Die Zechen im Lugau-Oelsnitzer Steinkohlenrevier, Industriekultur, Fotografie, Der Landgraph

Das Lugau-Oelsnitzer Steinkohlenrevier


Eine fotografische Spurensuche

 

Anfang des 18. Jahrhunderts wurde im Revier Lugau-Oelsnitz goldhaltiger Arsenkies abgebaut. Dabei wurde im Stollen eine Kohlenader entdeckt. Eine Chronik aus dem Jahr 1833 berichtet von einer Steinkohlengrube „vor hundert Jahren“, die die Kohlenader abbaute, bald danach aber wieder außer Betrieb genommen wurde. 1831 wurde bei Straßenarbeiten in Neu-Oelsnitz ein nach über Tage ausstreichender Kohlenflöz entdeckt.

 

Als Geburtsstunde des Steinkohlenbergbaus gilt das Jahr 1844. Der Zwickauer Bergfaktor Karl Gottlob Wolf hatte 1843 in Oelsnitz eine Zeche gegründet und begann 1844 mit der gewerblichen Kohleförderung im Wolfschächtel. Die ersten größeren Gesellschaften wurden Mitte der 1850er Jahre gegründet. Ende der 1850er Jahre sorgte der Bau der Eisenbahnlinie für einen Aufschwung der Kohleindustrie im Lugau-Oelsnitzer Revier.

 

In den 1870er Jahren gab es 11 Gewerkschaften mit etwa 30 Schächten. Während der Weltwirtschaftskrise zwischen den beiden Weltkriegen wurden viele Zechen geschlossen, andere zu drei großen Gewerkschaften zusammengelegt. 1946 wurden die Betriebe verstaatlicht und als Volkseigene Betriebe weitergeführt. In den 1960ern waren die Kohlenvorräte des Reviers weitgehend erschöpft. Im Laufe der knapp 130-jährigen Bergbautätigkeit wurden im Lugau-Oelsnitzer Steinkohlenrevier insgesamt 142 Mio. t Kohle abgebaut. Der letzte Hunt Kohle wurde am 31. März 1971 aus dem Karl-Liebknecht-Schacht in Oelsnitz gefördert.

 

 

Lageplan Lugau-Oelsnitzer Steinkohlenrevier

Zwickauer Steinkohlenrevier, Karte Zwickauer Steinkohlenrevier, Zechen Zwickau

1. Gewerkschaft Deutschland

2. Steinkohlenwerk Vereinsglück

3. Fürstlich-Schönburgisches Steinkohlenwerk

4. Steinkohlenbauverein Gersdorf

5. Gewerkschaft Kaisergrube

6. AG Lugauer Steinkohlenbauverein

7. Gewerkschaft Gottes Segen

8. Gewerkschaft Rhenania


Die Zechen im Lugau-Oelsnitzer Steinkohlenrevier


1. Gewerkschaft Deutschland

Gewerkschaft Deutschland, Deutschlandschacht I, Oelsnitz, Sachsen, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Lugau-Oelsnitzer Steinkohlenrevier

1871 wurde in Oelsnitz die Aktien­gesell­schaft Stein­kohlen­bau­verein Deutschland gegründet. Schacht Deutschland I wurde von 1871 bis 1874 bis auf 699 m abgeteuft, Schacht II von 1872 bis 1879 bis auf eine Teufe von 751 m. 1888 musste Schacht I aufgrund eines größeren Grubenbrands abgesperrt und abgedämmt werden. Die Kosten für die Beseitigung der Schäden überforderten die finanziellen Möglichkeiten der Gesellschaft, die daraufhin den Betrieb einstellte. 1889 wurde die Gewerkschaft Deutschland als Nachfolgegesellschaft gegründet und in Betrieb ge­nommen.

 

1906 übernahm die Gewerkschaft Deutschland das Stein­kohlen­werk Vereinsglück mit Baufeldern und vier Schächten. Die Gewerkschaft Deutschland wurde dadurch zum größten Bergwerk im Revier Lugau-Oelsnitz. Der Erste Weltkrieg führte zu einem starken Pro­duktions­rück­gang und wirtschaftlichen Problemen. 1919 erwarb die Stadt Leipzig die Mehrheit an der Gewerkschaft Deutschland. 1920 kaufte das Bergwerk die Oelsnitzer Bergbaugesellschaft mit zwei Schächten und den Stein­kohlen­bau­verein Hohndorf, ebenfalls mit zwei Schächten. Weitreichende Umbaumaßnahmen wurden bis in die 1930er Jahre durchgeführt. Schacht II wurde bis auf 840 m weiter abgeteuft und ein 50 m hoher Förderturm errichtet. Die Förderung wurde auf die beiden Deutschlandschächte konzentriert. Der Heleneschacht wurde 1932 abgeworfen und verfüllt. Die anderen Schächte dienten bis zur Stilllegung des Bergwerks nur noch zur Material- und Seilfahrt sowie als Wetterschächte.

 

Der Zweite Weltkrieg führte erneut zu einem Produktionsrückgang. Teile der Belegschaft wurden einberufen, Betriebsmaterialien wurden knapp, die Versorgung der Bergleute und ihrer Familien mit Lebensmitteln immer schlechter. Auch waren die ergiebigen Flöze abgebaut und die Förderung drang in immer unrentablere Bereiche vor. Mit Einmarsch der Alliierten kam der Betrieb 1945 völlig zum Erliegen.

 

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Gewerkschaft Deutschland verstaatlicht und in den Volkseigenen Betrieb (VEB) Steinkohlenwerk Deutschland umbenannt. Die Schächte aus der Kaiserzeit und der Weimarer Republik wurden nach prominenten Sozialisten umbenannt. Der Hedwigschacht und der Friedensschacht erhielten die Namen Albert-Jacob I und II. Der Idaschacht wurde in Rosa Luxemburg umgetauft. Die beiden Vereinsglückschächte wurden zu Albert Funk I und II.

 

Um steigenden Betriebskosten entgegen zu wirken, wurden die beiden verbliebenen Bergwerke Deutschland und Karl-Liebknecht 1960 zum Verbundbergwerk VEB Steinkohlenwerk Oelsnitz zusammengelegt. 1961 wurde ein Durchschlag zwischen beiden Betriebsteilen erreicht, sodass das Baufeld der Deutschlandschächte über den Karl-Liebknecht-Schacht abgebaut werden konnte. Die Schächte des Steinkohlenwerks Deutschland wurden 1966 stillgelegt und bis 1973 verfüllt.

 

Zechensteckbrief

Namen der Zeche Gründung Förderbeginn Stilllegung Besonderheit

Steinkohlenbergbauverein Deutschland (ab 1871)

Gewerkschaft Deutschland (ab1899)

VEB Steinkohlenwerk Deutschland (ab 1949)

VEB Steinkohlenwerk Oelsnitz (ab 1960)

1871 1874 1966

1896: Kraftwerk aus 2 Dampfmaschinen
von je 250 PS größte elektrische Anlage
im deutschen Steinkohlenbergbau

 

Schächte der Gewerkschaft Deutschland

Schacht Adresse GPS Teufbeginn Förderbeginn

Stilllegung

Max.
Teufe
Deutschland I Deutschlandschachtstraße 5
09376 Oelsnitz/Erzgebirge
50.725986, 12.694040 1871 1874 1966 699 m
Schacht II Deutschlandschachtstraße 9-5
09376 Oelsnitz/Erzgebirge
50.727450, 12.692061 (ca.) 1872 1879 1966 840 m
Vereinsglück I (Albert-Funk I) Zum Vereinsglückschacht 10
09376 Oelsnitz/Erzgebirge
50.717916, 12.698554 1871 1906 von
Vereinsglück
übernommen
1966 850 m
Vereinsglück II (Albert-Funk II) Zum Vereinsglückschacht 10
09376 Oelsnitz/Erzgebirge
50.717723, 12.698283 (ca.) 1877 1906 von
Vereinsglück
übernommen
1966 -
Hedwig (Albert-Jacob I) Franz-Schubert-Straße
09376 Oelsnitz/Erzgebirge
50.730159, 12.704802 (ca.) 1857 1920 von Oelsnitzer
Bergbaugesellschaft
übernommen
1966 765 m
Friedensschacht (Albert-Jacob II) Friedensschachtstraße
09376 Oelsnitz/Erzgebirge
50.731247, 12.706444 (ca.) 1871 1920 von Oelsnitzer
Bergbaugesellschaft
übernommen
1966 765 m
Helene Helenestraße
09394 Hohndorf
50.742026, 12.684724 (ca.) 1872 1920 von
Hohndorf
übernommen
1932 820 m
Ida (Rosa Luxemburg) Hinterm Idaschacht
09376 Hohndorf
50.739105, 12.688708 (ca.) 1877 1920 von
Hohndorf
übernommen
1966 -

 

Fotogalerie

2. Steinkohlenwerk Vereinsglück

Steinkohlenwerk Vereinsglück, Vereinsglückschacht, Oelsnitz, Sachsen, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Lugau-Oelsnitzer Steinkohlenrevier

Das Steinkohlenwerk Vereinsglück wurde 1871 in Oelsnitz als Aktiengesellschaft gegründet. Im selben Jahr wurde der Wilhelmschacht (Vereinsglückschacht) abgeteuft. Er erreichte 4 Jahre später in 548 m Teufe das Karbon. Bis 1877 wurde der Vereinsglückschacht noch auf 636 m weiter abgeteuft.

 

Schacht II wurde von 1877 bis 1881 in direkter Nachbarschaft zum ersten Schacht bis auf 542 m abgeteuft. 1878 ging eine Zechenbahn in Betrieb, die die Grube mit der Eisenbahnlinie Stollberg-St. Egidien verband.

 

Das Werk hatte Probleme, genügend Bergleute für den Betrieb anzuheuern. Auch war die Qualität der Vereinsglück-Kohle niedriger als auf anderen Zechen der Region. Das führte in den 1890ern zu einem Produktionsrückgang und sogar zu Feierschichten. Als 1894 Schacht II bis in eine Tiefe von 330 m brach, musste der Betrieb eingestellt und große Teile der Belegschaft entlassen werden. Schacht II wurde aufgewältigt und der Betrieb konnte 1896 wieder aufgenommen werden. Der Abbau verlagerte sich in den folgenden Jahren mehr und mehr in Richtung Süden. Die Bewetterung des südlichen Felds wurde zunehmend zu einem Problem, sodass man 1905 mit dem Abteufen von Wetterschacht III begann. Die Arbeiten wurden aber aufgrund von Geldmangel in 65 m Teufe gestundet. Ein Grubenbrand mit 2 Toten im Jahr 1906 führte dann zur Aufgabe des Unternehmens.

 

Vereinsglück wurde 1906 von der Gewerkschaft Deutschland aufgekauft. Die Schächte I und II wurden noch bis zur Stilllegung des Steinkohlenwerks Deutschland im Jahr 1966 für Material- und Seilfahrt und als Wetterschacht weiter verwendet und 1972/1973 verfüllt.

 

Zechensteckbrief

Namen der Zeche Gründung Förderbeginn Stilllegung Besonderheit

AG Steinkohlenwerk Vereinsglück (ab 1871)

1871 1875 1906

1871-1906: Fördermenge von 1,9 Mio t (insgesamt)

 

Schächte Steinkohlenwerk Vereinsglück

Schacht Adresse GPS Teufbeginn Förderbeginn

Stilllegung

Max.
Teufe
Wilhem (Vereinsglück) 
auch Seidelschacht genannt
Zum Vereinsglückschacht 10
09376 Oelsnitz/Erzgebirge
50.717916, 12.698554 1871 1875 1906 an
Deutschland
abgegeben
636 m
II Zum Vereinsglückschacht 10
09376 Oelsnitz/Erzgebirge
50.717723, 12.698283 (ca.) 1877 1881 1906 an
Deutschland
abgegeben
542 m
III Waldesruh
09376 Oelsnitz/Erzgebirge
50.705913, 12.708146 (ca.) 1905 wegen
Geldmangels
gestundet
- 65 m

 

Fotogalerie

3. Fürstlich-Schönburgisches Steinkohlenwerk

Fürstlich-Schönburgisches Steinkohlenwerk, Kaiserin-Augusta-Schacht, Karl-Liebknecht-Schacht, Oelsnitz, Sachsen, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Lugau-Oelsnitzer Steinkohlenrevier

Fürst Otto Victor von Schönburg-Waldenburg gründete 1843 das Fürstlich-Schönburgische Steinkohlenwerk. Im selben Jahr wurde in Neu-Oelsnitz der Fürsten- und Bohrschacht abgeteuft. 1858 erwarb das Bergwerk den Gühne-Schacht. Schon bald wurde deutlich, dass dieser Schacht nicht reichte, um die gesamte Lagerstätte abbauen zu können. 1869 wurde daher der Kaiserin-Augusta Schacht in Neu-Oelsnitz abgeteuft. 1872 erreichte der Schacht das Karbon. 1883 wurde der Durchschlag zum Gühne Schacht fertiggestellt, der für eine ausreichende Bewetterung des Bergwerks sorgte. Als Ersatz für den 1889 stillgelegten Gühneschacht wurden 1893 die Arbeiten am Gottes-Hilfe-Schacht aufgenommen. Der Schacht war noch im Abteufen, als das Bergwerk 1895 an den Steinkohlenbauverein Gottes Segen verkauft wurde.

 

Gottes Segen baute Anfang des 20. Jhdt. den Kaiserin-Augusta-Schacht in Oelsnitz (später Karl-Liebknecht-Schacht) zum Zentralschacht aus (s. dort). Er wurde zum bedeutendsten Schacht des Lugau-Oelsnitzer Reviers und war bis 1971 aktiv. Das Gelände des Karl-Liebknecht-Schachts beherbergt seit 1986 ein Bergbaumuseum. Der Förderturm wurde in den 1920er Jahren errichtet. Das Fördergerüst auf dem Gelände des Bergbaumuseums (s. Foto hinten rechts) stammt nicht aus dem Lugau-Oelsnitzer Steinkohlenrevier, sondern aus dem Döhlener Becken. Es wurde 1965 für Schacht 3 des Steinkohlenwerks Willi Agatz in Gittersee (Freital) gebaut und 1997 als Industriedenkmal ins Bergbaumuseum nach Oelsnitz versetzt.

 

Zechensteckbrief

Namen der Zeche Gründung Förderbeginn Stilllegung Besonderheit

Fürstlich-Schönburgisches
Steinkohlenwerk (ab 1843)

1843 - 1895

1885-1887: Bau einer Aufbereitung mit einer Leistung von 60 t / h

 

Schächte Fürstlich-Schönburgisches Steinkohlenwerk

Schacht Adresse GPS Teufbeginn Förderbeginn

Stilllegung

Max.
Teufe
Fürsten- und Bohrschacht - - 1843 - - -
Gühne
(Alter herrschaftlicher Schacht)
An d. Alten Schule 19A
09376 Oelsnitz/Erzgebirge
50.723823, 12.737172 (ca.) - 1858
erworben
1889 -
Kaiserin-Augusta
(Karl-Liebknecht Schacht)
Pflockenstraße 28
09376 Oelsnitz/Erzgebirge
50.725145, 12.729845 1869 1872 1895 an
Gottes Segen
abgegeben
416 m
Gottes Hilfe Seilbahn
09376 Oelsnitz/Erzgebirge
50.725482, 12.717453 (ca.) 1893 - 1895 an
Gottes Segen
abgegeben
552 m

 

Fotogalerie

4. Steinkohlenbauverein Gersdorf

Steinkohlenbauverein Gersdorf, Pluto-Schacht, Gersdorf, Sachsen, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Lugau-Oelsnitzer Steinkohlenrevier

Der Gersdorfer Steinkohlenbauverein wurde 1871 gegründet. Ein Jahr später begannen die Arbeiten am Pluto-Schacht. 1876 erreichte der Schacht eine Endteufe von 748 m. Ein 1,9 m Flöz war in 680 m und ein 2 m Flöz in 716 m durchteuft worden. In 160 m Entfernung wurde 1872 bis 1879 der Merkur-Schacht abgeteuft. Er erreichte eine Endteufe von 769 m und erteufte ein drittes Flöz mit 2,2 m Mächtigkeit. 1877 nahm das Bergwerk die Förderung auf. 1879 ging eine 1.600 m lange Zechenbahn in Betrieb, die an die Eisenbahnlinie Stoll­berg–St. Egidien angeschlossen war. Ab 1912 wurde die Zeche modernisiert. Eine neue Kohlenwäsche wurde gebaut. Für den Antrieb der Aufbereitung wurde die Anlage an das Oelsnitzer Elektrizitätswerk angeschlossen.

 

Das Bergwerk hatte wie andere Bergwerke auch schwer unter den Folgen des Ersten Weltkriegs zu leiden. Viele Steinkohlenwerke gingen in den 1920ern in den Konkurs. Andere wurden vom sächsischen Staat oder der Stadt Leipzig aufgekauft. Der Gersdorfer Steinkohlenbauverein war die einzige Aktiengesellschaft im Lugau-Oelsnitzer Revier, die sich als privates Unternehmen behaupten konnte.

 

1944 waren die Kohlenvorräte abgebaut, das Bergwerk wurde stillgelegt. Von seiner Gründung im Jahr 1877 bis zur Stilllegung 1944 förderte der Gersdorfer Steinkohlenbauverein insgesamt 7 Mio. t Steinkohle. Der imposante Malakowturm des Plutoschachts ist mit einigen Betriebsgebäuden erhalten geblieben und wird heute gewerblich genutzt. Der Merkurschacht wurde vollständig zurückgebaut.

 

Zechensteckbrief

Namen der Zeche Gründung Förderbeginn Stilllegung Besonderheit

Gersdorfer
Steinkohlenbauverein (ab 1871)

1871 1877 1944

1918: Übersteht als einziges rein privates
Unternehmen die Nachkriegszeit

 

Schächte des Steinkohlenbauvereins Gersdorf

Schacht Adresse GPS Teufbeginn Förderbeginn

Stilllegung

Max.
Teufe
Pluto Plutostraße
09355 Gersdorf
50.747181, 12.696929 1872 1877 1944 748 m
Merkur Plutostraße
09355 Gersdorf
50.745717, 12.697002 (ca.) 1872 1877 1944 769 m

 

Fotogalerie

5. Gewerkschaft Kaisergrube

Gewerkschaft Kaisergrube, Gersdorf, Sachsen, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Lugau-Oelsnitzer Steinkohlenrevier

Der Steinkohlenbauverein Kaisergrube in Gersdorf wurde 1871 gegründet. Schacht I wurde von 1871 bis 1874 abgeteuft. Er erreichte später eine Endteufe von 620 m. Das Abteufen des zweiten Schachts begann 1872, verzögerte sich aber aufgrund finanzieller Schwierigkeiten. Schacht II erreichte erst 1879 eine vorläufige Teufe von 636 m, später eine Endteufe von 689 m. Die Förderung wurde 1875 aufgenommen. Die minderwertige Kohle des Bergwerks war schwer absetzbar. Versuche, eine eigene Kokerei zu betreiben, wurden 1885 nach 3 Jahren wieder aufgegeben.

 

1908 konsolidierten die beiden Bergwerke Kaisergrube (Gersdorf) und Concordia (Nieder-Oelsnitz) zur Gewerkschaft Kaiser­grube. Concordia brachte zwei Schächte, eine Waschkaue und Arbeiterwohnungen für die Belegschaft in den Verbund ein. Eine 1879 gebaute Kokerei war ebenfalls nach wenigen Jahren wieder stillgelegt worden. 1910 bis 1911 wurde der gesamte Betrieb auf Elektrizität umgestellt.

 

Nach dem Ersten Weltkrieg konnte das Bergwerk nicht mehr rentabel betrieben werden und wurde 1920 liquidiert. Alle Schächte und Tagesanlagen wurden in die Gewerkschaft Gottes Segen überführt. 1928 wurden die Concordia Schächte, 1930 die Schächte der Kaiser­grube stillgelegt und bis 1931 verfüllt. Die Betriebsgebäude wurden bis auf wenige Ausnahmen abgerissen.

 

Der Malakowturm Concordia II wird heute als Wohnhaus benutzt. Das Maschinenhaus der Kaisergrube II steht aktuell leer. 2014 richtete der Freistaat Sachsen am Standort von Schacht Kaisergrube II eine Messstelle zur Überwachung des Grubenwasseranstiegs im ehemaligen Lugau-Oelsnitzer Steinkohlenrevier ein. Die Messbohrung reicht bis zum Schachtsumpf in 675 m Tiefe. Aktuell wird ein Anstieg des Grubenwassers von 12 m pro Jahr beobachtet, der noch bis 2030 andauern soll.

 

Zechensteckbrief

Namen der Zeche Gründung Förderbeginn Stilllegung Besonderheit

Steinkohlenbauverein Kaisergrube
zu Gersdorf (ab 1871)

Gewerkschaft Kaisergrube (ab 1908)

1871 1875 1920

1871-1920: gesamte Fördermenge von 6,5 Mio t

1911: Umstellung des Betriebs auf Elektrizität

 

Schächte der Gewerkschaft Kaisergrube

Schacht Adresse GPS Teufbeginn Förderbeginn

Stilllegung

Max.
Teufe
Kaisergrube I Kaisergrubenstraße 24
09355 Gersdorf
50.744876, 12.710393 (ca.) 1871 1875 1920 an
Gottes Segen
abgegeben
636 m
Kaisergrube II Kaisergrubenstraße 18
09355 Gersdorf
50.746700, 12.710680 1872 1875 1920 an
Gottes Segen
abgegeben
689 m
Concordia I Concordiaplatz 9
09376 Oelsnitz/Erzgebirge
50.736581, 12.708379 1871 1908 aus
Konsolidierung
mit Concordia
1920 an
Gottes Segen
abgegeben
652 m
Concordia II Concordiaplatz 9
09376 Oelsnitz/Erzgebirge
50.736581, 12.708379 1871 1908 aus
Konsolidierung
mit Concordia

1920 an

Gottes Segen
abgegeben

734 m

 

Fotogalerie

6. AG Lugauer Steinkohlenbauverein

AG Lugauer Steinkohlenbauverein, Vertrauen-Schacht, Lugau, Sachsen, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Lugau-Oelsnitzer Steinkohlenrevier

Nach seiner Gründung 1855 teufte der Zwickau-Lugauer Stein­kohlen­bau­verein ab 1856 auf dem Höhenzug zwischen Lugau und Oelsnitz den Schacht Neue Fundgrube ab. Er nahm 1862 die Förderung auf. 1867 kam es zu einem tragischen Schachtbruch. Die gesamte Frühschicht von 101 Bergleuten wurde lebendig begraben, weil ein zweiter Schachtausgang fehlte. Seit diesem Unglück mussten sächsische Bergwerke grundsätzlich zwei voneinander getrennte Ausgänge besitzen. Der Zwickau-Lugauer Stein­kohlen­bau­verein wurde nach diesem Unglück aufgelöst.

 

1869 gründete sich die Aktiengesellschaft Lugauer Stein­kohlen­bau­verein, die den Schacht Neue Fundgrube wieder aufwältigte und auf 523 m abteufte. Bei den Teufarbeiten wurden 1872 die Überreste der Bergleute des Unglücks von 1867 gefunden und geborgen. Der Schacht ging 1874 unter dem Namen Vertrauen-Schacht wieder in Förderung. 1870 wurde der zweite Ausgang des Bergwerks 300 m westlich vom Vertrauen-Schacht bis auf eine Teufe von 555 m niedergebracht. Er erhielt den Namen Hoffnung-Schacht. 1902 übernahm das Bergwerk die Gewerkschaft Rhenania in Lugau mit dem Viktoria Schacht. Die Aktiengesellschaft Lugauer Stein­kohlen­bau­verein wurde 1920 aufgelöst und in die Gewerkschaft Gottes Segen konsolidiert.

 

Gottes Segen nahm 1925 eine Drahtseilbahn vom Vertrauen-Schacht in Lugau zur Kohlenwäsche Kaiser­grube in Gersdorf in Betrieb. Dadurch konnten 1926 die Tagesanlagen des Vertrauenschachts und 1929 der Hoffnungschacht stillgelegt werden. Nach einer weiteren Konzentration der Förderung auf den Kaiserin-Augusta-Schacht im Jahr 1935 wurde die Förderung im Vertrauen-Schacht eingestellt. Der Schacht diente danach nur noch als Wetter- und Wasserhaltungsschacht sowie als Fluchtweg und wurde 1973–1974 verfüllt. Einige Zechengebäude des Vertrauen-Schachts sind erhalten geblieben und werden heute gewerblich genutzt. Die Überreste der Seilbahn an der Straße Am Vertrauenschacht sind noch deutlich zu erkennen. Hinweisschilder des Bergbaulehrpfads informieren über die bewegte Geschichte des Bergwerks.

 

Zechensteckbrief

Namen der Zeche Gründung Förderbeginn Stilllegung Besonderheit

AG Lugauer Steinkohlenbauverein (ab 1869)

1869 1874 1920

1867: 101 Bergleute werden nach Schachtbruch
lebendig begraben, weil ein zweiter Ausgang fehlt

 

Schächte der AG Lugauer Steinkohlenbauverein

Schacht Adresse GPS Teufbeginn Förderbeginn

Stilllegung

Max.
Teufe
Neue Fundgrube
(Vertrauen)
Am Vertrauenschacht
09385 Lugau/Erzgeb.
50.739020, 12.725499 1856,
1869 neu
aufgewältigt
1874 1920 mit
Gottes Segen
konsolidiert
523 m
Hoffnungsschacht Fundgrubenweg
09385 Lugau/Erzgeb.
50.740076, 12.721583 1870 - 1920 mit
Gottes Segen
konsolidiert
555 m
Viktoria Viktoriastraße
09385 Lugau/Erzgeb.
50.740369, 12.743200 (ca.) 1872 1902 von
Rhenania
übernommen
1920 314 m

 

Fotogalerie

7. Gewerkschaft Gottes Segen

Gewerkschaft Gottes Segen, Lugau, Sachsen, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Lugau-Oelsnitzer Steinkohlenrevier

Neben der Gewerkschaft Deutschland war die Gewerkschaft Gottes Segen das zweite große Bergbauunternehmen im Lugau-Oelsnitzer Stein­kohlen­revier. Es wurde unter dem Namen Stein­kohlen­bau­verein Gottes-Segen 1856 gegründet. Der Gottes-Segen-Schacht wurde 1856 auf dem Höhenzug zwischen Lugau und Oelsnitz abgeteuft. 1859 erreichte er in 257 m Teufe das Karbon. 1860 wurden die Arbeiten in einer Endteufe von 375 m eingestellt. 1862 wurde das Werk an die Eisenbahnlinie Chemnitz-Würschnitz angeschlossen. Ein Durchschlag mit dem benachbarten Carl-Schacht sollte für die notwendige Bewetterung sorgen. Der Wetterzug war aber so stark, dass der Grubenbetrieb beeinträchtigt wurde. 1866 teufte man daher in unmittelbarer Nähe zum Gottes-Segen Schacht den Glückaufschacht ab. Der Wetterschacht erreichte 1897 eine Endteufe von 412 m. In den 1870er Jahren erlebte Gottes Segen einen deutlichen Aufschwung. 1891 wurden die Tagesanlagen erweitert und modernisiert. 1895 kaufte Gottes Segen das Fürstlich-Schönburgische Steinkohlenwerk mit dem Kaiserin-Augusta-Schacht, der seit 1872 förderte und dem Schacht Gottes Hilfe, der sich seit 1893 in Abteufung befand. Die Lagerstätte des Fürstlich-Schönburgischen Steinkohlenwerks erwies sich als besonders wertvoll. Zudem lag der Kaiserin-Augusta-Schacht in Oelsnitz sehr günstig für den Abbau der Lagerstätte. Diesen Umständen ist es zu verdanken, dass sich Gottes Segen in den Folgejahren bis zum Ersten Weltkrieg sehr positiv entwickelte.

 

Der Erste Weltkrieg traf das Unternehmen allerdings sehr hart, sodass es nach dem Krieg in wirtschaftliche Probleme geriet. 1920 musste das Unternehmen an den Staat Sachsen verkauft werden, der es mit dem Lugauer Stein­kohlen­bau­verein, der Gewerkschaft Kaiser­grube und der Stein­kohlen AG Vereinigtfeld zu Hohndorf zur neu gegründeten Gewerkschaft Gottes Segen zusammenlegte. Vier Betriebsabteilungen wurden gebildet: Lugau, Oelsnitz, Kaiser­grube (Gersdorf), Vereinigtfeld (Hohndorf). Das nun vom Staat gelenkte Unternehmen rationalisierte die Betriebsabteilungen. Verschiedene Teile wurden zusammengelegt, andere stillgelegt, neue moderne Förderanlagen gebaut. Die erhoffte Wirtschaftlichkeit des Bergwerks stellte sich aber auch nach größeren Investitionen nicht ein. Im Gegenteil. Steigende Lohn- und Materialkosten, der Verlust von Mitarbeitern an andere gut bezahlende Wirtschaftszweige führten zu der Notwendigkeit weiter zu rationalisieren.

 

1925 wurde die Förderung auf dem Gottes-Segen Schacht eingestellt und der Glückauf-Wetterschacht stillgelegt. Das Baufeld wurde über den benachbarten Vertrauenschacht abgebaut. 1926 wurden die Tagesanlagen des Vertrauenschachts stillgelegt. Die im Vertrauenschacht geförderte Kohle wurde per Seilbahn zur Kohlenwäsche der Kaisergrube transportiert. In der Betriebsabteilung Vereinigtfeld wurde die Förderung komplett auf Schacht I konzentriert und die Vereinigtschächte II und III stillgelegt. 1928 wurden die beiden Concordiaschächte abgeworfen, 1929 der Hoffnungsschacht stillgelegt. 1930 folgten die beiden Kaiser­gruben-Schächte. 1931 dann Vereinigtfeld. 1935 wurde die Förderung auf dem Vertrauenschacht und Gottes-Hilfe Schacht eingestellt. Die gesamte Förderung war nun auf die Schachtanlage Kaiserin-Augusta in Oelsnitz konzentriert, die in den 1920er Jahren modernisiert und erweitert worden war. Waren vor dem Ersten Weltkrieg 16 Schächte aktiv mit 6 Kohlenwäschen, kam 1938 die gleiche Jahresproduktion von ca. 1 Mio. t Kohle aus einem Zentralschacht mit einer Aufbereitung.

 

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Gewerkschaft Gottes Segen enteignet und in den VEB Steinkohlenwerk Karl Liebknecht überführt. Der Kaiserin-Augusta Schacht wurde umbenannt in Karl-Liebknecht Schacht. 1954 wurde westlich vom Karl-Liebknecht Schacht der Neuwetterschacht auf 240 m abgeteuft. Er diente zur Bewetterung des westlichen Feldes.

 

Steigende Betriebskosten führten 1960 zur Konsolidierung der beiden verbliebenen VEB Stein­kohlen­werke Karl Liebknecht und Deutschland zum VEB Stein­kohlen­werk Oelsnitz. 1965-66 wurde ein Durchschlag zwischen beiden Betriebsteilen fertiggestellt. Die Förderung der Baufelder der ehemaligen Gewerkschaft Deutschland konnten nun über den Karl-Liebknecht Schacht zutage gefördert werden. Die Deutschlandschächte wurden 1966 stillgelegt.

 

Der Ministerrat der DDR verabschiedete 1967 die schrittweise Einstellung der Kohleförderung im Lugau-Oelsnitzer Steinkohlenrevier. Am 31. März 1971 wurde der letzte Hunt Kohle des Reviers aus dem Karl-Liebknecht Schacht gefördert. Bis 1975 waren die Raub- und Verwahrungsarbeiten abgeschlossen. Das Stein­kohlen­werk Oelsnitz, vormals Karl-Liebknecht, vormals Gottes Segen wurde 1975 als letztes Bergwerk des Reviers stillgelegt.

 

Zechensteckbrief

Namen der Zeche Gründung Förder-
beginn
Still-
legung
Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Steinkohlenbauverein Gottes Segen (ab 1856)

Gewerkschaft Gottes Segen (ab 1920)

VEB Steinkohlenwerk Karl Liebknecht (ab 1946)

VEB Steinkohlenwerk Oelsnitz (ab 1960)

1856 1859 1975 9.385
(1923)
1.171.129 t
(1913)

1937: Schacht Vereinigtfeld I erreicht
eine Teufe von 1.200 m und ist lange
Zeit der tiefste Kohlenschacht Europas

 

Schächte der Gewerkschaft Gottes Segen

Schacht Adresse GPS Teufbeginn Förderbeginn

Stilllegung

Max.
Teufe
Gottes-Segen Gottes-Segen-Schacht-Str. 46
09385 Lugau/Erzgeb.
50.735078, 12.730936 1856 1859 1971 375 m
Glückauf Gottes-Segen-Schacht-Str. 46
09385 Lugau/Erzgeb.
50.735078, 12.730936 1866 - 1925 412 m
Kaiserin Augusta
(Karl Liebknecht)
Pflockenstraße 28
09376 Oelsnitz/Erzgebirge
50.725145, 12.729845 1869 1895 von
Fürstlich-Schönburgisch
übernommen
1971 588 m
Gottes Hilfe
(Friedrich-Engels)
Seilbahn
09376 Oelsnitz/Erzgebirge
50.725482, 12.717453 (ca.) 1893 1895 von
Fürstlich-Schönburgisch
übernommen, 1898 in Betrieb
1971 552 m
Vertrauen Am Vertrauenschacht
09385 Lugau/Erzgeb.
50.739020, 12.725499 1869 1920 aus
Konsolidierung mit
Lugauer Steinkohlenbauverein
1935 583 m
Hoffnungsschacht Fundgrubenweg
09385 Lugau/Erzgeb.
50.740076, 12.721583 1870 1920 aus
Konsolidierung mit
Lugauer Steinkohlenbauverein
1929 555 m
Kaisergrube I Kaisergrubenstraße 24
09355 Gersdorf
50.744876, 12.710393 (ca.) 1871 1920 aus
Konsolidierung mit
Kaisergrube
1930 636 m
Kaisergrube II Kaisergrubenstraße 18
09355 Gersdorf
50.746700, 12.710680 1872 1920 aus
Konsolidierung mit
Kaisergrube
1930 689 m
Concordia I Concordiapl. 9
09376 Oelsnitz/Erzgebirge
50.736581, 12.708379 1871 1920 aus
Konsolidierung mit
Kaisergrube
1928 652 m
Concordia II Concordiapl. 9
09376 Oelsnitz/Erzgebirge
50.736581, 12.708379 1871 1920 aus
Konsolidierung mit
Kaisergrube
1928 734 m
Vereinigtfeld I
(Rudolf-Breitscheid I)
Rudolf-Breitscheid-Straße
09394 Hohndorf
50.734835, 12.678863 (ca.) 1872 1920 aus
Konsolidierung mit
Vereingtfeld
1960 1.200 m
Vereinigtfeld II An d. Zechenbahn
09394 Hohndorf
50.735466, 12.682197 (ca.) 1874 1920 aus
Konsolidierung mit
Vereingtfeld
1926 894 m
Vereinigtfeld III
(Rudolf-Breitscheid III)
Rudolf-Breitscheid-Straße
09394 Hohndorf
50.733696, 12.674821 (ca.) 1896 1920 aus
Konsolidierung mit
Vereingtfeld
1960 1.200 m
Heinrich
(Hermann-Bläsche)
Hermann-Bläsche-Straße
09376 Oelsnitz/Erzgebirge
50.713800, 12.717631 (ca.) 1924 1925 1971 400 m
Neuwetterschacht Pflockenstraße 28
09376 Oelsnitz/Erzgebirge
50.725058, 12.727092 (ca.) 1952 1954 1971 240 m

 

Fotogalerie

8. Gewerkschaft Rhenania

Gewerkschaft Rhenania, Einigkeits-Schacht, Lugau, Sachsen, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Lugau-Oelsnitzer Steinkohlenrevier

Der Steinkohlenbauverein Rhe­na­nia wurde 1855 in Lugau gegründet. Von 1856 bis 1860 teufte die Gesellschaft den Einigkeits-Schacht ab, traf aber bereits in 185 m Teufe auf den Gebirgsrücken und gab die Abteufarbeiten am Schacht auf. Der Schacht wurde 1876 verfüllt und das Schachtgebäude an eine Kammgarnspinnerei verkauft. Stattdessen teufte Rhe­na­nia 1872 den Viktoriaschacht bis auf 314 m Teufe ab. 1879 erwarb Rhe­na­nia die Aktiengesellschaft Saxonia und wandelte sich von einer Aktiengesellschaft in die Gewerkschaft Rhe­na­nia um. Der Viktoriaschacht konnte nicht rentabel betrieben werden und die Gewerkschaft Rhe­na­nia musste 1902 aufgeben. Das Werk mitsamt Schacht wurde an die Aktiengesellschaft Lugauer Steinkohlenbauverein veräußert. Die Tagesanlagen am Einigkeits-Schacht sind erhalten geblieben und werden teilweise gewerblich genutzt. Andere Teile wurden bis vor wenigen Jahren noch als Wohnhaus genutzt, sind aber mittlerweile baufällig und verfallen.

 

Zechensteckbrief

Namen der Zeche Gründung Förderbeginn Stilllegung Besonderheit

Steinkohlenbauverein Rhenania (ab 1855)

Gewerkschaft Rhenania (ab 1879)

1855 - 1902

1860: Einigkeits-Schacht wird 1860 gestundet und
an Kammgarnspinnerei verkauft

1872-1902: Viktoriaschacht fördert insgesamt 1 Mio t

 

Schächte der Gewerkschaft Rhenania

Schacht Adresse GPS Teufbeginn Förderbeginn

Stilllegung

Max.
Teufe
Einigkeits-Schacht Bahnstraße
09385 Lugau/Erzgeb.
50.741564, 12.750620 1856 1860
gestundet
1860 185 m
Viktoria Viktoriastraße
09385 Lugau/Erzgeb.
50.740369, 12.743200 (ca.) 1872 - 1902 an Lugauer
Steinkohlenbauverein
abgegeben
314 m

 

Fotogalerie


Quellenverzeichnis

  • Vogel 1993:
    Rolf Vogel: "Das Lugau-Oelsnitzer Steinkohlenrevier", Mugler Druck-Service GmbH Hohenstein-Ernstthal - Oelsnitz 1993