Industriekultur - Die Zechen im Ruhrgebiet

Die Zechen im Ruhrgebiet


Eine fotografische Reise durch das Revier

Bereits im Mittelalter wurde im Ruhrgebiet Steinkohle im Tagebau für den Eigenbedarf gewonnen. Die erste kommerzielle Förderung der Kohle ist für das Jahr 1296 dokumentiert. Im 17. Jahrhundert wurde die Kohle vermehrt untertage abgebaut. Dazu trieb man Stollen unterhalb der Kohlevorkommen in den Berg. Das Grundwasser wurde über tieferliegenden Erbstollen abgeführt. Mit der Industrialisierung Mitte des 19. Jahrhunderts gelang es den Unternehmen durch immer neuere Entwässerungs- und Bewetterungstechnologien auch in den tiefen nördlichen Bereichen des Ruhrgebiets abzubauen.

 

Die Tiefbauzechen drangen im Verlauf der nächsten einhundert Jahre in Tiefen von bis zu 1.635 Metern vor. Die Blütezeit erreichte der Kohlenbergbau im Ruhrgebiet in den Jahren zwischen 1880 und 1914 und noch einmal in den 1950er Jahren. Fast eine halbe Million Menschen arbeiteten im Bergbau, die Jahresfördermenge erreichte die Marke von 130 Mio. Tonnen Kohle. Ende der 1950er Jahre geriet die deutsche Kohleindustrie in eine Strukturkrise. Billigere Importe aus vielen Regionen der Erde und der neue Energieträger Erdöl kamen auf den Markt und verdrängten die heimische Kohle. Neue Technologien und starke Rationalisierung konnten den Niedergang der Kohleindustrie verzögern, aber nicht verhindern.

 

Stark subventioniert wurde die Steinkohleindustrie noch bis ins 21. Jahrhundert am Leben erhalten. 2000 war die Belegschaft bereits auf ein Zehntel der goldenen Ära zusammengeschrumpft. Im September 2018 wurde die Zeche Prosper-Haniel in Bottrop als letzte von ehemals über 1.000 Zechen im Ruhrgebiet stillgelegt. Die meisten Schächte wurden verfüllt, die Gebäude über Tage abgerissen. Eine Reihe von Zechengebäuden und Fördergerüsten wurden als Industriedenkmal erhalten, stumme Zeugen einer einst florierenden Kohleindustrie.

 

 

Teil 3: Das südliche Ruhrgebiet


Die Zechen von Bochum bis Sprockhövel

Übersicht der Zechen im Ruhrgebiet


Zechen im Ruhrgebiet, Karte Ruhrgebiet, Zechen Bochum, Zechen Witten

Die Zechen im südlichen Ruhrgebiet


59. Zeche Hannover, Bochum

Bergwerk Zeche Hannover, Bochum, Ruhrgebiet, Malakowturm, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Zechen Bochum

Erste Probebohrungen auf der Zeche Hannover fanden 1847 statt. 1856 erwarb die Hannoversche Bergwerksgesellschaft Host­mann & Co. AG die Schürfrechte an dem Feld. Die Zeche Hannover wurde gegründet. 1857 begann die Gesellschaft mit der Abteufung. Es dauerte einige Jahre, bis das Bergwerk entwässert war, so dass erst ab 1870 gewinnbringend gefördert werden konnte. Das Unternehmen geriet unter anderem aufgrund der erheblichen Wasserhaltungskosten früh in finanzielle Schwierigkeiten und wurde zuerst 1868 von der Hannoversche Bergwerksgesellschaft zu Bochum dann 1872 von Alfred Krupp übernommen.

 

Über Schacht 1 und 2 wurden 1856-1857 zwei sogenannte Malakowtürme und das Maschinenhaus errichtet. Hierbei handelt es sich um einen festungsartigen Förderturm aus massivem Mauerwerk. Die Ziegelmauern haben eine Dicke von 1,6 Meter, um genügend Statik für die Gewichte der Seilscheiben und die Zugkräfte der Förderung zu haben. Das Maschinenhaus befindet sich bei dieser Art neben dem eigentlichen Förderturm. Später wurden Malakowtürme durch stabilere Fördergerüste aus Stahl abgelöst, mit denen man tiefer abteufen konnte. Zudem waren sie leichter und kostengünstiger zu bauen. Auf der Zeche Hannover wurde das Maschinenhaus direkt zwischen die beiden Malakowtürme gesetzt, die nur 50 Meter auseinander lagen. Der Turm über Schacht 2 wurde 1939 abgerissen und durch einen doppelt so hohen Stahlfachwerkturm ersetzt. Von den ehemals 130 Malakowtürmen im Ruhrgebiet sind heute noch 14 erhalten und unter Denkmalschutz gestellt. Der Turm über Schacht 1 ist der drittälteste von ihnen. Der zweitälteste ist der Turm der Zeche Holland I/II in Gelsenkirchen aus dem Jahr 1860, der älteste der der Zeche Carl in Essen, erbaut 1856.

 

Im zweiten Weltkrieg wurde die Anlage durch 31 Luftangriffe schwer beschädigt. Der Wiederaufbau dauerte bis Ende 1947. Die Kohle der Zeche Hannover wurde in den angrenzenden Kokereien Hannibal und Hannover verwendet. Die Anlage wurde im März 1973 stillgelegt und wird heute als Museum genutzt. Von den ursprünglichen Gebäuden sind nur der Malakowturm über Schacht 1, das angrenzende Maschinenhaus und das Lüftergebäude aus den 1920er Jahren erhalten, in dem heute die Gastronomie untergebracht ist.

 

QUELLEN: Hermann 2008, Huske 2006, Wikipedia, eigene Quellen

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, RevierZechen Bochum, Zeche Hannover

FOTO: Zeche Hannover, Schacht 1 (30.07.2019) © Christian Twehues

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Grün­dung
Förder­beginn
Still­legung
Max.
Beleg­schaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Sechs Brüder & sechs
Schwestern (ab 1854)

Hannover (ab 1870)

Bergwerke Bochum (ab 1967)

1856 1860 1973
5.065
(1925)
1.771.326 t
(1965)

1877: Erste Treibscheibenförderung
(Flurfördermachine, System Koepe) der Welt

1892: erste maschinelle Streckenförderung
im Ruhrgebiet (Seilbahn)

 

Schächte der Zeche Hannover

 

Schacht Adresse GPS
Teuf­beginn
Förder­beginn
Still­legung
Max. Teufe
1 (Carl)

Günnigfelder Str. 251

44793 Bochum

51.504718, 7.165033 1857 1860 1972 750 m
2 (Christian)

Günnigfelder Str. 251

44793 Bochum

51.504176, 7.165205 1857 1870 1972 1070 m
3

Kruppstraße

44866 Bochum

51.493911, 7.153021 1873 1880 1966 749 m
4 (Wetterschacht)

Kruppstraße

44866 Bochum

51.494099, 7.153655 1873 1902 1954 749 m
5

Günnigfelder Str. 251

44793 Bochum

51.504333, 7.166278 1905 1908 1972 952 m
6

Kruppstraße

44866 Bochum

51.494186, 7.152486 1920 1929 1966 951 m

Königsgrube 1

(Ernestine)

Königsgruber Str.

44651 Herne

51.509465, 7.157107 1856

1961 von Königsgrube

übernommen

1966 673 m

Königsgrube 2

(Louise)

Königsgruber Str.

44651 Herne

51.509781, 7.157515 1856

1961 von Königsgrube 

übernommen

1966 673 m

Königsgrube 4

(Gustav)

Königsgruber Str.

44651 Herne

51.509765, 7.157511 1903

1961 von Königsgrube 

übernommen

1966 750 m

 

Fotogalerie

60. Zeche Vereinigte Carolinenglück, Bochum

Bergwerk Zeche Vereinigte Carolinenglück 2/3, Bochum, Ruhrgebiet, Malakowturm, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Zechen Bochum

Die Zeche Vereinigte Carolinenglück war ein Steinkohlenbergwerk in Bochums Stadtteil Hamme. Erste Mutungsbohrungen fanden 1844 statt, bei denen man in 41 Metern Tiefe auf Kohle stieß. 1847 begannen die Abteufarbeiten. Carolinenglück war eine der ersten Zechen im Ruhrgebiet, die die Mergel­gesteins­schicht durch­brach, um in tieferen Schichten Kohle zu fördern. Die erste Sohle wurde in einer Tiefe von 100m und die zweite Sohle in 127m eingerichtet. Die Förderung begann 1850.

 

1855 erzielten 340 Bergleute eine Jahresfördermenge von 31.657 Tonnen Kohle. 1869 kam es zu einem Wassereinbruch. Die Zeche soff bis zur zweiten Sohle ab. Die Förderung musste eingestellt werden und das Bergwerk ging in den Konkurs. Das Absümpfen konnte erst 1870 unter neuem Besitzer abgeschlossen werden. 1898 ereignete sich auf der Zeche Carolinenglück das bis dahin schwerste Grubenunglück des Ruhrgebiets. 116 Kumpel verloren bei einer Schlagwetterexplosion ihr Leben.

 

1900 ging die Zeche in den Besitz des Bochumer Vereins über. Die Jahresleistung lag bei 254.000 t mit einer Belegschaft von 971 Arbeitern. Bis 1913 verdoppelte sich die Belegschaft auf 2.151 Bergleute, die Jahresfördermenge verdreifachte sich im gleichen Zeitraum auf 611.000 Tonnen. Die maximale Fördermenge erreichte das Bergwerk im Jahr 1929: 807.500 Tonnen mit einer Belegschaft von 2.875 Bergleuten. 1937 erreichte die Zeche die zehnte Sohle in einer Teufe von 1.076 Metern. Die Zeche wurde im Krieg schwer beschädigt, konnte aber weiterfördern.

 

Carolienglück wurde bereits 1964 stillgelegt. Heute ist nur noch das 1912 über Schacht 3 errichtete Strebengerüst und der 1856 über Schacht 2 errichtete Malakowturm erhalten. Da der Turm ursprünglich eine Holz- und Eisenkonstruktion war, zählt er nicht zu den ältesten gemauerten Malakowtürmen. Beide Fördertürme der Zeche Vereinigte Carolinenglück liegen nebeneinander im gleichnamigen Gewerbegebiet Carolinenglück.

 

QUELLEN: Huske 2006, Wikipedia

TAGS: Industriekultur, Die Zechen im südlichen Ruhrgebiet, Bergbau, Steinkohle, RuhrgebietZeche Vereinigte Carolinenglück, Zechen Bochum

FOTO: Zeche Ver. Carolinenglück, Schacht 3 (29.08.2020) © Christian Twehues

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Grün­dung
Förder­beginn
Still­legung
Max.
Beleg­schaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Maria und Redlichkeit (ab 1844)

Carolinenglück (ab 1852)

Glückauf (ab 1857)

Ver. Carolinenglück (ab 1870)

Carolinenglück (ab 1953)

1852 1850 1964
2.917
(1925)
807.500 t
(1929)

1847-50: Eine der ersten Zechen,

die durch die Mergelschicht stieß

 

Schächte der Zeche Vereinigte Carolinenglück

 

Schacht Adresse GPS
Teuf­beginn
Förder­beginn
Still­legung
Max. Teufe
1 (Schürfschacht)

Darpestraße

44793 Bochum

51.487999, 7.184733 1847 1850 1946 335 m
2

Darpestraße

44793 Bochum

51.493275, 7.180349 1856 1891 1964 877 m
Wetterschacht

Darpestraße

44793 Bochum

51.493596, 7.180427 1870 1873 1912 233 m
3

Darpestraße

44793 Bochum

51.492877, 7.180979 1910 1912 1964 1076 m

 

Fotogalerie

61. Zeche Fröhliche Morgensonne, Bochum

Bergwerk Zeche Fröhliche Morgensonne, Bochum, Ruhrgebiet, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Zechen Bochum

Die Zeche Fröhliche Morgensonne wurde 1857 gegründet. Ein erster Schacht wurde aber erst 1874 abgeteuft. Erste Kohlen konnten 1876 auf der 1. Sohle in 67m gefördert werden. Offizieller Förderbeginn war 1877. Der Bau eines Wetterschachts wurde 1883 begonnen. Danach wurde er aber nicht mehr erwähnt. Ein zweiter Wetterschacht wurde 1899 abgeteuft, er ging 1903 in Betrieb. 1913 erreichte Fröhliche Morgensonne die höchste Förderung mit 566.866 t Kohle. Die Belegschaft betrug zu diesem Zeitpunkt 1.949 Mann. 1922 wurde Fröhliche Morgensonne mit der Zeche Centrum zusammengelegt. Das Verbundbergwerk erhielt den Namen Centrum-Morgensonne. 1929 wurden die Schächte Centrum 2 und Centrum 5 stillgelegt. Fröhliche Morgensonne übernahm den Abbau des Baufelds. 1945 wurde das Bergwerk wieder in die Teile Centrum und Fröhliche Morgensonne aufgespalten, nur um 1956 erneut zusammengelegt zu werden. Die Förderung auf Fröhliche Morgensonne 1 wurde eingestellt. Der Wetterschacht wurde 1961 noch für Centrum bis auf 1127m tiefer abgeteuft. 1963 wurden aber auch die beiden Fröhliche Morgensonne Schächte stillgelegt und verfüllt, sowie die Tagesanlagen abgerissen. Von der Zeche sind noch einige Gebäude erhalten geblieben wie das Verwaltungsgebäude, das Pförtner- und Maschinenhaus und Werkstätten. Sie werden heute gewerblich genutzt.

 

QUELLEN: Huske 2006, Wikipedia

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zechen Ruhrgebiet, Bergbau, Ruhrgebiet, Ruhrpott, RevierZeche Fröhliche Morgensonne, Zechen Bochum

FOTO: Zeche Fröhliche Morgensonne, Verwaltungsgebäude (29.12.2021) © Christian Twehues

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Grün­dung
Förder­beginn
Still­legung
Max.
Beleg­schaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Fröhliche Morgensonne (ab 1857)

Centrum-Morgensonne (ab 1922)

Fröhliche Morgensonne (ab 1945)

Centrum-Morgensonne (ab 1956)

1857 1877 1956
2.085
(1910)
566.866 t
(1913)

Symbol der Zeche

ist im Giebel des

Verwaltungsgebäudes

aufgemalt.

 

Schächte der Zeche Fröhliche Morgensonne

 

Schacht Adresse GPS
Teuf­beginn
Förder­beginn
Still­legung
Max. Teufe
1

Fröhliche Morgensonne 45

44867 Bochum

51.467117, 7.134951 1874 1877 1956 781 m
Wetterschacht

Portmanns Weg

44867 Bochum 

51.465298, 7.126529 1883 - vor 1922 -
Wetterschacht 2

Fröhliche Morgensonne 10

44867 Bochum

51.467328, 7.134441 1899 1903 1956 1127 m

 

Fotogalerie

62. Zeche Centrum, Bochum

Bergwerk Zeche Centrum, Bochum, Ruhrgebiet, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Zechen Bochum

Die Zeche Centrum wurde 1859 unter dem Namen Vereinigte Emma & Blankenstein gegründet. 1859 begannen die Arbeiten an Schacht 1 an der Bochumer Straße. Ein Jahr später erreichte Schacht 1 das Karbon in 55m Tiefe. Ende 1861 wurde die Zeche in Centrum umbenannt. 1862 erhielt das Bergwerk einen Eisenbahnanschluss. 1863 nahm Schacht 1 die Förderung auf. Ein zweiter Schacht wurde ab 1872 errichtet, knapp 1 km westlich von Schacht 1. Er ging 1875 in Betrieb. Schacht 3 (neben Schacht 1) folgte von 1891 bis 1893. Weitere 2,4 km weiter westlich wurde 1892 der tonnlägiger Wetterschacht 5 abgeteuft. Er ging 1893 in Betrieb. 1901 folgten Schacht 4 und Wetterschacht 6 an der Adlerstraße. 1922 wurde Centrum mit der Zeche Fröhliche Morgensonne zum Verbundbergwerk Centrum-Morgensonne zusammengelegt. Die beiden Schächte 4 und 6 wurden als selbstständige Zeche Centrum 4/6 abgespalten, 1928 stillgelegt und noch bis 1972 für die zentrale Wasserhaltung offen gehalten. Auf der Zeche Centrum-Morgensonne wurde von 1929 bis 1934 Schacht 7 neben 1/3 errichtet. Der tonnlägige Wetterschacht 5 wurde aufgegeben und verfüllt. Schacht 3 wurde schon 1934 stillgelegt. 1945 wurde Centrum-Morgensonne wieder getrennt in Centrum und Fröhliche Morgensonne. Die Zeche Centrum bestand zu diesem Zeitpunkt aus den Schachtanlagen 1/7 und 2. 1956 wurden die beiden Zechen erneut zusammengelegt. 1963 erfolgte schließlich die Stilllegung. Die Tagesanlagen wurden abgerissen. Schacht 2 wurde verfüllt, die Schächte 1/7 blieben noch eine Zeit offen für Wasserhaltung, wurden dann aber 1973 verfüllt. Von den Betriebsgebäuden sind am Standort 1/7 das Tor- und Verwaltungsgebäude und ein Lokomotivschuppen erhalten geblieben. Die Gebäude werden heute vom Evangelischen Kinder- und Jugendhaus (Jugendhilfecentrum) genutzt. Im Lokschuppen ist die Montagehalle eines Elektromotorenwerks untergebracht.

 

QUELLEN: Huske 2006, Wikipedia

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zechen Ruhrgebiet, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, RevierZeche Centrum, Zechen Bochum

FOTO: Zeche Centrum 1/3/7, Verwaltungsgebäude (29.12.2021) © Christian Twehues

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Grün­dung
Förder­beginn
Still­legung
Max.
Beleg­schaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Ver. Emma & Blankenstein (ab 1858)

Centrum (ab 1861)

Centrum-Morgensonne (ab 1922)

Centrum (ab 1945)

Centrum-Morgensonne (ab 1956)

1858 1863 1963
4.793
(1913)
1.147.754 t
(1913)

1890: Erschließung
von 4 Solequellen;

1894-1907:
Sole-/Thermalbad

 

Schächte der Zeche Centrum

 

Schacht Adresse GPS
Teuf­beginn
Förder­beginn
Still­legung
Max. Teufe
1

Bochumer Str. 111

44866 Bochum

51.481844, 7.161747 1859 1863 1963 759 m
2

Hansastraße 45

44866 Bochum

51.484089, 7.149047 1872 1875 1963 938 m
3

Bochumer Str. 111

44866 Bochum

51.482142, 7.161562 1891 1893 1934 759 m

Tonnlägiger

Wetterschacht 5

Steeler Str. 109

44866 Bochum

51.473473, 7.118796 1892 1893 1929 661 m
4

Adlerstraße 4-6

45307 Essen

51.464154, 7.101228 1898 1901

1922 abgetrennt

zu Centrum 4/6;

1972 stillgelegt

376 m
Wetterschacht 6

Adlerstraße 4-6

45307 Essen

51.464158, 7.101733 1899 1901

1922 abgetrennt

zu Centrum 4/6;

1972 stillgelegt

376 m
7

Bochumer Str. 111

44866 Bochum

51.481893, 7.160500 1929 1934 1963 1137 m

 

Fotogalerie

63. Zeche Präsident, Bochum

Bergwerk Zeche Präsident, Bochum, Ruhrgebiet, Malakowturm, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Zechen Bochum

Erste Schürfungen fanden bereits 1834 statt. Ein Schürfscheingesuch wurde 1837 eingereicht. 1839 stießen die Probebohrungen in 44 m auf Karbon. Die Mutung wurde unter dem Namen St. Nicolaus eingetragen. 1849 begannen die Teufarbeiten an einem Schurfschacht, später Schacht 1. Im selben Jahr wurde die Gewerkschaft Präsident gegründet, benannt nach dem damaligen Oberpräsidenten von Westphalen, Freiherr von Vincke. 1844 erhielt Schacht 1 den Namen Anton und die Felder Präsident und Münsterland wurden zu Vereinigte Präsident konsolidiert. Im gleichen Jahr ging Schacht 1 in Förderung. 1852 wurde ein Wetterschacht abgeteuft. Er ging 1853 in Betrieb. 1858 war Ver. Präsident mit 808 Bergleuten und einer Jahresfördermenge von 114.073 t Kohle eine der größten Zechen im Ruhrgebiet. 1863 - mittlerweile bei einer Teufe von 263 Metern angekommen - kam es zu starken Wassereinbrüchen, die Zeche soff ab. Der Schacht musste abgedämmt und gesümpft werden. Der Betrieb wurde erst 1865 wieder aufgenommen.

 

Schacht 2 (Wilhelm) und Wetterschacht 3 wurden 1871 abgeteuft, sie nahmen 1873 die Förderung auf. 1875 hatte die Zeche Präsident bereits 1.232 Mitarbeiter. 1881 erhielt Schacht 2 einen eigenen Wetterschacht, der 1882 den Betrieb aufnahm. 1890 ging in Schacht 2 der hölzerne Schachtausbau zu Bruch und die Körbe stürzten ab. Der Schacht musste für sechs Monate den Betrieb unterbrechen. Schacht 4 wurde 1914 ab der 3. Sohle aufgebrochen. Er nahm 1923 die Förderung auf. Die Zeche erreichte 1925 mit 2.774 Mitarbeitern die größte Belegschaft und 1929 mit einer Jahresleistung von 864.706 t Kohle die maximale Fördermenge.

 

Aufgrund der Weltwirtschaftskrise musste der Betrieb von April 1931 bis 1932 zeitweise eingestellt werden. 1943 kam es bei einem Luftangriff der Alliierten zu schweren Zerstörungen auf den Schächten 1 und 4. 1944 wurde die Förderung ganz eingestellt. Schacht 2 wurde für die Zentralwasserhaltung offen gehalten. Schacht 3 ging 1950 mit einem Teil des Grubenfeldes an die Zeche Ver. Carolinenglück, wurde dort 1964 stillgelegt. 1966 wurde die Wasserhaltung eingestellt und die verbliebenen Schächte 2 und 4 verfüllt.

 

Das Foto zeigt den Schachtdeckel von Wetterschacht 3, der 1968 verfüllt wurde. Er wird von Zeit zu Zeit für Spülungen geöffnet. Im Hintergrund ist die ehemalige Schlosserei zu sehen, mit einem Erinnerungsschild im Giebel: "Zeche Präsident - Schacht 3". Die Zechengebäude werden heute gewerblich genutzt.

 

QUELLEN: Huske 2006, Wikipedia, ein Zeitzeuge

TAGS: Industriekultur, Industrie, Die Zechen im Ruhrgebiet, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, RevierZeche Präsident, Zechen Bochum

FOTO: Zeche Präsident, Schlosserei Schacht 3 (23.12.2021) © Christian Twehues

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Grün­dung
Förder­beginn
Still­legung
Max.
Beleg­schaft
Max.
Förderung
Besonderheit

St. Nicolaus (ab 1839)

Präsident (ab 1840)

Ver. Präsident (ab 1844)

1840 1844 1944
2.774
(1925)
864.706 t
(1929)

1858: Eine der größten

Zechen im Ruhrrevier

 

Schächte der Zeche Präsident

 

Schacht Adresse GPS
Teuf­beginn
Förder­beginn
Still­legung
Max. Teufe
1 (Anton)

Seilfahrt 95

44809 Bochum 

51.486588, 7.199726

1840 1844 1944 514 m
Wetterschacht

Herderallee 18

44791 Bochum 

51.493465, 7.219914 1852 1853 1924 165 m
2 (Wilhelm)

Dorstener Str. 84

44809 Bochum 

51.489745, 7.208856 1871 1873 1944 963 m
Wetterschacht 3 

Goldhammer Str. 86

44793 Bochum

51.482348, 7.184914 1871 1873 1964 763 m
Wetterschacht
(neben Schacht 2) 

Dorstener Str. 84

44809 Bochum

51.489745, 7.208856 1881 1882 1896 612 m
4

Seilfahrt 89

44809 Bochum 

51.486745, 7.200894 1914 1923 1944 763 m

 

Fotogalerie

64. Deutsches Bergbau-Museum, Bochum

Deutsches Bergbau-Museum, Bochum, Ruhrgebiet, Deutschland mit Doppelbock Fördergerüst Förderturm, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Zechen Bochum

Mit über 350.000 Besuchern ist das Deutsche Bergbau-Museum in Bochum eines der meistbesuchten der Welt. Auch wenn es an dieser Stelle keine Zeche gab, hat das Museum eine lange Geschichte. Bereits in den 1860er Jahren wurden hier Bergbau-Utensilien zu Unterrichtszwecken ausgestellt. 1930 wurde ein Gründungsvertrag über ein Bergbaumuseum mit der Stadt Bochum geschlossen. Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Anlage durch Luftangriffe weitestgehend zerstört und für den Luftschutz umgebaut. Bereits 1946 eröffnete das Museum wieder mit einer kleinen Ausstellung. Das abgebildete Fördergerüst stammt vom Zentralförderschacht 5 der stillgelegten Zeche Germania in Dortmund-Marten und wurde 1973 nach Bochum versetzt. In den letzten drei Jahren wurde das Museum grundlegend saniert und umgebaut und steht seit dem 13. Juli 2019 dem Publikum wieder vollständig zur Verfügung. Ein Besucherbergwerk, das in 20 m Tiefe zu Demonstrationszwecken angelegt wurde, bietet sehr gute Einblicke in das Leben und Arbeiten der Kumpel unter Tage. Ein Besuch lohnt sich allemal.

 

QUELLEN: Wikipedia

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, RevierZechen Bochum

FOTO: Deutsches Bergbaumuseum Bochum (2.12.2018) © Christian Twehues

65. Zeche Constantin der Große, Bochum

Bergwerk Zeche Constantin der Große, Bochum, Ruhrgebiet, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Zechen Bochum

Die Gewerkschaft Constantin der Große wurde 1849 gegründet. Schacht 1 wurde 1850 in Bochum-Riemke abgeteuft, er erreichte 1852 das Karbon in 63 m Tiefe. Erste Kohlen wurden 1854 auf der 1. Sohle in 190 m gefördert. Der regelmäßige Förderbetrieb begann 1857 in 190 m Tiefe. 350 m nordwestlich von Schacht 1 wurde 1858 Schacht 2 errichtet. Er nahm 1866 die Förderung auf. Durch einen Pumpendefekt soff Schacht 1 im Jahr 1867 ab. Das Sümpfen nahm das ganze Folgejahr in Anspruch. Im Dezember 1868 war Schacht 1 wasserfrei, die Förderung konnte im Januar 1869 wieder auf­ge­nom­men werden. In den 1870er Jahren wurden die beiden Schächte weiter abgeteuft, 1874 eine 3. Sohle in 293 m Tiefe eingerichtet. 1892 übernahm das Bergwerk die Zeche Hermine-Liborius mit Schacht August (später Schacht 3) und einem Wetterschacht. Von 1893 bis 1900 wurde die Schachtanlage 4/5 an der Constantinstraße in Herne-Sodingen gebaut, ca. 3 km nordöstlich von Schacht 1. 1901 bis 1907 folgten die Schächte 6/7 an der Hiltroper Straße in Bochum-Grumme, ca. 1,5 km östlich von Schacht 1. Von 1910 bis 1912 dann die Anlage 8/9 an der Flottmannstraße in Bochum-Riemke, knapp 2 km nördlich von Schacht 1. 1913 begannen die Arbeiten an Schacht 10 in Bochum-Hiltrop, 1 km südöstlich von der Schachtanlage 4/5. Schacht 10 ging 1914 in Betrieb. Wetterschacht 11 in Herne -Sodingen, 1,2 km nördlich von Schacht 10, ging 1917 in Betrieb. 1926 nahm schließlich Schacht 2a direkt neben Schacht 2 die Förderung auf. Ihren Namen „der Große“ trug Constantin zurecht. Die Zeche bestand zu diesem Zeitpunkt aus sechs Schachtanlagen: 1/2/2a, 3/Wetterschacht, 4/5, 6/7, 8/9, 10/11. Sie erreichte 1927 die höchste Fördermenge mit 2.812.015 t Kohle mit einer Belegschaft von 10.671 Beschäftigten.

 

Constantin der Große wurde gegen Ende des 2. Weltkriegs schwer beschädigt, der Betrieb kam 1945 vollständig zum Erliegen. In der Nachkriegszeit wurden die Zechengebäude neu aufgebaut und das Bergwerk umstrukturiert. Schacht 10 nahm die Förderung im Dezember 1945 wieder auf. Schacht 9 wurde 1947 abgeworfen, 1948 folgte Schacht 2. 1949 wurde Schacht 8 stillgelegt. Schacht 5 wurde 1951 weiter abgeteuft und die 8. Sohle in 930 m angesetzt. 1953 wurde ein Durchschlag auf der 8. Sohle zwischen 4/5 und 6/7 erreicht. Teile der Förderung gingen über 6/7 zu tage. Schacht 2 wurde 1954 stillgelegt, die Schächte 4/5 Mitte 1955. Die Schachtanlage 6/7 übernahm ab 1955 die gesamte Förderung der Zeche. Die 8. Sohle (930m) wurde Hauptfördersohle. 1961 wurde Schacht 10 abgeworfen. 1963 übernahm das Bergwerk die Zeche Mont Cenis mit den Schachtanlagen Mont Cenis 1/3 und 2/4. 1966 wurde die Förderung der Schachtanlage 6/7 eingestellt, das Baufeld wurde über die Zeche Hannover abgebaut. Die Stilllegung des Bergwerks folgte 1967. Das Baufeld ging an die Bergwerke Bochum. Reste der Tagesanlagen sind erhalten. Am Standort von Schacht 10, am Wiekskamp in Bochum, befindet sich das Büro- und Eingangsgebäude, das heute als Wohnhaus dient, sowie die ehemalige Rußfarik und die Benzolfabrik, die heute gewerblich genutzt werden.

 

QUELLEN: Huske 2006, Wikipedia

TAGS: Industriekultur, Industrie, Die Zechen im Ruhrgebiet, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Zeche Constantin der Große, Zechen Bochum

FOTO: Zeche Constantin der Große, Schacht 10, Eingangs- und Bürogebäude (29.12.2021) © Christian Twehues

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Grün­dung
Förder­beginn
Still­legung
Max.
Beleg­schaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Bochum (ab 1846)

Constantin der Große (ab 1849)

Vereinigte Constantin der Große (ab 1858)

Bergbau AG Constantin der Große (ab 1954)

1849 1854 1967
10.671
(1927)
2.812.015 t
(1927)

1893: Gründungsmitglied
des Rheinisch-Wesstfälischen
Kohle-Syndikats

 

Schächte der Zeche Constantin der Große

 

Schacht Adresse GPS
Teuf­beginn
Förder­beginn
Still­legung
Max. Teufe
1

Herner Str.

44809 Bochum

51.501243, 7.213019 1850 1857 1967 726 m
2

Herner Str.

44809 Bochum

51.503791, 7.210032 1858 1866 1948 700 m
Wetterschacht

Herner Str. 269

44809 Bochum

51.502965, 7.211590 1885 1887 1930 388 m
3 (August)

Castroper Str. 182

44791 Bochum

51.489872, 7.241155 1858

1892 von
Herminenglück-
Liborius
übernommen

1967 638 m

Wetterschacht
Herminenglück-
Liborius 

Krümmede 3

44791 Bochum

51.487795, 7.241301 1884 1892 von
Herminenglück-
Liborius
übernommen
1929 116 m
4 Constantinstraße
44625 Herne
51.522681, 7.242291 1893 1895 1955 625 m
5

Constantinstraße

44625 Herne

51.522141, 7.241855 1895 1900 1955 930 m
6

Hiltroper Str.

44807 Bochum

51.504265, 7.235982 1901 1903 1966 638 m
7

Hiltroper Str.

44807 Bochum

51.504097, 7.236440 1902 1907 1966 970 m
8

Flottmannstraße 55

44807 Bochum

51.517551, 7.219740 1910 1912 1949 691 m
9 (Wetterschacht)

Flottmannstraße 57

44807 Bochum

51.516897, 7.219832 1910 1912 1947 378 m
10

Wiekskamp

44805 Bochum

51.519215, 7.255055 1913 1914 1961 549 m
11 (Wetterschacht)

Landwehrweg

44627 Herne

51.529469, 7.250691 1914 1917 1964 625 m
2a

Hofsteder Str. 252

44809 Bochum

51.503464, 7.208873 1922 1926 1967 885 m

Mont Cenis 1

(Alexandrine)

Mont-Cenis-Platz 1

44627 Herne

51.540672, 7.256627 1871

1963 von

Mont Cenis

übernommen

1967 1.000 m

Mont Cenis 2

(Carl)

Hännes-Adamik-Straße

44627 Herne

51.542496, 7.267073 1895

1963 von 

Mont Cenis 

übernommen

1966 600 m
Mont Cenis 3

Mont-Cenis-Platz 1

44627 Herne

51.541267, 7.255992 1905

1963 von 

Mont Cenis 

übernommen

1967 1.100 m
Mont Cenis 4

Am Holzplatz

44627 Herne

51.543510, 7.269517 1924

1963 von 

Mont Cenis 

übernommen

1967 1.200 m

 

Fotogalerie

66. Zeche Glück-Sonne, Bochum

Bergwerk Zeche Glück-Sonne, Bochum, Ruhrgebiet, Malakowturm, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Zechen Bochum

Als 1770 die Mutung und das Erbstollenrecht an Spennemann vergeben wurde, war der Erbstollen bereits in Auffahrung. Das Mundloch des Stollens Glück-Sonne befindet sich an der Lewackerstraße in Bochum. 1775 war der Stollen in Betrieb. 1796 ist der Abbau am Schacht 3, 1800 am Schacht Clemens dokumentiert. Vor 1816 konsolidierte das Bergwerk zu Ver. Besserglück & Glückssonne. Eine 1,1 km lange Schleppbahn verband den Stollen mit dem Kohlenmagazin an der Ruhr. Der Stollenbetrieb wurde 1838 stillgelegt. Die Felder Glück-Sonne gingen an Ver. Dahlhauser Tiefbau, die ab 1858 in direkter Nachbarschaft in den Tiefbau übergingen. Der 700 Meter lange Erbstollen wurde ab 1873 von der Zeche Friedlicher Nachbar ausgemauert und als Förderweg für die Pferdebahn wieder in Betrieb genommen. Mit dem Bau einer Verladeanlage an der neuen Bahnstrecke wurde die Pferdebahn durch den Förderstollen 1878 stillgelegt. Das Mundloch des Erbstollens Glück-Sonne an der Lewarckerstraße ist noch vorhanden.

 

QUELLEN: Huske 2006, Wikipedia

TAGS: Industriekultur, Industrie, Die Zechen im Ruhrgebiet, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, RevierZeche Glück-Sonne, Zechen Bochum

FOTO: Zeche Glück-Sonne, Stollenmundloch (21.12.2021) © Christian Twehues

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Grün­dung
Förder­beginn
Still­legung
Max.
Beleg­schaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Glück-Sonne (ab 1770)

1770 1775 1838
-
2.756 t
(1929)

Erbstollen wurde ab 1873

von Friedlicher Nachbar

als Förderstollen genutzt

 

Schächte der Zeche Glück-Sonne

 

Schacht Adresse GPS
Teuf­beginn
Förder­beginn
Still­legung
Max. Teufe
Erbstollen Glück-Sonne

Lewackerstraße 181

44879 Bochum

51.419149, 7.150208

1770 in

Auffahrung 

1775

in Betrieb

1838 700 m (flach) 
Schacht 3 - vor 1796

1796

in Betrieb

1838
Schacht Clemens - - vor 1800

1800

in Betrieb

1838 -

 

Fotogalerie

67. Zeche Hasenwinkel, Bochum

Bergwerk Zeche Hasenwinkel, Bochum, Ruhrgebiet, Malakowturm, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Zechen Bochum

Die Ursprünge der Zeche Hasenwinkel gehen auf den Hasenwinkeler Stolln zurück, für den 1698 ein tieferer Stollen beantragt wurde. Der Abbau wurde bald gestundet wegen Wasserzuflüssen und zu geringer Bauhöhe. 1732 wurde erneut ein Antrag auf einen tieferen Hasenwinkeler Stollen gestellt. Im gleichen Jahr wurde gefördert, auch sind kleinere Schächte auf dem Stollen dokumentiert. In den Jahren 1754, 1772, 1775, 1779, 1780, 1782, 1783, 1797, 1806, 1808 war der Stollen in Betrieb. 1809 konsolidierte der Hasenwinkeler Stolln mit dem 1700 stillgelegten Sonnenscheiner Stolln und dem 1801 stillgelegten Sonnenscheiner Erbstolln zu Hasenwinkel & Sonnenschein. 1829 konsolidierte die Zeche zu Hasenwinkel-Himmelscroner Erbstolln. Im gleichen Jahr wurde der seigere Stollenschacht Constanz August abgeteuft. Der Schacht wurde 1832 als erster Schacht im Ruhrgebiet ausgemauert, eine Förderdampfmaschine wurde montiert. 1833 nahm Constanz August die Förderung auf.

 

1848 ging die Zeche in den Tiefbau über. Schacht Roeder wurde bis auf 72 m abgeteuft. Zuerst mit einem Pferdegöpel, später mit einer Dampfmaschine wurde ab 1848 gefördert. Zeche Hasenwinkel war in dem Jahr mit einer Jahresfördermenge von 50.660 t die größte Zeche im Ruhrgebiet. 1856 konsolidierte die Zeche zu Hasenwinkel.

 

Weitere Stollenschächte folgten mit einer Gesamtteufe von 16 bis 45 Metern. 1861 wurde der Schacht Julius Philipp abgeteuft und ein Malakowturm errichtet. Der Schacht nahm 1865 die Förderung auf. Julius Philipp erreichte 1869 die 3. Sohle in 177 m Tiefe, 1891 die 5. Sohle in 356 m, und 1899 die 6. Sohle in 456 Metern Tiefe. 1907 wurde die 7. Sohle auf 596 m eingerichtet (Endteufe).

 

1908 wurde ein Durchschlag mit der Zeche Friedlicher Nachbar erreicht. 1919 wurde die Förderung auf Hasenwinkel eingestellt, die Kohlen über Friedlicher Nachbar zutage gefördert. 1923 folgte dann die betriebliche Angliederung an Friedlicher Nachbar und die Stilllegung der Zeche Hasenwinkel. Der Tiefbauschacht Julius Philipp wurde 1926 verfüllt und die Tagesanlagen abgerissen. Das Maschinenhaus von Schacht Julius Philipp am Polterberg ist erhalten geblieben (es beherbergt heute ein Architektenbüro), sowie ein Ventilatorenhaus nebenan, das heute als Wohnhaus genutzt wird.

 

QUELLEN: Huske 2006, Wikipedia

TAGS: Industriekultur, Industrie, Die Zechen im südlichen Ruhrgebiet, Bergbau, Steinkohle, RuhrgebietZeche Hasenwinkel, Zechen Bochum

FOTO: Zeche Hasenwinkel, Maschinenhaus (21.12.2021) © Christian Twehues

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Grün­dung
Förder­beginn
Still­legung
Max.
Beleg­schaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Hasenwinkeler Stolln
(ab 1698)

Hasenwinkel &
Sonnenschein (ab 1809)

Hasenwinkel-Himmelscroner
Erbstolln (ab 1829)

Hasenwinkel (ab 1856)

1829

1833

1923
1.668
(1900)
393.218 t
(1907)

1848: mit 50.660 t Förderung 
größte Zeche im Ruhrgebiet; 

1859: Dampffördermaschine

1891: 3 km lange Seilbahn 
für Kohlentransport 
zum Bochumer Verein

 

Schächte der Zeche Hasenwinkel

 

Schacht Adresse GPS
Teuf­beginn
Förder­beginn
Still­legung
Max. Teufe
Constanze August

Munscheider Str. 164

44869 Bochum

51.437320, 7.172949 1829 1833 1889 33 m
Roeder

Am Röderschacht 7-5

44879 Bochum 

51.434415, 7.176969 1848 1848

1855 an

Friedlicher Nachbar

abgegeben 

72 m
Friedrich Wilhelm

Am Hohwege

44879 Bochum 

51.437381, 7.184419 (ca.) 1854 1855 1866 45 m

Tonnlägiger

Hilfsschacht

- - 1854 1854

nur kurzzeitig

in Betrieb

21 m
 "Schacht"

Waldesrand

44879 Bochum

51.437382, 7.187316 (ca.) 1855 1855 - 16 m
Fortuna 1 - - 1857 1857 1866
Fortuna 2 - - 1858 1859 1866 42 m
 Julius Philipp

Polterberg 10

44879 Bochum

51.435473, 7.161835 1861 1865 1923 596 m
Wetterschacht August

Polterberg

44879 Bochum 

51.437363, 7.160086 1864 1865 1889

Seigerer Schacht

im Feld Fortuna

- - 1869 1869 1873 75 m

Wetterschacht

 

Hasenwinkeler Str.

44879 Bochum

51.434537, 7.162952 1888 1889 1923 63 m

 

Fotogalerie

68. Zeche Friedlicher Nachbar, Bochum

Zeche Friedlicher Nachbar, Betriebsgebäude, Bochum, Ruhrgebiet, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Zechen Bochum

Die Zeche Friedlicher Nachbar in Bochum-Linden war als Stollenbergwerk seit 1831 aktiv. Es besaß keine eigene Tiefbauanlage, sondern übernahm 1855 den Tiefbauschacht Roeder von der Zeche Hasen­winkel-Himmls­croner Erb­stolln. Förder­beginn war 1856 mit 17 Beschäftigten. Schacht Roeder wurde 1870 durch den neuen Schacht 1 abgelöst und stillgelegt. 1890 war die Belegschaft auf über 446 Mitarbeiter angestiegen. 1899 wurde die Zeche Baaker Mulde übernommen mit gleichnamigem Schacht. Schacht 2 und der Wetterschacht Ostholz (Schacht 3) wurden von 1899 bis 1902 abgeteuft und in Betrieb genommen. Das Bergwerk erreichte 1909 seine maximale Fördermenge von 609.285 t mit einer Belegschaft von 2.377 Bergleuten. Es wurde 1961 stillgelegt. Die meisten Tagesanlagen wurden abgerissen, die Schächte verfüllt, nur Schacht 2 blieb bis heute offen für Wasserhaltung. Erhalten geblieben sind das Maschinenhaus vom Schacht Baaker Mulde, Schacht 2 mit neuem Fördergerüst (das alte Turmfördergerüst wurde in den 1960ern demontiert und auf der Zeche Zollverein 1/2/8 wieder aufgebaut), Wetterschacht Osterholz (heute ein Wohnhaus), sowie das große Betriebsgebäude an der Straße Am Sonnenberg/Deimkestraße (s. Foto).

 

QUELLEN: Huske 2006, Wikipedia

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Zeche Friedlicher Nachbar, RevierZechen Bochum

FOTO: Zeche Friedlicher Nachbar, Betriebsgebäude (27.04.2021) © Christian Twehues

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Grün­dung
Förder­beginn
Still­legung
Max.
Beleg­schaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Friedlicher Nachbar (ab 1831)

Friedlicher Nachbar/
Baaker Mulde (ab 1899)

Friedlicher Nachbar (ab 1925)

1831 1831 1961
2.377
(1909)
609.285 t
(1909)

Schacht Roeder wurde von der Zeche

Hasenwinkel-Himmelscroner Erbstolln

übernommen, die 1848 größte Zeche

im Ruhrgebiet war mit 50.660 t

Jahresproduktion und ca. 300 Bergleuten

 

Schächte der Zeche Friedlicher Nachbar

 

Schacht Adresse GPS
Teuf­beginn
Förder­beginn
Still­legung
Max. Teufe
Roeder

-

- 1848

1855 von Hasenwinkel-

Himmelscroner Erbstolln

übernommen

1870 72 m
1

Deimkestraße

44879 Bochum

51.429278, 7.172831 1868 1870 1961 627 m

Tonnlägiger

Wetterschacht

-

- 1871 1873 1905 297 m
Förderstollen

Lewackerstraße 181

44879 Bochum

51.419152, 7.150204 1770

1873 von 1838
stillgelegter Glücksonne
übernommen

- 700 m
(söhlige Länge)
Baaker Mulde

Baaker Str.

44797 Bochum

51.426263, 7.179529 1855

1899 von Baaker

Mulde übernommen

1961 602 m
2

Deimketal

44797 Bochum

51.426158, 7.177947 1899 1901

1961

(noch offen

für Wasserhaltung)

789 m

3 (Wetterschacht

Ostholz)

Papenloh

44797 Bochum

51.431201, 7.191951 1900 1902 1961 543 m

 

Fotogalerie

69. Zeche Brockhauser Tiefbau, Bochum

Zeche Brockhauser Tiefbau, Bochum, Ruhrgebiet, Förderturm, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Zechen Bochum

Die Zeche Brockhauser Tiefbau entstand 1873 durch Konsolidierung der beiden Stollenbergwerke Preußischer Zepter (mindestens seit 1695 in Betrieb) und Friedrich (seit 1752 in Betrieb). Die beiden hatten gemeinsam 1853 den Tiefbauschacht Friedrichsthal bis auf 150m abgeteuft. Der Schacht erhielt einen der ältesten Malakowtürme im Ruhrgebiet. 1874 wurde ein zweiter Tiefbauschacht (Am Bliestollen) bis auf 142m abgeteuft. Auch dieser Schacht erhielt 1876 einen Malakowturm. Die Bauweise aus Sandstein ist einzigartig. Die maximale Fördermenge wurde 1880 mit 43.000 t Kohle erzielt. Zu diesem Zeitpunkt arbeiteten 185 Bergleute im Schacht. Die Zeche wurde 1887 stillgelegt und an Carl Friedrich Erbstollen verkauft, die den Schacht Brockhauser Tiefbau 1898 als Wetterschacht wieder in Betrieb nahm. 1904 war das Brockhauser Baufeld verhauen (d.h. abgebaut), 1912 wurde der Schacht endgültig stillgelegt. Der Malakowturm aus Sandstein blieb als Industriedenkmal erhalten und steht seit 1979 unter Denkmalschutz.

 

QUELLEN: Huske 2006, Informationstafel am Schacht Brockhauser Tiefbau in Bochum, Wikipedia

TAGS: Industriekultur, Industrie, Die Zechen im Ruhrgebiet, Bergbau, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Zeche Brockhauser Tiefbau, RevierZechen Bochum

FOTO: Zeche Brockhauser Tiefbau, Tiefbauschacht 2 (19.12.2020, Der Landgraph) © Christian Twehues

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Grün­dung
Förder­beginn
Still­legung
Max.
Beleg­schaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Preußischer Zepter (ab1695)

Brockhauser Tiefbau (ab 1873)

1873 1853 1887
185
(1880)
42.920 t
(1880)

Entstanden aus einer der ältesten

Zechen im Raum Bochum, mindestens

seit 1695 als Stollenbergwerk in Betrieb

 

Schächte der Zeche Brockhauser Tiefbau

 

Schacht Adresse GPS
Teuf­beginn
Förder­beginn
Still­legung
Max. Teufe

Tiefbauschacht 1

(Friedrichsthal)

Am Bliestollen

44797 Bochum

51.432650, 7.204668 1853 1855 1876 150 m
Wetterschacht

-

- 1860 - - -

Tiefbauschacht 2

(Am Bliestollen)

Am Bliestollen 39

44797 Bochum

51.431308, 7.204697 1874 1876 1887 142 m

 

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70. Zeche Carl Friedrich Erbstollen, Bochum

Bergwerk Zeche Carl Friedrich Erbstollen, Bochum, Ruhrgebiet, Malakowturm, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Zechen Bochum

Die Zeche Carl Friedrich Erbstollen entstand 1825 durch Konsolidierung der Stollenbergwerke Haarmannsbänker Stolln, Sternberg und St. Georgen-Erbstolln. Die Zeche betrieb den alten St. Georgen-Oberstollen weiter, der in Carl Friedrichs Oberstollen umbenannt wurde. Ein zweiter Stollen wurde 1827 aufgefahren, der den Namen Carl Friedrich Erbstollen erhielt. Ab 1828 ersetzte eine Pferdebahn den Schiebeweg, der gemeinsam mit anderen Zechen genutzt worden war. Die Bahn hatte untertage eine Länge von 1,5 km, übertage ab Mundloch bis zum Ruhrkohlenmagazin ca. 1,6 km. Eine Reihe von Stollenschächten waren auf die beiden Stollen abgeteuft. 1848 stellte die Zeche von hölzernen auf eiserne Förderwagen um. 1852 waren die Kohlenvorräte in den Stollen fast abgebaut. Ein seigerer Maschinenschacht wurde auf 43 m abgeteuft, er ging 1855 in Betrieb.

 

1862 wurde Schacht 1 abgeteuft, mit dem die Zeche in den Tiefbau überging. Schacht 1 nahm 1865 die Förderung auf. 1873 wurde der Maschinenschacht stillgelegt. 1881 wurde ein Wetterschacht bis zur Erbstollensohle abgeteuft. 1884 folgte ein zweiter tiefer Wetterschacht. 1887 übernahm Carl Friedrich die benachbarte stillgelegte Zeche Brockhauser Tiefbau mit Schacht 2 und Malakowturm am Bliestollen, der 1898 als Wetterschacht wieder in Betrieb genommen wurde. Die Kohlenvorräte aus Brockhauser Tiefbau wurden ab 1888 über Schacht 1 zutage gefördert. 1904 war das Feld Brockhauser Tiefbau verhauen, 1912 wurde es abgeworfen. Der Malakowturm Brockhauser Tiefbau Schacht 2 blieb als Industriedenkmal erhalten. 1913 erreichte Carl Friedrich Erbstollen die Endteufe von 664 Metern.

 

Anfang der 1920er Jahre waren die Kohlenvorräte erschöpft. 1923 wurde die Förderung stark zurückgefahren. 1924 übernahm Prinz Regent die Zeche Carl Friedrich Erbstollen mitsamt Tagesanlagen. 1929 wurde Carl Friedrich Erbstollen endgültig stillgelegt. Schacht 1 und die beiden Wetterschächte wurden von Prinz Regent für Bewetterung und Seilfahrt weiter genutzt. Der Malakowturm von Schacht Brockhauser Tiefbau 2 steht seit 1979 unter Denkmalschutz. Von den Gebäuden der Zeche Carl Friedrich Erbstollen ist nur das ehemalige Ammoniaklager an der Straße Erbstollen erhalten geblieben, das heute als Wohnhaus genutzt wird.

 

QUELLEN: Huske 2006, Knappenverein.comWikipedia

TAGS: Industriekultur, Die Zechen im südlichen Ruhrgebiet, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Zeche Carl Friedrich Erbstollen, Zechen Bochum

FOTO: Zeche Carl Friedrich Erbstollen, Ammoniaklager (21.12.2021) © Christian Twehues

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Grün­dung
Förder­beginn
Still­legung
Max.
Beleg­schaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Carl Friedrich Erbstollen (ab 1825)

1825 1827 1924
1.512
(1910)
311.566 t
(1910)

1848: Umstellung

von hölzernen auf

eiserne Förderwagen

 

Schächte der Zeche Carl Friedrich Erbstollen

 

Schacht Adresse GPS
Teuf­beginn
Förder­beginn
Still­legung
Max. Teufe
Maschinenschacht

Am Bliestollen

44797 Bochum

51.432615, 7.203931 1852 1855 1873 43 m
1

Kemnader Str.

44795 Bochum

51.439872, 7.213673 1862 1865

1924 an

Prinz Regent

übergeben 

664 m
Wetterschacht 1

Hagen-Hof-Weg 13

44797 Bochum

51.437780, 7.217761 1864 1881

1924

 

85 m
Wetterschacht 2

Kemnader Str.

44795 Bochum

51.439872, 7.213673 1884 1885

1924 an

Prinz Regent

übergeben

664 m

Brockhauser

Tiefbauschacht 2

(Am Bliestollen) 

Am Bliestollen 39

44797 Bochum

51.431308, 7.204697 1874

1887 von

Brockhauser

Tiefbau

übernommen 

1912 142 m

 

Fotogalerie

71. Zeche Prinz Regent, Bochum

Bergwerk Zeche Prinz Regent, Bochum, Ruhrgebiet, Malakowturm, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Zechen Bochum

Bereits im 16. Jahrhundert wurde am Standort der Zeche Prinz Regent in Bochum-Weitmar Steinkohle im Stollenbau gefördert. Für den Anfang des 19. Jahrhunderts sind aber keine Bergbauaktivitäten mehr dokumentiert. 1834 wurde eine Mutung unter dem Namen Glückauf verliehen. Der Name wurde 1839 in Prinz Regent geändert. 30 Jahre später wurde die Zeche Prinz Regent gegründet. 1870 begannen die Abteufarbeiten an Schacht 1, später 'Carl' genannt. 1873 nahm Schacht 1 die Förderung auf. 1875 ging ein Wetterschacht in Betrieb. 1890 übernahm die Zeche Dannenbaum das Bergwerk. Prinz Regent wurde in Dannenbaum V umbenannt, aber als eigenständiger Betrieb weitergeführt. Schacht 2 (Dannenbaum VI, später Albert) wurde 1895/96 errichtet. 1905 übernahm Prinz Regent die westliche Hälfte des Baufelds der Zeche Frederica, 1909 dann auch Schacht Frederica 2 (Dannenbaum IV). Ebenfalls 1905 gingen das Grubenfeld und die Schächte der stillgelegten Zeche Julius Philipp zu Prinz Regent. 1924 erwarb Prinz Regent die stillgelegte Zeche Carl Friedrich Erbstollen mit den Schächten 1 und 2. 1927 wurden die Tagesanlagen von Julius Philipp abgerissen, Schacht Julius Philipp 1 wurde 1929 abgeworfen, Schacht Julius Philipp 2 blieb offen. 1929 wurde Carl Friedrich Erbstollen endgültig stillgelegt, Schacht Carl Friedrich Erbstollen 2 wurde 1930 verfüllt, Schacht Carl Friedrich Erbstollen 1 blieb weiter offen.

 

Wegen unzureichender Lagerstättenverhältnisse und schlechter Kohlequalität waren die Zechen im Süden Bochums die ersten Opfer der Kohlekrise Ende der 1950er Jahre. 1958 wurden die beiden Zechen Prinz Regent und Dannenbaum zum Verbundbergwerk Prinz Regent/Dannenbaum zusammengelegt. Auf Dannenbaum wurde die Förderung eingestellt und die Kohlen über den Zentralförderschacht Prinz Regent 2 zutage gefördert. Diese Rationalisierungsmaßnahmen halfen aber nur kurzzeitig. Zwei Jahre später kam das Aus für Prinz Regent. Wenige der Tagesanlagen von Prinz Regent 1/2 sind erhalten geblieben. In der alten Schlosserei befindet sich seit 1981 der Veranstaltungsclub 'Zeche Bochum', in dem u.a. der WDR Rockpalast Konzerte organisierte, z.B. traten R.E.M. 1985 hier auf. In der ehemaligen Kaue auf der Rückseite der 'Zeche Bochum' sind das Prinzregenttheater und Probebühnen des Bochumer Schauspielhauses untergebracht.

 

QUELLEN: Huske 2006, Hermann 2008, Infotafel der Stadt Bochum, Wikipediabochum-tourismus.de

TAGS: Industriekultur, Die Zechen im südlichen Ruhrgebiet, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, RevierZeche Prinz Regent, Zechen Bochum

FOTO: Zeche Prinz Regent, Schlosserei (23.12.2021) © Christian Twehues

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Grün­dung
Förder­beginn
Still­legung
Max.
Beleg­schaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Prinz Regent

1869 1873 1960
3.813
(1955)
974.400 t
(1929)

Stollenabbau bereits
seit dem 16. Jhdt.

 

Schächte der Zeche Prinz Regent

 

Schacht Adresse GPS
Teuf­beginn
Förder­beginn
Still­legung
Max. Teufe
1

Prinz-Regent-Straße 48

44795 Bochum

51.451387, 7.217619 1870 1873 1960 633 m
Wetterschacht

Prinz-Regent-Straße 48

44795 Bochum

51.451058, 7.217203 1873 1875 1898 94 m
2
(Dannenbaum VI,
später Albert) 

Prinz-Regent-Straße 78

44795 Bochum

51.452017, 7.217170 1895 1896 1960 818 m

Friederica 2

(Dannenbaum IV)

Wasserstraße 219

44799 Bochum

51.461085, 7.224714 1873

1909 von

Friederica

übernommen

1960 633 m
Julius Philipp 1

Glücksburger Straße

44799 Bochum

51.448990, 7.235484 1875

1905 von

Julius Philipp

übernommen

 

1929
670 m
Julius Philipp 2

Glücksburger Straße

44799 Bochum

51.448616, 7.234930 1891

1905 von

Julius Philipp

übernommen 

1960 515 m

Carl Friedrich

Erbstollen 1 

Kemnader Straße

44795 Bochum

51.439872, 7.213673 1862

1924 von Carl

Friedrich Erbstollen

übernommen

1960 664 m

Carl Friedrich

Erbstollen 2

Kemnader Straße

44795 Bochum

51.439872, 7.213673 1884

1924 von Carl

Friedrich Erbstollen

übernommen 

1930 664 m

 

Fotogalerie

72. Zeche Julius Philipp, Bochum

Zeche Julius Philipp, Bochum, Ruhrgebiet, Förderturm, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Zechen Bochum

1863 konsolidierten die Zechen Julius Philipp Erbstollen (Stollenabbau seit 1783), und Glücksburg (Stollenabbau seit 1. Hälfte 18. Jhdt) zur Zeche Julius Philipp. Die ersten Jahre wurden die existierenden Stollen weiter betrieben. Die maximale Förderung im Stollenbetrieb wurde 1873 erreicht mit 77.993 t und 260 Bergleuten. 1875 ging Julius Philipp zum Tiefbau über. Ein erster Tiefbauschacht wurde abgeteuft. Ein Malakowturm wurde 1877 fertiggestellt. Schacht 1 nahm 1878 die Förderung auf. Aufgrund von erheblichen Wasserzuflüssen wurde 1886 ein tonnlägiger (d.h. schräg abfallender) Rohrschacht bis zur 3. Sohle auf 259m abgeteuft. Schacht 2 wurde 1891-1892 als Wetterschacht neben Schacht 1 errichtet. Die Förderung wurde 1905 eingestellt, das Grubenfeld an Prinz Regent abgegeben. 1906 folgte die Stilllegung der Zeche. Die Schächte 1/2 blieben für Seilfahrt, Wasserhaltung und Bewetterung weiter offen. 1927 wurden die Tagesanlagen abgerissen bis auf Schacht 1/2. 1962 wurden die Schächte 1/2 verfüllt. Der Malakowturm über Schacht 1 blieb erhalten. Er wurde 1989 ausgebaut und beherbergt heute das Museum für Medizingeschichte der Ruhruniversität Bochum.

 

QUELLEN: Huske 2006, Wikipedia

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Zeche Julius Philipp, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, RevierZechen Bochum

FOTO: Zeche Julius Philipp, Schacht 1 (19.12.2020) © Christian Twehues

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Grün­dung
Förder­beginn
Still­legung
Max.
Beleg­schaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Glücksburg (ab 1767)

Julius Philipp (ab 1863)

1863 1878 1906
1105
(1899)
305.678 t
(1899)

Der Malakowturm (Schacht 1) aus dem Jahr 1877

wurde 1990 völlig renoviert und dient heute der

Ruhr-Universität Bochum als Archiv für die

Medizinhistorische Sammlung

 

Schächte der Zeche Julius Philipp

 

Schacht Adresse GPS
Teuf­beginn
Förder­beginn
Still­legung
Max. Teufe
Seigerer Schacht Anna

Eichenweg 33

44799 Bochum

51.445163, 7.23317 1854

1863 von

Glücksburg

übernommen

1878, danach

noch als

Wetterschacht

in Betrieb

66 m

Tonnlägiger

Schacht Christine

 

-
- 1856

1863 von

Glücksburg

übernommen

 

1878
-

Seigerer

Schacht Heintzmann

 

-
- 1860

1863 von

Glücksburg

übernommen

 

1892
-
1

Glücksburger Str.

44799 Bochum

51.448990, 7.235484 1875 1878

1905 an

Prinz Regent

abgegeben

376 m

Tonnlägiger

Rohrschacht

Glücksburger Str.

44799 Bochum

51.448990, 7.235484 1886 1886 1905 259 m
2

Glücksburger Str.

44799 Bochum

51.448616, 7.234930 1891 1892

1905 an

Prinz Regent

abgegeben

376 m

 

Fotogalerie

73. Zeche Glücksburg, Bochum

Bergwerk Zeche Glücksburg, Bochum, Ruhrgebiet, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Zechen Bochum

Bereits Anfang des 18. Jahrhunderts gab es in Bochum-Brenschede ein Stollenbergwerk namens Alte Mißgunst. Der Stollen verbrach vor 1766 und wurde stillgelegt. 1766 erhielt die Zeche Glücksburg die Mutung auf dem Baufeld. Der Neue Glücksburger Stollen wurde angesetzt und ging 1769 in Betrieb. Für die Zeit bis 1830 sind eine Reihe von Stollen und Stollenschächten dokumentiert (s. Tabelle). 1830 begann man mit dem Abteufen eines seigeren (d.h. senkrechten) Schachts mit dem Namen Carl. Dieser wird danach nicht mehr erwähnt. Das Bergwerk wurde 1834 in Vereinigte Glücksburg umbenannt. Der seigere Schacht August nahm 1834 die Förderung auf. 1836 wurde der Schiebeweg zur Ruhr in eine Pferdeschleppbahn umgebaut. 1839 erhielt Schacht August einen Pferdegöpel, der die Handwinden ablöste, die bis dahin im Einsatz gewesen waren. 1840 waren die Kohlenvorräte über der Stollensohle weitgehend abgebaut, eine tiefere Lösung wurde notwendig. 1842 bekam die Zeche den neuen Namen Glücksburger Erbstolln. Im Schacht August wurde 1847 ein Unterwerksbau eingerichtet. Der Name des Bergwerks wurde erneut in Glücksburg geändert. 1854 wurde der seigere Schacht Anna neben Schacht August abgeteuft. Das Maschinenhaus am Eichenweg ist bis heute erhalten geblieben (s. Foto). Es wurde lange Zeit als Wohnhaus genutzt, war aber zum Zeitpunkt des Fotos leer und verlassen. Anna erreichte eine Endteufe von 66 m und ging 1856 mit einer Dampffördermaschine in Betrieb. Der Wetter- und Fahrschacht Christine wurde 1857 in Betrieb genommen. Der seigere Schacht Heintzmann wurde 1860 abgeteuft und nahm 1861 die Förderung auf. 1863 konsolidierte Glücksburg mit der Zeche Julius Philipp. Die Förderung auf Schacht Anna und Christine wurde 1878 eingestellt. Schacht Heintzmann diente noch bis 1892 als Wetterschacht für die Zeche Julius Philipp.

 

QUELLEN: Huske 2006, Wikipedia, Infotafel am Schacht Anna

TAGS: Industriekultur, Industrie, Die Zechen im südlichen Ruhrgebiet, Bergbau, Ruhrgebiet, RuhrpottZeche Glücksburg, Zechen Bochum

FOTO: Zeche Glücksburg, Schacht Anna, Maschinenhaus (23.12.2021) © Christian Twehues

 

Stollenabbau Anfang 18. Jhdt bis Mitte 19. Jhdt 

 

Name
Teuf­beginn
in Betrieb
erwähnt
Art

Alte Mißgunst
(Glücksburg

Oberstolln)

Anf. 18. Jhdt  1754, 1765, 1769 1775, 1786

Stollen und

Schacht

Neuer

Glücksburger

Stollen

1767 1769, 1775, 1791   Stollen

Tonnlägiger

Schacht 1

1793 1796   Schacht

Tonnlägiger

Schacht 2

1793     Schacht
Pfeilerschacht   1800   Schacht
Hiob   1800   Schacht
Heinrich-Ernst   1809, 1810   Schacht
Rudolph   1809, 1810   Schacht
Christina   1809, 1815   Schacht
Glückauf   1815   Schacht
Hoffnung   1820, 1825    Schacht

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Grün­dung
Förder­beginn
Still­legung
Max.
Beleg­schaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Glücksburg

1766 1834

1863 mit

Julius Philipp

konsolidiert

124
(1862)
20.403 t
(1857)

1856: Förderbeginn

Schacht Anna mit

Dampffördermaschine

 

Schächte der Zeche Glücksburg

 

Schacht Adresse GPS
Teuf­beginn
Förder­beginn
Still­legung
Max. Teufe

Seigerer

Schacht Carl

- - 1830 -

vermutlich

vor 1842

34 m

Seigerer

Schacht August

- - - 1834 1856 27 

Seigerer

Schacht Anna

Eichenweg 33

44799 Bochum

51.445163, 7.23317 1854 1856

1863 mit

Julius Philipp

konsolidiert

66 m

Tonnlägiger

Schacht Christine

- - 1856 1857

1863 mit

Julius Philipp

konsolidiert

-

Seigerer

Schacht

Heintzmann

- - 1860 1861

1863 mit

Julius Philipp

konsolidiert

-

 

Fotogalerie

74. Zeche Gibraltar, Bochum

Bergwerk Zeche Gibraltar, Bochum, Ruhrgebiet, Malakowturm, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Zechen Bochum

1778 bis 1782 wurden die Felder Schottland, Clemens, Johannes und Mastbaum verliehen, 1786 das Feld Gibraltar. Im gleichen Jahr wurde die Förderung aufgenommen, vor 1796 aber wieder eingestellt. 1803 wurde das Erbstollenrecht verliehen.

 

1830 wurde der Betrieb wieder aufgenommen. Der Erbstollen wurde in Richtung Norden aufgefahren. In den Jahren 1833, 1835 und 1838 war das Bergwerk aktiv. 1839 konsolidierten die Felder Schottland, Clemens, Johannes, Mastbaum und Gibraltar zum Bergwerk Gibraltar Erbstolln. 1847 betrug die Länge des Erbstollens etwa 1,1 km, 1855 1,4 km. Später erreichte der Stollen eine Endlänge von 2 km. Der Gibraltar Erbstollen war einer der bedeutendsten im märkischen Bereich. 1865 konsolidierte die Zeche zu Vereinigte Gibraltar Erbstollen. Für 1867 ist die Existenz eines Schachts dokumentiert. Die Fördermenge war dürftig (174 t Kohle im Jahr 1872 mit 8 Bergleuten). Es wurde in Fristen gearbeitet, 1883 wurde der Erbstollen dann stillgelegt.

 

1919 wurde die Zeche aufgewältigt, d.h. wieder in Betrieb genommen. Ein Förderstollen wurde am Nordufer des Kemnader Stausees aufgefahren. Vermutlich handelte es sich um den alten Gibraltar Erbstollen. 1921 wurde ein seigerer Förderschacht bis zur Endteufe von 234 m abgeteuft. Zu diesem Zeitpunkt arbeiteten 548 Bergleute auf der Zeche Gibraltar. Die höchste Fördermenge wurde 1925 erreicht mit 117.792 t Kohle. 1925 brach die Fördermenge ein, das Bergwerk wurde erneut stillgelegt.

 

Ab 1933 erlangte die Zeche Gibraltar eine traurige Berühmtheit. Das westliche Hauptgebäude diente den Nationalsozialisten als Führerschulungslager und als Konzentrationslager. Politische Gegner wurden hier grausam misshandelt und zu Tode gefoltert. Nach dem Zweiten Weltkrieg befand sich im Hauptgebäude ein Flüchtlingsheim für bis zu 150 Menschen.

 

1965 wurden die Anlagen von der Zeche Herbede erworben, die den Schacht und den Stollen kurzzeitig wieder in Betrieb nahmen. 1972 wurde Herbede stillgelegt, 1974 die Schächte verfüllt. Die ehemaligen Zechengebäude Gibraltar am Ufer des Kemnader Sees wurden 1984 aufwändig renoviert. Sie beherbergen heute eine Gaststätte und das Bootshaus der Fakultät für Sportwissenschaft der Ruhr-Universität Bochum.

 

QUELLEN: Huske 2006, Infotafel an der Zeche, Wikipedia

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zechen Ruhrgebiet, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, RevierZeche Gibraltar, Zechen Bochum

FOTO: Zeche Gibraltar, Hauptgebäude (21.12.2021) © Christian Twehues

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Grün­dung
Förder­beginn
Still­legung
Max.
Beleg­schaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Gibraltar

1839 1786 1925
548
(1922)
117.792 t
(1922)

Das westliche Hauptgebäude

der Zeche Gibraltar diente ab

1933 den Nationalsozialisten

als Führerschulungslager und

als Konzentrationslager für

politische Gegner.

 

Schächte der Zeche Gibraltar

 

Schacht Adresse GPS
Teuf­beginn
Förder­beginn
Still­legung
Max. Teufe

Gibraltar

Erbstolln

Oveneystraße 69

44797 Bochum

51.423200, 7.259128 1830 1833 1925 2 km (flach)
Schacht - -

1867 Schacht

vorhanden

- -

Seigerer

Förderschacht

Oveneystraße 69

44797 Bochum

51.423231, 7.258763 1921 1922 1925 234 m

 

Fotogalerie

75. Zeche Dannenbaum, Bochum

Bergwerk Zeche Dannenbaum, Bochum, Ruhrgebiet, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Zechen Bochum

Vermutlich wurde im Bereich der späteren Zeche Dannenbaum (bis 1865 auch Tannenbaum) bereits im 14. Jahrhundert Kohle abgebaut. Für das Jahr 1736 ist ein Oberstollen erwähnt. Bergbauaktivitäten im Oberstollen sind für die Jahre 1739, 1754, 1756, 1774-1776 und 1784 dokumentiert. 1785 wurde ein Erbstollen ca. 10 m unterhalb des Oberstollens aufgefahren, das Erbstollenrecht 1790 erteilt. Der Erbstollen erreichte 1822 eine Endlänge von 900 m. Zahlreiche Schächte wurden im Laufe der Zeit auf den Stollen abgeteuft. 1849 wurde das Geviertfeld Dannenbaum verliehen. Dieser Zeitpunkt gilt letztendlich als Gründungsdatum der Zeche Dannenbaum. 1851 wurde der Stollenabbau im gesamten Feld eingestellt. Die Zeche ging danach in den Tiefbau über.

 

1859 wurde ein erster Schacht Schiller abgeteuft, später Dannebaum I. Das Karbon wurde bereits in 10 m Tiefe gefunden. Schiller nahm 1860 die Förderung auf. Der Abtransport der Kohle erfolgte über eine Pferdebahn zum Bahnhof Langendreer, ab 1871 dann mittels Lokomotivbetrieb. Schacht Dannenbaum II wurde von 1873 bis 1875 gebaut, Wetterschacht Hugo 1888-1890. 1889 wurde die Zeche Friederica mit den beiden Schächten 1 und 2 (umbenannt in Dannenbaum III und IV) übernommen. Friederica blieb aber selbständig. 1890 wurde Schacht 1 (Carl) der Zeche Prinz Regent erworben und in Dannenbaum V umbenannt. Die Zeche erreichte 1891 die 500 m Marke. Von 1899 bis 1900 wurde Wetterschacht Eulenbaum in Bochum-Steinkuhl errichtet. Dannenbaum erreichte 1910 die höchste Fördermenge mit 727.211 t Kohle. Die Belegschaft betrug 3.091 Bergleute. Mitte bis Ende 1923 war das Bergwerk wegen der Ruhrbesetzung außer Betrieb. 1924 erreichte Dannenbaum die Endteufe von 816 m im Gesenk. Mit einer Belegschaft zwischen 1.500 und 1.000 Mann und einer Jahresförderung von 350.000 bis zuletzt nur noch 240.000 t Kohle war Dannenbaum nicht mehr sehr ertragreich. Die Zeche wurde 1958 im Rahmen der Kohlekrise mit Prinz Regent zum Verbundbergwerk Prinz Regent/Dannenbaum zusammengelegt und zwei Jahre später im Februar 1960 endgültig stillgelegt.

 

Auf dem Gelände der Schachtanlage Dannenbaum I in Bochum-Laer befand sich von 1960 bis 2014 das Bochumer Werk I der Adam Opel GmbH. Fast alle Gebäude der ehemaligen Zeche Dannenbaum I wurden dafür abgerissen. Das Gelände von Schacht Dannenbaum II wird heute von einem Schrotthändler genutzt. Das Fördermaschinenhaus 1 und das ehemalige Lüftergebäude gegenüber wurden zu Wohnhäusern umfunktioniert. Fördermaschinenhaus 2 stand bei meinem Besuch im Dezember 2021 leer.

 

QUELLEN: Huske 2006, Wikipedia

TAGS: Industriekultur, Die Zechen im südlichen Ruhrgebiet, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Zeche Dannenbaum, Zechen Bochum

FOTO: Zeche Dannenbaum, Schacht 2, Fördermaschinenhaus 1 (23.12.2021) © Christian Twehues

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Grün­dung
Förder­beginn
Still­legung
Max.
Beleg­schaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Dannenbaum

1849 1860 1958
3.091
(1910)
727.211 t
(1910)

Erster Kohlenabbau

wahrscheinlich bereits

im 14. Jhdt.;

1736-1851 Stollenabbau;

ab 1859: Tiefbau

 

Schächte der Zeche Dannenbaum

 

Schacht Adresse GPS
Teuf­beginn
Förder­beginn
Still­legung
Max. Teufe

Dannenbaum I

(Schiller)

Dannenbaumstraße

44803 Bochum

51.468358, 7.257670 1859 1860

1958 zu

Prinz Regent/

Danennbaum

konsolidiert

631 m
Dannenbaum II

Paulinenstraße 16

44799 Bochum

51.461586, 7.241471 1873 1875

1958 zu

Prinz Regent/

Danennbaum

konsolidiert

630 m

Hugo

(Wetterschacht D I)

Dannenbaumstraße

44803 Bochum

51.468262, 7.258352 1888 1890

1958 zu

Prinz Regent/

Danennbaum

konsolidiert

816 m

Dannenbaum III

(Friederica 1)

Universitätsstraße 74

44789 Bochum

51.470082, 7.225979 1867

1889 von

Friederica

übernommen

1958 zu

Prinz Regent/

Danennbaum

konsolidiert

315 m

Dannenbaum IV

(Friederica

Wetterschacht 2)

Wasserstraße 219

44799 Bochum

51.461086, 7.224713 1873

1889 von

Friederica

übernommen

1909 an

Prinz Regent

abgegeben

212 m

Dannenbaum V

(Prinz Regent 1)

Prinz-Regent-Straße 48

44795 Bochum

51.451387, 7.217619 1870

1890 von

Prinz Regent

übernommen

1958 zu

Prinz Regent/

Danennbaum

konsolidiert

633 m

4 (Eulenbaum,

Wetterschacht) 

Berger Höfe

44801 Bochum

51.459394, 7.266319 1899 1900

1958 zu

Prinz Regent/

Danennbaum

konsolidiert

620 m

 

Fotogalerie

76. Zeche Vereinigte Klosterbusch, Bochum

Bergwerk Zeche Klosterbusch, Bochum, Ruhrgebiet, Malakowturm, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Zechen Bochum

Die Zeche Vereinigte Klosterbusch war von 1853 bis 1883 in Essen-Bredeney-Baldeney als Erzbergwerk aktiv. Nach der Stilllegung im Jahr 1883 erwarb das Bergwerk die Zechen Buchwald, Johann Diederich und Sonnenschein in Bochum-Querenburg und in Herbede und ging 1918 am neuen Standort im Lottental wieder in Betrieb. 1919 wurde ein erster tonnlägiger Schacht auf den bestehenden Stollen abgeteuft. Eine 2 km lange Seilbahn über die Ruhr zur Tagesanlage mit Aufbereitung in Herbede wurde 1920 in Betrieb genommen. 1921 wurde ein zweiter tonnlägiger Schacht auf den Stollen abgehauen. Dieser erreichte schon eine Teufe von 188 m. Ab 1922 wurde ein seigerer Förerschacht aufgebrochen (d.h. von unten nach oben zur Tagesoberfläche gebaut). Er nahm 1924 die Förderung auf. 1931 wurde die stillgelegte Zeche Vincenz mit einem tonnlägigen Schacht übernommen. 1935 wurde Wetterschacht 2 errichtet. 1950 bis 1955 Wetterschacht 3. Die Zeche erreichte 1922 die höchste Fördermenge mit 454.100 t Kohle. Nach vorübergehender Stilllegung 1945 aufgrund der Kriegsschäden, erreichte die Zeche in den Fünfzigern eine durchschnittliche Jahresfördermenge von 300.000 t pro Jahr, hauptsächlich für den Hausbrand der umliegenden Gemeinden. Die Zeche Vereinigte Klosterbusch wurde 1961 stillgelegt. Im Lottental sind einige Gebäude erhalten, wie das Maschinenhaus, Bürogebäude und eine Reihe von anderen Zechengebäuden.

 

QUELLEN: Huske 2006, Wikipedia

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zechen Ruhrgebiet, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Zeche Vereinigte Klosterbusch, Zechen Bochum

FOTO: Zeche Vereinigte Klosterbusch, Bürogebäude (21.12.2021) © Christian Twehues

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Grün­dung
Förder­beginn
Still­legung
Max.
Beleg­schaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Vereinigte

Klosterbusch

(ab 1853)

1918 1919 1961
1.293
(1950)
454.100 t
(1922)

1920: 2 km lange Seilbahn

über die Ruhr zur Tagesanlage

mit Aufbereitung in Herbede

 

Schächte der Zeche Vereinigte Klosterbusch

 

Schacht Adresse GPS
Teuf­beginn
Förder­beginn
Still­legung
Max. Teufe

Tonnlägiger

Schacht 1

- - 1919 1919 1961 86 m

Tonnlägiger

Schacht 2

- - 1921 1921 1961 188 m
1 (Sonnenschein)

Im Lottental 34

44801 Bochum

51.439369, 7.270803 1922 1924 1961 564 m

Tonnlägiger

Schacht Vincenz

Universitätsstraße 54

58455 Witten

51.438618, 7.298467 1918

1931 von

Vincenz

übernommen

1961 61 m

Seigerer

Wetterschacht 2

Im Lottental

44801 Bochum

51.440394, 7.268978 1935 1937 1961 368 m
Wetterschacht 3

Haarstraße

44797 Bochum

- 1950 1955 1961 -

 

Fotogalerie

77. Zeche Robert Müser, Bochum

Zeche Heinrich Gustav, Zeche Robert Müser, Bochum, Ruhrgebiet, Förderturm, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Zechen Bochum

Nach ersten Mutungsbohrungen im Jahr 1853 wurde die Zeche Heinrich Gustav 1854/55 in Bochum gegründet. Ein erster Schacht mit dem Namen Jacob wurde 1855 abgeteuft. Er erreichte 1858 in 62m das Karbon und nahm 1859 die Förderung auf. Schacht Arnold wurde ab 1858 erbaut und ging 1862 in Betrieb. 1881 wurde Wetterschacht Gustav neben Schacht Arnold errichtet. Schacht Jacob nutzte den 1883 von der Zeche Amalia übernommenen Wetterschacht Amalia 1 zur Bewetterung. 1905 ging Schacht Jacob zwischen der 4. Sohle (154m) und 5. Sohle (264m) zu Bruch. Er nahm nach umfangreichen Reparaturmaßnahmen (Aufwältigung) 1907 bis zur 9. Sohle (574m) wieder die Förderung auf. 1921 kamen bei einer "verbotenen Seilfahrt" 5 Kumpel ums Leben. 1926 übernahm Heinrich Gustav die Zeche Vollmond mit 2 Schächten.

 

1929 wurde die Zeche Heinrich Gustav in Robert Müser umbenannt. Gleichzeitig wurde die Zechen Caroline mit den Schächten Caroline 1/2 und Prinz von Preußen, Schacht Oeynhausen inkl. Wetterschacht übernommen. Zu diesem Zeitpunkt betrieb Robert Müser 11 aktive Schächte. Januar 1945 erlitt die Zeche schwere Kriegsschäden. Die Förderung wurde eingestellt und erst im Sommer 1945 wieder aufgenommen. 1955 wurde die Zeche Neu-Iserlohn mit den Schächten Neu-Iserlohn 1/2/3/4 und Siebenplaneten Eduard/Mathilde übernommen.

 

Robert Müser wurde 1968 stillgelegt. Die Schächte wurden verfüllt, die Tagesanlagen abgebrochen. Die Schachtanlage Arnold/Wetterschacht Gustav an der Brandwacht in Bochum blieb offen und wird noch heute zur Zentralen Wasserhaltung betrieben.

 

QUELLEN: Huske 2006, Wikipedia

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Zeche Robert Müser, Ruhrpott, RevierZechen Bochum

FOTO: Zeche Robert Müser, Schacht Arnold (19.12.2020) © Christian Twehues

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Grün­dung
Förder­beginn
Still­legung
Max.
Beleg­schaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Heinrich Gustav (ab 1854/55)

Robert Müser (ab 1929)

1854/55 1859 1968
7.034
(1955)
1.665.564 t
(1940)

1966 Beginn der

hydromechanischen Gewinnung

 

Schächte der Zeche Robert Müser

 

Schacht Adresse GPS
Teuf­beginn
Förder­beginn
Still­legung
Max. Teufe
Jacob

Werner Hellweg

44894 Bochum

51.490040, 7.297653 1855 1859 1968 574 m
Arnold

Brandwacht

44894 Bochum

51.486690, 7.299725 1858 1862 1968 723 m

Gustav

(Wetterschacht)

Von-Waldthausen-Straße

44894 Bochum

51.485995, 7.299271 1881 1883 vor 1946 570 m

Amalia 1

(Wetterschacht für Jacob)

Nörenbergstraße

44894 Bochum

51.501345, 7.305631 1873

1883 von
Amalia

übernommen

1963 191 m

Vollmond 1

(Giesbert)

Vollmondstraße

44894 Bochum

51.477693, 7.291890 1856

1926 von
Vollmond

übernommen

1926 653 m
Vollmond 2

Vollmondstraße

44894 Bochum

51.478226, 7.291090 1895

1926 von
Vollmond 

übernommen

1959 715 m
Amalia 2

Nörenbergstraße

44894 Bochum

51.501087, 7.306572 1892

1928 von
Amalia

übernommen

1963 366 m
Caroline 1

Kornharpener Str.

44791 Bochum

51.485632, 7.266148 1856

1929 von
Caroline

übernommen

1967 351 m
Caroline 2

Kornharpener Str.

44791 Bochum

51.484997, 7.265140 1901

1929 von
Caroline 

übernommen

1968 780 m

Prinz von Preußen,

Schacht Oeynhausen

Auf der Prinz

44791 Bochum

51.485904, 7.258949 1856

1929 von
Caroline 

übernommen

1931 463 m

Prinz von Preußen,

Wetterschacht

Im Hole

44791 Bochum

51.488178, 7.258818 1858

1929 von
Caroline 

übernommen

1931 149 m

Amalia 3

(Wetterschacht)

Dortmund-

Bövinghausen

- 1936 1939 1963 483 m
Neu-Iserlohn 1
(I, 1)

Somborner Str.

44894 Bochum

51.490068, 7.340194 1856

1955 von
Neu-Iserlohn

übernommen

1968 571 m

Neu-Iserlohn 2

(II, 2)

Lütgendortmunder Hellweg

44894 Dortmund

51.495428, 7.333204 1865

1955 von
Neu-Iserlohn 

übernommen

1968 781 m

Neu-Iserlohn 3

(I, 3)

Somborner Str.

44894 Bochum

51.490306, 7.339169 1907

1955 von
Neu-Iserlohn 

übernommen

1968 571 m

Neu-Iserlohn 4

(II, Wetterschacht 2)

Lütgendortmunder Hellweg

44894 Dortmund

51.495797, 7.333015 1873

1955 von
Neu-Iserlohn 

übernommen

1968 577 m

Siebenplaneten 1,

Schacht Eduard

Oberstraße

44892 Bochum

51.482707, 7.343044 1870

1955 von
Neu-Iserlohn 

übernommen

1957 570 m

Siebenplaneten 2,

Schacht Mathilde

Oberstraße

44892 Bochum

51.482715, 7.342907 1891

1955 von
Neu-Iserlohn 

übernommen

1957 472 m

 

Fotogalerie

78. Zeche Neu-Iserlohn, Bochum

Zeche Neu-Iserlohn, Maschinenhaus Schacht 2, Bochum, Ruhrgebiet, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Zechen Bochum

1847 wurde die Zeche Ver. Münsterland gegründet. Teufbeginn von Schacht 1 war 1856. Kohle wurde in 20m Tiefe gefunden. Die Zeche nahm 1859 die Förderung auf. Zu diesem Zeitpunkt arbeiteten 168 Kumpel im Schacht. 1863 wurde die Zeche in Neu-Iserlohn umbenannt. 130m südlich von Schacht 1 wurde 1864 ein Wetterschacht abgeteuft. Er ging 1866 in Betrieb. Die Anlage erhielt später den Namen Neu-Iserlohn I. 1865 wurde Schacht 2 im Nordfeld abgeteuft. Er ging 1869 in Förderung. 1873 wurde der dazugehörige Wetterschacht gebaut. Die Schachtanlage im Nordfeld erhielt später den Namen Neu-Iserlohn II. 1944 übernahm das Bergwerk die Zeche Siebenplaneten mit den beiden Schächten Eduard und Mathilde.

 

Die Zeche hatte fast jährlich mit schweren Grubenunglücken zu kämpfen. Die Schlagwetterexplosion 1868 mit 81 Toten war bis dahin das größte Grubenunglück im Ruhrgebiet. Die Tabelle zeigt, wie gefährlich der Beruf des Bergmanns bis ins 20. Jahrhundert war.

 

1955 wurde Neu-Iserlohn stillgelegt. Das Grubenfeld und die Schächte gingen an Robert Müser und wurden noch bis 1968 weiter betrieben.

 

Grubenunglücke der Zeche Neu-Iserlohn

 

Jahr
Art des Unglücks
Tote
1863 Schlagwetterexplosion 3
1864 Schlagwetterexplosion 4
1868

Schlagwetterexplosion

81
1870 Schlagwetterexplosion 33
1871 Schlagwetterexplosion 3
1873

Grubenbrand

-
1879 Schlagwetterexplosion 4
1880 Schlagwetterexplosion 23
1886 Schlagwetterexplosion 5
1922 Seilfahrtsunglück 6
1927 Schlagwetterexplosion 6
1928 Schlagwetterexplosion 5
1951 Grubenbrand -

 

QUELLEN: Huske 2006, Wikipedia

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zechen, Zeche Neu-Iserlohn, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, RevierZechen Bochum

FOTO: Zeche Neu-Iserlohn, Schacht 2, Maschinenhaus (27.04.2021, Der Landgraph) © Christian Twehues

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Grün­dung
Förder­beginn
Still­legung
Max.
Beleg­schaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Ver. Münsterland (ab 1848)

Neu-Iserlohn (ab 1863)

1848 1859 1955
2909
(1920)
846.315 t
(1927)

1869: erste untertägige
Wasserhaltung im Ruhrgebiet

1871: erste Anwendung von
Druckluft untertage

 

Schächte der Zeche Neu-Iserlohn

 

Schacht Adresse GPS
Teuf­beginn
Förder­beginn
Still­legung
Max. Teufe
I, 1

Somborner Str.

44894 Bochum

51.490068, 7.340194 1856 1859

1955 an
Robert Müser
abgegeben

471 m
I, Wetterschacht 1

Somborner Str.

44894 Bochum

51.488591, 7.340201 1864 1866 1929 571 m
II, 2

Lütgendortmunder Hellweg

44894 Dortmund

51.495428, 7.333204 1865 1869

1955 an
Robert Müser
abgegeben

577 m
II, Wetterschacht 2

Lütgendortmunder Hellweg

44894 Dortmund

51.495797, 7.333015 1873 1874

1955 an 
Robert Müser 
abgegeben

474 m
I, 3

Somborner Str.

44894 Bochum

51.490306, 7.339169 1907 1912

1955 an 
Robert Müser 
abgegeben

571 m

Siebenplaneten 1

(Eduard)

Oberstraße

44892 Bochum

51.482707, 7.343044 1870

1944 von
Siebenplaneten

übernommen

1955 an 
Robert Müser 
abgegeben

570 m

Siebenplaneten 2

(Mathilde)

Oberstraße

44892 Bochum

51.482715, 7.342907 1891

1944 von
Siebenplaneten 

übernommen

1955 an 
Robert Müser 
abgegeben

472 m

 

Fotogalerie

79. Zeche Vereinigte Wallfisch, Witten

Zeche Vereinigte Wallfisch, Witten, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Zechen Witten

Bereits Mitte des 18. Jhdt wurde in der Wittener Region im Stollenabbau Kohle gefördert. 1832 wurden die Zeche Stein­berger­bank und die Erb­stollen Stephanie und Stephans­bank zur Zeche Ver­ei­nigte Wall­fisch zusammen gelegt. Der Stollenabbau wurde bis Mitte des 19. Jahrhunderts weitergeführt. Zwischen 6 und 18 Bergleute förderten zu dieser Zeit etwa 2.400 t Kohle im Jahr.

 

1855 ging man zum Tiefbau über. Zur Vorbereitung wurde der tonnlägige (d.h. schräg abfallende) Schacht Theodor für den Stollenabbau und zwei tonnlägige Schächte für den Tiefbau abgeteuft. Theodor nahm 1862 die Förderung auf. Er wurde später vermutlich als Wasserhaltungsschacht für den Tiefbau eingesetzt. 1865 wurde der erste seigere (d.h. senkrechte) Förderschacht abgeteuft. Das Bergwerk erreichte eine Endteufe von 315 m.

 

1895 erfolgte der Verbund mit der Zeche Franziska. Beide Zechen wurden aber weiter getrennt betrieben. Die Förderhöchstmenge erreichte Ver. Wallfisch 1896 mit 75.000 Tonnen und 388 Bergleuten. 1898 wurde der Betrieb eingestellt, die Anlagen wurden von dem Bergwerk Vereinigte Hamburg & Franziska übernommen. Der Schacht Wallfisch wurde noch als Wetterschacht weitergenutzt, das Kohlenfeld von Franziska aus abgebaut. Die Zeche Vereinigte Hamburg & Franziska wurde 1925 stillgelegt. Von den ehemaligen Anlagen der Zeche Wallfisch ist nur das Maschinenhaus aus dem Jahr 1850 am Steinäckerweg erhalten geblieben. Es gilt als das älteste erhaltene Zechengebäude im Ruhrgebiet und wird heute als Wohnhaus genutzt.

 

QUELLEN: Hermann 2008, Huske 2006, Wikipedia

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, RevierZeche Vereinigte Wallfisch, Zechen Witten

FOTO: Zeche Ver. Wallfisch, Maschinenhaus Schacht 1 (23.06.2020) © Christian Twehues

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Grün­dung
Förder­beginn
Still­legung
Max.
Beleg­schaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Wallfisch & Steinbergerbank
& Stephansbank (ab 1836)

Ver. Wallfischbänke (ab 1838)

Ver. Wallfisch (ab 1842)

1832 1832 1898
388
(1896)
75.074 t
(1896)

Maschinenhaus aus dem

Jahr 1850 gilt als das älteste

erhaltene Zechengebäude

im Ruhrgebiet 

 

Schächte der Zeche Vereinigte Wallfisch

 

Schacht Adresse GPS
Teuf­beginn
Förder­beginn
Still­legung
Max. Teufe

Tonnlägiger Schacht

Theodor für Stollenbau /

Wasserhaltungsschacht

-

- 1855 1862 1878 146 m

Erster tonnlägiger

Schacht für Tiefbau

-

- 1855 ? 1874 146 m

Zweiter tonnlägiger

Schacht für Tiefbau

-

- 1855 ? 1874 146 m
1 (seigerer Förderschacht)

Steinäckerweg

58454 Witten

51.460249, 7.350762 1865 ? 1898 146 m
2 (seigerer Schacht)

-

- 1873 1878 1898 315 m

gebrochener Wetterschacht

im Nordfeld

-

- ? 1894 1898 ? m

Düren (tonnlägiger

Versuchsschacht)

-

- 1895 -

1896

gestundet

- m

 

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80. Zeche Nachtigall, Witten

Zeche Nachtigall, Witten, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Zechen Witten

Die Zeche Nachtigall im Eingang des Muttentals geht auf das Jahr 1714 zurück (nicht zu verwechseln mit der Zeche Nachtigall in Sprockhövel, deren Vorläufer, die Kohlbanck Brunßberg, bereits 1643 eine Mutung erhielt). Die Mutung für das Feld Kohlenbank im Hettberger Holtz in Witten-Bommern wurde 1714 vergeben. Zu diesem Zeitpunkt wurden bereits Kohlen gewonnen. Bis Ende des 18. Jahrhunderts wurde im Stollenbau gefördert. 1790/93 begann der Stollentiefbau. 1803 spülte ein Ruhrhochwasser die Kohlenniederlage (Sammellager) fast fort. 1804 wurden 43.000 Ringel (ca. 3.200 t) Kohle gefördert. 10 Bergleute waren in der Zeche beschäftigt: 4 Kohlenhauer, 2 Gesteinshauer, 4 Karrenbrückner (Karrenschieber).

 

1807 gingen die Stollen zur Zeche Eleonore. 1824 wurde die Betriebsgemeinschaft Eleonore & Nachtigall gebildet. 1829 wurde in Kooperation mit 4 weiteren Zechen die Muttentalbahn gebaut, die die Kohle vom Schacht zur Kohlenniederlage an der Ruhr transportierte.

 

1832 wurde der geplante Tiefbaubereich unterhalb der St. Johannes Erbstollensohle zur Ver. Nachtigall ausgegliedert. Ein erster seigerer Tiefbauschacht Neptun wurde abgeteuft. 1834 wurde die Förderung aufgenommen. Eine zweite Dampfmaschine kam für die Entwässerung zum Einsatz, die erste Maschine diente der Förderung. 1835 erreichte Neptun die 2. Sohle in 66m. 1838 arbeiteten 136 Bergleute im Bergwerk, die Jahresfördermenge lag bei 26.723 t Kohle. 1839 wurde ein zweiter Schacht Hercules etwa 70 Lachter (ca 150m) östlich von Neptun abgeteuft. Er ging 1842 in Betrieb. Die Förderung und Wasserhaltung im Schacht Neptun wurde daraufhin 1843/44 eingestellt. 1850/51 wurde der tonnlägige Schacht Catharina an der Nachtigallstraße in Steinhausen abgeteuft. 1852 erreichte Hercules eine Teufe von 221m.

 

1854 konsolidierte Ver. Nachtigall, Ver. Nachtigall & Aufgottgewagt, Eleonore & Nachtigall und Teile von Theresia zu Nachtigall Tiefbau. Ab 1856 erfolgte der Abbau auch unter der Ruhr. 1863 wurde auf Catharina die 9. Sohle in 368m eingerichtet. 1876 erreichte Hercules eine Endteufe von 449m. 1883 konsolidierte die Zeche mit Helene zu Ver. Helene-Nachtigall. 1892 wurde Nachtigall stillgelegt, 1894 Schacht Hercules verfüllt.

 

Bis 1964 wurde das Betriebsgelände von Schacht Hercules von einer Ziegelei genutzt und wurde danach von der Stadt Witten erworben. Von den Tagesanlagen der ehemaligen Zeche Nachtigall waren noch die Kaue, ein Verwaltungsgebäude und die Außenmauern des Maschinenhauses mit Schornstein erhalten. Die Anlagen wurden 1982 vom Westfälischen Industriemuseum übernommen und 1991 unter Denkmalschutz gestellt. Bis 2003 wurden die Gebäude umfassend restauriert und sind seit 2003 als LWL-Industriemuseum und Besucherbergwerk zu besichtigen.

 

QUELLEN: Huske 2006, Wikipedia (Zeche Nachtigall), Wikipedia (LWL-Industriemuseum)

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Zeche Nachtigall, Ruhrpott, RevierZechen Witten

FOTO: Maschinenhaus der Zeche Nachtigall, Schacht Hercules (10.01.2021) © Christian Twehues

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Grün­dung
Förder­beginn
Still­legung
Max.
Beleg­schaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Kohlenbank im Hettberger Holtz (ab 1714)

Nachtigall am Hettberge (ab 1743)

Eleonore (ab 1807)

Eleonore & Nachtigall (ab 1824)

Ver. Nachtigall (ab 1832)

Ver. Nachtigall & Aufgottgewagt (ab1839)

Nachtigall Tiefbau (ab 1854)

Ver. Helene-Nachtigall (ab 1883)

1714

1716:
Stollenabbau

1790/93:
Stollentiefbau

1834: 
Tiefbau

1892
570
(1870)
95.372 t
(1857)

Im Muttental begann vor

mehr als 300 Jahren der
Bergbau im Ruhrgebiet.

1790/93: Übergang

in den Stollentiefbau

 

Schächte der Zeche Nachtigall

 

Schacht Adresse GPS
Teuf­beginn
Förder­beginn
Still­legung
Max. Teufe
Neptun

Muttentalstraße

58452 Witten

51.426334, 7.308558 1832 1834 1843/44 187 m
Hercules

Nachtigallstraße 35

58452 Witten

51.429031, 7.313729 1839 1842 1892 449 m
Catharina

Nachtigallstraße 27

58452 Witten

51.428411, 7.324508 1850/51 1852 1892 418 m

 

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81. Zeche Hermann, Witten

Zeche Hermann, Schacht Margarethe, Witten, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Zechen Witten

1883 wurde die Berechtsame Österbank neu verliehen, Zeche Hermann wurde gegründet. Der erste Schacht Margarethe wurde abgeteuft. 1889 wurde ein zweiter Schacht Anna abgeteuft. Er erreichte eine Teufe von 84m. Zu diesem Zeitpunkt arbeiteten 9 Bergleute im Bergwerk.

 

1891 konsolidierte Hermann mit Herberholtz zu Ver. Hermann. 1895 wurde Schacht Margarethe stillgelegt. 1899 wurde der seigere Förderschacht Hermann abgeteuft. 1901 kam es zu einem Wassereinbruch und Absaufen der Grube mit 2 Toten. Nach erfolglosen Sümpfversuchen wurde die Zeche 1902 stillgelegt und versteigert. 1904 übernahm die Zeche Maximus die Schächte Anna und Hermann. 1905 wurde Anna abgeworfen. 1909 wurde Hermann auf 50m abgeteuft. 1910 wurde die maximale Jahresförderung mit 20.000 t Kohle erreicht. 51 Bergleute arbeiteten in der Zeche. 1914 kam es zu Zahlungsschwierigkeiten. Das Bergwerk soff ab und wurde erneut stillgelegt. 1917 kam es zur Zwangsversteigerung, der Besitzer wechselte zu C. Deilmann.

 

1918 wurde der Betrieb wieder aufgenommen. Es kam zu einer Betriebsgemeinschaft mit Gut Glück & Wrangel, Frielinghaus und St. Johann Erbstollen. 1925 wurde Ver. Hermann nach der Stilllegung von Gut & Glück wieder selbständiger Betrieb. 1927 kam es dann zur endgültigen Stilllegung. 1928 wurden die meisten Tagesanlagen abgerissen.

 

Am Standort der Zeche Hermann, Schacht Margarethe befindet sich heute ein Wanderparkplatz. In unmittelbarer Nähe wurde 2009 eine Rekonstruktion des Schachtgebäudes Margarethe nach den Originalplänen von 1890 erbaut.

 

QUELLEN: Huske 2006, Wikipedia

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Zeche Hermann, Ruhrgebiet, Ruhrpott, RevierZechen Witten

FOTO: Zeche Hermann, Schacht Margrethe (10.01.2021) © Christian Twehues

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Grün­dung
Förder­beginn
Still­legung
Max.
Beleg­schaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Hermann (ab 1883)

Ver. Hermann (ab 1891)

1883 1884 1927
51
(1910)
19.880 t
(1910)

Am Standort des Schachts Margarethe

steht heute eine Rekonstruktion des

Schachtgebäudes aus dem Jahr 2009

nach den Originalplänen von 1890

 

Schächte der Zeche Hermann

 

Schacht Adresse GPS
Teuf­beginn
Förder­beginn
Still­legung
Max. Teufe
1 (Margarethe)

Berghauser Str.

58452 Witten

51.418656, 7.311935 1883 1884 1895 60 m
2 (Anna)

Berghauser Str.

58452 Witten

51.418532, 7.308631 1889 1889 1905 84 m
Hermann

Muttentalstraße

58452 Witten

51.421000, 7.318189 1899 1900 1927 50 m

 

Fotogalerie

82. Kleinzeche Egbert, Witten

Kleinzeche Egbert, Witten, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Zechen Witten

Die Zeche Egbert wurde 1962 gegründet. Ein tonnlägiger (schräg, geneigt verlaufender) Förderschacht reichte 130m (flach) in den Berg. Ein tieferliegender Erbstollen führte das Grubenwasser in die naheliegende Ruhr ab. In der Zeche arbeiteten 9 Bergleute. Sie förderten bis zu 4.756 t Kohle im Jahr. Die Zeche wurde 1976 stillgelegt. Es handelte sich zu diesem Zeitpunkt faktisch um die letzte Kleinzeche im Ruhrgebiet.

 

 

QUELLEN: Huske 2006, Wikipedia

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zechen, Kleinzeche Egbert, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, RevierZechen Witten

FOTO: Kleinzeche Egbert (10.01.2021) © Christian Twehues

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Grün­dung
Förder­beginn
Still­legung
Max.
Beleg­schaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Egbert (ab 1962)

1962 1962 1976
9
(1968)
4.756 t
(1968)

1976: Letzte Kleinzeche im Ruhrgebiet 

 

Schächte der Kleinzeche Egbert

 

Schacht Adresse GPS
Teuf­beginn
Förder­beginn
Still­legung
Max. Teufe

Tonnlägiger

Förderschacht

Kamperbach

58456 Witten

51.403248, 7.280155 1962 1962 1976 130 m flach
Erbstollen

Kamperbach

58456 Witten

51.403248, 7.280155 1962 1962 1976 ?

 

Fotogalerie

83. Zeche Vereinigte Geschwind, Witten

Bergwerk Zeche Vereinigte Geschwind, Witten, Ruhrgebiet, Malakowturm, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Zechen Witten

Die Anfänge der Zeche Vereinigte Geschwind gehen auf das Stollenbergwerk Geschwind zurück, das in Witten von 1787 bis 1844 aktiv war. 1844 konsolidierte Geschwind mit Adolphine zu Vereinigte Geschwind. 1846 wurde das Geviertfeld verliehen. 1855 wurde ein tonnlägige Schacht abgeteuft und eine kombinierte Förder-/Wasser­haltungs­dampf­maschine aufgestellt. Oben am Hang wurde ein Wetterkamin errichtet. Ein im Boden des Berghangs entlang gemauerter Rauchkamin zog den Rauch und die heißen Gase vom Kesselhaus ab. Die Luft für die Verbrennung in der Dampfmaschine wurde aus dem Schacht gezogen. Durch den Unterdruck wurden frische Wetter durch mehrere Wetteröffnungen in das Bergwerk gezogen und versorgten die Bergleute untertage mit Frischluft. Die Zeche ging 1856 in Betrieb. 100 Bergleute arbeiteten im Schacht. Die höchste Fördermenge erreichte Vereinigte Geschwind im Jahr 1864 mit 25.877 t Kohle. Der Betrieb wurde schon vor 1865 eingestellt, vermutlich ging das Bergwerk in den Konkurs. 1865 wurde die Zeche von Blankenburg übernommen, die den Schacht mit Wetterkamin als Wetterschacht für den Schacht Henry bis 1891 weiter betrieben. Der Wetterkamin ist das letzte Bauwerk seiner Art im Ruhrgebiet und steht heute unter Denkmalschutz.

 

QUELLEN: Huske 2006, Infotafeln am Wetterkamin, Wikipedia

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zechen Ruhrgebiet, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Zeche Vereinigte Geschwind, Zechen Witten

FOTO: Zeche Vereinigte Geschwind, Wetterkamin (21.12.2021) © Christian Twehues

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Grün­dung
Förder­beginn
Still­legung
Max.
Beleg­schaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Vereinigte Geschwind

1846 1856 1865
100
(1862)
25.877 t
(1864)

Der 1856 erbaute Wetterkamin

ist als einziger seiner Art im

Ruhrgebiet vollständig erhalten

 

Schächte der Zeche Vereinigte Geschwind

 

Schacht Adresse GPS
Teuf­beginn
Förder­beginn
Still­legung
Max. Teufe

Tonnlägiger

Schacht

Waldweg 5-3

58456 Witten

51.397058, 7.255970 1855 1856

1865 zu

Blankenburg

konsolidiert

63 m flach
Wetterkamin

Waldweg 6

58456 Witten

51.396481, 7.256457 1855 1856

1865 zu

Blankenburg

konsolidiert

-

 

Fotogalerie

84. Zeche Blankenburg, Witten

Bergwerk Zeche Blankenburg, Witten, Ruhrgebiet, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Zechen Witten

1779 wurden in Witten die Mutungen für die Felder Blankenburg, Blankenberg und Blankenburg ins Osten verliehen. 1856 konsolidierte das Stollenbergwerk zu Neu-Blankenburg. 1860 wurde Schacht Henry im Tal an der Straße Im Hammertal westlich vom Pleßbach abgeteuft und kurz darauf in Betrieb genommen. 1865 konsolidierte das Bergwerk mit Vereinigte Geschwind und Friedrich August zu Blankenburg. 1875 wurde auf Schacht Henry die 2. Sohle in 102 m Tiefe angesetzt. 80% der Förderung kam aus dem Tiefbau, 20% aus dem Jägerstollen. Die Bewetterung erfolgte über den Wetterkamin der alten Zeche Vereinigte Geschwind, der durch über den tonnlägigen alten Schacht Geschwind als ausziehender Wetterschacht für die 2. Sohle diente. Die Frischwetter wurden über den Hauuptschacht Henry auf die 2. Sohle eingezogen.

 

1889 wurde die dritte Sohle in 204 m eingerichtet. 1891 wurde der Wetterschacht Geschwind mit Wetterkamin stillgelegt. Ab 1898 sorgte ein Lüfter für die Bewetterung des Bergwerks. Im Laufe der Zeit erwarb Blankenburg zahlreiche ehemalige Stollenbergwerke, wie den Jägerstollen, Ver. Holthausen oder Saldenberg. Der Jägerstollen zählt mit 3,7 km Länge zu den längsten Erbstollen in der Region. 1905 waren 8 Geviertfelder und 12 Längenfelder im Besitz der Zeche Blankenburg. Die höchste Fördermenge wurde 1906 mit 135.417 t Kohle erzielt. Die maximale Belegschaft hatte Blankenburg im Jahr 1924: 561 Bergleute. 1915 wurde die Förderung im Jägerstollen eingestellt. 1919 waren Schacht Henry, 2 Stollen und 12 Tagesüberhauen in Betrieb. 1925 wurde Blankenburg stillgelegt. Die Berechtsame ging 1940 zu Alte Haase. An der Straße Im Hammertal ist der Feinkohlenturm und ein Zechengebäude von Schacht Henry erhalten geblieben, das heute gewerblich genutzt wird.

 

Nach dem 2. Weltkrieg lebte der Bergbau im Hammertal noch einmal auf. Ein neuer Besitzer gründete 1946 die Zeche Neu-Blankenburg, die zwei Stollen des ehemaligen Bergwerks Blankenburg von Alte Haase pachtete und 1949 wieder in Betrieb nahm. 1950 arbeiteten 42 Bergleute auf Neu-Blankenburg, die Jahresförderung lag bei 13.895 t Kohle. 1951 wurde Neu-Blankenburg in Blankenburg umbenannt. 1955 wurden 25.997 t Kohle gefördert, 1958 arbeiteten 101 Bergleute im Bergwerk. Die Zeche wurde 1960 stillgelegt.

 

QUELLEN: Huske 2006, Wikipedia

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zechen Ruhrgebiet, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, RevierZeche Blankenburg, Zechen Witten

FOTO: Zeche Blankenburg (21.12.2021) © Christian Twehues

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Grün­dung
Förder­beginn
Still­legung
Max.
Beleg­schaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Blankenburg (ab 1779)

Neu-Blankenburg (ab1856)

Blankenburg (ab 1865)

1779 1860-1865 1925
561
(1924)
135.417 t
(1906)

bereits vor 1831

Schachttiefbau

im Hammertal

 

Schächte der Zeche Blankenburg

 

Schacht Adresse GPS
Teuf­beginn
Förder­beginn
Still­legung
Max. Teufe
Henry

Im Hammertal 85

58456 Witten

51.395733, 7.259065 1860 vor 1865 1925 204 m

Tonnlägiger Schacht

(Alter Schacht

Ver. Geschwind)

Waldweg 5-3

58456 Witten

51.397058, 7.255970 1855

1865 von

Ver. Geschwind

übernommen

1891

63 m

flach

Wetterkamin

Ver. Geschwind

Waldweg 6

58456 Witten

51.396481, 7.256457 1855

1865 von

Ver. Geschwind

übernommen

1891 -
Jägerstollen westlich des Pleßbachs,
Auffahrung nach Westen 
-

1. Hälfte

19. Jhdt

1865 von

Jäger-Stolln

übernommen

1915

3.700 m

flach

Tonnlägiger

Schacht

Ver. Holthausen

- . 1839

1892 von Ver.

Holthausen

übernommen

vor 1919

45m

flach 

Schacht Julius - - - vor 1894 vor 1919 -

Förderschacht

Saldenberg

- - -

1905 von

Saldenberg

übernommen

vor 1919 -

 

Fotogalerie

85. Zeche Alte Haase, Sprockhövel

Zeche Alte Haase, Sprockhövel, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Zechen Sprockhövel

Die Zeche Alte Haase in Sprockhövel gilt als die älteste erhaltene Zeche an der Ruhr. Ihre Ursprünge gehen auf das 17. Jahrhundert zurück. 1716 wurde eine frühere Verleihung aus dem 17. Jahrhundert erneuert, die aber nicht mehr dokumentiert ist. In der Verleihung von 1716 wird die Zeche "Alter" Haase. genannt. Vermutlich hieß die Zeche im 17. Jhdt. Haase.

 

Bis in die 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde das Bergwerk als Kleinzeche im Stollenbetrieb mit einer Belegschaft von 30-40 Bergleuten betrieben. Erst mit der Bahnanbindung von Sprockhövel ging die Zeche in den Tiefbau über. 1875 wurde Schacht Julie abgeteuft. Er ging 1884 in Betrieb. 1897 erhielt Julie den Malakowturm. Am gleichen Standort wurde 1922 ein 2. seigerer (dh. senkrechter) Schacht abgeteuft. Er ging 1924 in Betrieb.

 

Die Zeche Alte Haase erreichte eine Endteufe von 536m. Die Förderhöchstmenge von 385.000 Tonnen wurde 1930 mit 1290 Bergleuten erzielt. Die größte Belegschaft hatte Alte Haase 1920: 1582 Bergleute. Die Stilllegung der Zeche erfolgte 1966. Die Anlagen am Standort Schacht 1/2 in Sprockhövel sind erhalten und werden als Gewerbefläche genutzt. Der Park am Malakowturm unterhalb der Hattinger Straße stellt Überreste der Zeche aus.

 

QUELLEN: Hermann 2008, Huske 2006, Wikipedia

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zeche Alte Haase, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, RevierZechen Sprockhövel

FOTO: Zeche Alte Haase, Schacht 1-Julie (23.06.2020) © Christian Twehues

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Grün­dung
Förder­beginn
Still­legung
Max.
Beleg­schaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Hase (17. Jhdt)

Alter Haase (1716)

Alte Haase (ab 19. Jhdt)

17. Jhdt 17. Jhdt 1969
1582
(1920)
384.761 t
(1930)

Alte Haase zählt zu den ältesten

Steinkohlenzechen im Ruhrgebiet

 

Schächte der Zeche Alte Haase

 

Schacht Adresse GPS
Teuf­beginn
Förder­beginn
Still­legung
Max. Teufe

Förderschacht

Friedrich

-

- 1860 1861 vor 1905 ? m

Fahrschacht

-

- 1860 1861 vor 1905 ? m
1 (Julie)

Hattinger Straße

45549 Sprockhövel

51.372375, 7.244475 1875 1884 1966 312 m
Wetterschacht

-

- 1895 1902 vor 1920 21 m

tonnlägiger

Wetterschacht

-

- 1909 vor 1915 vor 1920 61 m
Seigerer Schacht 2

Alte Haase

45549 Sprockhövel

51.371674, 7.243299 1922 1924 19667 360 m
Brahm

Im Brahm

45549 Sprockhövel

51.348693, 7.238398 1950 1952 1966 360 m
Niederheide

Stöckerstraße

45527 Hattingen

51.345014, 7.219446 1963 1963 1969 242 m
Buchholz

Sprockhöveler Str.

45527 Hattingen

51.399567, 7.237231 1965 1965 1969 283 m

 

Fotogalerie

86. Zeche Stock & Scherenberg, Sprockhövel

Erbstollen Stock & Scherenberger, Sprockhövel, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Zechen Sprockhövel

Das Bergwerk Stock & Scherenberg geht auf das frühe 16. Jahrhundert zurück. Unter dem Namen Kohlenberg auf dem Hallo war es bereits in der ersten Hälfte des 16. Jhdt aktiv. 1547 wurde das gemeinsam betriebene Feld der beiden Inhaberfamilien Stock und Scherenberg aufgeteilt in Kohlenberg In der Dykerdellen und Kohlenberg In den Stocken. Der Abbau sollte aber weiterhin gemeinsam erfolgen.

 

Bis in die 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts wurde die Kohle über die einfache Abbauform der Kohlenpütte gewonnen. Dabei handelt es sich um brunnenartige Schächte, um die Kohle an der Tagesoberfläche abzufördern.

 

Ab der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts wurde im Stollenabbau Kohle gefördert. Tonnlägige (d.h. schräg abfallende, geneigte) Schächte wurden in den Berg und in den Flöz getrieben. Die Förderung erfolgte über Rutschen oder über Göpel. Das sind von Mensch oder Tier (Pferd), später auch Wasser oder Dampf angetriebene Geräte mit senkrechter Welle, die durch Drehung die Kohlen zutage förderten. Tiefer liegende Schächte unterhalb der Flöze sorgten für eine Abführung des Grubenwassers. Diese tiefen Stollen wurden im Ruhrgebiet Erbstollen genannt. Als tiefste Stelle im Bergwerk "erbten" sie das Wasser aus den darüber liegenden Stollen.

 

Die Tabelle zeigt die Vielzahl der Schächte, die von Mitte 17. Jhdt bis Mitte 19. Jhdt gebaut wurden. Viele von ihnen waren nur wenige Jahre aktiv.

 

 Kohlenpütte und Stollenabbau 16. Jhdt bis 19. Jhdt 

 

Name
Teuf­beginn
in Betrieb
erwähnt
Art
Kohlenberg auf dem Hallo   1. Hälfte 16. Jhdt, 1578 1547 

Kohlenpütt

Kohlenbergwerk im Halloer Berg     1637, 1650 Kohlenpütt
Petrus   2. Hälfte 17. Jhdt   tonnlägiger Göpelschacht
Adam   2. Hälfte 17. Jhdt   tonnlägiger Göpelschacht
Catharina   2. Hälfte 17. Jhdt   tonnlägiger Göpelschacht
Caroline   2. Hälfte 17. Jhdt   tonnlägiger Göpelschacht
Lucas     2. Hälfte 18. Jhdt tonnlägiger Göpelschacht
Sophia     2. Hälfte 18. Jhdt  tonnlägiger Göpelschacht
Johann Friedrich      2. Hälfte 18. Jhdt tonnlägiger Göpelschacht
Justus     2. Hälfte 18. Jhdt  tonnlägiger Göpelschacht
Wetterschacht      2. Hälfte 18. Jhdt  seigerer Wetterschacht 
Gerhard   1821    
Rosa    1821    
Versuchsschacht   1821    
Hauptschacht Concordia  1821

1825: Inbetriebnahme

1830: in Betrieb

1834: Stilllegung

1886: in Betrieb

  2-spänniger Pferdegöpel
Luftschacht   1825   Wetterschacht
Lichtloch 22   1825   Wetterschacht
Max   1830, 1835    
Carl   1835     
Felix   1835    
Jahn   1840, 1845, 1847, 1886     
Clara   1840    
Heinrich   1845, 1847     
Abraham   1847     

 

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts ging Stock und Scherenberg zum Tiefbau über. 1845 wurde der seigere (senkrechte) Tiefbauschacht Beust abgeteuft. Er förderte ab 1847 noch oberhalb der Erbstollensohle, ab 1896 dann aber aus einer Tiefe von über 200m. 1898 konsolidierte Stock & Scherenberger mit der Schachtanlage Hövel der Zeche Herzkämper Mulde. Schacht Hövel wurde 1905 wieder abgegeben und 1911 stillgelegt. 1902 ging Stock & Scherenberger in das Bergwerk Deutschland auf. Schacht Beust wurde 1915 auf eine Endteufe von 493m abgeteuft. Das Bergwerk Deutschland mit dem Schacht Beust wurde 1925 stillgelegt und 1985 verfüllt.

 

Erbstollen Stock & Scherenberg

 

1645 wurde das Erbstollenrecht verliehen und 1744 erneuert. 1744 wurde der Tiefe Stock & Scherenberger Stollen angesetzt. Es war schon der vierte Erbstollen, aber der wichtigste zur Entwässerung der Zeche Stock & Scherenberg. Der Vortrieb des Stollens mit einer Gesamtlänge von 3km und das Abteufen von 22 Lichtlöchern dauerte einige Jahrzehnte. Erst 1818 löste der Stollen das Wasser aus den Feldern Leveringsbank, Oberleveringsbank und nachfolgend Caninchen, Nachtigall (1822), Gabe Gottes (1823) und Neuglück (1826). 1852 gehörte der Erbstollen zum Bergwerk Stock & Scherenberger Hauptgrube.

 

Der Stollen wird seit 2013 vom Förderverein Bergbauhistorischer Stätten Ruhrrevier eV als Besucherbergwerk saniert und kann besichtigt werden. Helm, Stiefel und alte Kleidung sind dringend angeraten. Der Stollen steht unter Wasser und ist an manchen Stellen sehr eng. Aber ein Besuch lohnt sich definitiv.

 

QUELLEN: Huske 2006, Wikipedia, Stock und Scherenberg.de

TAGS: Industriekultur, Zeche Stock & Scherenberg, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, RevierZechen Sprockhövel

FOTO: Erbstollen Stock & Scherenberger (10.08.2019) © Christian Twehues

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Grün­dung
Förder­beginn
Still­legung
Max.
Beleg­schaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Kohlenberg auf dem Hallo
(1. Hälfte 16. Jhdt)

Kohlenberg In der Dykerdellen
/ In den Stocken (1547)

Kohlenbergwerk im
Halloer Berg/Busch (1637)

Hasselkuser Kohlberg (1650)

Stock und Scherenberger Gruben
(2. Hälfte 17. Jhdt)

Stock & Scherenberger
Hauptgrube (ab 1704)

Ver. Stock & Scherenberg (ab 1852)

Stock & Scherenberg (ab 1898)

Deutschland (ab 1902)

1547 1. Hälfte
16. Jhdt
1925
588
(1900)
150.733 t
(1900)

Eine der ältesten
Zechen im Ruhrgebiet;

1737: zweitgrößtes
Bergwerk im Ruhrgebiet

 

Schächte der Zeche Stock & Scherenberg

 

Schacht Adresse GPS
Teuf­beginn
Förder­beginn
Still­legung
Max. Teufe
Beust

Zechenstraße

45549 Sprockhövel

51.340063, 7.268670 1845 1847 1925 493 m
Hövel

Quellenburgstraße

45549 Sprockhövel

51.324250, 7.239185 1850

1898 von Herzkämper

Mulde übernommen 

1905 an Ver. Neu-

Herzkamp abgegeben,

1911 stillgelegt

401 m

 

Fotogalerie

 

Making of

In der Werbung hieß es einst: "Für eine 'Zigarette' gehe ich meilenweit." Das könnte auch der Leitspruch für uns Fotografen sein. Für die schönsten Fotos muss man teilweise weite Wege zurücklegen zu extremen Lokationen, das richtige Wetter abpassen und stundenlang geduldig in Hitze oder Kälte auf das richtige Licht warten. Oder wie in diesem Fall 800 Meter unter vollem Einsatz auch der Fotoausrüstung in einen engen, niedrigen, dreckigen und nassen Stollen kriechen, um diese beeindruckenden Fotos zu bekommen. Ist es das wert? Ein klares Ja! Nicht nur die Fotoausbeute, auch das Lächeln des Fotografen sind der eindeutige Beweis :-)


Quellenverzeichnis

  • Huske 2006:
    Joachim Huske: "Die Steinkohlenzechen im Ruhrrevier: Daten und Fakten von den Anfängen bis 2005", 3. überarbeitete und erweiterte Auflage, Selbstverlag des Deutschen Bergbau-Museums, Bochum 2006, ISBN 3-937203-24-9
  • Hermann 2008:
    Wilhelm und Gertrude Hermann: "Die alten Zechen an der Ruhr", 6. Auflage 2008, Karl Robert Langewiesche, Nachfolger Hans Köster Verlagsbuchhandlung KG, Königstein im Taunus 2008, ISBN 978-3-7845-6994-9

Weblinks