Bereits im frühen Mittelalter wurde im Ruhrgebiet Steinkohle im Tagebau für den Eigenbedarf gewonnen. Die erste kommerzielle Förderung der Kohle geht auf das Jahr 1296 zurück. Im 17. Jahrhundert wurde die Kohle vermehrt untertage abgebaut. Dazu trieb man Stollen unterhalb des Kohlevorkommens in den Berg. Das Grundwasser wurde über tieferliegende Erbstollen abgeführt. Mit der aufblühenden Industrialisierung Mitte des 19. Jahrhunderts gelang es den Unternehmen durch immer neuere Technologien, wie verbesserte Entwässerung und Bewetterung, auch in den tiefen nördlichen Bereichen des Ruhrgebiets zu fördern.

 

Die Tiefbauzechen drangen im Verlauf der nächsten 100 Jahre in Tiefen von bis zu 1.635 Metern vor. Die Blütezeit erreichte der Steinkohlenbergbau im Ruhrgebiet in den Jahren zwischen 1880 und 1914 und in den 1950er Jahren. Fast eine halbe Million Menschen arbeiteten im Bergbau, die Fördermenge erreichte eine Jahresleistung von 130 Mio. Tonnen Kohle. Ende der 1950er Jahre geriet die deutsche Kohleindustrie in eine Krise. Billigere Importe aus anderen Regionen der Erde und der neue Energieträger Erdöl kamen auf den Markt und verdrängten die heimische Kohle. Neue Technologien und starke Rationalisierung konnten den Niedergang der Kohleindustrie verzögern, letztendlich aber nicht verhindern.

 

Stark subventioniert wurde die Steinkohleindustrie noch bis ins 21. Jahrhundert aufrechterhalten. 2000 war die Belegschaft aber bereits auf ein Zehntel der goldenen Ära zusammengeschrumpft. Im September 2018 stellte die Zeche Prosper-Haniel in Bottrop als letzte von ehemals über 1.000 Zechen im Ruhrgebiet ihren Betrieb ein. Die meisten Schächte wurden verfüllt, viele Gebäude über Tage abgerissen. Eine Reihe von Zechengebäuden und Fördertürmen sind als Industriedenkmal erhalten geblieben, stumme Zeugen einer einst florierenden Kohleindustrie. 

 

Zechen im Ruhrgebiet


Eine fotografische Reise durch das Ruhrgebiet

Teil 1: Das westliche Ruhrgebiet


Übersicht der Zechen


Teil 1: Das westliche Ruhrgebiet


Die Zechen von Kamp-Lintfort bis Herne

1. Zeche Rossenray, Kamp-Lintfort

Förderturm Zeche Rossenray in Kamp-Lintfort, Ruhrgebiet, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

Die Vorarbeiten zur Errichtung der Zeche Rossenray begannen 1909, wurden aber durch finanzielle Schwierigkeiten unterbrochen. 1937 nahm die Friedrich Krupp AG die Vorarbeiten wieder auf, die bei Kriegsende aber erneut unterbrochen wurden. Erst unter der Nachfolgegesellschaft Bergwerke Essen-Rossenray wurden die Arbeiten ab 1955 erfolgreich abgeschlossen. 1957 erreichte man in einer Teufe von 425 Meter Steinkohle. 1960 waren die erste und zweite Sohle eingerichtet. Das Bergwerk ging 1962 in Betrieb. 1966 wurde die Endteufe von 1.007 m erreicht. Die höchste Fördermenge wurde 1969 mit mehr als 1 Mio Tonnen von einer Belegschaft von 1.085 Bergleuten erbracht. 

 

1970 wurde für Schacht 1 eine neuartige Fördertechnik, die sogenannte Gefäßförderung eingeführt. Dafür wurde ein 114m hoher Betonförderturm gebaut. Seitlich im unteren Drittel auf beiden Seiten des Turms sollte ursprünglich die Sieberei der Skipförderung untergebracht werden. Das kreuzförmige Gebäude wurde zur Landmarke Kamp-Lintforts. Im gleichen Jahr wurde Rossenray mit der Zeche Pattberg zusammengelegt. 1971 folgte dann der Verbund mit Rheinpreußen zum Verbundbergwerk Rheinland. 1993 konsolidierte Rheinland mit Friedrich Heinrich zum Verbundbergwerk Friedrich Heinrich/Rheinland.

 

Im Mai 2011 wurde der Betrieb auf der Zeche Rossenray eingestellt. Das Fördergerüst über Schacht 2 wurde 2012 abgerissen. Oktober 2019 begannen die Abrissarbeiten an dem Betonförderturm Rossenray über Schacht 1. Aufgrund seiner Lage wurde entschieden, das Gebäude nicht zu sprengen sondern zurückzubauen. Dafür wurde eigens im ersten Bauabschnitt ein Abrissgerät auf das Gebäude gehievt. Das Foto zeigt die Abrissarbeiten des zweiten Bauabschnitts im Juni 2020, die mittels eines hohen Baukrans durchgeführt wurden. 

 

QUELLEN: Hermann 2008, Huske 2006, Wikipedia, Zeitzeichen, ein Zeitzeuge

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

FOTO: Zeche Rossenray Schacht 1 (8.06.2020) © Christian Twehues 

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Gründung
Förderbeginn
Schließung
Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Rossenray (ab 1908)

Pattberg/Rossenray (ab 1970)

Rheinland (ab 1971)

Friedrich Heinrich/Rheinland (ab 1993)

Bergwerk West (ab 2002)

1908  1962  2011
1.084
(1969)
1.096.108 t
(1969)

1970 Einführung der Gefäßförderung.

Mit 114m höchster Förderturm

Europas von 1970 bis 2019.

  

Schächte der Zeche

 

Schacht Adresse GPS
Teufbeginn
Förderbeginn
Stilllegung
Max. Teufe
1

Rheinberger Str. 400

47475 Kamp-Lintfort

51.517815, 6.558558 1955 1962 2011 1.230 m 
2

Rheinberger Str. 400

47475 Kamp-Lintfort

51.516987, 6.557260 1957 1966 2011

892 m 

 

Fotogalerie 

2. Zeche Friedrich Heinrich, Kamp-Lintfort

Zeche Friedrich Heinrich in Kamp-Lintfort, Ruhrgebiet, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

Die Verleihungsurkunde für das Feld Humboldt geht auf das Jahr 1862 zurück. Erste Probebohrungen fanden auf Friedrich Heinrich aber erst zwischen 1901 und 1906 statt. Das Abteufen der Schächte 1 und 2 wurde ab 1908 im Gefrierverfahren durchgeführt. Die Kohleförderung begann 1912 in einer Teufe von 350 und 400 Metern. Schacht 1 (Stahlbetonförderturm) wurde als Förderschacht, Schacht 2 (Strebengerüst) als Wetterschacht genutzt. 1925 wurden erstmals stählerne Strebstempel eingesetzt.

 

1931 wurde das Feld Norddeutschland übernommen. 1940 lag die Fördermenge bei 2,4 Mio. t mit einer Belegschaft von 5.095 Beschäftigten. Bei Kriegsende wurden die Produktionsanlagen durch Bombenangriffe stark beschädigt. 1974 erfolgte der Durchschlag zu den Zechen Pattberg und Rossenray. Die Fördermenge lag 1975 bei 2,6 Mio. t mit über 5.000 Mitarbeitern. Ab 1985 wurde der Schacht 3 von der 600 Meter Sohle auf 1.000 Meter tiefer geteuft, um rund 20 Mio. t Kohlevorkommen im Südfeld abbauen zu können. 1987 erfolgte der Durchschlag zur Zeche Niederberg.

 

1990 übernahm Friedrich Heinrich die Förderung der Zeche Rossenray. 1993 wurden die Schächte Friedrich Heinrich 1/2/3/4, Rheinpreußen 8/9, Rheinland 6/7 (Pattberg) und Rossenray 1/2 zum Verbundbergwerk Friedrich Heinrich/Rheinland zusammengelegt. 2002 erfolgte der Verbund mit dem Bergwerk Niederberg zum Bergwerk West. Schacht Friedrich Heinrich wurde ab da nur noch als Wetterschacht genutzt. Die Höchstfördermenge erzielte der Verbund West 1993 mit 4,2 Mio. t. Bergwerk West war bei seiner Schließung Ende 2012 das viertletzte aktive Bergwerk in Deutschland.

 

QUELLEN: Hermann 2008, Huske 2006, Wikipedia

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

FOTO: Zeche Friedrich Heinrich, Schacht 1/2 (8.06.2020) © Christian Twehues

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Gründung
Förderbeginn
Schließung
Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Friedrich Heinrich (ab 1906)

Friedrich Heinrich/Rheinland (ab 1993)

Bergwerk West (ab 2002)

1906
1912
2012
8.119
(1955)
2.592.892 t
(1986)
1925 Einsatz von stählernen Strebstempeln.
Westlichstes Bergwerk im Ruhrgebiet.

  

Schächte der Zeche

 

Schacht Adresse GPS
Teufbeginn
Förderbeginn
Stilllegung
Max. Teufe
1

Friedrich-Heinrich-Allee 64

47475 Kamp-Lintfort

51.494791, 6.547441
1909
1912
2012
642 m
2

Friedrich-Heinrich-Allee 64

47475 Kamp-Lintfort

51.493910, 6.547574
1910
1912
2012
950 m
3 (Norddeutschland)

Rayer Str.

47475 Kamp-Lintfort

51.473869, 6.558927
1929
1931
2007
1.000 m
4 (Hoerstgen)

Hoerstgen

47475 Kamp-Lintfort

51.517467, 6.472144
1957
1960
2013
588 m

 

Fotogalerie

3. Zeche Niederberg, Neukirchen-Vluyn

Zeche Niederberg in Neukirchen-Vluyn, Ruhrgebiet, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

Für das Abteufen der Schächte 1 und 2 wurde 1912 das Gefrierverfahren angewendet. Verzögert durch den 1. Weltkrieg konnte die Förderung erst 1917 aufgenommen werden. 1935 förderte die Zeche 623.000 t bei einer Belegschaft von 1.280 Bergleuten. Nach Zukauf weiterer Felder stieg die Jahresleistung 1940 auf 964.000 t Kohle mit 1.870 Beschäftigten. 1954 begannen die Arbeiten an Schacht 3 in Moers-Kapellen, der 1957 die Förderung aufnahm. Es folgten 1963 Schacht 4 in Kempen-Tönisberg und 1969 Schacht 5, der 1977 die volle Förderung aufnahm. 1998 erzielte Niederberg die höchste Fördermenge pro Mann in einer Schicht: 9 Tonnen bei einem Durchschnitt von 6 t im deutschen Steinkohlenbergbau. Die Förderung wurde Ende 2001 eingestellt und die Zeche Niederberg mit Friedrich Heinrich / Rheinland zum Verbund Bergwerk West zusammengelegt. 

 

QUELLEN: Hermann 2008, Huske 2006, Wikipedia

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

FOTO: Zeche Niederberg, Schacht 1/2 (25.06.2020) © Christian Twehues

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Gründung
Förderbeginn
Schließung
Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Niederrheinische Bergwerksgesellschaft (ab 1911)

Niederberg (ab 1970)

Bergwerk West (nach Stilllegung ab 2002)

 1911  1917  2001
5.416
(1958)
2.916.580 t
(1975)

Ab 1954 Abbau von Anthrazitkohle,

vorher Esskohle

  

Schächte der Zeche

 

Schacht Adresse GPS
Teufbeginn
Förderbeginn
Stilllegung
Max. Teufe
1 (Moers 1)

Niederrheinallee

47506 Neukirchen-Vluyn

51.440445, 6.556865 1912 1917 2001 1162 m
2 (Moers 2)

Niederrheinallee

47506 Neukirchen-Vluyn

51.440261, 6.555719 1913 1919 2001 750 m
3 (Wetterschacht)

Luiter Str.

47447 Moers

51.402581, 6.60027 1955 1956 2001 630 m
4 (Wetterschacht)

Windmühlenweg 4

47906 Kempen

51.411618, 6.488454 1959 1962 2001 470 m
5 (Zentralförderschacht)

Niederrheinallee

47506 Neukirchen-Vluyn

51.442702, 6.555151 1964 1969 2001 750 m

 

Fotogalerie

4. Zeche Pattberg, Moers

Zeche Pattberg Maschinenhaus Schacht 1 in Moers, Ruhrgebiet, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

Die Geschichte der Zeche Pattberg ist eng mit dem Bergwerk Rheinpreußen verbunden. Ganze dreimal trennten sich die Wege, um dann erneut in einem Verbundbergwerk zu landen. 1926 wurden die Felder Rheinland, Rheinland I und Rheinland II mit dem Schacht Rheinpreußen 6 von der Zeche Rheinpreußen abgespalten und als eigenständiges Bergwerk Rheinland geführt. Die Abteufarbeiten an Schacht Rheinpreußen 6 hatten 1922 begonnen, waren aber 1923 unterbrochen worden. Rheinland nahm die Teufarbeiten wieder auf und erreichte 1926 das Karbon bei 317 m. Die 1. Sohle wurde in 400m, die 2. Sohle in 500m eingerichtet. 1927 wurde die Zeche in Pattberg umbenannt. 1931 wurde Schacht 2 als Wetterschacht abgeteuft. Er nahm 1934 die Förderung auf. Ein dritter Schacht wurde 1939 vorbereitet, das Abteufen aber während des zweiten Weltkriegs aufgegeben.

 

Pattberg erreichte 1955 die maximale Fördermenge von 1,8 Mio t Kohle mit einer Belegschaft von 4.041 Bergleuten. 1956 ging Pattberg in den Verbund Rheinpreußen auf. Die Pattbergschächte wurden von Rheinpreußen weiter betrieben. 1970 trennte Rheinpreußen Pattberg mit dem Feld Rheinland erneut ab. Pattberg ging in den Verbund Pattberg/Rossenray auf. Bereits 1971 ging Pattberg/Rossenray zusammen mit Rheinpreußen in den Verbund Rheinland auf. Nach der Stilllegung von Rheinpreußen im Jahr 1990 gingen die Pattbergschächte 1993 in den Verbund Friedrich Heinrich/Rheinland auf. Schacht Pattberg 1 und 2 wurden schließlich 1998 stillgelegt und abgebrochen. Das Maschinenhaus von Schacht 1 in Moers ist bis heute erhalten.

  

QUELLEN: Huske 2006, Wikipedia

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

FOTO: Zeche Pattberg, Schacht 1, Maschinenhaus (26.04.2021) © Christian Twehues

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Gründung
Förderbeginn
Schließung
Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Rheinpreußen (ab 1857)

Rheinland (ab 1926)

Pattberg (ab 1927)

Rheinpreußen (ab 1956)

Pattberg/Rossenray (ab 1970)

Rheinland (ab 1971)

Friedrich Heinrich/Rheinland (ab 1993)

 1926 1922

1956: Verbund mit

Rheinpreußen

4.041
(1955)
1.856.490 t
(1955)

1941: erster Schrämlader
(Eiserner Bergmann)

im Ruhrgebiet

  

Schächte der Zeche

 

Schacht Adresse GPS
Teufbeginn
Förderbeginn
Stilllegung
Max. Teufe
1 (Rheinpreußen 6)

Am Pattberg

47445 Moers

51.496071, 6.594629 1922 1926

1956 an Rheinpreußen

abgegeben

532 m
2 (Wetterschacht)

Niederrheinallee

47506 Neukirchen-Vluyn

51.496602, 6.594506 1931 1934

1956 an Rheinpreußen

abgegeben

500 m
3

 -

- 1939 -

im 2. Weltkrieg

aufgegeben

-

 

Fotogalerie

5. Zeche Rheinpreußen, Moers

Fördergerüst oder Förderturm Zeche Rheinpreußen in Moers, Ruhrgebiet, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

1851 führte der Unternehmer Franz Haniel erste Mutungsbohrungen durch. Er stieß in 175m Tiefe auf Kohle. Erste Tagesanlagen auf Rheinpreußen 1 wurden 1857 gebaut. Schacht 1 nahm 1884 den Betrieb auf. 1900 begannen die Arbeiten an Schacht 4 (Foto). Der Betrieb wurde 1904 aufgenommen, zwei Jahre später lag die Fördermenge schon bei 757.000 Tonnen. Die maximale Jahresförderung erreichte der Schacht 4 im Jahr 1951 mit 1.140.000 t. 1956 wurde die Zeche Pattberg (1919 bis 1927 Rheinland, Moers) mit den beiden Schächten Pattberg 1 und 2 übernommen. 1963 wurde der Schacht 4 zu einem Wetterschacht umgebaut. 1964 folgte die Stilllegung des Feldes von Schacht 4. 1968 wurde die Zeche Rheinpreußen in die neu gegründete Ruhrkohle AG eingegliedert. 

 

Die Zeche Rheinpreußen bestand aus 9 Schächten. Die Belegschaft hatte 1953 ihr Maximum mit 12.034 Mitarbeitern. 1966 erreichte das Bergwerk seine Höchstfördermenge von 4,7 Mio Tonnen Kohle mit einer Belegschaft von 9.363 Bergleuten. 1971 wurde Rheinpreußen zusammen mit Pattberg/Rossenray in das Verbundbergwerk Rheinland (Duisburg) eingegliedert. Die Stilllegung erfolgte 1990. Der Malakowturm an der Baumstraße (Schacht 1), das Fördergerüst an der Zechenstraße (Schacht 4) und der Förderturm an der Rheindeichstraße (Schacht 8) sind bis heute erhalten.

 

QUELLEN: Bergbaumuseum und Industriedenkmal Rheinpreußen, Hermann 2008, Huske 2006,  Wikipedia

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

FOTO: Zeche Rheinpreußen, Schacht 4 (8.06.2020) © Christian Twehues

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Gründung
Förderbeginn
Schließung
Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Rheinpreußen (ab 1857)

Rheinland (ab 1971)

1857 1876 1990
12.001
(1962)
4.736.519 t
(1966)

Beim Abteufen von Schacht 5 kam 1900
erstmalig der Stoßbohrer zum Einsatz

 

Schächte der Zeche

 

Schacht Adresse GPS
Teufbeginn
Förderbeginn
Stilllegung
Max. Teufe
1

Baumstraße

47198 Duisburg

51.446118, 6.703237 1857 1884 1925 603 m
2

Baumstraße

47198 Duisburg

51.445615, 6.702235 1866 1876 1925 585 m
3

Am Alten Schacht 12

47198 Duisburg

51.442807, 6.687515 1891 1898 1914 525 m
4

Zechenstraße 49

47443 Moers

51.454328, 6.663421 1900 1909 1991 600 m
5

Eurotec-Ring 19-15

47445 Moers

51.469516, 6.638348 1900 1905 1988 650 m
6 (Pattberg 1)

Am Pattberg

47445 Moers

51.496071, 6.594629 1922

1956 von Pattberg

übernommen

1998 885 m
7 (Pattberg 2)

Am Pattberg

47445 Moers

51.496602, 6.594506 1931

1956 von Pattberg

übernommen

1998 885 m
8 (Gerdt)

Rheindeichstraße 215

47199 Duisburg

51.477232, 6.675852 1943 1945

1990 an Walsum

abgegeben

573 m
9

Eurotec-Ring 31-25

47445 Moers

51.470828, 6.639069 1958 1962 1990 685 m

 

Fotogalerie

6. Zeche Borth, Rheinberg

Salzbergwerk Borth in Rheinberg, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Bergbau, Salzbergwerk, Zechen

Die Zeche Borth in Rheinberg bei Wesel wurde als Steinkohlebergwerk gegründet. Die Bauarbeiten an den Schächten 1 und 2 begannen 1906. Das Abteufen wurde mehrfach durch Wassereinbrüche unterbrochen. 1910 begann man daher am Schacht 2 das Gefrierverfahren einzusetzen, 1913 dann auch am Schacht 1. Erst 1924 wurde das Karbon in einer Tiefe von 776m erreicht. Die erste Sohle wurde auf 718m, die zweite auf 740m angesetzt, beide für den Steinsalzabbau.

 

1925 wurde in 820m die dritte Sohle im Karbon angesetzt. Die Förderung von Kohle und Salz wurde aufgenommen, die Belegschaft erreichte 657 Beschäftigte. Bereits 1926 wurde der Steinkohlenabbau wieder eingestellt und 1930 ganz aufgegeben. Seitdem wird auf der Zeche Borth nur Steinsalz abgebaut. Zu diesem Zeitpunkt lag die jährliche Fördermenge schon bei über 600.000 Tonnen Salz.

 

Das Salz der Zeche Borth weist eine sehr hohe Reinheit auf, die die Verwendung als Speisesalz und sogar in der Medizin ermöglicht. Das Salz wird aber auch als Streusalz im Winterdienst eingesetzt. 1950 erzielte die Zeche Borth eine Fördermenge von 1,4 Mio Tonnen Salz. Der Stahlbeton-Förderturm über Schacht 1 wurde 1964 gebaut. Er ist bis heute in Betrieb. 1986 wurden 2,74 Mio Tonnen gefördert mit einer Belegschaft von 588 Bergleuten. 2006 wurde das alte Fachwerk-Doppelbockfördergerüst über Schacht 2 abgerissen und durch ein neues Strebengerüst ersetzt. Der Betonförderturm über Schacht 1 dient der Förderung des Salzes, das blaue Strebengerüst über Schacht 2 der Seilfahrt. Das Bergwerk Borth ist noch heute in Betrieb. 

 

QUELLEN: Hermann 2008, Huske 2006, eine Zeitzeugin, Wikipedia

TAGS: Industriekultur, Industrie, Industrieanlagen, NRW, Zeche, Salzbergwerk

FOTO: Zeche Borth 1/2 (6.03.2021) © Christian Twehues

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Gründung
Förderbeginn
Schließung
Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Borth (ab 1906)

1906 1925

in Betrieb

(2021)

657
(1925)
3.226 t Kohle (1926)
2.740.000 t Salz (1986)

1926: Aufgabe der Steinkohlenförderung
nach nur einem Jahr, seitdem bis heute
Steinsalzabbau

 

Schächte der Zeche

 

Schacht Adresse GPS
Teufbeginn
Förderbeginn
Stilllegung
Max. Teufe
1 (Förderung)

Karlstraße 80

47495 Rheinberg

51.613201, 6.549928 1906 1925

in Betrieb

(2021)

850 m
2 (Seilfahrt)

Karlstraße 80

47495 Rheinberg

51.613772, 6.550699 1906 1925

in Betrieb

(2021)

850 m

 

Fotogalerie

7. Zeche Lohberg, Dinslaken

Zeche Lohberg, Dinslaken, Ruhrgebiet, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

Das Bergwerk Lohberg wurde 1905 für die Kohleversorgung des Bandeisenwalzwerks in Dinslaken gegründet. 1907 wurden die Schächte 1 und 2 abgeteuft, 1914 wurden in einer Tiefe von 480 Metern die Kohleförderung aufgenommen. 1926 wurde die Zeche in die neu gegründete Vereinigte Stahlwerke AG eingegliedert.

 

1953 ging sie dann an die Hamborner Bergbau AG. Das Fördergerüst über Schacht 2, hier auf dem Foto abgebildet, wurde 1956 gebaut. Mit 70 Metern Höhe war es das höchste im Ruhrgebiet zu seiner Zeit. 1992 erfolgte auf der 5. Sohle der Durchbruch zur Schachtanlage Osterfeld in Oberhausen. Zeche Lohberg wurde 2005 stillgelegt. Seit 2007 werden die Anlagen abgebrochen. 

 

 

 

QUELLEN: Huske 2006, Wikipedia

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

FOTO: Zeche Lohberg, Schacht 2 (26.06.2020) © Christian Twehues

  

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Gründung
Förderbeginn
Schließung
Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Hiesfeld (ab 1904)

Lohberg (ab 1905)

Lohberg/Osterfeld (ab 1989)

1905 1914 2006
7.262
(1989)
5.017.202 t
(1990)

1989-1991 größtes Bergwerk im Ruhrgebiet

 

Schächte der Zeche

 

Schacht Adresse GPS
Teufbeginn
Förderbeginn
Stilllegung
Max. Teufe
1

Hünxer Str. 374


46537 Dinslaken

51.583074, 6.763721 1909 1914 2006 852 m
2

Hünxer Str. 374


46537 Dinslaken

51.581993, 6.763544 1909 1914 2006 1302 m
3

Parkplatz Bockstraße

46539 Dinslaken

51.592600, 6.795426 1921 - 1925 -
Neuer Schacht 3

Bergschlagweg

46569 Hünxe

51.611737, 6.798649 1960 1967 1998 943 m
Wetterschacht 4

Minnekenstege


46569 Hünxe

51.628206, 6.782715 1983 1990 2006 1364 m

 

Fotogalerie

8. Zeche Walsum, Duisburg

Zeche Walsum, Schacht 1, Duisburg, Ruhrgebiet, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

1903 wurden die nördlichen Kohlenfelder von der Gewerkschaft Deutscher Kaiser abgespalten. Die Gewerkschaft Rhein I wurde gegründet. 1904 begannen die Vorarbeiten an Schacht 1, die Arbeiten wurden aber mehrfach unterbrochen und 1911 eingestellt. 1918 wurde Rhein I aufgeteilt in Rhein I (später Zeche Wehofen) und Rhein II (später Zeche Walsum).

 

1926 wurde die Gewerkschaft Walsum gegründet und die Arbeiten an Schacht 1 (Franz Lenze) wieder aufgenommen. Teufbeginn war 1928. 1930 wurde Schacht 2 (Wilhelm Roelen) neben dem ersten Schacht abgeteuft. Die Zeche hatte mit starken Wassereinbrüchen zu kämpfen. Durch die Weltwirtschaftskrise wurden die Arbeiten 1932 erneut für ein Jahr unterbrochen, so dass die Zeche erst 1936 den Betrieb aufnehmen konnte, 22 Jahre nach dem Beginn der Arbeiten. Das Fördergerüst über Schacht 1 wurde 1937 errichtet. 1955 erreichte die Zeche eine Jahresfördermenge von 2 Mio t Kohle mit einer Belegschaft von 6.800 Bergleuten.

 

1976 wurden die Schächte Wehoven 1/2 von der Zeche Friedrich Thyssen übernommen. 1981 begannen die Arbeiten am Schacht Voerde, der 1985 eine Endteufe von 1060m erreichte und 1987 in Betrieb ging. 1988 wurde der Wetterschacht Rheinberg abgeteuft, Endteufe 1140m. 1990 wurde das Baufeld Binsheimer Feld mit dem Wetterschacht Gerdt von Rheinland übernommen. 1994 übernahm Walsum die Schächte Rheinpreussen 8 und 9, die 2001 und 2004 stillgelegt und verfüllt wurden. Die Zeche Walsum wurde 2008 stillgelegt. Von den Tagesanlagen sind nur noch der Förderturm über Schacht 1 aus dem Jahr 1937 und einige Gebäude erhalten.

 

QUELLEN: Huske 2006, Wikipedia

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FOTO: Zeche Walsum, Schacht 1 (15.11.2020) © Christian Twehues

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Gründung
Förderbeginn
Schließung
Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Rhein I (ab 1903)

Walsum (ab 1926)

1926 1936 2008
6.814
(1960)
3.388.866 t
(1982)

1966: erstmaliger Einsatz des Augermining im

Ruhrgebiet (Bei zu dicken Abraumschichten wird die

Kohle mit einem Schneckenbohrer aus dem Flöz gebohrt)

 

Schächte der Zeche

 

Schacht Adresse GPS
Teufbeginn
Förderbeginn
Stilllegung
Max. Teufe
1 (Franz)

Dr.-Wilhelm-Roelen-Straße 87

47179 Duisburg

51.529562, 6.716481 1928 1936 2008 913 m
2 (Wilhelm)

Dr.-Wilhelm-Roelen-Straße 87

47179 Duisburg

51.529090, 6.715213 1930 1956 2008 913 m
Voerde

Hohe Str.

46562 Voerde

51.584632, 6.647468 1981 1987 2008 1060 m
Rheinberg

Orsoy-Land 4b

47495 Rheinberg

51.564952, 6.600321 1988 1993 2008 1140 m

Wetterschacht

Gerdt

Rheindeichstraße

47199 Duisburg

51.477232, 6.675852 1943

1990 von Rheinland

übernommen

2004 650 m

 

Fotogalerie

9. Zeche Friedrich Thyssen, Duisburg

Bergwerk Thyssen Schacht 6, Duisburg-Marxloh, Ruhrgebiet, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

1856 wurde in ersten Bohrungen in Hamborn bei Duisburg Kohle gefunden. 1867 wurden die Felder Hamborn I - VIII zur Gewerkschaft Hamborn konsolidiert. 1871 wurde die Gewerkschaft in Deutscher Kaiser umbenannt. Schacht 1 (Deutscher Kaiser 1) wurde in Hamborn abgeteuft. 1876 nahm Schacht 1 die Förderung auf. 1888 wurde Schacht 2 in Aldenrade abgeteuft, 1889 Schacht 3 in Bruckhausen. Die Felder Deutscher Kaiser, Rheinland, Walsum I-IV und Neu-Düppel konsolidierten zu Deutscher Kaiser. 1899 wurde in Wittfeld Schacht 4 abgeteuft. 1901 folgte Schacht 5 direkt neben Schacht 2.

 

Deutscher Kaiser war bis 1918 die größte Zeche im Ruhrgebiet. 1903 begannen die Arbeiten an Schacht 6, direkt neben Schacht 1 (hier abgebildet). Die Zeche Deutscher Kaiser wurde 1903 in Rhein I (später ab 1926 Zeche Wehofen) und Deutscher Kaiser aufgeteilt. 1905 wurde Schacht 7 in der Nähe von Schacht 3 abgeteuft und Schacht 8 direkt neben Schacht 4. Damit bestand die Zeche Deutscher Kaiser vor dem ersten Weltkrieg aus 4 Doppelschachtanlagen: 1/6, 2/5, 3/7, 4/8. Die Zeche erreichte 1913 mit 4,5 Mio t Kohle bei 13.711 Beschäftigten ihre maximales Fördervolumen. 

 

1919 konsolidierten die Felder Deutscher Kaiser und Beeckerwerth, die Zeche wurde umbenannt in Friedrich Thyssen. 1928 übernahm das Bergwerk Friedrich Thyssen die Gebäude und Schächte der stillgelegten Zeche Wehofen. 1931 wurde Schacht 3/7 stillgelegt. 1959-1960 wurde Schacht 4/8 stillgelegt und verfüllt, die Tagesanlagen abgerissen. 1976 folgte schliesslich die Stilllegung der Schachtanlage 2/5. Wehofen 1/2 wurde von der Zeche Walsum übernommen. 

 

Von den Tagesanlagen sind heute nur noch das Fördergerüst über Schacht 6 in Duisburg-Marxloh erhalten. 

 

QUELLEN: Huske 2006, Wikipedia

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FOTO: Zeche Friedrich Thyssen, Schacht 6 (26.06.2020) © Christian Twehues

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Gründung
Förderbeginn
Schließung
Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Hamborn (ab 1859)

Deutscher Kaiser (ab 1871)

Friedrich Thyssen (ab 1919)

1871 1876 1977
15.745
(1910)
4.460.011 t
(1913)

1902-1918 und 1920-1931:

größte Zeche im Ruhrgebiet

 

Schächte der Zeche

 

Schacht Adresse GPS
Teufbeginn
Förderbeginn
Stilllegung
Max. Teufe
Hamborn 1
(Deutscher Kaiser 1)

Kampstraße

47166 Duisburg

51.494856, 6.766026 1871 1876 1958 660 m
Wetterschacht

-

- 1881 1883 1880/90er -
2

Breite Str.

47169 Duisburg

51.511128, 6.750781 1888 1896 1976 994 m
3

Kaiser-Wilhelm-Straße

47166 Duisburg

51.487474, 6.734852 1889 1895 1931 556 m
4

Hamborner Str.


47166 Duisburg

51.480030, 6.764968 1899 1903 1959 829 m
5

Breite Str.

47169 Duisburg

51.511745, 6.748114 1901 1910 1976 796 m
6

Kampstraße

47166 Duisburg

51.494400, 6.768000 1903 1908 1976 795 m
7

Kaiser-Wilhelm-Straße

47166 Duisburg

51.485889, 6.733461 1905 1907 1931 556 m
8

Hamborner Str.


47166 Duisburg

51.479803, 6.765399 1905

später

gestundet

- -

Spülschacht 1

(Ottostr)

Ottostraße

47169 Duisburg

51.504905, 6.755247 1906 1908 1959 455 m

Spülschacht 2

(Pollmannshof)

Fahrner Straße

47169 Duisburg

51.513822, 6.766362 1907 1911 1962 1100 m

Spülschacht 3

(Rönsberghof)

Am Rönsbergshof

47139 Duisburg

51.474956, 6.747219 1908 1910 1959 354 m

Spülschacht 4

(Matenastr)

Matenastraße

47166 Duisburg

51.492588, 6.730612 1911 1913 1918 223 m

Spülschacht 5

(Lohhof)

Schwabenstraße

47169 Duisburg

51.504543, 6.769865 1914 1916 1936 551 m

Spülschacht

Beeckerwerth-Nordost

Alsumer Str.

47166 Duisburg

51.491031, 6.714888 1919 1923 1931 449 m
8 (neuer Schacht 8)

Emscherpromenade

47137 Duisburg

51.478698, 6.763326 1922 1925 1959 829 m

 

Fotogalerie

10. Zeche Sterkrade, Oberhausen

Bergwerk Zeche Sterkrade, Oberhausen, Ruhrgebiet, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

1897 wurde der erste Schacht der Zeche Sterkrade abgeteuft. Aufgrund eines Schwimmsandeinbruchs auf Schacht Hugo wurde das dort geplante Fördergerüst 1899 kurzfristig auf Schacht Sterkrade errichtet. 1901 erreichte der Schacht in 277 m Tiefe das Karbon. 1902 wurde die erste Sohle in 296m Teufe, die 2. Sohle in 362m Teufe angesetzt. Im gleichen Jahr wurde in unmittelbarer Nähe der 2. Schacht abgeteuft. Die Gebäude übertage wurden 1903 fertiggestellt und die Zeche in Betrieb genommen. 1904 wurden 70.000 t Kohle gefördert, die Belegschaft betrug 476 Mitarbeiter. 1911 wurden auf der 2. Sohle die Grubenpferde durch druckluftbetriebene Loks ersetzt. 1929 erreichte das Bergwerk mit 663.143 t Kohle und 2.324 Bergleuten seine Förderhöchstmenge. Die Weltwirtschaftskrise führte 1933 zur Stilllegung der Zeche Sterkrade. Der Abbau des Kohlenfelds erfolgte von nun an über die Zeche Osterfeld, die die beiden Schächte auf Sterkrade zur Seilfahrt und Bewetterung weiterhin nutzte. Die beiden Schächte wurden 1995 aufgegeben und verfüllt. Die oberirdischen Anlagen der ehemaligen Zeche Sterkrade wurden abgerissen. Nur das Fördergerüst über Schacht 1 und die Schachthalle blieben erhalten.

 

QUELLEN: Huske 2006, Wikipedia

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FOTO: Zeche Sterkrade, Schacht 1 Constanzia (30.08.2020) © Christian Twehues

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Gründung
Förderbeginn
Schließung
Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Sterkrade (ab 1897)

Osterfeld (ab 1933)

Lohberg/Osterfeld (ab 1989)

1897 1903 1933
2.414
(1925)
663.143 t
(1929)

1899: Sterkrade erhält das für 

Hugo geplante Fördergerüst

 

Schächte der Zeche

 

Schacht Adresse GPS
Teufbeginn
Förderbeginn
Stilllegung
Max. Teufe

Sterkrade 1

(Constanzia)

Von-Trotha-Straße 36-40

46149 Oberhausen

51.519492, 6.836879 1897 1903

1933 an Osterfeld

abgegeben

1250 m

Sterkrade 2

(Wetterschacht)

Von-Trotha-Straße 36-40

46149 Oberhausen

51.520096, 6.836238 1902 1908

1933 an Osterfeld

abgegeben

1250 m
Hugo Haniel

Weseler Str.

46147 Oberhausen

51.529407, 6.815288 1895 1931 von Hugo (OB)
übernommen

1933 an Osterfeld

abgegeben

618 m

 

Fotogalerie

11. Zeche Concordia, Oberhausen

Bergwerk Zeche Concordia, Oberhausen, Ruhrgebiet, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

Die Schürfrechte der Zeche Concordia in Oberhausen wurden 1847 beantragt. Bis 1849 fanden 15 Mutungsbohrungen statt. 1850 wurde eine Aktiengesellschaft gegründet und die Teufarbeiten an Schacht 1 (Haniel) aufgenommen. 1851 wurde in 57m Teufe das Karbon erreicht. 1853 wurde die erste Sohle in 142m Tiefe eingerichtet. Förderbeginn war im gleichen Jahr. 1856 wurde 600 m westlich der zweite Schacht (Flashoff) abgeteuft. Schacht 2 nahm 1859 die Förderung auf. 1866 wurde in 297m Tiefe die 4. Sohle eingerichtet.

 

1872 senkte sich die Tagesoberfläche, so dass der Concordia See entstand. Das Wasser wurde später zur Ruhr abgeleitet, der See bis 1882 trockengelegt. 1893 begannen die Teufarbeiten an Schacht 3, der als Wetterschacht 1897 in Betrieb ging. 1900 wurde Schacht 4 im Nordfeld abgeteuft. Förderbeginn auf der 5. Sohle in 399m Tiefe in 1903. Im gleichen Jahr begannen die Arbeiten an Wetterschacht 5, der 1908 in Betrieb ging. 1908 wurde auf Schacht 1 die Förderung eingestellt. Die Schachtanlagen 2/3 und 4/5 übernahmen die Kohleförderung. 1912 wurde Schacht 1 stillgelegt und Wetterschacht 6 (s. Foto) wurde im Westfeld, ca. 1,4 km südwestlich von Schacht 2/3 abgeteuft. 1913 erreichte Schacht 6 die 4. Sohle in 296m und nahm den Betrieb auf. 1927 wurde in einer Teufe von 499m die 6. Sohle eingerichtet. 1928 stellte Schacht 2 die Förderung ein, ein Jahr später auch Schacht 3. 1933 wurde Schacht 2 verfüllt und neu abgeteuft. Er ging 1938 wieder in Betrieb. 1939 wurden die Tagesanlagen von Schacht 1 stillgelegt und der Schacht verfüllt. Der Wetterschacht 6 erreichte 1941 in einer Tiefe von 643m die 6. Sohle. Schacht 6 erreicht 1952 die 8. Sohle in 791m.

 

1968 wurde das Bergwerk Concordia stillgelegt, die Tagesanlagen abgerissen. Schacht 2 und 6 blieben offen für Wasserhaltung, die Schächte 3 und 4/5 wurden verfüllt. Schacht 6 wurde 1992 für Freifallversuche hergerichtet. Das kleine Fördergerüst ist erhalten geblieben und befindet sich heute auf einem Industriegelände.

 

QUELLEN: Huske 2006, Wikipedia

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FOTO: Zeche Concordia, Wetterschacht 6 (14.11.2020) © Christian Twehues

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Gründung
Förderbeginn
Schließung
Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Concordia (ab1853)

1850 1853 1968
6.160
(1925)
1.619.318 t
(1965)

1860: eine der ersten Kohlenwäschen im Revier in Betrieb

1872: Entstehung des Concordia Sees durch Bergabsenkung

 

Schächte der Zeche

 

Schacht Adresse GPS
Teufbeginn
Förderbeginn
Stilllegung
Max. Teufe
1 (Haniel)

Am Förderturm

46049 Oberhausen

51.473148, 6.848132 1850 1853 1912 643 m
2 (Flashoff)

Am Förderturm

46049 Oberhausen

51.473690, 6.839275 1856 1859 für Wasserhaltung
noch in Betrieb
957 m
3

Bebelstraße

46049 Oberhausen

51.474261, 6.839345 1893 1897 1929 957 m
4 (Nordfeld)

Zum Eisenhammer

46049 Oberhausen

51.485542, 6.844923 1900 1903 1968 832 m
5

Zum Eisenhammer

46049 Oberhausen

51.485788, 6.845772 1903 1908 1968 643 m
Wetterschacht 6

Niebuhrstraße 83-61

46049 Oberhausen

51.470635, 6.819062 1912 1913 für Wasserhaltung 
noch in Betrieb
791 m

 

Fotogalerie

12. Zeche Osterfeld, Oberhausen

Fördergerüst oder Förderturm Paul-Reusch-Schacht des Bergwerks Zeche Osterfeld in Oberhausen, Ruhrgebiet, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

1879  wird der Schacht Oberhausen 3 der Zeche Oberhausen zur selbständigen Zeche Osterfeld, Schacht 1. Der Paul-Reusch-Schacht (Foto) wurde 1903 abgeteuft. Er nahm 1906 die den Betrieb auf. Das Bergwerk war seinerzeit eines der größten Zechen im Ruhrgebiet. 1933 wurden die Schächte Sterkrade 1/2 und Hugo Haniel der Zeche Sterkrade übernommen. Die Zeche Osterfeld ging 1989 in das Verbundbergwerk Lohberg/Osterfeld auf. Der Betrieb wurde 1992 nach über einhundert Jahren eingestellt. Auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Osterfeld wurde 1999 die Oberhausener Landesgartenschau (OLGA) durchgeführt. Im Hintergrund des Fotos ist die ehemalige Kohlenmischanlage der Zeche Osterfeld zu erkennen, besser bekannt unter dem Namen Oberhausener Gartendom. Eigens für die OLGA 1999 mit großem Aufwand umgebaut, wurde sie bis 2000 als Gartencenter genutzt. In den Folgejahren zerfiel der Gartendom und wird aktuell von der Stadt Oberhausen restauriert. 

  

QUELLEN: Huske 2006, Wikipedia

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

FOTO: Zeche OsterfeldPaul Reusch Schacht (17.03.2013) © Christian Twehues

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Gründung
Förderbeginn
Schließung
Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Oberhausen (ab 1858)

Osterfeld (ab 1879)

Lohberg/Osterfeld (ab 1989)

1879 1873 2006 6.381
(1955)
2.800.214 t
(1981)

1879: Schacht 3 der Zeche Oberhausen

wird selbständige Zeche Osterfeld

 

Schächte der Zeche

 

Schacht Adresse GPS
Teufbeginn
Förderbeginn
Stilllegung
Max. Teufe
1 (Oberhausen 3)

Auf dem Schacht

46117 Oberhausen

51.502653, 6.875030 1873 1879 1992 980 m
2 (Wetterschacht)

Vestische Str.

46117 Oberhausen

51.502571, 6.877764 1898 1902 1969 780 m
3 (Paul Reusch-Schacht)

Zum Steigerhaus 2

46117 Oberhausen

51.503231, 6.876326 1903 1906 1992 980 m
4 (Wetterschacht)

Zum Dörnbusch

46119 Oberhausen

51.519927, 6.868228 1912 1924 1992 800 m
5 (Sterkrade 1)

Von-Trotha-Straße 36-40

46149 Oberhausen

51.519492, 6.836879

 

1897

 1933 von Sterkrade

übernommen

1992 1250 m
6 (Sterkrade 2)

Von-Trotha-Straße 36-40

46149 Oberhausen

51.520096, 6.836238

 

1902

 1933 von Sterkrade

übernommen 
1992 1250 m
7 (Hugo Haniel)

Weseler Str.

46147 Oberhausen

51.529407, 6.815288

 

1895

 1933 von Sterkrade

übernommen

1992 755 m
8 (Schacht Nord)

Am Barmscheidsgrund

46147 Oberhausen

51.553286, 6.817407 1963 1968 2006 1270 m

 

Fotogalerie

13. Zeche Prosper-Haniel, Bottrop

Bergwerk Zeche Prosper-Haniel mit Förderturm in Bottrop, Ruhrgebiet, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

Das Bergwerk Prosper begann 1856 , noch unter dem Namen Maximilian mit dem Abteufen des Schachts I. Die Förderung wurde 1861 aufgenommen. Anfang der 1870er Jahre wurde Schacht 2 eröffnet. Der Malakowförderturm ist heute noch erhalten (s. Bildergalerie). Die Förderung begann 1875. Weitere Schächte 3, 4, 5 folgten in den Jahren bis 1893. Um den hohen Bedarf an Arbeitskräften zu decken, wurden Bergleute aus Polen angeworben. In Spitzenzeiten arbeiteten 15.000 Kumpel für das Bergwerk. Die Bevölkerungszahl von Bottrop verdoppelte sich zwischen 1900 und 1910. Weitere Schächte 6, 7, 8 wurden in den Jahren 1908 bis 1921 abgeteuft. 

 

Das Bild zeigt die Schachtanlage Franz-Haniel 1/2 mit Fördergerüst, aufgenommen von der Halde Haniel. Zum besserem Abbau des Franz-Haniel Feldes begann man 1921 mit der Abteufung des Schachts Franz-Haniel. Starke Wassereinbrüche führten zu einem Absaufen der Anlage. Das Schachtgerüst verschwand dabei vollständig im Schacht. Die Arbeiten an der Anlage wurden ab 1936 wieder aufgenommen, die Förderung konnte letztendlich 1941 auf einer Tiefe von 600m beginnen. 1930 wurden die Schächte 1/2 der Zeche Arenberg Fortsetzung übernommen. 1974 fusionierte die Zeche Prosper mit der Zeche Jacobi/Haniel zum Verbundbergwerk Prosper-Haniel.   

 

Der Kohleabbau wanderte zunehmend Richtung Norden. Ab 1975 begann man nach und nach mit der Stilllegung der südlicheren unrentabel gewordenen Schächte. Prosper-Haniel war das letzte aktive Kohlenbergwerk in Deutschland. Es wurde am 21. Dezember 2018 geschlossen.

 

QUELLEN: Huske 2006, Wikipedia

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FOTO: Zeche Prosper-Haniel, Schacht Franz Haniel 2 (28.12.2018) © Christian Twehues 

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Gründung
Förderbeginn
Schließung
Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Maximilian (ab 1854)

Arenberg’sche Actien-Gesellschaft (ab 1856)

Prosper (ab 1861)

Prosper/Haniel (ab 1974)

1856 1861 2018
12.320
(1951)
4.072.610 t
(2004)

2018 schließt Prosper-Haniel

als letztes aktives

Steinkohlenbergwerk

Deutschlands  

 

Schächte der Zeche

 

Schacht Adresse GPS
Teufbeginn
Förderbeginn
Stilllegung
Max. Teufe
1 (Prosper I)

Am Rhein-Herne-Kanal

46242 Bottrop

51.500840, 6.937525 1856 1861 1959 1000 m
2 (Prosper II)

Knappenstraße 36

46238 Bottrop

51.519089, 6.959887 1871 1875 1974 1000 m
3

Knappenstraße

46238 Bottrop

51.517644, 6.959473 1893 1895 1934 1000 m
4 (Wetterschacht)

Borbecker Str.

46242 Bottrop

51.502584, 6.937578 1892 1894 1974 1000 m
5 (Wetterschacht)

Am Rhein-Herne-Kanal

46242 Bottrop

51.499877, 6.937069 1902 1903 1974 1000 m
6

Heinrich-Gutermuth-Straße

46236 Bottrop

51.531730, 6.932946 1906 1907 1979 786 m
7

Kardinal-Hengsbach-Straße

46236 Bottrop

51.532342, 6.932413 1908 1911 1979 786 m
8

Knappenstraße

46238 Bottrop

51.519061, 6.960877 1917 1920 1974 1000 m
Arenberg Fortsetzung 1

Robert-Florin-Straße

46238 Bottrop

51.532367, 6.959113 1910

1930 von
Arenberg Fortsetzung

übernommen

1974 1000 m
Arenberg Fortsetzung 2

Im Blankenfeld

46238 Bottrop

51.532483, 6.960074 1911

1930 von

Arenberg Fortsetzung

übernommen

1974 1000 m
9

Fernewaldstraße

46244 Bottrop

51.567072, 6.905966 1958 1960 2018 1000 m
Franz Haniel 1

Fernewaldstraße 363

46242 Bottrop

51.543837, 6.880690 1921

1974 aus
Verbund mit

Jacobi/Franz Haniel

2018 786 m
Franz Haniel 2

Fernewaldstraße 363

46242 Bottrop

51.544698, 6.880818 1922

1974 aus 
Verbund mit

Jacobi/Franz Haniel

2018 1002 m
Jacobi 1

Jacobistraße

46119 Oberhausen

51.523900, 6.890162 1912

1974 aus 
Verbund mit

Jacobi/Franz Haniel

1974 814 m
Jacobi 2

Jacobistraße

46119 Oberhausen

51.523475, 6.889285 1911

1974 aus 
Verbund mit

Jacobi/Franz Haniel

1974 814 m
Rheinbaben 5 (Möller 5) 

Maria-Theresien-Str.

45964 Gladbeck

51.558214, 6.953768 1914

1974 aus 
Verbund mit

Jacobi/Franz Haniel

1980 679 m
10 (Prosper Nord)

Holthausener Str.

46244 Bottrop

51.602162, 6.887083 1977 1981 2018 1310 m

 

Fotogalerie

14. Zeche Rheinbaben, Bottrop

Bergwerk Zeche Rheinbaben, Bottrop, Ruhrgebiet, Altes Torhaus, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

Die Zeche Rheinbaben wurde 1894 durch Zusammenlegung mehrerer Einzelbergwerke gegründet. 1897 begann die Abteufung der Schächte Professor 3/4 in Bottrop-Eigen. 1901 wurde das Bergwerk von der neu gegründeten Bergwerks AG Recklinghausen übernommen. Der Name der Zeche änderte sich in Zeche Rheinbaben. Namensgeber war der preußische Finanzminister Georg Freiherr von Rheinbaben. 1927 wurde die Zeche von Hibernia AG übernommen. Die Kokereien des Bergwerks wurden in den 30ern stillgelegt und die Schächte als Einzelzechen weitergeführt. Das Bergwerk wurde im zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört. Die Kohleförderung konnte erst 1947 wieder aufgenommen werden. Die Kohlekrise ab 1957 erfasste die Zeche Rheinbaben früh. Die Stilllegung der Zeche wurde nach einer Bewertung der Kohlevorkommen beschlossen und im März 1967 durchgeführt. Heute befindet sich auf dem ehemaligen Gelände der Zeche Rheinbaben ein Gewerbegebiet. Die Schächte sind verfüllt und nicht mehr auffindbar. Ein Förderturm stand links vom Maschinenhaus, ein Luftschacht befand sich ca. 100m rechts vom Maschinenhaus. Von den Gebäuden sind nur noch das Alte Torhaus (hier auf dem Foto abgebildet), das ehemalige Maschinenhaus und das Verwaltungsgebäude erhalten. Im Alten Torhaus befindet sich heute ein Probenraum für Musiker. Die vergitterten Fenster des alten Lohnbüros im hinteren Teil des Gebäudes sind heute noch vorhanden. 

 

QUELLEN: Huske 2006, Wikipedia, ein Zeitzeuge

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

FOTO: Altes Torhaus der Zeche Rheinbaben, Schacht 3/4 (30.07.2019) © Christian Twehues 

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Gründung
Förderbeginn
Schließung
Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Thyssen (ab 1870)

Gladbeck (ab 1876) 

Ver. Gladbeck (ab 1897)

Rheinbaben & Möller (ab 1902)

Rheinbaben (ab 1935)

Möller/Rheinbaben (ab 1966)

1876 1901 1967
3.969
(1943)
1.076.328 t
(1943)

Die Schachtanlage Professor 3/4

wurde 1901 nach dem  preußischen

Finanzminister Georg Freiherr

von Rheinbaben umbenannt

 

Schächte der Zeche

 

Schacht Adresse GPS
Teufbeginn
Förderbeginn
Stilllegung
Max. Teufe

Möller 1

(Thyssen 1)

Karl-Schneider-Straße 3-4

45966 Gladbeck

51.572780, 6.969624 1895 1901 1967 797 m

Möller 2

(Thyssen 2)

Karl-Schneider-Straße 3-4

45966 Gladbeck

51.572345, 6.968732 1896 1901 1967 797 m

Rheinbaben 3

(Professor 3)

Rheinbabenstraße

46240 Bottrop

51.547880, 6.951881 1897 1902

1968 als Wetterschacht
zu Mathias Stinnes,

Stilllegung 1972

598 m

Rheinbaben 4

(Professor 4)

Rheinbabenstraße

46240 Bottrop

51.548559, 6.951362 1899 1902

1968 als Wetterschacht

zu Mathias Stinnes,

Stilllegung 1972

785 m

Möller 5

(Wetterschacht)

Maria-Theresien-Str.

45964 Gladbeck

51.558214, 6.953768 1914 1918 1967 an Jacobi/
Haniel abgegeben
679 m

 

Fotogalerie

15. Zeche Graf Moltke, Gladbeck

Zeche Graf Moltke Betriebsgebäude Schächte 3/4, Gladbeck, Ruhrgebiet, Altes Torhaus, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

Die Zeche Graf Moltke wurde 1873 unter dem Namen Zeche Rieckchen gegründet. Ein erster Schacht "Alter Fritz" wurde abgeteuft. Er erreichte 1876 bei 304m das Karbon und nahm 1877 die Förderung auf. Die Zeche wurde 1879 nach Graf Helmuth von Moltke umbenannt, dem Stabschef der preußischen Armee des Krieges 1870/71. Neben Schacht 1 wurde 1884 ein zweiter Schacht abgeteuft. Er ging 1888 in Förderung. Die Schachtanlage 3/4 wurde ca. 1,5 km südwestlich von 1/2 zwischen 1900 und 1904 errichtet. Die Schächte 2 und 3/4 erreichten eine Teufe von 900m. 1959 wurde ein Blindschacht in 3/4 von der 6. Sohle zur 7. Sohle auf 1200m Tiefe abgeteuft. Auf dieser Sohle kam es aber nicht mehr zur Förderung. Das Bergwerk Graf Moltke wurde 1971 stillgelegt. 

 

QUELLEN: Huske 2006, Wikipedia, ein Zeitzeuge

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

FOTO: Betriebsgebäude der Zeche Graf Moltke 3/4 (26.04.2021) © Christian Twehues 

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Gründung
Förderbeginn
Schließung
Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Rieckchen (ab 1873)

Graf Moltke (ab 1879) 

1873 1877 1971
4.441
(1913)
1.457.020 t
(1929)

Die Zeche wurde nach Graf Helmuth

von Moltke benannt, dem Stabschef

der preußischen Armee des Krieges 1870/71

 

Schächte der Zeche

 

Schacht Adresse GPS
Teufbeginn
Förderbeginn
Stilllegung
Max. Teufe

1 (Alter Fritz)

Wilhelm-Olejnik-Straße

45968 Gladbeck

51.566112, 6.994971 1873 1877 1971 651 m

2

Wilhelm-Olejnik-Straße

45968 Gladbeck

51.565811, 6.995157 1884 1888 1971 900 m

3

Luxemburger Str.

45968 Gladbeck

51.553845, 6.988480 1900 1902

 

1971
1200 m

4 (Wetterschacht)

Luxemburger Str.

45968 Gladbeck

51.553786, 6.987873 1902 1904

 1971

1200 m

 

Fotogalerie

16. Zeche Mathias Stinnes, Gladbeck

Zeche Mathias Stinnes, Bottrop, Ruhrgebiet, Altes Torhaus, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

Die Zeche Mathias Stinnes übernahm 1864 die Zeche Carnap. Carnap hatte 1857 einen Schacht auf 114m abgeteuft, war dann aber in finanzielle Schwierigkeiten geraten, musste die Arbeiten einstellen und 1864 verkaufen. Unter neuer Führung wurde der Carnap Schacht gesümpft, weiter abgeteuft und 1877 in Betrieb genommen. Ein zweiter Schacht folgte von 1884 bis 1888. Die Schachtanlage 3/4 wurde 1900-1904 in Gladbeck-Brauck, ca. 2,5 km nördlich von 1/2 errichtet. 1922 wurde ein fünfter Schacht direkt neben 1/2 abgeteuft, er nahm 1924 die Förderung auf. 1931 übernahm Mathias Stinnes Baufeld und Schächte der stillgelegten Zeche Welheim. Ende des zweiten Weltkriegs erlitt die Zeche schwere Kriegsschäden und konnte erst 1946 wieder in Betrieb gehen. Schacht 5 erhielt 1953 einen 73m hohen Förderturm. Die Fördermaschine war mit 10.000 kW die stärkste der Welt. 1965 wurde die Förderung auf Welheim 1/2 eingestellt. 1968 übernahm das Bergwerk die Schächte Rheinbaben 3 und 4 als Wetterschächte für die Schachtanlage 3/4. Die Zeche Mathias Stinnes wurde 1972 stillgelegt, die Schächte abgebrochen und verfüllt. Nur Schacht 5 blieb offen. Er wurde 1981 von Nordstern übernommen und war noch bis 2003 für die zentrale Wasserhaltung für den Bereich Essen-Nord, Gladbeck und Bottrop in Betrieb. 

 

QUELLEN: Huske 2006, Wikipedia, ein Zeitzeuge

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

FOTO: Betriebsgebäude von Mathias Stinnes Schachtanlage 3/4 (26.04.2021) © Christian Twehues 

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Gründung
Förderbeginn
Schließung
Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Carnap (ab 1857)

Mathias Stinnes (ab1868)

1864 1872 1972
7.940
(1950)
2.656.660 t
(1943)

1953: 73m hoher Förderturm,

10.000 kW Fördermaschine:

stärkste der Welt   

 

Schächte der Zeche

 

Schacht Adresse GPS
Teufbeginn
Förderbeginn
Stilllegung
Max. Teufe
1 (Carnap)

Karnaper Str.

45329 Essen

51.525295, 7.007314 1857 1872 1972 1009 m
2

Karnaper Str.

45329 Essen

51.525657, 7.005474 1894 1897 1972 1009 m
3

Boystraße

45968 Gladbeck

51.542475, 7.003208 1902 1905 1972 842 m
4

Boystraße

45968 Gladbeck

51.543000, 7.003134 1902 1905 1972 842 m
5a

Bottrop-Boy

- 1910

später wieder

aufgegeben

- -
5

Karnaper Str.

45329 Essen

51.526326, 7.005816 1922 1924

1981 an Nordstern

abgegeben

1009 m
Welheim 1

Ruhrölstraße

46240 Bottrop

51.533591, 6.980511 1910

1931 von Ver. Welheim

übernommen

1965 842 m
Welheim 2

Ruhrölstraße

46240 Bottrop

51.533511, 6.981520 1911

1931 von Ver. Welheim

übernommen

1965 649 m
Rheinbaben 3

Rheinbabenstraße

46240 Bottrop

51.547880, 6.951881 1897

1968 von Rheinbaben

übernommen

1972 598 m
Rheinbaben 4

Rheinbabenstraße

46240 Bottrop

51.548559, 6.951362 1899

1968 von Rheinbaben

übernommen

1972 785 m

 

 

17. Zeche Zweckel, Gladbeck

Bergwerk Zeche Zweckel, Gladbeck, Ruhrgebiet, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

Die Zeche Zweckel in Gladbeck war bis 1910 unter dem Namen Potsdam bekannt. 1896 wurde das Feld verliehen, Schacht 1 und 2 1908 abgeteuft. Ein Jahr später erreichte man das Karbon in 380m Tiefe. 1910 wurde Potsdam mit Scholven zusammengelegt. 1912 wurde die Förderung auf Schacht 1 aufgenommen, Schacht 2 diente als Wetterschacht. Die Zeche erreichte 1927 die maximale Fördermenge von 515.000 Tonnen Kohle mit einer Belegschaft von 1.869 Bergleuten. 1929 wurde die Förderung eingestellt. Die Schächte der Zeche Zweckel dienten noch der Seilfahrt und Materialförderung. Die Kohle aber wurde über Scholven gefördert. 1945 wurde Zweckel von Scholven abgetrennt, Ende 1951 aber erneut von Scholven übernommen. Die Zeche Scholven wurde 1963 stillgelegt, die Schächte Zweckel 1/2 für Wasserhaltung und Bewetterung der umliegenden Bergwerke bis 1995 offen gehalten. 1988 wurden die Maschinenhalle, die beiden Fördergerüste und die Fördermaschinen unter Denkmalschutz gestellt. Die Schächte Zweckel 1/2 wurden 1995 verfüllt. Das Foto zeigt die Maschinenhalle aus dem Jahr 1909.

 

QUELLEN: Hermann 2008, Huske 2006, Wikipedia

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

FOTO: Zeche Zweckel, Schacht 1/2 (22.11.2020) © Christian Twehues 

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Gründung
Förderbeginn
Schließung
Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Potsdam (ab 1896)

Zweckel (ab 1910)

Scholven (ab 1951)

1896 1912 1963
2.111
(1925)
515.195 t
(1927)

1910: in 430 m wird eine 20°C warme Solquelle

angeschlagen. Diese dient dem Solbad „Emmyshall“

von 1928 bis 1950 als Quelle. 

 

Schächte der Zeche

 

Schacht Adresse GPS
Teufbeginn
Förderbeginn
Stilllegung
Max. Teufe
1

Frentroper Str.

45966 Gladbeck

51.594272, 6.969141 1908 1912

1963, bis 1995 offen

für Wasserhaltung

853 m
2

Frentroper Str.

45966 Gladbeck

51.593418, 6.969642 1908 1911 1963, bis 1995 offen
für Wasserhaltung
750 m

 

Fotogalerie

18. Zeche Hugo, Gelsenkirchen

Bergwerk Zeche Hugo, Gelsenkirchen, Ruhrgebiet, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

Zeche Hugo nahm 1878 den Betrieb auf. Erste Probebohrungen in den Jahren 1870-1872 hatten das Vorkommen von Steinkohle bestätigt. 1882 bis 1885 wurde am Brößweg der Schacht 2 abgeteuft. Auf dem Foto ist der Tomson Bock zu sehen, der zur Förderung auf Schacht 2 eingesetzt wurde, erbaut 1974. 1906 wurde eine Kokerei in Betrieb genommen, die aber 1930 wieder geschlossen wurde. In den 30er Jahren wurde das Bergwerk massiv ausgebaut und umfangreich erneuert. Schwere Luftangriffe zerstörten 1944 die Anlage weitgehend. Umfangreiche Reparaturen waren notwendig, die Kohleförderung wurde 1947 wieder aufgenommen. 1968 wurde die Zeche von der Ruhrkohle AG übernommen. In den 70ern wurde die Zeche weiter vergrößert. Zahlreiche Bergleute anderer stillgelegter Zechen wurden auf Hugo übernommen. 1993 wurde die Zeche Hugo u.a. mit der Zeche Consolidation zum Bergwerk Hugo/Consolidation zusammengeführt. 1997 wurde dann die Zeche Hugo/Consolidation mit der Zeche Ewald zusammengelegt. Der Abbau des Feldes Hugo erfolgte ab da über die Zeche Ewald, die schließlich im April 2000 den Betrieb einstellte.

 

QUELLEN: Hermann 2008, Huske 2006, Wikipedia

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

FOTO: Zeche Hugo, Schacht 2 (30.07.2019) © Christian Twehues 

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Gründung
Förderbeginn
Schließung
Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Neu-Arenberg (ab 1870)

Hugo (ab 1881)

Hugo/Consolidation (ab 1993)

Ewald/Hugo (ab 1997)

1873 1878 2000
5.814
(1955)
3.546.251 t
(1980)

1904 arbeiteten 101 Pferde untertage

 

Schächte der Zeche

 

Schacht Adresse GPS
Teufbeginn
Förderbeginn
Stilllegung
Max. Teufe
1 (Schacht I/1)

Horster Str.

45897 Gelsenkirchen

51.563725, 7.045060 1873 1878 2000 1183 m
2 (Schacht II/1)

Brößweg 34

45897 Gelsenkirchen

51.569114, 7.034596 1882 1885 2000 1180 m
3 (Wetterschacht Hugo III)

Sutumerfeldstraße

45899 Gelsenkirchen

51.545495, 7.052273 1891 1895 1928 678 m
4 (Schacht I/2)

Horster Str.

45897 Gelsenkirchen

51.563227, 7.045012 1899 1902 2000 1183 m
5 (Schacht II/2)

Brößweg 34

45897 Gelsenkirchen

51.569311, 7.035968 1907 1909 2000 943 m
6 (Wetterschacht Hugo-Ost)

Ressestraße

45892 Gelsenkirchen

51.582320, 7.083700 1933 1935

1984 an Ewald

abgegeben

940 m
7 (Wetterschacht Hugo-Nord)

Honigmannstraße

45896 Gelsenkirchen

51.582573, 7.018415 1940 1943 1994 943 m
8 (Zentralförderschacht)

Brößweg 34

45897 Gelsenkirchen

51.570197, 7.037663 1957 1962 2000 1180 m
9

Rabenstraße

45897 Gelsenkirchen

51.551914, 7.062797 1974 1977 2000 927 m
Emschermulde 2

Emscherstraße

45891 Gelsenkirchen

51.549937, 7.091325 1973

1987
von Nordstern

übernommen

1992 an Ewald

abgegeben

1142 m

 

Fotogalerie

19. Zeche Westerholt, Gelsenkirchen

Bergwerk Zeche Westerholt, Gelsenkirchen, Ruhrgebiet, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

Die Zeche Westerholt in Gelsenkirchen-Buer wurde von 1902 bis 1945 unter dem Namen Steinkohlenbergwerk Buer geführt. Schacht 1 wurde 1907 abgeteuft. Ein Jahr später erreicht man das Karbon in einer Tiefe von 398m. Ebenfalls 1908 begannen die Arbeiten an Wetterschacht 2 direkt neben Schacht 1. 1909 wurde die Förderung aufgenommen. 1912 wurde die Kokerei in Betrieb genommen. Bis 1913 wurde die Belegschaft auf 3229 Beschäftigte ausgeweitet. Die Jahresfördermenge lag bei 804.000 Tonnen Kohle.

 

In den Dreißiger Jahren wurden die Schächte bis auf eine Tiefe von 836m tiefer geteuft. Bei Kriegsende erlitt das Bergwerk Buer schwere Schäden. So wurde im März 1945 die Kokerei durch Bomben völlig zerstört. Erst im September 1945 konnte die Anlage den Betrieb wieder aufnehmen. 1947 wurden das Feld Polsum mit Schacht Polsum 1 übernommen. 1956 wurde der Zentralförderschacht 3 auf dem gleichen Gelände abgeteuft. 1960 wurde das Bergwerk Westerholt mit der Zeche Bergmannsglück zusammengelegt.

 

1975 wurden die Schächte der Zeche Bergmannsglück stillgelegt und 1982 verfüllt. 1998 ging die Zeche Westerholt zusammen mit der Zeche Fürst Leopold in das Verbundbergwerk Lippe auf, das mit einer Jahresfördermenge von 3.615.000 Tonnen zur größten Zeche im Ruhrgebiet wurde. Schacht Westerholt 2 wurde 1999 stillgelegt und verfüllt. Das Bergwerk Lippe wurde im Dezember 2008 stillgelegt. Die Fördertürme der Schächte Westerholt 1 und 3, sowie eine Reihe von Maschinenhallen, Kesselhäusern und Waschkauen wurden erhalten. Im Frühjahr 2020 wurde allerdings damit begonnen, einige der Gebäude abzureissen.

 

QUELLEN: Huske 2006, Wikipedia

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

FOTO: Zeche Westerholt, Schacht 1/3 (22.11.2020) © Christian Twehues 

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Gründung
Förderbeginn
Schließung
Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Steinkohlenbergwerk Buer (ab 1902)

Westerholt (ab 1945)

Bergmannsglück/Westerholt (ab 1960)

Westerholt (ab 1976)

Bergwerk Lippe (ab 1998)

1907 1908 2008
4.425
(1920)
3.087.535 t
(1963)

Das Fördergerüst Polsum 1 wird 2010

von einem Unternehmer abgebaut und

in Haiger-Burbach neu errichtet.
Neuer Standort: 50.774529, 8.155437

 

Schächte der Zeche

 

Schacht Adresse GPS
Teufbeginn
Förderbeginn
Stilllegung
Max. Teufe
1

Egonstraße

45896 Gelsenkirchen

51.601512, 7.076366 1907 1908 2008 1232 m
2

Egonstraße

45896 Gelsenkirchen

51.601128, 7.075483 1908 1909 1999 906 m
3 (Zentralförderschacht)

Egonstraße

45896 Gelsenkirchen

51.603141, 7.078958 1956 1958 2008 1232 m
Bergmannsglück 1

Bergmannsglückstraße

45896 Gelsenkirchen

51.595454, 7.043968 1903 1960 aus Verbund
mit Bergmannsglück
1975 908 m
Bergmannsglück 2

Bergmannsglückstraße

45896 Gelsenkirchen

51.594802, 7.044271 1904

1960 aus Verbund

mit Bergmannsglück

1975 908 m
Wetterschacht Altendorf

Polsumer Weg

46282 Dorsten

51.639581, 7.018552 1967 1970 2008 1192 m
Polsum 1

Im Dörnen

45768 Marl

(2010 abgebaut und in Haiger-

Burbach wieder aufgebaut)

51.639032, 7.049760 1943

1947 von Polsum

übernommen

2008 874 m
Polsum 2

Hülsdauer Str. 95

45768 Marl

51.636545, 7.043857 1979 1982 2008 773 m

 

Fotogalerie

20. Zeche Nordstern, Gelsenkirchen

Zeche Nordstern, Gelsenkirchen, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

Nach dem Zusammenschluss mehrerer Grubenfeldbesitzer im Jahr 1855 unter dem Namen Blücher I-III, begann die Gesellschaft 1857 mit dem Abteufen eines Schachts. Aufgrund hoher Wasserzuflüsse musste dieser bald aufgegeben werden. Man begann 1858 südwestlich von Horst mit dem Abteufen eines neuen Schachts. 1860 mussten die ersten Besitzer aus finanziellen Gründen aufgeben und die Bergbaugesellschaft Essen-Arenberger übernahm. 1866 wurde das Bergwerk Nordstern gegründet, zu diesem Zeitpunkt die nördlichste Zeche im Ruhrgebiet. Der Schacht Nordstern I erhielt einen Malakowturm und begann 1868 mit der Förderung. Ein zweiter Schacht wurde zwischen 1890 und 1892 abgeteuft. Die Fördermenge lag bei 850.000 Tonnen jährlich. 1899 wurde das Ostfeld mit einem eigenen Schacht erschlossen, der Betrieb wurde 1901 aufgenommen. Das Bergwerk Nordstern wurde 1907 von der Phoenix AG aufgekauft und ausgebaut. 1915 lag die jährliche Kohleproduktion bei 1,5 Mio t.

 

Die Wirtschaftskrise nach dem 1. Weltkrieg führte in den 1920er Jahren zu Absatzschwierigkeiten und schließlich 1925 zur Stilllegung der Zeche Nordstern. 1926 wurde das Bergwerk von den Vereinigten Stahlwerken aufgekauft. Die Produktion wurde zuerst auf Schacht 1/2 später im Jahr 1936 auch auf Schacht 3/4 wieder aufgenommen. Die Jahresfördermenge lag 1936 bei 1,6 Mio. t Kohle. Im zweiten Weltkrieg wurde die Zeche durch Luftangriffe schwer beschädigt und musste den Betrieb einstellen. Ende 1945 konnte die Förderung schrittweise wieder aufgenommen werden.

 

In den 1950ern wurde die Schachtanlage 1/2 umfassend erneuert. Schacht 2 bekam 1953 einen geschlossenen Förderturm (Foto: hinten), Schacht 1 ein vollwandiges Strebengerüst (Foto: vorne). Nordstern 1/2 übernahm ab 1956 auch die Förderung der Schächte 3/4. 1968 wurde die Zeche in die neu gegründete Ruhrkohle AG eingegliedert. In den Siebzigern wurden mehrere kleinere Grubenfelder der Zeche Nordstern zugewiesen und über Schacht 1/2 abgebaut. Die Produktion lag 1981 bei 1,9 Mio. t mit 3.254 Kumpeln. 1983 wurden die Zechen Nordstern und Zollverein zusammengelegt. Die gesamte Förderung des Verbundbergwerks Nordstern/Zollverein wurde zum Schacht Zollverein 12 verlegt. Nordstern/Zollverein wurde 1986 stillgelegt. Die Nordstern Schächte wurden von der Zeche Consolidation übernommen. Die Schächte wurden 1993 stillgelegt und verfüllt. Während die Schächte 3/4 vollständig abgerissen wurden, sind die Tagesanlagen der Schächte 1/2 (Foto) fast komplett erhalten geblieben und heute Teil des Nordsternparks.

 

QUELLEN: Hermann 2008, Huske 2006, Wikipedia

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FOTO: Zeche Nordstern, Schacht 1/2 (9.05.2020) © Christian Twehues 

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Gründung
Förderbeginn
Schließung
Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Blücher (ab 1855)

Essen-Arenberg (ab1864)

Nordstern (ab 1866)

Nordstern-Zollverein (ab 1983)

Nordstern (ab 1987)

Consolidation/Nordstern (ab1988)

1866 1868 1993
4.522
(1950)
1.939.502 t
(1981)

1889 erste

Kettenstreckenförderung

im Revier

 

Schächte der Zeche

 

Schacht Adresse GPS
Teufbeginn
Förderbeginn
Stilllegung
Max. Teufe
Schacht Blücher III

Am Bugapark

45899 Gelsenkirchen

51.529157, 7.031071 1857

im gleichen Jahr wegen

Fließsand aufgegeben

- 11 m
1 (Blücher I)

Nordsternstraße 1

45899 Gelsenkirchen

51.527919, 7.031069 1858 1868 1993 1043 m
2

Nordsternstraße 1

45899 Gelsenkirchen

51.528221, 7.031831 1890 1894 1990 1043 m
3 (Ostfeld)

Johannastraße

45899 Gelsenkirchen

51.539292, 7.041119 1899 1901 1990 1043 m
4 (Wetterschacht)

Johannastraße

45899 Gelsenkirchen

51.538793, 7.041391 1910 1911 1993 1043 m
Emschermulde 2

Emscherstraße

45891 Gelsenkirchen

51.549937, 7.091325 1973 1980 1987 an Hugo
abgegeben
1090 m
Mathias Stinnes 5

Karnaper Str.

45329 Essen

51.526324, 7.005830 1922

1981 von Mathias

Stinnes übernommen

Bis 2003 zentrale
Wasserhaltung für

Bottrop, Gladbeck

und Essen-Nord

1007 m

 

Fotogalerie

21. Zeche Consolidation, Gelsenkirchen

Zeche Consolidation, Gelsenkirchen, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

Die Anfänge des Bergwerks Consolidation in Gelsenkirchen gehen auf die Mitte des 19. Jahrhunderts zurück. 1848 stieß man bei Mutungsbohrungen in 170m Teufe auf Kohle. 1862 wurden sieben Grubenfelder im Raum Gelsenkirchen unter dem Namen Consolidation zusammengefasst, im Volksmund Consol abgekürzt. Mit dem Betriebsbeginn von Schacht 1 (Gertrud) im Jahr 1865 war das Industriezeitalter auch auf Schalke angekommen.

 

1869 begann man mit dem Abteufen von Schacht 2 (Wilhelmine), Betriebsbeginn war 1871. Schacht 3 (Minna) nahm 1873 den Betrieb auf. Die Kohlenfördermenge lag in dem Jahr bei 366.000 Tonnen mit 2.060 Bergleuten. Zeche Consolidation wurde zur größten Zeche an der Ruhr. Die Fördermenge stieg bis 1890 auf 949.000 t mit 2.905 Beschäftigten. Es folgten Schacht 4 (Fritz) ab 1893, Schacht 6 in 1899, Schacht 7 in 1903, Schacht 8 (Oberschuir) 1908 als Wetterschacht. 1913 erreichte die Förderung eine Jahresleistung von 1,96 Mio. t Kohle mit einer Belegschaft von 7.020 Kumpel. Der Hauptförderschacht 9 wurde ab 1915 abgeteuft, der Schacht wurde aber erst nach dem ersten Weltkrieg fertiggestellt. Das auf dem Foto abgebildete Doppelstrebengerüst stammt aus dem Jahr 1922. 1929 übernahm Consolidation die stillgelegte Zeche Unser Fritz. Die Schächte Unser Fritz 1-5 wurden 1936 wieder in Betrieb genommen. Die Anlagen der Zeche Consolidation wurden im zweiten Weltkrieg nur teilweise zerstört, so dass der Betrieb nach dem Krieg sofort wieder aufgenommen werden konnte. Nur die Schächte 1 und 6 waren bei Luftangriffen völlig zerstört worden und konnten erst 1949 wieder in Betrieb genommen werden. 1958 wurde über Schacht 4 ein neuartiger Betonförderturm mit offenliegenden Seilscheiben errichtet. Es ist der einzige Förderturm seiner Art.

 

In den Sechzigern begann der Niedergang der Zeche. 1967 wurde Fritz 1/4 zeitweise stillgelegt, die Fördermenge um 30% reduziert. 1968 wurde die Zeche von der Ruhrkohle AG übernommen. 1971 wurde das Südfeld der stillgelegten Zeche Bismarck übernommen. 1976 erfolgte die Zusammenlegung der Zechen Consolidation und Pluto. 1984 starben bei einem Grubenunglück fünf Bergleute. 1987 übernahm die Zeche Consolidation die Nordsternschächte von Nordstern-Zollverein. 1988 förderte das Verbundbergwerk Consolidation/Nordstern mit 15 Schächten 3,4 Mio t Kohle mit 5.638 Bergleuten. Die Hauptförderung lag in einer Tiefe von 1.100 Metern. Nachdem 1993 das Nordsternfeld stillgelegt worden war, wurde die Zeche Consolidation mit der Zeche Hugo zum Verbundbergwerk Hugo/Consolidation zusammengelegt. Der Standort Consolidation wurde nach und nach aufgegeben, die Anlagen über Tage ab 1986 abgebaut. Die Felder der Zeche Consolidation wurden noch bis 2000 von der Zeche Hugo aus abgebaut. 

 

Von den ehemaligen Anlagen der Zeche Consolidation sind heute noch erhalten: das Doppelstrebengerüst über dem Zentralförderschacht 9, das Betonfördergerüst über Schacht 4 in direkter Nachbarschaft, und die Schachtanlage Oberschuir (Schacht 8) mit Fördergerüst und Maschinenhalle. Sie liegt 3km südwestlich und ist heute von einem Wohngebiet eingerahmt.

 

QUELLEN: Hermann 2008, Huske 2006, Wikipedia

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FOTO: Zeche Consolidation, Schacht 9 (9.05.2020) © Christian Twehues 

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Gründung
Förderbeginn
Schließung
Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Consolidation (ab 1848)

Consolidation/Nordstern (ab 1988)

Hugo/Consolidation (ab 1993)

1862 1865 1996
8.650
(1925)
3.379.048 t
(1987)

1872-1876 größte Zeche im Revier.


1957: erste hydromechanische Kohlengewinnung
in Deutschland.

Seit 1978 Schacht 3: mit 87m höchstes Fördergerüst Europas.

 

Schächte der Zeche

 

Schacht Adresse GPS
Teufbeginn
Förderbeginn
Stilllegung
Max. Teufe
1 (Gertrud)

Scheuten-Solar-Straße

45881 Gelsenkirchen

51.522587, 7.084550 1863 1865 1977 985 m
2 (Wilhelm)

Magdeburger Str.

45881 Gelsenkirchen

51.524589, 7.095000 1869 1871 1951 1040 m
3 (Minna)

Consolstraße

45889 Gelsenkirchen

51.528234, 7.109498 1871 1873 1996 1103 m
4 (Fritz)

Consolstraße

45889 Gelsenkirchen

51.528459, 7.109258 1893 1896 1996 1103 m
5 (Wetterschacht)

Schalker Str.

45881 Gelsenkirchen

51.515410, 7.092755 1874 1875 1943 435 m
6

Kurt-Schumacher-Straße

45881 Gelsenkirchen

51.522775, 7.085183 1897 1899 1996 1115 m
7 (Wetterschacht)

Magdeburger Str.

45881 Gelsenkirchen

51.524725, 7.095169 1902 1903 1996 868 m
8 (Oberschuir)

Boniverstraße

45883 Gelsenkirchen

51.511316, 7.082153 1906 1908 1984 985 m
9 (Hauptförderschacht)

Bismarckstraße

45889 Gelsenkirchen

51.529754, 7.110265 1915 1922 1996 1210 m
Unser Fritz 1

Am Malakowturm

44653 Herne

51.540844, 7.134429 1871

1929 von Unser

Fritz übernommen

1990 985 m
Unser Fritz 2

Grimberger Feld

44653 Herne

51.546633, 7.138540 1881

1929 von Unser 

Fritz übernommen

1982 743 m
Unser Fritz 3

Grimberger Feld

44653 Herne

51.546360, 7.138695 1897

1929 von Unser 

Fritz übernommen

1993 743 m
Unser Fritz 4

Am Malakowturm

44653 Herne

51.540296, 7.134529 1908

1929 von Unser 

Fritz übernommen

1993 1040 m
Unser Fritz
Wetterschacht 5

Altcrange

44653 Herne

51.546001, 7.157797 1920

1929 von Unser 

Fritz übernommen

1990 985 m
Hibernia 3

Hiberniastraße

45879 Gelsenkirchen

51.505466, 7.096945 1891

1941 von Hibernia 

übernommen

1964 710 m
Pluto 2

Thiesstraße 61

44649 Herne

51.532574, 7.141878 1873

1976 von Pluto 

übernommen

1993 950 m
Pluto 3

Thiesstraße 61

44649 Herne

51.532557, 7.142554 1893

1976 von Pluto 

übernommen

1993 950 m
Pluto 4

Plutostraße 15

44651 Herne

51.521751, 7.153645 1899

1976 von Pluto 

übernommen

1982 810 m
Pluto 5

Bulmke-Hüllen

Gelsenkirchen

51.519794, 7.140825 1906

1976 von Pluto 

übernommen

1977 500 m
Pluto 7

Thiesstraße 61

44649 Herne

51.532438, 7.140281 1913

1976 von Pluto 

übernommen

1990 950 m

 

Fotogalerie

22. Zeche Holland, Gelsenkirchen

Bergwerk Zeche Holland, Gelsenkirchen, Ruhrgebiet, Fördergerüst, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

Holländische Investoren gründeten 1855 die Bergbau AG Holland, um die Kohlenfelder in Gelsenkirchen, Wattenscheid und Umgebung zu erschließen. Die Köhleflöze waren aber nicht sehr ergiebig. Viele Schächte wurden schon in den 1960er Jahren geschlossen. Die Spitzenleistung der Zeche lag bei 1,7 Mio. t Kohle bei einer Belegschaft von 3.000 Mann. Der Doppel-Malakowturm über Schacht 1 und 2 der Zeche Holland wurde 1856-1860 erbaut. Die Türme sind die ältesten heute noch erhaltenen Malakowtürme im Ruhrgebiet und die einzige Doppelmalakowturmanlage in Europa. Das Gebäude wird heute als Wohnraum genutzt. Der linke Turm steht über Schacht 1, der rechte über Schacht 2. Die Zeche Holland übernahm 1931 bis 1933 das Baufeld und die Schächte der Zeche Ver. Rheinelbe & Alma. Im 1966 kamen die Schächte der Zeche Bonifacius hinzu. Das Bergwerk Holland betrieb zeitweise 13 Schächte zeitgleich. Die Zeche stelle 1974 die Förderung ein. Baufeld und Schächte kamen zu Zollverein. Der letzte Kohlenwagen wurde Ende 1983 aus Schacht 4 gefördert. Die Schächte dienten noch eine Zeit lang der Wasserhaltung, bis auch diese 1988 stillgelegt wurde. Die Schächte 4 und 6 wurden im gleichen Jahr verfüllt.

 

QUELLEN: Hermann 2008, Huske 2006, Wikipedia

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

FOTO: Zeche Holland, Schacht 1/2 (13.06.2020) © Christian Twehues 

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Gründung
Förderbeginn
Schließung
Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Holland (ab 1861)

Holland/Rheinelbe-Alma (ab 1957)

Holland (ab 1966)

1861 1860 1974
4.483
(1920)
1.685.470 t
(1969)

Einzige erhaltene

Doppelmalakowturmanlage

aus dem Jahr 1860

 

Schächte der Zeche

 

Schacht Adresse GPS
Teufbeginn
Förderbeginn
Stilllegung
Max. Teufe
1

Ückendorfer Str.

45886 Gelsenkirchen

51.490813, 7.125627 1856 1860 1963 813 m
2

Ückendorfer Str.

45886 Gelsenkirchen

51.490554, 7.125798 1856 1860 1955 822 m
3 (van Braam)

Emil-Weitz-Straße 2

44866 Bochum

51.483209, 7.126758 1873 1880 1964 829 m
4

Emil-Weitz-Straße 2

44866 Bochum

51.483734, 7.126352 1898 1900

1974 stillgelegt, bis 1988

zentrale Wasserhaltung

für Zollverein

1000 m
5 (Wetterschacht)

Krayer Str.

44866 Bochum

51.483511, 7.107585 1907 1909 1934 580 m
6

Emil-Weitz-Straße 2

44866 Bochum

51.483330, 7.127319 1921 1926

1974 stillgelegt, bis 1988 

zentrale Wasserhaltung 

für Zollverein

1000 m
Rheinelbe 2

Leithestraße

45886 Gelsenkirchen

51.494965, 7.106636 1855

1933 von Ver. Rheinelbe

& Alma übernommen

1965 808 m
Rheinelbe 3

Leithestraße

45886 Gelsenkirchen

51.492534, 7.108601 1895

1933 von Ver. Rheinelbe 

& Alma übernommen

1965 809 m
Rheinelbe 4

Am Luftschacht

45886 Gelsenkirchen

51.502563, 7.131305 1901

1933 von Ver. Rheinelbe 

& Alma übernommen

1974 681 m
Rheinelbe 5

Hövelmannstraße

45886 Gelsenkirchen

51.486852, 7.107121 1892

1933 von Ver. Rheinelbe 

& Alma übernommen

1945 685 m
Rheinelbe 6

Rheinelbestraße

45886 Gelsenkirchen

51.498065, 7.107260 1908

1933 von Ver. Rheinelbe 

& Alma übernommen

1974 803 m
Alma 1

Almastraße

45886 Gelsenkirchen

51.507197, 7.117343 1870

1931 von Ver. Rheinelbe 

& Alma übernommen

1968 609 m
Alma 3

Bulmker Str.

45888 Gelsenkirchen

51.517171, 7.114208 1898

1931 von Ver. Rheinelbe 

& Alma übernommen

1969 412 m
Alma 4

Europastraße

45888 Gelsenkirchen

51.511383, 7.120040 1905

1931 von Ver. Rheinelbe 

& Alma übernommen

1966 416 m
Alma 5

Almastraße

45886 Gelsenkirchen

51.506840, 7.115650 1908

1931 von Ver. Rheinelbe 

& Alma übernommen

1974 1000 m
Bonifacius 1

Rotthauser Str.

45309 Essen

51.473780, 7.084532 1858

1966 von Bonifacius

übernommen

1967 867 m
Bonifacius 2

Rotthauser Str.

45309 Essen

51.474530, 7.083718 1872

1966 von Bonifacius 

übernommen

1967 867 m
Bonifacius 3

Korthover Weg

45307 Essen

51.467069, 7.088785 1898

1966 von Bonifacius 

übernommen

1967 670 m
Bonifacius 5

Halterner Str.

45307 Essen

51.472951, 7.097642 1947

1966 von Bonifacius 

übernommen

1967 671 m

 

Fotogalerie

23. Zeche Amalie, Essen

Bergwerk Zeche Amalie, Essen, Ruhrgebiet, Fördergerüst, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

Nach Mutungsbohrungen im Jahr 1839 begann man 1840 in Altendorf mit dem Abteufen des Schachts Amalie. Die Zeche Ver. Helene & Amalie, später Alte Zeche Helene & Amalie, erreichte 1842 in 75m Tiefe das Karbon. 1843 wurde die erste Sohle in 117m eingerichtet. Förderbeginn war im gleichen Jahr. 1850 wurde 300m südlich der neue Schacht Amalie abgeteuft. 1854 wurde der neue Schacht Amalie zum Förderschacht, der alte Schacht Amalie zum Wetterschacht. 1855 war die Zeche Ver. Helene & Amalie mit 154.701 t Kohle Jahresförderung und 501 Beschäftigten die größte Zeche im Ruhrrevier. 1868 wurde auf der dritten Sohle die maschinelle Streckenförderung eingerichtet. 1870 wurde Schacht Helene in Altenessen abgeteuft, der 1873 die Förderung aufnahm. 1892 kam es zu einer vierwöchigen Betriebseinstellung aufgrund eines Fördermaschinendefekts. Ein eisernes Fördergerüst wurde errichtet. 1894 wurde auf Schacht Amalie in 466m die 6. Sohle eingerichtet. 1901 wurde der Wetterschacht Bertha in Betrieb genommen, Schacht Helene erhielt ein eisernes Fördergerüst. 1904 wurde Schacht Amalie II abgeteuft, der 1908 auf der 7. Sohle in 570m die Förderung aufnahm. Er wurde 1911 in Schacht Marie umgetauft. 1913 erreichte Amalie die maximale Fördermenge mit 1,03 Mio t Kohle und einer Belegschaft von 3284 Bergleuten. 1918 wurde Schacht Bertha  Förderschacht und Helene Wetterschacht. 1919 wurde auch Schacht Amalie zum Wetterschacht umfunktioniert. 1922 wurde der Wetterschacht Barbara ca. 1,3 km nordöstlich von Amalie gebaut und 1926 in Betrieb genommen. Die Zeche hatte zu diesem Zeitpunkt eine Teufe von 808m erreicht.

 

1927 wurde die Zeche von der Friedrich Krupp AG, Bergwerke Essen übernommen und in die Teile Amalie und Helene aufgespalten. 1929 wurde Schacht Amalie verfüllt und neu abgeteuft. Der Schacht nahm 1934 auf der 8. Sohle die Förderung wieder auf. 1937 ging die Zeche Amalie in den Verbund Sälzer-Amalie auf.

 

1938 wurde der Schacht Amalie bis auf 975 abgeteuft und die 9. Sohle eingerichtet. Das Bergwerk erhielt als erste Zeche weltweit eine Schwarz-Weiß-Kaue. 1944 wurden die Tagesanlagen der Zeche durch Bombenangriffe beschädigt. Im Oktober wurde der Betrieb ganz eingestellt und erst im September 1945 wieder aufgenommen. 1954 wurde auf Schacht Barbara in 1185m die 10. Sohle angesetzt. 1960 wurde die Zeche Sälzer-Amalie mit der Zeche Wolfsbank zum Verbundbergwerk Sälzer-Amalie/Wolfsbank zusammengeschlossen. Das Bergwerk wurde 1962 in Amalie umbenannt. 

 

1965 wurde das Feld der stillgelegten Zeche Helene übernommen mit den Schächten Helene und Bertha. 1966 wurde die Förderung eingestellt. 1967 folgte dann die Stillegung des Bergwerks Amalie. Die Schachtanlage Barbara wurde verfüllt und abgebrochen. Die Schächte Amalie und Marie blieben für Wasserhaltung weiter offen. Das Fördergerüst des Schachts Marie wurde 1982 durch eine Hilfsförderung ersetzt. Das Fördergerüst über Schacht Amalie ist heute noch erhalten. 

 

QUELLEN: Hermann 2008, Huske 2006, Wikipedia

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

FOTO: Zeche Amalie, Neuer Schacht Amalie (3.05.2021) © Christian Twehues 

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Gründung
Förderbeginn
Schließung
Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Ver. Helene & Amalie (ab 1839)

Amalie (ab 1927)

Sälzer-Amalie (ab 1937)

Sälzer-Amalie/Wolfsbank (ab 1960)

Amalie (ab 1962)

1839 1843 1966
4.841
(1930)
1.031.785 t
(1913)

1855 mit 500 Bergleuten

größte Zeche im Ruhrgebiet.

1938 erste schwarz-weiß-Kaue

der Welt.

 

Schächte der Zeche

 

Schacht Adresse GPS
Teufbeginn
Förderbeginn
Stilllegung
Max. Teufe

Amalia

(Alte Zeche Helene & Amalie)

Zollstraße

45356 Essen

51.469689, 6.981546 1840 1843 1919 159 m

Neuer Schacht Amalie

(Neue Zeche Helene & Amalie)

Helenenstraße

45141 Essen

51.467896, 6.985326 1850 1854 1966 975 m
Helene

Twentmannstraße

45326 Essen

51.481610, 7.017368 1870 1873

1927 als Zeche Helene

abgetrennt, 1965 stillgelegt 

670 m
Bertha

Twentmannstraße

45326 Essen

51.481645, 7.018357 1898 1901

1927 als Zeche Helene 

abgetrennt, 1965 stillgelegt

808 m

Marie

(Amalie II)

Helenenstraße

45141 Essen

51.468307, 6.984452 1904 1908 1966 975 m
Barbara

Bäuminghausstraße

45326 Essen

51.478313, 6.995355 1922 1926 1966 1215 m
Huyssen

Westendstraße

45143 Essen

51.457729, 6.991792 1842

1937 aus Verbund mit

Ver. Sälzer & Neuack

1966 808 m
Schmits

Westendstraße

45143 Essen

51.458101, 6.991808 1857

1937 aus Verbund mit

Ver. Sälzer & Neuack

1961 685 m
Wolfsbank 2

Wolfsbankring

45355 Essen

51.471094, 6.958976 1850

1960 aus Verbund

mit Wolfsbank

1966 756 m
Wolfsbank 3

Wolfsbankring

45355 Essen

51.471779, 6.958413 1901

1960 aus Verbund

mit Wolfsbank

1966 975 m
Carolus Magnus 1

Carolus-Magnus-Straße

45356 Essen

51.482752, 6.971688 1864

1960 aus Verbund

mit Wolfsbank

1962 887 m
Christian Levin 1

Rauchstraße

45356 Essen

51.495539, 6.942499 1854

1960 aus Verbund

mit Wolfsbank

1966 975 m
Christian Levin 2

Heinz-Bäcker-Straße

45356 Essen

51.495589, 6.943338 1919

1960 aus Verbund

mit Wolfsbank

1966 975 m
Wetterschacht Levin

Levinstraße

45356 Essen

51.490550, 6.946669 1895

1960 aus Verbund

mit Wolfsbank

1966 520 m
Neu-Cöln 1

Schacht Neu-Cöln

45355 Essen

51.483980, 6.953761 1845

1960 aus Verbund

mit Wolfsbank

1961 520 m
Neu-Cöln Nebenschacht

Schacht Neu-Cöln

45355 Essen

51.483829, 6.954028 1919

1960 aus Verbund

mit Wolfsbank

1961 750 m
Neu-Cöln 2

Schacht Neu-Cöln

45355 Essen

51.483395, 6.952387 1922

1960 aus Verbund

mit Wolfsbank

1961 214 m

 

Fotogalerie

24. Zeche Carl, Essen

Malakowturm der Zeche Carl, Essen, Ruhrgebiet, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

1855 begann die Gewerkschaft Hercules in Altenessen mit dem Abteufen eines Schachtes. Ein Malakowturm mit zwei Maschinenhausflügeln wurde gebaut und die Zeche Carl ging 1861 in Betrieb. 1899 wurde ein großes Seilscheibengerüst auf den Malakowturm aufgesetzt. Die Jahresfördermenge lag bei 300.000 t. Der Betrieb wurde bereits 1929 eingestellt. Das Fördergerüst wurde abgerissen. Der Schacht diente noch bis 1955 der Zeche Emil-Emscher als Wetterschacht. 1970 wurde der Schacht endgültig geschlossen. Heute wird die ehemalige Zechenanlage als Kulturzentrum genutzt. Die verbliebenen Gebäude stehen unter Denkmalschutz. Der Malakowturm ist der älteste noch erhaltene im Ruhrgebiet.

 

QUELLEN: Hermann 2008, Huske 2006, Wikipedia

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

FOTO: Zeche Carl, Schacht Hercules (13.06.2020) © Christian Twehues 

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Gründung
Förderbeginn
Schließung
Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Kölner Bergwerks-Verein (ab 1842)

Carl (ab 1855)

Anna-Carl (ab1913)

Emil (ab 1929)

Emil-Emscher (ab1935)

Emil-Fritz (ab 1967)

1856 1858 1929
911
(1914)
277.700 t
(1914)

Ältester erhaltener

Malakowturm im

Ruhrgebiet, erbaut

1856

 

Schächte der Zeche

 

Schacht Adresse GPS
Teufbeginn
Förderbeginn
Stilllegung
Max. Teufe
Carl (Hercules)

Wilhelm-Nieswandt-Allee 100

45326 Essen

51.496011, 7.012468 1855 1861 1970 570 m
Wetterschacht

Wilhelm-Nieswandt-Allee 100

45326 Essen

51.496501, 7.013108 1856 1886 1952 371 m

 

Fotogalerie

25. Zeche Zollverein, Essen

Doppelbock Fördergerüst auf der Zeche Zollverein, Essen, Ruhrgebiet, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

Zeche Zollverein war ein Bergwerk im Essener Norden, das von 1862 bis 1986 Steinkohle förderte. Gegründet wurde die Zeche durch den Industriellen Franz Haniel, der die Rohstoffzufuhr für seine Kokereien und Eisenhütten sichern wollte. In Spitzenzeiten förderte Zeche Zollverein 3,6 Mio. t Kohle (1937) und beschäftigte bis zu 8.300 Mitarbeiter (1925). Nur wenig durch den 2. Weltkrieg beschädigt, nahm die Zeche in den 1950ern einen Spitzenplatz unter den westdeutschen Steinkohlenbergwerken ein.

 

Nach massiven Einbrüchen der Nachfrage nach deutscher Kohle Anfang der Achtziger entschied die Kohlerunde 1983 die Aufgabe des Standortes Zollverein. Die Stilllegung der Zeche kam dann am 23. Dezember 1986. Schon zu diesem Zeitpunkt stand die Zeche unter Denkmalschutz.

 

Nach der Stilllegung kaufte das Land NRW dem Betreiber Ruhrkohle AG das Gelände um Schacht 12 ab und sanierte in den Folgejahren bis 1999 die Anlagen. 2001 wurden die Anlagen der Zeche Zollverein, Schacht 12 sowie die angrenzende Kokerei Zollverein zum Weltkulturerbe der UNESCO erklärt. Seit 2006 werden Teile der Kohlenwäsche für Ausstellungen genutzt. Das Ruhrlandmuseum zog aus dem Essener Süden in die Räume der ehemaligen Kohlenwäsche um und eröffnete 2010 als Dauerausstellung unter dem Namen "Ruhrmuseum". Die Farb- und Lichtgestaltung der Treppenaufgänge und Rolltreppen, die zum Eingang des Museums in einer Höhe von 24m führen, sind nicht nur für Fotografen sehr interessant. 

 

QUELLEN: Huske 2006, Wikipedia

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

FOTO: Zeche Zollverein, Schacht 12 (15.02.2015) © Christian Twehues 

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Gründung
Förderbeginn
Schließung
Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Zollverein (ab 1847)

Nordstern-Zollverein (ab 1983)

Zollverein (ab 1987)

1847 1851 1986
8.295
(1925)
3.588.000 t
(1937)

1888-1901, 1932, 1934-1938 und 1945

größtes Bergwerk im Revier.

Seit 2001 Weltkulturerbe.

 

Schächte der Zeche

 

Schacht Adresse GPS
Teufbeginn
Förderbeginn
Stilllegung
Max. Teufe
1 (Förderschacht)

Bullmannaue

45327 Essen

51.490094, 7.044428 1847 1851 1980 756 m
2 (Wetterschacht)

Bullmannaue

45327 Essen

51.490436, 7.044957 1850 1851 1986 1005 m
3 (Förderschacht)

Am Handwerkerpark

45309 Essen

51.489309, 7.063303 1880 1882 1980 659 m
4 (Förderschacht)

Katernberger Str.

45327 Essen

51.504312, 7.052594 1891 1893 1964 606 m
5 (Wetterschacht)

Katernberger Str.

45327 Essen

51.503649, 7.052917 1894 1896 1932 495 m
6 (Förderschacht)

Flöz Zollverein

45141 Essen

51.478944, 7.041297 1895 1897 1975 601 m
7 (Wetterschacht)

Am Handwerkerpark

45309 Essen

51.489099, 7.062918 1897 1899 1980 659 m
8 (Wetterschacht)

Bullmannaue

45327 Essen

51.489984, 7.045426 1897 1900 1986 613 m
9 (Wetterschacht)

Flöz Zollverein

45141 Essen

51.478773, 7.040051 1903 1904 1979 659 m
10 (Förderschacht)

Am Handwerkerpark

45309 Essen

51.489540, 7.063845 1911 1914 1986 1150 m
11 (Förderschacht)

Katernberger Str.

45327 Essen

51.504302, 7.053082 1922 1928 1986 756 m

12 (Zentralförderschacht XII, 

Albert Vögler)

Gelsenkirchener Str.

45309 Essen

51.486628, 7.044068 1929 1932 1986 1005 m
Holland 4 (Wasserhaltung)

Emil-Weitz-Straße

44866 Bochum

51.483734, 7.126352 1898

1974 von Holland

übernommen für

zentrale Wasserhaltung

1988 1000 m
Holland 6 (Wasserhaltung)

Emil-Weitz-Straße

44866 Bochum

51.483330, 7.127319 1921

1974 von Holland 

übernommen für

zentrale Wasserhaltung

1988 1000 m

 

Fotogalerie

26. Zeche Bonifacius, Essen

Fördergerüst auf der Zeche Bonifacius, Essen, Ruhrgebiet, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

Die Zeche Ver. Bonifacius wurde 1851 in Essen-Kray gegründet. Die Bauarbeiten an Schacht 1 begannen 1858. Das Karbon wurde 1860 in einer Tiefe von 51m erreicht. 1861 wurde die erste Sohle in einer Tiefe von 90m eingerichtet. Die regelmäßige Kohlenförderung  wurde 1863 aufgenommen. 1872 wurde der 2. Schacht neben Schacht 1 abgeteuft. 1877 wurde auf Schacht 2 die 2. Sohle in einer Tiefe von 276m eingerichtet. Ein Jahr später begann auch hier die Förderung. 1883 wurde auf der Zeche Ver. Bonifacius die erste elektrische Grubenlokomotive übertage im Ruhrbergbau eingesetzt. 1892 wurde im Ostfeld ca. 1,2 km nordöstlich von Schacht 1/2 ein Wetterschacht (später Schacht 4) abgeteuft. 1897 ging Schacht 2 zu Bruch. Der Schacht musste verfüllt und neu abgeteuft werden. 1898 begannen die Arbeiten an Wetterschacht 3 ca. 0,8 km südlich von Schacht 1/2. Schacht 3 nahm 1902 die Förderung auf.

 

1928 wurde die Zeche in Bonifacius umgetauft. Die maximale Teufe lag zu diesem Zeitpunkt bei 571m, die Jahresfördermenge betrug 961.630 Tonnen Kohle und die Belegschaft zählte 3340 Mitarbeiter. Die Zeche Bonifacius erreichte 1939 eine maximale Fördermenge von 1,25 Mio Tonnen bei einer Belegschaft von 2859 Bergleuten. 1947 wurde Schacht 5 im Ostfeld an der Grenze von Essen-Kray zu Wattenscheid abgeteuft. Er ging 1952 in Betrieb. 1956 wurde Wetterschacht 4 aufgegeben. Die Zeche erreichte 1965 eine Gesamtteufe von 992m.   

 

1966 wurde die Zeche Bonifacius von dem Bergwerk Holland übernommen. 1967 wurde die Förderung auf Bonifacius eingestellt und der Tagesbetrieb stillgelegt. Die Kohle wurde auf der 10. Sohle über Holland 4/6 zutage gefördert. 1968 wurde Bonifacius 3 verfüllt.

 

Mit der Schließung der Zeche Holland ging das Baufeld Bonifacius mit den stillgelegten Schächten 1974 an die Zeche Zollverein. Schacht Bonifacius 2 wurde 1975 verfüllt. Die Schächte Bonifacius 1 und 5 wurden 1982 aufgegeben. Einige Betriebsgebäude und das Fördergerüst über Schacht 1 sind bis heute erhalten geblieben. 

  

QUELLEN: Hermann 2008, Huske 2006, Wikipedia

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

FOTO: Zeche Bonifacius, Schacht 1 (19.12.2020) © Christian Twehues 

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Gründung
Förderbeginn
Schließung
Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Ver. Bonifacius (ab 1851)

Bonifacius (ab 1928)

Holland (ab 1966)

1851 1863 1967
4.694
(1920)
1.251.690 t
(1939)

1883: Einsatz der ersten

elektrischen Grubenlokomotive

übertage im Ruhrgebiet

 

 

Schächte der Zeche

 

Schacht Adresse GPS
Teufbeginn
Förderbeginn
Stilllegung
Max. Teufe
1

Rotthauser Str. 46A

45309 Essen

51.473810, 7.084527 1858 1863

1966 an Holland

abgegeben,

1967 stillgelegt

992 m
2

Rotthauser Str. 46A

45309 Essen

51.474535, 7.083726 1872 1878

1966 an Holland 

abgegeben, 

1967 stillgelegt

992 m
3 (Wetterschacht)

Korthover Weg

45307 Essen

51.467068,+7.088786 1898 1902

1966 an Holland 

abgegeben, 

1967 stillgelegt

294 m
4 (Wetterschacht)

Am Mechtenberg

45309 Essen

51.479956, 7.100021 1892 1893 1956 274 m
5 (Wetterschacht)

Halterner Str.

45307 Essen

51.472956, 7.097636 1947 1952

1966 an Holland 

abgegeben, 

1967 stillgelegt

671 m

 

Fotogalerie

27. Zeche Carl Funke, Essen

Fördergerüst auf der Zeche Carl Funke I, Essen, Ruhrgebiet, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

1773 erhielt die Zeche Hundsnocken in Essen am Baldeneysee die Kohlekonzession. Zu diesem Zeitpunkt wurde bereits im reinen Stollenabbau Kohle gefördert. 1819 wurden 5.510 Scheffel (410 t) Kohle gewonnen. 1825 wurde das Flöz Mausegatt erschlossen und die Fördermenge auf 1.115 Tonnen jährlich erhöht. Ab 1841 ging man in den Tiefbau über. Ein tonnlägiger (d. h. schräg abfallender) Förderschacht wurde abgeteuft mit einer Endlänge von 226m und einer Tiefe von 108m. 1871 wurde Hundsnocken zur Zeche Heisinger Tiefbau umbenannt. Zu diesem Zeitpunkt arbeiteten 82 Bergleute im Stollen. Die Fördermenge lag bei 21.715 t. 

 

Ab 1880 wurde die Zeche Heisinger Tiefbau unter der Leitung des neuen Grubenvorstands Carl Funke deutlich ausgebaut. 1889 wechselte erneut der Name der Zeche zu Rheinische Anthracit-Kohlenwerke. 1899 wurde der Stollenabbau eingestellt. 1903 übernahmen die Kohlenwerke die Zeche Friedrich Wilhelm mit dem gleichnamigen seigeren (d.h. senkrechten) Schacht, später Carl Funke Schacht 1 genannt. Damit war der Übergang zum Tiefbau abgeschlossen.

 

1906 erhielt das Bergwerk seinen späteren Namen: Zeche Carl Funke. Die Jahresfördermenge stieg auf 200.000 Tonnen. Zwischen 1924 und 1926 wurde Schacht 2 neben Schacht 1 niedergebracht. In den 1930ern waren sämtliche Schachtanlagen im Essener Ruhrtal miteinander verbunden, förderten aber nach wie vor eigenständig. 1958 übernahm die Zeche Carl Funke die Förderung der Zeche Gottfried Wilhelm, die Fördermenge stieg auf 630.000 Tonnen jährlich. Zwischen 1957 und 1959 wurde Schacht Carl Funke 4 niedergebracht. 1967 wurde das Bergwerk mit der Zeche Pörtingssiepen zusammengelegt und von der Ruhrkohle AG übernommen. Zeche Carl Funke wurde 1973 stillgelegt. 1985 wurden die Anlagen abgerissen. Nur das Fördergerüst Carl Funke 1 sowie das Maschinenhaus der Zeche Hundsnocken ca. 200m oberhalb des Fördergerüsts und das Torhaus direkt an der Straße am See blieben als Industriedenkmal erhalten. Das Maschinenhaus der Zeche Hundsnocken aus dem Jahr 1841 ist leider dem Verfall überlassen. Es gilt als das älteste noch existierende, leider nicht erhaltene Zechengebäude im Ruhrgebiet.

 

QUELLEN: Hermann 2008, Huske 2006, Informationstafel an der Zeche, Wikipedia, Ruhrzechenaus

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

FOTO: Zeche Carl Funke, Schacht 1 (29.08.2020) © Christian Twehues 

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Gründung
Förderbeginn
Schließung
Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Hundsnocken (ab 1773)

Ver. Hundsnocken (ab 1870)

Heisinger Tiefbau, auch Pörtingsiepen III (ab 1871)

Rheinische Anthracit-Kohlenwerke (ab 1889)

Carl Funke (ab 1906)

Ver. Poertingssiepen/Carl Funke (ab 1967)

1773 vor 1773 1973
2.617
(1965)
644.586 t
(1966)

Ruine des Maschinenhauses

der Zeche Hundsnocken aus

dem Jahr 1941 gilt als das

älteste seiner Art im Revier

 

Schächte der Zeche

 

Schacht Adresse GPS
Teufbeginn
Förderbeginn
Stilllegung
Max. Teufe

Oberstollen/No.1

(Hundsnocken)

Lanfermannfähre 40

45259 Essen

51.404885, 7.048683 vor 1773 vor 1773 vor 1871 -

Tiefster Erbstollen

(Hundsnocken)

Lanfermannfähre 40

45259 Essen

51.404885, 7.048683 vor 1773 vor 1773 vor 1871 -

Wetterschacht Hermann

(Hundsnocken)

Lanfermannfähre 40

45259 Essen

- 1838 1838 vor 1871 44 m

Tonnlägiger Förderschacht

(Hundsnocken)

Lanfermannfähre 40

45259 Essen

51.405545, 7.050399 1841 1842 1899 108 m

Tonnlägiger Pumpenschacht

(Hundsnocken)

Lanfermannfähre 40

45259 Essen

51.405545, 7.050399 1855 1860 1909 108 m

Tonnlägiger Wetterschacht

(Hundsnocken)

Lanfermannfähre 40

45259 Essen

51.405545, 7.050399 1870 1870 1946 108 m

Hilfsschacht

(Hundsnocken)

Lanfermannfähre 40

45259 Essen

51.405539, 7.051267 1881 1883 vor 1904 208 m

Fahrschacht

(Hundsnocken)

Lanfermannfähre 40

45259 Essen

51.405545, 7.050399 1888 1889 vor 1904 -

1 (Carl Funke)

(vormals Friedrich Wilhelm)

Lanfermannfähre 40

45259 Essen

51.404120, 7.049716 1896

1903 von Friedrich

Wilhelm übernommen,

seit 1898 in Förderung

1973 Förderung eingestellt.

Bis 1984 offen für

zentrale Wasserhaltung

760 m
Wetterschacht im Nordfeld

-

- 1906 -

vor 1920 wieder

aufgegeben und verfüllt

-
Nebenschacht

Lanfermannfähre 40

45259 Essen

51.404120, 7.049716 1910 1911

vor 1920 wieder

aufgegeben und verfüllt

-
2 (Förderschacht)

Carl-Funke-Straße

45259 Essen

51.403909, 7.051358 1925 1926 1973 549 m
3 (Prinz Friedrich)

Prinz-Friedrich-Straße

45257 Essen

51.390737, 7.079130 1920

1931 von stillgelegter

Zeche Prinz Friedrich

übernommen

1973 190 m
4 (Düschenhofer Wald)

Scheebredde

45257 Essen

51.398338, 7.111387 1957 1959 1973 675 m
Gottfried Wilhelm 1

Forsthausstraße

45134 Essen

51.416282, 7.039565 1907 1958 von Gottfried 
Wilhelm übernommen
1973 834 m
Gottfried Wilhelm 2

Forsthausstraße

45134 Essen

51.416607, 7.039185 1913 1958 von Gottfried 
Wilhelm übernommen
1973 630 m
Altendorf 2
(Carl Funke 5)

Steinkohlenpl.

45529 Hattingen

51.416030, 7.133426 1896

1965 von Ver. Dahlhauser

Tiefbau übernommen

1973

 

732 m
Dahlhauser Tiefbau 2
(Carl Funke 6)

Lewackerstraße 188

44879 Bochum

51.418488, 7.151157 1910

1965 von Ver. Dahlhauser

Tiefbau übernommen

1969

 

730 m

 

Fotogalerie

28. Zeche Wohlverwahrt, Essen

Fördergerüst auf der Zeche Carl Funke I, Essen, Ruhrgebiet, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

Bereits seit 1791 wurde aus dem Flöz Wohlverwahrt im Stollenabbau Kohle gefördert. Das Stollenmundloch befand sich an der Straße "In der Lake". 1815 wurde mit einem Schacht und einem Luftschacht gefördert. 1821 wurde der Betrieb eingestellt, 1831 erneut aufgenommen, 1850 wieder eingestellt. Das Feld wurde zu Ver. Wohlfahrt konsolidiert. Bis 1898 wurde nur wenig Kohle abgebaut, das Feld ging zur Zeche Eiberg, die 1914 stillgelegt wurde. Das Feld Wohlverwahrt war wieder frei. 1917 wurde unter dem Namen Wohlverwahrt erneut der Betrieb aufgenommen. 1918 wurde ein Schacht abgeteuft. Aufgrund hoher Wasserzuflüsse wurden die Arbeiten aber in 30m gestundet und zum Jahresende wieder eingestellt. Nach zwei weiteren Versuchen kam es dann 1923 zur amtlichen Stilllegung. 1938 wurde ein seigerer (senkrechter) Schacht nahe der Ruhr abgeteuft und 1939 die Förderung aufgenommen. Die Zeche erreichte 1943 ihre maximale Produktionsmenge mit 69.634 t und einer Belegschaft von 243 Bergleuten. Gefördert wurde auf der 2. Sohle in 86m Teufe. Die Zeche besaß einen Förderschacht und einen Wetterschacht. Der Betrieb wurde 1962 eingestellt. Die ehemalige Werkshalle ist erhalten geblieben. 

 

QUELLEN: Huske 2006, Wikipedia

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

FOTO: Zeche Wohlverwahrt, Zechengebäude (26.04.2021) © Christian Twehues 

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Gründung
Förderbeginn
Schließung
Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Wohlfahrt (ab 1791)

1791 1938 1962
243
(1943)
69.634 t
(1943)

Die Zeche befindet sich
direkt am Ufer der Ruhr

 

Schächte der Zeche

 

Schacht Adresse GPS
Teufbeginn
Förderbeginn
Stilllegung
Max. Teufe
1 (Förderschacht)

Fleherweg 87

45279 Essen

51.429611, 7.108233 1938 1939 1962 86 m
2 (Wetterschacht)

Fleherweg 87

45279 Essen

51.429611, 7.108233 vor 1940 vor 1940 1962 25 m

 

Fotogalerie

29. Zeche Heinrich, Essen

Fördergerüst auf der Zeche Heinrich, Essen, Ruhrgebiet, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

Bereits 1809 waren Stollenzechen in Überruhr aktiv, die die Kohle aus ca. 15m tiefen Flözen (Geitling, Sandknapp, Kreftenscheer) abbauten. 1837 konsolidierten mehrere Felder zur Gewerkschaft Heinrich. Von 1826 bis 1845 wurden 8 Anträge auf Erlaubnis zum Tiefbau abgelehnt. Erst 1846 genehmigte das Oberbergamt den Tiefbau. 1847 wurde Schacht Heinrich 1 abgeteuft. Die Förderung begann 1852. 1884 förderte die Zeche Heinrich die Jahresmenge von 100.000 t Kohle mit einer Belegschaft von 300 Bergleuten. Von 1913 bis 1918 wurde der Schacht Heinrich 2 abgeteuft und mit einem Hammerkopfturm versehen. Die Jahresfördermenge stieg zwischen 1918 und 1929 von 200.000 t Kohle mit 1.000 Bergleuten auf 500.000 t mit 1.400 Bergleuten. 1957 bis 1958 wurde Schacht 3 als neuer Zentralförderschacht neben Schacht 1 und 2 abgeteuft. Die Kohlekrise in den späten 1950ern führte erst 1964 zur Zusammenlegung der Zeche Heinrich mit der Zeche Theodor, dann 1968 zur Stilllegung. Die Schächte wurden verfüllt, die Anlagen abgerissen. Schacht 3 und der Wetterschacht Holthuser Tal blieben offen für Wasserhaltung und sind bis heute aktiv. Schacht 3 muss ständig ausgepumpt werden, um ein Überfluten des Stadtzentrums von Oberhausen zu vermeiden, da die Schachtanlage drei Meter höher gelegen ist.

 

QUELLEN: Hermann 2008, Huske 2006, Wikipedia

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

FOTO: Zeche Heinrich, Schacht 3 (29.08.2020) © Christian Twehues 

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Gründung
Förderbeginn
Schließung
Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Heinrich (ab 1837)

Heinrich-Bergbau-AG (ab1951)

1837 1852 1968
3.057
(1966)
965.897 t
(1966)

1846: Genehmigung zum

Tiefbau wurde erst nach

8 Anträgen (1826-1845)

vom Oberbergamt erteilt

 

Schächte der Zeche

 

Schacht Adresse GPS
Teufbeginn
Förderbeginn
Stilllegung
Max. Teufe
1 (Förderschacht)

Langenberger Str.

45277 Essen

51.417239, 7.074641 1847 1852 1968 409 m

Wetterschacht

(auf dem Nordflügel)

-

- 1858 - - -

Wetterschacht

(Ostteil des Westfeldes)

Schaffelhofer Weg

45277 Essen

51.416249, 7.083500 1859 1859 1894 117 m
Wetterschacht 2

Deipenbecktal

45277 Essen

51.407078, 7.083655 1892 1893 1902 209 m
Wetterschacht 3

Deipenbecktal

45277 Essen

51.407097, 7.083711 1901 1901 1919 -
2 (Förderschacht)

Langenberger Str.

45277 Essen

51.417565, 7.074336 1913 1918 1968 309 m

Wetterschacht

Holthuser Tal

Holthuser Tal

45277 Essen

51.412555, 7.083063 1951 1952

1968 Förderung eingestellt,

für Wasserhaltung

bis heute offen 

309 m
3 (Förderschacht)

Langenberger Str.

45277 Essen

51.417044, 7.074179 1957 1958

1968 Förderung eingestellt, 

für Wasserhaltung 

bis heute offen

409 m
Theodor 1

Charlottenstraße

45289 Essen

51.420551, 7.096244 1934

1964 von Theodor

übernommen

1968 1060 m
Charlotte 2

Charlottenberg

45289 Essen

51.421972, 7.096310 1833

1964 von Theodor 

übernommen

1968 290 m
Theodor 3

Charlottenberg

45289 Essen

51.420968, 7.095792 1940

1964 von Theodor 

übernommen

1968 441 m
Eiberg (Jakob)

Zeche Eiberg

45279 Essen

51.440678, 7.114961 1858

1964 von Theodor 

übernommen

1968 504 m

 

Fotogalerie

30. Zeche Prinz Wilhelm, Essen

Zeche Prinz Wilhelm, Schacht Carl in Essen, Ruhrgebiet, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

Schon Anfang des 18. Jahrhunderts wurde in diesem Gebiet Kohle gefördert, die Stollenbetriebe wurden aber später aufgegeben. 1846 begann der Tiefbau, ein Schacht wurde abgeteuft. 1854 nahm Prinz Wilhelm in 59m Teufe die Förderung auf. Wetterschacht Prinz Wilhelm wird erstmals 1881 erwähnt. 1893 erreichte das Bergwerk eine Teufe von 510m auf der 6. Sohle. 1896 stürzte der Schacht Carl ein. Die Kohlen wurden untertage zum Schacht Laura der Zeche Steingatt gebracht, die den Schacht Carl übernahm. 1900 wurde noch einmal über den Wetterschacht Prinz Wilhelm die Förderung aufgenommen. 1903 wurde Prinz Wilhelm dann aber vorübergehend stillgelegt. Unter dem Namen Prinz-Wilhelm-Steingatt wurde Schacht Carl 1920 gesümpft und 1921 wieder in Förderung genommen. 1925 war  Schacht Carl bis zur 5. Sohle (407m) wieder förderfähig. Im November des gleichen Jahres wurde das Bergwerk endgültig stillgelegt, das Grubenfeld ging zur Zeche Heinrich. 

 

QUELLEN: Hermann 2008, Huske 2006, Wikipedia

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

FOTO: Zeche Prinz Wilhelm, Schacht Carl (26.04.2021) © Christian Twehues 

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Gründung
Förderbeginn
Schließung
Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Prinz Wilhelm (ab 1850)

Prinz Wilhelm-Steingatt (ab 1920)

1850 1854 1925
177
(1890)
55.368 t
(1885)

In diesem Gebiet wurde

mindestens  seit Anfang des

18. Jhdt Kohle abgebaut

 

Schächte der Zeche

 

Schacht Adresse GPS
Teufbeginn
Förderbeginn
Stilllegung
Max. Teufe
Carl

Langenberger Str.

45257 Essen

51.402922, 7.08639 1846 1854 1925 510 m

Wetterschacht

Prinz Wilhelm

-

- vor 1881 vor 1881 1903 407 m

 

Fotogalerie

31. Zeche Victoria, Essen

Zeche Victoria, Kauen- und Verwaltungsgebäude in Essen, Ruhrgebiet, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

Die Zeche Victoria entstand 1864 durch Konsolidierung verschiedener kleinerer Kleinzechen. Mit dem Abteufen des tonnlägigen Tiefbauschachts Wilhelm ging die Zeche 1890 in den Tiefbau über. Der Schacht nahm 1893 die Förderung auf. Der Wetterkamin (s. Foto) wurde befeuert und sorgte durch den Kamineffekt für den Abzug verbrauchter Luft aus dem Stollen. Er lag genau auf zwischen Schacht Wilhelm und den Zechengebäuden. 1911 wurde der Kamin durch einen Ventilator ersetzt. Ein zweiter Schacht wurde 1909 abgeteuft. 1910 ging der erste Schacht zu Bruch. 1911 nahm Schacht 2 die Förderung auf, Schacht 1 (Wilhelm) wurde zum Wetterschacht umgewidmet. 1913 wurde ein Wetterschacht 3 in Betrieb genommen. Die Zeche erreichte 1920 ihre maximale Fördermenge mit 208.494 t bei einer Belegschaft von 865 Bergleuten. Victoria wurde 1925 stillgelegt. Einer der beiden Tomson-Böcke wurde 1926 abgebaut und als Fördergerüst über Schacht 2 der Zeche Carl Funke wieder aufgbaut. Das Grubenfeld ging 1950 zu Carl Funke. 

 

QUELLEN: Hermann 2008, Huske 2006, Wikipedia, ein Zeitzeuge

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

FOTO: Zeche Victoria, Kauen- und Verwaltungsgebäude (3.05.2021) © Christian Twehues 

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Gründung
Förderbeginn
Schließung
Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Victoria (ab 1864)

1864 1865 1925
865
(1920)
208.494 t
(1920)

Stilllegung 1925 wegen

geologischer Störungen und

hohen Feinkohlenanteils

 

Schächte der Zeche

 

Schacht Adresse GPS
Teufbeginn
Förderbeginn
Stilllegung
Max. Teufe

1 (Wilhelm,
tonnlägig)

-

- 1890 1893 1913 170 m
2 (seiger)

Nierenhofer Str.

45257 Essen

51.383776, 7.114891 1909 1911 1925 390 m
3 (Wetterschacht)

Dattenberg

45257 Essen

51.386304, 7.111451 1912 1913 1925 110 m

 

Fotogalerie

32. Zeche Fürst Leopold, Dorsten

Fördergerüst auf der Zeche Fürst Leopold, Dorsten, Ruhrgebiet, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

Erste Mutungsbohrungen auf den Feldern Fürst Leopold I-II fanden im Jahr 1902 statt. 1910 wurden sechs Felder zu Fürst Leopold konsolidiert und mit dem Abteufen des 1. Schachts im Gefrierverfahren begonnen. 1911 wurde der 2. Schacht direkt neben dem ersten abgeteuft. Erste Kohlen konnten 1912 gefördert werden, regelmäßiger Förderbeginn war 1913. 1931 wurde Fürst Leopold mit der stillgelegten Zeche Baldur zusammengelegt. Das Verbundbergwerk erhielt den Namen Fürst-Leopold-Baldur. 1970 wurde die Zeche wieder in Fürst Leopold zurück benannt. 1971 wurden Fürst Leopold und die Zeche Wulfen unter eine Werksdirektion gestellt, beide Zechen blieben aber vorerst selbständig. Erst 1982 folgte der endgültige Verbund zu Fürst Leopold-Wulfen.

 

In den 1980ern stieß die Zeche in immer weitere Tiefen vor. 1993 erreichte Schacht Baldur 1 eine Endteufe von 1323m. 1998 erfolgte der Verbund mit der Zeche Westerholt zum Bergwerk Lippe. Mit 5.242 Mitarbeitern und einer Jahresleistung von 3.615.000 t Kohle war Lippe das größte Bergwerk an der Ruhr. Fürst Leopold erreichte 2001 eine Endteufe von 1565m. Die Schächte der Zeche Fürst Leopold stellten 2001 die Förderung ein. Das Feld Fürst Leopold wurde aufgegeben. Schacht 1 wurde vom Bergwerk Lippe noch bis 2008 als Wetter und Materialschacht betrieben. Das Fördergerüst wurde 2008 abgerissen. Das Fördergerüst von Schacht 2 aus dem Jahr 1913 ist als Industriedenkmal erhalten geblieben. 

 

QUELLEN: Huske 2006, Wikipedia

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

FOTO: Zeche Fürst Leopold, Schacht 2 (28.12.2020) © Christian Twehues 

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Gründung
Förderbeginn
Schließung
Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Fürst Leopold (ab 1906)

Fürst Leopold-Baldur (ab 1931)

Fürst Leopold (ab1970)

Fürst Leopold-Wulfen (ab 1982)

Bergwerk Lippe (ab 1998)

1910 1913 2001
4.477
(1956)
2.400.350 t
(1997)

Endteufe des Bergwerks 2002: 1565m

 

Schächte der Zeche

 

Schacht Adresse GPS
Teufbeginn
Förderbeginn
Stilllegung
Max. Teufe
1

Fürst-Leopold-Allee 1

46284 Dorsten

51.672676, 6.981949 1910 1913 2001 1034 m
2

Fürst-Leopold-Allee 1

46284 Dorsten

51.673037, 6.983119 1911 1915 2001 1034 m
Baldur 1

Baldurstraße

46284 Dorsten

51.672961, 6.950289 1905

1931 von Baldur

übernommen

2001 1323 m
Baldur 2

Baldurstraße

46284 Dorsten

51.672874, 6.951396 1906

1931 von Baldur 

übernommen

1972 743 m
Wulfen 1

Dülmener Str.

46286 Dorsten

51.720393, 7.056429 1958

1982 von Wulfen

übernommen

1984 1037 m
Wulfen 2

Dülmener Str.

46286 Dorsten

51.720501, 7.058120 1959

1982 von Wulfen 

übernommen

2000 1037 m

 

Fotogalerie

33. Zeche Auguste Victoria, Marl

Fördergerüst Schacht 1 und 2 der Zeche Auguste Victoria in Marl, Ruhrgebiet, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

Bei ersten Mutungsbohrungen stießen Düsseldorfer Kaufleute 1897 in Marl auf Kohle. 1899 gründeten sie die Gewerkschaft Auguste Victoria, benannt nach der letzten deutschen Kaiserin. Abteufarbeiten an Schacht 1 begannen im gleichen Jahr. 1900 folgte Schacht 2. Aufgrund eines Schiefstands in 40m Tiefe wurden 1901 die Arbeiten an Schacht 1 eingestellt. Schacht 2 wurde zu Schacht 1 umbenannt. Beim Abteufen des Schachts kam 1902 zum ersten Mal im Ruhrgebiet das Gefrierverfahren zum Einsatz. Der Kohleabbau wurde 1905 in einer Tiefe von 605m aufgenommen. 1908 wurde die Zeche von der Interessensgemeinschaft chemischer Werke (später IG Farben) übernommen.

 

1925 begannen die Abteufarbeiten von Schacht 3, der ein Jahr später eine Endteufe von 820 m erreichte. 1927 kam es zu einem schweren Schwimmsandeinbruch in Schacht 3, bei dem der Schacht mitsamt Förderturm zubruch ging. 1928 begannen die Arbeiten an Schacht 4, zwei Jahre später an Schacht 5, der 1931 den Betrieb aufnahm. 1934 wurde Schacht 3 ausgeräumt, neu abgesichert und weiter abgeteuft. Er nahm 1937 die Förderung auf. 1930 waren in Schacht 4 und 5 Blei- und Zinkerzvorkommen entdeckt worden, die ab 1936 abgebaut wurden. Die maximale Erzförderung erreichte das Bergwerk 1943 mit 352.000 Tonnen.

 

1950 wurde Schacht 6 abgeteuft. Er ging 1952 als Wetterschacht in Betrieb. 1954 erreichte Schacht 1 eine Endteufe von 1176m. Schacht 7 wurde 1957 direkt neben Schacht 3 abgeteuft. Förderbeginn war 1960. Der Erzabbau wurde 1962 wegen Unrentabilität aufgegeben. 1963 begannen die Arbeiten an Schacht 8, der 1967 in Betrieb genommen wurde. 1965 erreichte Schacht 7 eine Endteufe von 1260m. 1966 wurden Schacht 1 und 2 stillgelegt und Schacht 7 zum Hauptförderschacht. 1967 wurde Schacht 5 verfüllt. 1980 erreichte Schacht 8 eine Endteufe von 1296m. 1987 wurde Schacht 9 abgeteuft, der 1989 eine Endteufe von 1330m erreichte und 1990 als Wetterschacht in Betrieb ging. 1991 wurde Auguste Victoria von der Ruhrkohle AG übernommen. 1995 erreichte Auguste Victoria die maximale Fördermenge mit 3.541.345 t bei einer Belegschaft von 4.916 Bergleuten. 2001 erfolgte der Verbund mit der Zeche Blumenthal. Das Verbundbergwerk wurde noch bis 2015 betrieben, bis es endgültig stillgelegt wurde. 

 

QUELLEN: Huske 2006, Wikipedia

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

FOTO: Zeche Auguste Victoria, vorne: Schacht 1, hinten: Schacht 2 (8.11.2020) © Christian Twehues 

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Gründung
Förderbeginn
Schließung
Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Auguste Victoria (ab 1899)

Auguste Victoria/Blumenthal (ab 2001)

Auguste Victoria (ab 2007)

1899 1904 2015
9.613
(1960)
3.541.345 t Kohle
(1995)
352.420 Erz (1943) 

1902: Erster Schacht

im Ruhrgebiet, der

im Gefrierverfahren 

abgeteuft
 wird

 

Schächte der Zeche

 

Schacht Adresse GPS
Teufbeginn
Förderbeginn
Stilllegung
Max. Teufe
Alter Schacht 1

Victoriastraße 43

45772 Marl

- 1899

1901 Stundung wegen

Schiefstellung in 40m

1903 40 m
1

Victoriastraße 43

45772 Marl

51.667800, 7.135733 1900 1904 1966 1176 m
2

Victoriastraße 43

45772 Marl

51.667867, 7.136751 1903 1905 1966 1187 m
3 (Nordfeld)

Carl-Duisberg-Straße

45772 Marl

51.686407, 7.111826 1925 1937 2015 1069 m
4 (Westfeld)

Am Wetterschacht

45770 Marl

51.655089, 7.113937 1928 1929 1965 830 m
5 (Westfeld)

Am Wetterschacht

45770 Marl

51.655988, 7.113968 1930 1931 1965 1029 m
6 (Wetterschacht)

Hülsbergstraße

45772 Marl

51.689447, 7.152463 1950 1952 2001 829 m
7 (Förderschacht)

Carl-Duisberg-Straße

45772 Marl

51.685326, 7.110518 1957 1960 2015 1260 m
8 (Nordfeld)

Lippramsdorfer Str.

45772 Marl

51.713070, 7.117522 1963 1967 2015 1296 m
9 (Wetterschacht)

Lippramsdorfer Str.

45772 Marl

51.747298, 7.095906 1987 1990 2015 1330 m

 

Fotogalerie

34. Zeche Schlägel & Eisen, Herten

Zeche Schlägel & Eisen in Herten, Ruhrgebiet, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

Die Zeche Schlägel & Eisen in Herten wurde 1873 gegründet. Schacht 1 wurde 1874 abgeteuft. Er erreichte das Karbon in einer Teufe von 342m und ging 1877 in Förderung. Es gab zu Anfang erhebliche geologische Schwierigkeiten. In den Jahren 1890 bis 1900 wurden die Förderschächte 2, 3 und 5 und die Wetterschächte 4 und 6 abgeteuft. 1937 wurde ein neuer Zentralförderschacht 7 neben den Schächten 3 und 4 abgeteuft. Er wurde 1941 in Betrieb genommen. Die Zeche erlitt 1945 schwere Schäden und musste zeitweise die Förderung einstellen. In den 1950ern stieß der Abbau weiter in Richtung Norden vor. 1957 wurde zur Bewetterung des Nordfelds ein neuer Wetterschacht bis auf die 5. Sohle (810m) abgeteuft. Das Bergwerk erreichte 1975 seine maximale Fördermenge von 2 Mio t Kohle. 1990 wurde Schlägel & Eisen mit der Zeche Ewald zusammengelegt. Die Förderung auf den Schächten der Zeche Schlägel & Eisen wurde im gleichen Jahr eingestellt, die Kohlen über Ewald zutage gefördert. 1991 wurde Schlägel & Eisen 3/4/7 abgerissen, die Schächte blieben vorerst offen. 1993 erreichte das Bergwerk im Feld Schlägel & Eisen im Unterwerksbau (d.h. Abbau unterhalb der Fördersohle ohne eigene erstellte Sohle) eine Endteufe von 1337m. 

 

QUELLEN: Hermann 2008, Huske 2006, Wikipedia

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

FOTO: Zeche Schlägel & Eisen, vorne: Schacht 4, hinten: Schacht 3 (2.01.2021) © Christian Twehues 

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Gründung
Förderbeginn
Schließung
Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Schlägel & Eisen (ab1873)

Ewald/Schlägel & Eisen (ab 1990)

1873 1877 1990
4.706
(1920)
2.030.346 t
(1975)

Schlägel und Eisen ist seit der ersten

Hälfte des 16. Jahrhunderts das international

gebräuchliche Symbol für den Bergbau. 

 

Schächte der Zeche

 

Schacht Adresse GPS
Teufbeginn
Förderbeginn
Stilllegung
Max. Teufe
1

Zum Alten Schacht

45699 Herten

51.602784, 7.156260 1874 1877 1971 898 m
2

Zum Alten Schacht

45699 Herten

51.602641, 7.155566 1890 1892 1998 1179 m
3

Glückauf-Ring 35-37

45699 Herten

51.608234, 7.117635 1895 1897 1990 814 m
4 (Wetterschacht)

Zur Grubenwehr

45699 Herten

51.608208, 7.117174 1900 1902 1990 1240 m
5

Scherlebecker Str.

45701 Herten

51.616713, 7.144051 1898 1901 1990 1237 m
6 (Wetterschacht)

Scherlebecker Str.

45701 Herten

51.616291, 7.144291 1899 1900 1969 716 m
7 (Zentralförderschacht)

Zur Grubenwehr

45699 Herten

51.609316, 7.118712 1937 1941 1990 1192 m
8 (Wetterschacht)

Loemühlenweg

45770 Marl

51.638143, 7.122231 1957 1960 1989 814 m

 

Fotogalerie

35. Zeche Ewald, Herten

Zeche Ewald in Herten, Ruhrgebiet, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

Die Zeche Ewald in Herten wurde 1873 gegründet. Schacht 1 wurde von 1872 bis 1875 abgeteuft. Ein imposanter Malakowturm wurde 1875 fertiggestellt. Ewald begann 1876 mit der Förderung. Auf dem gleichen Gelände wurde 1888 ein zweiter Schacht und später 1940  der neue Zentralförderschacht 7 gebaut. Die Zeche stiess schnell in die Tiefe vor. 1884 war Ewald mit 674m die tiefste Steinkohlenzeche im Ruhrgebiet. 1895 begann das Bergwerk mit dem Aufbau einer zweiten Schachtanlage 3/4 auf Gelsenkirchener Gebiet. Die beiden Schächte nahmen 1897 die Förderung auf. 1907 und 1911 folgten die Wetterschächte 5 und 6. 1971 übernahm Ewald die stillgelegte Zeche Bismarck mit dem Schacht Bismarck 10, der später in Emschermulde 1 umbenannt wurde. 1974 wurde dann die Zeche Recklinghausen übernommen mit den Schachtanlagen Recklinghausen I (Schächte 1/2) und Recklinghausen II (Schächte 1/2/4). 1984 kam der Wetterschacht Hugo-Ost von der Zeche Hugo dazu. 1990 erfolgte der Verbund mit Schlägel & Eisen und 1997 mit Hugo zum dann größten Bergwerk im Revier.  

 

Die Zeche Ewald wurde 2000 stillgelegt. Das Gelände an der Werner-Heisenberg-Str. in Herten wurde in den Folgejahren zu einem Gewerbegebiet umgewidmet und bietet heute zahlreichen Unternehmen einen Standort. 2009 eröffnete in der ehemaligen Heizzentrale das Travestie-Theater RevuePalast Ruhr. Ab 2013 strahlte der ARD aus der Untertage Bar den Sportschau-Club aus. 

 

QUELLEN: Hermann 2008, Huske 2006, Wikipedia

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

FOTO: Zeche Ewald, links: Schacht 7, Mitte: Schacht 1, rechts: Schacht 2 (29.04.2018) © Christian Twehues 

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Gründung
Förderbeginn
Schließung
Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Professor (ab 1870)

Ewald (ab 1871)

Ewald/Schlägel & Eisen (ab 1990)

Ewald/Hugo (ab 1997)

1871 1876 2000
6.176
(1950)
3.587.325 t
(1981)

1884: Mit 624m tiefster

Schacht im Ruhrgebiet 

 

Schächte der Zeche

 

Schacht Adresse GPS
Teufbeginn
Förderbeginn
Stilllegung
Max. Teufe
1 (Hilger)

Werner-Heisenberg-Straße

45699 Herten

51.572363, 7.146513 1872 1876 1996 950 m
2 (Hagedorn)

Werner-Heisenberg-Straße

45699 Herten

51.572740, 7.146361 1888 1892 2000 1300 m
3 (Schürenberg)

Ewaldstraße

45892 Gelsenkirchen

51.578137, 7.113463 1895 1897 1996 1250 m
4 (Waldthausen)

Ewaldstraße

45892 Gelsenkirchen

51.578441, 7.112917 1895 1897 2000 950 m
5 (Wetterschacht)

Nimrodstraße

45699 Herten

51.587420, 7.165588 1907 1908 1996 1350 m
6 (Wetterschacht)

Im Emscherbruch

45892 Gelsenkirchen

51.577033, 7.124490 1911 1912 1996 1250 m
7 (Zentralschacht)

Werner-Heisenberg-Straße

45699 Herten

51.571645, 7.146648 1940 1955 2000 1250 m

Emschermulde 1

(Graf Bismark 10)

Holzbachstraße

45892 Gelsenkirchen

51.554367, 7.112960 1951

1971 von

Zeche Bismarck

übernommen

1996 1176 m
Recklinghausen I, 1

Hochlarmarkstraße

45661 Recklinghausen

51.560920, 7.196508 1869

1974 von

Zeche Recklinghausen

übernommen

1972 566 m
Recklinghausen I, 2

Hochlarmarkstraße

45661 Recklinghausen

51.561243, 7.196569 1901

1974 von 

Zeche Recklinghausen

übernommen

1977 686 m
Recklinghausen II, 1

Karlstraße

45661 Recklinghausen

51.563260, 7.180122 1882

1974 von 

Zeche Recklinghausen

übernommen

1988 850 m
Recklinghausen II, 2

Karlstraße

45661 Recklinghausen

51.563979, 7.179367 1899

1974 von 

Zeche Recklinghausen

übernommen

1988 850 m

Recklinghausen II, 3

(Wetterschacht)

Westfalenstraße

45661 Recklinghausen

51.579990, 7.185168 1940

1974 von 

Zeche Recklinghausen

übernommen

1977 850 m
Recklinghausen II, 4

Karlstraße

45661 Recklinghausen

51.564550, 7.179478 1961

1974 von 

Zeche Recklinghausen

übernommen

1988 850 m

Wetterschacht Hugo-Ost

(Hugo 6)

Ressestraße

45892 Gelsenkirchen

51.582320, 7.083700 1933

1984 von Hugo

übernommen

2000 940 m
Emschermulde 2

Emscherstraße

45891 Gelsenkirchen

51.549937, 7.091325 1973

1992 von Hugo

übernommen

2000 1142 m

 

Fotogalerie

36. Zeche General Blumenthal, Recklinghausen

Zeche General Blumenthal, Schacht 7 in Recklinghausen, Ruhrgebiet, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

Die Zeche General Blumenthal in Recklinghausen wurde 1873 gegründet. Im gleichen Jahr wurde Schacht  abgeteuft, der 1877 in einer Tiefe von 359 Metern auf Kohle stieß. Ein Wassereinbruch 1880 führte zu einem sechsmonatigen Betriebsstillstand. 1882 stand die Zeche erneut für 1 Monat still. Grund diesmal war ein Pumpengestängebruch. 1889 wurde der zweite Schacht gebaut. Er ging 1892 in Förderung.

 

In den Jahren 1895 bis 1908 folgten 4 weitere Schächte auf Recklinghäuser Gebiet. 1903 übernahm die Bergwerksgesellschaft Hibernia AG das Bergwerk General Blumenthal. 1956 erreichte die Zeche eine Teufe von 1013m. 1966 fuhr das letzte Grubenpferd im Ruhrgebiet seine letzte Schicht und kam zutage. 1967 wurde der Zentralförderschacht 11 der stillgelegten Zeche Shamrock übernommen. Shamrock war neben Erin in Castrop-Rauxel eine weitere Zechengründung des irischen Unternehmers William Thomas Mulvany aus Dublin. Shamrock ist der irische Name für das Kleeblatt, ein Nationalsymbol Irlands. Auf den Schächten 1/2/6 wurde die Förderung eingestellt. Die Kohle wurde auf der 7. Sohle über Shamrock 11 gefördert. 1979 und 1980 wurden der Förderschacht Haltern 1 und der Wetterschacht Haltern 2 abgeteuft. Sie gingen 1984/1985 in Betrieb.

 

1992 wurde General Blumenthal mit der Zeche Haard zum Verbundbergwerk Blumenthal/Haard zusammengelegt, zu diesem Zeitpunkt das größte Bergwerk im Revier. 1995 erreichte General Blumenthal eine Endteufe von 1283m. 1999 wurden die Schächte Haltern 1/2 aufgegeben und verfüllt. 2001 erfolgte der Verbund mit Auguste Victoria. Im gleichen Jahr wurden die Schächte der Zeche General Blumenthal stillgelegt und verfüllt. Erhalten geblieben ist der Wetterschacht 7 am Westcharweg in Recklinghausen mit Förderturm und Betriebsgebäuden.  

 

QUELLEN: Hermann 2008, Huske 2006, Wikipedia

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FOTO: Zeche General Blumenthal, Schacht 7 (2.01.2021) © Christian Twehues 

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Gründung
Förderbeginn
Schließung
Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

General Blumenthal (ab 1873)

Blumenthal/Haard (ab 1992)

Auguste Victoria/Blumenthal (ab 2001)

1873 1878 2001
4.969
(1920)
2.606.249 t
(1982)

1966: letztes Grubenpferd

im Ruhrbergbau

 

Schächte der Zeche

 

Schacht Adresse GPS
Teufbeginn
Förderbeginn
Stilllegung
Max. Teufe
1

Beckbruchweg

45659 Recklinghausen

51.601369, 7.204314 1873 1878 1983 722 m
2

Beckbruchweg

45659 Recklinghausen

51.601931, 7.204071 1889 1892 2001 915 m

3 (am Bahnhof

Recklinghausen)

Campus Vest

45665 Recklinghausen

51.621965, 7.208300 1895 1898 2001 1013 m
4

Campus Vest

45665 Recklinghausen

51.622532, 7.208793 1898 1900 2001 620 m

5 (Wetterschacht)

Zum Wetterschacht

45659 Recklinghausen

51.599793, 7.185899 1904 1905 1928 570 m
6 (Harz)

Beckbruchweg

45659 Recklinghausen

51.601301, 7.206177 1908 1912 2001 1283 m
7 (Wetterschacht)

Westcharweg 101

45659 Recklinghausen

51.624922, 7.168275 1940 1944 2001 778 m
8

Im Hampffeld

45739 Oer-Erkenschwick

51.652945, 7.198817 1964 1967 2001 1083 m

Shamrock 11

(Zentralförderschacht)

Kastanienallee

44652 Herne

51.530096, 7.178197 1957

1967 von Shamrock

übernommen

2001 772 m
Haltern 1

Recklinghäuser Str.

45721 Haltern am See

51.702474, 7.198380 1979 1985 1999 1135 m
Haltern 2 (Wetterschacht)

Recklinghäuser Str.

45721 Haltern am See

51.701568, 7.199487 1980 1984 1999 1112 m

 

Fotogalerie

37. Zeche Recklinghausen, Recklinghausen

Zeche Recklinghausen II, Recklinghausen, Ruhrgebiet, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

1863 wurde die Brüsseler Société Anonyme Belge des Charbonnages d'Herne-Bochum gegründet. Ein erster Schacht Providence (später Von der Heydt) wurde 1864 abgeteuft, der zweite Schacht Barilion 1867 (später Julia). Dieser Schacht erhielt das erste stählerne Fördergerüst Deutschlands. Ein dritter Schacht (Clerget) wurde 1869 in Recklinghausen abgeteuft. Schacht Clerget 2 in Hochlarmark folgte 1882. 1889 kaufte die Harpener Bergbau-Aktiengesellschaft die Schächte Clerget 1/2. Die Zeche wurde in Recklinghausen umbenannt. Aus Schacht Clerget 1 wurde Recklinghausen I,1, aus Clerget 2 Recklinghausen II,1. 1899 und 1901 wurde in den Schachtanlagen I und II jeweils ein zweiter Schacht abgeteuft. 1957 wurde Recklinghausen mit der Zeche Julia zusammengelegt. 1961 wurde die Förderung auf den Schächten Julia 1/2/3 und Von der Heydt 1/2 eingestellt. Ein neuer Schacht Recklinghausen II,4 (Konrad Ende) wurde abgeteuft. Er nahm 1963 den Betrieb auf. 1965 und 1966 wurden die Schächte der Zeche Julia aufgegeben und verfüllt. Der Name der Zeche Julia/Recklinghausen wechselte zurück zu Recklinghausen. 1970 erfolgte der Durchschlag mit der Zeche Ewald. 1974 wurde Recklinghausen stillgelegt. Das Baufeld ging zu Ewald. Von den Anlagen ist das Fördergerüst und Maschinenhaus des Schachts Recklinghausen II, 4 (Konrad Ende) erhalten geblieben.      

 

QUELLEN: Hermann 2008, Huske 2006, Wikipedia

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FOTO: Zeche Recklinghausen, Schacht II, 4 - Konrad Ende (29.12.2020) © Christian Twehues 

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Gründung
Förderbeginn
Schließung
Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Clerget (ab 1855)

Recklinghausen (ab 1889)

Julia/Recklinghausen (ab 1957)

Recklinghausen (ab 1966)

1855 1869 1974
3.801
(1920)
1.582.913 t
(1972)

Die Zeche wurde im Volksmund

auch Klärchen genannt

 

Schächte der Zeche

 

Schacht Adresse GPS
Teufbeginn
Förderbeginn
Stilllegung
Max. Teufe
I, 1 (Clerget 1)

Hochlarmarkstraße

45661 Recklinghausen

51.560920, 7.196508 1869 1875

1974 an Ewald

abgegeben

566 m
I, 2

Hochlarmarkstraße

45661 Recklinghausen

51.561243, 7.196569 1901 1905

1974 an Ewald 

abgegeben

686 m
II, 1 (Clerget 2)

Karlstraße

45661 Recklinghausen

51.563260, 7.180122 1882 1884

1974 an Ewald 

abgegeben

850 m
II, 2

Karlstraße

45661 Recklinghausen

51.563979, 7.179367 1899 1901

1974 an Ewald 

abgegeben

850 m
II, 3 (Nordschacht)

Westfalenstraße

45661 Recklinghausen

51.579990, 7.185168 1940 1945

1974 an Ewald 

abgegeben

850 m
II, 4 (Konrad Ende)

Karlstraße

45661 Recklinghausen

51.564550, 7.179478 1961 1963

1974 an Ewald 

abgegeben

850 m
Grullbadschacht

Walkmühlenweg

45661 Recklinghausen

51.582719, 7.205705 1938 1939

ab 1940 an König Ludwig

verpachtet, 1965 stillgelegt

419 m

 

Fotogalerie

38. Zeche Unser Fritz, Herne

Zeche Unser Fritz, Schacht 1 in Herne, Ruhrgebiet, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

1871 wurde die Zeche Ver. Gregor gegründet. Ein erster Schacht Sophie wurde im gleichen Jahr abgeteuft. Die Zeche wurde 1872 in Unser Fritz umbenannt. 1874 wurde der Malakowturm (s. Foto) fertiggestellt. 1881 begannen die Arbeiten an einem zweiten Schacht nördlich der Emscher. Er ging 1884 in Produktion. 1890 erhält Schacht 1 ein eisernes Fördergerüst. 1899 wurde Wetterschacht 3 abgeteuft. 1907 wurde dieser zum Förderschacht, Schacht 2 zum Wetterschacht. Mit Fertigstellung von Schacht 4 im Jahr 1910 wurde auch Schacht 1 zum Wetterschacht. 1922 übernahm das Bergwerk Consolidation die Zeche. Unser Fritz blieb aber noch eigenständig. 1925 wurden die Schächte 2, 3 und 5 stillgelegt. 1928 dann auch Schacht 1 und 4. 1929 ging das Grubenfeld zu Consolidation. Die Schachtanlage Unser Fritz wurde 1936 als Außenstelle der Zeche Consolidation wieder in Betrieb genommen. Die Schächte Unser Fritz 1, 3-5 waren noch bis in die 1990er Jahre aktiv. Sie wurden 1990 und 1993 abgeworfen und verfüllt. Die Schachtanlagen wurden bis auf den Malakowturm über Schacht 1 Sophie abgerissen. 

 

QUELLEN: Hermann 2008, Huske 2006, Wikipedia

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

FOTO: Zeche Unser Fritz, Schacht 1-Sophie (2.01.2021) © Christian Twehues 

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Gründung
Förderbeginn
Schließung
Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Ver. Gregor (ab1858)

Unser Fritz (ab 1872)

1871 1874 1928
4.026
(1920)
891.000 t
(1925)

Malakowturm aus dem Jahr 1874

 

Schächte der Zeche

 

Schacht Adresse GPS
Teufbeginn
Förderbeginn
Stilllegung
Max. Teufe
1 (Sophie)

Am Malakowturm

44653 Herne

51.540844, 7.134429 1871 1874

1928 stillgelegt, 1929 an

Consolidation abgegeben

642 m
2

Grimberger Feld

44653 Herne

51.546633, 7.138540 1881 1884

1925 stillgelegt, 1929 an

Consolidation abgegeben

650 m
3

Grimberger Feld

44653 Herne

51.546360, 7.138695 1897 1903

1925 stillgelegt, 1929 an

Consolidation abgegeben

650 m

4

Am Malakowturm

44653 Herne

51.540296, 7.134529 1908 1910

1928 stillgelegt, 1929 an

Consolidation abgegeben

744 m
5 (Wetterschacht)

Altcrange

44653 Herne

51.546001, 7.157797 1920 1923

1925 stillgelegt, 1929 an

Consolidation abgegeben

? m

 

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39. Zeche Pluto, Herne

Bergwerk Zeche Pluto, Herne, Ruhrgebiet, Fördergerüst, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

1850 führte die Gemeinde Bickern in Herne erste Probebohrungen durch. 1856 gründete Heinrich Thies eine Aktiengesellschaft zum Abbau des Kohlenfelds St. Nikolaus. 1857 wurde der erste Schacht Thies abgeteuft. 1858 stieß man in 149m auf Kohle. Die 1. Sohle wurde in einer Teufe von 192 Metern angesetzt. 1860 folgte in 244m Tiefe die 2. Sohle. 1862 konsolidierten 7 Kohlenfelder zum Bergwerk Pluto, das eine Fläche von 6,8 km² umfasste. Schacht Thies erhielt einen Malakowturm. Zeche Pluto ging im selben Jahr in Betrieb.

 

1869 wurde in 323 Metern Tiefe die 3. Sohle angesetzt. 1873 wurde ein zweiter Schacht Wilhelm abgeteuft, der die Bewetterung der Zeche übernahm. 1893 folgte Schacht 3 direkt neben Schacht Wilhelm. Schacht Thies setzte 1895 in einer Teufe von 606 Metern die 6. Sohle an. 1899 begannen die Abteufarbeiten am Wetterschacht 4 neben Schacht Thies. 1903 wurde im Schacht Thies in einer Teufe von 705 Metern die 7. Sohle angesetzt. 1906 begannen 930 Meter westlich von der Schachtanlage 1/4 (Thies) die Arbeiten an Schacht 5, der 1908 die Förderung aufnahm. Schacht Thies stellte 1910 die Förderung ein. Der Schacht wurde verfüllt, neu abgeteuft und 1912 wieder bis zur 7. Sohle in Betrieb genommen.

 

1913 wurde Schacht 7 neben Schacht Wilhelm abgeteuft und 1918 in Betrieb genommen. Die Förderung auf Schacht 2 wurde daraufhin eingestellt und der Schacht als Wetterschacht genutzt. Schacht 3 wurde 1919 bis zur 7. Sohle in Betrieb genommen. 1926 wurde die Zeche Pluto von der Vereinigten Stahlwerke AG übernommen. Die Förderung wurde auf Schacht 3 konzentriert. Die Gebäude der Schachtanlage 1/4 (Thies) wurden weitestgehend abgerissen, die Schächte aber offen gelassen. 1943 wurde Schacht 3 verfüllt und 1944 mit einem größeren Querschnitt neu abgeteuft. Die Arbeiten wurden durch Luftangriffe der Alliierten 1945 unterbrochen. Die Förderung wurde nach Kriegsende schnell wieder aufgenommen. Die Hauptförderung erfolgte zu diesem Zeitpunkt auf der 7. Sohle. Schacht 3 wurde 1951 bis zur 8. Sohle wieder in Betrieb genommen. Die oberirdischen Anlagen der Schachtanlage Pluto-Wilhelm wurden zwischen 1953 und 1963 vollständig erneuert. Schacht 3 erhielt ein 56m hohes Fördergerüst (s. Foto). Im gleichen Jahr wurde auf Schacht 3 die 9. Sohle in einer Teufe von 940m angesetzt. Schacht 3 wurde zum Zentralförderschacht der Zeche Pluto.

 

1960 wurde Schacht 4 zum Wetterschacht umfunktioniert. Schacht Thies wurde 1963 verfüllt. 1968 wurde die Zeche Pluto in die Ruhrkohle AG eingegliedert. 1971 wurden die Zechen Pluto und Consolidation einer gemeinsamen Werksdirektion unterstellt. 1976 wurde die Förderung auf Pluto eingestellt und die Förderung von der Zeche Consolidation übernommen. Die letzten Schächte der ehemaligen Zeche Pluto wurden con Consolidation 1993 abgeworfen und verfüllt. Pluto hatte die maximale Fördermenge im Jahr 1913 erreicht mit 1,25 Mio t Kohle bei einer Belegschaft von 4.655 Bergleuten. Von der Zeche Pluto sind das Fördergerüst über Schacht 3 mit einigen Tagesanlagen erhalten geblieben.

 

Quellen: Huske 2006, Hermann 2008, Wikipedia

Tags: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

Foto: Zeche Pluto 2/3/7, Schacht 3 (29.08.2020) © Christian Twehues

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Gründung
Förderbeginn
Schließung
Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

St. Nicolaus (ab 1856)

Pluto (ab 1862)

1856 1862 1976
4.664
(1920)
1.251.140 t
(1913)

Pluto ist in der griechischen und römischen
Mythologie der Gott der Unterwelt.

 

Schächte der Zeche

 

Schacht Adresse GPS
Teufbeginn
Förderbeginn
Stilllegung
Max. Teufe
1 (Thies)

Plutostraße 15 

44651 Herne

51.521751, 7.153645 1857 1862 1927 810 m
2 (Wilhelm)

Thiesstraße 61

44649 Herne

51.532355, 7.142607 1873 1875

1976 an Consolidation

abgegeben

809 m
3

Thiesstraße 61

44649 Herne

51.532355, 7.142607 1893 1895

1976 an Consolidation

abgegeben

940 m
4

Plutostraße 15

44651 Herne

51.521751, 7.153645 1899 1901

1976 an Consolidation

abgegeben

606 m
5

Bulmke-Hüllen

Gelsenkirchen

51.519794, 7.140825 1906 1908

1976 an Consolidation

abgegeben

500 m

6

Plutostraße 15

44651 Herne

51.521751, 7.153645 1875 1876 1964 696 m
7

Thiesstraße 61

44649 Herne

51.532355, 7.142607 1913 1918

1976 an Consolidation

abgegeben

696 m

 

Fotogalerie

40. Zeche Shamrock, Herne

Zeche Shamrock, Schacht 1/2/6/9, Betriebsgebäude in Herne, Ruhrgebiet, Fördergerüst, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

Die Zeche Shamrock wurde 1857 vom irischen Unternehmer Mulvany gegründet. Shamrock steht für Kleeblatt, ein irisches Nationalsymbol. Beim Abteufen von Schacht 1 kamen gusseiserne Tübbinge zum Einsatz, einer neuen Technologie, um starke Wasserzuflüsse abzusperren. Schacht 1 nahm 1860 die Förderung auf. Im Laufe der Jahre errichtete  Shamrock 11 Schächte. In Spitzenzeiten (1920) arbeiteten 7131 Bergleute für das Werk in Herne-Wanne-Eickel.

 

Gegen Ende des zweiten Weltkriegs erlitt die Zeche schwere Schäden. Die Zentralkokerei wurde vollkommen zerstört. Sie nahm erst 1948 nach umfangreichen Reparaturen den Betrieb wieder auf. 1957 wurde ein neuer Zentralförderschacht gebaut, Schacht 11. Shamrock wurde 1967 stillgelegt.

 

Auf dem Gelände der ehemaligen Schachtanlage 1/2/6/9  befindet sich heute ein Chemiewerk. Einige wenige Zechengebäude in der Nähe der Toreinfahrt sind erhalten geblieben. Der Zentralförderschacht 11 wurde 1967 an die Zeche General Blumenthal abgegeben und dort bis zur endgültigen Stilllegung im Jahr 2001 weiter betrieben.

  

Quellen: Huske 2006, Hermann 2008, Wikipedia

Tags: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

Foto: Zeche Shamrock 1/2/6/9, ehemaliges Betriebsgebäude (27.04.2021) © Christian Twehues

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Gründung
Förderbeginn
Schließung
Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Shamrock (ab 1857)

1857 1860 1967
7131
(1920)
1.983.626 t
(1929)

1857: zweiter Schacht im Ruhrgebiet

mit gusseisernen Tübbingen

1860: Eine der ersten Zechen mit Seilfahrt

 

Schächte der Zeche

 

Schacht Adresse GPS
Teufbeginn
Förderbeginn
Stilllegung
Max. Teufe
1

Shamrockstraße

44623 Herne

51.535172, 7.212315 1857 1860 1961 672 m
2 (Wetterschacht)

Shamrockstraße

44623 Herne

51.534745, 7.212310 1860 1865 1961 672 m
3 (Behrensschacht)

Kastanienallee

44652 Herne

51.529191, 7.177558 1890 1893 1961 670 m
4 (Wetterschacht)

Kastanienallee

44652 Herne

51.529455, 7.176969 1891 1893 1961 672 m

5 (Wetterschacht

im Ostfeld)

Schillerstraße

44623 Herne

51.535435, 7.233816 1897 1898 1964 670 m
6 (Wetterschacht)

Shamrockstraße

44623 Herne

51.534795, 7.213007 1897 1898 1914 372 m
7

Südstraße

44625 Herne

51.524456, 7.200002 1899 1905 1967 770 m
8 (Wetterschacht)

Landgrafenstraße

44652 Herne

51.525964, 7.168192 1908 1909 1964 457 m
9 (Hauptförderschacht)

Shamrockstraße

44623 Herne

51.533753, 7.212012 1911 1914 1961 950 m
10

ADRESSE

51.541145, 7.169583 1925 1928 1967 457 m
11 (Zentralförderschacht)

Kastanienallee

44652 Herne

51.530097, 7.178199 1957 1961

1967 an General

Blumenthal abgegeben

975 m

 

 

41. Zeche Teutoburgia, Herne

Bergwerk Zeche Teutoburgia, Herne, Ruhrgebiet, Fördergerüst, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

Zeche Teutoburgia wurde 1902 in Herne gegründet. Die Grube war nicht sehr ertragreich und wurde bald darauf an den Bochumer Verein für Bergbau und Gussstahlfabrikation verkauft, die 1911 den Betrieb wieder aufnahmen. In den Jahren 1911 und 1912 kam es zu zwei schweren Grubenunglücken, bei denen je 6 Bergleute durch eine Schlagwetter Explosion ums Leben kamen. In Spitzenzeiten arbeiteten 1.500 Bergleute in der Grube.

 

Der Abbau in der Zeche war aber nicht sehr rentabel. Der Betrieb wurde 1925 eingestellt. 1929 begann man, das Feld von der Zeche Erin aus abzubauen. Zuerst wurde der Schacht Teutoburgia als Wetterschacht für Erin genutzt, später ab 1941 auch zur Seilfahrt und Kohleförderung für die Zeche Erin. 1983 wurde der Schacht endgültig stillgelegt. 

 

Quellen: Huske 2006, Wikipedia

Tags: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

Foto: Zeche Teutoburgia, Schacht 1 (3.08.2019) © Christian Twehues

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Gründung
Förderbeginn
Schließung
Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Teutoburgia (ab 1902)

Erin (ab 1929)

1902 1911 1925
1.512
(1913)
553.574 t
(1913)

zu kleines Grubenfeld

und zahlreiche Störungen

 

Schächte der Zeche

 

Schacht Adresse GPS
Teufbeginn
Förderbeginn
Stilllegung
Max. Teufe
1

Kohlenstraße

44627 Herne

51.552605, 7.277985 1909 1911

1925 stillgelegt,

1929 an Erin abgegeben

325 m
Wetterschacht

Kohlenstraße

44627 Herne

51.552898, 7.277011 1909 1911

1925 stillgelegt, 

1929 an Erin abgegeben

325 m

 

Fotogalerie


Quellenverzeichnis

  • Huske 2006:
    Joachim Huske: "Die Steinkohlenzechen im Ruhrrevier - Daten und Fakten von den Anfängen bis 2005", 3. überarbeitete und erweiterte Auflage, Selbstverlag des Deutschen Bergbau-Museums, Bochum 2006, ISBN 3-937203-24-9
  • Hermann 2008
    Wilhelm und Gertrude Hermann: "Die alten Zechen an der Ruhr", 6. Auflage 2008, Karl Robert Langewiesche Nachfolger Hans Köster Verlagsbuchhandlung KG - Königstein im Taunus 2008, ISBN 978-3-7845-6994-9 

Weblinks