Bereits im frühen Mittelalter wurde im Ruhrgebiet Steinkohle im Tagebau für den Eigenbedarf gewonnen. Die erste kommerzielle Förderung der Kohle geht auf das Jahr 1296 zurück. Im 17. Jahrhundert wurde die Kohle vermehrt untertage abgebaut. Dazu trieb man Stollen unterhalb des Kohlevorkommens in den Berg. Das Grundwasser wurde über tieferliegende Erbstollen abgeführt. Mit der aufblühenden Industrialisierung Mitte des 19. Jahrhunderts gelang es den Unternehmen durch immer neuere Technologien, wie verbesserte Entwässerung und Bewetterung, auch in den tiefen nördlichen Bereichen des Ruhrgebiets zu fördern. Die Tiefbauzechen drangen im Verlauf der nächsten 100 Jahre in Tiefen von bis zu 1.635 Metern vor. Die Blütezeit erreichte der Steinkohlenbergbau im Ruhrgebiet in den Jahren zwischen 1880 und 1914 und in den 1950er Jahren. Fast eine halbe Million Menschen arbeiteten im Bergbau, die Fördermenge erreichte eine Jahresleistung von 130 Mio. Tonnen Kohle. Ende der 1950er Jahre gelangte die deutsche Kohleindustrie in eine Krise. Billigere Importe aus anderen Regionen der Erde und der neue Energieträger Erdöl kamen auf den Markt und verdrängten die heimische Kohle. Neue Technologien und starke Rationalisierung konnten den Niedergang der Kohleindustrie nicht verhindern. Stark subventioniert wurde die Steinkohleindustrie noch bis ins 21. Jahrhundert aufrechterhalten. 2000 war die Belegschaft aber bereits auf ein Zehntel der goldenen Ära zusammengeschrumpft. Im September 2018 stellte die Zeche Prosper-Haniel in Bottrop als letzte von ehemals über 1.000 Zechen im Ruhrgebiet ihren Betrieb ein. Die meisten Schächte wurden verfüllt, viele Gebäude über Tage abgerissen. Eine Reihe von Zechengebäuden und Fördertürmen sind als Industriedenkmal erhalten geblieben, stumme Zeugen einer einst florierenden Kohleindustrie. 

 

Zechen im Ruhrgebiet


Eine fotografische Reise durch das westliche Ruhrgebiet

Übersicht der von mir fotografierten Zechen

Die Zechen im westlichen Ruhrgebiet


Von Kamp-Lintfort bis Bochum

1. Zeche Rossenray, Kamp-Lintfort

Förderturm Zeche Rossenray in Kamp-Lintfort, Ruhrgebiet, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

Die Vorarbeiten zur Errichtung der Zeche Rossenray begannen 1909, wurden aber durch finanzielle Schwierigkeiten unterbrochen. 1937 nahm die Friedrich Krupp AG die Vorarbeiten wieder auf, die bei Kriegsende aber erneut unterbrochen wurden. Erst unter der Nachfolgegesellschaft Bergwerke Essen-Rossenray wurden die Arbeiten ab 1955 erfolgreich abgeschlossen. 1957 erreichte man in einer Teufe von 425 Meter Steinkohle. 1960 waren die erste und zweite Sohle eingerichtet. Das Bergwerk ging 1962 in Betrieb. 1966 wurde die Endteufe von 1.007 m erreicht. Die höchste Fördermenge wurde 1969 mit mehr als 1 Mio Tonnen von einer Belegschaft von 1.085 Bergleuten erbracht. 

 

1970 wurde für Schacht 1 eine neuartige Fördertechnik, die sogenannte Gefäßförderung eingeführt. Dafür wurde ein über 100m hoher Betonförderturm gebaut. Seitlich im unteren Drittel auf beiden Seiten des Turms sollte ursprünglich die Sieberei der Skipförderung untergebracht werden. Das kreuzförmige Gebäude wurde zur Landmarke Kamp-Lintforts.   

 

Im Mai 2011 wurde der Betrieb auf der Zeche Rossenray eingestellt. Das Fördergerüst über Schacht 2 wurde 2012 abgerissen. Oktober 2019 begannen die Abrissarbeiten an dem Betonförderturm Rossenray über Schacht 1. Aufgrund seiner Lage wurde entschieden, das Gebäude nicht zu sprengen sondern zurück zu bauen. Dafür wurde eigens im ersten Bauabschnitt ein Abrissgerät auf das Gebäude gehievt. Das Foto zeigt die Abrissarbeiten des zweiten Bauabschnitts im Juni 2020, die mittels eines hohen Baukrans durchgeführt werden.

 

Link: Wikipedia

 

Quellen: Hermann 2008 (Die alten Zechen an der Ruhr), Wikipedia, ein Zeitzeuge.

 

Foto: 

Titel: Zeche Rossenray

Adresse: Rheinberger Str. 400, 47475 Kamp-Lintfort

GPS: 51.517773, 6.558600

Kamera: Canon EOS 5D Mark III 

Objektiv: EF16-35mm f4/L IS USM

Aufnahme: 8.06.2020, 16:44

Exif: 22mm, f/8, ISO 100, 1/3200 sek. 

Tags: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

© Christian Twehues

 

2. Zeche Friedrich Heinrich, Kamp-Lintfort

Zeche Friedrich Heinrich in Kamp-Lintfort, Ruhrgebiet, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

Die Verleihungsurkunde für das Feld Humboldt geht auf das Jahr 1862 zurück. Erste Probebohrungen fanden auf Friedrich Heinrich aber erst zwischen 1901 und 1906 statt. Das Abteufen der Schächte 1 und 2 wurde ab 1908 im Gefrierverfahren durchgeführt. Die Kohleförderung begann 1912 in einer Teufe von 350 und 400 Metern. Schacht 1 (Stahlbetonförderturm) wurde als Förderschacht, Schacht 2 (Strebengerüst) als Wetterschacht genutzt. 1925 wurden erstmals stählerne Strebstempel eingesetzt. 1931 wurde das Feld Norddeutschland übernommen. 1940 lag die Fördermenge bei 2,4 Mio. t mit einer Belegschaft von 5.095 Beschäftigten. Bei Kriegsende wurden die Produktionsanlagen durch Bombenangriffe stark beschädigt. 1974 erfolgte der Durchschlag zu den Zechen Pattberg und Rossenray. Die Fördermenge lag 1975 bei 2,6 Mio. t mit über 5.000 Mitarbeitern. Ab 1985 wurde der Schacht 3 von der 600 Meter Sohle auf 1.000 Meter tiefer geteuft, um rund 20 Mio. t Kohlevorkommen im Südfeld abbauen zu können. 1987 erfolgte der Durchschlag zur Zeche Niederberg. 1990 übernahm Friedrich Heinrich die Förderung der Zeche Rossenray. 1993 wurden die Schächte Friedrich Heinrich 1/2/3/4, Rheinpreußen 8/9, Rheinland 6/7 (Pattberg) und Rossenray 1/2 zum Verbundbergwerk Friedrich Heinrich/Rheinland zusammengelegt. 2002 erfolgte der Verbund mit mit dem Bergwerk Niederberg zum Bergwerk West. Schacht Friedrich Heinrich wurde ab da nur noch als Wetterschacht genutzt. Die Höchstfördermenge erzielte der Verbund West 1993 mit 4,2 Mio. t. Bergwerk West war bei seiner Schließung Ende 2012 das viertletzte aktive Bergwerk in Deutschland.

 

Link: Wikipedia

 

Quellen: Hermann 2008 (Die alten Zechen an der Ruhr), Wikipedia.

 

Foto: 

Titel: Zeche Friedrich Heinrich

Adresse: Friedrich-Heinrich-Allee 90, 47475 Kamp-Lintfort

GPS: 51.494203, 6.547613

Kamera: Canon EOS 5D Mark III 

Objektiv: EF100-400mm f4.5-5.6L IS II USM

Aufnahme: 8.06.2020, 16:05

Exif: 300mm, f/8, ISO 100, 1/125 sek. 

Tags: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

© Christian Twehues

 

Schächte der Zeche Friedrich Heinrich

3. Zeche Niederberg, Neukirchen-Vluyn

Zeche Niederberg in Neukirchen-Vluyn, Ruhrgebiet, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

Für das Abteufen der Schächte 1 und 2 wurde 1912 das Gefrierverfahren angewendet. Verzögert durch den 1. Weltkrieg konnte die Förderung erst 1917 aufgenommen werden. 1935 förderte die Zeche 623.000 t bei einer Belegschaft von 1.280 Bergleuten. Nach Zukauf weiterer Felder stieg die Jahresleistung 1940 auf 964.000 t Kohle mit 1.870 Beschäftigten. 1954 begannen die Arbeiten an Schacht 3  in Moers-Kapellen, der 1957 die Förderung aufnahm. Es folgten 1963 Schacht 4 in Kempen-Tönisberg und 1969 Schacht 5, der 1977 die volle Förderung aufnahm. 1998 erzielte Niederberg die höchste Fördermenge pro Mann in einer Schicht: 9 Tonnen bei einem Durchschnitt von 6 t im deutschen Steinkohlenbergbau. Die Förderung wurde Ende 2001 eingestellt und die Zeche Niederberg wurde 2002 mit Friedrich Heinrich / Rheinland zum Verbund Bergwerk West zusammengelegt.

 

Link: Wikipedia

 

Quellen: Hermann 2008 (Die alten Zechen an der Ruhr), Wikipedia

 

Foto: 

Titel: Zeche Niederberg

Adresse: Niederrheinallee, 47506 Neukirchen-Vluyn

GPS: 51.441483, 6.555265

Kamera: Canon EOS M6 

Objektiv: EF-M15-45mm f3.5-6.3 IS STM

Aufnahme: 25.06.2020, 17:29

Exif: 15mm, f/11, ISO 100, 1/250 sek. 

Tags: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

© Christian Twehues

 

Schächte der Zeche Niederberg

4. Zeche Rheinpreußen, Moers

Fördergerüst oder Förderturm Zeche Rheinpreußen in Moers, Ruhrgebiet, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

1851 führte der Unternehmer Franz Haniel erste Mutungsbohrungen durch. Er stieß in 175m Tiefe auf Kohle. Erste Tagesanlagen auf Rheinpreußen 1 wurden 1857 gebaut. Schacht 1 nahm 1884 den Betrieb auf. 1900 begannen die Arbeiten an Schacht 4, hier abgebildet. Der Betrieb wurde 1904 aufgenommen, zwei Jahre später lag die Fördermenge schon bei 757.000 Tonnen. Die maximale Jahresförderung erreichte der Schacht 4 im Jahr 1951 mit 1.140.000  t. 1963 wurde der Schacht 4 zu einem Wetterschacht umgebaut. 1964 folgte die Stilllegung des Feldes von Schacht 4. 1968 wurde die Zeche Rheinpreußen in die neu gegründete Ruhrkohle AG eingegliedert.

 

Die Zeche Rheinpreußen bestand aus 9 Schächten. Die Belegschaft hatte 1953 ihr Maximum mit 12.034 Mitarbeitern. 1966 erreichte das Bergwerk seine Höchstfördermenge von 4,7 Mio Tonnen Kohle mit einer Belegschaft von 9.363 Bergleuten. 1971 wurde Rheinpreußen mit dem Verbundbergwerk Rheinland zusammengeführt. Die Stilllegung erfolgte 1990. 

 

Link: Wikipedia

 

Quellen: Bergbaumuseum und Industriedenkmal Rheinpreußen, Hermann 2008 (Die alten Zechen an der Ruhr), Wikipedia

 

Foto: 

Titel: Rheinpreussen IV

Adresse: Zechenstraße 65-69, 47443 Moers

GPS: 51.454468, 6.664237

Kamera: Canon EOS 5D Mark III

Objektiv: EF16-35mm f/4L IS USM

Aufnahme: 8.06.2020, 19:17

Exif: 28mm, f/9.0, ISO125, 1/60 sek. 

Tags: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

© Christian Twehues

 

Schächte der Zeche Rheinpreußen

5. Zeche Lohberg, Dinslaken

Zeche Lohberg, Dinslaken, Ruhrgebiet, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

Das Bergwerk Lohberg wurde 1905 für die Kohleversorgung des Bandeisenwalzwerks in Dinslaken gegründet. 1907 wurden die Schächte 1 und 2 abgeteuft, 1914 wurden in einer Tiefe von 480 Metern die Kohleförderung aufgenommen. 1926 wurde die Zeche in die neu gegründete Vereinigte Stahlwerke AG eingegliedert. 1953 ging sie dann an die Hamborner Bergbau AG. Das Fördergerüst über Schacht 2, hier auf dem Foto abgebildet, wurde 1956 gebaut. Mit 70 Metern Höhe war es das höchste im Ruhrgebiet zu seiner Zeit. 1992 erfolgte auf der 5. Sohle der Durchbruch zur Schachtanlage Osterfeld in Oberhausen. Zeche Lohberg wurde 2005 stillgelegt. Seit 2007 werden die Anlagen abgebrochen.   

 

Link: Wikipedia

 

Foto: 

Titel: Zeche Lohberg

Adresse: Hünxer Str. 374, 46537 Dinslaken

GPS: 51.581242, 6.761509

Kamera: Canon EOS M6 

Objektiv: EF-M15-45mm f3.5-6.3 IS STM

Aufnahme: 26.06.2020, 20:54

Exif: 15mm, f/8, ISO 100, 1/60 sek. 

Tags: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

© Christian Twehues

 

Schächte der Zeche Lohberg

6. Zeche Walsum, Duisburg

Zeche Walsum, Schacht 1, Duisburg, Ruhrgebiet, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

1903 wurden die nördlichen Kohlenfelder von der Gewerkschaft Deutscher Kaiser abgespalten. Die Gewerkschaft Rhein I wurde gegründet. 1904 begannen die Vorarbeiten an Schacht 1, die Arbeiten wurden aber mehrfach unterbrochen und 1911 eingestellt. 1918 wurde Rhein I aufgeteilt in Rhein I (später Zeche Wehofen) und Rhein II (später Zeche Walsum). 1926 wurde die Gewerkschaft Walsum gegründet und das Abteufen von Schacht 1 (Franz Lenze) wieder aufgenommen. 1939 wurde Schacht 2 (Wilhelm Roelen) neben dem ersten Schacht abgeteuft. Die Zeche hatte mit starken Wassereinbrüchen zu kämpfen. Durch die Weltwirtschaftskrise wurden die Arbeiten 1932 erneut für ein Jahr unterbrochen, so dass die Zeche erst 1936 den Betrieb aufnehmen konnte, 22 Jahre nach dem Beginn der Arbeiten. Das Fördergerüst über Schacht 1 wurde 1937 errichtet. 1955 erreichte die Zeche eine Jahresfördermenge von 2 Mio t Kohle mit einer Belegschaft von 6.800 Bergleuten. 1976 wurden die Schächte Wehoven 1/2 von der Zeche Friedrich Thyssen übernommen. 1981 begannen die Arbeiten am Schacht Voerde, der 1985 eine Endteufe von 1060m erreichte und 1987 in Betrieb ging. 1988 wurde der Wetterschacht Rheinberg abgeteuft, Endteufe 1140m. 1994 übernahm Walsum die Schächte Rheinpreussen 8 und 9, die 2001 und 2004 stillgelegt und verfüllt wurden. Die Zeche Walsum wurde 2008 stillgelegt. Von den Tagesanlagen sind nur noch der Förderturm über Schacht 1 aus dem Jahr 1937 und einige Gebäude erhalten.

 

Link: Wikipedia

 

Quelle: Huske 2006, Die Steinkohlenzechen im Ruhrrevier

 

Foto: 

Titel: Zeche Walsum

Adresse: Dr.-Wilhelm-Roelen-Straße 129, 47179 Duisburg

GPS: 51.528889, 6.714444

Kamera: Canon EOS 5D Mark III

Objektiv: EF24-105mm f/4L IS USM

Aufnahme: 15.11.2020, 12:37

Exif: 70mm, f/8, ISO 100, 1/400 sek. 

Tags: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

© Christian Twehues

 

7. Zeche Thyssen, Duisburg

Bergwerk Thyssen Schacht 6, Duisburg-Marxloh, Ruhrgebiet, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

1856 wurde in ersten Bohrungen in Hamborn bei Duisburg Kohle gefunden. 1867 wurden die Felder Hamborn I - VIII zur Gewerkschaft Hamborn konsolidiert. 1871 wurde die Gewerkschaft in Deutscher Kaiser umbenannt. Schacht 1 (Deutscher Kaiser 1) wurde in Hamborn abgeteuft. 1876 nahm Schacht 1 die Förderung auf. 1888 wurde Schacht 2 in Aldenrade abgeteuft, 1889 Schacht 3 in Bruckhausen. Die Felder Deutscher Kaiser, Rheinland, Walsum I-IV und Neu-Düppel konsolidierten zu Deutscher Kaiser. 1899 wurde in Wittfeld Schacht 4 abgeteuft. 1901 folgte Schacht 5 direkt neben Schacht 2. Deutscher Kaiser war bis 1918 die größte Zeche im Ruhrgebiet. 1903 begannen die Arbeiten an Schacht 6, direkt neben Schacht 1 (hier abgebildet). Die Zeche Deutscher Kaiser wurde 1903 in Rhein I (später ab 1926 Zeche Wehofen) und Deutscher Kaiser aufgeteilt. 1905 wurde Schacht 7 in der Nähe von Schacht 3 abgeteuft und Schacht 8 direkt neben Schacht 4. Damit bestand die Zeche Deutscher Kaiser vor dem ersten Weltkrieg aus 4 Doppelschachtanlagen: 1/6, 2/5, 3/7, 4/8. 

 

1919 konsolidierten die Felder Deutscher Kaiser und Beeckerwerth, die Zeche wurde umbenannt in Friedrich Thyssen. 1928 übernahm das Bergwerk Friedrich Thyssen die Gebäude und Schächte der stillgelegten Zeche Wehofen. 1929 erreichte die Zeche Friedrich Thyssen mit 3,9 Mio t Kohle bei 13.332 Beschäftigten ihre maximales Fördervolumen. 1931 wurde Schacht 3/7 stillgelegt. 1959-1960 wurde Schacht 4/8 stillgelegt und verfüllt, die Tagesanlagen abgerissen. 1976 folgte schliesslich die Stilllegung der Schachtanlage 2/5. Wehofen 1/2 wurde von der Zeche Walsum übernommen. 

 

Von den Tagesanlagen sind heute nur noch das Fördergerüst über Schacht 6 in Duisburg-Marxloh erhalten. 

 

Link: Wikipedia

 

Quelle: Huske 2006, Die Steinkohlenzechen im Ruhrrevier

 

Foto: 

Titel: Zeche Friedrich Thyssen

Adresse: Hufstraße 54, 47166 Duisburg

GPS: 51.494407, 6.768027

Kamera: Canon EOS M6 

Objektiv: EF-M15-45mm f3.5-6.3 IS STM

Aufnahme: 26.06.2020, 21:36

Exif: 26mm, f/8, ISO 1000, 1/60 sek. 

Tags: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

© Christian Twehues

 

8. Zeche Sterkrade, Oberhausen

Bergwerk Zeche Sterkrade, Oberhausen, Ruhrgebiet, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

1898 wurde der erste Schacht der Zeche Sterkrade abgeteuft. Aufgrund eines Schwimmsandeinbruchs auf Schacht Hugo wurde das dort geplante Fördergerüst 1899 kurzfristig auf Schacht Sterkrade errichtet. 1901 erreichte der Schacht in 278 m Tiefe das Karbon. 1902 wurde die erste Sohle in 296m Teufe, die 2. Sohle in 362m Teufe angesetzt. Im gleichen Jahr wurde in unmittelbarer Nähe der 2. Schacht abgeteuft. Die Gebäude übertage wurden 1903 fertiggestellt und die Zeche in Betrieb genommen. 1904 wurden 70.000 t Kohle gefördert, die Belegschaft betrug 475 Mitarbeiter. 1911 wurden auf der 2. Sohle die Grubenpferde durch druckluftbetriebene Loks ersetzt. 1929 erreichte das Bergwerk mit 663.000 t Kohle und 2.324 Bergleuten seine Förderhöchstmenge. Die Weltwirtschaftskrise führte 1933 zur Stilllegung der Zeche Sterkrade. Der Abbau des Kohlenfelds erfolgte von nun an über die Zeche Osterfeld, die die beiden Schächte auf Sterkrade zur Seilfahrt und Bewetterung weiterhin nutzte. Die beiden Schächte wurden 1995 aufgegeben und verfüllt. Die oberirdischen Anlagen der ehemaligen Zeche Sterkrade wurden abgerissen. Nur das Fördergerüst über Schacht 1 und die Schachthalle blieben erhalten.

 

Link: Wikipedia

 

Foto: 

Titel: Zeche Sterkrade

Adresse: Von-Trotha-Straße 36-40, 46149 Oberhausen

GPS: 51.519492, 6.836879

Kamera: Canon EOS 5D Mark III 

Objektiv: EF16-35mm f/4L IS USM

Aufnahme: 30.08.2020, 17:23

Exif: 35mm, f/8, ISO 160, 1/60 sek. -2/3 

Tags: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

© Christian Twehues

 

9. Zeche Concordia, Oberhausen

Bergwerk Zeche Concordia, Oberhausen, Ruhrgebiet, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

Zeche Concordia, Schacht 6 in Oberhausen.

 

Link: Wikipedia

 

Foto: 

Titel: Zeche Concordia

Adresse: Niebuhrstraße 83-61, 46049 Oberhausen

GPS: 51.470573, 6.819094

Kamera: Canon EOS 5D Mark III 

Objektiv: EF16-35mm f/4L IS USM

Aufnahme: 14.11.2020, 15:37

Exif: 35mm, f/8, ISO 100, 1/125 sek. 

Tags: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

© Christian Twehues

 

Schächte der Zeche Concordia

10. Zeche Osterfeld, Oberhausen

Fördergerüst oder Förderturm Paul-Reusch-Schacht des Bergwerks Zeche Osterfeld in Oberhausen, Ruhrgebiet, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

Der Paul-Reusch-Schacht war Teil der Zeche Osterfeld in Oberhausen. Das Bergwerk war seinerzeit eines der größten Zechen im Ruhrgebiet. Der Betrieb wurde 1992 nach über einhundert Jahren eingestellt. Auf dem Gelände der ehemaligen Zeche wurde 1999 die Oberhausener Landesgartenschau (OLGA) durchgeführt. Im Hintergrund ist die ehemalige Kohlenmischanlage der Zeche Osterfeld zu erkennen, besser bekannt unter dem Namen Oberhausener Gartendom. Eigens für die OLGA 1999 mit großem Aufwand umgebaut, wurde sie bis 2000 als Gartencenter genutzt. In den Folgejahren zerfiel der Gartendom und wird aktuell von der Stadt Oberhausen restauriert.   

  

Link: Wikipedia

 

Foto: 

Titel: Paul Reusch Schacht

Adresse: Zum Steigerhaus 2, 46117 Oberhausen

GPS: 51.503171, 6.876364

Kamera: Canon EOS 350D

Objektiv: 28.0-200mm

Aufnahme: 17.03.2013, 14:16

Exif: 28mm, f/5.6, ISO 200, 1/1250 sek. 

Tags: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

© Christian Twehues

 

Schächte der Zeche Osterfeld

11. Zeche Prosper-Haniel, Bottrop

Bergwerk Zeche Prosper-Haniel mit Förderturm in Bottrop, Ruhrgebiet, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

Das Bergwerk Prosper-Haniel begann 1856 mit dem Abteufen des Schachts I. Die Förderung begann im Jahr 1863. Anfang der 1870er Jahre wurde Schacht II eröffnet. Der Malakowförderturm ist heute noch erhalten (s. Bildergalerie). Die Förderung begann 1875. Weitere Schächte 3, 4, 5 folgten in den Jahren bis 1893. Um den hohen Bedarf an Arbeitskräften zu decken, wurden Bergleute aus Polen angeworben. In Spitzenzeiten arbeiteten 15.000 Kumpel für das Bergwerk. Die Bevölkerungszahl von Bottrop verdoppelte sich zwischen 1900 und 1910. Weitere Schächte 6, 7, 8 wurden in den Jahren 1908 bis 1921 abgeteuft.

 

Das Bild zeigt die Schachtanlage Franz-Haniel 1/2 mit Fördergerüst, aufgenommen von der Halde Haniel. Zum besserem Abbau des Franz-Haniel Feldes begann man 1921 mit der Abteufung des Schachts Franz-Haniel. Starke Wassereinbrüche führten zu einem Absaufen der Anlage. Das Schachtgerüst verschwand dabei vollständig im Schacht. Die Arbeiten an der Anlage wurden ab 1936 wieder aufgenommen, die Förderung konnte letztendlich 1941 auf einer Tiefe von 600m beginnen.     

 

Der Kohleabbau wanderte zunehmend Richtung Norden. Ab 1975 begann man nach und nach mit der Schließung der südlicheren unrentabel gewordenen Schächte. Prosper-Haniel war das letzte aktive Kohlenbergwerk in Deutschland. Es wurde am 21. Dezember 2018 geschlossen.

   

Link: Wikipedia

 

Foto: 

Titel: Zeche Prosper-Haniel bei Nacht

Adresse: Fernewaldstraße, 46242 Bottrop

GPS: 51.544426, 6.885678

Kamera: Canon EOS 5D Mark III

Objektiv: Zeiss Makro-Planar T* 2/100 ZE

Aufnahme: 28.12.2018, 17:46

Exif: 100mm, f/2.0, ISO 100, 1,0 sek. 

Tags: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

© Christian Twehues

 

Schächte der Zeche Prosper-Haniel

12. Zeche Rheinbaben, Bottrop

Bergwerk Zeche Rheinbaben, Bottrop, Ruhrgebiet, Altes Torhaus, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

Die Zeche Rheinbaben wurde 1894 durch Zusammenlegung mehrerer Einzelbergwerke gegründet. 1897 begann die Abteufung der Schächte Professor 3/4 in Bottrop-Eigen. 1901 wurde das Bergwerk von der neu gegründeten Bergwerks AG Recklinghausen übernommen. Der Name der Zeche änderte sich in Zeche Rheinbaben. Namensgeber war der preußische Finanzminister Georg Freiherr von Rheinbaben. 1927 wurde die Zeche von Hibernia AG übernommen. Die Kokereien des Bergwerks wurden in den 30ern stillgelegt und die Schächte als Einzelzechen weitergeführt. Das Bergwerk wurde im zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört. Die Kohleförderung konnte erst 1947 wieder aufgenommen werden. Die Kohlekrise ab 1957 erfasste die Zeche Rheinbaben früh. Die Stilllegung der Zeche wurde nach einer Bewertung der Kohlevorkommen 1967 beschlossen und im März 1967 durchgeführt. Heute befindet sich auf dem ehemaligen Gelände der Zeche Rheinbaben ein Gewerbegebiet. Die Schächte sind verfüllt und nicht mehr auffindbar. Ein Förderturm stand links vom Maschinenhaus, ein Luftschacht befand sich ca. 100m rechts vom Maschinenhaus. Von den Gebäuden sind nur noch das Alte Torhaus (hier auf dem Foto abgebildet), das ehemalige Maschinenhaus und das Verwaltungsgebäude erhalten. Im Alten Torhaus befindet sich heute ein Probenraum für Musiker. Die vergitterten Fenster des alten Lohnbüros im hinteren Teil des Gebäudes sind heute noch vorhanden. 

 

Quellen: Wikipedia, ein Zeitzeuge 

 

Foto: 

Titel: Altes Torhaus Zeche Rheinbaben

Adresse: Rheinbabenstraße 75A, 46240 Bottrop

GPS: 51.547418, 6.949768

Kamera: Canon EOS 5D Mark III

Objektiv: EF16-35mm f4L IS USM

Aufnahme: 30.07.2019, 18:07

Exif: 24mm, f/8, ISO 100, 1/60 sek. 

Tags: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

© Christian Twehues

 

13. Zeche Zweckel, Gladbeck

Bergwerk Zeche Zweckel, Gladbeck, Ruhrgebiet, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

Zeche Zweckel in Gladbeck. 

 

Link: Wikipedia

 

Foto: 

Titel: Zeche Zweckel

Adresse: Frentroper Str., 45966 Gladbeck

GPS: 51.594168, 6.969048

Kamera: Canon EOS 5D Mark III

Objektiv: EF16-35mm f4L IS USM

Aufnahme: 22.11.2020, 14:54

Exif: 24mm, f/4, ISO 400, 1/200 sek. -2/3

Tags: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

© Christian Twehues

 

Schächte der Zeche Zweckel

14. Zeche Hugo, Gelsenkirchen

Bergwerk Zeche Hugo, Gelsenkirchen, Ruhrgebiet, Tomsonbock Fördergerüst, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

Zeche Hugo nahm 1875 den Betrieb auf. Erste Probebohrungen in den Jahren 1870-1872 hatten das Vorkommen von Steinkohle bestätigt. 1881 bis 1885 wurde am Brößweg der Schacht 2 abgeteuft. Auf dem Foto ist der Tomson Bock zu sehen, der zur Förderung auf Schacht 2 eingesetzt wurde. 1906 wurde eine Kokerei in Betrieb genommen, die aber 1930 wieder geschlossen wurde. In den 30er Jahren wurde das Bergwerk massiv ausgebaut und umfangreich erneuert. Schwere Luftangriffe zerstörten 1944 die Anlage weitgehend. Umfangreiche Reparaturen waren notwendig, die Kohleförderung wurde 1947 wieder aufgenommen. 1968 wurde die Zeche von der Ruhrkohle AG übernommen. In den 70ern wurde die Zeche weiter vergrößert. Zahlreiche Bergleute anderer stillgelegter Zechen wurden auf Hugo übernommen. 1993 wurde die Zeche Hugo u.a. mit der Zeche Consolidation zum Bergwerk Hugo/Consolidation zusammengeführt. 1997 wurde dann die Zeche Hugo/Consolidation mit der Zeche Ewald zusammengelegt. Der Abbau des Feldes Hugo erfolgte ab da über die Zeche Ewald, die schließlich im April 2000 den Betrieb einstellte.     

 

Link: Wikipedia

 

Foto: 

Titel: Zeche Hugo

Adresse: Devesestraße 45, 45897 Gelsenkirchen

GPS: 51.569175, 7.035121

Kamera: Canon EOS 5D Mark III

Objektiv: EF16-35mm f4L IS USM

Aufnahme: 30.07.2019, 19:16

Exif: 23mm, f/8, ISO 100, 1/125 sek. 

Tags: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

© Christian Twehues

 

15. Zeche Westerholt, Gelsenkirchen

Bergwerk Zeche Westerholt, Gelsenkirchen, Ruhrgebiet, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

Zeche Westerholt in Gelsenkirchen.     

 

Link: Wikipedia

 

Foto: 

Titel: Zeche Westerholt

Adresse: Egonstraße 12, 45896 Gelsenkirchen

GPS: 51.601385, 7.076413

Kamera: Canon EOS 5D Mark III

Objektiv: EF16-35mm f4L IS USM

Aufnahme: 22.11.2020, 16:01

Exif: 16mm, f/8, ISO 1000, 1/60 sek. 

Tags: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

© Christian Twehues

 

Schächte der Zeche Westerholt

16. Zeche Nordstern, Gelsenkirchen

Zeche Nordstern, Gelsenkirchen, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

Nach dem Zusammenschluss mehrerer Grubenfeldbesitzer im Jahr 1855 unter dem Namen Blücher I-III, begann die Gesellschaft 1857 mit dem Abteufen eines Schachts. Aufgrund hoher Wasserzuflüsse musste dieser bald aufgegeben werden. Man begann 1858 südwestlich von Horst mit dem Abteufen eines neuen Schachts. 1860 mussten die ersten Besitzer aus finanziellen Gründen aufgeben und die Bergbaugesellschaft Essen-Arenberger übernahm. 1866 wurde das Bergwerk Nordstern gegründet, zu diesem Zeitpunkt die nördlichste Zeche im Ruhrgebiet. Der Schacht Nordstern I erhielt einen Malakowturm und begann 1868 mit der Förderung. Ein zweiter Schacht wurde zwischen 1890 und 1892 abgeteuft. Die Fördermenge lag bei 850.000 Tonnen jährlich. 1899 wurde das Ostfeld mit einem eigenen Schacht erschlossen, der Betrieb wurde 1901 aufgenommen. Das Bergwerk Nordstern wurde 1907 von der Phoenix AG aufgekauft und ausgebaut. 1915 lag die jährliche Kohleproduktion bei 1,5 Mio t.

 

Die Wirtschaftskrise nach dem 1. Weltkrieg führte in den 1920er Jahren zu Absatzschwierigkeiten und schließlich 1925 zur Stilllegung der der Zeche Nordstern. 1926 wurde die Zeche von den Vereinigten Stahlwerken aufgekauft. Die Produktion wurde zuerst auf Schacht 1/2 später im Jahr 1936 auch auf Schacht 3/4 wieder aufgenommen. Die Jahresfördermenge lag 1936 bei 1,6 Mio. t Kohle. Im zweiten Weltkrieg wurde die Zeche durch Luftangriffe schwer beschädigt und musste den Betrieb einstellen. Ende 1945 konnte die Förderung schrittweise wieder aufgenommen werden.

 

In den 1950ern wurde die Schachtanlage 1/2 umfassend erneuert. Schacht 2 bekam 1953 einen geschlossenen Förderturm (Photo: hinten), Schacht 1 ein vollwandiges Strebengerüst (Photo: vorne). Nordstern 1/2 übernahm ab 1956 auch die Förderung der Schächte 3/4. 1968 wurde die Zeche in die neu gegründete Ruhrkohle AG eingegliedert. In den Siebzigern wurden mehrere kleinere Grubenfelder der Zeche Nordstern zugewiesen und über Schacht 1/2 abgebaut. Die Produktion lag 1980 bei 1,9 Mio. t mit 3.210 Kumpeln. 1983 wurden die Zechen Nordstern und Zollverein zusammengelegt. Die gesamte Förderung des Verbundbergwerks Nordstern/Zollverein wurde zum Schacht Zollverein 12 verlegt. Nordstern/Zollverein wurde 1986 stillgelegt. Die Nordstern Schächte wurden von der Zeche Consolidation übernommen. Die Schächte wurden 1993 stillgelegt und verfüllt. Während die Schächte 3/4 vollständig abgerissen wurden, sind die Tagesanlagen der Schächte 1/2 (Photo) fast komplett erhalten geblieben und heute Teil des Nordsternparks.

 

Link: Wikipedia

 

Quellen: Wikipedia, Hermann 2008 (Die alten Zechen an der Ruhr)

 

Foto: 

Titel: Zeche Nordstern

Adresse: Am Bugapark 22-52, 45899 Gelsenkirchen

GPS: 51.527626, 7.028376

Kamera: Canon EOS 5D Mark III

Objektiv: EF16-35mm f4L IS USM

Aufnahme: 9.05.2020, 20:27

Exif: 30mm, f/22, ISO 1600, 1/60 sek. 

Tags: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

© Christian Twehues

 

17. Zeche Consolidation, Gelsenkirchen

Zeche Consolidation, Gelsenkirchen, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

Die Anfänge des Bergwerks Consolidation in Gelsenkirchen gehen auf die Mitte des 19. Jahrhunderts zurück. 1848 stieß man bei Mutungsbohrungen in 170m Teufe auf Kohle. 1863 wurden sieben Grubenfelder im Raum Gelsenkirchen unter dem Namen Consolidation zusammengefasst, im Volksmund Consol abgekürzt. Mit dem Betriebsbeginn von Schacht 1 (Gertrud) im Jahr 1866 war das Industriezeitalter auch auf Schalke angekommen. 1869 begann man mit dem Abteufen von Schacht 2 (Wilhelmine), Betriebsbeginn war 1871. Schacht 3 (Minna) nahm 1873 den Betrieb auf. Die Kohlenfördermenge lag in dem Jahr bei 366.000 Tonnen mit 2.060 Bergleuten. Zeche Consolidation wurde zur größten Zeche an der Ruhr. Die Fördermenge stieg bis 1890 auf 949.000 t mit 2.905 Beschäftigten. Es folgten Schacht 4 (Fritz) ab 1893, Schacht 6 in 1899, Schacht 7 in 1906, Schacht 8 als Wetterschacht (Oberschuir). 1913 erreichte die Förderung eine Jahresleistung von 1,96 Mio. t Kohle mit einer Belegschaft von 7.020 Kumpel. Der Hauptförderschacht 9 wurde ab 1915 abgeteuft, der Schacht wurde aber erst nach dem ersten Weltkrieg fertiggestellt. Das auf dem Foto abgebildete Doppelstrebengerüst stammt aus dem Jahr 1922. Die Anlagen der Zeche Consolidation wurden im zweiten Weltkrieg nur teilweise zerstört, so dass der Betrieb nach dem Krieg sofort wieder aufgenommen werden konnte. Nur die Schächte 1 und 6 waren bei Luftangriffen völlig zerstört worden und konnten erst 1949 wieder in Betrieb genommen werden. 1958 wurde über Schacht 4 ein neuartiger Betonförderturm mit offenliegenden Seilscheiben errichtet. Es ist der einzige Förderturm seiner Art.

 

In den Sechzigern begann der Niedergang der Zeche. 1967 wurde Fritz 1/4 stillgelegt, die Fördermenge um 30% reduziert. 1968 wurde die Zeche von der Ruhrkohle AG übernommen. 1970 erfolgte die Zusammenlegung der Zechen Consolidation und Pluto. 1971 wurde das Südfeld der stillgelegten Zeche Bismarck übernommen. 1984 starben bei einem Grubenunglück fünf Bergleute. 1986 übernahm die Zeche Consolidation die Nordsternschächte von Nordstern-Zollverein. 1988 förderte das Verbundbergwerk Consolidation/Nordstern mit 15 Schächten 3,4 Mio t Kohle mit 5.638 Bergleuten. Die Hauptförderung lag in einer Tiefe von 1.100 Metern. Nachdem 1993 das Nordsternfeld stillgelegt worden war, wurde die Zeche Consolidation mit der Zeche Hugo zum Verbundbergwerk Hugo/Consolidation zusammengelegt. Der Standort Consolidation wurde nach und nach aufgegeben, die Anlagen über Tage ab 1986 abgebaut. Die Felder der Zeche Consolidation wurden noch bis 2000 von der Zeche Hugo aus abgebaut.   

 

Von den ehemaligen Anlagen der Zeche Consolidation sind heute noch erhalten: das Doppelstrebengerüst über dem Zentralförderschacht 9, das Betonfördergerüst über Schacht 4 in direkter Nachbarschaft, und die Schachtanlage Oberschuir (Schacht 8) mit Fördergerüst und Maschinenhalle. Sie liegt 3km südwestlich und ist heute von einem Wohngebiet eingerahmt.

 

Link: Wikipedia

 

Quellen: Wikipedia, Hermann 2008 (Die alten Zechen an der Ruhr)

 

Foto: 

Titel: Zeche Consolidation

Adresse: Klarastraße, 45889 Gelsenkirchen

GPS: 51.530289, 7.110274

Kamera: Canon EOS 5D Mark III

Objektiv: EF16-35mm f4L IS USM

Aufnahme: 9.05.2020, 19:40

Exif: 35mm, f/8, ISO 100, 1/250 sek. 

Tags: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

© Christian Twehues

 

Schächte der Zeche Consolidation

18. Zeche Holland, Wattenscheid

Bergwerk Zeche Holland, Wattenscheid, Ruhrgebiet, Fördergerüst, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

Holländische Investoren gründeten 1855 die Bergbau AG Holland, um die Kohlenfelder in Gelsenkirchen, Wattenscheid und Umgebung zu erschließen. Die Köhleflöze waren aber nicht sehr ergiebig. Viele Schächte wurden schon in den 1960er Jahren geschlossen. Die Spitzenleistung der Zeche lag bei 1,7 Mio. t Kohle bei einer Belegschaft von 3.000 Mann. Die Stilllegung der Zeche erfolgte 1988. Der Doppel-Malakowturm über Schacht 1 und 2 der Zeche Holland wurde 1856-1860 erbaut. Die Türme sind die ältesten heute noch erhaltenen Malakowtürme im Ruhrgebiet und die einzige Doppelmalakowturmanlage in Europa. Das Gebäude wird heute als Wohnraum genutzt. 

 

Link: Wikipedia

 

Foto: 

Titel: Zeche Holland

Adresse: Emil-Weitz-Straße 2, 44866 Bochum

GPS: 51.483566, 7.126339

Kamera: Canon EOS 5D Mark III

Objektiv: EF16-35mm f4L IS USM

Aufnahme: 30.07.2019, 20:26

Exif: 20mm, f/8, ISO 100, 1/160 sek. + 1 

Tags: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

© Christian Twehues

 

Schächte der Zeche Holland

19. Zeche Amalie, Essen

Bergwerk Zeche Amalie, Essen, Ruhrgebiet, Fördergerüst, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

Zeche Amalie in Essen. 

 

Link: Wikipedia

 

Foto: 

Titel: Zeche Amalie

Adresse: Helenenstraße, 45141 Essen

GPS: 51.467778, 6.985350

Kamera: Canon EOS 5D Mark III

Objektiv: EF24-105mm f4L IS USM

Aufnahme: 22.11.2020, 16:40

Exif: 75mm, f/4, ISO 1000, 1/60 sek. 

Tags: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

© Christian Twehues

 

20. Zeche Carl, Essen

Malakowturm der Zeche Carl, Essen, Ruhrgebiet, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

1855 begann die Gewerkschaft Hercules in Altenessen mit dem Abteufen eines Schachtes. Ein Malakowturm mit zwei Maschinenhausflügeln wurde gebaut und die Zeche Carl ging 1861 in Betrieb. 1899 wurde ein großes Seilscheibengerüst auf den Malakowturm aufgesetzt. Die Jahresfördermenge lag bei 300.000 t. Der Betrieb wurde bereits 1929 eingestellt. Das Fördergerüst wurde abgerissen. Der Schacht diente noch bis 1955 der Zeche Emil-Emscher als Wetterschacht. 1970 wurde der Schacht endgültig geschlossen. Heute wird die ehemalige Zechenanlage als Kulturzentrum genutzt. Die verbliebenen Gebäude stehen unter Denkmalschutz. 

 

Link: Wikipedia

 

Foto: 

Titel: Zeche Carl

Adresse: Wilhelm-Nieswandt-Allee 100, 45326 Essen

GPS: 51.496369, 7.012242

Kamera: Canon EOS 5D Mark III

Objektiv: EF16-35mm f/4L IS USM

Aufnahme: 13.06.2020, 20:02

Exif: 35mm, f/8, ISO 100, 1/160 sek. 

Tags: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

© Christian Twehues

 

21. Zeche Zollverein, Essen

Doppelbock Fördergerüst auf der Zeche Zollverein, Essen, Ruhrgebiet, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

Zeche Zollverein war ein Bergwerk im Essener Norden, das von 1857 bis 1986 Steinkohle förderte. Gegründet wurde die Zeche durch den Industriellen Franz Haniel, der die Rohstoffzufuhr für seine Kokereien und Eisenhütten sichern wollte. In Spitzenzeiten förderte Zeche Zollverein 3,6 Mio. t Kohle und beschäftigte bis zu 6.900 Mitarbeiter (1937). Nur wenig durch den 2. Weltkrieg beschädigt, nahm die Zeche in den 1950ern einen Spitzenplatz unter den westdeutschen Steinkohlenbergwerken ein. Nach massiven Einbrüchen der Nachfrage nach deutscher Kohle Anfang der Achtziger entschied die Kohlerunde 1983 die Aufgabe des Standortes Zollverein. Die Stilllegung der Zeche kam dann am 23. Dezember 1986. Schon zu diesem Zeitpunkt stand die Zeche unter Denkmalschutz. Nach der Stilllegung kaufte das Land NRW dem Betreiber Ruhrkohle AG das Gelände um Schacht XII ab und sanierte in den Folgejahren bis 1999 die Anlagen. 2001 wurde die Zeche Zollverein sowie die angrenzende Kokerei Zollverein in die Liste des UNESCO – Kultur- und Naturerbes der Welt aufgenommen. Seit 2006 wurden Teile der Kohlewäsche für Ausstellungen genutzt. Das Ruhrlandmuseum zog aus dem Essener Süden in die Räume der ehemaligen Kohlenwäsche um und eröffnete 2010 als Dauerausstellung unter dem Namen "Ruhrmuseum". Die Farb- und Lichtgestaltung der Treppenaufgänge und Rolltreppen, die zum Eingang des Museums in einer Höhe von 24m führen, sind nicht nur für Fotografen sehr interessant. 

 

Link: Wikipedia

 

Foto: 

Titel: Zeche Zollverein

Adresse: Gelsenkirchener Str. 181, 45309 Essen

GPS: 51.490040, 7.041682

Kamera: Canon EOS 5D Mark III

Objektiv: EF24-105mm f/4L IS USM

Aufnahme: 15.02.2015, 17:10

Exif: 24mm, f/8, ISO 100, 1/100 sek. 

Tags: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

© Christian Twehues

 

Schächte der Zeche Zollverein

22. Zeche Carl Funke, Essen

Fördergerüst auf der Zeche Carl Funke I, Essen, Ruhrgebiet, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

1773 erhielt die Zeche Hundsnocken in Essen am Baldeneysee die Kohlekonzession. Die Förderung wurde 1804 als reines Stollenbergwerk aufgenommen, mit einer Fördermenge von 1.000 Tonnen Kohle im Jahr. 1825 wurde das Flöz Mausegatt erschlossen und die Fördermenge auf 30.000 Tonnen jährlich erhöht. 1870 wurde Hundsnocken mit der Zeche Heisinger Tiefbau zusammengelegt. Ab 1880 wurde die Zeche Heisinger Tiefbau unter der Leitung des neuen Grubenvorstands Carl Funke deutlich ausgebaut. 1897 wurde der erste seigere Schacht niedergebracht (senkrechter Schacht). 1906 erhielt das Bergwerk seinen späteren Namen: Zeche Carl Funke. Die Jahresfördermenge stieg auf 200.000 Tonnen. Zwischen 1924 und 1926 wurde Schacht II neben Schacht I niedergebracht. In den 1930ern waren sämtliche Schachtanlagen im Essener Ruhrtal miteinander verbunden, förderten aber nach wie vor eigenständig. 1943 übernahm die Zeche Carl Funke die Förderung der Zeche Gottfried Wilhelm, die Fördermenge stieg auf 630.000 Tonnen jährlich. Zwischen 1957 und 1959 wurde Schacht Carl Funke 4 niedergebracht. 1967 wurde das Bergwerk mit der Zeche Pörtingssiepen zusammengelegt und von der Ruhrkohle AG übernommen. Zeche Carl Funke wurde 1973 stillgelegt. 1985 wurden die Anlagen abgerissen. Nur das Fördergerüst Carl Funke I sowie das Maschinenhaus der Zeche Hundsnocken ca. 200m oberhalb des Fördergerüsts und das Torhaus direkt an der Straße am See blieben als Industriedenkmal erhalten.

 

Link: Wikipedia

 

Foto: 

Titel: Zeche Carl Funke I

Adresse: Lanfermannfähre 67-41, 45259 Essen

GPS: 51.403803, 7.049202

Kamera: Canon EOS 5D Mark III

Objektiv: EF24-105mm f/4L IS USM

Aufnahme: 29.08.2020, 18:44

Exif: 24mm, f/8, ISO 200, 1/80 sek. 

Tags: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

© Christian Twehues

 

23. Zeche Heinrich, Essen

Fördergerüst auf der Zeche Heinrich, Essen, Ruhrgebiet, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

Die Zeche Heinrich in Überruhr, Essen entstand 1809. 1847 erhielt das Bergwerk die Genehmigung für den Tiefbau und Schacht Heinrich 1 wurde abgeteuft. Die Förderung begann 1852. 1884 förderte die Zeche Heinrich die Jahresmenge von 100.00 t Kohle mit einer Belegschaft von 300 Bergleuten. Von 1916 bis 1919 wurde der Schacht Heinrich 2 abgeteuft und mit einem Hammerkopfturm versehen. Die Jahresfördermenge stieg zwischen 1918 und 1929 von 200.000 t Kohle mit 1.000 Bergleuten auf 500.000 t mit 1.400 Bergleuten. 1957 bis 1958 wurde Schacht 3 als neuer Zentralförderschacht neben Schacht 1 und 2 abgeteuft. Die Kohlekrise in den späten 1950ern führte erst 1964 zur Zusammenlegung der Zeche Heinrich mit der Zeche Theodor, dann 1968 zur Stilllegung. Die Schächte wurden verfüllt, die Anlagen abgerissen. Das Fördergerüst über Schacht 3 (s. Foto) blieb als Industriedenkmal erhalten. Die Zeche Heinrich muss ständig ausgepumpt werden, um ein Überfluten des Stadtzentrums von Oberhausen zu vermeiden, da die Schachtanlage drei Meter höher gelegen ist.

 

Link: Wikipedia

 

Foto: 

Titel: Zeche Heinrich

Adresse: Langenberger Str. 502, 45277 Essen

GPS: 51.417110, 7.074537

Kamera: Canon EOS 5D Mark III

Objektiv: EF24-105mm f/4L IS USM

Aufnahme: 29.08.2020, 18:17

Exif: 24mm, f/8, ISO 100, 1/80 sek. 

Tags: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

© Christian Twehues

 

24. Zeche Auguste Victoria, Marl

Fördergerüst Schacht 1 und 2 der Zeche Auguste Victoria in Marl, Ruhrgebiet, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

Zeche Auguste Victoria in Marl, Schacht 1 (Vordergrund) und Schacht 2 (Hintergrund).

 

Bei ersten Mutungsbohrungen stießen Düsseldorfer Kaufleute 1897 auf Kohle. 1899 gründeten sie die Gewerkschaft Auguste Victoria, benannt nach der letzten deutschen Kaiserin. Abteufarbeiten an Schacht 1 begannen im gleichen Jahr. 1900 folgte Schacht 2. Aufgrund eines Schiefstands in 40m Tiefe wurden 1901 die Arbeiten an Schacht 1 eingestellt. Schacht 2 wurde zu Schacht 1 umbenannt. Beim Abteufen des Schachts kam 1902 zum ersten Mal im Ruhrgebiet das Gefrierverfahren zum Einsatz. Der Kohleabbau wurde 1905 in einer Tiefe von 605m aufgenommen. 1908 wurde die Zeche von der Interessensgemeinschaft chemischer Werke (später IG Farben) übernommen.

 

1925 begannen die Abteufarbeiten von Schacht 3, der ein jahr später eine Endteufe von 820 m erreichte. 1927 kam es zu einem schweren Schwimmsandeinbruch in Schacht 3, bei dem der Schacht mitsamt Förderturm zubruch ging. 1929 begannen die Arbeiten an Schacht 4, ein Jahr später an Schacht 5. Beide Schächte nahmen 1931 den Betrieb auf. 1934 wurde Schacht 3 ausgeräumt, neu abgesichert und weiter abgeteuft. Er nahm 1937 die Förderung auf. 1930 waren in Schacht 4 und 5 Blei- und Zinkerzvorkommen entdeckt worden, die ab 1936 abgebaut wurden. Die maximale Erzförderung erreichte das Bergwerk 1943 mit 352.000 Tonnen.

 

1950 wurde Schacht 6 abgeteuft. Er ging 1952 als Wetterschacht in Betrieb. 1954 erreichte Schacht 1 eine Endteufe von 1176m. Schacht 7 wurde 1957 direkt neben Schacht 3 abgeteuft. Förderbeginn war 1960. Der Erzabbau wurde 1962 wegen Unrentabilität aufgegeben. 1963 begannen die Arbeiten an Schacht 8, der 1967 in Betrieb genommen wurde. 1965 erreichte Schacht 7 eine Endteufe von 1260m. 1966 wurden Schacht 1 und 2 stillgelegt und Schacht 7 zum Hauptförderschacht. 1967 wurde Schacht 5 verfüllt. 1980 erreichte Schacht 8 eine Endteufe von 1296m. 1987 wurde Schacht 9 abgeteuft, der 1989 eine Endteufe von 1330m erreichte und 1990 als Wetterschacht in Betrieb ging. 1991 wurde Auguste Victoria von der Ruhrkohle AG übernommen. 1995 erreichte Auguste Victoria die maximale Fördermenge mit 3.541.345 t bei einer Belegschaft von 4.916 Bergleuten. 2001 erfolgte der Verbund mit der Zeche Blumenthal. Das Verbundbergwerk wurde noch bis 2015 betrieben, bis es endgültig stillgelegt wurde.  

 

Quellen: Huske 2006, Die Steinkohlenzechen im Ruhrrevier; Wikipedia

 

Foto: 

Titel: Zeche Auguste Victoria 1/2

Adresse: Victoriastraße 43, 45772 Marl

GPS: 51.667774, 7.13619

Kamera: Canon EOS 5D M6

Objektiv: EF-M18-150mm f/3.5-6.3 IS STM

Aufnahme: 8.11.2020, 11:34

Exif: 18mm, f/4.5, ISO 100, 1/1000 sek. 

Tags: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

© Christian Twehues

 

Schächte der Zeche Auguste Victoria

25. Zeche Ewald, Herten

Fördergerüst Schacht 7 der Zeche Ewald in Herten, Ruhrgebiet, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

 

Zeche Ewald ist ein ehemaliges Steinkohlenbergwerk in Herten. Die Zeche wurde 2000 stilgelegt. In den Folgejahren wurde das Gelände zu einem Gewerbegebiet umgewidmet und bietet heute zahlreichen Unternehmen einen Standort. 2009 eröffnete in der ehemaligen Heizzentrale das Travestie-Theater RevuePalast Ruhr. Seit 2013 strahlt der ARD aus der Untertage Bar den Sportschau-Club aus.

 

Link: Wikipedia

 

Foto: 

Titel: Zeche Ewald

Adresse: Ewaldstraße 261, 45699 Herten

GPS: 51.571898, 7.144621

Kamera: Canon EOS 5D Mark III

Objektiv: EF24-105mm f/4 IS USM

Aufnahme: 29.04.2018, 15:31

Exif: 35mm, f/8.0, ISO 100, 1/250 sek. 

Tags: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

© Christian Twehues

 

Schächte der Zeche Ewald

26. Zeche Pluto, Herne

Bergwerk Zeche Pluto, Herne, Ruhrgebiet, Fördergerüst, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

1850 führte die Gemeinde Bickern in Herne erste Probebohrungen durch. 1856 gründete Heinrich Thies eine Aktiengesellschaft zum Abbau des Kohlenfelds St. Nikolaus. 1857 wurde der erste Schacht Thies abgeteuft. 1858 stieß man in 149m auf Kohle. Die 1. Sohle wurde in einer Teufe von 192 Metern angesetzt. 1860 folgte in 244m Tiefe die 2. Sohle. 1862 konsolidierten 7 Kohlenfelder zum Bergwerk Pluto, das eine Fläche von 6,8 km² umfasste. Schacht Thies erhielt einen Malakowturm. Zeche Pluto ging im selben Jahr in Betrieb. 1869 wurde in 323 Metern Tiefe die 3. Sohle angesetzt. 1873 wurde ein zweiter Schacht Wilhelm abgeteuft, der die Bewetterung der Zeche übernahm. 1893 folgte Schacht 3 direkt neben Schacht Wilhelm. Schacht Thies setzte 1895 in einer Teufe von 606 Metern die 6. Sohle an. 1899 begannen die Abteufarbeiten am Wetterschacht 4 neben Schacht Thies. 1903 wurde im Schacht Thies in einer Teufe von 705 Metern die 7. Sohle angesetzt. 1906 begannen 930 Meter westlich von der Schachtanlage 1/4 (Thies) die Arbeiten an Schacht 5, der 1908 die Förderung aufnahm. Schacht Thies stellte 1910 die Förderung ein. Der Schacht wurde verfüllt, neu abgeteuft und 1912 wieder bis zur 7. Sohle in Betrieb genommen. 1911 wurde Schacht 7 neben Schacht Wilhelm abgeteuft und 1918 in Betrieb genommen. Die Förderung auf Schacht 2 wurde daraufhin eingestellt und der Schacht als Wetterschacht genutzt. Schacht 3 wurde 1919 bis zur 7. Sohle in Betrieb genommen. 1926 wurde die Zeche Pluto von der Vereinigten Stahlwerke AG übernommen. Die Förderung wurde auf Schacht 3 konzentriert. Die Gebäude der Schachtanlage 1/4 (Thies) wurden weitestgehend abgerissen, die Schächte aber offen gelassen. 1943 wurde Schacht 3 verfüllt und 1944 mit einem größeren Querschnitt neu abgeteuft. Die Arbeiten wurden durch Luftangriffe der Alliierten 1945 unterbrochen. Die Förderung wurde nach Kriegsende schnell wieder aufgenommen. Die Hauptförderung erfolgte zu diesem Zeitpunkt auf der 7. Sohle. Schacht 3 wurde 1951 bis zur 8. Sohle wieder in Betrieb genommen. Die oberirdischen Anlagen der Schachtanlage Pluto-Wilhelm wurden zwischen 1953 und 1963 vollständig  erneuert. Schacht 3 erhielt ein 56m hohes Fördergerüst (s. Foto). Im gleichen Jahr wurde auf Schacht 3 die 9. Sohle in einer Teufe von 940m angesetzt. Schacht 3 wurde zum Zentralförderschacht der Zeche Pluto. 1960 wurde Schacht 4 zum Wetterschacht umfunktioniert. Schacht Thies wurde 1963 verfüllt. 1968 wurde die Zeche Pluto in die Ruhrkohle AG eingegliedert. 1971 wurden die Zechen Pluto und Consolidation einer gemeinsamen Werksdirektion unterstellt. 1976 wurde die Förderung auf Pluto eingestellt und die Förderung von der Zeche Consolidation übernommen. Die maximale Fördermenge erreichte Pluto im Jahr 1913 mit 1,25 Mio t Kohle bei einer Belegschaft von 4.650 Bergleuten. Von der Zeche Pluto sind das Fördergerüst über Schacht 3 mit einigen Tagesanlagen erhalten geblieben.

 

Link: Wikipedia

 

Foto: 

Titel: Zeche Pluto 2/3/7

Adresse: Thiesstraße 61, 44649 Herne

GPS: 51.532358, 7.142613

Kamera: Canon EOS 5D Mark III

Objektiv: EF24-105mm f4L IS USM

Aufnahme: 29.08.2020, 15:54

Exif: 24mm, f/8, ISO 100, 1/200 sek. 

Tags: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

© Christian Twehues

 

27. Zeche Teutoburgia, Herne

Bergwerk Zeche Teutoburgia, Herne, Ruhrgebiet, Fördergerüst, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

Zeche Teutoburgia wurde 1866 vom irischen Unternehmer William Thomas Mulvany gegründet. Die Grube war nicht sehr ertragreich und wurde bald darauf an den Bochumer Verein für Bergbau und Gussstahlfabrikation verkauft, die 1911 den Betrieb wieder aufnahmen. In den Jahren 1911 und 1912 kam es zu zwei schweren Grubenunglücken, bei denen je 6 Bergleute durch eine Schlagwetter Explosion ums Leben kamen. In Spitzenzeiten arbeiteten 1.100  Bergleute in der Grube. Der Abbau in der Zeche war aber nicht sehr rentabel. Der Betrieb wurde 1925 eingestellt. 1929 begann man, das Feld von der Zeche Erin aus abzubauen. Zuerst wurde der Schacht Teutoburgia als Wetterschacht für Erin genutzt, später ab 1941 auch zur Seilfahrt und Kohleförderung für die Zeche Erin. 1983 wurde der Schacht endgültig stillgelegt.     

 

Link: Wikipedia

 

Foto: 

Titel: Zeche Teutoburgia

Adresse: Kohlenstraße, 44627 Herne

GPS: 51.552476, 7.277975

Kamera: Canon EOS 5D Mark III

Objektiv: EF16-35mm f4L IS USM

Aufnahme: 3.08.2019, 16:32

Exif: 26mm, f/13, ISO 500, 1/400 sek. 

Tags: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

© Christian Twehues

 

28. Zeche Hannover, Bochum

Bergwerk Zeche Hannover, Bochum, Ruhrgebiet, Malakowturm, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

Erste Probebohrungen auf der Zeche Hannover fanden 1847 statt. 1856 erwarb die Hannoversche Bergwerksgesellschaft Hostmann & Co. AG die Schürfrechte an dem Feld. Die Zeche Hannover wurde gegründet. 1857 begann die Gesellschaft mit der Abteufung. Es dauerte einige Jahre, bis das Bergwerk entwässert war, so dass erst ab 1870 gewinnbringend gefördert werden konnte. Das Unternehmen geriet unter anderem aufgrund der erheblichen Wasserhaltungskosten früh in finanzielle Schwierigkeiten und wurde zuerst 1868 von der Hannoversche Bergwerksgesellschaft zu Bochum dann in 1872 von Alfred Krupp übernommen. 

 

Über Schacht 1 und 2 wurden 1856-1857 zwei sogenannte Malakowtürme und das Maschinenhaus errichtet. Hierbei handelt es sich um einen festungsartigen Förderturm aus massivem Mauerwerk. Die Ziegelmauern haben eine Dicke von 1,6 Meter, um genügend Statik für die Gewichte der Seilscheiben und die Zugkräfte der Förderung zu haben. Das Maschinenhaus befindet sich bei dieser Art neben dem eigentlichen Förderturm. Später wurden Malakowtürme durch stabilere Fördergerüste aus Stahl abgelöst, mit denen man tiefer abteufen konnte. Zudem waren sie leichter und kostengünstiger zu bauen. Auf der Zeche Hannover wurde das Maschinenhaus direkt zwischen die beiden Malakowtürme gesetzt, die nur 50 Meter auseinander lagen. Der Turm über Schacht 2 wurde 1939 abgerissen und durch einen doppelt so hohen Stahlfachwerkturm ersetzt. Von den ehemals 130 Malakowtürmen im Ruhrgebiet sind heute noch 14 erhalten und unter Denkmalschutz gestellt. Der Turm über Schacht 1 ist der zweitälteste von ihnen. Der älteste ist der Turm der Zeche Holland I/II in Gelsenkirchen aus dem Jahr 1856.  

 

Im zweiten Weltkrieg wurde die Anlage durch 31 Luftangriffe schwer beschädigt. Der Wiederaufbau dauerte bis Ende 1947. Die Kohle der Zeche Hannover wurde in den angrenzenden Kokereien Hannibal und Hannover verwendet. Die Anlage wurde im März 1973 stillgelegt und wird heute als Museum genutzt. Von den ursprünglichen Gebäuden sind nur der Malakowturm über Schacht 1, das angrenzende Maschinenhaus und das Lüftergebäude aus den 1920er Jahren erhalten, in dem heute die Gastronomie untergebracht ist.

 

Link: Wikipedia

 

Quellen: Wikipedia, Hermann 2008 (Die alten Zechen an der Ruhr), eigene Quellen

 

Foto: 

Titel: Zeche Hannover

Adresse: Günnigfelder Str. 251, 44793 Bochum

GPS: 51.506543, 7.163460

Kamera: Canon EOS 5D Mark III

Objektiv: EF16-35mm f4L IS USM

Aufnahme: 30.07.2019, 20:02

Exif: 16mm, f/4, ISO 100, 1/125 sek. 

Tags: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

© Christian Twehues

 

29. Zeche Vereinigte Carolinenglück, Bochum

Bergwerk Zeche Vereinigte Carolinenglück 2/3, Bochum, Ruhrgebiet, Malakowturm, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

Zeche Vereinigte Carolinenglück war ein Steinkohlenbergwerk in Bochums Stadtteil Hamme. Erste Mutungsbohrungen fanden 1844 statt, bei denen man in 41 Metern Tiefe auf Kohle stieß. 1847 begannen die Abteufarbeiten. Carolinenglück war eine der ersten Zechen im Ruhrgebiet, die die harte Mergelgesteinsschicht durchbrach, um in tieferen Schichten Kohle zu fördern. Die erste Sohle wurde in einer Tiefe von 100m und die zweite Sohle in 127m eingerichtet. Die Förderung begann 1850. 1855 erzielten 340 Bergleute eine Jahresfördermenge von 31.657 Tonnen Kohle. 1869 kam es zu einem Wassereinbruch. Die Zeche soff bis zur zweiten Sohle ab. Die Förderung musste eingestellt werden und das Bergwerk ging in den Konkurs. Das Absümpfen konnte erst 1870 unter neuem Besitzer abgeschlossen werden. 1898 ereignete sich auf der Zeche Carolinenglück das bis dahin schwerste Grubenunglück des Ruhrgebiets. 116 Kumpel verloren bei einer Schlagwetterexplosion ihr Leben. 1900 ging die Zeche in den Besitz des Bochumer Vereins über. Die Jahresleistung lag bei 254.000 t mit einer Belegschaft von 971 Arbeitern. Bis 1913 verdoppelte sich die Belegschaft auf 2.151 Bergleute, die Jahresfördermenge verdreifachte sich im gleichen Zeitraum auf 611.000 Tonnen. Die maximale Fördermenge erreichte das Bergwerk im Jahr 1929: 807.500 Tonnen mit einer Belegschaft von 2.875 Bergleuten. 1937 erreichte die Zeche die zehnte Sohle in einer Teufe von 1.076 Metern. Die Zeche wurde im Krieg schwer beschädigt, konnte aber weiterfördern. Carolienglück wurde bereits 1964 stillgelegt. Heute ist nur noch das 1912 über Schacht 3 errichtete Strebengerüst und der 1856 über Schacht 2 errichtete Malakowturm erhalten. Beide liegen im gleichnamigen Gewerbegebiet Carolinenglück.

 

Link: Wikipedia

 

Foto: 

Titel: Zeche Vereinigte Carolinenglück 1

Adresse: Darpestraße, 44793 Bochum

GPS: 51.492940, 7.181063

Kamera: Canon EOS 5D Mark III

Objektiv: EF24-105mm f4L IS USM

Aufnahme: 29.08.2020, 15:54

Exif: 24mm, f/8, ISO 100, 1/200 sek. 

Tags: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

© Christian Twehues

 

30. Deutsches Bergbau-Museum, Bochum

Deutsches Bergbau-Museum, Bochum, Ruhrgebiet, Deutschland mit Doppelbock Fördergerüst Förderturm, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

Mit über 350.000 Besuchern ist das Deutsche Bergbau-Museum in Bochum eines der meistbesuchten der Welt. Auch wenn es an dieser Stelle keine Zeche gab, hat das Museum eine lange Geschichte. Bereits in den 1860er Jahren wurden hier Bergbau-Utensilien zu Unterrichtszwecken ausgestellt. 1930 wurde ein Gründungsvertrag über ein Bergbaumuseum mit der Stadt Bochum geschlossen. Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Anlage durch Luftangriffe weitestgehend zerstört und für den Luftschutz umgebaut. Bereits 1946 eröffnete das Museum wieder mit einer kleinen Ausstellung. Das abgebildete Fördergerüst stammt von der stillgelegten Zeche Germania von Marten und wurde 1974 nach Bochum versetzt. In den letzten drei Jahren wurde das Museum grundlegend saniert und umgebaut und steht seit dem 13. Juli 2019 dem Publikum wieder vollständig zur Verfügung. Ein Besucherbergwerk, das in 20 m Tiefe zu Demonstrationszwecken angelegt wurde, bietet sehr gute Einblicke in das Leben und Arbeiten der Kumpel unter Tage. Ein Besuch lohnt sich allemal.

 

Link: Wikipedia

 

Foto: 

Titel: Deutsches Bergbau-Museum Bochum

Adresse: Am Bergbaumuseum 28, 44791 Bochum

GPS: 51.488865, 7.216138

Kamera: iPhone X

Objektiv: iPhone X back dual camera 4mm f/1.8

Aufnahme: 2.12.2018, 13:15

Exif: 4mm, f/1.8, ISO 20, 1/570 sek. 

Tags: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

© Christian Twehues

 

Bildergalerie 'Zechen im westlichen Ruhrgebiet'