Industriekultur


Glossar


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Bergbaubegriffe


A

Abbau Kohlengewinnung
abteufen Herstellen eines senkrechten Grubenbaus (z.B. Schacht)
abwerfen Aufgabe eines Grubenfelds
Anthrazit Sehr hochwertige Steinkohle mit über 90% Kohlenstoffanteil und geringen flüchtigen Bestandteilen (unter 10%). Anthrazitkohle besitzt einen sehr hohen Brennwert
aufwältigen einen Gubenbau wieder nutzbar machen
Augermining Bei zu dicken Abraumschichten wird die Kohle mit einem Schneckenbohrer aus dem Flöz gebohrt

B

Baufeld Teil des Grubenfeldes, in dem Kohle abgebaut wird
Berechtsame Zu einem Bergwerk gehörende Grubenfelder
Blindschacht Schacht ohne Öffnung an der Tagesoberfläche, z.B. zwischen zwei unteren Sohlen
Bewetterung Zufuhr von Frischluft und Abfuhr von verbrauchter Luft. In vor-industrieller Zeit wurden dazu untertage Wetteröfen befeuert, die durch den Kamineffekt die verbrauchte Luft aus dem Bergwerk auszogen. Frische Luft wurde durch Wetterschächte eingezogen. Später wurden die Wetteröfen und Wetterkamine durch Ventilatoren ersetzt.

D

Durchschlag Verbindung zwischen zwei Grubenbauen oder Bergwerken

E

Erbstollen Stollen zur Entwässerung (Wasserlösung) und Bewetterung des Bergwerks. Im Stollenabbau wird der Erbstollen (auch Tiefer Stollen genannt) unterhalb der Förderstollen angelegt. Der Erbstollen nutzt das natürliche Gefälle aus und lässt das Grundwasser abfliessen, löst damit das Wasser aus den darüberliegenden Grubenfeldern. Erbstollen benötigen eine Hanglage oder zumindest ein tieferliegendes Tal, um das Wasser übertage abfließen zu lassen. Die Erbstollen wurden zumeist von sogenannten Erbstöllnern betrieben, die von den Stollenbetreibern darüber eine Gebühr (10% der verkauften Kohle) einfordern konnten. 
Esskohle Steinkohle mit einem Kohlenstoffanteil von 81-86% und geringen flüchtigen Bestandteilen (Gasen). 

F

fahren jegliche Art der Fortbewegung untertage (zu Fuß, mit Fördereinrichtungen oder mit Personenbeförderung)
Fahrkunst Maschinelles Gestänge zur senkrechten Personenbeförderung im Schacht
Fettkohle Steinkohle mit einem Kohlenstoffanteil von 72-81% und geringen flüchtigen Bestandteilen (Gasen). Fettkohle wurde oft weiter zu Koks verarbeitet.
Flöz kohleführende Gesteinsschicht
fördern Transport untertage
Frischwetter unverbrauchte, frische Luft von übertage

G

gebrochener Schacht im Deckgebirge seigerer (senkrechter) Schacht, später im Flöz Übergang zum tonnlägigen (geneigten) Schacht
Gewerkschaft alte Rechtsform einer Bergwerksgesellschaft
Göpel von Mensch, Tier (Pferd), später auch Wasser oder Dampf angetriebenes Gerät mit senkrechter Welle, diente der Förderung aus dem Schacht
Grubenfeld vom Staat verliehener Bereich eines Bergwerks, in dem Kohle gewonnen werden kann 

H

Hammerkopfturm Förderturm, in dem die Seilwinde im oberen Teil des Turms angebracht ist. Der breitere Ausbau des oberen Teils des Förderturms bildet die Form eines Hammerkopfes.
Hängebank Vorrichtungen und Einbauten im Fördergebäude über Tage, die dem Entleeren der Fördergefäße und dem Einhängen von Material in den Schacht dienen
Haspel Seilwinde
Hauer ausgebildeter und geprüfter Bergmann
Hobel Gerät zur Gewinnung der Kohle. Der Hobel wird an einer Kette durch den Flöz bewegt und schält das kohleführende Gestein aus dem Berg, das dann über Förderbänder zur Strecke gefördert wird.

K

Karbon Kohle
Kaue Umkleide- und Waschräume der Bergleute. Es wird in Schwarzkaue (dreckiger Umkleidebereich) und Weißkaue (sauberer Umkleidebereich) unterschieden.
Knappe Bergmann
Kohlenniederlage

Befestigtes Sammellager für Steinkohle am Ufer der Ruhr. Diente als Zwischenlager für den Abtransport der Kohle ruhrabwärts mit Ruhraaken (Plattbodenschiffe, 34-35m lang, 5m breit, 0,8m Tiefgang), die flussaufwärts auf dem Leinpfad getreidelt wurden, flußabwärts mit der Strömung schwammen.

Kokerei Industrielle Anlage zur Herstellung von Koks
Koks Hochwertiger Brennstoff. Hergestellt aus Steinkohle (Fettkohle) durch Wärmeeinwirkung unter Sauerstoffabschluss. Die flüchtigen Bestandteile der Kohle werden bei dem Vorgang abgetrennt. Beim Verbrennen von Koks entsteht weniger Ruß und Rauch. 
Kumpel Bergmann

L

Lichtloch, Lichtschacht Kleiner Schacht zur Bewetterung (Belüftung) eines Stollens
Lore Transportbehälter für Schüttgut
Luftschacht Wetterschacht, meist einziehend

M

Magerkohle Steinkohle mit hohem Kohlenstoffanteil (86-90%) und geringen flüchtigen Bestandteilen (10-14%). Verwendung als Hausbrand
Malakowturm massiver, gemauerter Förderturm, vorwiegend zwischen 1850 und 1880 gebaut, danach durch stählerne Fördergerüste ersetzt. Benannt nach dem Fort Malakow, einer Befestigungsanlage in Sewastopol auf der Krim. 
Materialfahrt Beförderung von Material (nicht Personenfahrt), z.B. von Loren
Mergel, Mergelschicht Stark wasserführende Gesteinsschicht oberhalb der kohlenführenden Flöze im nördlichen Teil des Ruhrgebiets
Mundloch Tagesöffnung eines Bergbaus
Mutung Antrag auf Verleihung der Abbaurechte in einem Grubenfeld
Mutungsbohrung Probebohrung im Vorfeld der Mutung

O

Ort Bezeichnung eines Grubenbaus

P

Pütt Bergwerk

R

Rasenhängebank Hängebank zu ebener Erde

S

Schacht Ein zumeist senkrechter Zugang zum Bergwerk. Schächte dienen zur Bewetterung, Seil- und Materialfahrt.
Schießarbeit Sprengung
seiger senkrecht
Seilfahrt Personenbeförderung im Schacht
Sohle Horizontale Ebene (Etage) eines Bergwerks. Gezählt werden Sohlen von der Oberfläche ausgehend. 
söhlig flach, in einer Ebene verlaufend
Steiger Aufsichtsperson eines Bergwerks
Stollen ein horizontaler Grubenbau mit Tagesöffnung
Stollenabbau Abbau von Kohle mittels horizontalen oder geneigten Stollen. Vorrangige Art des Bergwerks bis in die 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Stollenmundloch der Zugang zu einem Stollen an der Tagesoberfläche
Streb Langer schmaler Abbauraum entlang der Stirnseite eines Flözes. Mit Fortschreiten des Abbaus des Flözes wird der Streb weitergerückt. Der hinterlassene abgebaute Hohlraum wird als Alter Mann bezeichnet. 
Strecke In der Regel horizontal (d.h. söhlig) verlaufende Verbindung zweier Grubenbauten (z.B. Schacht und Streb). Im Gegensatz zu einem Stollen besitzt eine Strecke keine Tagesöffnung.  
Stundung zeitweise Einstellung von Arbeiten oder des Betriebs
sümpfen, Sümpfung Trockenlegung eines gefluteten Grubenbaus

T

Teufe Tiefe
teufen Herstellen eines senkrechten Grubenbaus (z.B. Schacht)
Tiefbau Bergwerke mit senkrechten Schächten, in denen Wasser aus dem Bergwerk gepumpt werden muss. Übliche Art des Bergwerks ab der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Tiefer Stollen tiefstgelegener Stollen eines Bergwerks zur Entwässerung, s.a. Erbstollen 
tonnlägig geneigt, schräg abfallend, im Gegensatz zu flach (söhlig) und senkrecht (seiger)
Trum Vertikaler Teil eines Schachts. Es wird in Förder-, Fahr-, Wetter-, und Pumpentrum unterschieden 
Tübbing Wasserdichte Ringe aus Gusseisen oder Stahl für den Schachtbau

U

übertage oberirdisch
untertage unterirdisch
Unterwerksbau Abbau unterhalb der Fördersohle ohne eigene erstellte Sohle

V

verfüllen ausfüllen von Hohlräumen mit Gestein (z.B. bei Aufgabe eines Schachts)
vor Ort An dem Punkt, wo gearbeitet wird

W

Wasserhaltung Einrichtungen, um ein Bergwerk wasserfrei zu halten
Wetter Luft
Wetterkamin Schornstein zur Belüftung des Bergwerks
Wetterofen Offenes Feuer über- oder untertage, um Luft zu erwärmen und über den Kamineffekt eine Belüftung des Bergwerks zu erreichen. Oft Grund für einen Grubenbrand. Wetteröfen wurden ab Ende des 19. Jahrhunderts durch Ventilatoren ersetzt.
Wetterschacht Ein Schacht, der zur Bewetterung (Belüftung) des Bergwerks dient. Es werden einziehende und ausziehende Wetterschächte unterschieden.

Z

Zeche Bergwerk