Industriekultur - Die Zechen im Ruhrgebiet

Die Zechen im Ruhrgebiet


Eine fotografische Reise durch das Revier

 

Bereits im frühen Mittelalter wurde im Ruhrgebiet Steinkohle im Tagebau für den Eigenbedarf gewonnen. Die erste kommerzielle Förderung der Kohle geht auf das Jahr 1296 zurück. Im 17. Jahrhundert wurde die Kohle vermehrt untertage abgebaut. Dazu trieb man Stollen unterhalb des Kohlevorkommens in den Berg. Das Grundwasser wurde über tieferliegenden Erbstollen abgeführt. Mit der aufblühenden Industrialisierung Mitte des 19. Jahrhunderts gelang es den Unternehmen durch immer neuere Technologien auch in den tiefen nördlichen Bereichen des Ruhrgebiets zu fördern.

 

Die Tiefbauzechen drangen im Verlauf der nächsten 100 Jahre in Tiefen von bis zu 1.635 Metern vor. Die Blütezeit erreichte der Steinkohlenbergbau im Ruhrgebiet in den Jahren zwischen 1880 und 1914 und in den 1950er Jahren. Fast eine halbe Million Menschen arbeiteten im Bergbau, die Fördermenge erreichte eine Jahresleistung von 130 Mio. Tonnen Kohle. Ende der 1950er Jahre geriet die deutsche Kohleindustrie in eine Krise. Billigere Importe aus anderen Regionen der Erde und der neue Energieträger Erdöl kamen auf den Markt und verdrängten die heimische Kohle. Innovation und starke Rationalisierung konnten den Niedergang der Kohleindustrie verzögern, aber letztendlich nicht verhindern.

 

Stark subventioniert wurde die Steinkohleindustrie noch bis ins 21. Jahrhundert aufrecht erhalten. 2000 war die Belegschaft aber bereits auf ein Zehntel der goldenen Ära zusammengeschrumpft. Im September 2018 stellte die Zeche Prosper-Haniel in Bottrop als letzte von ehemals über 1.000 Zechen im Ruhrgebiet ihren Betrieb ein. Die meisten Schächte wurden verfüllt, viele Gebäude über Tage abgerissen. Eine Reihe von Zechengebäuden und Fördertürmen sind als Industriedenkmal erhalten geblieben, stumme Zeugen einer einst florierenden Kohleindustrie.

 

 

Teil 4: Das östliche Ruhrgebiet


Die Zechen von Dortmund bis Ahlen

Übersicht der Zechen im Ruhrgebiet


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Die Zechen im östlichen Ruhrgebiet


Zechen in Dortmund

102. Zeche Zollern

Eingang zur Maschinenhalle auf der Zeche Zollern in Dortmund, Ruhrgebiet, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Zechen Dortmund

Die Zeche Zollern wurde 1856 unter dem Namen Hohenzollern gegründet. 2 Schächte wurden abgeteuft. Das Handelsministerium ordnete aber eine Umbenennung der Zeche an, da das Kaiserhaus Hohenzollern nicht als Gesellschaftername verwendet werden durfte. Die beiden Schächte Rahm 1 und Rahm 2 am Bärenbruch hatten von Anfang an mit starken Wasserzuflüssen zu kämpfen. Die Abteufarbeiten an Schacht Rahm 1 (später Zollern 3) wurden 1868 gestundet. Erst 1901 wurde der Schacht erfolgreich gesümpft und 1903 in Betrieb genommen. Schacht Rahm 2 (später Zollern 1) soff sogar dreimal ab. Das Bergwerk ging 1877 dann auch in den Konkurs. Der Besitzer wechselte zur Gewerkschaft Westfälischer Grubenverein AG. Unter neuer Leitung nahm Zollern 1879 endlich die Förderung auf. Ab 1898 wurde die Schachtanlage 2/4 in Bövinghausen errichtet. Sie nahm 1902 die Förderung auf. 1934 wurden die Grubenfelder der stillgelegten Zeche Germania übernommen. 1948 wurde der Wetterschacht Zollern Ost in Rahm abgeteuft. Er ging 1950 in Betrieb.

 

Zeche Zollern wurde 1955 stillgelegt. Die Schachtanlage 2/4 in Bövinghausen wurde ab 1972 mit finanzieller Unterstützung der Stadt Dortmund umfangreich restauriert. 1982 übernahm der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) das Gelände mit den Fördergerüsten von Schacht 2 und 4 und wandelte es zu einem Industriemuseum um. Zentrales Element ist die Maschinenhalle, die 1969 als erstes Industriebauwerk in Deutschland unter Denkmalschutz gestellt worden war. Die Architektur der Zechenanlage beeindruckt: Backsteingotik kombiniert mit Eisenfachwerk und verspielten Türen und Fenstern im Jugendstil. Wer erwartet das in einer industriellen Anlage zur Förderung von Kohle?

 

 

Zechensteckbrief

Namen der Zeche Gründung Förderbeginn Stilllegung Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Hohenzollern (ab 1856)

Zollern (ab 1857)

1856 1879 1955 6.825
(1954)
1.449.740 t
(1954)

1857: auf Anordnung des Handelsministeriums
wird Hohenzollern in Zollern umbenannt. Das
Kaiserhaus darf nicht als Gesellschaftername
verwendet werden.

 

Schächte der Zeche Zollern

Schacht Adresse GPS Teufbeginn Förderbeginn Stilllegung Max.
Teufe
Zollern 3 (Rahm 1) Bärenbruch
44379 Dortmund
51.520482, 7.369992 1856 1903 1955 an Germania
abgegeben
611 m
Zollern 1 (Rahm 2) Bärenbruch
44379 Dortmund
51.520350, 7.369592 1856 1879 1955 an Germania
abgegeben
352 m
2 (Westfeld, Bövinghausen) Grubenweg
44388 Dortmund
51.517817, 7.334678 1898 1902 1955 an Germania
abgegeben
462 m
4 Grubenweg
44388 Dortmund
51.518493, 7.335207 1900 1902 1955 an Germania
abgegeben
366 m
Zollern Ost Wegscheid
44369 Dortmund
51.524168, 7.386332 1948 1950 1955 an Germania
abgegeben
436 m

 

Fotogalerie

103. Zeche Oespel

Zeche Oespel, Dortmund, Ruhrgebiet, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Zechen Dortmund

Zeche Oespel in Dortmund.

 

 

Zechensteckbrief

Namen der Zeche Gründung Förderbeginn Stilllegung Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Oespel (ab 1903)

1903 1906 1962 1.921
(1950)
630.261 t
(1938)

1903: entstanden durch Auflösung
des Pachtvertrags des Feldes Oespel
durch die Zeche Ver. Borussia

 

Schächte der Zeche Oespel

Schacht Adresse GPS Teufbeginn Förderbeginn Stilllegung Max.
Teufe
1 (Borussia 4) Brandschachtstraße 13
44149 Dortmund
51.492586, 7.367712 1903 1906 1962 578 m
3 (Wetterschacht 2) Passmannweg 23
44149 Dortmund
51.481930, 7.384431 1906 1907 1962 479 m
2 (Borussia 2) Brandschachtstraße 13
44149 Dortmund
51.492279, 7.368612 1856 1911 von Borussia
übernommen
1962 578 m

 

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104. Zeche Germania

Zeche Germania, Dortmund, Ruhrgebiet, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Zechen Dortmund

Zeche Germania in Dortmund.

 

 

Zechensteckbrief

Namen der Zeche Gründung Förderbeginn Stilllegung Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Vereinigte Germania (ab 1850)

Martener Bergwerks-Verein
Germania (ab 1872)

Vereinigte Germania (ab 1877)

Zollern-Germania (ab 1939)

1850 1858 1971 6.835
(1957)
1.881.250 t
(1957)

1973: Umsetzen des Fördergerüstes Schacht 5
zum Deutschen Bergbaumuseum in Bochum

 

Schächte der Zeche Germania

Schacht Adresse GPS Teufbeginn Förderbeginn Stilllegung Max.
Teufe
1 Steinhammerstraße 84
44379 Dortmund
51.501783, 7.373027 1855 1858 1917 439 m
Wetterschacht A40 51.497890, 7.379626 1862 - 1862 gestundet 10,5 m
neuer
Wetterschacht
Overhoffstraße
44149 Dortmund
51.493802, 7.380650 1863 1865 1885 68 m
2 (Müllensiefen) Germaniastraße 39-61
44379 Dortmund
51.506620, 7.366610 1874 1877 von Müllensiefen
übernommen
1930 435 m
Wetterschacht
im Südostfeld
Planetenfeldstraße
44149 Dortmund
51.498767, 7.396282 1884 1885 1930 292 m
Wetterschacht 3 Martener Str. 464-450
44379 Dortmund
51.506379, 7.367706 1892 1893 1971 778 m
4 Karolinenstraße
44379 Dortmund
51.501267, 7.372145 1910 1913 1971 436 m
5 Germaniastraße 39-61
44379 Dortmund
51.506917, 7.367744 1939 1951 1971 770 m
Wetterschacht
Westschacht
Martener Str.
44388 Dortmund
51.502170, 7.347215 1942 1947 1971 605 m
Südschacht Steinhammerstraße 82
44379 Dortmund
51.502207, 7.373811 1955 1957 1971 603 m
Zollern 1 Bärenbruch
44379 Dortmund
51.520350, 7.369592 1856 1955 von Zollern
übernommen
1971 436 m
Zollern 3 Bärenbruch
44379 Dortmund
51.520482, 7.369992 1856 1955 von Zollern
übernommen
1971 928 m
Zollern 2 Grubenweg
44388 Dortmund
51.517817, 7.334678 1898 1955 von Zollern
übernommen
1966 610 m
Zollern 4 Grubenweg
44388 Dortmund
51.518493, 7.335207 1900 1955 von Zollern
übernommen
1965 610 m
Zollern Ost Wegscheid
44369 Dortmund
51.524168, 7.386332 1948 1955 von Zollern
übernommen
1971 436 m

 

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105. Zeche Westhausen

Malakowturm der Zeche Westhausen in Dortmund, Ruhrgebiet, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Zechen Dortmund

Die Zeche Westhausen in Dortmund wurde nach dem benachbarten Schloss Westhusen benannt. Erste Mutungsbohrungen fanden hier bereits 1855 statt. Die Zeche wurde 1871 gegründet. 1872 wurde Schacht 1 abgeteuft. Er erhielt 1873 einen imposanten Malakowturm und nahm im selben Jahr die Förderung auf. Ab 1886 wurden auch 330 t Schwefelerz gefördert mit 4 Bergleuten. Der Erzabbau bekam aber im weiteren Verlauf keine Bedeutung und wurde 1896 eingestellt. 1889 wurde ein zweiter Schacht ca. 800 m südlich von Schacht 1 abgeteuft. Er ging 1893 als Wetterschacht in Betrieb. Von 1908 bis 1911 wurde Schacht 3 neben Schacht 1 gebaut. Die maximale Fördermenge erzielte Westhausen 1939 mit 997.960 t Kohle. Die maximale Belegschaft wurde 1940 mit 2.469 Bergleuten erreicht. 1953 erfolgte der Durchschlag mit der Zeche Hansa. Ab 1954 wurde die Förderung unter- und übertage nach Hansa verlegt. Ende 1955 wurde die Förderung ganz eingestellt und die Tagesanlagen in der Folge abgebrochen. Westhausen wurde Anfang 1956 von Hansa übernommen. Der Malakowturm über Schacht 1 blieb erhalten und ist seit 1979 Kulturdenkmal der Stadt Dortmund.

 

 

Zechensteckbrief

Namen der Zeche Gründung Förderbeginn Stilllegung Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit
Westhausen (ab 1871) 1871 1873 1956 2.469
(1940)
997.960 t
(1939)

Malakowturm aus dem Jahr 1873 mit
zwei Ecktürmen (Fluchttreppen) gilt
als architektonisch bedeutsam

 

Schächte der Zeche Westhausen

Schacht Adresse GPS Teufbeginn Förderbeginn Stilllegung Max.
Teufe
1 Bodelschwingher Str.
44357 Dortmund
51.55004, 7.375160 1872 1873 1956 an Hansa
abgegeben,
1980 stillgelegt
596 m
2 Ringstraße
44357 Dortmund
51.542995, 7.379105 1889 1893 1956 an Hansa
abgegeben,
1960 stillgelegt
401 m
3 (Wetterschacht) Bodelschwingher Str.
44357 Dortmund
51.549725, 7.376429 1908 1911 1956 an Hansa
abgegeben,
1980 stillgelegt
593 m
Wetterschacht Königsmühle
(Gemeinschafts-Schacht)
Auf dem Wodeacker
44359 Dortmund
51.560990, 7.405874 1952 1955 1956 an Hansa
abgegeben,
1985 stillgelegt
585 m

 

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106. Zeche Adolf von Hansemann

Zeche Adolf von Hansemann, Dortmund, Ruhrgebiet, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Zechen Dortmund

Die Zeche Adolf von Hansemann wurde 1873 in Dortmund gegründet. Starke Wasserzuflüsse und eine Reihe von Schlagwetterexplosionen belasteten den Aufbau des Bergwerks. Ein zweiter Schacht musste 80 m südlich vom 1873 abgeteuften ersten Schacht errichtet werden. Nach Liquidation und Umwandlung in eine Aktiengesellschaft im Jahr 1896 konnte endlich 1899 die Förderung aufgenommen werden. 1910 wechselte der Besitzer zur Deutsch-Luxemburgische Bergwerks- und Hütten AG. Nach weiteren Schwierigkeiten wurde die Zeche 1926 durch die Gelsenkirchener Bergwerks-AG übernommen. Eine neue Schachtanlage 4/5 wurde 1930-1937 in Oestrich, ca. 1,5 km westlich vom ersten Standort errichtet. Die Anlage 4/5 wurde 1938 in Gustav 1/2 umbenannt, nach Gustav Knepper, Vorstandsvorsitzender der Gelsenkirchener Bergwerks-AG. 1954 wurde die Förderung der Schächte Adolf Hansemann 1-3 eingestellt. Die Kohle wurde untertage nach Gustav und dort zutage gefördert. Ende der Fünfziger wurde ein neuer Schacht im Ostfeld gebaut und in Betrieb genommen. 1966 wurde die Zeche von dem Bergwerk Hansa übernommen. Die vollständige Stilllegung der Schächte erfolgte 1967.

 

 

Zechensteckbrief

Namen der Zeche Gründung Förderbeginn Stilllegung Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Mengeder Bergwerks-AG (ab 1873)

Adolph von Hansemann (ab 1874)

Adolf von Hansemann (ab 1876)

1873 1899 1966 4.462
(1955)
1.359.050 t
(1939)

Die Tagesanlagen im Stil der
Backsteingotik gehören zu den
architektonisch bedeutendsten
Zechenbauten in Dortmund

 

Schächte der Zeche Adolf von Hansemann

Schacht Adresse GPS Teufbeginn Förderbeginn Stilllegung Max.
Teufe
2 (erster Schacht) Hansemannstraße
44357 Dortmund
51.568086, 7.377252 1873 1912 1954 896 m
1 (zweiter Schacht) Hansemannstraße
44357 Dortmund
51.567864, 7.376131 1888 1899 1954 737 m
3 Hansemannstraße
44357 Dortmund
51.567981, 7.378340 1894 1899 1954 737 m
4 (Gustav 1) Emsinghofstraße
44357 Dortmund
51.568610, 7.356079 1930 1937 1966 an Hansa
abgegeben,
1967 stillgelegt
900 m
5 (Gustav 2) Emsinghofstraße
44357 Dortmund
51.569170, 7.355655 1934 1937 1966 an Hansa
abgegeben,
1967 stillgelegt
900 m
Wetterschacht Königsmühle
(Gemeinschafts-Schacht)
Auf dem Wodeacker
44359 Dortmund
51.560990, 7.405874 1952 1955 1966 an Hansa
abgegeben,
1985 stillgelegt
585 m
Ostschacht (Wetterschacht) Schaarstraße
44359 Dortmund
51.578102, 7.403542 1955 1958 1966 an Hansa
abgegeben und
stillgelegt
607 m

 

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107. Zeche Fürst Hardenberg

Malakowturm der Zeche Fürst Hardenberg in Dortmund, Ruhrgebiet, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Zechen Dortmund

Bereits 1872 war eine Gewerkschaft gegründet worden, die mit dem Abteufen eines Schachts im Feld Deusen begonnen hatte. Der Malakowturm wurde von 1872 bis 1874 gebaut. 1873 kam es zum Absturz der Teufbühne mit 8 Toten. 1874 wurde die neue Gewerkschaft Fürst Hardenberg gegründet, benannt nach dem preußischen Staatsmann Karl August Fürst von Hardenberg. 1876 wurde die erste Sohle in 412 m, die zweite in 452 m eingerichtet und die Förderung aufgenommen. 1881 konsolidierte Fürst Hardenberg mit Minister Stein zu Ver. Stein & Hardenberg. 1897 wurde Schacht 2 neben Schacht 1 abgeteuft, er ging 1900 in Betrieb. 1902 wurde die Förderung auf Schacht 1 eingestellt. 1938 wurde Wetterschacht 6 (Ernst Brandi) errichtet, Betriebsbeginn war 1941. Bei Kriegsende 1945 wurden die Tagesanlagen zerstört. Die Zeche Ver. Stein & Hardenberg trennte sich wieder in Minister Stein und Fürst Hardenberg. 1950 wurde Wetterschacht 6 an Minister Stein abgegeben. 1957 erfolgte der Durchschlag mit Minister Stein auf der 5. Sohle (658 m). Das Bergwerk Fürst Hardenberg wurde 1960 von Minister Stein übernommen. Die Förderung auf Fürst Hardenberg wurde eingestellt und die Kohle untertage nach Minister Stein gefördert. Schacht 2 diente bis zur Stilllegung von Minister Stein 1987 weiter der Seilfahrt, Materialförderung und Bewetterung.

 

 

Zechensteckbrief

Namen der Zeche Gründung Förderbeginn Stilllegung Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Fürst Hardenberg (ab 1874)

Ver. Stein & Hardenberg (ab 1881)

Fürst Hardenberg (ab 1945)

1874 1876 1960 3.246
(1950)
968.680 t
(1950)

Fürst Hardenberg betrieb
von 1884 bis 1901 eine
Solebadeanstalt

 

Schächte der Zeche Fürst Hardenberg

Schacht Adresse GPS Teufbeginn Förderbeginn Stilllegung Max.
Teufe
1 Lindnerstraße
44339 Dortmund
51.549237, 7.442333 1872 1876 1902 564 m
2 Lindnerstraße
44339 Dortmund
51.549697, 7.441112 1897 1900 1960 an Minister
Stein abgegeben,
1987 stillgelegt
658 m
Wetterschacht 6
(Ernst Brandi)
Wetterschachtweg
44339 Dortmund
51.578792, 7.461578 1938 1941 1950 an Minister
Stein abgegeben,
1987 stillgelegt
454 m

 

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108. Zeche Hansa

Bergwerk Zeche Hansa Schacht 3 in Dortmund, Ruhrgebiet, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Zechen Dortmund

Die Zeche Hansa ist ein Bergwerk in Dortmund, das 1869 mit der Steinkohlenförderung begann. Schwere Grubenunglücke in den Jahren 1940 mit 52 Toten und 1944 mit 95 Toten überschatteten den Betrieb. Die geplante Stilllegung im Jahr 1967 konnte durch Proteste der Kumpel hinausgezögert werden. Die konventionelle Förderung wurde erst 1975 eingestellt. In den Jahren danach wurde in der Grube die hydro­mechanische Kohlengewinnung erforscht. Das letzte Grubenunglück, eine Schlagwetterexplosion mit 7 Toten, ereignete sich März 1979. Die endgültige Stilllegung kam dann im November 1980. Zu sehen ist hier das Fördergerüst der Zeche Hansa, mit dessen Hilfe noch bis 2014 Grubenwasser abgepumpt wurde.

 

 

Zechensteckbrief

Namen der Zeche Gründung Förderbeginn Stilllegung Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Hansa (ab 1856)

1856 1869 1980 6.444
(1966)
2.265.450 t
(1966)

1977 Einstellung konventioneller Förderung
und bis 1980 Betrieb als Hydrogrube

 

Schächte der Zeche Hansa

Schacht Adresse GPS Teufbeginn Förderbeginn Stilllegung Max.
Teufe
Weyhe Schacht Rohwedderstraße
44369 Dortmund
51.536418, 7.417779 1856 - 1869 83,7 m
1 (alter Schacht 2) Rohwedderstraße
44369 Dortmund
51.536885, 7.417387 1857 1869 1980 613 m
2 Rohwedderstraße
44369 Dortmund
51.537310, 7.417123 1870 1888 1980 820 m
3 (Wetterschacht) Rohwedderstraße 7
44369 Dortmund
51.537956, 7.416614 1908 1910 1980 865 m
4 (Wetterschacht) Varziner Str.
44369 Dortmund
51.533860, 7.408215 1949 1951 1980 664 m
Wetterschacht
Königsmühle
(Gemeinschafts-Schacht)
Auf dem Wodeacker
44359 Dortmund
51.560990, 7.405874 1952 1955 1982 an Minister
Stein abgegeben,
1985 stillgelegt
585 m
Westhausen 1 Bodelschwingher Str.
44357 Dortmund
51.55004, 7.375160 1872 1956 von Westhausen
übernommen
1980 865 m
Westhausen 2 Ringstraße
44357 Dortmund
51.542995, 7.379105 1889 1956 von Westhausen
übernommen
1960 401 m
Westhausen 3 Bodelschwingher Str.
44357 Dortmund
51.549725, 7.376429 1908 1956 von Westhausen
übernommen
1980 823 m
Adolf von Hansemann,
Gustav 1
Emsinghofstraße
44357 Dortmund
51.568610, 7.356079 1930 1966 von Adolf von
Hansemann übernommen
1967 900 m
Adolf von Hansemann,
Gustav 2
Emsinghofstraße
44357 Dortmund
51.569170, 7.355655 1934 1966 von Adolf von
Hansemann übernommen
1967 900 m
Adolf von Hansemann,
Ostschacht
Schaarstraße
44359 Dortmund
51.578102, 7.403542 1955 1966 von Adolf von
Hansemann übernommen
1966 575 m

 

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109. Zeche Minister Stein

Bergwerk Zeche Minister Stein in Dortmund, Ruhrgebiet, Deutschland Förderturm Hammerkopfturm, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Zechen Dortmund

1855-1858 wurde die Mutung für die Felder Borussia I-VI erteilt. 1859 wurde die Gewerkschaft Vereinigte Borussia gegründet, die die sechs Felder in einer Zeche konsolidierte. Der Namen des Bergwerks wurde 1871 in Zeche Minister Stein geändert nach dem preußischen Minister und Reformer Karl Freiherr vom Stein. Mit einer Fördermenge von 3,7 Millionen Tonnen pro Jahr und 6.800 Beschäftigten war Minister Stein 1941 die größte Zeche des Ruhrgebiets (1881 bis 1945 im Verbund mit Fürst Hardenberg). Bei ihrer Stilllegung im Jahr 1987 war das Bergwerk die letzte aktive Zeche in Dortmund. Der charakteristische Hammerkopfturm von Schacht 4 steht im Stadtteil Eving. Bei herkömmlichen Fördergerüsten wie z. B. dem Tomson Bock oder dem Englischen Bock befindet sich die Fördermaschine in einem Gebäude seitlich des Gerüsts. Das Treibeseil wird über Seilscheiben im Kopf des Fördergerüsts in den Schacht umgelenkt. Bei Hammer­kopf­tür­men wurde die Umlenkung des Seils mittels Seilscheiben vermieden. Dazu musste die Förder­maschine in den Kopf des Förderturms versetzt werden. Am 11. Februar 1925 ereignete sich auf der Zeche Minister Stein eine Schlagwetterexplosion, der 136 Bergleute zum Opfer fielen.

 

 

Zechensteckbrief

Namen der Zeche Gründung Förderbeginn Stilllegung Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Borussia (ab 1855)

Minister Stein (ab 1871)

Ver. Stein & Hardenberg (ab 1881)

Minister Stein (ab 1945)

1859 1875 1987 7.423
(1960)
2.740.530 t
(1964)

1941/1944 größte Zeche
im Ruhrgebiet.

1926: Bau des Hammerkopfturms
über Schacht 4

 

Schächte der Zeche Minister Stein

Schacht Adresse GPS Teufbeginn Förderbeginn Stilllegung Max.
Teufe
1 Evinger Str.
44339 Dortmund
51.548299, 7.463441 1871 1875 1987 786 m
2 Evinger Str.
44339 Dortmund
51.547554, 7.462557 1891 1898 1987 714 m
3 (Wetterschacht) Seilfahrtsweg
44339 Dortmund
51.553201, 7.491379 1901 1902 1987 1.036 m
4 (Emil Kirdorf) Deutsche Str.
44339 Dortmund
51.546867, 7.464321 1923 1926 1987 1.189 m
5 (Wetterschacht) Grüggelsort
44329 Dortmund
51.562893, 7.499176 1929 1930 1987 922 m
Wetterschacht 6
(Ernst Brandi)
Wetterschachtweg
44339 Dortmund
51.578792, 7.461578 1938 1950 von Fürst
Hardenberg übernommen
1987 849 m
7 (Förderschacht) Evinger Str.
44339 Dortmund
51.548033, 7.46243 1957 1959 1987 714 m
Fürst Hardenberg 2 Lindnerstraße
44339 Dortmund
51.549697, 7.441112 1897 1960 von Fürst
Hardenberg übernommen
1987 898 m
Wetterschacht
Königsmühle
(Gemeinschafts-Schacht)
Auf dem Wodeacker
44359 Dortmund
51.560990, 7.405874 1952 1982 von Hansa
übernommen
1985 585 m

 

Fotogalerie

110. Zeche Dorstfeld

Zeche Dorstfeld in Dortmund, Ruhrgebiet, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Zechen Dortmund

Die Zeche Dorstfeld im gleichnamigen Stadtteil von Dortmund wurde 1849 gegründet. Schacht 1 wurde abgeteuft und 1852 in Betrieb genommen. 1860 konsolidierte die Zeche zu Ver. Dorstfeld. 1882 wurde ein sog. gebrochener Wetter- und Fahrschacht abgeteuft. Bis 100 m war der Schacht durch das Deckgebirge seiger, d. h. senkrecht gebaut, danach verlief der Schacht tonnlägig, d. h. geneigt in den Flöz.

 

1885 kam erstmalig im Ruhrgebiet eine Radschrämmaschine zum Einsatz. Ein gezahntes Rad wird wie eine große Kreissäge als Schneideinheit verwendet. Es ist auf einem Schmetterling, einer Eisenplatte montiert, die wiederum am Gestänge der Maschine befestigt ist. Angetrieben wird die Maschine mit einem zweikolbigen Druckluftmotor. Die Schrämmaschine erzeugte schräge Schlitze im Flöz, mit deren Hilfe das Gestein leichter herausgebrochen werden konnte.

 

1889 übernahm Dorstfeld die Zeche Ver. Carlsglück und Planetenfeld mit den beiden Schächten Carlsglück (später Schacht 2) und Adolph. 1891 wurde das Bergwerk wieder in Dorstfeld umbenannt. Die Felder Carlsglück und Planetenfeld wurden 1895 wegen schwerer geologischer Verhältnisse wieder aufgegeben. In den ersten Jahrzehnten des neuen Jahrhunderts wurden 4 Wetterschächte errichtet. 1925 kam es zu einer folgenschweren Sprengstoff-/Kohlenstaubexplosion mit 47 Toten. 1940 erreichte die Zeche eine Endteufe von 1.098 m. Das Bergwerk Dorstfeld wurde 1963 stillgelegt. Die Tagesanlagen wurden abgerissen, die Schächte verfüllt. Erhalten geblieben sind die Markenhalle der Schachtanlage 2/3 an der Straße Oberbank Ecke Wittener Straße und direkt daneben das Maschinenhaus von Schacht 2 an der Straße Oberbank.

 

 

Zechensteckbrief

Namen der Zeche Gründung Förderbeginn Stilllegung Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Dorstfeld (ab 1847)

Ver. Dorstfeld (ab 1860)

Dorstfeld (ab 1891)

1849 1852 1963 4.576
(1950)
1.362.828 t
(1929)

1885: erstmaliger Einsatz einer
Radschrämmaschine im Ruhrgebiet

 

Schächte der Zeche Dorstfeld

Schacht Adresse GPS Teufbeginn Förderbeginn Stilllegung Max.
Teufe
1 Caterpillarstraße
44149 Dortmund
51.511355, 7.411317 1849 1852 1963 1.061 m
gebrochener Wetter-/
Fahrschacht für Schacht 1
Dorstfelder Hellweg/
Karl Funke Str.
44149 Dortmund
51.511473, 7.412537 1882 1886 1911 227 m
2 (Carlsglück) Oberbank
44149 Dortmund
51.502355, 7.417506 1849 1889 von Ver. Carlsglück &
Planetenfeld übernommen
1963 610 m
Adolph (Planetenfeld) Planetenfeldstraße
44149 Dortmund
51.495493, 7.400912 1872 1889 von Ver. Carlsglück &
Planetenfeld übernommen
1895 418 m
Wetterschacht für
Schacht 1
Dorstfeld (Dortmund) - 1889 1890 1911 227 m
gebrochener Wetterschacht
für Schacht 2
Dorstfeld (Dortmund) - 1897 1898 1963 735 m
3 (Wetterschacht) Oberbank
44149 Dortmund
51.502323, 7.418221 1902 1902 1963 1.098 m
4 (Wetterschacht) Caterpillarstraße
44149 Dortmund
51.511204, 7.410419 1909 1911 1963 612 m
5 (Wetterschacht) Kleine Beratgerstraße
44149 Dortmund
51.503715, 7.400591 1918 1920 1963 1.061 m
6 (Wetterschacht) Kleine Beratgerstraße
44149 Dortmund
51.503472, 7.399772 1926 1928 1963 441 m

 

Fotogalerie

111. Zeche Tremonia

Zeche Tremonia, Dortmund, Ruhrgebiet, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Zechen Dortmund

Zeche Tremonia in Dortmund.

 

 

Zechensteckbrief

Namen der Zeche Gründung Förderbeginn Stilllegung Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Teichmühlenbaum (bis 1855)

Temonia (ab 1855)

1855 1861 1931 2.142
(1920)
426.840 t
(1929)

1886-1897: auch Schwefelkiesabbau
.

1944-1996: Wiederinbetriebnahme als
Versuchsgrube Tremonia mit 138 Bergleuten.

 

Schächte der Zeche Tremonia

Schacht Adresse GPS Teufbeginn Förderbeginn Stilllegung Max.
Teufe
1 Tremoniastraße
44137 Dortmund
51.506130, 7.436071 1856 1861 1931 686 m
Wetterschacht Tremoniastraße
44137 Dortmund
51.503441, 7.438469 1872 1876 1891 50 m
Wetterschacht 2 Tremoniastraße
44137 Dortmund
51.505551, 7.436031 1888 1891 1931 418 m
Westphalia 1 Westfaliastraße
44147 Dortmund
51.517140, 7.444976 1853 1895 von Ver. Westphalia
übernommen
1895 405 m
Westphalia 2 Westfaliastraße
44147 Dortmund
51.517353, 7.444290 1854 1895 von Ver. Westphalia
übernommen
1931 502 m
Wetterschacht
Schönau
Emil-Figge-Straße 39
44227 Dortmund
51.495333, 7.432533 1926 1928 1931 127 m

 

Fotogalerie

112. Zeche Louise Tiefbau

Zechengebäude der Zeche Vereinigte Louise Tiefbau in Dortmund, Ruhrgebiet, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Zechen Dortmund

Die Ursprünge des Bergwerks Louise Tiefbau gehen bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts zurück. Erste Mutungen waren 1743 erteilt worden. 1752 wurde der Stollen aus dem Emschertal angesetzt. 1755 wurde das erste Kohlenflöz erreicht. 1763 wurde das Erbstollenrecht für Louise Erbstolln verliehen. Das Stollen­berg­werk hatte nur eine Bauhöhe von 10 Lachter, also ca. 21 m. Es gab eine Reihe von Schächten, die auf den Erbstollen oder direkt auf die Flöze führten (s. Tabelle 'Schächte im Stollenabbau 1752-1855'). Mit dem Abteufen von Schacht Clausthal ging man 1843 in den Tiefbau über. Clausthal nahm 1844 die Förderung auf. Schacht Schulte wurde 1847-1849 in Kirchvörde errichtet. 1859 war Louise Tiefbau die größte Zeche im Ruhrgebiet. Sie förderte 542.591 Scheffel Kohle im Jahr oder 130.222 t bei einer Belegschaft von 552 Bergleuten. 1864 wurde die Anschlussbahn vom Schacht Clausthal zur Eisenbahn fertiggestellt. 1883 erreichte die Zeche ihre maximale Förderung mit 286.175 t und einer Belegschaft von 907 Bergleuten.

 

Schächte im Stollenabbau 1752-1876

Schacht Teufbeginn in Betrieb genannt Ortsangabe
Stollen aus dem Emschertal 1752 1762   an der Balkhofer Brücke
Bauer   1796    
Heide   1800, 1820, 1825 1855, 1876 auf dem Flöz
Christina   1805    
Hoffnung   1810 1855 auf dem Flöz
Conrad   1810    
Christoph   1810    
Wasserschacht 1815      
Georg   1825, 1830 1855 auf dem Flöz
Johannes   1830, 1840, 1841, 1843 1855 auf dem Flöz
Lichtloch 1-9     1855  
Lichtloch 10   1830, 1835, 1840, 1841, 1843 1855  
Hugo   1835 1855 auf dem Flöz
Heinrich   1835 1855 auf dem Flöz
Wilhelm     1855 auf dem Erbstollen
Feld     1855 auf dem Flöz

 

Schacht Clausthal wurde bis 1888 auf 489 m abgeteuft, Schacht Schulte 1890 bis auf 470 m. 1908 stürzte Clausthal ein und wurde verfüllt. Der Betrieb wurde wegen des zu kleinen Grubenfeldes im selben Jahr eingestellt. Schacht Schulte, wie Clausthal mit einem Holzausbau versehen, wurde verfüllt, ausgemauert und neu abgeteuft. Der Schacht wurde dem Bergwerk Ver. Wiensdahlsbank übergeben, das ihn bis zur Stilllegung 1926 als Wetterschacht betrieb. Von den Tagesanlagen ist nur ein zweistöckiges Zechengebäude am Schacht Schulte in der Straße Louisenglück erhalten geblieben, das heute als Wohnhaus genutzt wird.

 

 

Zechensteckbrief

Namen der Zeche Gründung Förderbeginn Stilllegung Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Louise Erbstolln (ab 1763)

Louise & Erbstolln (ab 1841)

Louise Tiefbau (ab 1843)

1763 1762 1908 1207
(1875)
286.175 t
(1883)

1859: größtes Bergwerk im Ruhrgebiet:
130.222 t, 552 Bergleute

 

Schächte der Zeche Louise Tiefbau

Schacht Adresse GPS Teufbeginn Förderbeginn Stilllegung Max.
Teufe
Clausthal Luisenhoffnung
44225 Dortmund
51.480595, 7.436083 1843 1844 1908 489 m
Schulte Luisenglück
44225 Dortmund
51.478608, 7.432088 1847 1848/49 1910 an Ver. Wiendahlsbank
abgegeben, bis zur Stillegung
1926 als Wetterschacht in Betrieb
470 m

113. Zeche Wiendahlsbank

Zeche Wiendahlsbank, Dortmund, Ruhrgebiet, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Zechen Dortmund

Zeche Wiendahlsbank in Dortmund.

 

 

Zechensteckbrief

Namen der Zeche Gründung Förderbeginn Stilllegung Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Wiendahlsbank (bis 1850)

Ver. Wiendahlsbank (ab 1850)

1850 1858 1924 2.138
(1922)
339.769 t
(1914)

Feld Wiehndahlsbank bereits 1768
verliehen und seit 1771 abgebaut

 

Schächte der Zeche Wiendahlsbank

Schacht Adresse GPS Teufbeginn Förderbeginn Stilllegung Max.
Teufe
Seigerer Schacht
Wilhelm
Kruckeler Str. 264
44227 Dortmund
51.457277, 7.413219 1853 1858 1924 783 m
Wetterschacht 1 Kruckeler Str. 255-268
44227 Dortmund
51.456020, 7.414248 1858 1858 - -
tonnlägiger Schacht - - 1866 - - -
Friedrich Bunte Bank 2A
44227 Dortmund
51.456732, 7.413697 1872 1873 1924 658 m
Wetterschacht 2 Bunte Bank 2A
44227 Dortmund
51.456732, 7.413697 1903 - - -
Schulte Luisenglück
44225 Dortmund
51.478608, 7.432088 1847 1910 von Louise
Tiefbau übernommen
1924 470 m

 

Fotogalerie

114. Zeche Admiral

Zeche Admiral, Dortmund, Ruhrgebiet, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Zechen Dortmund

Zeche Admiral in Dortmund.

 

 

Zechensteckbrief

Namen der Zeche Gründung Förderbeginn Stilllegung Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Admiral (ab 1910)

1910 1912 1925 1.249
(1922)
148.171 t
(1922)

1925 stillgelegt wegen Unwirtschaftlichkeit.
Später Abbau des Grubenfeldes durch Gottessegen.

 

Schächte der Zeche Admiral

Schacht Adresse GPS Teufbeginn Förderbeginn Stilllegung Max.
Teufe
Förderschacht Zum Ihnedieck 12
44265 Dortmund
51.468738, 7.498896 1910 1912 1925 219 m
Wetterschacht Zum Ihnedieck 18
44265 Dortmund
51.468095, 7.498817 1910 1912 1925 35 m

 

Fotogalerie

115. Zeche Am Busch

Zeche Am Busch, Dortmund, Ruhrgebiet, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Zechen Dortmund

Zeche Am Busch im Westfalenpark in Dortmund.

 

 

Zechensteckbrief

Namen der Zeche Gründung Förderbeginn Stilllegung Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Am Busch (ab 1811)

Friedrich Wilhelm (ab 1815)

1811 1813 1826 - 6.066 t
(1820)

14. Jhdt.: Kohlenfunde in diesem Gebiet.


15. Jhdt: Kohlengräberei
.

18. Jhdt. Stollenbetrieb
.

1812: Erster Schacht im Ruhrgebiet,
der die Mergelschicht durchteuft.

 

Schächte der Zeche Am Busch

Schacht Adresse GPS Teufbeginn Förderbeginn Stilllegung Max.
Teufe
Christine An d. Buschmühle 100
44139 Dortmund
51.493600, 7.479021 1812 1813 1826 65 m
Kunstschacht Wilhelm An d. Buschmühle
44139 Dortmund
51.493279, 7.479548 1813 1820 1826 49 m
Mergelschacht An d. Buschmühle
44139 Dortmund
51.494411, 7.478998 1819 1820 1826 -

 

Fotogalerie

116. Zeche Freie Vogel und Unverhofft

Zeche Freie Vogel und Unverhofft, Dortmund, Ruhrgebiet, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Zechen Dortmund

Zeche Freie Vogel und Unverhofft in Dortmund.

 

 

Zechensteckbrief

Namen der Zeche Gründung Förderbeginn Stilllegung Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Freye Vogel (1782)

Unverhofft (1784)

Unverhofft und Freie Vogel (ab 1829)

Freie Vogel & Unverhofft (ab 1846)

1829 1844 1925 1.558
(1914)
395.837 t
(1914)

1853-1898: Kohleneisensteinabbau für
Hörder Verein (max. Förderung: 65.183 t
)

1874: mit 487 m Teufe tiefster
Schacht im Ruhrgebiet

 

Schächte der Zeche Freie Vogel und Unverhofft

Schacht Adresse GPS Teufbeginn Förderbeginn Stilllegung Max.
Teufe
Alter Schacht
(Wilhelm)
- - vor 1836 durch
Hellenbank
ab 1843 durch Freie Vogel
& Unverhofft genutzt
1854 -
Kunstschacht
Conrad
Lissaboner Allee 33-35
44269 Dortmund
51.496092, 7.526943 1843 1844 vor 1921 126 m
1 Freie-Vogel-Straße 5
44263 Dortmund
51.494355, 7.521112 1850 1853 1925 556 m
Hilfsfahrungsschacht - - 1883 - 1912 85 m
Suchschacht - - 1897 - 1898 68 m
2 Freie-Vogel-Straße 7 B
44263 Dortmund
51.495072, 7.520846 1905 1907 1925 483 m
Wetterschacht
Kipsburg
Bunzlaustraße 82
44263 Dortmund
51.496845, 7.505852 1911 1911 1925 65 m
Wetterschacht Freie-Vogel-Straße
44263 Dortmund
51.495251, 7.520500 1918 1920 1925 226 m

 

Fotogalerie

117. Zeche Vereinigte Bickefeld Tiefbau

Zeche Vereinigte Bickefeld Tiefbau, Dortmund, Ruhrgebiet, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Zechen Dortmund

Zeche Vereinigte Bickefeld Tiefbau in Dortmund.

 

 

Zechensteckbrief

Namen der Zeche Gründung Förderbeginn Stilllegung Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Bickefeld & Verlohrne Holz (1830)

Ver. Bickefeld Tiefbau (ab 1833)

1831 1833 1904 959
(1903)
174.354 t
(1903)

1837: Beginn der Koksproduktion als
eine der ersten Zechen im Ruhrgebiet


1852: Erste Bohrversuche mit
Handbohrmaschinen im Ruhrgebiet

 

Schächte der Zeche Vereinigte Bickefeld Tiefbau

Schacht Adresse GPS Teufbeginn Förderbeginn Stilllegung Max.
Teufe
Seigerer
Kunstschacht
Phoenixseestraße 25
44263 Dortmund
51.487207, 7.515035 1832 1833 1904 209 m
Adolph - - vor 1840 1840 vor 1845 -
1 (Lichtloch Nr. IV) Phoenixseestraße 19
44263 Dortmund
51.487004, 7.515288 1847 1849 1904 341 m
2 (Martin) Bickefeldstraße 10-18
44269 Dortmund
51.489385, 7.542716 1867 1869 1904 553 m
Wetterschacht Stuckmannshof 30
44269 Dortmund
51.482591, 7.544924 1868 vor 1890 1904 140 m
tonnlägiger
Wetterschacht
Steinbruchstraße
44269 Dortmund
51.486900, 7.538296 1871 1871 1904 140 m

 

Fotogalerie

118. Zeche Gneisenau

Bergwerk Zeche Gneisenau in Derne, Ruhrgebiet, Deutschland mit Doppelbock Fördergerüst und Tomson Bock Fördergerüst, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Zechen Derne

Die Zeche Gneisenau in Derne förderte von 1886 bis 1985 Steinkohle. Die Kokerei auf dem Gelände der Zeche wurde 4 Jahre später stillgelegt. Schacht 4 wurde noch bis 1999 als Befahrungs­schacht für die zentrale Wasserhaltung ge­nutzt. Heute befindet sich ein Einzelhandelszentrum auf dem Gelände der ehemaligen Zeche und Kokerei. Die beiden Fördergerüste wurden als Industriedenkmal erhalten. Neben dem frei stehenden Doppelbock Fördergerüst aus dem Jahr 1933 (Schacht 4) befindet sich ein Tomson Fördergerüst, das auf dem Dach der Maschinenhalle aufgesetzt ist. Es wurde 1886 vom Ingenieur Eugen Tomson gebaut und war eine Weiterentwicklung der bis dahin üblichen Englischen Böcke. Der Tomson Bock der Zeche Gneisenau ist das letzte erhaltene Fördergerüst seiner Art und das älteste Stahlfördergerüst im Ruhrgebiet.

 

 

Zechensteckbrief

Namen der Zeche Gründung Förderbeginn Stilllegung Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Union (ab 1855)

Gneisenau (ab 1874)

1874 1886 1985 7.406
(1965)
4.214.538 t
(1974)

1970: größtes Bergwerk im Ruhrgebiet

 

Schächte der Zeche Gneisenau

Schacht Adresse GPS Teufbeginn Förderbeginn Stilllegung Max.
Teufe
1 Gneisenauallee
44329 Dortmund
51.566805, 7.523559 1873 1886 1938 443 m
2 Gneisenauallee
44329 Dortmund
51.567166, 7.523532 1883 1887 1985 383 m
3 Gneisenauallee
44329 Dortmund
51.566311, 7.523379 1901 1903 1985 507 m
4 (Zentralförderschacht) Gneisenauallee
44329 Dortmund
51.567090, 7.525386 1930 1934 1985 990 m
Scharnhorst 2
(erster Schacht)
Zeche Scharnhorst
44328 Dortmund
51.541027, 7.521799 1872 1931 von Scharnhorst
übernommen
1975 507 m
Scharnhorst 1
(neuer Schacht)
Zeche Scharnhorst
44328 Dortmund
51.541133, 7.522942 1897 1931 von Scharnhorst
übernommen
1975 480 m
Wetterschacht Grevel Rote Fuhr
44329 Dortmund
51.568283, 7.554876 1925 1931 von Preußen
übernommen
1985 443 m
Kurl 1 Husener Straße
44319 Dortmund
51.559767, 7.594343 1855 1938 von Kurl verfüllt
übernommen
1978 309 m
Kurl 2 Husener Straße
44319 Dortmund
51.559600, 7.593960 1855 1938 von Kurl abgedeckt
übernommen
1978 309 m
Preußen II, 1 Preußenstraße
44532 Lünen
51.593072, 7.546925 1873 1942 stillgelegt und
abgedeckt von
Preußen übernommen
1970 700 m
Preußen II, 2 Preußenstraße
44532 Lünen
51.592744, 7.546253 1897 1942 stillgelegt und
abgedeckt von
Preußen übernommen
1970 558 m
Kurl 3 Dammstraße
44532 Lünen
51.590560, 7.578206 1962 1967 1985 an Haus
Aden abgegeben;
1998 stillgelegt
1.290 m
Victoria 1 Zwolle Allee
44534 Lünen
51.616726, 7.540425 1907 1963 von Victoria
übernommen
1985 an Haus
Aden abgegeben;
1991stillgelegt
1.149 m
Victoria 2 Zwolle Allee
44534 Lünen
51.617061, 7.541303 1908 1963 von Victoria
übernommen
1985 an Haus
Aden abgegeben;
1991stillgelegt
1.149 m
Victoria 3 (Preußen I, 1) Zum Gewerbepark
44532 Lünen
51.588972, 7.512980 1873 1963 von Victoria
übernommen
1979 839 m
Victoria 4 (Preußen I, 2) Zum Gewerbepark
44532 Lünen
51.588404, 7.512588 1892 1963 von Victoria
übernommen
1979 839 m
Kurl 4 (Wetterschacht) Lanstroper Straße
44329 Dortmund
51.578141, 7.591290 1969 1972 1982 583 m

 

Fotogalerie

119. Zeche Preußen

Zeche Preußen in Derne, Ruhrgebiet, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Zechen Derne

1873 wurde die Zeche Gustav Adolph in Dortmund-Derne gegründet und Schacht Gustav Adolph abgeteuft. 1874 wurde das Bergwerk in Nordsee umbenannt. 1875 wurden die Teufarbeiten aufgrund eines Wassereinbruchs in 275 m eingestellt. Das Bergwerk konsolidierte mit der Zeche Bertha Wilhelmine zu Ver. Nordsee. 1878 kam es auch im Schacht Bertha Wilhelmine in 234 m Tiefe zu einem Wassereinbruch. Beide Schächte wurden aufgegeben. 1887 wechselte der Besitzer und die Zeche wurde in Preußen umfirmiert. Schacht Gustav Adolph wurde erst in Prinz Heinrich, später in Preußen I,1 umbenannt. Schacht Bertha Wilhelmine wurde in Prinz Wilhelm und 1891 in Preußen II/1 umbenannt. Unter neuem Besitzer wurden die Abteufarbeiten wieder aufgenommen. Das Karbon wurde in 347 m Teufe erreicht, die 1. Sohle in 439 m, die zweite Sohle in 549 m eingerichtet.

 

Das Bergwerk Preußen nahm 1895 die Förderung auf. Beide Schachtanlagen I und II erhielten in den Jahren 1892-1906 jeweils einen zweiten Schacht. 1902 wurde auf Schacht II/2 die erste elektrische Drehstromfördermaschine im Ruhrgebiet eingesetzt. 1925 wurde in Dortmund-Scharmhorst der Wetterschacht Grevel abgeteuft. Der Stahlbetonförderturm wurde mit Ziegeln verkleidet und mit einem Dach versehen. Seine Lage "an der Roten Fuhr" hat ihm einen Zweitnamen beschert: Luftschacht Rote Fuhr. Der Förderturm steht seit 1989 unter Denkmalschutz und wurde zu einem Schulungs- und Bildungszentrum umgebaut. Die Zeche Preußen wurde 1929 stillgelegt, die Schächte abgedeckt. Wetterschacht Grevel ging 1931 zur Zeche Gneisenau. Das Feld Preußen wurde aufgeteilt. Der nördliche Teil mit der Schachtanlage I ging 1940 zu Victoria, der südliche Teil des Baufeldes mit der Schachtanlage Preußen II ging 1942 zu Gneisenau.

 

 

Zechensteckbrief

Namen der Zeche Gründung Förderbeginn Stilllegung Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Gustav Adolph (ab 1873)

Nordsee (ab 1874)

Ver. Nordsee (ab 1875)

Preußen (ab 1887)

1873 1895 1929 3.258
(1920)
771.858 t
(1913)

1902: Schacht II/2: erste elektrische
Drehstromfördermaschine im Ruhrgebiet

 

Schächte der Zeche Preußen

Schacht Adresse GPS Teufbeginn Förderbeginn Stilllegung Max.
Teufe
I/1 (Gustav Adolph) Zum Gewerbepark
44532 Lünen
51.588972, 7.512980 1873 1895 1926 stillgelegt;
1940 an Victoria
abgegeben
620 m
I/2 Zum Gewerbepark
44532 Lünen
51.588404, 7.512588 1892 1895 1926 stillgelegt;
1940 an Victoria
abgegeben
620 m
II/1 (Bertha Wilhelmine) Preußenstraße
44532 Lünen
51.593072, 7.546925 1873 1875 von
Bertha Wilhelmine
übernommen
1929 stillgelegt;
1942 an Gneisenau
abgegeben
690 m
II/2 Preußenstraße
44532 Lünen
51.592744, 7.546253 1897 1906 1929 stillgelegt;
1942 an Gneisenau
abgegeben
642 m
Wetterschacht Grevel Rote Fuhr
44329 Dortmund
51.568283, 7.554876 1925 1927 1931 an Gneisenau
abgegeben
443 m

 

Fotogalerie

120. Zeche Hörder Kohlenwerk

Markenkontrolle der Zeche Schleswig in Dortmund, Ruhrgebiet, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Zechen Dortmund

1854 wurde bei Mutungsbohrungen in Dortmund-Neuasseln in ca. 70 m Tiefe Kohle gefunden. 1855 wurden die Zeche Schleswig gegründet und zwei Schächte abgeteuft. Sie gingen 1859 in Betrieb. Das Bergwerk Schleswig konsolidierte 1859 mit weiteren Baufeldern (u. a. dem Feld Holstein) zur Zeche Hörder Kohlenwerk. Im selben Jahr wurde die erste Seilfahrt im Ruhrgebiet eingerichtet. 1860 wurde ein Solbad in Betrieb genommen, das bis zur Stilllegung der Zeche im Jahr 1925 aktiv war. 1874 wurde Schacht Holstein 1 im Ostfeld, ca. 1,8 km östlich von Schleswig abgeteuft. 1887 erreichte das Bergwerk seine maximale Erzfördermenge von 136.231 Tonnen Eisenstein. Der Erzabbau wurde 1912 eingestellt.

 

1889 kam es auf der Zeche Schleswig zu blutigen Zwischenfällen. Im Rahmen von Bergarbeiterstreiks am 9. Mai 1889 hatte die Belegschaft der Zeche Schleswig die Arbeit niedergelegt. Anschläge auf den Schacht und auf das Kesselhaus der Zeche durch Unbeteiligte konnte durch das beherzte Eingreifen von Belegschaftsangehörigen verhindert werden. Soldaten wurden eingesetzt und in der Nacht kehrten wieder Ruhe und Ordnung ein. Zum Schichtbeginn um 6 Uhr kam es aber zu einer unruhigen Situation. Als auch nach mehrmaliger Aufforderung die Ansammlung sich nicht auflöste, schossen die Soldaten in die Menge. Drei Menschen starben, sechs wurden schwer verletzt. Im Nachgang zu den Unruhen wurden acht Teilnehmer der Aufstände zu langen Freiheitsstrafen verurteilt.

 

1892 erhielt Holstein ein eisernes Fördergerüst. 1893-1894 wurde ein Wetterschacht für Holstein gebaut. 1904-1908 wurde der Schacht Holstein 2 abgeteuft. Die Schachtanlage Schleswig 1/2 wurde 1925 stillgelegt und 1926 abgebrochen. 1928 wurde Holstein 1/2 stillgelegt. Von den Tagesanlagen der Anlage Schleswig sind die Markenkontrolle am Werkseingang und das Sole-Badehaus, beide am Neuhammerweg erhalten. Von Holstein 1/2 blieb das Torhaus (Markenkontrolle) an der Donnerstraße Ecke Briefsweg erhalten, heute ein Wohnhaus.

 

 

Zechensteckbrief

Namen der Zeche Gründung Förderbeginn Stilllegung Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Schleswig (ab 1855)

Hörder Kohlenwerk (ab 1859)

Ver. Hörder Kohlenwerk (ab 1914)

1855 1859 1928 2.868
(1920)
627.581 t
(1913)

1859: Erste Zeche mit Seilfahrt im Ruhrgebiet.

1860-1925: Solbad in Betrieb.

 

Schächte der Zeche Hörder Kohlenwerk

Schacht Adresse GPS Teufbeginn Förderbeginn Stilllegung Max.
Teufe
Schleswig 1 Neuhammerweg
44309 Dortmund
51.516711, 7.567872 1855 1859 1925 559 m
Schleswig 2 Neuhammerweg
44309 Dortmund
51.516861, 7.568300 1855 1859 1925 559 m
3 (Wasserhaltungsschacht) Briefsweg
44319 Dortmund
- 1872 1873 1928 400 m
Holstein 1 Briefsweg
44319 Dortmund
51.525963, 7.589609 1874 1877 1928 411 m
Wetterschacht Holstein Briefsweg
44319 Dortmund
51.525695, 7.589205 1893 1894 1927 155 m
Holstein 2 Briefsweg
44319 Dortmund
51.525316, 7.589908 1904 1908 1928 521 m

 

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Zechen in Lünen


121. Zeche Minister Achenbach

Zeche Minister Achenbach in Lünen, Ruhrgebiet, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Zechen Lünen

Die Zeche Minister Achenbach war ein Kohlenbergwerk in Lünen, das zu seiner Blütezeit auf 7 Schächten 6.615 Mitarbeiter beschäftigte und 2,75 Mio. Tonnen Kohle pro Jahr förderte. Es war von 1877 bis 1992 aktiv. Nach seiner Schließung wurden die Schächte verfüllt und die Gebäude über Tage bis auf wenige Ausnahmen abgerissen. Auf dem Gelände von Schacht 4 wurde 1995 das Technologiezentrum Lünen (Lüntec) gebaut. Auf das Fördergerüst des Schachts 4 setzte man nach Plänen des Designers Luigi Colani in 35 m Höhe eine Business Lounge. Das Colani-Ufo oder auch Colani-Ei symbolisiert den Strukturwandel des Ruhrgebiets. Die Zeche ist heute Bestandteil der Route Industriekultur.

 

 

Zechensteckbrief

Namen der Zeche Gründung Förderbeginn Stilllegung Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Minister Achenbach (ab 1877)

Ver. Minister Achenbach (ab 1948)

1877 1900 1992 6.615
(1955)
2.745.029 t
(1982)

1995: Fördergerüst von Schacht 4 wird
zum Lüntec-Tower umgebaut und erhält
nach Entwürfen des Designers Luigi Colani
das „Colani-Ufo“ aufgesetzt

 

Schächte der Zeche Minister Achenbach

Schacht Adresse GPS Teufbeginn Förderbeginn Stilllegung Max.
Teufe
1 Zechenstraße
44536 Lünen
51.592592, 7.431456 1897 1900 1992 999 m
2 (Wetterschacht) Zechenstraße
44536 Lünen
51.592533, 7.430370 1899 1903 1992 999 m
3 (Carl Haarmann 3) Zechenplatz
44536 Lünen
51.593588, 7.458177 1909 1914 1968 648 m
4 (Carl Haarmann 4) Am Brambusch
44536 Lünen
51.604657, 7.453073 1919 1924 1968 1.012 m
5 (Wetterschacht) Am Wetterschacht
44534 Lünen
51.634053, 7.502944 1942 1954 1966 801 m
6 (Friedrich Müller) Brunnenstraße
44536 Lünen
51.613683, 7.477603 1957 1961 1977 835 m
7 (Wetterschacht) Königsheide
44359 Dortmund
51.589875, 7.409556 1960 1962 1992 990 m
Ickern 3 Zum Schacht
45731 Waltrop
51.606673, 7.389997 1938 1973 von Victor-Ickern
übernommen
1988 865 m
Ickern 4 Viktorstraße
45731 Waltrop
51.608014, 7.376796 1949 1973 von Victor-Ickern
übernommen
1990 552 m

 

Fotogalerie

Zechen in Bergkamen


122. Zeche Haus Aden

Zeche Haus Aden in Bergkamen, Ruhrgebiet, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Zechen Bergkamen

Die Baufelder Haus Aden IV-VIII wurden bereits 1875 verliehen. Die Zeche Haus Aden entstand 1911 durch Teilung der Be­recht­same in Haus Aden und Haus Aden Fortsetzung. Die Abteufarbeiten am ersten Schacht (Schacht 2) begannen erst 1938. Ein Jahr später folgte der zweite Schacht (Schacht 1). Das Karbon wurde in einer Tiefe von 456 m erreicht. Die Zeche ging 1943 in Förderung, 1956 wurde Wetterschacht 3 abgeteuft. 1974 wurde die Zeche Grimberg 3/4 übernommen, die 1945 als eigene Zeche vom Bergwerk Monopol abgespalten worden war. 1985 wurden die Schächte Victoria 1/2 und Kurl 3 von der stillgelegten Zeche Gneisenau übernommen. 1989 wurde auf Grimberg 3 die Mausegatt Sohle in 1.589 m Teufe angesetzt. Der Schacht erreichte eine Endteufe von 1.635 m. Damit war Grimberg 3 der tiefste Schacht Europas. Er wurde 1997 vom Nordschacht des Bergwerks Saar in Ensdorf, Saarland abgelöst, der eine Endteufe von 1.751 m erreichte.

 

1993 fusionierte Haus Aden mit der Zeche Monopol zum Verbundbergwerk Haus Aden/Monopol. 1998 erfolgte dann der Verbund mit Heinrich Robert zum Bergwerk Ost. Die Schächte der Zeche Haus Aden wurden bis 2001 stillgelegt. Von den Anlagen ist heute noch der Förderturm über Schacht 2 erhalten. Kurz nach den Fotoaufnahmen wurde im März 2021 begonnen, das Fördergerüst zurückzubauen. Meine Fotoreihe aus dem Januar 2021 zeigt noch die vier roten Seilscheiben inkl. Seilführung.

 

 

Zechensteckbrief

Namen der Zeche Gründung Förderbeginn Stilllegung Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Haus Aden (ab1911)

Haus Aden/Grimberg (ab 1970)

Haus Aden (ab 1974)

Haus Aden/Monopol (ab 1993)

Bergwerk Ost (ab1998)

1911 1943 2001 7.529
(1985)
3.901.575 t
(1986)

1974: Haus Aden übernimmt Schacht
Grimberg 3 von der Zeche Grimberg 3/4
bei einer Teufe von 1.002 m

1989: Haus Aden erreicht im Schacht
Grimberg 3 eine Endteufe von 1.635 m
(tiefster Schacht Europas).

 

Schächte der Zeche Haus Aden

Schacht Adresse GPS Teufbeginn Förderbeginn Stilllegung Max.
Teufe
2 Rotherbachstraße
59192 Bergkamen
51.618598, 7.581228 1938 1943 2001; weiter offen
für Wasserhaltung
1.003 m
1 Rotherbachstraße
59192 Bergkamen
51.619085, 7.582739 1939 1943 2000 1.003 m
5 (Wetterschacht 3) Königslandwehr
59192 Bergkamen
51.629280, 7.594216 1956 1959 1994 745 m
Grimberg 3 Schulstraße
59192 Bergkamen
51.611312, 7.612512 1923 1974 von Grimberg 3/4
übernommen
1994 1.635 m
Grimberg 4 Schulstraße
59192 Bergkamen
51.610451, 7.612135 1934 1974 von Grimberg 3/4
übernommen
1994 1.096 m
6 (Wetterschacht
Langern)
Am Sunderbach
59368 Werne
51.645066, 7.552420 1979 1983 1998 1.388 m
7 (Romberg) Am Gerlingbach
59368 Werne
51.650181, 7.572179 1983 1986 1998 1.005 m
Victoria 1 Zwolle Allee
44534 Lünen
51.616726, 7.540425 1907 1985 von Gneisenau
übernommen
1991 1.120 m
Victoria 2 Zwolle Allee
44534 Lünen
51.617061, 7.541303 1908 1985 von Gneisenau
übernommen
1991 1.250 m
Kurl 3 Dammstraße
44532 Lünen
51.590560, 7.578206 1962 1985 von Gneisenau
übernommen
1998 1.290 m

 

Fotogalerie

123. Zeche Monopol

Bergwerk Zeche Monopol in Bergkamen, Schacht Grimbergen 2, Ruhrgebiet, Deutschland, Förderturm, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Zechen Bergkamen

Die Zeche Akropolis wurde 1873 in Kamen gegründet. Teufarbeiten an Schacht Friedrich Grillo begannen im selben Jahr. 1874 wurde die Zeche in Monopol umbenannt. 1876 erreicht Monopol das Karbon in 286 m Tiefe. Die Förderung wurde 1879 aufgenommen. Schacht Grillo 2 wurde 1887 direkt neben Schacht Grillo 1 abgeteuft. Er nahm 1889 den Betrieb auf. 1890 begannen die Arbeiten an der Schachtanlage II: Grimberg 1, 4 km nördlich von Monopol I in Bergkamen. Grimberg 1 ging 1893 in Betrieb, Grimberg 2 folgte 1896. Mit 87 qkm besaß Monopol 1896 das flächenmäßig größte Grubenfeld im Ruhrgebiet. Die Schachtanlage Monopol III mit den Schächten Grimberg 3 und 4 wurde von 1923 bis 1936 in Bergkamen-Weddinghofen gebaut.

 

Am 11.09.1944 kam es durch Bombenangriffe zu schweren Schäden übertage, u. a. fiel die Wetterführung aus. Dadurch kam es in einer Kettenreaktion auf Monopol III zu einer Schlagwetterexplosion mit 107 Toten. Der Betrieb war bis Dezember unterbrochen. 1945 wurde Monopol in die eigenständigen Zechen Grillo/Grimberg 1/2 (mit den Schachtanlagen Monopol I und II) und Grimberg 3/4 (mit der Schachtanlage Monopol III) aufgeteilt. Grillo/Grimberg 1/2 wurden 1952 weiter in Grillo (mit den Schächten Grillo 1-3) und Grimberg 1/2 (mit den Schächten Grimberg 1 und 2) aufgeteilt. 1972 fusionierten die Zechen Grillo (mittlerweile mit Schacht Grillo 4-Drei Finken) und Grimberg 1/2 wieder zu Monopol. Grimberg 3/4 blieb weiter eigenständig und ging 1974 zu Haus Aden. Im selben Jahr wurde auf Grimberg 1/2 die Förderung eingestellt, das Baufeld ging zur Schachtanlage Grillo.

 

1975 wurde eine neue Zeche 'Neu-Monopol' gegründet. Sie übernahm die stillgelegten Schächte Grimberg 1 und 2, sowie die Schächte Grillo 3 und 4. Während Monopol weiter über die Schachtanlage Grillo 1/2 förderte, begann Neu-Monopol mit Vorarbeiten für den umfangreichen Umbau des Bergwerks. So wurde Grimberg 1 und Grillo 4 tiefergeteuft, Schacht Werne 3 von der Zeche Werne übernommen, die 7. Sohle ausgerichtet und ein Durchschlag zwischen Grimberg 1/2 und Grillo 4 auf der 7. Sohle eingerichtet. Grimberg 2 erreichte 1980 eine Endteufe von 1.143 m.

 

1981 wurde die Schachtanlage Grillo 1/2 auf Monopol stillgelegt. Neu-Monopol übernahm die Schachtanlagen der stillgelegten Zeche Monopol und ging ab der 7. Sohle in Betrieb. Der umfangreiche Umbau der Zeche war abgeschlossen. 1982 wurde Neu-Monopol wieder in Monopol umbenannt. Die Förderung konzentrierte sich auf die umgebaute Schachtanlage Grimberg 1/2. Grillo 2 und 3 wurden 1983 verfüllt. Grillo 1 blieb offen als zentrale Kühlanlage für den Abbau in Mausegatt (s. Haus Aden).

 

1993 erfolgte der Verbund mit Haus Aden zum Verbundbergwerk Haus Aden/Monopol. 1994 wurden die Schachtanlagen der Zeche Monopol stillgelegt, die Kohle untertage zu Haus Aden gefördert. Die Fördergerüste der Schächte Grimberg 2 in Bergkamen und Grillo 1 in Kamen sind erhalten geblieben.

 

 

Zechensteckbrief

Namen der Zeche Gründung Förderbeginn Stilllegung Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Akropolis (ab 1873)

Monopol (ab 1874)

Grillo/Grimberg 1/2 (ab 1945)

Grillo (ab 1952) &
Grimberg 1/2 (ab 1952)

Grillo/Grimberg 1/2 (ab 1967)

Monopol (ab 1970)

Neu-Monopol (ab 1975
parallel zu Monopol)

1873 1879 1994 6.008
(1944)
2.559.169 t
(1990)

1892: Grimberg 1 erreicht mit 774m,
die seinerzeit größte Teufe im Ruhrgebiett.

1903: eine der ersten Zechen im Ruhrgebiet
mit Akku-Lokomotiven im Untertagebetrieb

 

Schächte der Zeche Monopol

Schacht Adresse GPS Teufbeginn Förderbeginn Stilllegung Max.
Teufe
I: Grillo 1 (Friedrich
Grillo)
Herbert-Wehner-Straße 13
59174 Kamen
51.589623, 7.648154 1873 1879 1981 1.016 m
I: Grillo 2 Herbert-Wehner-Straße
59174 Kamen
51.589080, 7.648723 1887 1889 1981 691 m
I: Wetterschacht
Grillo 3 (Kiwitt)
Am Kiwitt
59192 Bergkamen
51.605443, 7.636571 1906 1910 1981 1.021 m
I: Grillo 4 (Drei Finken) Friedhofstraße
59192 Bergkamen
51.614200, 7.673177 1956 1958 1981 1.030 m
II: Grimberg 1 Rathenau Str.
59192 Bergkamen
51.620887, 7.632100 1890 1893 1994 1.031 m
II: Wetterschacht
Grimberg 2
Rathenau Str.
59192 Bergkamen
51.621115, 7.633165 1893 1896 1994 1.143 m
III: Grimberg 3
(Kuckuck)
Schulstraße
59192 Bergkamen
51.611312, 7.612512 1923 1936 1945 als Zeche
Grimberg 3/4 abgespalten;
1994 stillgelegt
978 m
III: Wetterschacht
Grimberg 4
Schulstraße
59192 Bergkamen
51.610451, 7.612135 1934 1935 1945 als Zeche
Grimberg 3/4 abgespalten;
1994 stillgelegt
897 m
Werne 3 Zum Schacht I
59192 Bergkamen
51.643121, 7.657208 1912 1979 von
Königsborn
übernommen
2000 947 m

 

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124. Zeche Werne

Kaue der Zeche Werne in Bergkamen, Ruhrgebiet, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Zechen Bergkamen

Die Zeche Werne wurde 1898 gegründet, noch unter altem Namen Freiherr von Stein, ab 1901 nach Konsolidierung mit dem Feld Wilhelmine Katharina I in Werne umbenannt. Am Standort in Werne (Westfeld) wurden zeitgleich ein Förder- und ein Wetterschacht abgeteuft und 1902 in Betrieb genommen. Es handelte sich um die erste Zeche nördlich der Lippe. 1912 bis 1915 wurde Schacht 3 im Südfeld in Bergkamen gebaut, 1954-1956 Schacht 4 im Ostfeld in Werne. Das Bergwerk wurde 1975 stillgelegt. Schacht 3 ging zu Königsborn, Schacht 4 zu Heinrich Robert. Von den Zechenanlagen 1/2 sind einige denkmalgeschützte Gebäude erhalten geblieben, heute in gewerblicher Nutzung. Schacht Werne 3 blieb noch bis 2000 zur Wasserhaltung in Betrieb. Das Verwaltungs- und Kauengebäude und die Kohlenwäsche von Werne 3 blieben erhalten. Im ehemaligen Kauengebäude befindet sich heute ein Fitnessstudio. Die ehemalige Kohlenwäsche dient einer Futtermittelmühle als zentrales Silo. Die Anlagen am Schacht 4 wurden vollständig zurückgebaut.

 

 

Zechensteckbrief

Namen der Zeche Gründung Förderbeginn Stilllegung Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Freiherr von Stein (ab 1898)

Werne (ab 1901)

1898 1902 1975 4.115
(1925)
1.113.302 t
(1974)

1899: erste Schachtanlage
nördlich der Lippe

 

Schächte der Zeche Werne

Schacht Adresse GPS Teufbeginn Förderbeginn Stilllegung Max.
Teufe
1 (Wetterschacht) Flöz-Zollverein-Str.
59368 Werne
51.657631, 7.641617 1899 1902 1975 730 m
2 (Förderschacht) Flöz-Zollverein-Str.
59368 Werne
51.657789, 7.642623 1899 1902 1975 999 m
3 Zum Schacht I
59192 Bergkamen
51.643121, 7.657208 1912 1915 1975 an Königsborn
abgegeben,
2000 stillgelegt
975 m
4 Am Schacht
59368 Werne
51.676918, 7.700271 1954 1956 1975 an Heinrich
Robert abgegeben,
1980 verfüllt
789 m

 

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Zechen in Unna


125. Zeche Alter Hellweg

Zeche Alter Hellweg in Unna, Ruhrgebiet, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Zechen Unna

Zeche Alter Hellweg in Unna.

 

 

Zechensteckbrief

Namen der Zeche Gründung Förderbeginn Stilllegung Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Hellweg (ab 1856)

Alter Hellweg (ab 1862)

1856 1860 1961 1.963
(1955)
476.670 t
(1938)

1889: Abriss des Malakoffturms
von Schacht Friederica

 

Schächte der Zeche Alter Hellweg

Schacht Adresse GPS Teufbeginn Förderbeginn Stilllegung Max.
Teufe
Friederica Hertingerstraße 128
59427 Unna
51.519036, 7.680389 1857 1860 1943 237 m
Gutglück Gutglück-Weg 26
59427 Unna
51.508694, 7.665722 1857 1858 1860 137 m
Hellweg - - 1858 im gleichen
Jahr gestundet
1858 25 m
gebrochener Schurfschacht - - 1858 nach 1858 nicht
mehr erwähnt
- -
Ottoschacht 1 (Förderschacht) Hansastraße 76
59425 Unna
51.540075, 7.673242 1919 1921 1961 263 m
Ottoschacht 2 (Wetterschacht) Hansastraße 74
59425 Unna
51.540417, 7.674260 1919 1921 1961 101 m
Schachtgesenk - - 1937  - 1961 590 m
3 Hansastraße
59425 Unna
51.540348, 7.673339 1953 1955 1961 -
Wetterschacht Obermassen Massener Heide 4
59427 Unna
51.519586, 7.659301 1944 1948 1957 128 m
Wetterschacht Hillering Hillering 54
59427 Unna
51.509828, 7.659724 1951 1953 1961 279 m
Heide In d. Külve 6
59425 Unna
51.552685, 7.666784 1958 1960 1961 568 m

 

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Zechen in Bönen


126. Zeche Königsborn

Bergwerk Zeche Königsborn in Bönen, Ruhrgebiet, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Zechen Bönen

Die Ursprünge der Zeche Königsborn gehen auf die Saline Königsborn in Unna zurück. Salzgewinnung ist in Unna bereits für das Jahr 1389 urkundlich belegt. Die Saline Königsborn wurde 1734 gegründet. Am 30.08.1799 wurde auf der Saline die erste Dampfmaschine im Märkischen in Betrieb genommen.

 

Erste Mutungsbohrungen fanden bereits 1801 statt. Kohle wurde dabei in 150 m Tiefe gefunden. Lange Jahre waren die Solefelder der Saline aber gegen Kohlemutungen gesperrt. Erst mit dem Verkauf der Solefelder und der Saline Königsborn an ein privates Unternehmen im Jahr 1872 wurde die Sperre aufgehoben. 1873 wurde die Berechtsame für Steinkohle und für Sole vergeben und die Gewerkschaft Königsborn gegründet. 1874 wurde Schacht 1 abgeteuft. Das Karbon wurde in 178 m erreicht, der Schacht nahm 1880 die Kohlen- und Soleförderung auf. 1881 wurde ein Solebad eröffnet. Die Soleförderung wurde noch bis 1932 betrieben, die Saline 1940 stillgelegt. Danach verlor Bad Königsborn den Status als Kurort.

 

Zwischen 1880 und 1952 wurden fünf weitere Schächte in Kamen und Bönen in Betrieb genommen. Die alten Schächte 1 und 2 wurden 1966 stillgelegt und bis 1969 verfüllt. 1971 wurde Schacht 7 (Lerche) in Hamm abgeteuft und 1973 in Betrieb genommen. Der Schacht wurde 1978 an Heinrich Robert abgegeben. Er war noch bis 2010 in Betrieb. 1975 wurde der Schacht Werne 3 von der stillgelegten Zeche Werne übernommen. 1979 wurden Teile von Königsborn stillgelegt. Schacht Werne 3 wurde an Neu-Monopol abgegeben, Schächte 5+6 aufgegeben und verfüllt. 1981 folgte dann die endgültige Stilllegung der Zeche Königsborn. Von den Schachtanlagen stehen noch der Förderturm von Schacht 4 in Bönen und das Fördergerüst von Schacht 7 Lerche in Hamm.

 

 

Zechensteckbrief

Namen der Zeche Gründung Förderbeginn Stilllegung Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Königsborn (ab 1873)

1873 1880 1981 7.629
(1955)
2.153.280 t
(1943)

Usprung der Zeche ist die Saline
Königsborn, vor dem 14. Jhdt. erwähnt.

1799 erste Dampfmaschine im
Märkischen in Betrieb.

 

Schächte der Zeche Königsborn

Schacht Adresse GPS Teufbeginn Förderbeginn Stilllegung Max.
Teufe
1 Friedrich-Winter-Str.
59425 Unna
51.561257, 7.688974 1874 1880 1966 370 m
2 (Gottessegen-‚
Unverhofft)
Nikolaus-Otto-Str.
59174 Kamen
51.574698, 7.711336 1887 1890 1966 610 m
3 Zechenstraße
59199 Bönen
51.591623, 7.750572 1898 1901 1981 966 m
4 (Wetterschacht) Zechenstraße
59199 Bönen
51.591256, 7.750111 1901 1902 1981 1.006 m
5 Felix-Wankel-Str.
59174 Kamen
51.573784, 7.711547 1930 1943 1979 756 m
6 (Friedrich) Kamener Str.
59199 Bönen
51.589771, 7.794304 1950 1952 1979 578 m
7 (Lerche) An der Barbecke
59077 Hamm
51.628021, 7.715610 1971 1973 1978 an Heinrich
Robert abgegeben,
2010 stillgelegt
947 m
Werne 3 Zum Schacht I
59192 Bergkamen
51.643121, 7.657208 1912 1975 stillgelegt
von Werne
übernommen
1979 an Neu-
Monopol abgegeben,
2000 stillgelegt
947 m

 

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Zechen in Hamm


127. Zeche Heinrich Robert

Zeche Heinrich-Robert, Bergwerk Ost, Hamm, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Zechen Hamm

Erste Probebohrungen fanden in Hamm im Jahr 1874 statt. Die Schürfrechte wurden aber erst 1899 verliehen. 1901 kauften die französischen Brüder Henri und Robert de Wendel aus Lothringen die Felder und gründeten die Zeche de Wendel. Die Arbeiten an Schacht Heinrich begannen, Wetterschacht Robert folgte im selben Jahr. 1903 wurde die erste Sohle in einer Tiefe von 662 m eingerichtet. 1906 begann die Förderung. 1908 wurde eine Kokerei sowie eine Zechenbahn gebaut. 1910 war die Belegschaft auf 1.735 Mann und die Fördermenge auf 375.000 Tonnen angewachsen. 1923 begann man im Nordfeld, 2 km vom Hauptwerk entfernt, den Schacht Franz bis auf eine Tiefe von 1.025 m abzuteufen. Die Kohleförderung im Nordfeld begann 1928.

 

Nach kleineren Schlagwetterexplosionen 1926, 1927 und 1929 wurde 1930 ein neuer Bewetterungsschacht Humbert in Betrieb genommen. 1930 lag die Fördermenge bei 1 Mio. Tonnen mit einer Belegschaft von 4.300 Mann. Während der Herrschaft der Nationalsozialisten gründete die Familie de Wendel 1937 eine Aktiengesellschaft und taufte die Zeche um in Zeche Heinrich-Robert. Nach Kriegsausbruch 1939 wurde wie auch schon während des Ersten Weltkriegs die Zeche unter eine Zwangsverwaltung gestellt. Während des Krieges halbierte sich die Fördermenge, die Belegschaft reduzierte sich auf 3.000 Mann. Nach Kriegsende wurde die Zeche trotz französischer Eigentümer von den Besatzungsmächten beschlagnahmt. Die Zeche war weitestgehend von den Bombenangriffen der Alliierten verschont geblieben, so dass der Betrieb nach Kriegsende sofort wieder aufgenommen werden konnte. 1950 ging das Bergwerk wieder in den Besitz der Familie de Wendel über.

 

1955 wurde der Hammerkopfturm über Schacht 2 errichtet. Mit diesem neuen Förderturm konnte ab den 60er Jahren der ehemalige Wetterschacht Robert als Hauptförderschacht genutzt werden. Die Fördermenge stieg dank neuester Technik auf 1,4 Mio. Tonnen Kohle bei einer Belegschaft von 5.000 Mann.

 

1969 verkaufte die Firma de Wendel die Zeche an die Ruhrkohle AG. Mitte der 70er stieg die Fördermenge auf 2,5 Mio. Tonnen mit einer Belegschaft von 4.600 Bergleuten. Die Kokerei der Zeche wurde 1987 stillgelegt und abgerissen. 1990 übernahm die Zeche Heinrich-Robert einen Teil der Belegschaft der Zeche Radbod, die im selben Jahr stillgelegt worden war. Die Belegschaft des Bergwerks wuchs auf 5.300 Mann an, die Fördermenge auf 3,3 Mio. Tonnen.

 

1998 wurde die Zeche Heinrich-Robert mit dem Bergwerk Haus Aden/Monopol in Bergkamen zum Verbundbergwerk Ost zusammengelegt. Schrittweise wurden die Anzahl der Schächte von 17 auf 7 reduziert. Die Belegschaft wurde bis 2000 von 6.800 auf 3.500 abgebaut. Der Betrieb des Bergwerks Heinrich-Robert wurde schließlich 2010 eingestellt. Die Anlagen untertage wurden bis 2011 abgebaut. Die Kohlenwäsche und Maschinenanlagen wurden 2011 demontiert und nach China verkauft. Schacht Franz wurde 2003 gesprengt. Auf dem Gelände des Schachts Humbert befindet sich heute eine Abraumhalde. Einige Gebäude der Schachtanlage Heinrich-Robert wurden bereits bis 2018 abgerissen. Die Schachtanlage und der Förderturm sollen bis Ende 2022 abgerissen werden.

 

 

Zechensteckbrief

Namen der Zeche Gründung Förderbeginn Stilllegung Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

de Wendel (ab 1901)

Heinrich Robert (ab 1937)

Bergwerk Ost (ab 1998)

1901 1906 2010 5.834
(1955)
3.396.601 t
(1985)

Gründer der Zeche waren die beiden Brüder
Heinrich und Robert de Wendel aus Lothringen

 

Schächte der Zeche Heinrich Robert

Schacht Adresse GPS Teufbeginn Förderbeginn Stilllegung Max.
Teufe
1 (Heinrich) Zum Bergwerk
59077 Hamm
51.651430, 7.761204 1901 1906 2010 1.184 m
2 (Wetterschacht
Robert)
Zum Bergwerk
59077 Hamm
51.651790, 7.762082 1901 1906 2010 1.047 m
3 (Franz) Schachtstraße
59077 Hamm
51.665422, 7.748623 1923 1928 1994 1.565 m
4 (Wetterschacht
Humbert)
Zechenweg
59077 Hamm
51.658372, 7.754641 1927 1930 2001 970 m
Werne 4 Am Schacht
59368 Werne
51.676918, 7.700271 1954 1975 von Werne
übernommen
1980 1.025 m
Sandbochum Kerstheider Str.
59077 Hamm
51.641639, 7.698179 1978 1979 2010 1.221 m
Lerche An der Barbecke
59077 Hamm
51.628021, 7.715610 1971 1978 von Königsborn
übernommen
2010 1.404 m

 

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128. Zeche Radbod

Zeche Radbod, Schacht 1+2 in Hamm, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Zechen Hamm

Die Zeche Radbod in Hamm wurde 1905 gegründet. Bis 1946 war sie unter dem Namen Trier III aktiv. 1907 war die Belegschaft schon auf 609 Mann angewachsen, die jährliche Fördermenge lag bei 49.000 t Steinkohle. Im November 1908 ereignete sich das bis dahin schwerste Grubenunglück des deutschen Steinkohlenbergbaus. Ein Gasausbruch löste eine Schlag­wetter­explosion und einen Grubenbrand aus, bei dem 349 Bergleute getötet wurden, quasi die gesamte Nachtschicht. Radbod wurde daraufhin die erste Zeche im Ruhrgebiet, die elektrische Handlampen einsetzte.

 

In den Jahren 1910 und 1911 wurde die Zeche um Schacht 3 und 4 erweitert. Oktober 1912 wurde eine Kokerei in Betrieb genommen. 1914 wurden 128 Pferde durch Druckluftlokomotiven ersetzt. 1923 begann das Abteufen von Schacht 5 (Winkhausschacht). Ein Brand auf der 4. Sohle des Schachts 1 führte zur Flutung und letztendlich Aufgabe der 4. Sohle. Die Fördermenge sank von 930.000 t auf 564.000 t im Jahr. Die 4. Sohle wurde 1929 neu angelegt, es folgte eine 5. Sohle in 1.090 m Tiefe.

 

Während des Krieges wurde der Betrieb weitestgehend mit Zwangsarbeitern geführt. Im März 1945 wurde die Zeche bei einem Luftangriff der Alliierten schwer beschädigt und die Kohleförderung musste vorübergehend eingestellt werden. 1952 wurde die Zeche Radbod von der Hoesch AG Bergbau übernommen. 1967 wurde in einer Tiefe von 1.235 m eine neue 6. Sohle erschlossen. 1969 wurde die Zeche in die Ruhrkohle AG eingegliedert.

 

1982 waren die Kohlevorräte des Bergwerks nahezu erschöpft. Eine Ausweitung der 4. Sohle in Richtung Norden wurde geplant. Schacht 6 in Ascheberg wurde noch fertiggestellt, er ging 1988 in Betrieb. Das Abteufen von Schacht 7 wurde aber 1988 nach 55 m gestundet. Die Zeche Rabod wurde im Januar 1990 stillgelegt. Von den ehemaligen Gebäuden der Zeche ist heute nur noch wenig erhalten. Die Fördergerüste und Maschinenhallen der Schächte 1 und 2 wurden als Industriedenkmäler unter Denkmalschutz gestellt. Schacht 5 diente erst Zeche Heinrich Robert, später dem Bergwerk Ost als ausziehender Wetterschacht. Nach dessen Stilllegung wurden Schacht 5 und 6 zur Wasserhaltung bis 2012 offen gehalten, danach verfüllt.

 

An den Statistiken der Zeche Radbod lässt sich sehr gut die Steigerung der Produktivität im deutschen Bergbau ablesen:

● 1920: 4574 Bergleute, 0,6 Mio. t Kohle im Jahr

● 1989: 1717 Bergleute, 1,3 Mio. t Kohle im Jahr

Das entspricht einer Produktivitätssteigerung von 600%.

 

 

Zechensteckbrief

Namen der Zeche Gründung Förderbeginn Stilllegung Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Trier III (ab 1905)

Radbod (ab 1946)

1905 1907 1990 4.574
(1920)
1.309.793 t
(1989)

1908: Nach Gasausbruch Schlagwetterexplosion und
Grubenbrand mit 349 Toten. Danach erste Zeche im
Ruhrgebiet mit elektrischen Handlampen

 

Schächte der Zeche Radbod

Schacht Adresse GPS Teufbeginn Förderbeginn Stilllegung Max.
Teufe
1 An den Fördertürmen
59075 Hamm
51.687483, 7.762938 1905 1907 1990 996 m
2 An den Fördertürmen
59075 Hamm
51.687988, 7.763802 1905 1907 1990 1.090 m
3 (Wetterschacht) Römerstraße
59075 Hamm
51.691564, 7.777211 1910 1911 1990, weiter offen
für Wasserhaltung
940 m
4 (Wetterschacht) Markenweg
59075 Hamm
51.683560, 7.743878 1911 1917 1990 1.090 m
5 (Winkhausschacht) An den Fördertürmen
59075 Hamm
51.688770, 7.765289 1923 1927 1990, weiter offen
für Wasserhaltung
1.090 m
6 Nordicker-Straße
59387 Ascheberg
51.733079, 7.735122 1986 1988 1990, weiter offen
für Wasserhaltung
1.350 m
7 Nordick-Schliekstr.
59387 Ascheberg
51.723102, 7.704619 1987
(1988 gestundet)
-  - 55 m

 

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129. Zeche Sachsen

Zeche Sachsen in Hamm, Ruhrgebiet, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Zechen Hamm

Zeche Sachsen 1/2, Maschinenhalle in Hamm.

 

 

Zechensteckbrief

Namen der Zeche Gründung Förderbeginn Stilllegung Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Mansfeld (ab 1903)

Sachsen (ab 1914)

1903 1914 1976 4.010
(1955)
1.217.051 t
(1963)

1977: Schlagwetterexplosion mit
2 Toten beim Verfüllen der Schächte

 

Schächte der Zeche Sachsen

Schacht Adresse GPS Teufbeginn Förderbeginn Stilllegung Max.
Teufe
1 Sachsenweg 11
59073 Hamm
51.704968, 7.823890 1912 1914 1976 1.196 m
2 Sachsenweg 11
59073 Hamm
51.705530, 7.824578 1912 1914 1976 1.111 m
3 Am Schacht III
59073 Hamm
51.701817, 7.794262 1937 1954 1976 1.200 m
4 Adenauerallee
59065 Hamm
51.689939, 7.832587 1954 1956 1976 1.182 m
5 (Konrad Ende) Sachsenweg 8
59073 Hamm
51.706275, 7.825505 1958 1961 1976 1.261 m

 

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130. Zeche Maximilian

Kauen- und Verwaltungsgebäude der Zeche Maximilian in Hamm, Ruhrgebiet, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Zechen Hamm

Die Zeche Maximilian wurde 1900 gegründet. Die Vorbereitungen für Schacht 1 und 2 begannen 1901. Die Abteufarbeiten der beiden Schächte wurden immer wieder von starken Wassereinbrüchen behindert. Mehrfach mussten die Schächte gesümpft werden, bevor die Arbeiten weitergehen konnten. 1907 erreichte Schacht 1 das Karbon bei 634 m, erste Kohle konnte gefördert werden. Allerdings kam es im selben Jahr erneut zu Schwierigkeiten: Teile der Wasserziehvorrichtung stürzten in den Schacht. Der Schachtsumpf war mit Trümmern angefüllt. Das Wasser im Schacht begann wieder zu steigen. An einen regelmäßigen Betrieb war vorerst nicht zu denken. Es dauerte bis 1909, bis die Reparaturmaßnahmen abgeschlossen waren und beide Schächte gesümpft waren. Erst 1913 konnte Maximilian die Förderung aufnehmen. Die Kokerei ging im selben Jahr in Betrieb.

 

1914 kam es erneut zu einem schweren Wassereinbruch. Wichtige Ersatzteile, die für die Entwässerung notwendig waren, konnten aufgrund des Kriegsausbruchs nicht beschafft werden. Das Bergwerk soff ab. Als auch noch ein großer Teil der Belegschaft zum Kriegsdienst einberufen wurde, gab man die Zeche auf, die Kokerei wurde stillgelegt.

 

1920 wurde noch einmal versucht, das Bergwerk in Betrieb zu nehmen. Dazu wurden zwei neue Schächte 3 und 4 etwa 1,4 km nördlich von 1/2 abgeteuft. Allerdings wurden die Arbeiten 1921 bereits während der Vorbereitung aufgrund von Geldmangel wieder aufgegeben. 1922 erfolgte die vollständige Stilllegung der Zeche Maximilian. Das Bergwerk war letztendlich nur zwei Jahre in Förderung. 1943 wurden die Tagesanlagen 1/2 aufgegeben, 1978/80 die beiden Schächte 1/2 verfüllt.

 

Heute befindet sich auf dem Zechengelände der Maximilianpark, der für die Landesgartenschau 1984 errichtet wurde. Das ehemalige Verwaltungsgebäude, die Maschinenhalle und die Elektrozentrale der Zeche Maximilian wurden in den Park integriert. Teile des ehemaligen Kauen- und Verwaltungsgebäudes werden heute vom Bürgeramt Uentrop genutzt.

 

 

Zechensteckbrief

Namen der Zeche Gründung Förderbeginn Stilllegung Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Maximilian (ab1900)

1900 1913 1922 1.231
(1914)
101.851 t
(1913)

1914: Betrieb nach nur 2 Jahren
Förderung wieder eingestellt. 

1984: Umbau des Zechengeländes für
Landesgartenschau zum Maximilianpark

 

Schächte der Zeche Maximilian

Schacht Adresse GPS Teufbeginn Förderbeginn Stilllegung Max.
Teufe
1 Grenzweg
59071 Hamm
51.682635, 7.881669 1902 1913 1922 793 m
2 Grenzweg
59071 Hamm
51.682771, 7.883529 1902 1913 1922 793 m
3 Auf dem Placken
59071 Hamm
51.693393, 7.875355 1920 - 1921 Stundung
wegen Geldmangels
70 m
4 Auf dem Placken
59071 Hamm
51.693393, 7.875355 1920 - 1921 Stundung
wegen Geldmangels
40 m

 

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Zechen in Ahlen


131. Zeche Westfalen

Zeche Westfalen in Ahlen, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Zechen Ahlen

Die Zeche Westfalen in Ahlen ist die nordöstlichste Zeche des Ruhrgebiets. Die Schächte 1 und 2 (Foto: Schacht 2) wurden 1909 bis 1911 abgeteuft. 1913 wurde die Förderung in einer Tiefe von 1.087 m aufgenommen. Die Zeche Westfalen zählte von Anfang an zu den tiefen Zechen der Region. 1917 wurden 350.000 Tonnen gefördert. 1935 wurde am Lippe-Seitenkanal ein zecheneigener Hafen gebaut. 1938 förderte das Bergwerk mehr als 1 Mio. t Kohle pro Jahr. 1939 ging ein dritter Schacht in Betrieb. 1940 begannen die Arbeiten an Schacht 4.

 

Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Anlage 1/2 der Zeche stark beschädigt. Der Betrieb erreichte aber schon 1948 wieder die jährliche Vorkriegsfördermenge. 1956 wurde Schacht 5 in Betrieb genommen. Schacht 6 folgte 1966. Schacht 7 erreichte 1979 eine Teufe von 1.330 m, er ging 1981 in Betrieb.

 

1986 wurden die Schächte 4/5 stillgelegt, ein Jahr später Schacht 3. 1999 förderte das Bergwerk noch 2,45 Mio. t mit 2.320 Beschäftigten, am 30. Juni 2000 folgte dann die Stilllegung. Die Schächte wurden 2001 verfüllt. Bis auf wenige erhaltenswerte Gebäude der Schachtanlage 1/2 wurden alle Anlagen abgerissen. Seit 2006 wird das Gelände als Gewerbefläche genutzt.

 

 

Zechensteckbrief

Namen der Zeche Gründung Förderbeginn Stilllegung Max.
Belegschaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Wetstfalen (ab 1907)

1907 1913 2000 4.317
(1955)
2.672.373 t
(1982)

1910: Karbon erst bei 888m erreicht.

1911: Schacht 1 mit 1087m damalige
tiefste Teufe im Ruhrgebiet

 

Schächte der Zeche Westfalen

Schacht Adresse GPS Teufbeginn Förderbeginn Stilllegung Max.
Teufe
1 Zeche Westfalen 1
59229 Ahlen
51.750002, 7.916785 1909 1913 2000 1.087 m
2 Zeche Westfalen 1
59229 Ahlen
51.749275, 7.916764 1909 1913 2000 1.234 m
3 (Wetterschacht Magdeburg) Guissener Str.
59229 Ahlen
51.734682, 7.931797 1936 1939 1987 1.061 m
4 (Wetterschacht) Guissener Str.
59229 Ahlen
51.726376, 7.939944 1940 1943 1986 885 m
5 (Wetterschacht Düsseldorf) Alte Ahlener Str.
59269 Beckum
51.746089, 7.965275 1953 1956 1986 1.074 m
6 Im Holt
59229 Ahlen
51.726073, 7.906289 1962 1966 2000 1.120 m
7 Ennigerberg
59073 Hamm
51.716956, 7.854475 1976 1981 2000 1.330 m

 

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Quellenverzeichnis

  • Huske 2006:
    Huske, Joachim: "Die Steinkohlenzechen im Ruhrrevier - Daten und Fakten von den Anfängen bis 2005", 3. überarbeitete und erweiterte Auflage, Selbstverlag des Deutschen Bergbau-Museums - Bochum 2006 - ISBN 3-937203-24-9
  • Hermann 2008:
    Hermann, Wilhelm und Gertrude: "Die alten Zechen an der Ruhr", 6. Auflage 2008, Karl Robert Langewiesche Nachfolger Hans Köster Verlagsbuchhandlung KG - Königstein im Taunus 2008 - ISBN 978-3-7845-6994-9
     

Weblinks