7.020 Kumpel. Der Hauptförderschacht 9 wurde ab 1915 abgeteuft, der Schacht wurde aber erst nach dem ersten Weltkrieg fertiggestellt. Das auf dem Foto abgebildete Doppelstrebengerüst stammt aus dem Jahr 1922. 1929 übernahm Consolidation die stillgelegte Zeche Unser Fritz. Die Schächte Unser Fritz 1-5 wurden 1936 wieder in Betrieb genommen. Die Anlagen der Zeche Consolidation wurden im zweiten Weltkrieg nur teilweise zerstört, so dass der Betrieb nach dem Krieg sofort wieder aufgenommen werden konnte. Nur die Schächte 1 und 6 waren bei Luftangriffen schwerer beschädigt worden und konnten erst 1949 wieder in Betrieb genommen werden. 1958 wurde über Schacht 4 ein neuartiger Betonförderturm mit offenliegenden Seilscheiben errichtet. Es ist der einzige Förderturm seiner Art.

 

In den Sechzigern begann der Niedergang der Zeche. 1967 wurde Fritz 1/4 zeitweise stillgelegt, die Fördermenge um 30% reduziert. 1968 wurde die Zeche von der Ruhrkohle AG übernommen. 1971 wurde das Südfeld der stillgelegten Zeche Bismarck übernommen. 1976 erfolgte die Zusammenlegung der Zechen Consolidation und Pluto. 1984 starben bei einem Grubenunglück fünf Bergleute. 1987 übernahm die Zeche Consolidation die Nordsternschächte von Nordstern-Zollverein. 1988 förderte das Verbundbergwerk Consolidation/Nordstern mit 15 Schächten 3,4 Mio t Kohle mit 5.638 Bergleuten. Die Hauptförderung lag in einer Tiefe von 1.100 Metern. Nachdem 1993 das Nordsternfeld stillgelegt worden war, wurde die Zeche Consolidation mit der Zeche Hugo zum Verbundbergwerk Hugo/Consolidation zusammengelegt. Der Standort Consolidation wurde nach und nach aufgegeben, die Anlagen über Tage ab 1986 abgebaut. Die Felder der Zeche Consolidation wurden noch bis 2000 von der Zeche Hugo aus abgebaut.

 

Von den ehemaligen Anlagen der Zeche Consolidation sind heute noch erhalten: das Doppelstrebengerüst über dem Zentralförderschacht 9, das Betonfördergerüst über Schacht 4 in direkter Nachbarschaft und die Schachtanlage Oberschuir (Schacht 8) mit Fördergerüst und Maschinenhalle. Sie liegt 3km südwestlich und ist heute von einem Wohngebiet eingerahmt.

 

QUELLEN: Hermann 2008, Huske 2006, Wikipedia

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FOTO: Zeche Consolidation, Schacht 9 (9.05.2020) © Christian Twehues 

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Grün­dung
Förder­beginn
Still­legung
Max.
Beleg­schaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Consolidation (ab 1848)

Consolidation/Nordstern (ab 1988)

Hugo/Consolidation (ab 1993)

1862 1865 1996
8.650
(1925)
3.379.048 t
(1987)

1872-1876 größte Zeche im Revier.


1957: erste hydromechanische
Kohlengewinnung in Deutschland.

Schacht 3 seit 1978: mit 87m höchstes
Fördergerüst Europas.

 

Schächte der Zeche Consolidation

 

Schacht Adresse GPS
Teuf­beginn
Förder­beginn
Still­legung
Max. Teufe
1 (Gertrud)

Scheuten-Solar-Straße

45881 Gelsenkirchen

51.522587, 7.084550 1863 1865 1977 985 m
2 (Wilhelm)

Magdeburger Str.

45881 Gelsenkirchen

51.524589, 7.095000 1869 1871 1951 1040 m
3 (Minna)

Consolstraße

45889 Gelsenkirchen

51.528234, 7.109498 1871 1873 1996 1103 m
4 (Fritz)

Consolstraße

45889 Gelsenkirchen

51.528459, 7.109258 1893 1896 1996 1103 m
5 (Wetterschacht)

Schalker Str.

45881 Gelsenkirchen

51.515410, 7.092755 1874 1875 1943 435 m
6

Kurt-Schumacher-Straße

45881 Gelsenkirchen

51.522775, 7.085183 1897 1899 1996 1115 m
7 (Wetterschacht)

Magdeburger Str.

45881 Gelsenkirchen

51.524725, 7.095169 1902 1903 1996 868 m
8 (Oberschuir)

Boniverstraße

45883 Gelsenkirchen

51.511316, 7.082153 1906 1908 1984 985 m
9 (Hauptförderschacht)

Bismarckstraße

45889 Gelsenkirchen

51.529754, 7.110265 1915 1922 1996 1210 m
Unser Fritz 1

Am Malakowturm

44653 Herne

51.540844, 7.134429 1871

1929 von Unser

Fritz übernommen

1990 985 m
Unser Fritz 2

Grimberger Feld

44653 Herne

51.546633, 7.138540 1881

1929 von Unser 

Fritz übernommen

1982 743 m
Unser Fritz 3

Grimberger Feld

44653 Herne

51.546360, 7.138695 1897

1929 von Unser 

Fritz übernommen

1993 743 m
Unser Fritz 4

Am Malakowturm

44653 Herne

51.540296, 7.134529 1908

1929 von Unser 

Fritz übernommen

1993 1040 m
Unser Fritz
Wetterschacht 5

Altcrange

44653 Herne

51.546001, 7.157797 1920

1929 von Unser 

Fritz übernommen

1990 985 m
Hibernia 3

Hiberniastraße

45879 Gelsenkirchen

51.505466, 7.096945 1891

1941 von Hibernia 

übernommen

1964 710 m
Pluto 2

Thiesstraße 61

44649 Herne

51.532574, 7.141878 1873

1976 von Pluto 

übernommen

1993 950 m
Pluto 3

Thiesstraße 61

44649 Herne

51.532557, 7.142554 1893

1976 von Pluto 

übernommen

1993 950 m
Pluto 4

Plutostraße 15

44651 Herne

51.521751, 7.153645 1899

1976 von Pluto 

übernommen

1982 810 m
Pluto 5

Heinrich-Imbusch-Straße

44651 Herne

51.519794, 7.140825 1906

1976 von Pluto 

übernommen

1977 500 m
Pluto 7

Thiesstraße 61

44649 Herne

51.532438, 7.140281 1913

1976 von Pluto 

übernommen

1990 950 m

 

Fotogalerie

39. Zeche Hugo, Gelsenkirchen

Bergwerk Zeche Hugo, Gelsenkirchen, Ruhrgebiet, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Zechen Gelsenkirchen

Die Zeche Hugo nahm 1878 den Betrieb auf. Erste Probebohrungen in den Jahren 1870-1872 hatten das Vorkommen von Steinkohle bestätigt. 1882 bis 1885 wurde am Brößweg der Schacht 2 abgeteuft. Auf dem Foto ist der Tomson Bock zu sehen, der zur Förderung auf Schacht 2 eingesetzt wurde, erbaut 1974. 1906 wurde eine Kokerei in Betrieb genommen, die aber 1930 wieder geschlossen wurde. In den 1930er Jahren wurde das Bergwerk massiv ausgebaut und umfangreich erneuert. Schwere Luftangriffe zerstörten 1944 die Anlage weitgehend. Umfangreiche Reparaturen waren notwendig, die Kohleförderung wurde 1947 wieder aufgenommen. 1968 wurde die Zeche von der Ruhrkohle AG übernommen. In den 70ern wurde die Zeche weiter vergrößert. Zahlreiche Bergleute anderer stillgelegter Zechen wurden auf Hugo übernommen. 1993 wurde die Zeche Hugo u.a. mit der Zeche Consolidation zum Bergwerk Hugo/Consolidation zusammengeführt. 1997 wurde dann die Zeche Hugo/Consolidation mit der Zeche Ewald zusammengelegt. Der Abbau des Feldes Hugo erfolgte ab da über die Zeche Ewald, die schließlich im April 2000 den Betrieb einstellte.

 

QUELLEN: Hermann 2008, Huske 2006, Wikipedia

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FOTO: Zeche Hugo, Schacht 2 (30.07.2019) © Christian Twehues 

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Grün­dung
Förder­beginn
Still­legung
Max.
Beleg­schaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Neu-Arenberg (ab 1870)

Hugo (ab 1881)

Hugo/Consolidation (ab 1993)

Ewald/Hugo (ab 1997)

1873 1878 2000
5.814
(1955)
3.546.251 t
(1980)

1904 arbeiteten 101 Pferde untertage

 

Schächte der Zeche Hugo

 

Schacht Adresse GPS
Teuf­beginn
Förder­beginn
Still­legung
Max. Teufe
1 (Schacht I/1)

Horster Str.

45897 Gelsenkirchen

51.563725, 7.045060 1873 1878 2000 1183 m
2 (Schacht II/1)

Brößweg 34

45897 Gelsenkirchen

51.569114, 7.034596 1882 1885 2000 1180 m
3 (Wetterschacht Hugo III)

Sutumerfeldstraße

45899 Gelsenkirchen

51.545495, 7.052273 1891 1895 1928 678 m
4 (Schacht I/2)

Horster Str.

45897 Gelsenkirchen

51.563227, 7.045012 1899 1902 2000 1183 m
5 (Schacht II/2)

Brößweg 34

45897 Gelsenkirchen

51.569311, 7.035968 1907 1909 2000 943 m
6 (Wetterschacht Hugo-Ost)

Ressestraße

45892 Gelsenkirchen

51.582320, 7.083700 1933 1935

1984 an
Ewald

abgegeben

940 m
7 (Wetterschacht Hugo-Nord)

Honigmannstraße

45896 Gelsenkirchen

51.582573, 7.018415 1940 1943 1994 943 m
8 (Zentralförderschacht)

Brößweg 34

45897 Gelsenkirchen

51.570197, 7.037663 1957 1962 2000 1180 m
9

Rabenstraße

45897 Gelsenkirchen

51.551914, 7.062797 1974 1977 2000 927 m
Emschermulde 2

Emscherstraße

45891 Gelsenkirchen

51.549937, 7.091325 1973

1987 von
Nordstern

übernommen

1992 an
Ewald

abgegeben

1142 m

 

Fotogalerie

40. Zeche Bergmannsglück, Gelsenkirchen

Bergwerk Zeche Bergmannsglück, Gelsenkirchen, Ruhrgebiet,  Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Zechen Gelsenkirchen

Die Zeche Bergmannsglück wurde 1872 in Gelsenkirchen als "Bohrgesellschaft" gegründet. 1880 konsolidierten mehrere Felder zu Bergmannsglück. 1882 wurde das Bergwerk in den Teil Bergmannsglück-Ost (später Westerholt) und Bergmannsglück-West (später Bergmannsglück) aufgeteilt. Ein Förder- und ein Wetterschacht wurden 1903 und 1904 abgeteuft. Erste Kohlen wurden 1905 gefördert, der Regelbetrieb begann 1907. Die maximale Fördermenge wurde 1912 erreicht mit 1,4 Mio. t Kohle. 5.807 Bergleute arbeiteten auf der Zeche Bergmannsglück. 1945 wurde die Zeche bei Bombenangriffen schwer beschädigt und war längere Zeit außer Betrieb. 1953 wurde die Gesamtteufe von 908 Metern erreicht. 1960 ging Bergmannsglück in den Verbund zu Bergmannsglück/Westerholt, später ab 1976 Zeche Westerholt. Das Baufeld Bergmannsglück wurde 1975 von Westerholt aufgegeben, die beiden Schächte stillgelegt. Von den Tagesanlagen ist die Fördermaschinenhalle an der Bergmannsglückstraße erhalten geblieben.

 

QUELLEN: Hermann 2008, Huske 2006, Wikipedia

TAGS: Zeche Bergmannsglück, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, RevierZechen Gelsenkirchen

FOTO: Zeche Bergmannsglück, Fördermaschinenhalle Schacht 1/2 (19.12.2021) © Christian Twehues 

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Grün­dung
Förder­beginn
Still­legung
Max.
Beleg­schaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Bergmannsglück (ab 1872)

Bergmannsglück/Westerholt (ab 1960)

1872 1905

1960 Verbund zu

Bergmannsglück/

Westerholt

5.807 
(1912)
1.419.496 t
(1912)

1945: schwere

Kriegsschäden,

lange Zeit außer

Betrieb 

 

Schächte der Zeche Bergmannsglück

 

Schacht Adresse GPS
Teuf­beginn
Förder­beginn
Still­legung
Max. Teufe
 1

Bergmannsglückstraße

45896 Gelsenkirchen

51.595454, 7.043968 1903 1905

1960 mit

Westerholt

konsolidiert;

1975 stillgelegt 

908 m
2

Bergmannsglückstraße

45896 Gelsenkirchen

51.594802, 7.044271 1904 1905

1960 mit

Westerholt

konsolidiert;

1975 stillgelegt 

908 m

 

Fotogalerie

41. Zeche Westerholt, Gelsenkirchen

Bergwerk Zeche Westerholt, Gelsenkirchen, Ruhrgebiet, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Zechen Gelsenkirchen

Die Zeche Westerholt in Gelsenkirchen-Buer wurde von 1902 bis 1945 unter dem Namen Steinkohlenbergwerk Buer geführt. Schacht 1 wurde 1907 abgeteuft. Ein Jahr später erreicht man das Karbon in einer Tiefe von 398m. Ebenfalls 1908 begannen die Arbeiten an Wetterschacht 2 direkt neben Schacht 1. 1909 wurde die Förderung aufgenommen. 1912 wurde die Kokerei in Betrieb genommen. Bis 1913 wurde die Belegschaft auf 3229 Beschäftigte ausgeweitet. Die Jahresfördermenge lag bei 804.000 Tonnen Kohle.

 

In den Dreißiger Jahren wurden die Schächte bis auf eine Tiefe von 836m tiefer geteuft. Bei Kriegsende erlitt das Bergwerk Buer schwere Schäden. So wurde im März 1945 die Kokerei durch Bomben völlig zerstört. Erst im September 1945 konnte die Anlage den Betrieb wieder aufnehmen. 1947 wurden das Feld Polsum mit Schacht Polsum 1 übernommen. 1956 wurde der Zentralförderschacht 3 auf dem gleichen Gelände abgeteuft. 1960 wurde das Bergwerk Westerholt mit der Zeche Bergmannsglück zusammengelegt.

 

1975 wurden die Schächte der Zeche Bergmannsglück stillgelegt und 1982 verfüllt. 1998 ging die Zeche Westerholt zusammen mit der Zeche Fürst Leopold in das Verbundbergwerk Lippe auf, das mit einer Jahresfördermenge von 3.615.000 Tonnen zur größten Zeche im Ruhrgebiet wurde. Schacht Westerholt 2 wurde 1999 stillgelegt und verfüllt. Das Bergwerk Lippe wurde im Dezember 2008 stillgelegt. Die Fördertürme der Schächte Westerholt 1 und 3, sowie eine Reihe von Maschinenhallen, Kesselhäusern und Waschkauen wurden erhalten. Im Frühjahr 2020 wurde allerdings damit begonnen, einige der Gebäude abzureissen.

 

QUELLEN: Huske 2006, Wikipedia

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zechen, Zeche Westerholt, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, RevierZechen Gelsenkirchen

FOTO: Zeche Westerholt, Schacht 1/2/3 (22.11.2020) © Christian Twehues 

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Grün­dung
Förder­beginn
Still­legung
Max.
Beleg­schaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Steinkohlenbergwerk Buer (ab 1902)

Westerholt (ab 1945)

Bergmannsglück/Westerholt (ab 1960)

Westerholt (ab 1976)

Bergwerk Lippe (ab 1998)

1907 1908 2008
6.283
(1963)
3.087.535 t
(1963)

Das Fördergerüst Polsum 1 wurde 
2010 von einem Unternehmer
abgebaut und in Haiger-Burbach
neu aufgestellt. Neuer Standort:
50.774529, 8.155437

 

Schächte der Zeche Westerholt

 

Schacht Adresse GPS
Teuf­beginn
Förder­beginn
Still­legung
Max. Teufe
1

Egonstraße

45896 Gelsenkirchen

51.601512, 7.076366 1907 1908 2008 1232 m
2

Egonstraße

45896 Gelsenkirchen

51.601128, 7.075483 1908 1909 1999 906 m
3 (Zentralförderschacht)

Egonstraße

45896 Gelsenkirchen

51.603141, 7.078958 1956 1958 2008 1232 m
Bergmannsglück 1

Bergmannsglückstraße

45896 Gelsenkirchen

51.595454, 7.043968 1903 1960 aus
Verbund mit
Bergmannsglück
1975 908 m
Bergmannsglück 2

Bergmannsglückstraße

45896 Gelsenkirchen

51.594802, 7.044271 1904

1960 aus
Verbund mit
Bergmannsglück

1975 908 m
Wetterschacht Altendorf

Polsumer Weg

46282 Dorsten

51.639581, 7.018552 1967 1970 2008 1192 m
Polsum 1

Im Dörnen

45768 Marl

(2010 abgebaut und
in Haiger-Burbach 
wieder aufgebaut)

51.639032, 7.049760 1943

1947 von
Polsum

übernommen

2008 874 m
Polsum 2

Hülsdauer Str. 95

45768 Marl

51.636545, 7.043857 1979 1982 2008 773 m

 

Fotogalerie

42. Zeche Mathias Stinnes, Gladbeck

Zeche Mathias Stinnes, Bottrop, Ruhrgebiet, Altes Torhaus, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Zechen Gladbeck

Die Zeche Mathias Stinnes übernahm 1864 die Zeche Carnap. Carnap hatte 1857 einen Schacht auf 114m abgeteuft, war dann aber in finanzielle Schwierigkeiten geraten, muss­te die Arbeiten einstellen und 1864 verkaufen. Unter neuer Führung wurde der Carnap Schacht gesümpft, weiter abgeteuft und 1877 in Betrieb genommen. Ein zweiter Schacht folgte von 1884 bis 1888. Die Schachtanlage 3/4 wurde 1900-1904 in Gladbeck-Brauck, ca. 2,5 km nördlich von 1/2 errichtet. 1922 wurde ein fünfter Schacht direkt neben 1/2 abgeteuft, er nahm 1924 die Förderung auf. 1931 übernahm Mathias Stinnes Baufeld und Schächte der stillgelegten Zeche Welheim. Ende des zweiten Weltkriegs erlitt die Zeche schwere Kriegsschäden und konnte erst 1946 wieder in Betrieb gehen. Schacht 5 erhielt 1953 einen 73m hohen Förderturm. Die Fördermaschine war mit 10.000 kW die stärkste der Welt. 1965 wurde die Förderung auf Welheim 1/2 eingestellt. 1968 übernahm das Bergwerk die Schächte Rheinbaben 3 und 4 als Wetterschächte für die Schachtanlage 3/4. Die Zeche Mathias Stinnes wurde 1972 stillgelegt, die Schächte abgebrochen und verfüllt. Nur Schacht 5 blieb offen. Er wurde 1981 von Nordstern übernommen und war noch bis 2003 für die zentrale Wasserhaltung für den Bereich Essen-Nord, Gladbeck und Bottrop in Betrieb.

 

QUELLEN: Huske 2006, Wikipedia, ein Zeitzeuge

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FOTO: Betriebsgebäude von Mathias Stinnes Schachtanlage 3/4 (26.04.2021) © Christian Twehues 

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Grün­dung
Förder­beginn
Still­legung
Max.
Beleg­schaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Carnap (ab 1857)

Mathias Stinnes (ab1868)

1864 1872 1972
7.940
(1950)
2.656.660 t
(1943)

1953: 73m hoher Förderturm,

10.000 kW Fördermaschine:

stärkste der Welt

 

Schächte der Zeche Mathias Stinnes

 

Schacht Adresse GPS
Teuf­beginn
Förder­beginn
Still­legung
Max. Teufe
1 (Carnap)

Karnaper Str.

45329 Essen

51.525295, 7.007314 1857 1872 1972 1009 m
2

Karnaper Str.

45329 Essen

51.525657, 7.005474 1894 1897 1972 1009 m
3

Boystraße

45968 Gladbeck

51.542475, 7.003208 1902 1905 1972 842 m
4

Boystraße

45968 Gladbeck

51.543000, 7.003134 1902 1905 1972 842 m
5a

Bottrop-Boy

- 1910

später wieder

aufgegeben

- -
5

Karnaper Str.

45329 Essen

51.526326, 7.005816 1922 1924

1981 an Nordstern

abgegeben

1009 m
Welheim 1

Ruhrölstraße

46240 Bottrop

51.533591, 6.980511 1910

1931 von Ver. Welheim

übernommen

1965 842 m
Welheim 2

Ruhrölstraße

46240 Bottrop

51.533511, 6.981520 1911

1931 von Ver. Welheim

übernommen

1965 649 m
Rheinbaben 3

Rheinbabenstraße

46240 Bottrop

51.547880, 6.951881 1897

1968 von Rheinbaben

übernommen

1972 598 m
Rheinbaben 4

Rheinbabenstraße

46240 Bottrop

51.548559, 6.951362 1899

1968 von Rheinbaben

übernommen

1972 785 m

43. Zeche Graf Moltke, Gladbeck

Zeche Graf Moltke Betriebsgebäude Schächte 3/4, Gladbeck, Ruhrgebiet, Altes Torhaus, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Zechen Gladbeck

Die Zeche Graf Moltke wurde 1873 unter dem Namen Zeche Rieckchen gegründet. Ein erster Schacht "Alter Fritz" wurde abgeteuft. Er erreichte 1876 bei 304m das Karbon und nahm 1877 die Förderung auf. Die Zeche wurde 1879 nach Graf Helmuth von Moltke um­benannt, dem Stabschef der preußischen Armee des Krieges 1870/71. Neben Schacht 1 wurde 1884 ein zweiter Schacht abgeteuft. Er ging 1888 in Förderung. Die Schachtanlage 3/4 wurde ca. 1,5 km südwestlich von 1/2 zwischen 1900 und 1904 errichtet. Die Schächte 2 und 3/4 erreichten eine Teufe von 900m. 1959 wurde ein Blindschacht in 3/4 von der 6. Sohle zur 7. Sohle auf 1200m Tiefe abgeteuft. Auf dieser Sohle kam es aber nicht mehr zur Förderung. Das Bergwerk Graf Moltke wurde 1971 stillgelegt.

 

QUELLEN: Huske 2006, Wikipedia, ein Zeitzeuge

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Zeche Graf Moltke, RevierZechen Gladbeck

FOTO: Betriebsgebäude der Zeche Graf Moltke 3/4 (26.04.2021) © Christian Twehues 

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Grün­dung
Förder­beginn
Still­legung
Max.
Beleg­schaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Rieckchen (ab 1873)

Graf Moltke (ab 1879) 

1873 1877 1971
4.441
(1913)
1.457.020 t
(1929)

Die Zeche wurde nach Graf Helmuth

von Moltke benannt, dem Stabschef

der preußischen Armee des Krieges 1870/71

 

Schächte der Zeche Graf Moltke

 

Schacht Adresse GPS
Teuf­beginn
Förder­beginn
Still­legung
Max. Teufe

1 (Alter Fritz)

Wilhelm-Olejnik-Straße

45968 Gladbeck

51.566112, 6.994971 1873 1877 1971 651 m

2

Wilhelm-Olejnik-Straße

45968 Gladbeck

51.565811, 6.995157 1884 1888 1971 900 m

3

Luxemburger Str.

45968 Gladbeck

51.553845, 6.988480 1900 1902

 

1971
1200 m

4 (Wetterschacht)

Luxemburger Str.

45968 Gladbeck

51.553786, 6.987873 1902 1904

 1971

1200 m

 

Fotogalerie

44. Zeche Möller, Gladbeck

Bergwerk Zeche Möller, Gladbeck, Ruhrgebiet,  Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Zechen Gelsenkirchen

Die Zeche Gladbeck wurde 1876 gegründet. 1895-1901 wurde die Doppelschachtanlage Thyssen 1/2 an der Karl-Schneider-Straße gebaut. 1897-1902 die Doppelanlage Professor 3/4 an der Rheinbabenstraße in Bottrop. 1902 übernahm der preußische Staat die Zeche. Die beiden Thyssenschächte wurden nach dem preußischen Handelsminister Theodor von Möller in Möllerschächte umbenannt. 1914 wurde Wetterschacht 5 abgeteuft, er ging 1918 in Betrieb. 1935 trennte sich das Bergwerk Gladbeck in die beiden Teile Rheinbaben (vormals Professor 3/4) und Möller (vormals Thyssen 1/2). Zeche Möller erreichte die maximale Förderung 1941 mit 759.322 t Kohle. Möller wurde bei Kriegsende durch Luftangriffe schwer beschädigt. Die Kohlenförderung wurde 1946 über Rheinbaben zutage gefördert. 1966 ging Möller erneut in den Verbund mit Rheinbaben. Aber schon ein Jahr später wurde das Bergwerk Möller/Rheinbaben stillgelegt. Schacht Möller 1/2 wurden abgeworfen. Wetterschacht Möller 5 ging zu Jacobi/Franz Haniel. Die Rheinbaben Schächte gingen zu Mathias Stinnes. Einige Zechengebäude an der Karl-Schneider-Straße, wie die Kohlenwäsche und die Fördermaschinengebäude von Schacht 1 und 2, sind erhalten geblieben.

 

QUELLEN: Hermann 2008, Huske 2006, Wikipedia

TAGS: Zeche Möller, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, RevierZechen Gladbeck

FOTO: Zeche Möller, Schacht 1/2 (19.12.2021) © Christian Twehues 

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Grün­dung
Förder­beginn
Still­legung
Max.
Beleg­schaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Thyssen (ab 1870)

Gladbeck (ab 1876)

Ver. Gladbeck (ab 1897)

Rheinbaben & Möller (ab 1902)

Möller (ab 1935)

Möller/Rheinbaben (ab 1966)

1870 1901

1967

2.052
(1941)
759.322 t
(1941)

1902: dem 

preußischen

Handelsminister

Theodor von Möller

benannt

 

Schächte der Zeche Möller

 

Schacht Adresse GPS
Teuf­beginn
Förder­beginn
Still­legung
Max. Teufe
 Möller 1 (Thyssen 1)

Karl-Schneider-Straße 3-4

45966 Gladbeck

51.572780, 6.969624 1895 1901 1967 797 m
Möller 2 (Thyssen 2)

Karl-Schneider-Straße 3-4

45966 Gladbeck

51.572345, 6.968732 1896 1902 1967 797 m
Möller 5 (Wetterschacht)

Maria-Theresien-Str.

45964 Gladbeck

51.558214, 6.953768 1914 1918

1967: an

Jacobi/Haniel

abgegeben 

679 m

 

Fotogalerie

45. Zeche Zweckel, Gladbeck

Bergwerk Zeche Zweckel, Gladbeck, Ruhrgebiet, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Zechen Gladbeck

Die Zeche Zweckel in Gladbeck war bis 1910 unter dem Namen Potsdam bekannt. 1896 wurde das Feld verliehen, Schacht 1 und 2 1908 abgeteuft. Ein Jahr später erreichte man das Karbon in 380m Tiefe. 1910 wurde Potsdam mit Scholven zusammengelegt. 1912 wurde die Förderung auf Schacht 1 aufgenommen, Schacht 2 diente als Wetterschacht. Die Zeche erreichte 1927 die maximale Fördermenge von 515.000 Tonnen Kohle mit einer Belegschaft von 1.869 Bergleuten. 1929 wurde die Förderung eingestellt. Die Schächte der Zeche Zweckel dienten noch der Seilfahrt und Materialförderung. Die Kohle aber wurde über Scholven gefördert. 1945 wurde Zweckel von Scholven abgetrennt, Ende 1951 aber erneut von Scholven übernommen. Die Zeche Scholven wurde 1963 stillgelegt, die Schächte Zweckel 1/2 für Wasserhaltung und Bewetterung der umliegenden Bergwerke bis 1995 offen gehalten. 1988 wurden die Maschinenhalle, die beiden Fördergerüste und die Fördermaschinen unter Denkmalschutz gestellt. Die Schächte Zweckel 1/2 wurden 1995 verfüllt. Das Foto zeigt die Maschinenhalle aus dem Jahr 1909.

 

QUELLEN: Hermann 2008, Huske 2006, Wikipedia

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zechen Ruhrgebiet, Bergbau, Steinkohle, Zeche Zweckel, Ruhrgebiet, Ruhrpott, RevierZechen Gladbeck

FOTO: Zeche Zweckel, Schacht 1/2 (22.11.2020) © Christian Twehues 

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Grün­dung
Förder­beginn
Still­legung
Max.
Beleg­schaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Potsdam (ab 1896)

Zweckel (ab 1910)

Scholven (ab 1951)

1896 1912 1963
2.111
(1925)
515.195 t
(1927)

1910: in 430 m wurde eine 20°C warme Solquelle

angeschlagen. Diese diente dem Solbad „Emmyshall“

von 1928 bis 1950 als Quelle. 

 

Schächte der Zeche Zweckel

 

Schacht Adresse GPS
Teuf­beginn
Förder­beginn
Still­legung
Max. Teufe
1

Frentroper Str.

45966 Gladbeck

51.594272, 6.969141 1908 1912

1963, bis 1995 offen

für Wasserhaltung

853 m
2

Frentroper Str.

45966 Gladbeck

51.593418, 6.969642 1908 1911 1963, bis 1995 offen
für Wasserhaltung
750 m

 

Fotogalerie

46. Zeche Fürst Leopold, Dorsten

Fördergerüst auf der Zeche Fürst Leopold, Dorsten, Ruhrgebiet, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Zechen Dorsten

Erste Mutungsbohrungen auf den Feldern Fürst Leopold I-II fanden im Jahr 1902 statt. 1910 wurden sechs Felder zu Fürst Leopold konsolidiert und mit dem Abteufen des 1. Schachts im Gefrierverfahren begonnen. 1911 wurde der 2. Schacht direkt neben dem ersten abgeteuft. Erste Kohlen konnten 1912 gefördert werden, regelmäßiger Förderbeginn war 1913. 1931 wurde Fürst Leopold mit der stillgelegten Zeche Baldur zusammengelegt. Das Verbundbergwerk erhielt den Namen Fürst-Leopold-Baldur. 1970 wurde die Zeche wieder in Fürst Leopold zurück benannt. 1971 wurden Fürst Leopold und die Zeche Wulfen unter eine Werksdirektion gestellt, beide Zechen blieben aber vorerst selbständig. Erst 1982 folgte der Verbund zu Fürst Leopold-Wulfen.

 

In den 1980ern stieß die Zeche in immer weitere Tiefen vor. 1993 erreichte Schacht Baldur 1 eine Endteufe von 1323m. 1998 erfolgte der Verbund mit der Zeche Westerholt zum Bergwerk Lippe. Mit 5.242 Mitarbeitern und einer Jahresleistung von 3.615.000 t Kohle war Lippe das größte Bergwerk an der Ruhr. Fürst Leopold erreichte 2001 eine Endteufe von 1565m. Die Schächte der Zeche Fürst Leopold stellten 2001 die Förderung ein. Das Feld Fürst Leopold wurde aufgegeben. Schacht 1 wurde vom Bergwerk Lippe noch bis 2008 als Wetter- und Materialschacht betrieben. Das Fördergerüst wurde 2008 abgerissen. Das Fördergerüst von Schacht 2 aus dem Jahr 1913 ist als Industriedenkmal erhalten geblieben.

 

QUELLEN: Huske 2006, Wikipedia

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zechen Ruhrgebiet, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, RevierZeche Fürst Leopold, Zechen Dorsten

FOTO: Zeche Fürst Leopold, Schacht 2 (28.12.2020) © Christian Twehues 

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Grün­dung
Förder­beginn
Still­legung
Max.
Beleg­schaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Fürst Leopold (ab 1906)

Fürst Leopold-Baldur (ab 1931)

Fürst Leopold (ab1970)

Fürst Leopold-Wulfen (ab 1982)

Bergwerk Lippe (ab 1998)

1910 1913 2001
4.477
(1956)
2.400.350 t
(1997)

Endteufe des Bergwerks 2002: 1565m

 

Schächte der Zeche Fürst Leopold

 

Schacht Adresse GPS
Teuf­beginn
Förder­beginn
Still­legung
Max. Teufe
1

Fürst-Leopold-Allee 1

46284 Dorsten

51.672676, 6.981949 1910 1913 2001 1034 m
2

Fürst-Leopold-Allee 1

46284 Dorsten

51.673037, 6.983119 1911 1915 2001 1034 m
Baldur 1

Baldurstraße

46284 Dorsten

51.672961, 6.950289 1905

1931 von Baldur

übernommen

2001 1323 m
Baldur 2

Baldurstraße

46284 Dorsten

51.672874, 6.951396 1906

1931 von Baldur 

übernommen

1972 743 m
Wulfen 1

Dülmener Str.

46286 Dorsten

51.720393, 7.056429 1958

1982 von Wulfen

übernommen

1984 1037 m
Wulfen 2

Dülmener Str.

46286 Dorsten

51.720501, 7.058120 1959

1982 von Wulfen 

übernommen

2000 1037 m

 

Fotogalerie

47. Zeche Auguste Victoria, Marl

Fördergerüst Schacht 1 und 2 der Zeche Auguste Victoria in Marl, Ruhrgebiet, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Zechen Marl

Bei ersten Mutungsbohrungen stießen Düsseldorfer Kaufleute 1897 in Marl auf Kohle. 1899 gründeten sie die Gewerkschaft Auguste Victoria, benannt nach der letzten deutschen Kaiserin. Abteufarbeiten an Schacht 1 begannen im gleichen Jahr. 1900 folgte Schacht 2. Aufgrund eines Schiefstands in 40m Tiefe wurden 1901 die Arbeiten an Schacht 1 eingestellt. Schacht 2 wurde zu Schacht 1 umbenannt. Beim Abteufen des Schachts kam 1902 zum ersten Mal im Ruhrgebiet das Gefrierverfahren zum Einsatz. Der Kohleabbau wurde 1905 in einer Tiefe von 605m aufgenommen. 1908 wurde die Zeche von der Interessensgemeinschaft chemischer Werke (später IG Farben) übernommen.

 

1925 begannen die Abteufarbeiten von Schacht 3, der ein Jahr später eine Endteufe von 820 m erreichte. 1927 kam es zu einem schweren Schwimmsandeinbruch in Schacht 3, bei dem der Schacht mitsamt Förderturm zubruch ging. 1928 begannen die Arbeiten an Schacht 4, zwei Jahre später an Schacht 5, der 1931 den Betrieb aufnahm. 1934 wurde Schacht 3 ausgeräumt, neu abgesichert und weiter abgeteuft. Er nahm 1937 die Förderung auf. 1930 waren in Schacht 4 und 5 Blei- und Zinkerzvorkommen entdeckt worden, die ab 1936 abgebaut wurden. Die maximale Erzförderung erreichte das Bergwerk 1943 mit 352.000 Tonnen.

 

1950 wurde Schacht 6 abgeteuft. Er ging 1952 als Wetterschacht in Betrieb. 1954 erreichte Schacht 1 eine Endteufe von 1176m. Schacht 7 wurde 1957 direkt neben Schacht 3 abgeteuft. Förderbeginn war 1960. Der Erzabbau wurde 1962 wegen Unrentabilität aufgegeben. 1963 begannen die Arbeiten an Schacht 8, der 1967 in Betrieb genommen wurde. 1965 erreichte Schacht 7 eine Endteufe von 1260m. 1966 wurden Schacht 1 und 2 stillgelegt und Schacht 7 zum Hauptförderschacht. 1967 wurde Schacht 5 verfüllt. 1980 erreichte Schacht 8 eine Endteufe von 1296m. 1987 wurde Schacht 9 abgeteuft, der 1989 eine Endteufe von 1330m erreichte und 1990 als Wetterschacht in Betrieb ging. 1991 wurde Auguste Victoria von der Ruhrkohle AG übernommen. 1995 erreichte Auguste Victoria die maximale Fördermenge mit 3.541.345 t bei einer Belegschaft von 4.916 Bergleuten. 2001 erfolgte der Verbund mit der Zeche Blumenthal. Das Verbundbergwerk wurde noch bis 2015 betrieben, bis es endgültig stillgelegt wurde.

 

QUELLEN: Huske 2006, Wikipedia

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Zeche Auguste Victoria, RevierZechen Marl

FOTO: Zeche Auguste Victoria, vorne: Schacht 1, hinten: Schacht 2 (8.11.2020) © Christian Twehues 

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Grün­dung
Förder­beginn
Still­legung
Max.
Beleg­schaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Auguste Victoria (ab 1899)

Auguste Victoria/Blumenthal (ab 2001)

Auguste Victoria (ab 2007)

1899 1904 2015
9.613
(1960)
3.541.345 t Kohle
(1995)
352.420 Erz (1943) 

1902: Erster Schacht

im Ruhrgebiet, der

im Gefrierverfahren 

abgeteuft
 wird

 

Schächte der Zeche Auguste Victoria

 

Schacht Adresse GPS
Teuf­beginn
Förder­beginn
Still­legung
Max. Teufe
Alter Schacht 1

Victoriastraße 43

45772 Marl

- 1899

1901 Stundung wegen

Schiefstellung in 40m

1903 40 m
1

Victoriastraße 43

45772 Marl

51.667800, 7.135733 1900 1904 1966 1176 m
2

Victoriastraße 43

45772 Marl

51.667867, 7.136751 1903 1905 1966 1187 m
3 (Nordfeld)

Carl-Duisberg-Straße

45772 Marl

51.686407, 7.111826 1925 1937 2015 1069 m
4 (Westfeld)

Am Wetterschacht

45770 Marl

51.655089, 7.113937 1928 1929 1965 830 m
5 (Westfeld)

Am Wetterschacht

45770 Marl

51.655988, 7.113968 1930 1931 1965 1029 m
6 (Wetterschacht)

Hülsbergstraße

45772 Marl

51.689447, 7.152463 1950 1952 2001 829 m
7 (Förderschacht)

Carl-Duisberg-Straße

45772 Marl

51.685326, 7.110518 1957 1960 2015 1260 m
8 (Nordfeld)

Lippramsdorfer Str.

45772 Marl

51.713070, 7.117522 1963 1967 2015 1296 m
9 (Wetterschacht)

Lembecker Weg

45721 Haltern am See

51.747298, 7.095906 1987 1990 2015 1330 m

 

Fotogalerie

48. Zeche Schlägel & Eisen, Herten

Zeche Schlägel & Eisen in Herten, Ruhrgebiet, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Zechen Herten

Die Zeche Schlägel & Eisen in Herten wurde 1873 gegründet. Schacht 1 wurde 1874 abgeteuft. Er erreichte das Karbon in einer Teufe von 342m und ging 1877 in Förderung. Es gab zu Anfang erhebliche geologische Schwierigkeiten. In den Jahren 1890 bis 1900 wurden die Förderschächte 2, 3 und 5 und die Wet­ter­schächte 4 und 6 abgeteuft. 1937 wurde ein neuer Zentralförderschacht 7 neben den Schächten 3 und 4 abgeteuft. Er wurde 1941 in Betrieb genommen. Die Zeche erlitt 1945 schwere Schäden und musste zeitweise die Förderung einstellen. In den 1950ern stieß der Abbau weiter in Richtung Norden vor. 1957 wurde zur Bewetterung des Nordfelds ein neuer Wetterschacht bis auf die 5. Sohle (810m) abgeteuft. Das Bergwerk erreichte 1975 seine maximale Fördermenge von 2 Mio t Kohle. 1990 wurde Schlägel & Eisen mit der Zeche Ewald zusammengelegt. Die Förderung auf den Schächten der Zeche Schlägel & Eisen wurde im gleichen Jahr eingestellt, die Kohlen über Ewald zutage gefördert. 1991 wurde Schlägel & Eisen 3/4/7 abgerissen, die Schächte blieben vorerst offen. 1993 erreichte das Bergwerk im Feld Schlägel & Eisen im Unterwerksbau (d.h. Abbau unterhalb der Fördersohle ohne eigene erstellte Sohle) eine Endteufe von 1337m.

 

QUELLEN: Hermann 2008, Huske 2006, Wikipedia

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Zeche Schlägel & Eisen, Ruhrgebiet, Ruhrpott, RevierZechen Herten

FOTO: Zeche Schlägel & Eisen, vorne: Schacht 4, hinten: Schacht 3 (2.01.2021) © Christian Twehues 

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Grün­dung
Förder­beginn
Still­legung
Max.
Beleg­schaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Schlägel & Eisen (ab1873)

Ewald/Schlägel & Eisen (ab 1990)

1873 1877 1990
4.706
(1920)
2.030.346 t
(1975)

Schlägel und Eisen ist seit der
ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts
das international gebräuchliche
Symbol für den Bergbau. 

 

Schächte der Zeche Schlägel & Eisen

 

Schacht Adresse GPS
Teuf­beginn
Förder­beginn
Still­legung
Max. Teufe
1

Zum Alten Schacht

45699 Herten

51.602784, 7.156260 1874 1877 1971 898 m
2

Zum Alten Schacht

45699 Herten

51.602641, 7.155566 1890 1892 1998 1179 m
3

Glückauf-Ring 35-37

45699 Herten

51.608234, 7.117635 1895 1897 1990 814 m
4 (Wetterschacht)

Zur Grubenwehr

45699 Herten

51.608208, 7.117174 1900 1902 1990 1240 m
5

Scherlebecker Str.

45701 Herten

51.616713, 7.144051 1898 1901 1990 1237 m
6 (Wetterschacht)

Scherlebecker Str.

45701 Herten

51.616291, 7.144291 1899 1900 1969 716 m
7 (Zentralförderschacht)

Zur Grubenwehr

45699 Herten

51.609316, 7.118712 1937 1941 1990 1192 m
8 (Wetterschacht)

Loemühlenweg

45770 Marl

51.638143, 7.122231 1957 1960 1989 814 m

 

Fotogalerie

49. Zeche Ewald, Herten

Zeche Ewald in Herten, Ruhrgebiet, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Zechen Herten

Die Zeche Ewald in Herten wurde 1873 gegründet. Schacht 1 wurde von 1872 bis 1875 abgeteuft. Ein imposanter Malakowturm wurde 1875 fertiggestellt. Ewald begann 1876 mit der Förderung. Auf dem gleichen Gelände wurde 1888 ein zweiter Schacht und später 1940 der neue Zentralförderschacht 7 gebaut. Die Zeche stieß schnell in die Tiefe vor. 1884 war Ewald mit 674m die tiefste Steinkohlenzeche im Ruhrgebiet. 1895 begann das Bergwerk mit dem Aufbau einer zweiten Schachtanlage 3/4 auf Gelsenkirchener Gebiet. Die beiden Schächte nahmen 1897 die Förderung auf. 1907 und 1911 folgten die Wetterschächte 5 und 6. 1971 übernahm Ewald die stillgelegte Zeche Bismarck mit dem Schacht Bismarck 10, der später in Emschermulde 1 umbenannt wurde. 1974 wurde dann die Zeche Recklinghausen übernommen mit den Schachtanlagen Recklinghausen I (Schächte 1/2) und Recklinghausen II (Schächte 1/2/4). 1984 kam der Wetterschacht Hugo-Ost von der Zeche Hugo dazu. 1990 erfolgte der Verbund mit Schlägel & Eisen und 1997 mit Hugo zum dann größten Bergwerk im Revier.

 

Die Zeche Ewald wurde 2000 stillgelegt. Das Gelände an der Werner-Heisenberg-Straße in Herten wurde in den Folgejahren zu einem Gewerbegebiet umgewidmet und bietet heute zahlreichen Unternehmen einen Standort. 2009 eröffnete in der ehemaligen Heizzentrale das Travestie-Theater RevuePalast Ruhr. Ab 2013 strahlte der ARD aus der Untertage Bar den Sportschau-Club aus

 

QUELLEN: Hermann 2008, Huske 2006, Wikipedia

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Zeche Ewald, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, RevierZechen Herten

FOTO: Zeche Ewald, links: Schacht 7, Mitte: Schacht 1, rechts: Schacht 2 (29.04.2018) © Christian Twehues 

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Grün­dung
Förder­beginn
Still­legung
Max.
Beleg­schaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Professor (ab 1870)

Ewald (ab 1871)

Ewald/Schlägel & Eisen (ab 1990)

Ewald/Hugo (ab 1997)

1871 1876 2000
6.176
(1950)
3.587.325 t
(1981)

1884: Mit 624m tiefster

Schacht im Ruhrgebiet 

 

Schächte der Zeche Ewald

 

Schacht Adresse GPS
Teuf­beginn
Förder­beginn
Still­legung
Max. Teufe
1 (Hilger)

Werner-Heisenberg-Straße

45699 Herten

51.572363, 7.146513 1872 1876 1996 950 m
2 (Hagedorn)

Werner-Heisenberg-Straße

45699 Herten

51.572740, 7.146361 1888 1892 2000 1300 m
3 (Schürenberg)

Ewaldstraße

45892 Gelsenkirchen

51.578137, 7.113463 1895 1897 1996 1250 m
4 (Waldthausen)

Ewaldstraße

45892 Gelsenkirchen

51.578441, 7.112917 1895 1897 2000 950 m
5 (Wetterschacht)

Nimrodstraße

45699 Herten

51.587420, 7.165588 1907 1908 1996 1350 m
6 (Wetterschacht)

Im Emscherbruch

45892 Gelsenkirchen

51.577033, 7.124490 1911 1912 1996 1250 m
7 (Zentralschacht)

Werner-Heisenberg-Straße

45699 Herten

51.571645, 7.146648 1940 1955 2000 1250 m

Emschermulde 1

(Graf Bismark 10)

Holzbachstraße

45892 Gelsenkirchen

51.554367, 7.112960 1951

1971 von

Zeche Bismarck

übernommen

1996 1176 m
Recklinghausen I, 1

Hochlarmarkstraße

45661 Recklinghausen

51.560920, 7.196508 1869

1974 von Zeche
Recklinghausen

übernommen

1972 566 m
Recklinghausen I, 2

Hochlarmarkstraße

45661 Recklinghausen

51.561243, 7.196569 1901

1974 von Zeche
Recklinghausen

übernommen

1977 686 m
Recklinghausen II, 1

Karlstraße

45661 Recklinghausen

51.563260, 7.180122 1882

1974 von Zeche
Recklinghausen

übernommen

1988 850 m
Recklinghausen II, 2

Karlstraße

45661 Recklinghausen

51.563979, 7.179367 1899

1974 von Zeche
Recklinghausen

übernommen

1988 850 m

Recklinghausen II, 3

(Wetterschacht)

Westfalenstraße

45661 Recklinghausen

51.579990, 7.185168 1940

1974 von Zeche
Recklinghausen

übernommen

1977 850 m
Recklinghausen II, 4

Karlstraße

45661 Recklinghausen

51.564550, 7.179478 1961

1974 von Zeche
Recklinghausen

übernommen

1988 850 m

Wetterschacht Hugo-Ost

(Hugo 6)

Ressestraße

45892 Gelsenkirchen

51.582320, 7.083700 1933

1984 von Hugo

übernommen

2000 940 m
Emschermulde 2

Emscherstraße

45891 Gelsenkirchen

51.549937, 7.091325 1973

1992 von Hugo

übernommen

2000 1142 m

 

Fotogalerie

50. Zeche General Blumenthal, Recklinghausen

Zeche General Blumenthal, Schacht 7 in Recklinghausen, Ruhrgebiet, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Zechen Recklinghausen

Die Zeche General Blumenthal in Recklinghausen wurde 1873 gegründet. Im gleichen Jahr wurde Schacht 1 abgeteuft, der 1877 in einer Tiefe von 359 Metern auf Kohle stieß. Ein Wassereinbruch 1880 führte zu einem sechsmonatigen Be­triebs­stillstand. 1882 stand die Zeche erneut für 1 Monat still. Grund diesmal war ein Pumpengestängebruch. 1889 wurde der zweite Schacht gebaut. Er ging 1892 in Förderung.

 

In den Jahren 1895 bis 1908 folgten 4 weitere Schächte auf Recklinghäuser Gebiet. 1903 übernahm die Bergwerksgesellschaft Hibernia AG das Bergwerk General Blumenthal. 1956 erreichte die Zeche eine Teufe von 1013m. 1966 fuhr das letzte Grubenpferd im Ruhrgebiet auf General Blumenthal seine letzte Schicht und kam zutage. 1967 wurde der Zentralförderschacht 11 der stillgelegten Zeche Shamrock übernommen. Auf den Schächten 1/2/6 wurde die Förderung eingestellt. Die Kohle wurde auf der 7. Sohle über Shamrock 11 gefördert. 1979 und 1980 wurden der Förderschacht Haltern 1 und der Wetterschacht Haltern 2 abgeteuft. Sie gingen 1984/1985 in Betrieb.

 

1992 wurde General Blumenthal mit der Zeche Haard zum Verbundbergwerk Blumenthal/Haard zusammengelegt, zu diesem Zeitpunkt das größte Bergwerk im Revier. 1995 erreichte General Blumenthal eine Endteufe von 1283m. 1999 wurden die Schächte Haltern 1/2 aufgegeben und verfüllt. 2001 erfolgte der Verbund mit Auguste Victoria. Im gleichen Jahr wurden die Schächte der Zeche General Blumenthal stillgelegt und verfüllt. Erhalten geblieben ist der Wetterschacht 7 am Westcharweg in Recklinghausen mit Förderturm und Betriebsgebäuden.

 

QUELLEN: Hermann 2008, Huske 2006, Wikipedia

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zechen, Zeche General Blumenthal, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, RevierZechen Recklinghausen

FOTO: Zeche General Blumenthal, Schacht 7 (2.01.2021) © Christian Twehues 

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Grün­dung
Förder­beginn
Still­legung
Max.
Beleg­schaft
Max.
Förderung
Besonderheit

General Blumenthal (ab 1873)

Blumenthal/Haard (ab 1992)

Auguste Victoria/Blumenthal (ab 2001)

1873 1878 2001
4.969
(1920)
2.606.249 t
(1982)

1966: letztes Grubenpferd

im Ruhrbergbau

 

Schächte der Zeche General Blumenthal

 

Schacht Adresse GPS
Teuf­beginn
Förder­beginn
Still­legung
Max. Teufe
1

Beckbruchweg

45659 Recklinghausen

51.601369, 7.204314 1873 1878 1983 722 m
2

Beckbruchweg

45659 Recklinghausen

51.601931, 7.204071 1889 1892 2001 915 m

3 (am Bahnhof

Recklinghausen)

Campus Vest

45665 Recklinghausen

51.621965, 7.208300 1895 1898 2001 1013 m
4

Campus Vest

45665 Recklinghausen

51.622532, 7.208793 1898 1900 2001 620 m

5 (Wetterschacht)

Zum Wetterschacht

45659 Recklinghausen

51.599793, 7.185899 1904 1905 1928 570 m
6 (Harz)

Beckbruchweg

45659 Recklinghausen

51.601301, 7.206177 1908 1912 2001 1283 m
7 (Wetterschacht)

Westcharweg 101

45659 Recklinghausen

51.624922, 7.168275 1940 1944 2001 778 m
8

Im Hampffeld

45739 Oer-Erkenschwick

51.652945, 7.198817 1964 1967 2001 1083 m

Shamrock 11

(Zentralförderschacht)

Kastanienallee

44652 Herne

51.530096, 7.178197 1957

1967 von
Shamrock

übernommen

2001 772 m
Haltern 1

Recklinghäuser Str.

45721 Haltern am See

51.702474, 7.198380 1979 1985 1999 1135 m
Haltern 2 (Wetterschacht)

Recklinghäuser Str.

45721 Haltern am See

51.701568, 7.199487 1980 1984 1999 1112 m

 

Fotogalerie

51. Zeche Recklinghausen, Recklinghausen

Zeche Recklinghausen II, Recklinghausen, Ruhrgebiet, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Zechen Recklinghausen

1863 wurde die Brüsseler Société Anonyme Belge des Charbonnages d'Herne-Bochum gegründet. Ein erster Schacht Providence (später Von der Heydt) wurde 1864 abgeteuft, der zweite Schacht Barilion 1867 (später Julia). Dieser Schacht erhielt das erste stählerne Fördergerüst Deutschlands. Ein dritter Schacht (Clerget) wurde 1869 in Recklinghausen abgeteuft. Schacht Clerget 2 in Hochlarmark folgte 1882. 1889 kaufte die Harpener Bergbau-Aktiengesellschaft die Schächte Clerget 1/2. Die Zeche wurde in Recklinghausen umbenannt. Aus Schacht Clerget 1 wurde Recklinghausen I,1, aus Clerget 2 Recklinghausen II,1. 1899 und 1901 wurde in den Schachtanlagen I und II jeweils ein zweiter Schacht abgeteuft. 1957 wurde Recklinghausen mit der Zeche Julia zusammengelegt. 1961 wurde die Förderung auf den Schächten Julia 1/2/3 und Von der Heydt 1/2 eingestellt. Ein neuer Schacht Recklinghausen II,4 (Konrad Ende) wurde abgeteuft. Er nahm 1963 den Betrieb auf. 1965 und 1966 wurden die Schächte der Zeche Julia aufgegeben und verfüllt. Der Name der Zeche Julia/Recklinghausen wechselte zurück zu Recklinghausen. 1970 erfolgte der Durchschlag mit der Zeche Ewald. 1974 wurde Recklinghausen stillgelegt. Das Baufeld ging zu Ewald. Von den Anlagen ist das Fördergerüst und Maschinenhaus des Schachts Recklinghausen II, 4 (Konrad Ende) erhalten geblieben.

 

QUELLEN: Hermann 2008, Huske 2006, Wikipedia

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zeche Recklinghausen, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, RevierZechen Recklinghausen

FOTO: Zeche Recklinghausen, Schacht II, 4 - Konrad Ende (29.12.2020) © Christian Twehues 

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Grün­dung
Förder­beginn
Still­legung
Max.
Beleg­schaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Clerget (ab 1855)

Recklinghausen (ab 1889)

Julia/Recklinghausen (ab 1957)

Recklinghausen (ab 1966)

1855 1869 1974
3.801
(1920)
1.582.913 t
(1972)

Die Zeche wurde im Volksmund

auch Klärchen genannt

 

Schächte der Zeche Recklinghausen

 

Schacht Adresse GPS
Teuf­beginn
Förder­beginn
Still­legung
Max. Teufe
I, 1 (Clerget 1)

Hochlarmarkstraße

45661 Recklinghausen

51.560920, 7.196508 1869 1875

1974 an Ewald

abgegeben

566 m
I, 2

Hochlarmarkstraße

45661 Recklinghausen

51.561243, 7.196569 1901 1905

1974 an Ewald 

abgegeben

686 m
II, 1 (Clerget 2)

Karlstraße

45661 Recklinghausen

51.563260, 7.180122 1882 1884

1974 an Ewald 

abgegeben

850 m
II, 2

Karlstraße

45661 Recklinghausen

51.563979, 7.179367 1899 1901

1974 an Ewald 

abgegeben

850 m
II, 3 (Nordschacht)

Westfalenstraße

45661 Recklinghausen

51.579990, 7.185168 1940 1945

1974 an Ewald 

abgegeben

850 m
II, 4 (Konrad Ende)

Karlstraße

45661 Recklinghausen

51.564550, 7.179478 1961 1963

1974 an Ewald 

abgegeben

850 m
Grullbadschacht

Walkmühlenweg

45661 Recklinghausen

51.582719, 7.205705 1938 1939

ab 1940 an König Ludwig

verpachtet, 1965 stillgelegt

419 m

 

Fotogalerie

52. Zeche Unser Fritz, Herne

Zeche Unser Fritz, Schacht 1 in Herne, Ruhrgebiet, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Zechen Herne

1871 wurde die Zeche Ver. Gregor gegründet. Ein erster Schacht Sophie wurde im gleichen Jahr abgeteuft. Die Zeche wurde 1872 in Unser Fritz umbenannt. 1874 wurde der Malakowturm (s. Foto) fertiggestellt. 1881 begannen die Arbeiten an einem zweiten Schacht nördlich der Emscher. Er ging 1884 in Produktion. 1890 erhält Schacht 1 ein eisernes Fördergerüst. 1899 wurde Wetterschacht 3 abgeteuft. 1907 wurde dieser zum Förderschacht, Schacht 2 zum Wetterschacht. Mit Fertigstellung von Schacht 4 im Jahr 1910 wurde auch Schacht 1 zum Wetterschacht. 1922 übernahm das Bergwerk Consolidation die Zeche. Unser Fritz blieb aber noch eigenständig. 1925 wurden die Schächte 2, 3 und 5 stillgelegt. 1928 dann auch Schacht 1 und 4. 1929 ging das Grubenfeld zu Consolidation. Die Schachtanlage Unser Fritz wurde 1936 als Außenstelle der Zeche Consolidation wieder in Betrieb genommen. Die Schächte Unser Fritz 1, 3-5 waren noch bis in die 1990er Jahre aktiv. Sie wurden 1990 und 1993 abgeworfen und verfüllt. Die Schachtanlagen wurden bis auf den Malakowturm über Schacht 1 Sophie abgerissen.

 

QUELLEN: Hermann 2008, Huske 2006, Wikipedia

TAGS: Industriekultur, Zeche Unser Fritz, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, RevierZechen Herne

FOTO: Zeche Unser Fritz, Schacht 1-Sophie (2.01.2021) © Christian Twehues 

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Grün­dung
Förder­beginn
Still­legung
Max.
Beleg­schaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Ver. Gregor (ab1858)

Unser Fritz (ab 1872)

1871 1874 1928
4.026
(1920)
891.000 t
(1925)

Malakowturm aus dem Jahr 1874

 

Schächte der Zeche Unser Fritz

 

Schacht Adresse GPS
Teuf­beginn
Förder­beginn
Still­legung
Max. Teufe
1 (Sophie)

Am Malakowturm

44653 Herne

51.540844, 7.134429 1871 1874

1928 stillgelegt, 1929 an

Consolidation abgegeben

642 m
2

Grimberger Feld

44653 Herne

51.546633, 7.138540 1881 1884

1925 stillgelegt, 1929 an

Consolidation abgegeben

650 m
3

Grimberger Feld

44653 Herne

51.546360, 7.138695 1897 1903

1925 stillgelegt, 1929 an

Consolidation abgegeben

650 m

4

Am Malakowturm

44653 Herne

51.540296, 7.134529 1908 1910

1928 stillgelegt, 1929 an

Consolidation abgegeben

744 m
5 (Wetterschacht)

Altcrange

44653 Herne

51.546001, 7.157797 1920 1923

1925 stillgelegt, 1929 an

Consolidation abgegeben

? m

 

Fotogalerie

53. Zeche Pluto, Herne

Bergwerk Zeche Pluto, Herne, Ruhrgebiet, Fördergerüst, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Zechen Herne

1850 führte die Gemeinde Bickern in Herne erste Probebohrungen durch. 1856 gründete Heinrich Thies eine Aktiengesellschaft zum Abbau des Kohlenfelds St. Nikolaus. 1857 wurde der erste Schacht Thies abgeteuft. 1858 stieß man in 149m auf Kohle. Die 1. Sohle wurde in einer Teufe von 192 Metern angesetzt. 1860 folgte in 244m Tiefe die 2. Sohle. 1862 konsolidierten 7 Kohlenfelder zum Bergwerk Pluto, das eine Fläche von 6,8 km² umfasste. Schacht Thies erhielt einen Malakowturm. Zeche Pluto ging im selben Jahr in Betrieb.

 

1869 wurde in 323 Metern Tiefe die 3. Sohle angesetzt. 1873 wurde ein zweiter Schacht Wilhelm abgeteuft, der die Bewetterung der Zeche übernahm. 1893 folgte Schacht 3 direkt neben Schacht Wilhelm. Schacht Thies setzte 1895 in einer Teufe von 606 Metern die 6. Sohle an. 1899 begannen die Abteufarbeiten am Wetterschacht 4 neben Schacht Thies. 1903 wurde im Schacht Thies in einer Teufe von 705 Metern die 7. Sohle angesetzt. 1906 begannen 930 Meter westlich von der Schachtanlage 1/4 (Thies) die Arbeiten an Schacht 5, der 1908 die Förderung aufnahm. Schacht Thies stellte 1910 die Förderung ein. Der Schacht wurde verfüllt, neu abgeteuft und 1912 wieder bis zur 7. Sohle in Betrieb genommen.

 

1913 wurde Schacht 7 neben Schacht Wilhelm abgeteuft und 1918 in Betrieb genommen. Die Förderung auf Schacht 2 wurde daraufhin eingestellt und der Schacht als Wetterschacht genutzt. Schacht 3 wurde 1919 bis zur 7. Sohle in Betrieb genommen. 1926 wurde die Zeche Pluto von der Vereinigten Stahlwerke AG übernommen. Die Förderung wurde auf Schacht 3 konzentriert. Die Gebäude der Schachtanlage 1/4 (Thies) wurden weitestgehend abgerissen, die Schächte aber offen gelassen. 1943 wurde Schacht 3 verfüllt und 1944 mit einem größeren Querschnitt neu abgeteuft. Die Arbeiten wurden durch Luftangriffe der Alliierten 1945 unterbrochen. Die Förderung wurde nach Kriegsende schnell wieder aufgenommen. Die Hauptförderung erfolgte zu diesem Zeitpunkt auf der 7. Sohle. Schacht 3 wurde 1951 bis zur 8. Sohle wieder in Betrieb genommen. Die oberirdischen Anlagen der Schachtanlage Pluto-Wilhelm wurden zwischen 1953 und 1963 vollständig erneuert. Schacht 3 erhielt ein 56m hohes Fördergerüst (s. Foto). Im gleichen Jahr wurde auf Schacht 3 die 9. Sohle in einer Teufe von 940m angesetzt. Schacht 3 wurde zum Zentralförderschacht der Zeche Pluto.

 

1960 wurde Schacht 4 zum Wetterschacht umfunktioniert. Schacht Thies wurde 1963 verfüllt. 1968 wurde die Zeche Pluto in die Ruhrkohle AG eingegliedert. 1971 wurden die Zechen Pluto und Consolidation einer gemeinsamen Werksdirektion unterstellt. 1976 wurde die Förderung auf Pluto eingestellt und die Förderung von der Zeche Consolidation übernommen. Die letzten Schächte der ehemaligen Zeche Pluto wurden von Consolidation 1993 abgeworfen und verfüllt. Pluto hatte die maximale Fördermenge im Jahr 1913 erreicht mit 1,25 Mio t Kohle bei einer Belegschaft von 4.655 Bergleuten. Von der Zeche Pluto sind das Fördergerüst über Schacht 3 mit einigen Tagesanlagen erhalten geblieben. Von September 2020 bis Februar 2021 wurde die einsturzgefährdete Schachthalle mit Hängebank unterhalb des Förderturms abgerissen.

 

QUELLEN: Huske 2006, Hermann 2008, Wikipedia

TAGS: Zeche Pluto, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, RevierZechen Herne

FOTO: Zeche Pluto 2/3/7, Schacht 3 (29.08.2020) © Christian Twehues

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Grün­dung
Förder­beginn
Still­legung
Max.
Beleg­schaft
Max.
Förderung
Besonderheit

St. Nicolaus (ab 1856)

Pluto (ab 1862)

1856 1862 1976
4.664
(1920)
1.251.140 t
(1913)

Pluto ist in der griechischen und römischen
Mythologie der Gott der Unterwelt.

 

Schächte der Zeche Pluto

 

Schacht Adresse GPS
Teuf­beginn
Förder­beginn
Still­legung
Max. Teufe
1 (Thies)

Plutostraße 15 

44651 Herne

51.521751, 7.153645 1857 1862 1927 810 m
2 (Wilhelm)

Thiesstraße 61

44649 Herne

51.532355, 7.142607 1873 1875

1976 an Consolidation

abgegeben

809 m
3

Thiesstraße 61

44649 Herne

51.532355, 7.142607 1893 1895

1976 an Consolidation

abgegeben

940 m
4

Plutostraße 15

44651 Herne

51.521751, 7.153645 1899 1901

1976 an Consolidation

abgegeben

606 m
5

Heinrich-Imbusch-Straße

44651 Herne

51.519794, 7.140825 1906 1908

1976 an Consolidation

abgegeben

500 m

6

Plutostraße 15

44651 Herne

51.521751, 7.153645 1875 1876 1964 696 m
7

Thiesstraße 61

44649 Herne

51.532355, 7.142607 1913 1918

1976 an Consolidation

abgegeben

696 m

 

Fotogalerie

54. Zeche Shamrock, Herne

Zeche Shamrock, Schacht 1/2/6/9, Betriebsgebäude in Herne, Ruhrgebiet, Fördergerüst, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Zechen Herne

Die Zeche Shamrock wurde 1857 vom irischen Unternehmer Mulvany gegründet. Shamrock steht für Kleeblatt, ein irisches Nationalsymbol. Beim Abteufen von Schacht 1 kamen gusseiserne Tübbinge zum Einsatz, eine neue Technologie, um starke Wasserzuflüsse abzu­sperren. Schacht 1 nahm 1860 die Förderung auf. Im Laufe der Jahre errichtete Shamrock elf Schächte. In Spitzenzeiten (1920) arbeiteten 7131 Bergleute für das Werk in Herne-Wanne-Eickel.

 

Gegen Ende des zweiten Weltkriegs erlitt die Zeche schwere Schäden. Die Zentralkokerei wurde vollkommen zerstört. Sie nahm erst 1948 nach umfangreichen Reparaturen den Betrieb wieder auf. 1957 wurde ein neuer Zentralförderschacht gebaut, Schacht 11. Shamrock wurde 1967 stillgelegt.

 

Auf dem Gelände der ehemaligen Schachtanlage 1/2/6/9 befindet sich heute ein Chemiewerk. Einige wenige Zechengebäude in der Nähe der Toreinfahrt sind erhalten geblieben. Der Zentralförderschacht 11 wurde 1967 an die Zeche General Blumenthal abgegeben und von ihr bis zur endgültigen Stilllegung im Jahr 2001 weiter betrieben.

 

QUELLEN: Huske 2006, Hermann 2008, Wikipedia

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, RevierZechen Herne, Zeche Shamrock

FOTO: Zeche Shamrock 1/2/6/9, ehemaliges Betriebsgebäude (27.04.2021) © Christian Twehues

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Grün­dung
Förder­beginn
Still­legung
Max.
Beleg­schaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Shamrock (ab 1857)

1857 1860 1967
7131
(1920)
1.983.626 t
(1929)

1857: zweiter Schacht im Ruhrgebiet
mit gusseisernen Tübbingen

1860: Eine der ersten Zechen mit Seilfahrt

 

Schächte der Zeche Shamrock

 

Schacht Adresse GPS
Teuf­beginn
Förder­beginn
Still­legung
Max. Teufe
1

Shamrockstraße

44623 Herne

51.535172, 7.212315 1857 1860 1961 672 m
2 (Wetterschacht)

Shamrockstraße

44623 Herne

51.534745, 7.212310 1860 1865 1961 672 m
3 (Behrensschacht)

Kastanienallee

44652 Herne

51.529191, 7.177558 1890 1893 1961 670 m
4 (Wetterschacht)

Kastanienallee

44652 Herne

51.529455, 7.176969 1891 1893 1961 672 m

5 (Wetterschacht

im Ostfeld)

Schillerstraße

44623 Herne

51.535435, 7.233816 1897 1898 1964 670 m
6 (Wetterschacht)

Shamrockstraße

44623 Herne

51.534795, 7.213007 1897 1898 1914 372 m
7

Südstraße

44625 Herne

51.524456, 7.200002 1899 1905 1967 770 m
8 (Wetterschacht)

Landgrafenstraße

44652 Herne

51.525964, 7.168192 1908 1909 1964 457 m
9 (Hauptförderschacht)

Shamrockstraße

44623 Herne

51.533753, 7.212012 1911 1914 1961 950 m
10

Am Freibad

44649 Herne

51.541145, 7.169583 1925 1928 1967 457 m
11 (Zentralförderschacht)

Kastanienallee

44652 Herne

51.530097, 7.178199 1957 1961

1967 an General

Blumenthal abgegeben

975 m

55. Zeche Teutoburgia, Herne

Bergwerk Zeche Teutoburgia, Herne, Ruhrgebiet, Fördergerüst, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Zechen Herne

Die Zeche Teutoburgia wurde 1902 in Herne gegründet. Die Grube war nicht sehr ertragreich und wurde bald darauf an den Bochumer Verein für Bergbau und Gussstahlfabrikation verkauft, die 1911 den Betrieb wieder aufnahmen. In den Jahren 1911 und 1912 kam es zu zwei schweren Grubenunglücken, bei denen je 6 Bergleute durch eine Schlagwetterexplosion ums Leben kamen. In Spitzenzeiten arbeiteten 1.500 Bergleute im Bergwerk.

 

Der Abbau in der Zeche war aber nicht sehr rentabel. Der Betrieb wurde 1925 eingestellt. 1929 begann man, das Feld von der Zeche Erin aus abzubauen. Zuerst wurde der Schacht Teutoburgia als Wetterschacht für Erin genutzt, später ab 1941 auch zur Seilfahrt und Kohleförderung für die Zeche Erin. 1983 wurde der Schacht endgültig stillgelegt.

 

QUELLEN: Huske 2006, Wikipedia

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, RevierZeche Teutoburgia, Zechen Herne

FOTO: Zeche Teutoburgia, Schacht 1 (3.08.2019) © Christian Twehues

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Grün­dung
Förder­beginn
Still­legung
Max.
Beleg­schaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Teutoburgia (ab 1902)

Erin (ab 1929)

1902 1911 1925
1.512
(1913)
553.574 t
(1913)

zu kleines Grubenfeld

und zahlreiche Störungen

 

Schächte der Zeche Teutoburgia

 

Schacht Adresse GPS
Teuf­beginn
Förder­beginn
Still­legung
Max. Teufe
1

Schadeburgstraße

44627 Herne

51.552605, 7.277985 1909 1911

1925 stillgelegt,

1929 an Erin abgegeben

325 m
Wetterschacht

Schadeburgstraße

44627 Herne

51.552898, 7.277011 1909 1911

1925 stillgelegt, 

1929 an Erin abgegeben

325 m

 

Fotogalerie

56. Zeche Ewald Fortsetzung, Oer-Erkenschwick

Bergwerk Zeche Ewald Fortsetzung in Oer-Erkenschwick, Ruhrgebiet, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Zechen Oer-Erkenschwick

Die Zeche wurde die ersten Jahre Graf Waldersee genannt. Erste Mutungsbohrungen im Jahr 1894 erreichten die Kohle in einer Tiefe von 583m. Die Schächte 1/2 wurden ab 1899 abgeteuft. 1900 wurde die Zeche in Ewald Fortsetzung umbenannt. Die Teufarbeiten an Schacht 2 wurden wegen erheblicher Wasserzuflüsse eingestellt. Sie sollten erst 1919 wieder aufgenommen und Schacht 2 erst 1922 in Förderung gehen. 1901 erreichte Schacht 1 das Karbon bei 579m. Er ging 1903 in Betrieb. Wetterschacht 3 wurde 1901-1904 errichtet. Schacht 4 wurde 1913 begonnen, wegen des 1. Weltkriegs aber erst 1925 beendet. Schacht 5 wurde ab 1925 abgeteuft, wegen der Weltwirtschaftskrise aber erst 1938 fertiggestellt.

 

1945 war die Zeche nach schweren Bombenangriffen für sechs Monate außer Betrieb. 1954 wurde ein neues Kraftwerk in Betrieb genommen. 1965 wurde die Zeche König Ludwig mit den Schächten 6/7 übernommen. 1972 kam Schacht 6 der stillgelegten Zeche Emscher Lippe dazu. Ab 1973 wurde das nördliche Feld An der Haard abgebaut. 1977 wurde der Wetterschacht An der Haard 1 abgeteuft, er nahm 1983 den Betrieb auf. 1978 wurde das Baufeld Ewald Fortsetzung stillgelegt und die Zeche in Haard umbenannt.

 

1984 wurde die Kokerei, 1985 das Kraftwerk Ewald Fortsetzung stillgelegt. Die Zeche Haard diente ab 1986 für die Abdeckung der Spitzenauslastungen der Zeche General Blumenthal. 1992 erfolgte dann auch der Verbund mit General Blumenthal zu Blumenthal/Haard. 1994 wurden die Schächte Ewald Fortsetzung 2 und 3 stillgelegt. 1999 erfolgte dann auch die Stilllegung des Baufelds Haard.

 

Das Fördergerüst sowie Verwaltungsgebäude und Maschinenhalle von Schacht 3 sind erhalten geblieben. Der Wetterschacht An der Haard 1 wurde zum Zeitpunkt der Fotoaufnahmen im Dezember 2020 abgerissen.

 

QUELLEN: Huske 2006, Wikipedia

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zeche Ewald Fortsetzung, Die Zechen im nördlichen Ruhrgebiet, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, RevierZechen Oer-Erkenschwick

FOTO: Zeche Ewald Fortsetzung, Schacht 3 (28.12.2020) © Christian Twehues

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Grün­dung
Förder­beginn
Still­legung
Max.
Beleg­schaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Graf Waldersee (ab 1895)

Ewald Fortsetzung (ab 1900)

Haard (ab 1978)

Blumenthal/Haard (ab 1992)

1900 1903 1999
5474
(1950)
1.476.822 t
(1974)

Der Name der Zeche leitet sich von

„Ewald Hilger“ einem der Gründer ab.

Die Zeche besaß in Herten ein 10 km²

großes Baufeld und erwirkte 1895

eine Ausweitung ("Fortsetzung")

nordöstlich von Recklinghausen

 

Schächte der Zeche Ewald Fortsetzung

 

Schacht Adresse GPS
Teuf­beginn
Förder­beginn
Still­legung
Max. Teufe
1

Ewaldstraße 64 

45739 Oer-Erkenschwick

51.642712, 7.264610 1899 1903 1999 950 m
2

Am Förderturm

45739 Oer-Erkenschwick

51.642657, 7.263803 1899 1922 1994 950 m
3

Ewaldstraße 64 

45739 Oer-Erkenschwick

51.643014, 7.266598 1901 1904 1994 1100 m
4 (Ruschen)

Karlstraße

45739 Oer-Erkenschwick

51.649674, 7.285938 1913 1925 1999 950 m
5

Karlstraße

45739 Oer-Erkenschwick

51.649864, 7.286774 1925 1938 1999 1100 m
König Ludwig 7

Ickerottweg

45665 Recklinghausen

51.610832, 7.277204 1928

1965 von König

Ludwig übernommen

1979 800 m
König Ludwig 8

Ickerottweg

45665 Recklinghausen

51.611423, 7.277921 1928

1965 von König 

Ludwig übernommen

1972 1100 m
Emscher Lippe 6

Redder Str.

45711 Datteln

51.668341, 7.305858 1961

1972 von stillgelegter

Zeche Emscher

Lippe übernommen

1999 758 m
An der Haard 1

Redder Str.

45711 Datteln

51.696915, 7.255169 1977 1983 1999 1115 m

 

Fotogalerie

57. Zeche Erin, Castrop-Rauxel

Bergwerk Zeche Erin in Castrop-Rauxel, Ruhrgebiet, Deutschland mit Hammerkopf Förderturm Erin 3 Schacht 3, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Zechen Castrop-Rauxel

Den Namen erhielt die Zeche vom irischen Gründer William Thomas Mulvany, der die Zeche nach der Göttin Erin benannte, ebenfalls Namenspatronin des Landes Irland (gällisch: Eire). Mulvany wurde 1806 in Dublin, Irland geboren. Nach einer Ausbildung zum Technischen Zeichner arbeitete er als Landvermesser beim irischen Staat. Später übernahm Mulvany die Projektierung von Wasserstraßen und spezialisierte sich auf die Entwässerung von großen Flächen zur Nutzbarmachung für die Landwirtschaft.

 

1855 kam Mulvany als Repäsentant einer irischen Investorengruppe nach Deutschland. Er lebte bis zu seinem Tode 1885 in Pempelfort, einem Stadtteil von Düsseldorf. Mulvany gründete 1866 mit anderen Unternehmern die Preußische Bergwerks- und Hütten-Aktiengesellschaft. Die PBHAG bestand aus der Zeche Hansa, Zeche Zollern, der neu gegründeten Zeche Erin sowie Erzbergwerken und einer Eisenhütte.

 

Die Zeche Erin wurde 1867 gegründet. Schacht 1 und 2 gingen 1868 in Förderung. Nachdem 1877 die PBHAG in Konkurs ging, wurde Erin eigenständig. Schacht Erin 3, dessen Hammerkopfturm hier abgebildet ist, wurde 1899 in Betrieb genommen. Das Bergwerk war bis 1983 aktiv. Nach seiner Stilllegung wurden der Förderturm Erin 3 sowie das Fördergerüst über Schacht 7, das 1951-1953 errichtet wurde, als Industriedenkmal erhalten. Beide Schächte sind nachts beleuchtet, was teilweise durch private Spenden finanziert wird. Zur Adventszeit zieht ein Laserstrahl einen grünen Lichtstreifen über den Nachthimmel von Castrop-Rauxel vom Kopf des Förderturms Erin 3 bis zum Fördergerüst Erin 7 im 1,7 km entfernten Erin-Park.

 

QUELLEN: Huske 2006, Wikipedia (Zeche Erin), Wikipedia (William Thomas Mulvany)

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zeche Erin, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, RevierZechen Castrop-Rauxel

FOTO: Zeche Erin, Schacht 3 (21.12.2020) © Christian Twehues

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Grün­dung
Förder­beginn
Still­legung
Max.
Beleg­schaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Erin (ab 1867)

1867 1868 1983
4531
(1955)
1.480.855 t
(1973)

1964: erster mannlose

Steilstreb im Ruhrgebiet

 

Schächte der Zeche Erin

 

Schacht Adresse GPS
Teuf­beginn
Förder­beginn
Still­legung
Max. Teufe
1

Erinstraße

44575 Castrop-Rauxel

51.546886, 7.304661 1866 1868 1983 445 m
2 (Wetter­schacht)

Erinstraße

44575 Castrop-Rauxel

51.546749, 7.304711 1866 1868 1983 900 m
3

Bodelschwingher Str.

44577 Castrop-Rauxel

51.550244, 7.328352 1889 1891 1983 646 m
4 (Wetter­schacht)

Erinstraße

44575 Castrop-Rauxel

51.546625, 7.303940 1890 1892 1983 295 m
5

Briloner Str.

44575 Castrop-Rauxel

51.560111, 7.321006 1892 1895 1911 900 m
Wetterschacht
im Ostfeld

-

- 1900 1902

nach 1902
nicht mehr
erwähnt

293 m
Teutoburgia 1

Kohlenstraße

44627 Herne

51.552605, 7.277985 1909

1929 von
stillgelegter

Teutoburgia
übernommen

1983 646 m
Teutoburgia 2

Kohlenstraße

44627 Herne

51.552898, 7.277011 1909

1929 von
stillgelegter 

Teutoburgia
übernommen

1983 325 m
6 (Wetter­schacht)

Bochumer Str.

44575 Castrop-Rauxel

51.532830, 7.298390 1943 1951 1983 646 m
7 (Haupt­förder­schacht)

Erinstraße

44575 Castrop-Rauxel

51.546566, 7.304786 1951 1954 1983 646 m
Lothringen 6

Lothringer Str.

44805 Bochum

51.519273, 7.282250 1884

1967 von
stillgelegter

Lothringen-Graf
Schwerin

übernommen

1968 an
Bergwerke 
Bochum
abgegeben,

1978 stillgelegt

1026 m

 

Fotogalerie

58. Zeche Waltrop, Waltrop

Eingang zur Maschinenhalle auf der Zeche Zollern in Dortmund, Ruhrgebiet, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Zechen Waltrop

Die Zeche Waltrop wurde 1903 gegründet. Zwei Schächte wurden abgeteuft und gingen 1907 in Betrieb. So weit nördlich im Ruhrgebeit wurde das Karbon erst in einer Tiefe von 500m gefunden. 1909 kam es zu starken Wassereinbrüchen. DIe Grube wurde aufgegeben und soff ab. Das Sümpfen im Sommer war erfolglos. Erst mit dem Einsatz von stärkeren Pumpen konnte das Bergwerk von 1910-1912 wieder trockengelegt werden. Ende 1912 wurde die Förderung erneut aufgenommen.

 

Ende des zweiten Weltkriegs wurde die Zeche durch Bombenangriffe beschädigt. Das erneute Absaufen der Grube konnte verhindert werden. Die Kokerei wurde zerstört und konnte erst 1949 wieder in Betrieb gehen. 1978 wurde eine gemeinsame Werksdirektion mit der Zeche Minister Achenbach gebildet. 1979 wurde Waltrop stillgelegt. Die Schächte blieben vorerst offen und dienten Minster Achenbach bis zur Stilllegung 1992 zur Wasserhaltung. Die drei Schächte sind heute zurückgebaut. Die Zechengebäude der Schachtanlage 1/2 sind aber weitestgehend erhalten geblieben und können besichtigt werden.

 

QUELLEN: Huske 2006, Wikipedia

TAGS: Industriekultur, Zeche Waltrop, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, RevierZechen Waltrop

FOTO: Zeche Waltrop und Halde Brockenscheidt mit Spurwerkturm (28.04.2021) © Christian Twehues

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Grün­dung
Förder­beginn
Still­legung
Max.
Beleg­schaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Waltrop (ab 1903)

1903 1907 1979
2738
(1955)
1.131.974 t
(1974)

2021: Viele Zechengebäude sind in

sehr gutem Zustand erhalten geblieben.

Direkt neben der Zeche befindet sich

die Halde Brockenscheidt

 

Schächte der Zeche Waltrop

 

Schacht Adresse GPS
Teuf­beginn
Förder­beginn
Still­legung
Max. Teufe
1

Hiberniastraße

45731 Waltrop

51.617616, 7.419855 1903 1907

1983-1992 Wasserhaltung

für Minister Achenbach

910 m
2 (Wetterschacht)

Hiberniastraße

45731 Waltrop

51.618057, 7.420857 1903 1907

1983-1992 Wasserhaltung 

für Minister Achenbach

792 m
3

Unterlipper Str.

45731 Waltrop

51.644463, 7.427280 1956 1958 1979 1003 m

 

Fotogalerie


Quellenverzeichnis

  • Huske 2006:
    Joachim Huske: "Die Steinkohlenzechen im Ruhrrevier - Daten & Fakten von den Anfängen bis 2005", 3. überarbeitete & erweiterte Auflage, Selbstverlag des Deutschen Bergbau Museums - Bochum 2006 - ISBN 3-937203-24-9
  • Hermann 2008:
    Wilhelm & Gertrude Hermann: "Die alten Zechen an der Ruhr", 6. Auflage 2008, Karl Robert Langewiesche Nachfolger Hans Köster Verlagsbuchhandlung KG - Königstein im Taunus 2008 - ISBN 978-3-7845-6994-9

Weblinks