Die Zechen im Ruhrgebiet


Eine fotografische Reise durch das Revier

Bereits im frühen Mittelalter wurde im Ruhrgebiet Steinkohle im Tagebau für den Eigenbedarf gewonnen. Die erste kommerzielle Förderung der Kohle geht auf das Jahr 1296 zurück. Im 17. Jahrhundert wurde die Kohle vermehrt untertage abgebaut. Dazu trieb man Stollen unterhalb des Kohlevorkommens in den Berg. Das Grundwasser wurde über tieferliegende Erbstollen abgeführt. Mit der aufblühenden Industrialisierung Mitte des 19. Jahrhunderts gelang es den Unternehmen durch immer neuere Technologien, wie verbesserte Entwässerung und Bewetterung, auch in den tiefen nördlichen Bereichen des Ruhrgebiets zu fördern.

 

Die Tiefbauzechen drangen im Verlauf der nächsten 100 Jahre in Tiefen von bis zu 1.635 Metern vor. Die Blütezeit erreichte der Steinkohlenbergbau im Ruhrgebiet in den Jahren zwischen 1880 und 1914 und in den 1950er Jahren. Fast eine halbe Million Menschen arbeiteten im Bergbau, die Fördermenge erreichte eine Jahresleistung von 130 Mio. Tonnen Kohle. Ende der 1950er Jahre geriet die deutsche Kohleindustrie in eine Krise. Billigere Importe aus anderen Regionen der Erde und der neue Energieträger Erdöl kamen auf den Markt und verdrängten die heimische Kohle. Neue Technologien und starke Rationalisierung konnten den Niedergang der Kohleindustrie verzögern, aber letztendlich nicht verhindern.

 

Stark subventioniert wurde die Steinkohleindustrie noch bis ins 21. Jahrhundert aufrechterhalten. 2000 war die Belegschaft bereits auf ein Zehntel der goldenen Ära zusammengeschrumpft. Im September 2018 stellte die Zeche Prosper-Haniel in Bottrop als letzte von ehemals über 1.000 Zechen im Ruhrgebiet ihren Betrieb ein. Die meisten Schächte wurden verfüllt, viele Gebäude über Tage abgerissen. Eine Reihe von Zechengebäuden und Fördertürmen sind als Industriedenkmal erhalten geblieben, stumme Zeugen einer einst florierenden Kohleindustrie.

 

 

 

Teil 2: Das östliche Ruhrgebiet


Übersicht der Zechen

Die Zechen von Bochum bis Ahlen


42. Zeche Hannover, Bochum

Bergwerk Zeche Hannover, Bochum, Ruhrgebiet, Malakowturm, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

Erste Probebohrungen auf der Zeche Hannover fanden 1847 statt. 1856 erwarb die Hannoversche Bergwerksgesellschaft Hostmann & Co. AG die Schürfrechte an dem Feld. Die Zeche Hannover wurde gegründet. 1857 begann die Gesellschaft mit der Abteufung. Es dauerte einige Jahre, bis das Bergwerk entwässert war, so dass erst ab 1870 gewinnbringend gefördert werden konnte. Das Unternehmen geriet unter anderem aufgrund der erheblichen Wasserhaltungskosten früh in finanzielle Schwierigkeiten und wurde zuerst 1868 von der Hannoversche Bergwerksgesellschaft zu Bochum dann 1872 von Alfred Krupp übernommen.

 

Über Schacht 1 und 2 wurden 1856-1857 zwei sogenannte Malakowtürme und das Maschinenhaus errichtet. Hierbei handelt es sich um einen festungsartigen Förderturm aus massivem Mauerwerk. Die Ziegelmauern haben eine Dicke von 1,6 Meter, um genügend Statik für die Gewichte der Seilscheiben und die Zugkräfte der Förderung zu haben. Das Maschinenhaus befindet sich bei dieser Art neben dem eigentlichen Förderturm. Später wurden Malakowtürme durch stabilere Fördergerüste aus Stahl abgelöst, mit denen man tiefer abteufen konnte. Zudem waren sie leichter und kostengünstiger zu bauen. Auf der Zeche Hannover wurde das Maschinenhaus direkt zwischen die beiden Malakowtürme gesetzt, die nur 50 Meter auseinander lagen. Der Turm über Schacht 2 wurde 1939 abgerissen und durch einen doppelt so hohen Stahlfachwerkturm ersetzt. Von den ehemals 130 Malakowtürmen im Ruhrgebiet sind heute noch 14 erhalten und unter Denkmalschutz gestellt. Der Turm über Schacht 1 ist der drittälteste von ihnen. Der zweitälteste ist der Turm der Zeche Holland I/II in Gelsenkirchen aus dem Jahr 1860, der älteste der der Zeche Carl in Essen, erbaut 1856.

 

Im zweiten Weltkrieg wurde die Anlage durch 31 Luftangriffe schwer beschädigt. Der Wiederaufbau dauerte bis Ende 1947. Die Kohle der Zeche Hannover wurde in den angrenzenden Kokereien Hannibal und Hannover verwendet. Die Anlage wurde im März 1973 stillgelegt und wird heute als Museum genutzt. Von den ursprünglichen Gebäuden sind nur der Malakowturm über Schacht 1, das angrenzende Maschinenhaus und das Lüftergebäude aus den 1920er Jahren erhalten, in dem heute die Gastronomie untergebracht ist.

 

QUELLEN: Hermann 2008, Huske 2006, Wikipedia, eigene Quellen

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

FOTO: Zeche Hannover, Schacht 1 (30.07.2019) © Christian Twehues

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Grün­dung
Förder­beginn
Still­legung
Max.
Beleg­schaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Sechs Brüder & sechs
Schwestern (ab 1854)

Hannover (ab 1870)

Bergwerke Bochum (ab 1967)

1856 1860 1973
5.065
(1925)
1.771.326 t
(1965)

1877: Erste Treibscheibenförderung
(Flurfördermachine, System Koepe) der Welt

1892: erste maschinelle Streckenförderung
im Ruhrgebiet (Seilbahn)

 

Schächte der Zeche

 

Schacht Adresse GPS
Teuf­beginn
Förder­beginn
Still­legung
Max. Teufe
1 (Carl)

Günnigfelder Str. 251

44793 Bochum

51.504718, 7.165033 1857 1860 1972 750 m
2 (Christian)

Günnigfelder Str. 251

44793 Bochum

51.504176, 7.165205 1857 1870 1972 1070 m
3

Kruppstraße

44866 Bochum

51.493911, 7.153021 1873 1880 1966 749 m
4 (Wetterschacht)

Kruppstraße

44866 Bochum

51.494099, 7.153655 1873 1902 1954 749 m
5

Günnigfelder Str. 251

44793 Bochum

51.504333, 7.166278 1905 1908 1972 952 m
6

Kruppstraße

44866 Bochum

51.494186, 7.152486 1920 1929 1966 951 m

Königsgrube 1

(Ernestine)

Königsgruber Str.

44651 Herne

51.509465, 7.157107 1856

1961 von Königsgrube

übernommen

1966 673 m

Königsgrube 2

(Louise)

Königsgruber Str.

44651 Herne

51.509781, 7.157515 1856

1961 von Königsgrube 

übernommen

1966 673 m

Königsgrube 4

(Gustav)

Königsgruber Str.

44651 Herne

51.509765, 7.157511 1903

1961 von Königsgrube 

übernommen

1966 750 m

 

Fotogalerie

43. Zeche Vereinigte Carolinenglück, Bochum

Bergwerk Zeche Vereinigte Carolinenglück 2/3, Bochum, Ruhrgebiet, Malakowturm, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

Die Zeche Vereinigte Carolinenglück war ein Steinkohlenbergwerk in Bochums Stadtteil Hamme. Erste Mutungsbohrungen fanden 1844 statt, bei denen man in 41 Metern Tiefe auf Kohle stieß. 1847 begannen die Abteufarbeiten. Carolinenglück war eine der ersten Zechen im Ruhrgebiet, die die Mergelgesteinsschicht durchbrach, um in tieferen Schichten Kohle zu fördern. Die erste Sohle wurde in einer Tiefe von 100m und die zweite Sohle in 127m eingerichtet. Die Förderung begann 1850.

 

1855 erzielten 340 Bergleute eine Jahresfördermenge von 31.657 Tonnen Kohle. 1869 kam es zu einem Wassereinbruch. Die Zeche soff bis zur zweiten Sohle ab. Die Förderung musste eingestellt werden und das Bergwerk ging in den Konkurs. Das Absümpfen konnte erst 1870 unter neuem Besitzer abgeschlossen werden. 1898 ereignete sich auf der Zeche Carolinenglück das bis dahin schwerste Grubenunglück des Ruhrgebiets. 116 Kumpel verloren bei einer Schlagwetterexplosion ihr Leben.

 

1900 ging die Zeche in den Besitz des Bochumer Vereins über. Die Jahresleistung lag bei 254.000 t mit einer Belegschaft von 971 Arbeitern. Bis 1913 verdoppelte sich die Belegschaft auf 2.151 Bergleute, die Jahresfördermenge verdreifachte sich im gleichen Zeitraum auf 611.000 Tonnen. Die maximale Fördermenge erreichte das Bergwerk im Jahr 1929: 807.500 Tonnen mit einer Belegschaft von 2.875 Bergleuten. 1937 erreichte die Zeche die zehnte Sohle in einer Teufe von 1.076 Metern. Die Zeche wurde im Krieg schwer beschädigt, konnte aber weiterfördern.

 

Carolienglück wurde bereits 1964 stillgelegt. Heute ist nur noch das 1912 über Schacht 3 errichtete Strebengerüst und der 1856 über Schacht 2 errichtete Malakowturm erhalten. Da der Turm ursprünglich eine Holz- und Eisenkonstruktion war, zählt er nicht zu den ältesten gemauerten Malakowtürmen. Beide Fördertürme der Zeche Vereinigte Carolinenglück liegen nebeneinander im gleichnamigen Gewerbegebiet Carolinenglück.

 

QUELLEN: Huske 2006, Wikipedia

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

FOTO: Zeche Ver. Carolinenglück, Schacht 3 (29.08.2020) © Christian Twehues

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Grün­dung
Förder­beginn
Still­legung
Max.
Beleg­schaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Maria und Redlichkeit (ab 1844)

Carolinenglück (ab 1852)

Glückauf (ab 1857)

Ver. Carolinenglück (ab 1870)

Carolinenglück (ab 1953)

1852 1850 1964
2.917
(1925)
807.500 t
(1929)

1847-50: Eine der ersten Zechen,

die durch die Mergelschicht stieß

 

Schächte der Zeche

 

Schacht Adresse GPS
Teuf­beginn
Förder­beginn
Still­legung
Max. Teufe
1 (Schürfschacht)

Darpestraße

44793 Bochum

51.487999, 7.184733 1847 1850 1946 335 m
2

Darpestraße

44793 Bochum

51.493275, 7.180349 1856 1891 1964 877 m
Wetterschacht

Darpestraße

44793 Bochum

51.493596, 7.180427 1870 1873 1912 233 m
3

Darpestraße

44793 Bochum

51.492877, 7.180979 1910 1912 1964 1076 m

 

Fotogalerie

44. Deutsches Bergbau-Museum, Bochum

Deutsches Bergbau-Museum, Bochum, Ruhrgebiet, Deutschland mit Doppelbock Fördergerüst Förderturm, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

Mit über 350.000 Besuchern ist das Deutsche Bergbau-Museum in Bochum eines der meistbesuchten der Welt. Auch wenn es an dieser Stelle keine Zeche gab, hat das Museum eine lange Geschichte. Bereits in den 1860er Jahren wurden hier Bergbau-Utensilien zu Unterrichtszwecken ausgestellt. 1930 wurde ein Gründungsvertrag über ein Bergbaumuseum mit der Stadt Bochum geschlossen. Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Anlage durch Luftangriffe weitestgehend zerstört und für den Luftschutz umgebaut. Bereits 1946 eröffnete das Museum wieder mit einer kleinen Ausstellung. Das abgebildete Fördergerüst stammt von der stillgelegten Zeche Germania von Marten und wurde 1974 nach Bochum versetzt. In den letzten drei Jahren wurde das Museum grundlegend saniert und umgebaut und steht seit dem 13. Juli 2019 dem Publikum wieder vollständig zur Verfügung. Ein Besucherbergwerk, das in 20 m Tiefe zu Demonstrationszwecken angelegt wurde, bietet sehr gute Einblicke in das Leben und Arbeiten der Kumpel unter Tage. Ein Besuch lohnt sich allemal.

 

QUELLEN: Wikipedia

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

FOTO: Deutsches Bergbaumuseum Bochum (2.12.2018) © Christian Twehues

45. Zeche Friedlicher Nachbar, Bochum

Zeche Friedlicher Nachbar, Betriebsgebäude, Bochum, Ruhrgebiet, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

Die Zeche Friedlicher Nachbar in Bochum-Linden war als Stollenbergwerk seit 1831 aktiv. Es besaß keine eigene Tiefbauanlage, sondern übernahm 1855 den Tiefbauschacht Roeder von der Zeche Hasenwinkel-Himmlscroner Erbstolln. Förderbeginn war 1856 mit 17 Beschäftigten. Schacht Roeder wurde 1870 durch den neuen Schacht 1 abgelöst und stillgelegt. 1890 war die Belegschaft auf über 446 Mitarbeiter angestiegen. 1899 wurde die Zeche Baaker Mulde übernommen mit gleichnamigem Schacht. Schacht 2 und der Wetterschacht Ostholz (Schacht 3) wurden von 1899 bis 1902 abgeteuft und in Betrieb genommen. Das Bergwerk erreichte 1909 seine maximale Fördermenge von 609.285 t mit einer Belegschaft von 2.377 Bergleuten. Es wurde 1961 stillgelegt. Die meisten Tagesanlagen wurden abgerissen, die Schächte verfüllt, nur Schacht 2 blieb bis heute offen für Wasserhaltung. Erhalten geblieben ist das Maschinenhaus vom Schacht Baaker Mulde, Schacht 2 mit neuem Fördergerüst. (das alte Turmfördergerüst wurde in den 1960ern demontiert und auf der Zeche Zollverein 1/2/8 wieder aufgebaut), Wetterschacht Osterholz (heute ein Wohnhaus), sowie das große Betriebsgebäude an der Straße Am Sonnenberg/Deimkestraße (s. Foto).

 

QUELLEN: Huske 2006, Wikipedia

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

FOTO: Zeche Friedlicher Nachbar, Betriebsgebäude (27.04.2021) © Christian Twehues

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Grün­dung
Förder­beginn
Still­legung
Max.
Beleg­schaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Friedlicher Nachbar (ab 1831)

Friedlicher Nachbar/
Baaker Mulde (ab 1899)

Friedlicher Nachbar (ab 1925)

1831 1831 1961
2.377
(1909)
609.285 t
(1909)

Schacht Roeder wurde von der Zeche

Hasenwinkel-Himmelscroner Erbstolln

übernommen, die 1848 größte Zeche

im Ruhrgebiet war mit 50.660 t

Jahresproduktion und ca. 300 Bergleuten

 

Schächte der Zeche

 

Schacht Adresse GPS
Teuf­beginn
Förder­beginn
Still­legung
Max. Teufe
Roeder

-

- 1848

1855 von Hasenwinkel-

Himmelscroner Erbstolln

übernommen

1870 72 m
1

Deimkestraße

44879 Bochum

51.429278, 7.172831 1868 1870 1961 627 m

Tonnlägiger

Wetterschacht

-

- 1871 1873 1905 297 m
Baaker Mulde

Baaker Str.

44797 Bochum

51.426263, 7.179529 1855

1899 von Baaker

Mulde übernommen

1961 602 m
2

Deimketal

44797 Bochum

51.426158, 7.177947 1899 1901

1961

(noch offen

für Wasserhaltung)

789 m

3 (Wetterschacht

Ostholz)

Papenloh

44797 Bochum

51.431201, 7.191951 1900 1902 1961 543 m

 

Fotogalerie

46. Zeche Brockhauser Tiefbau, Bochum

Zeche Brockhauser Tiefbau, Bochum, Ruhrgebiet, Förderturm, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

Die Zeche Brockhauser Tiefbau entstand 1873 durch Konsolidierung der beiden Stollenbergwerke Preußischer Zepter (mindestens seit 1695 in Betrieb) und Friedrich (seit 1752 in Betrieb). Die beiden hatten gemeinsam 1853 den Tiefbauschacht Friedrichsthal bis auf 150m abgeteuft. Der Schacht erhielt einen der ältesten Malakowtürme im Ruhrgebiet. 1874 wurde ein zweiter Tiefbauschacht (Am Bliestollen) bis auf 142m abgeteuft. Auch dieser Schacht erhielt 1876 einen Malakowturm. Die Bauweise aus Sandstein ist einzigartig. Die maximale Fördermenge wurde 1880 mit 43.000 t Kohle erzielt. Zu diesem Zeitpunkt arbeiteten 185 Bergleute im Schacht. Die Zeche wurde 1887 stillgelegt und an Carl Friedrich Erbstollen verkauft, die den Schacht Brockhauser Tiefbau 1898 als Wetterschacht wieder in Betrieb nahm. 1904 war das Brockhauser Baufeld verhauen (d.h. abgebaut), 1912 wurde der Schacht endgültig stillgelegt. Der Malakowturm aus Sandstein blieb als Industriedenkmal erhalten und steht seit 1979 unter Denkmalschutz.

 

QUELLEN: Huske 2006, Informationstafel am Schacht Brockhauser Tiefbau in Bochum, Wikipedia

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

FOTO: Zeche Brockhauser Tiefbau, Tiefbauschacht 2 (19.12.2020) © Christian Twehues

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Grün­dung
Förder­beginn
Still­legung
Max.
Beleg­schaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Preußischer Zepter (ab1695)

Brockhauser Tiefbau (ab 1873)

1873 1853 1887
185
(1880)
42.920 t
(1880)

Entstanden aus einer der ältesten

Zechen im Raum Bochum, mindestens

seit 1695 als Stollenbergwerk in Betrieb

 

Schächte der Zeche

 

Schacht Adresse GPS
Teuf­beginn
Förder­beginn
Still­legung
Max. Teufe

Tiefbauschacht 1

(Friedrichsthal)

Am Bliestollen

44797 Bochum

51.432650, 7.204668 1853 1855 1876 150 m
Wetterschacht

-

- 1860 - - -

Tiefbauschacht 2

(Am Bliestollen)

Am Bliestollen 39

44797 Bochum

51.431308, 7.204697 1874 1876 1887 142 m

 

Fotogalerie

47. Zeche Robert Müser, Bochum

Zeche Heinrich Gustav, Zeche Robert Müser, Bochum, Ruhrgebiet, Förderturm, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

Nach ersten Mutungsbohrungen im Jahr 1853 wurde die Zeche Heinrich Gustav 1854/55 in Bochum gegründet. Ein erster Schacht mit dem Namen Jacob wurde 1855 abgeteuft. Er erreichte 1858 in 62m das Karbon und nahm 1859 die Förderung auf. Schacht Arnold wurde ab 1858 erbaut und ging 1862 in Betrieb. 1881 wurde Wetterschacht Gustav neben Schacht Arnold errichtet. Schacht Jacob nutzte den 1883 von der Zeche Amalia übernommenen Wetterschacht Amalia 1 zur Bewetterung. 1905 ging Schacht Jacob zwischen der 4. Sohle (154m) und 5. Sohle (264m) zu Bruch. Er nahm nach umfangreichen Reparaturmaßnahmen (Aufwältigung) 1907 bis zur 9. Sohle (574m) wieder die Förderung auf. 1921 kamen bei einer "verbotenen Seilfahrt" 5 Kumpel ums Leben. 1926 übernahm Heinrich Gustav die Zeche Vollmond mit 2 Schächten.

 

1929 wurde die Zeche Heinrich Gustav in Robert Müser umbenannt. Gleichzeitig wurde die Zechen Caroline mit den Schächten Caroline 1/2 und Prinz von Preußen, Schacht Oeynhausen inkl. Wetterschacht übernommen. Zu diesem Zeitpunkt betrieb Robert Müser 11 aktive Schächte. Januar 1945 erlitt die Zeche schwere Kriegsschäden. Die Förderung wurde eingestellt und erst im Sommer 1945 wieder aufgenommen. 1955 wurde die Zeche Neu-Iserlohn mit den Schächten Neu-Iserlohn 1/2/3/4 und Siebenplaneten Eduard/Mathilde übernommen.

 

Robert Müser wurde 1968 stillgelegt. Die Schächte wurden verfüllt, die Tagesanlagen abgebrochen. Die Schachtanlage Arnold/Wetterschacht Gustav an der Brandwacht in Bochum blieb offen und wird noch heute zur Zentralen Wasserhaltung betrieben.

 

QUELLEN: Huske 2006, Wikipedia

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

FOTO: Zeche Robert Müser, Schacht Arnold (19.12.2020) © Christian Twehues

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Grün­dung
Förder­beginn
Still­legung
Max.
Beleg­schaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Heinrich Gustav (ab 1854/55)

Robert Müser (ab 1929)

1854/55 1859 1968
7.034
(1955)
1.665.564 t
(1940)

1966 Beginn der

hydromechanischen Gewinnung

 

Schächte der Zeche

 

Schacht Adresse GPS
Teuf­beginn
Förder­beginn
Still­legung
Max. Teufe
Jacob

Werner Hellweg

44894 Bochum

51.490040, 7.297653 1855 1859 1968 574 m
Arnold

Brandwacht

44894 Bochum

51.486690, 7.299725 1858 1862 1968 723 m

Gustav

(Wetterschacht)

Von-Waldthausen-Straße

44894 Bochum

51.485995, 7.299271 1881 1883 vor 1946 570 m

Amalia 1

(Wetterschacht für Jacob)

Nörenbergstraße

44894 Bochum

51.501345, 7.305631 1873

1883 von
Amalia

übernommen

1963 191 m

Vollmond 1

(Giesbert)

Vollmondstraße

44894 Bochum

51.477693, 7.291890 1856

1926 von
Vollmond

übernommen

1926 653 m
Vollmond 2

Vollmondstraße

44894 Bochum

51.478226, 7.291090 1895

1926 von
Vollmond 

übernommen

1959 715 m
Amalia 2

Nörenbergstraße

44894 Bochum

51.501087, 7.306572 1892

1928 von
Amalia

übernommen

1963 366 m
Caroline 1

Kornharpener Str.

44791 Bochum

51.485632, 7.266148 1856

1929 von
Caroline

übernommen

1967 351 m
Caroline 2

Kornharpener Str.

44791 Bochum

51.484997, 7.265140 1901

1929 von
Caroline 

übernommen

1968 780 m

Prinz von Preußen,

Schacht Oeynhausen

Auf der Prinz

44791 Bochum

51.485904, 7.258949 1856

1929 von
Caroline 

übernommen

1931 463 m

Prinz von Preußen,

Wetterschacht

Im Hole

44791 Bochum

51.488178, 7.258818 1858

1929 von
Caroline 

übernommen

1931 149 m

Amalia 3

(Wetterschacht)

Dortmund-

Bövinghausen

- 1936 1939 1963 483 m
Neu-Iserlohn 1
(I, 1)

Somborner Str.

44894 Bochum

51.490068, 7.340194 1856

1955 von
Neu-Iserlohn

übernommen

1968 571 m

Neu-Iserlohn 2

(II, 2)

Lütgendortmunder Hellweg

44894 Dortmund

51.495428, 7.333204 1865

1955 von
Neu-Iserlohn 

übernommen

1968 781 m

Neu-Iserlohn 3

(I, 3)

Somborner Str.

44894 Bochum

51.490306, 7.339169 1907

1955 von
Neu-Iserlohn 

übernommen

1968 571 m

Neu-Iserlohn 4

(II, Wetterschacht 2)

Lütgendortmunder Hellweg

44894 Dortmund

51.495797, 7.333015 1873

1955 von
Neu-Iserlohn 

übernommen

1968 577 m

Siebenplaneten 1,

Schacht Eduard

Oberstraße

44892 Bochum

51.482707, 7.343044 1870

1955 von
Neu-Iserlohn 

übernommen

1957 570 m

Siebenplaneten 2,

Schacht Mathilde

Oberstraße

44892 Bochum

51.482715, 7.342907 1891

1955 von
Neu-Iserlohn 

übernommen

1957 472 m

 

Fotogalerie

48. Zeche Julius Philipp, Bochum

Zeche Julius Philipp, Bochum, Ruhrgebiet, Förderturm, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

1863 konsolidierten die Zechen Julius Philipp Erbstollen (Stollenabbau seit 1783), und Glücksburg (Stollenabbau seit 1. Hälfte 18. Jhdt) zur Zeche Julius Philipp. Die ersten Jahre wurden die existierenden Stollen weiter betrieben. Die maximale Förderung im Stollenbetrieb wurde 1873 erreicht mit 77.993 t und 260 Bergleuten. 1875 ging Julius Philipp zum Tiefbau über. Ein erster Tiefbauschacht wurde abgeteuft. Ein Malakowturm wurde 1877 fertiggestellt. Schacht 1 nahm 1878 die Förderung auf. Aufgrund von erheblichen Wasserzuflüssen wurde 1886 ein tonnlägiger (d.h. schräg abfallender) Rohrschacht bis zur 3. Sohle auf 259m abgeteuft. Schacht 2 wurde 1891-1892 als Wetterschacht neben Schacht 1 errichtet. Die Zeche wurde 1906 stillgelegt, das Grubenfeld an Prinz Regent abgegeben. Die Schächte 1/2 blieben für Seilfahrt, Wasserhaltung und Bewetterung weiter offen. 1927 wurden die Tagesanlagen abgerissen bis auf Schacht 1/2. 1962 wurden die Schächte 1/2 verfüllt. Der Malakowturm über Schacht 1 blieb erhalten. Er wurde 1989 ausgebaut und beherbergt heute das Museum für Medizingeschichte der Ruhruniversität Bochum.

 

QUELLEN: Huske 2006, Wikipedia

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

FOTO: Zeche Julius Philipp, Schacht 1 (19.12.2020) © Christian Twehues

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Grün­dung
Förder­beginn
Still­legung
Max.
Beleg­schaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Glücksburg (ab 1767)

Julius Philipp (ab 1863)

1863 1878 1906
1105
(1899)
305.678 t
(1899)

Der Malakowturm (Schacht 1) aus dem Jahr 1877

wurde 1990 völlig renoviert und dient heute der

Ruhr-Universität Bochum als Archiv für die

Medizinhistorische Sammlung

 

Schächte der Zeche

 

Schacht Adresse GPS
Teuf­beginn
Förder­beginn
Still­legung
Max. Teufe
1

Glücksburger Str.

44799 Bochum

51.448990, 7.235484 1875 1878 1906 376 m

Tonnlägiger

Rohrschacht

Glücksburger Str.

44799 Bochum

51.448990, 7.235484 1886 1886 1906 259 m
2

Glücksburger Str.

44799 Bochum

51.448616, 7.234930 1891 1892 1906 376 m

 

Fotogalerie

49. Zeche Neu-Iserlohn, Bochum

Zeche Neu-Iserlohn, Maschinenhaus Schacht 2, Bochum, Ruhrgebiet, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

1847 wurde die Zeche Ver. Münsterland gegründet. Teufbeginn von Schacht 1 war 1856. Kohle wurde in 20m Tiefe gefunden. Die Zeche nahm 1859 die Förderung auf. Zu diesem Zeitpunkt arbeiteten 168 Kumpel im Schacht. 1863 wurde die Zeche in Neu-Iserlohn umbenannt. 130m südlich von Schacht 1 wurde 1864 ein Wetterschacht abgeteuft. Er ging 1866 in Betrieb. Die Anlage erhielt später den Namen Neu-Iserlohn I. 1865 wurde Schacht 2 im Nordfeld abgeteuft. Er ging 1869 in Förderung. 1873 wurde der dazugehörige Wetterschacht gebaut. Die Schachtanlage im Nordfeld erhielt später den Namen Neu-Iserlohn II. 1944 übernahm das Bergwerk die Zeche Siebenplaneten mit den beiden Schächten Eduard und Mathilde.

 

Die Zeche hatte fast jährlich mit schweren Grubenunglücken zu kämpfen. Die Schlagwetterexplosion 1868 mit 81 Toten war bis dahin das größte Grubenunglück im Ruhrgebiet. Die Tabelle zeigt, wie gefährlich der Beruf des Bergmanns bis ins 20. Jahrhundert war.

 

1955 wurde Neu-Iserlohn stillgelegt. Das Grubenfeld und die Schächte gingen an Robert Müser und wurden noch bis 1968 weiter betrieben.

 

Grubenunglücke der Zeche Neu-Iserlohn

 

Jahr
Art des Unglücks
Tote
1863 Schlagwetterexplosion 3
1864 Schlagwetterexplosion 4
1868

Schlagwetterexplosion

81
1870 Schlagwetterexplosion 33
1871 Schlagwetterexplosion 3
1873

Grubenbrand

-
1879 Schlagwetterexplosion 4
1880 Schlagwetterexplosion 23
1886 Schlagwetterexplosion 5
1922 Seilfahrtsunglück 6
1927 Schlagwetterexplosion 6
1928 Schlagwetterexplosion 5
1951 Grubenbrand -

 

QUELLEN: Huske 2006, Wikipedia

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

FOTO: Zeche Neu-Iserlohn, Schacht 2, Maschinenhaus (27.04.2021) © Christian Twehues

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Grün­dung
Förder­beginn
Still­legung
Max.
Beleg­schaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Ver. Münsterland (ab 1848)

Neu-Iserlohn (ab 1863)

1848 1859 1955
2909
(1920)
846.315 t
(1927)

1869: erste untertägige
Wasserhaltung im Ruhrgebiet

1871: erste Anwendung von
Druckluft untertage

 

Schächte der Zeche

 

Schacht Adresse GPS
Teuf­beginn
Förder­beginn
Still­legung
Max. Teufe
I, 1

Somborner Str.

44894 Bochum

51.490068, 7.340194 1856 1859

1955 an
Robert Müser
abgegeben

471 m
I, Wetterschacht 1

Somborner Str.

44894 Bochum

51.488591, 7.340201 1864 1866 1929 571 m
II, 2

Lütgendortmunder Hellweg

44894 Dortmund

51.495428, 7.333204 1865 1869

1955 an
Robert Müser
abgegeben

577 m
II, Wetterschacht 2

Lütgendortmunder Hellweg

44894 Dortmund

51.495797, 7.333015 1873 1874

1955 an 
Robert Müser 
abgegeben

474 m
I, 3

Somborner Str.

44894 Bochum

51.490306, 7.339169 1907 1912

1955 an 
Robert Müser 
abgegeben

571 m

Siebenplaneten 1

(Eduard)

Oberstraße

44892 Bochum

51.482707, 7.343044 1870

1944 von
Siebenplaneten

übernommen

1955 an 
Robert Müser 
abgegeben

570 m

Siebenplaneten 2

(Mathilde)

Oberstraße

44892 Bochum

51.482715, 7.342907 1891

1944 von
Siebenplaneten 

übernommen

1955 an 
Robert Müser 
abgegeben

472 m

 

Fotogalerie

50. Zeche Ewald Fortsetzung, Oer-Erkenschwick

Bergwerk Zeche Ewald Fortsetzung in Oer-Erkenschwick, Ruhrgebiet, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

Die Zeche wurde die ersten Jahre Graf Waldersee genannt. Erste Mutungsbohrungen im Jahr 1894 erreichten die Kohle in einer Tiefe von 583m. Die Schächte 1/2 wurden ab 1899 abgeteuft. 1900 wurde die Zeche in Ewald Fortsetzung umbenannt. Die Teufarbeiten an Schacht 2 wurden wegen erheblicher Wasserzuflüsse eingestellt. Sie sollten erst 1919 wieder aufgenommen und Schacht 2 erst 1922 in Förderung gehen. 1901 erreichte Schacht 1 das Karbon bei 579m. Er ging 1903 in Betrieb. Wetterschacht 3 wurde 1901-1904 errichtet. Schacht 4 wurde 1913 begonnen, wegen des 1. Weltkriegs aber erst 1925 beendet. Schacht 5 wurde ab 1925 abgeteuft, wegen der Weltwirtschaftskrise aber erst 1938 fertiggestellt.

 

1945 war die Zeche nach schweren Bombenangriffen für sechs Monate außer Betrieb. 1954 wurde ein neues Kraftwerk in Betrieb genommen. 1965 wurde die Zeche König Ludwig mit den Schächten 6/7 übernommen. 1972 kam Schacht 6 der stillgelegten Zeche Emscher Lippe dazu. Ab 1973 wurde das nördliche Feld An der Haard abgebaut. 1977 wurde der Wetterschacht An der Haard 1 abgeteuft, er nahm 1983 den Betrieb auf. 1978 wurde das Baufeld Ewald Fortsetzung stillgelegt und die Zeche in Haard umbenannt.

 

1984 wurde die Kokerei, 1985 das Kraftwerk Ewald Fortsetzung stillgelegt. Die Zeche Haard diente ab 1986 für die Abdeckung der Spitzenauslastungen der Zeche General Blumenthal. 1992 erfolgte dann auch der Verbund mit General Blumenthal zu Blumenthal/Haard. 1994 wurden die Schächte Ewald Fortsetzung 2 und 3 stillgelegt. 1999 erfolgte dann auch die Stilllegung des Baufelds Haard.

 

Das Fördergerüst sowie Verwaltungsgebäude und Maschinenhalle von Schacht 3 sind erhalten geblieben. Der Wetterschacht An der Haard 1 wurde zum Zeitpunkt der Fotoaufnahmen im Dezember 2020 abgerissen.

 

QUELLEN: Huske 2006, Wikipedia

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

FOTO: Zeche Ewald Fortsetzung, Schacht 3 (28.12.2020) © Christian Twehues

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Grün­dung
Förder­beginn
Still­legung
Max.
Beleg­schaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Graf Waldersee (ab 1895)

Ewald Fortsetzung (ab 1900)

Haard (ab 1978)

Blumenthal/Haard (ab 1992)

1900 1903 1999
5474
(1950)
1.476.822 t
(1974)

Der Name der Zeche leitet sich von

„Ewald Hilger“ einem der Gründer ab.

Die Zeche besaß in Herten ein 10 km²

großes Baufeld und erwirkte 1895

eine Ausweitung ("Fortsetzung")

nordöstlich von Recklinghausen

 

Schächte der Zeche

 

Schacht Adresse GPS
Teuf­beginn
Förder­beginn
Still­legung
Max. Teufe
1

Ewaldstraße 64 

45739 Oer-Erkenschwick

51.642712, 7.264610 1899 1903 1999 950 m
2

Am Förderturm

45739 Oer-Erkenschwick

51.642657, 7.263803 1899 1922 1994 950 m
3

Ewaldstraße 64 

45739 Oer-Erkenschwick

51.643014, 7.266598 1901 1904 1994 1100 m
4 (Ruschen)

Karlstraße

45739 Oer-Erkenschwick

51.649674, 7.285938 1913 1925 1999 950 m
5

Karlstraße

45739 Oer-Erkenschwick

51.649864, 7.286774 1925 1938 1999 1100 m
König Ludwig 7

Ickerottweg

45665 Recklinghausen

51.610832, 7.277204 1928

1965 von König

Ludwig übernommen

1979 800 m
König Ludwig 8

Ickerottweg

45665 Recklinghausen

51.611423, 7.277921 1928

1965 von König 

Ludwig übernommen

1972 1100 m
Emscher Lippe 6

Redder Str.

45711 Datteln

51.668341, 7.305858 1961

1972 von stillgelegter

Zeche Emscher

Lippe übernommen

1999 758 m
An der Haard 1

Redder Str.

45711 Datteln

51.696915, 7.255169 1977 1983 1999 1115 m

 

Fotogalerie

51. Zeche Erin, Castrop-Rauxel

Bergwerk Zeche Erin in Castrop-Rauxel, Ruhrgebiet, Deutschland mit Hammerkopf Förderturm Erin 3 Schacht 3, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

Den Namen erhielt die Zeche vom irischen Gründer William Thomas Mulvany, der die Zeche nach der Göttin Erin benannte, ebenfalls Namenspatronin des Landes Irland (gällisch: Eire). Mulvany wurde 1806 in Dublin, Irland geboren. Nach einer Ausbildung zum Technischen Zeichner arbeitete er als Landvermesser beim irischen Staat. Später übernahm Mulvany die Projektierung von Wasserstraßen und spezialisierte sich auf die Entwässerung von großen Flächen zur Nutzbarmachung für die Landwirtschaft.

 

1855 kam Mulvany als Repäsentant einer irischen Investorengruppe nach Deutschland. Er lebte bis zu seinem Tode 1885 in Pempelfort, einem Stadtteil von Düsseldorf. Mulvany gründete 1866 mit anderen Unternehmern die Preußische Bergwerks- und Hütten-Aktiengesellschaft. Die PBHAG bestand aus der Zeche Hansa, Zeche Zollern, der neu gegründeten Zeche Erin sowie Erzbergwerken und einer Eisenhütte.

 

Die Zeche Erin wurde 1867 gegründet. Schacht 1 und 2 gingen 1868 in Förderung. Nachdem 1877 die PBHAG in Konkurs ging, wurde Erin eigenständig. Schacht Erin 3, dessen Hammerkopfturm hier abgebildet ist, wurde 1899 in Betrieb genommen. Das Bergwerk war bis 1983 aktiv. Nach seiner Stilllegung wurden der Förderturm Erin 3 sowie das Fördergerüst über Schacht 7, das 1951-1953 errichtet wurde, als Industriedenkmal erhalten. Beide Schächte sind nachts beleuchtet, was teilweise durch private Spenden finanziert wird. Zur Adventszeit zieht ein Laserstrahl einen grünen Lichtstreifen über den Nachthimmel von Castrop-Rauxel vom Kopf des Förderturms Erin 3 bis zum Fördergerüst Erin 7 im 1,7 km entfernten Erin-Park.

 

QUELLEN: Huske 2006, Wikipedia (Zeche Erin), Wikipedia (William Thomas Mulvany)

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

FOTO: Zeche Erin, Schacht 3 (21.12.2020) © Christian Twehues

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Grün­dung
Förder­beginn
Still­legung
Max.
Beleg­schaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Erin (ab 1867)

1867 1868 1983
4531
(1955)
1.480.855 t
(1973)

1964: erster mannlose

Steilstreb im Ruhrgebiet

 

Schächte der Zeche

 

Schacht Adresse GPS
Teuf­beginn
Förder­beginn
Still­legung
Max. Teufe
1

Erinstraße

44575 Castrop-Rauxel

51.546886, 7.304661 1866 1868 1983 445 m
2 (Wetter­schacht)

Erinstraße

44575 Castrop-Rauxel

51.546749, 7.304711 1866 1868 1983 900 m
3

Bodelschwingher Str.

44577 Castrop-Rauxel

51.550244, 7.328352 1889 1891 1983 646 m
4 (Wetter­schacht)

Erinstraße

44575 Castrop-Rauxel

51.546625, 7.303940 1890 1892 1983 295 m
5

Briloner Str.

44575 Castrop-Rauxel

51.560111, 7.321006 1892 1895 1911 900 m
Wetterschacht
im Ostfeld

-

- 1900 1902

nach 1902
nicht mehr
erwähnt

293 m
Teutoburgia 1

Kohlenstraße

44627 Herne

51.552605, 7.277985 1909

1929 von
stillgelegter

Teutoburgia
übernommen

1983 646 m
Teutoburgia 2

Kohlenstraße

44627 Herne

51.552898, 7.277011 1909

1929 von
stillgelegter 

Teutoburgia
übernommen

1983 325 m
6 (Wetter­schacht)

Bochumer Str.

44575 Castrop-Rauxel

51.532830, 7.298390 1943 1951 1983 646 m
7 (Haupt­förder­schacht)

Erinstraße

44575 Castrop-Rauxel

51.546566, 7.304786 1951 1954 1983 646 m
Lothringen 6

Lothringer Str.

44805 Bochum

51.519273, 7.282250 1884

1967 von
stillgelegter

Lothringen-Graf
Schwerin

übernommen

1968 an
Bergwerke 
Bochum
abgegeben,

1978 stillgelegt

1026 m

 

Fotogalerie

52. Zeche Zollern, Dortmund

Eingang zur Maschinenhalle auf der Zeche Zollern in Dortmund, Ruhrgebiet, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

Die Zeche Zollern wurde 1856 unter dem Namen Hohenzollern gegründet. 2 Schächte wurden abgeteuft. Das Handelsministerium ordnete aber eine Umbenennung der Zeche an, da das Kaiserhaus Hohenzollern nicht als Gesellschaftername verwendet werden durfte. Die beiden Schächte Rahm 1 und Rahm 2 am Bärenbruch hatten von Anfang an mit starken Wasserzuflüssen zu kämpfen. Die Abteufarbeiten an Schacht Rahm 1 (später Zollern 3) wurden 1868 gestundet. Erst 1901 wurde der Schacht erfolgreich gesümpft und 1903 in Betrieb genommen. Schacht Rahm 2 (später Zollern 1) soff sogar dreimal ab. Das Bergwerk ging 1877 dann auch in den Konkurs. Der Besitzer wechselte zur Gewerkschaft Westfälischer Grubenverein AG. Unter neuer Leitung nahm Zollern 1879 endlich die Förderung auf. Ab 1898 wurde die Schachtanlage 2/4 in Bövinghausen errichtet, 1902 in Förderung. 1934 wurden die Grubenfelder der stillgelegten Zeche Germania übernommen. 1948 wurde der Wetterschacht Zollern Ost in Rahm abgeteuft. Er ging 1950 in Betrieb.

 

Zeche Zollern wurde 1955 stillgelegt. Die Schachtanlage 2/4 in Bövinghausen wurde ab 1972 mit finanzieller Unterstützung der Stadt Dortmund umfangreich restauriert. 1982 übernahm der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) das Gelände mit ;den Fördergerüsten von Schacht 2 und 4 und wandelte es zu einem Industriemuseum um. Zentrales Element ist die Maschinenhalle, die 1969 als erstes Industriebauwerk in Deutschland unter Denkmalschutz gestellt wurde. Die Architektur der Zechenanlage beeindruckt: Backsteingotik kombiniert mit Eisenfachwerk und verspielten Türen und Fenstern im Jugendstil. Wer erwartet das in einer industriellen Anlage zur Förderung von Kohle?

 

QUELLEN: Huske 2006, Wikipedia

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

FOTO: Zeche Zollern, Eingang zur Maschinenhalle (12.05.2019) © Christian Twehues

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Grün­dung
Förder­beginn
Still­legung
Max.
Beleg­schaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Hohenzollern (ab 1856)

Zollern (ab 1857)

1856 1879 1955
6825
(1954)
1.449.740 t
(1954)

1857: auf Anordnung des Handelsministeriums

wird Hohenzollern in Zollern umbenannt.

Das Kaiserhaus darf nicht als Namen der 

Gesellschaft verwendet werden.

 

Schächte der Zeche

 

Schacht Adresse GPS
Teuf­beginn
Förder­beginn
Still­legung
Max. Teufe
Zollern 3 (Rahm 1)

Bärenbruch

44379 Dortmund

51.520482, 7.369992 1856 1903 1955 611 m
Zollern 1 (Rahm 2)

Bärenbruch

44379 Dortmund

51.520350, 7.369592 1856 1879 1955 352 m
2

Grubenweg

44388 Dortmund

51.517817, 7.334678 1898 1902 1955 462 m
4

Grubenweg

44388 Dortmund

51.518493, 7.335207 1900 1902 1955 366 m
Zollern Ost

Wegscheid

44369 Dortmund

51.524168, 7.386332 1948 1950 1955 436 m

 

Fotogalerie

53. Zeche Adolf von Hansemann, Dortmund

Zeche Adolf von Hansemann, Dortmund, Ruhrgebiet, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

Die Zeche Adolf von Hansemann wurde 1873 in Dortmund gegründet. Starke Wasserzuflüsse und eine Reihe von Schlagwetterexplosionen belasteten den Aufbau des Bergwerks. Ein zweiter Schacht musste 80m südlich vom 1873 abgeteuften ersten Schacht errichtet werden. Nach Liquidation und Umwandlung in eine Aktiengesellschaft im Jahr 1896 konnte endlich 1899 die Förderung aufgenommen werden. 1910 wechselte der Besitzer zur Deutsch-Luxemburgische Bergwerks- und Hütten AG. Nach weiteren Schwierigkeiten wurde die Zeche 1926 durch die Gelsenkirchener Bergwerks-AG übernommen. Eine neue Schachtanlage 4/5 wurde 1930-1937 in Oestrich, ca 1,5 km westlich vom ersten Standort errichtet. Die Anlage 4/5 wurde 1938 in Gustav 1/2 umbenannt, nach Gustav Knepper, Vorstandsvorsitzender der Gelsenkirchener Bergwerks-AG. 1954 wurde die Förderung der Schächte Adolf Hansemann 1-3 eingestellt. Die Kohlen wurden untertage nach Gustav und dort zutage gefördert. Ende der Fünfziger wurde ein neuer Schacht im Ostfeld gebaut und in Betrieb genommen. 1966 wurde die Zeche von dem Bergwerk Hansa übernommen. Die vollständige Stilllegung der Schächte erfolgte 1967.

 

QUELLEN: Huske 2006, Wikipedia

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

FOTO: Zeche Adolf von Hansemann, Verwaltungs- und Kauengebäude (20.03.2021) © Christian Twehues

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Grün­dung
Förder­beginn
Still­legung
Max.
Beleg­schaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Mengeder Bergwerks-AG (ab 1873)

Adolph von Hansemann (ab 1874)

Adolf von Hansemann (ab 1876)

1873 1899 1966
4462
(1955)
1.359.050 t
(1939)

Die Tageanlagen im Stil der

Backsteingotik gehören zu den

architektonisch bedeutendsten

Zechenbauten in Dortmund

 

Schächte der Zeche

 

Schacht Adresse GPS
Teuf­beginn
Förder­beginn
Still­legung
Max. Teufe
2 (erster Schacht)

Hansemannstraße

44357 Dortmund

51.568086, 7.377252 1873 1912 1954 896 m
1 (zweiter Schacht)

Hansemannstraße

44357 Dortmund

51.567864, 7.376131 1888 1899 1954 737 m
3

Hansemannstraße

44357 Dortmund

51.567981, 7.378340 1894 1899 1954 737 m
4 (Gustav 1)

Emsinghofstraße

44357 Dortmund

51.568610, 7.356079 1930 1937

1966 an Hansa

abgegeben,

1967 stillgelegt

900 m
5 (Gustav 2)

Emsinghofstraße

44357 Dortmund

51.569170, 7.355655 1934 1937

1966 an Hansa 

abgegeben, 

1967 stillgelegt

900 m

Wetterschacht

Königsmühle

Auf dem Wodeacker

44359 Dortmund

51.560990, 7.405874 1952 1955

1966 an Hansa 

abgegeben

585 m

Ostschacht

(Wetterschacht)

Schaarstraße

44359 Dortmund

51.578102, 7.403542 1955 1958

1966 an Hansa 

abgegeben und 

stillgelegt

607 m

 

Fotogalerie

54. Zeche Westhausen, Dortmund

Malakowturm der Zeche Westhausen in Dortmund, Ruhrgebiet, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

Die Zeche Westhausen in Dortmund wurde nach dem benachbarten Schloss Westhusen benannt. Erste Mutungsbohrungen fanden hier bereits 1855 statt. Die Zeche wurde 1871 gegründet. 1872 wurde Schacht 1 abgeteuft. Er erhielt 1873 einen imposanten Malakowturm und nahm im gleichen Jahr die Förderung auf. Ab 1886 wurden auch 330 t Schwefelerz gefördert mit 4 Bergleuten. Der Erzabbau bekam aber im weiteren Verlauf keine Bedeutung und wurde 1896 eingestellt. 1889 wurde ein zweiter Schacht ca. 800m südlich von Schacht 1 abgeteuft. Er ging 1893 als Wetterschacht in Betrieb. Von 1908 bis 1911 wurde Schacht 3 neben Schacht 1 gebaut. Die maximale Fördermenge erzielte Westhausen 1939 mit 997.960 t Kohle. Die maximale Belegschaft wurde 1940 mit 2.469 Bergleuten erreicht. 1953 erfolgte der Durchschlag mit der Zeche Hansa. Ab 1954 wurde die Förderung unter- und übertage nach Hansa verlegt. Ende 1955 wurde die Förderung ganz eingestellt, die Tagesanlagen in der Folge abgebrochen. Westhausen wurde Anfang 1956 von Hansa übernommen. Der Malakowturm über Schacht 1 blieb erhalten und ist seit 1979 Kulturdenkmal der Stadt Dortmund.

 

QUELLEN: Huske 2006, Wikipedia

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

FOTO: Zeche Westhausen, Schacht 1 (2.01.2021) © Christian Twehues

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Grün­dung
Förder­beginn
Still­legung
Max.
Beleg­schaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Westhausen (ab 1871)

1871 1873 1956
2469
(1940)
997.960 t
(1939)

Malakowturm aus dem Jahr 1873

mit zwei Ecktürmen (Fluchttreppen)

gilt as architektonisch bedeutsam

 

Schächte der Zeche

 

Schacht Adresse GPS
Teuf­beginn
Förder­beginn
Still­legung
Max. Teufe
1

Bodelschwingher Str.

44357 Dortmund

51.55004, 7.375160 1872 1873

1956 an Hansa 

abgegeben,

1980 stillgelegt

596 m
2

Ringstraße

44357 Dortmund

51.542995, 7.379105 1889 1893

1956 an Hansa 

abgegeben, 

1960 stillgelegt

401 m
3 (Wetterschacht)

Bodelschwingher Str.

44357 Dortmund

51.549725, 7.376429 1908 1911

1956 an Hansa

abgegeben,

1980 stillgelegt

593 m

Wetterschacht

Königsmühle

Auf dem Wodeacker

44359 Dortmund

51.560990, 7.405874 1952 1955

1956 an Hansa

abgegeben,

1985 stillgelegt

585 m

 

Fotogalerie

55. Zeche Fürst Hardenberg, Dortmund

Malakowturm der Zeche Fürst Hardenberg in Dortmund, Ruhrgebiet, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

Bereits 1872 war eine Gewerkschaft gegründet worden, die mit dem Abteufen eines Schachts im Feld Deusen begonnen hatte. Der Malakowturm wurde von 1872 bis 1874 gebaut. 1873 kam es zum Absturz der Teufbühne mit 8 Toten. 1874 wurde die neue Gewerkschaft Fürst Hardenberg gegründet, benannt nach dem preußischen Staatsmann Karl August Fürst von Hardenberg. 1876 wurde die erste Sohle in 412m, die zweite in 452m eingerichtet und die Förderung aufgenommen. 1881 konsolidierte Fürst Hardenberg mit Minister Stein zu Ver. Stein & Hardenberg. 1897 wurde Schacht 2 neben Schacht 1 abgeteuft, er ging 1900 in Betrieb. 1902 wurde die Förderung auf Schacht 1 eingestellt. 1938 wurde Wetterschacht 6 (Ernst Brandi) errichtet, Betriebsbeginn war 1941. Bei Kriegsende 1945 wurden die Tagesanlagen zerstört. Die Zeche Ver. Stein & Hardenberg trennte sich wieder in Minister Stein und Fürst Hardenberg. 1950 wurde Wetterschacht 6 an Minster Stein abgegeben. 1957 erfolgte der Durchschlag mit Minister Stein auf der 5. Sohle (658m). Das Bergwerk Fürst Hardenberg wurde 1960 von Minister Stein übernommen. Die Förderung auf Fürst Hardenberg wurde eingestellt und die Kohlen untertage nach Minister Stein gefördert. Schacht 2 diente bis zur Stilllegung von Minister Stein 1987 weiter der Seilfahrt, Materialförderung und Bewetterung.

 

QUELLEN: Huske 2006, Wikipedia

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

FOTO: Zeche Fürst Hardenberg, Schacht 1 (2.01.2021) © Christian Twehues

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Grün­dung
Förder­beginn
Still­legung
Max.
Beleg­schaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Fürst Hardenberg (ab 1874)

Ver. Stein & Hardenberg (ab 1881)

Fürst Hardenberg (ab 1945)

1874 1876 1960
3246
(1950)
968.680 t
(1950)

Fürst Hardenberg betrieb

von 1884 bis 1901 eine

Solebadeanstalt

 

Schächte der Zeche

 

Schacht Adresse GPS
Teuf­beginn
Förder­beginn
Still­legung
Max. Teufe
1

Lindnerstraße

44339 Dortmund

51.549237, 7.442333 1872 1876 1902 564 m
2

Lindnerstraße

44339 Dortmund

51.549697, 7.441112 1897 1900

1960 an Minister

Stein abgegeben,

1987 stillgelegt

658 m

Wetterschacht 6

(Ernst Brandi)

Wetterschachtweg

44339 Dortmund

51.578792, 7.461578 1938 1941

1950 an Minister

Stein abgegeben,

1987 stillgelegt

454 m

 

Fotogalerie

56. Zeche Hansa, Dortmund

Bergwerk Zeche Hansa Schacht 3 in Dortmund, Ruhrgebiet, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

Zeche Hansa ist ein Bergwerk in Dortmund, das 1869 mit der Steinkohlenförderung begann. Schwere Grubenunglücke in den Jahren 1940 mit 52 Toten und 1944 mit 95 Toten überschatteten den Betrieb. Die geplante Stilllegung im Jahr 1967 konnte durch Proteste der Kumpel hinausgezögert werden. Die konventionelle Förderung wurde erst 1975 eingestellt. In den Jahren danach wurde in der Grube die hydromechanische Kohlengewinnung erforscht. Das letzte Grubenunglück, eine Schlagwetterexplosion mit 7 Toten, ereignete sich März 1979. Die endgültige Stilllegung kam dann im November 1980. Zu sehen ist hier das Fördergerüst der Zeche Hansa, mit dessen Hilfe noch bis 2014 Grubenwasser abgepumpt wurde.

 

QUELLEN: Huske 2006, Wikipedia

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

FOTO: Zeche Hansa, Schacht 3 (13.07.2019) © Christian Twehues

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Grün­dung
Förder­beginn
Still­legung
Max.
Beleg­schaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Hansa (ab 1856)

1856 1869 1980
6444
(1966)
2.265.450 t
(1966)

1977 Einstellung konventioneller

Förderung und bis 1980 Betrieb

als Hydrogrube

 

Schächte der Zeche

 

Schacht Adresse GPS
Teuf­beginn
Förder­beginn
Still­legung
Max. Teufe
Weyhe Schacht

Rohwedderstraße

44369 Dortmund

51.536418, 7.417779 1856 - 1869 84 m
1 (alter Schacht 2)

Rohwedderstraße

44369 Dortmund

51.536885, 7.417387 1857 1869 1980 613 m
2

Rohwedderstraße

44369 Dortmund

51.537310, 7.417123 1870 1888 1980 820 m
3 (Wetterschacht)

Rohwedderstraße

44369 Dortmund

51.537956, 7.416614 1908 1910 1980 865 m
4 (Wetterschacht)

Varziner Str.

44369 Dortmund

51.533860, 7.408215 1949 1951 1980 664 m

Wetterschacht
Königsmühle 
(Gemeinschafts-Schacht)

Auf dem Wodeacker

44359 Dortmund

51.560990, 7.405874 1952 1955

1982 an
Minister Stein
abgegeben

585 m
Westhausen 1

Bodelschwingher Str.

44357 Dortmund

51.55004, 7.375160 1872

1956 von
Westhausen

übernommen

1980 865 m
Westhausen 2

Ringstraße

44357 Dortmund

51.542995, 7.379105 1889

1956 von
Westhausen

übernommen

1960 401 m
Westhausen 3

Bodelschwingher Str. 

44357 Dortmund

51.549725, 7.376429 1908

1956 von
Westhausen

übernommen

1980 823 m

Adolf von Hansemann,

Gustav 

Emsinghofstraße

44357 Dortmund

51.568610, 7.356079 1930

1966 von  Adolf
von Hansemann
übernommen

1967 900 m

Adolf von Hansemann,

Gustav 2

Emsinghofstraße

44357 Dortmund

51.569170, 7.355655 1934

1966 von Adolf
von  Hansemann
übernommen

1967 900 m

Adolf von Hansemann, 

Ostschacht

Schaarstraße

44359 Dortmund

51.578102, 7.403542 1955

1966 von Adolf
von  Hansemann
übernommen

1966 575 m

 

Fotogalerie

57. Zeche Minister Stein, Dortmund

Bergwerk Zeche Minister Stein in Dortmund, Ruhrgebiet, Deutschland Förderturm Hammerkopfturm, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

1856 wurde die Zeche Minister Stein in Dortmund gegründet. Mit einer Fördermenge von 3,7 Millionen Tonnen pro Jahr und 6.800 Beschäftigten war Minister Stein 1941 die größte Zeche des Ruhrgebiets (1881 bis 1945 im Verbund mit Fürst Hardenberg). Bei ihrer Stilllegung im Jahr 1987 war das Bergwerk die letzte aktive Zeche in Dortmund. Der charakteristische Hammerkopfturm von Schacht 4 steht im Stadtteil Eving. Bei herkömmlichen Fördergerüsten wie z.B. dem Tomson Bock oder dem Englischen Bock befindet sich die Fördermaschine in einem Gebäude seitlich des Gerüsts. Das Treibeseil wird über Seilscheiben im Kopf des Fördergerüsts in den Schacht umgelenkt. Bei Hammerkopftürmen versuchte man, die Umlenkung des Seils und die Seilscheiben zu vermeiden. Dazu musste die Fördermaschine in den Kopf des Förderturms versetzt werden. Am 11. Februar 1925 ereignete sich auf der Zeche Minister Stein eine Schlagwetterexplosion, der 136 Bergleute zum Opfer fielen.

 

QUELLEN: Huske 2006, Wikipedia

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

FOTO: Zeche Minister Stein, Schacht 4 (13.07.2019) © Christian Twehues

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Grün­dung
Förder­beginn
Still­legung
Max.
Beleg­schaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Minister Stein (ab 1871)

Ver. Stein & Hardenberg (ab 1881)

Minister Stein (ab 1945)

1871 1875 1987
7423
(1960)
2.740.530 t
(1964)

1941/1944 größte Zeche
im Ruhrgebiet

1926: Bau des Hammer-
kopfturms über Schacht 4

 

Schächte der Zeche

 

Schacht Adresse GPS
Teuf­beginn
Förder­beginn
Still­legung
Max. Teufe
1

Evinger Str.

44339 Dortmund

51.548299, 7.463441 1871 1875 1987 786 m
2

Evinger Str.

44339 Dortmund

51.547554, 7.462557 1891 1898 1987 714 m
3 (Wetterschacht)

Seilfahrtsweg

44339 Dortmund

51.553201, 7.491379 1901 1902 1987 1036 m
4 (Emil Kirdorf)

Deutsche Str.

44339 Dortmund

51.546867, 7.464321 1923 1926 1987 1189 m
5 (Wetterschacht)

Grüggelsort

44329 Dortmund

51.562893, 7.499176 1929 1930 1987 922 m

Wetterschacht 6

(Ernst Brandi)

Wetterschachtweg

44339 Dortmund

51.578792, 7.461578 1938

1950 von Fürst
Hardenberg

übernommen

1987 849 m
7 (Förderschacht)

Evinger Str.

44339 Dortmund

51.548033, 7.46243 1957 1959 1987 714 m
Fürst Hardenberg 2

Lindnerstraße

44339 Dortmund

51.549697, 7.441112 1987

1960 von Fürst
Hardenberg

übernommen

1987 898 m

Wetterschacht
Königsmühle

(Gemeinschafts-Schacht)

Auf dem Wodeacker

44359 Dortmund

51.560990, 7.405874 1952

1982 von Hansa 

übernommen

1985 585 m

 

Fotogalerie

58. Zeche Dorstfeld, Dortmund

Zeche Dorstfeld in Dortmund, Ruhrgebiet, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

Die Zeche Dorstfeld im gleichnamigen Stadtteil von Dortmund wurde 1849 gegründet. Schacht 1 wurde abgeteuft und 1852 in Betrieb genommen. 1860 konsolidierte die Zeche zu Ver. Dorstfeld. 1882 wurde ein sog. gebrochener Wetter- und Fahrschacht abgeteuft. Bis 100m war der Schacht durch das Deckgebirge seiger, d.h. senkrecht gebaut, danach verlief der Schacht tonnlägig, d.h. geneigt in den Flöz.

 

1885 kam erstmalig im Ruhrgebiet eine Radschrämmaschine zum Einsatz. Ein gezahntes Rad wird wie eine große Kreissäge als Schneideinheit verwendet. Es ist auf einem Schmetterling, einer Eisenplatte montiert, die wiederum am Gestänge der Maschine befestigt ist. Angetrieben wird die Maschine mit einem zweikolbigen Druckluftmotor. Die Schrämmaschine erzeugte schräge Schlitze im Flöz, mit deren Hilfe das Gestein leichter herausgebrochen werden konnte.

 

1889 übernahm Dorstfeld die Zeche Ver. Carlsglück und Planetenfeld mit den beiden Schächten Carlsglück (später Schacht 2) und Adolph. 1891 wurde das Bergwerk wieder in Dorstfeld umbenannt. Die Felder Carlsglück und Planetenfeld wurden 1895 wegen schwerer geologischer Verhältnisse wieder aufgegeben. In den ersten Jahrzehnten des neuen Jahrhunderts wurden 4 Wetterschächte errichtet. 1925 kam es zu einer folgenschweren Sprengstoff-/Kohlenstaubexplosion mit 47 Toten. 1940 erreichte die Zeche eine Endteufe von 1098m. Das Bergwerk Dorstfeld wurde 1963 stillgelegt. Die Tagesanlagen wurden abgerissen, die Schächte verfüllt. Erhalten geblieben sind die Markenhalle der Schachtanlage 2/3 an der Straße Oberbank Ecke Wittener Straße und direkt daneben das Maschinenhaus von Schacht 2 an der Straße Oberbank.

 

QUELLEN: Huske 2006, Wikipedia

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

FOTO: Zeche Dorstfeld 2/3, Markenkontrolle (28.04.2021) © Christian Twehues

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Grün­dung
Förder­beginn
Still­legung
Max.
Beleg­schaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Dorstfeld (ab 1847)

Ver. Dorstfeld (ab 1860)

Dorstfeld (ab 1891)

1849 1852 1963
4576
(1950)
1.362.828 t
(1929)

1885: erstmaliger Einsatz einer

Radschrämmaschine im Ruhrgebiet

 

Schächte der Zeche

 

Schacht Adresse GPS
Teuf­beginn
Förder­beginn
Still­legung
Max. Teufe
1

Caterpillarstraße

44149 Dortmund

51.511355, 7.411317 1849 1852 1963 1061 m

gebrochener

Wetter-/Fahrschacht

für Schacht 1

Dorstfelder Hellweg

Ecke Karl Funke Str.

44149 Dortmund

51.511473, 7.412537 1882 1886 1911 227 m
2 (Carlsglück)

Oberbank

44149 Dortmund

51.502355, 7.417506 1849

1889 von
Ver. Carlsglück

& Planetenfeld 
übernommen

1963 610 m

Adolph

(Planetenfeld)

Planetenfeldstraße

44149 Dortmund

51.495493, 7.400912 1872

1889 von
Ver. Carlsglück

& Planetenfeld 
übernommen

1895 418 m

Wetterschacht für

Schacht 1

Dorstfeld

(Dortmund)

- 1889 1890 1911 227 m

gebrochener Wetterschacht

für Schacht 2

Dorstfeld

(Dortmund)

- 1897 1898 1963 735 m
3 (Wetterschacht)

Oberbank

44149 Dortmund

51.502323, 7.418221 1902 1902 1963 1098 m
4 (Wetterschacht)

Caterpillarstraße

44149 Dortmund

51.511204, 7.410419 1909 1911 1963 612 m
5 (Wetterschacht)

Kleine Beratgerstraße

44149 Dortmund

51.503715, 7.400591 1918 1920 1963 1061 m
6 (Wetterschacht)

Kleine Beratgerstraße

44149 Dortmund

51.503472, 7.399772 1926 1928 1963 441 m

 

Fotogalerie

59. Zeche Louise Tiefbau, Dortmund

Zechengebäude der Zeche Vereinigte Louise Tiefbau in Dortmund, Ruhrgebiet, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

Die Ursprünge des Bergwerks Louise Tiefbau gehen bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts zurück. Erste Mutungen waren 1743 erteilt worden. 1752 wurde der Stollen aus dem Emschertal angesetzt. 1755 wurde das erste Kohlenflöz erreicht. 1763 wurde das Erbstollenrecht für Louise Erbstolln verliehen. Das Stollen­berg­werk hatte nur eine Bauhöhe von 10 Lachter, also ca 21m. Es gab eine Reihe von Schächten, die auf den Erbstollen oder direkt auf die Flöze führten (s. Tabelle 'Schächte im Stollenabbau 1752-1855'). Mit dem Abteufen von Schacht Clausthal ging man 1843 in den Tiefbau über. Clausthal ging 1844 in Förderung. Schacht Schulte wurde 1847-1849 in Kirchvörde errichtet. 1859 war Louise Tiefbau die größte Zeche im Ruhrgebiet. Sie förderte 542.591 Scheffel Kohle im Jahr oder 130.222 t bei einer Belegschaft von 552 Bergleuten. 1864 wurde die Anschlussbahn vom Schacht Clausthal zur Eisenbahn fertiggestellt. 1883 erreichte die Zeche ihre maximale Förderung mit 286.175 t und einer Belegschaft von 907 Bergleuten.

 

 Schächte im Stollenabbau 1752-1876 

 

Schacht
Teuf­beginn
in Betrieb
genannt
Orts­angabe
Stollen aus dem Emschertal 1752 1762   an der Balkhofer Brücke 
Bauer   1796    
Heide   1800, 1820,1825 1855, 1876  auf dem Flöz
Christina   1805    
Hoffnung   1810 1855  auf dem Flöz
Conrad   1810    
Christoph   1810    
Wasserschacht 1815      
Georg   1825, 1830 1855   auf dem Flöz
Johannes   1830, 1840, 1841, 1843 1855 auf dem Flöz
Lichtloch 1-9     1855   
Lichtloch 10   1830, 1835, 1840, 1841, 1843 1855  
Hugo   1835 1855  auf dem Flöz 
Heinrich   1835 1855 auf dem Flöz 
Wilhelm     1855 auf dem Erbstollen 
Feld     1855 auf dem Flöz

 

Schacht Clausthal wurde bis 1888 in eine Teufe von 489m abgeteuft, Schacht Schulte 1890 bis auf 470m. 1908 stürzte Clausthal ein und wurde verfüllt. Der Betrieb wurde wegen des zu kleinen Grubenfeldes im gleichen Jahr eingestellt. Schacht Schulte, wie Clausthal mit einem Holzausbau versehen, wurde verfüllt, ausgemauert und neu abgeteuft. Der Schacht wurde dem Bergwerk Ver. Wiensdahlsbank übergeben, das ihn bis zur Stilllegung 1926 als Wetterschacht betrieb. Von den Tagesanlagen ist nur ein zweistöckiges Zechengebäude am Schacht Schulte in der Straße Louisenglück erhalten geblieben, das heute als Wohnhaus genutzt wird.

 

QUELLEN: Huske 2006, Wikipedia

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

FOTO: Zechengebäude Louise Tiefbau (28.04.2021) © Christian Twehues

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Grün­dung
Förder­beginn
Still­legung
Max.
Beleg­schaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Louise Erbstolln (ab 1763)

Louise & Erbstolln (ab 1841)

Louise Tiefbau (ab 1843)

1763 1762 1908
1207
(1875)
286.175 t
(1883)

1859: mit 130.222 t Jahresproduktion

und 552 Bergleuten größtes Bergwerk

im Ruhrgebiet

 

Schächte der Zeche

 

Schacht Adresse GPS
Teuf­beginn
Förder­beginn
Still­legung
Max. Teufe
Clausthal

Luisenhoffnung

44225 Dortmund

51.480595, 7.436083 1843 1844 1908 489 m
Schulte

Luisenglück

44225 Dortmund

51.478608, 7.432088 1847 1848/49

1910 an Ver. Wiendahlsbank

abgegeben, dort bis zur Stilllegung

1926 als Wetterschacht in Betrieb

470 m

60. Zeche Hörder Kohlenwerk, Dortmund

Markenkontrolle der Zeche Schleswig in Dortmund, Ruhrgebiet, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

1854 wurde bei Mutungsbohrungen in Dortmund-Neuasseln in ca. 70m Tiefe Kohle gefunden. 1855 wurden die Zeche Schleswig gegründet und zwei Schächte abgeteuft. Sie gingen 1859 in Betrieb. Das Bergwerk Schleswig konsolidierte 1859 mit weiteren Baufeldern (u.a. dem Feld Holstein) zur Zeche Hörder Kohlenwerk. Im gleichen Jahr wurde die erste Seilfahrt im Ruhrgebiet eingerichtet. 1860 wurde ein Solbad in Betrieb genommen, das bis zur Stilllegung der Zeche im Jahr 1925 aktiv war. 1874 wurde Schacht Holstein 1 im Ostfeld, ca 1,8km östlich von Schleswig abgeteuft. 1887 erreichte das Bergwerk seine maximale Erzfördermenge von 136.231 Tonnen Eisenstein. Der Erzabbau wurde 1912 eingestellt.

 

1889 kam es auf der Zeche Schleswig zu blutigen Zwischenfällen. Im Rahmen von Bergarbeiterstreiks am 9. Mai 1889 hatte die Belegschaft der Zeche Schleswig die Arbeit niedergelegt. Anschläge auf den Schacht und auf das Kesselhaus der Zeche durch Unbeteiligte konnte durch das beherzte Eingreifen von Belegschaftsangehörigen verhindert werden. Soldaten wurden eingesetzt und in der Nacht kehrten wieder Ruhe und Ordnung ein. Zum Schichtbeginn um 6 Uhr kam es aber zu einer unruhigen Situation. Als auch nach mehrmaliger Aufforderung die Ansammlung sich nicht auflöste, schossen die Soldaten in die Menge. Drei Menschen starben, sechs wurden schwer verletzt. Im Nachgang zu den Unruhen wurden acht Teilnehmer der Aufstände zu langen Freiheitsstrafen verurteilt.

 

1892 erhielt Holstein ein eisernes Fördergerüst. 1893-1894 wurde ein Wetterschacht für Holstein gebaut. 1904-1908 wurde der Schacht Holstein 2 abgeteuft. Die Schachtanlage Schleswig 1/2 wurde 1925 stillgelegt und 1926 abgebrochen. 1928 wurde Holstein 1/2 stillgelegt. Von den Tagesanlagen der Anlage Schleswig sind die Markenkontrolle am Werkseingang und das Sole-Badehaus, beide am Neuhammerweg erhalten. Von Holstein 1/2 blieb das Torhaus (Markenhaus) an der Donnerstraße Ecke Briefsweg erhalten, heute ein Wohnhaus.

 

QUELLEN: Huske 2006, Wikipedia (Hörder Kohlenwerk), Wikipedia (Schleswig)

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

FOTO: Zeche Hörder Kohlenwerk, Schacht Schleswig, Markenkontrolle (28.04.2021) © Christian Twehues

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Grün­dung
Förder­beginn
Still­legung
Max.
Beleg­schaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Schleswig (ab 1855)

Hörder Kohlenwerk (ab 1859)

Ver. Hörder Kohlenwerk (ab 1914)

1855 1859 1928
2868
(1920)
627.581 t
(1913)

1859: Erste Zeche mit
Seilfahrt im Ruhrgebiet

1860-1925: Solbad in
Betrieb

 

Schächte der Zeche

 

Schacht Adresse GPS
Teuf­beginn
Förder­beginn
Still­legung
Max. Teufe
Schleswig 1

Neuhammerweg

44309 Dortmund

51.516711, 7.567872 1855 1859 1925 559 m
Schleswig 2

Neuhammerweg

44309 Dortmund

51.516861, 7.568300 1855 1859 1925 559 m
3 (Wasserhaltungsschacht)

Briefsweg

44319 Dortmund

- 1872 1873 1928 400 m
Holstein 1

Briefsweg

44319 Dortmund

51.525963, 7.589609 1874 1877 1928 411 m
Wetterschacht Holstein

Briefsweg

44319 Dortmund

51.525695, 7.589205 1893 1894 1927 155 m
Holstein 2

Briefsweg

44319 Dortmund

51.525316, 7.589908 1904 1908 1928 521 m

 

Fotogalerie

61. Zeche Waltrop, Waltrop

Eingang zur Maschinenhalle auf der Zeche Zollern in Dortmund, Ruhrgebiet, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

Die Zeche Waltrop wurde 1903 gegründet. Zwei Schächte wurden abgeteuft und gingen 1907 in Betrieb. So weit nördlich im Ruhrgebeit wurde das Karbon erst in einer Tiefe von 500m gefunden. 1909 kam es zu starken Wassereinbrüchen. DIe Grube wurde aufgegeben und soff ab. Das Sümpfen im Sommer war erfolglos. Erst mit dem Einsatz von stärkeren Pumpen konnte das Bergwerk von 1910-1912 wieder trockengelegt werden. Ende 1912 wurde die Förderung erneut aufgenommen.

 

Ende des zweiten Weltkriegs wurde die Zeche durch Bombenangriffe beschädigt. Das erneute Absaufen der Grube konnte verhindert werden. Die Kokerei wurde zerstört und konnte erst 1949 wieder in Betrieb gehen. 1978 wurde eine gemeinsame Werksdirektion mit der Zeche Minister Achenbach gebildet. 1979 wurde Waltrop stillgelegt. Die Schächte blieben vorerst offen und dienten Minster Achenbach bis zur Stilllegung 1992 zur Wasserhaltung. Die drei Schächte sind heute zurückgebaut. Die Zechengebäude der Schachtanlage 1/2 sind aber weitestgehend erhalten geblieben und können besichtigt werden.

 

QUELLEN: Huske 2006, Wikipedia

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

FOTO: Zeche Waltrop und Halde Brockenscheidt mit Spurwerkturm (28.04.2021) © Christian Twehues

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Grün­dung
Förder­beginn
Still­legung
Max.
Beleg­schaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Waltrop (ab 1903)

1903 1907 1979
2738
(1955)
1.131.974 t
(1974)

2021: Viele Zechengebäude sind in

sehr gutem Zustand erhalten geblieben.

Direkt neben der Zeche befindet sich

die Halde Brockenscheidt

 

Schächte der Zeche

 

Schacht Adresse GPS
Teuf­beginn
Förder­beginn
Still­legung
Max. Teufe
1

Hiberniastraße

45731 Waltrop

51.617616, 7.419855 1903 1907

1983-1992 Wasserhaltung

für Minister Achenbach

910 m
2 (Wetterschacht)

Hiberniastraße

45731 Waltrop

51.618057, 7.420857 1903 1907

1983-1992 Wasserhaltung 

für Minister Achenbach

792 m
3

Unterlipper Str.

45731 Waltrop

51.644463, 7.427280 1956 1958 1979 1003 m

 

Fotogalerie

62. Zeche Minister Achenbach, Lünen

Zeche Minister Achenbach in Lünen, Ruhrgebiet, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

Die Zeche Minister Achenbach war ein Kohlenbergwerk in Lünen, das zu seiner Blütezeit auf 7 Schächten 6.615 Mitarbeiter beschäftigte und 2,75 Mio Tonnen Kohle pro Jahr förderte. Es war von 1877 bis 1992 aktiv. Nach seiner Schließung wurden die Schächte verfüllt und die Gebäude über Tage bis auf wenige Ausnahmen abgerissen. Auf dem Gelände von Schacht 4 wurde 1995 das Technologiezentrum Lünen (Lüntec) gebaut. Auf das Fördergerüst des Schachts 4 setzte man nach Plänen des Designers Luigi Colani in 35m Höhe eine Business Lounge. Das Colani-Ufo oder auch Colani-Ei symbolisiert den Strukturwandel des Ruhrgebiets. Die Zeche ist heute Bestandteil der Route Industriekultur.

 

QUELLEN: Huske 2006, Wikipedia (Zeche), Wikipedia (Colani-Ufo)

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

FOTO: Zeche Minister Achenbach, Schacht 4 (12.07.2020) © Christian Twehues

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Grün­dung
Förder­beginn
Still­legung
Max.
Beleg­schaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Minister Achenbach (ab 1877)

Ver. Minister Achenbach (ab 1948)

1877 1900 1992
6615
(1955)
2.745.029 t
(1982)

1995: Fördergerüst von Schacht 4

wird zum Lüntec-Tower umgebaut und
erhält nach Entwürfen des Designers 
Luigi Colani das „Colani-Ufo“ aufgesetzt

 

Schächte der Zeche

 

Schacht Adresse GPS
Teuf­beginn
Förder­beginn
Still­legung
Max. Teufe
1

Zechenstraße

44536 Lünen

51.592592, 7.431456 1897 1900 1992 999 m
2 (Wetterschacht)

Zechenstraße

44536 Lünen

51.592533, 7.430370 1899 1903 1992 999 m
3 (Carl Haarmann 3)

Zechenplatz

44536 Lünen

51.593588, 7.458177 1909 1914 1968 648 m
4 (Carl Haarmann 4)

Am Brambusch

44536 Lünen

51.604657, 7.453073 1919 1924 1968 1012 m
5 (Wetterschacht)

Am Wetterschacht

44534 Lünen

51.634053, 7.502944 1942 1954 1966 801 m
6 (Friedrich Müller)

Brunnenstraße

44536 Lünen

51.613683, 7.477603 1957 1961 1977 835 m
7 (Wetterschacht)

Königsheide

44359 Dortmund

51.589875, 7.409556 1960 1962 1992 990 m
Ickern 3

Zum Schacht

45731 Waltrop

51.606673, 7.389997 1938

1973 von Victor-Ickern

übernommen

1988 865 m
Ickern 4

Viktorstraße

45731 Waltrop

51.608014, 7.376796 1949

1973 von Victor-Ickern

übernommen

1990 552 m

 

Fotogalerie

63. Zeche Gneisenau, Derne

Bergwerk Zeche Gneisenau in Derne, Ruhrgebiet, Deutschland mit Doppelbock Fördergerüst und Tomson Bock Fördergerüst, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

Die Zeche Gneisenau in Derne förderte von 1886 bis 1985 Steinkohle. Die Kokerei auf dem Gelände der Zeche wurde 4 Jahre später stillgelegt. Schacht 4 wurde noch bis 1999 als Befahrungsschacht für die zentrale Wasserhaltung ge­nutzt. Heute befindet sich ein Einzelhandelszentrum auf dem Gelände der ehemaligen Zeche und Kokerei. Die beiden Fördergerüste wurden als Industriedenkmal erhalten. Neben dem freistehenden Doppelbock Fördergerüst aus dem Jahr 1933 (Schacht 4) befindet sich ein Tomson Fördergerüst, das auf dem Dach der Maschinenhalle aufgesetzt ist. Es wurde 1886 vom Ingenieur Eugen Tomson gebaut und war eine Weiterentwicklung der bis dahin üblichen Englischen Böcke. Der Tomson Bock der Zeche Gneisenau ist das letzte erhaltene Fördergerüst seiner Art und das älteste Stahlfördergerüst im Ruhrgebiet.

 

QUELLEN: Huske 2006, Wikipedia

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

FOTO: Zeche Gneisenau 2/4 (13.07.2019) © Christian Twehues

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Grün­dung
Förder­beginn
Still­legung
Max.
Beleg­schaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Union (ab 1855)

Gneisenau (ab 1874)

1874 1886 1985
7406
(1965)
4.214.538 t
(1974)

1970: größtes Bergwerk im Ruhrgebiet

 

Schächte der Zeche

 

Schacht Adresse GPS
Teuf­beginn
Förder­beginn
Still­legung
Max. Teufe
1

Gneisenauallee

44329 Dortmund

51.566805, 7.523559 1873 1886 1938 443 m
2

Gneisenauallee

44329 Dortmund

51.567166, 7.523532 1883 1887 1985 383 m
3

Gneisenauallee

44329 Dortmund

51.566311, 7.523379 1901 1903 1985 507 m
4 (Zentralförderschacht)

Gneisenauallee

44329 Dortmund

51.567090, 7.525386 1930 1934 1985 990 m

Scharnhorst 2

(erster Schacht)

Zeche Scharnhorst

44328 Dortmund

51.541027, 7.521799 1872

1931 von

Scharnhorst

übernommen

1975 507 m

Scharnhorst 1

(neuer Schacht)

Zeche Scharnhorst

44328 Dortmund

51.541133, 7.522942 1897

1931 von

Scharnhorst 

übernommen

1975 480 m
Wetterschacht Grevel

Rote Fuhr

44329 Dortmund

51.568283, 7.554876 1925

1931 von

Preußen

übernommen

1985 443 m
Kurl 1

Husener Straße

44319 Dortmund

51.559767, 7.594343 1855

1938 von

Kurl verfüllt

übernommen

1978 309 m
Kurl 2

Husener Straße

44319 Dortmund

51.559600, 7.593960 1855

1938 von

Kurl abgedeckt 

übernommen

1978 309 m
Preußen II, 1

Preußenstraße

44532 Lünen

51.593072, 7.546925 1873

1942 stillgelegt

und abgedeckt

von Preußen

übernommen

1970 700 m
Preußen II, 2

Preußenstraße

44532 Lünen

51.592744, 7.546253 1897

1942 stillgelegt

und abgedeckt

von Preußen

übernommen

1970 558 m
Kurl 3

Dammstraße

44532 Lünen

51.590560, 7.578206 1962 1967

1985 an Haus

Aden abgegeben;

1998 stillgelegt

1290 m
Victoria 1

Zwolle Allee

44534 Lünen

51.616726, 7.540425 1907

1963 von

Victoria

übernommen

1985 an Haus

Aden abgegeben;

1991stillgelegt

1250 m
Victoria 2

Zwolle Allee

44534 Lünen

51.617061, 7.541303 1908

1963 von

Victoria

übernommen

1985 an Haus

Aden abgegeben;

1991stillgelegt

1250 m
Victoria 3 (Preußen I, 1)

Zum Gewerbepark

44532 Lünen

51.588972, 7.512980 1873

1963 von

Victoria

übernommen

1979 839 m
Victoria 4 (Preußen I, 2)

Zum Gewerbepark

44532 Lünen

51.588404, 7.512588 1892

1963 von

Victoria

übernommen

1979 839 m
Kurl 4 (Wetterschacht)

Lanstroper Straße

44329 Dortmund

51.578141, 7.591290 1969 1972 1982 583 m

 

Fotogalerie

64. Zeche Preußen, Derne

Zeche Preußen in Derne, Ruhrgebiet, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

1873 wurde die Zeche Gustav Adolph in Dortmund-Derne gegründet und Schacht Gustav Adolph abgeteuft. 1874 wurde das Bergwerk in Nordsee umbenannt. 1875 wurden die Teufarbeiten aufgrund eines Wassereinbruchs in 275m eingestellt. Das Bergwerk konsolidierte mit der Zeche Bertha Wilhelmine zu Ver. Nordsee. 1878 kam es auch im Schacht Bertha Wilhelmine in 234m Tiefe zu einem Wassereinbruch. Beide Schächte wurden aufgegeben. 1887 wechselte der Besitzer und die Zeche wurde in Preußen umfirmiert. Schacht Gustav Adolph wurde erst in Prinz Heinrich, später in 1891 dann in Preußen I,1 umbenannt. Schacht Bertha Wilhelmine wurde in Prinz Wilhelm und 1891 in Preußen II/1 umbenannt. Unter neuem Besitzer wurden die Abteufarbeiten wieder aufgenommen. Das Karbon wurde in 347m Teufe erreicht, die 1. Sohle in 439m, die zweite Sohle in 549m eingerichtet.

 

Das Bergwerk Preußen nahm 1895 die Förderung auf. Beide Schachtanlagen I und II erhielten in den Jahren 1892-1906 jeweils einen zweiten Schacht. 1902 wurde auf Schacht II/2 die erste elektrische Drehstromfördermaschine im Ruhrgebiet eingesetzt. 1925 wurde in Dortmund-Scharmhorst der Wetterschacht Grevel abgeteuft. Der Stahlbetonförderturm wurde mit Ziegeln verkleidet und mit einem Dach versehen. Seine Lage "an der Roten Fuhr" hat ihm einen Zweitnamen beschert: Luftschacht Rote Fuhr. Der Förderturm steht seit 1989 unter Denkmalschutz und wurde zu einem Schulungs- und Bildungszentrum umgebaut. Die Zeche Preußen wurde 1929 stillgelegt, die Schächte abgedeckt. Wetterschacht Grevel ging 1931 zur Zeche Gneisenau. Das Feld Preußen wurde aufgeteilt. Der nördliche Teil mit der Schachtanlage I ging 1940 zu Victoria, der südliche Teil des Baufeldes mit der Schachtanlage Preußen II ging 1942 zu Gneisenau.

 

QUELLEN: Huske 2006, Wikipedia

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

FOTO: Zeche Preußen, Wetterschacht Grevel (2.01.2021) © Christian Twehues

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Grün­dung
Förder­beginn
Still­legung
Max.
Beleg­schaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Gustav Adolph (ab 1873)

Nordsee (ab 1874)

Ver. Nordsee (ab 1875)

Preußen (ab 1887)

1873 1895 1929
3258
(1920)
771.858 t
(1913)

1902: Schacht II/2: erste elektrische

Drehstromfördermaschine im Ruhrgebiet

 

Schächte der Zeche

 

Schacht Adresse GPS
Teuf­beginn
Förder­beginn
Still­legung
Max. Teufe
I/1 (Gustav Adolph)

Zum Gewerbepark

44532 Lünen

51.588972, 7.512980 1873 1895

1926 stillgelegt; 

1940 an 

Victoria

abgegeben

620 m
I/2

Zum Gewerbepark

44532 Lünen

51.588404, 7.512588 1892 1895

1926 stillgelegt; 

1940 an 

Victoria 

abgegeben

620 m

II/1 (Bertha

Wilhelmine)

Preußenstraße

44532 Lünen

51.593072, 7.546925

1873 Teufbeginn;

1875 von Bertha

Wilhelmine

übernommen 

1906

1929 stillgelegt;

1942 an

Gneisenau

abgegeben

690 m
II/2

Preußenstraße

44532 Lünen

51.592744, 7.546253 1897 1906

1929 stillgelegt; 

1942 an 

Gneisenau

abgegeben

642 m
Wetterschacht Grevel

Rote Fuhr

44329 Dortmund

51.568283, 7.554876 1925 1927

1931 an

Gneisenau

abgegeben

443 m

 

Fotogalerie

65. Zeche Haus Aden, Bergkamen

Zeche Haus Aden in Bergkamen, Ruhrgebiet, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

Die Baufelder Haus Aden IV-VIII wurden bereits 1875 verliehen. Die Zeche Haus Aden entstand 1911 durch Teilung der Be­recht­same in Haus Aden und Haus Aden Fortsetzung. Die Abteufarbeiten am ersten Schacht (Schacht 2) begannen erst 1938. Ein Jahr später folgte der zweite Schacht (Schacht 1). Das Karbon wurde in einer Tiefe von 456m erreicht. Die Zeche ging 1943 in Förderung, 1956 wurde Wetterschacht 3 abgeteuft. 1974 wurde die Zeche Grimberg 3/4 übernommen, die 1945 als eigene Zeche vom Bergwerk Monopol abgespalten worden war. 1985 wurden die Schächte Victoria 1/2 und Kurl 3 von der stillgelegten Zeche Gneisenau übernommen. 1989 wurde auf Grimberg 3 die Mausegatt Sohle in 1589m Teufe angesetzt. Der Schacht erreichte eine Endteufe von 1635m. Damit war Grimberg 3 der tiefste Schacht Europas. Er wurde 1997 vom Nordschacht des Bergwerks Saar in Ensdorf, Saarland abgelöst, der eine Endteufe von 1751m erreichte.

 

1993 fusionierte Haus Aden mit der Zeche Monopol zum Verbundbergwerk Haus Aden/Monopol. 1998 erfolgte dann der Verbund mit Heinrich Robert zum Bergwerk Ost. Die Schächte der Zeche Haus Aden wurden bis 2001 stillgelegt. Von den Anlagen ist heute noch der Förderturm über Schacht 2 erhalten. Kurz nach den Fotoaufnahmen wurde im März 2021 begonnen, das Fördergerüst zurückzubauen. Meine Fotoreihe aus dem Januar 2021 zeigt noch die vier roten Seilscheiben inkl. Seilführung.

 

QUELLEN: Huske 2006, Wikipedia

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

FOTO: Zeche Haus Aden, Schacht 2 (3.01.2021) © Christian Twehues

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Grün­dung
Förder­beginn
Still­legung
Max.
Beleg­schaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Haus Aden (ab1911)

Haus Aden/Grimberg (ab 1970)

Haus Aden (ab 1974)

Haus Aden/Monopol (ab 1993)

Bergwerk Ost (ab1998)

1911 1943 2001
7529
(1985)
3.901.575 t
(1986)

1989: Haus Aden erreicht im Schacht

Grimberg 3 eine Endteufe von 1635m

(bis 1997 tiefster Schacht Europas)

 

Schächte der Zeche

 

Schacht Adresse GPS
Teuf­beginn
Förder­beginn
Still­legung
Max. Teufe
2

Rotherbachstraße

59192 Bergkamen

51.618598, 7.581228 1938 1943

2001; weiter

offen für

Wasserhaltung 

1003 m
1

Rotherbachstraße

59192 Bergkamen

51.619085, 7.582739 1939 1943 2000 1003 m
5 (Wetterschacht 3)

Königslandwehr

59192 Bergkamen

51.629280, 7.594216 1956 1959 1994 745 m
Grimberg 3

Schulstraße

59192 Bergkamen

51.611312, 7.612512 1923

1974 von

Grimberg 3/4

übernommen

1994 1635 m
Grimberg 4

Schulstraße

59192 Bergkamen

51.610451, 7.612135 1934

1974 von

Grimberg 3/4 

übernommen

1994 1096 m

6 (Wetterschacht

Langern)

Am Sunderbach

59368 Werne

51.645066, 7.552420 1979 1983 1998 1388 m
7 (Romberg)

Am Gerlingbach

59368 Werne

51.650181, 7.572179 1983 1986 1998 1005 m
Victoria 1

Zwolle Allee

44534 Lünen

51.616726, 7.540425 1907

1985 von

Gneisenau

übernommen

1991 1120 m
Victoria 2

Zwolle Allee

44534 Lünen

51.617061, 7.541303 1908

1985 von

Gneisenau 

übernommen

1991 1250 m
Kurl 3

Dammstraße

44532 Lünen

51.590560, 7.578206 1962

1985 von

Gneisenau 

übernommen

1998 1190 m

 

Fotogalerie

66. Zeche Monopol, Bergkamen

Bergwerk Zeche Monopol in Bergkamen, Schacht Grimbergen 2, Ruhrgebiet, Deutschland, Förderturm, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

1873 wurde die Zeche Akropolis in Kamen gegründet. Teufarbeiten an Schacht Friedrich Grillo begannen im gleichen Jahr. 1874 wurde die Zeche in Monopol umbenannt. 1876 erreicht Monopol das Karbon in 286m Tiefe. Die Förderung wurde 1879 aufgenommen. Schacht Grillo 2 wurde 1887 direkt neben Schacht Grillo 1 abgeteuft. Er nahm 1889 den Betrieb auf. 1890 begannen die Arbeiten an der Schachtanlage II: Grimberg 1, 4km nördlich von Monopol I in Bergkamen. Grimberg 1 ging 1893 in Betrieb, Grimberg 2 folgte 1896. Mit 87 qkm besaß Monopol 1896 das flächenmäßig größte Grubenfeld im Ruhrgebiet. Die Schachtanlage Monopol III mit den Schächten Grimberg 3 und 4 wurde von 1923 bis 1936 in Bergkamen-Weddinghofen errichtet.

 

Am 11.09.1944 kam es durch Bombenangriffe zu schweren Schäden übertage, u.a. fiel die Wetterführung aus. Dadurch kam es in einer Kettenreaktion auf Monopol III zu einer Schlagwetterexplosion mit 107 Toten. Der Betrieb war bis Dezember unterbrochen. 1945 wurde Monopol in die eigenständigen Zechen Grillo/Grimberg 1/2 (mit den Schachtanlagen Monopol I und II) und Grimberg 3/4 (mit der Schachtanlage Monopol III) aufgeteilt. Grillo/Grimberg 1/2 wurden 1952 weiter in Grillo (mit den Schächten Grillo 1-3) und Grimberg 1/2 (mit den Schächten Grimberg 1 und 2) aufgeteilt. 1972 fusionierten die Zechen Grillo (mittlerweile mit Schacht Grillo 4-Drei Finken) und Grimberg 1/2 wieder zu Monopol. Grimberg 3/4 blieb weiter eigenständig und ging 1974 zu Haus Aden. Im gleichen Jahr wurde auf Grimberg 1/2 die Förderung eingestellt, das Baufeld ging zur Schachtanlage Grillo.

 

1975 wurde eine neue Zeche 'Neu-Monopol' gegründet. Sie übernahm die stillgelegten Schächte Grimberg 1 und 2, sowie die Schächte Grillo 3 und 4. Während Monopol weiter über die Schachtanlage Grillo 1/2 förderte, begann Neu-Monopol mit Vorarbeiten für den umfangreichen Umbau des Bergwerks. So wurde Grimberg 1 und Grillo 4 tiefergeteuft, Schacht Werne 3 von der Zeche Werne übernommen, die 7. Sohle ausgerichtet und ein Durchschlag zwischen Grimberg 1/2 und Grillo 4 auf der 7. Sohle eingerichtet. Grimberg 2 erreichte 1980 eine Endteufe von 1143m.

 

1981 wurde die Schachtanlage Grillo 1/2 auf Monopol stillgelegt. Neu-Monopol übernahm die Schachtanlagen der stillgelegten Zeche Monopol und nahm die Förderung ab der 7. Sohle auf. Der umfangreiche Umbau der Zeche war abgeschlossen. 1982 wurde Neu-Monopol wieder in Monopol umbenannt. Die Förderung konzentrierte sich auf die umgebaute Schachtanlage Grimberg 1/2. Grillo 2 und 3 wurden 1983 verfüllt. Grillo 1 blieb offen als zentrale Kühlanlage für den Abbau in Mausegatt (s. Haus Aden).

 

1993 erfolgte der Verbund mit Haus Aden zum Verbundbergwerk Haus Aden/Monopol. 1994 wurden die Schachtanlagen der Zeche Monopol stillgelegt, die Kohlen untertage zu Haus Aden gefördert. Die Fördergerüste der Schächte Grimberg 2 in Bergkamen und Grillo 1 in Kamen sind erhalten geblieben.

 

QUELLEN: Huske 2006, Wikipedia (Grillo)Wikipedia (Grimberg 1/2), Wikipedia (Grimberg 3/4)

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

FOTO: Zeche Monopol, Schacht Grimberg 2 (13.12.2020) © Christian Twehues

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Grün­dung
Förder­beginn
Still­legung
Max.
Beleg­schaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Akropolis (ab 1873)

Monopol (ab 1874)

Grillo/Grimberg 1/2 (ab 1945)

Grillo und Grimberg 1/2 (ab 1952)

Grillo/Grimberg 1/2 (ab 1967)

Monopol (ab 1970)

Neu-Monopol (ab 1975, parallel zu Monopol)

Monopol (ab 1982)

Haus Aden/Monopol (ab 1993)

1873 1879 1994
6008
(1945)
2.559.169 t
(1990)

1892: Grimberg 1
erreicht mit 774m die
seinerzeit größte Teufe
im Ruhrgebiet;

1903: eine der ersten
Zechen im Ruhrgebiet
mit Akku-Lokomotiven 
im Untertagebetrieb

 

Schächte der Zeche

 

Schacht Adresse GPS
Teuf­beginn
Förder­beginn
Still­legung
Max. Teufe

I: Grillo 1

(Friedrich Grillo)

Herbert-Wehner-Str. 13

59174 Kamen

51.589623, 7.648154 1873 1897 1981 1016 m
I: Grillo 2

Herbert-Wehner-Str.

59174 Kamen

51.589080, 7.648723 1887 1889 1981 691 m

I: Wetterschacht

Grillo 3 (Kiwitt)

Am Kiwitt

59192 Bergkamen

51.605443, 7.636571 1906 1910 1981 1021 m

I: Grillo 4

(Drei Finken)

Friedhofstraße

59192 Bergkamen

51.614200, 7.673177 1956 1958 1981 1031 m
II: Grimberg 1

Rathenau Str.

59192 Bergkamen

51.620887, 7.632100 1890 1893 1994 1031 m

II: Wetterschacht

Grimberg 2

Rathenau Str.

59192 Bergkamen

51.621115, 7.633165 1893 1896 1994 1143 m

III: Grimberg 3

(Kuckuck)

Schulstraße

59192 Bergkamen

51.611312, 7.612512 1923 1936

1945 als Zeche

Grimberg 3/4

abgespalten;

1994 stillgelegt

978 m

III: Wetterschacht

Grimberg 4

Schulstraße

59192 Bergkamen

51.610451, 7.612135 1934 1935

1945 als Zeche 

Grimberg 3/4

abgespalten; 

1994 stillgelegt

897 m
Werne 3

Zum Schacht I

59192 Bergkamen

51.643121, 7.657208 1912

1979 von Königsborn

übernommen

2000 947 m

 

Fotogalerie

67. Zeche Werne, Bergkamen

Kaue der Zeche Werne in Bergkamen, Ruhrgebiet, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

Die Zeche Werne wurde 1898 gegründet, noch unter altem Namen Freiherr von Stein, ab 1901 nach Konsolidierung mit dem Feld Wilhelmine Katharina I in Werne umbenannt. Am Standort in Werne (Westfeld) wurden zeitgleich ein Förder- und ein Wetterschacht abgeteuft und 1902 in Betrieb genommen. Es handelte sich um die erste Zeche nördlich der Lippe. 1912 bis 1915 wurde Schacht 3 im Südfeld in Bergkamen gebaut. 1954-1956 Schacht 4 im Ostfeld in Werne. Das Bergwerk wurde 1975 stillgelegt. Schacht 3 ging 1975 zu Königsborn, Schacht 4 zu Heinrich Robert. Von den Zechenanlagen 1/2 sind einige denkmalgeschützte Gebäude erhalten geblieben, heute in gewerblicher Nutzung. Schacht Werne 3 blieb noch bis 2000 zur Wasserhaltung in Betrieb. Das Verwaltungs- und Kauengebäude und die Kohlenwäsche von Werne 3 blieben erhalten. Im ehemaligen Kauengebäude befindet sich heute ein Fitnessstudio. Die ehemalige Kohlenwäsche dient heute einer Futtermittelmühle als zentrales Silo. Die Anlagen am Schacht 4 wurden vollständig zurückgebaut.

 

QUELLEN: Huske 2006, Wikipedia

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

FOTO: Zeche Werne, Schacht 3, Kauengebäude (28.04.2021) © Christian Twehues

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Grün­dung
Förder­beginn
Still­legung
Max.
Beleg­schaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Freiherr von Stein (ab 1898)

Werne (ab 1901)

1898 1902 1975
4115
(1925)
1.113.302 t
(1974)

1899: erste Schachtanlage

nördlich der Lippe

 

Schächte der Zeche

 

Schacht Adresse GPS
Teuf­beginn
Förder­beginn
Still­legung
Max. Teufe
1 (Wetterschacht)

Flöz-Zollverein-Str.

59368 Werne

51.657631, 7.641617 1899 1902 1975 730 m
2 (Förderschacht)

Flöz-Zollverein-Str.

59368 Werne

51.657789, 7.642623 1899 1902 1975 999 m
3

Zum Schacht I

59192 Bergkamen

51.643121, 7.657208 1912 1915

1975 an Königsborn

abgegeben,

2000 stillgelegt

975 m
4

Am Schacht

59368 Werne

51.676918, 7.700271 1954 1956

1975 an Heinrich

Robert abgegeben,

1980 verfüllt

789 m

 

Fotogalerie

68. Zeche Königsborn, Bönen

Bergwerk Zeche Königsborn in Bönen, Ruhrgebiet, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

Die Usprünge der Zeche Königsborn gehen auf die Saline Königsborn in Unna zurück. Salzgewinnung ist in Unna bereits für das Jahr 1389 urkundlich belegt. Die Saline Königsborn wurde 1734 gegründet. Am 30.08.1799 wurde auf der Saline die erste Dampfmaschine im Märkischen in Betrieb genommen.

 

Erste Mutungsbohrungen fanden bereits 1801 statt. Kohle wurde dabei in 150m Tiefe gefunden. Lange Jahre waren die Solefelder der Saline aber gegen Kohlemutungen gesperrt. Erst mit dem Verkauf der Solefelder und der Saline Königsborn an ein privates Unternehmen im Jahr 1872 wurde die Sperre aufgehoben. 1873 wurde die Berechtsame für Steinkohle und für Sole vergeben und die Gewerkschaft Königsborn gegründet. 1874 wurde Schacht 1 abgeteuft. Das Karbon wurde in 178m erreicht, der Schacht nahm 1880 die Kohlen- und Soleförderung auf. 1881 wurde ein Solebad eröffnet. Die Soleförderung wurde noch bis 1932 betrieben, die Saline 1940 stillgelegt. Danach verlor Bad Königsborn den Status als Kurort.

 

Zwischen 1880 und 1952 wurden 5 weitere Schächte in Kamen und Bönen in Betrieb genommen. Die alten Schächte 1 und 2 wurden 1966 stillgelegt und bis 1969 verfüllt. 1971 wurde Schacht 7 (Lerche) in Hamm abgeteuft und 1973 in Betrieb genommen. Der Schacht wurde 1978 an Heinrich Robert abgegeben. Er war noch bis 2010 in Betrieb. 1975 wurde der Schacht Werne 3 von der stillgelegten Zeche Werne übernommen. 1979 wurde Teile von Königsborn stillgelegt. Schacht Werne 3 wurde an Neu-Monopol abgegeben, Schächte 5+6 aufgegeben und verfüllt. 1981 folgte dann die endgültige Stilllegung der Zeche Königsborn. Von den Schachtanlagen ist der Förderturm von Schacht 4 in Bönen und das Fördergerüst von Schacht 7 Lerche in Hamm erhalten geblieben.

 

QUELLEN: Huske 2006, Wikipedia

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

FOTO: Zeche Königsborn, Schacht 4 (13.12.2020) © Christian Twehues

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Grün­dung
Förder­beginn
Still­legung
Max.
Beleg­schaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Königsborn (ab 1873)

1873 1880 1981
7629
(1955)
2.153.280 t
(1943)

Usprung der Zeche ist die Saline Königsborn,

vor dem 14. Jhdt. erwähnt, 1799 erste

Dampfmaschine im Märkischen in Betrieb

 

Schächte der Zeche

 

Schacht Adresse GPS
Teuf­beginn
Förder­beginn
Still­legung
Max. Teufe
1

Friedrich-Winter-Str.

59425 Unna

51.561257, 7.688974 1874 1880 1966 370 m
2 (Gottessegen-
Unverhofft)

Nikolaus-Otto-Str.

59174 Kamen

51.574698, 7.711336 1887 1890 1966 610 m
3

Zechenstraße

59199 Bönen

51.591623, 7.750572 1898 1901 1981 966 m
4 (Wetterschacht)

Zechenstraße

59199 Bönen

51.591256, 7.750111 1901 1902 1981 1006 m
5

Felix-Wankel-Str.

59174 Kamen

51.573784, 7.711547 1930 1943 1979 756 m
6 (Friedrich)

Kamener Str.

59199 Bönen

51.589771, 7.794304 1950 1952 1979 578 m
7 (Lerche)

An der Barbecke

59077 Hamm

51.628021, 7.715610 1971 1973

1978 an Heinrich

Robert abgegeben,

2010 stillgelegt

947 m
Werne 3

Zum Schacht I

59192 Bergkamen

51.643121, 7.657208 1912

1975 stillgelegt

von Werne

übernommen

1979 an Neu-

Monopol abgegeben,

2000 stillgelegt

947 m

 

Fotogalerie

69. Zeche Radbod, Hamm

Zeche Radbod, Schacht 1+2 in Hamm, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

Die Zeche Radbod in Hamm wurde 1905 gegründet. Bis 1946 war sie unter dem Namen Trier III aktiv. 1907 war die Belegschaft schon auf 609 Mann angewachsen, die jährliche Fördermenge lag bei 49.000 t Steinkohle. Im November 1908 ereignete sich das bis dahin schwerste Grubenunglück des deutschen Steinkohlenbergbaus. Ein Gasausbruch löste eine Schlagwetterexplosion und einen Grubenbrand aus, bei dem 349 Bergleute getötet wurden, quasi die gesamte Nachtschicht. Radbod wurde daraufhin die erste Zeche im Ruhrgebiet, die elektrische Handlampen einsetzte.

 

In den Jahren 1910 und 1911 wurde die Zeche um Schacht 3 und 4 erweitert. Oktober 1912 wurde eine Kokerei in Betrieb genommen. 1913 wurden 128 Pferde durch Druckluftlokomotiven ersetzt. 1923 begann das Abteufen von Schacht 5 (Winkhausschacht). Ein Brand auf der 4. Sohle des Schachts 1 führte zur Flutung und letztendlich Aufgabe der 4. Sohle. Die Fördermenge sank von 930.000 t auf 564.000 t im Jahr. Die 4. Sohle wurde 1929 neu angelegt, es folgte eine 5. Sohle in 1.090 m Tiefe.

 

Während des Krieges wurde der Betrieb weitestgehend mit Zwangsarbeitern geführt. März 1945 wurde die Zeche bei einem Luftangriff der Alliierten schwer beschädigt und die Kohleförderung musste vorübergehend eingestellt werden. 1952 wurde die Zeche Radbod von der Hoesch AG Bergbau übernommen. 1967 wurde in einer Tiefe von 1.235 m eine neue 6. Sohle erschlossen. 1969 wurde die Zeche in die Ruhrkohle AG eingegliedert.

 

1982 waren die Kohlevorräte des Bergwerks nahezu erschöpft. Eine Ausweitung der 4. Sohle in Richtung Norden wurde geplant. Schacht 6 in Ascheberg wurde noch fertiggestellt, er ging 1988 in Betrieb. Das Abteufen von Schacht 7 wurde aber 1988 nach 55m gestundet. Die Zeche Rabod wurde im Januar 1990 stillgelegt. Von den ehemaligen Gebäuden der Zeche ist heute nur noch wenig erhalten. Die Fördergerüste und Maschinenhallen der Schächte 1 und 2 wurden als Industriedenkmäler unter Denkmalschutz gestellt. Schacht 5 diente erst Zeche Heinrich Robert, später dem Bergwerk Ost als ausziehender Wetterschacht. Nach deren Stilllegung wurden Schacht 5 und 6 zur Wasserhaltung bis 2012 offen gehalten, danach verfüllt.

 

An den Statistiken der Zeche Radbod lässt sich sehr gut die Steigerung der Produktivität im deutschen Bergbau ablesen:

● 1920: 4574 Bergleute, 0,6 Mio t Kohle im Jahr

● 1989: 1717 Bergleute, 1,3 Mio t Kohle im Jahr

Das entspricht einer Produktivitätssteigerung von 600%.

 

QUELLEN: Huske 2006, Wikipedia

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

FOTO: Zeche Radbod 1/2/5 (9.5.2020) © Christian Twehues

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Grün­dung
Förder­beginn
Still­legung
Max.
Beleg­schaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Trier III (ab 1905)

Radbod (ab 1946)

1905 1907 1990
4574
(1920)
1.309.793 t
(1989)

1908: Nach Gasausbruch Schlagwetterexplosion

und Grubenbrand mit 349 Toten. Danach erste

Zeche im Ruhrgebiet mit elektrischen Handlampen

 

Schächte der Zeche

 

Schacht Adresse GPS
Teuf­beginn
Förder­beginn
Still­legung
Max. Teufe
1

An den Fördertürmen

59075 Hamm

51.687483, 7.762938 1905 1907 1990 996 m
2

An den Fördertürmen

59075 Hamm

51.687988, 7.763802 1905 1907 1990 1090 m
3 (Wetterschacht)

Römerstraße

59075 Hamm

51.691564, 7.777211 1910 1911

1990, weiter

offen für

Wasserhaltung

940 m
4 (Wetterschacht)

Markenweg

59075 Hamm

51.683560, 7.743878 1911 1917 1990 1909 m
5 (Winkhausschacht)

An den Fördertürmen

59075 Hamm

51.688770, 7.765289 1923 1927

1990, weiter 

offen für 

Wasserhaltung

1090 m
6

Nordicker-Straße

59387 Ascheberg

51.733079, 7.735122 1986 1988

1990, weiter 

offen für 

Wasserhaltung

1350 m
7

Nordick-Schliekstr.

59387 Ascheberg

51.723102, 7.704619

1987

(1988 gestundet)

- - 55 m

 

Fotogalerie

70. Zeche Heinrich Robert, Hamm

Zeche Heinrich-Robert, Bergwerk Ost, Hamm, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

Erste Probebohrungen fanden in Hamm im Jahr 1874 statt. Die Schürfrechte wurden aber erst 1899 verliehen. 1901 kauften die französischen Brüder Henri und Robert de Wendel aus Lothringen die Felder und gründeten die Zeche de Wendel. Die Arbeiten an Schacht Heinrich begannen, Wetterschacht Robert folgte im gleichen Jahr. 1903 wurde die erste Sohle in einer Tiefe von 662m eingerichtet. 1906 begann die Förderung. 1908 wurde eine Kokerei sowie eine Zechenbahn gebaut. 1910 war die Belegschaft auf 1.735 und die Fördermenge auf 375.000 Tonnen angewachsen. 1923 begann man im Nordfeld, 2 km vom Hauptwerk entfernt, den Schacht Franz bis auf eine Tiefe von 1025m abzuteufen. Die Kohleförderung im Nordfeld begann 1928. Der Schacht wurde 2003 gesprengt.

 

Nach kleineren Schlagwetterexplosionen 1926, 1927 und 1929 wurde 1930 ein neuer Bewetterungsschacht Humbert in Betrieb genommen. 1930 lag die Fördermenge bei 1 Mio Tonnen mit einer Belegschaft von 4.300 Mann. Während der Herrschaft der Nationalsozialisten gründete die Familie de Wendel 1937 eine Aktiengesellschaft und taufte die Zeche um in Zeche Heinrich-Robert. Nach Kriegsausbruch 1939 wurde wie auch schon während des ersten Weltkriegs die Zeche unter eine Zwangsverwaltung gestellt. Während des Krieges halbierte sich die Fördermenge, die Belegschaft reduzierte sich auf 3.000 Mann. Nach Kriegsende wurde die Zeche trotz französischer Eigentümer von den Besatzungsmächten beschlagnahmt. Die Zeche war weitestgehend von den Bombenangriffen der Alliierten verschont geblieben, so dass der Betrieb nach Kriegsende sofort wieder aufgenommen werden konnte. 1950 ging das Bergwerk wieder in den Besitz der Familie de Wendel über.

 

1955 wurde der Hammerkopfturm über Schacht 2 errichtet. Mit diesem neuen Förderturm konnte ab den 60er Jahren der ehemalige Wetterschacht Robert als Hauptförderschacht genutzt werden. Die Fördermenge stieg dank neuester Technik auf 1,4 Mio. Tonnen Kohle an mit einer Belegschaft von 5.000 Mann.

 

1969 verkaufte die Firma de Wendel die Zeche an die Ruhrkohle AG. Mitte der 70er stieg die Fördermenge auf 2,5 Mio. Tonnen bei einer Belegschaft von 4.600 Bergleuten. Die Kokerei der Zeche wurde 1987 stillgelegt und abgerissen. 1990 übernahm die Zeche Heinrich-Robert einen Teil der Belegschaft der Zeche Radbod, die im gleichen Jahr stillgelegt worden war. Die Belegschaft des Bergwerks wuchs auf 5.300 Mann an, die Fördermenge auf 3,3 Mio. Tonnen.

 

1998 wurde die Zeche Heinrich-Robert mit dem Bergwerk Haus Aden/Monopol in Bergkamen zum Verbundbergwerk Ost zusammengelegt. Schrittweise wurden die Anzahl der Schächte von 17 auf 7 reduziert. Die Belegschaft wurde bis 2000 von 6.800 auf 3.500 abgebaut. Der Betrieb des Bergwerks Heinrich-Robert wurde schließlich 2010 eingestellt. Die Anlagen untertage wurden bis 2011 abgebaut. Die Kohlenwäsche und Maschinenanlagen wurden 2011 demontiert und nach China verkauft. Schacht Franz wurde 2003 gesprengt. Auf dem Gelände des Schachts Humbert befindet sich heute eine Abraumhalde. Einige Gebäude der Schachtanlage Heinrich-Robert wurden bereits bis 2018 abgerissen. Die Schachtanlage und der Förderturm sollen bis Ende 2022 abgerissen werden.

 

QUELLEN: Huske 2006, Wikipedia

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

FOTO: Zeche Henrich Robert 1/2 (13.12.2020) © Christian Twehues

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Grün­dung
Förder­beginn
Still­legung
Max.
Beleg­schaft
Max.
Förderung
Besonderheit

De Wendel (ab 1901)

Heinrich Robert (ab 1937)

Bergwerk Ost (ab 1998)

1901 1906 2010
5834
(1955)
3.396.601 t
(1985)

Gründer der Zeche waren die

beiden Brüder Heinrich und

Robert de Wendel aus Lothringen

 

Schächte der Zeche

 

Schacht Adresse GPS
Teuf­beginn
Förder­beginn
Still­legung
Max. Teufe
1 (Heinrich)

Kokereistraße

59077 Hamm

51.651430, 7.761204 1901 1906 2010 1184 m
2 (Wetterschacht Robert)

Kokereistraße

59077 Hamm

51.651790, 7.762082 1901 1906 2012 1047 m
3 (Franz)

Schachtstraße

59077 Hamm

51.665422, 7.748623 1923 1928 1994 1565 m
4 (Wetterschacht Humbert)

Zechenweg

59077 Hamm

51.658372, 7.754641 1927 1930 2001 970 m
Werne 4

Am Schacht

59368 Werne

51.676918, 7.700271 1954

1975 von Werne

übernommen

1980 1025 m
Sandbochum

Kerstheider Str.

59077 Hamm

51.641639, 7.698179 1978 1979 2010 1221 m
Lerche

An der Barbecke

59077 Hamm

51.628021, 7.715610 1971

1978 von Königsborn

übernommen

2010 1404 m

 

Fotogalerie

71. Zeche Maximilian, Hamm

Kauen- und Verwaltungsgebäude der Zeche Maximilian in Hamm, Ruhrgebiet, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

Die Zeche Maximilian wurde 1900 gegründet. Die Vorbereitungen für Schacht 1 und 2 begannen 1901. Die Abteufarbeiten der beiden Schächte wurden immer wieder von starken Wassereinbrüchen behindert. Mehrfach mussten die Schächte gesümpft werden, bevor die Arbeiten weitergehen konnten. 1907 erreichte Schacht 1 das Karbon bei 634m, erste Kohlen konnten gefördert werden. Allerdings kam es im gleichen Jahr erneut zu Schwierigkeiten: Teile der Wasserziehvorrichtung stürzten in den Schacht. Der Schachtsumpf war mit Trümmern angefüllt. Das Wasser im Schacht begann wieder zu steigen. An einen regelmäßigen Betrieb war vorerst nicht zu denken. Es dauerte bis 1909, bis die Reparaturmaßnahmen abgeschlossen waren und beide Schächte gesümpft waren. Erst 1913 konnte Maximilian die Förderung aufnehmen. Die Kokerei ging im gleichen Jahr in Betrieb.

 

1914 kam es erneut zu einem schweren Wassereinbruch. Wichtige Ersatzteile, die für die Entwässerung notwendig waren, konnten aufgrund des Kriegsausbruchs nicht beschafft werden. Das Bergwerk soff ab. Als auch noch ein großer Teil der Belegschaft zum Kriegsdienst einberufen wurde, gab man die Zeche auf, die Kokerei wurde stillgelegt.

 

1920 wurde noch einmal versucht, das Bergwerk in Betrieb zu nehmen. Dazu wurden zwei neue Schächte 3 und 4 ca 1,4 km nördlich von 1/2 abgeteuft. Allerdings wurde die Vorbereitung bereits 1921 aufgrund von Geldmangel aufgegeben. 1922 erfolgte die vollständige Stilllegung der Zeche Maximilian. 1943 wurden die Tagesanlage 1/2 aufgegeben, 1978/80 die beiden Schächte 1/2 verfüllt.

 

Heute befindet sich auf dem Zechengelände der Maximilianpark, der für die Landesgartenschau 1984 errichtet wurde. Das ehemalige Verwaltungsgebäude, die Maschinenhalle und die Elektrozentrale der Zeche Maximilian wurden in den Park integriert. Teile des ehemaligen Kauen- und Verwaltungsgebäudes werden heute vom Bürgeramt Uentrop genutzt.

 

QUELLEN: Huske 2006, Wikipedia

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

FOTO: Kauen- und Verwaltungsgebäude der Zeche Maximilian (28.04.2021) © Christian Twehues

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Grün­dung
Förder­beginn
Still­legung
Max.
Beleg­schaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Maximilian (ab1900)

1900 1913 1922
1231
(1914)
101.851 t
(1913)

Betrieb nach nur 2 Jahren 

Förderung wieder eingestellt

 

Schächte der Zeche

 

Schacht Adresse GPS
Teuf­beginn
Förder­beginn
Still­legung
Max. Teufe
1

Grenzweg

59071 Hamm

51.682635, 7.881669 1902 1913 1922 793 m
2

Grenzweg

59071 Hamm

51.682771, 7.883529 1902 1913 1922 793 m
3

Auf dem Placken

59071 Hamm

51.693393, 7.875355 1920 -

1921 gestundet

wegen Geldmangels

70 m
4

Auf dem Placken

59071 Hamm

51.693393, 7.875355 1920 -

1921 gestundet 

wegen Geldmangels

40 m

 

Fotogalerie

72. Zeche Westfalen, Ahlen

Zeche Westfalen in Ahlen, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

Die Zeche Westfalen in Ahlen ist die nordöstlichste Zeche des Ruhrgebiets. Die Schächte 1 und 2 (Foto: Schacht 2) wurden 1909 bis 1911 abgeteuft. 1913 wurde die Förderung in einer Tiefe von 1087m aufgenommen. Die Zeche Westfalen zählte von Anfang an zu den tiefen Zechen der Region. 1917 wurden 350.000 Tonnen gefördert. 1935 wurde am Lippe-Seitenkanal ein zecheneigener Hafen gebaut. 1938 förderte das Bergwerk mehr als 1 Mio. t Kohle pro Jahr. 1939 ging ein dritter Schacht in Betrieb. 1940 begannen die Arbeiten an Schacht 4.

 

Ende des 2. Weltkriegs wurde die Anlage 1/2 der Zeche stark beschädigt. Der Betrieb erreichte aber schon 1948 wieder die jährliche Vorkriegsfördermenge. 1956 wurde Schacht 5 in Betrieb genommen. Schacht 6 folgte 1966. Schacht 7 erreichte 1979 eine Teufe von 1.330m, er ging 1981 in Betrieb.

 

1986 wurden die Schächte 4/5 stillgelegt, ein Jahr später Schacht 3. 1999 förderte das Bergwerk noch 2,45 Mio. t mit 2.320 Beschäftigten, am 30. Juni 2000 folgte dann die Stilllegung. Die Schächte wurden 2001 verfüllt. Bis auf wenige erhaltenswerte Gebäude der Schachtanlage 1/2 wurden alle Anlagen abgerissen. Seit 2006 wird das Gelände als Gewerbefläche genutzt.

 

QUELLEN: Hermann 2008, Huske 2006, Wikipedia

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

FOTO: Zeche Westfalen, Schacht 2 (9.05.2020) © Christian Twehues

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Grün­dung
Förder­beginn
Still­legung
Max.
Beleg­schaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Wetstfalen (ab 1907)

1907 1913 2000
4317
(1955)
2.672.373 t
(1982)

1910: Karbon erst bei 888m erreicht;

1911: Schacht 1 mit 1087m
damalige tiefste Teufe im Ruhrgebiet

 

Schächte der Zeche

 

Schacht Adresse GPS
Teuf­beginn
Förder­beginn
Still­legung
Max. Teufe
1

Zeche Westfalen 1

59229 Ahlen

51.750002, 7.916785 1909 1913 2000 1087 m
2

Zeche Westfalen 1

59229 Ahlen

51.749275, 7.916764 1909 1913 2000 1234 m

3 (Wetterschacht

Magdeburg)

Guissener Str.

59229 Ahlen

51.734682, 7.931797 1936 1939 1987 1061 m
4 (Wetterschacht)

Guissener Str.

59229 Ahlen

51.726376, 7.939944 1940 1943 1986 885 m

5 (Wetterschacht

Düsseldorf)

Alte Ahlener Str.

59269 Beckum

51.746089, 7.965275 1953 1956 1986 1074 m
6

Im Holt

59229 Ahlen

51.726073, 7.906289 1962 1966 2000 1120 m
7

Ennigerberg

59073 Hamm

51.716956, 7.854475 1976 1981 2000 1330 m

 

Fotogalerie

73. Zeche Vereinigte Wallfisch, Witten

Zeche Vereinigte Wallfisch, Witten, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

Bereits Mitte des 18. Jhdt wurde in der Wittener Region im Stollenabbau Kohle gefördert. 1832 wurden die Zeche Stein­berger­bank und die Erb­stollen Stephanie und Stephans­bank zur Zeche Ver­ei­nigte Wall­fisch zusammen gelegt. Der Stollenabbau wurde bis Mitte des 19. Jahrhunderts weitergeführt. Zwischen 6 und 18 Bergleute förderten zu dieser Zeit etwa 2.400 t Kohle im Jahr.

 

1855 ging man zum Tiefbau über. Zur Vorbereitung wurde der tonnlägige (d.h. schräg abfallende) Schacht Theodor für den Stollenabbau und zwei tonnlägige Schächte für den Tiefbau abgeteuft. Theodor nahm 1862 die Förderung auf. Er wurde später vermutlich als Wasserhaltungsschacht für den Tiefbau eingesetzt. 1865 wurde der erste seigere (d.h. senkrechte) Förderschacht abgeteuft. Das Bergwerk erreichte eine Endteufe von 315 m.

 

1895 erfolgte der Verbund mit der Zeche Franziska. Beide Zechen wurden aber weiter getrennt betrieben. Die Förderhöchstmenge erreichte Ver. Wallfisch 1896 mit 75.000 Tonnen und 388 Bergleuten. 1898 wurde der Betrieb eingestellt, die Anlagen wurden von dem Bergwerk Vereinigte Hamburg & Franziska übernommen. Der Schacht Wallfisch wurde noch als Wetterschacht weitergenutzt, das Kohlenfeld von Franziska aus abgebaut. Die Zeche Vereinigte Hamburg & Franziska wurde 1925 stillgelegt. Von den ehemaligen Anlagen der Zeche Wallfisch ist nur das Maschinenhaus aus dem Jahr 1850 am Steinäckerweg erhalten geblieben. Es gilt als das älteste erhaltene Zechengebäude im Ruhrgebiet und wird heute als Wohnhaus genutzt.

 

QUELLEN: Hermann 2008, Huske 2006, Wikipedia

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

FOTO: Zeche Ver. Wallfisch, Maschinenhaus Schacht 1 (23.06.2020) © Christian Twehues

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Grün­dung
Förder­beginn
Still­legung
Max.
Beleg­schaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Wallfisch & Steinbergerbank
& Stephansbank (ab 1836)

Ver. Wallfischbänke (ab 1838)

Ver. Wallfisch (ab 1842)

1832 1832 1898
388
(1896)
75.074 t
(1896)

Maschinenhaus aus dem

Jahr 1850 gilt als das älteste

erhaltene Zechengebäude

im Ruhrgebiet 

 

Schächte der Zeche

 

Schacht Adresse GPS
Teuf­beginn
Förder­beginn
Still­legung
Max. Teufe

Tonnlägiger Schacht

Theodor für Stollenbau /

Wasserhaltungsschacht

-

- 1855 1862 1878 146 m

Erster tonnlägiger

Schacht für Tiefbau

-

- 1855 ? 1874 146 m

Zweiter tonnlägiger

Schacht für Tiefbau

-

- 1855 ? 1874 146 m
1 (seigerer Förderschacht)

Steinäckerweg

58454 Witten

51.460249, 7.350762 1865 ? 1898 146 m
2 (seigerer Schacht)

-

- 1873 1878 1898 315 m

gebrochener Wetterschacht

im Nordfeld

-

- ? 1894 1898 ? m

Düren (tonnlägiger

Versuchsschacht)

-

- 1895 -

1896

gestundet

- m

 

Fotogalerie

74. Zeche Nachtigall, Witten

Zeche Nachtigall, Witten, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

Die Zeche Nachtigall im Eingang des Muttentals geht auf das Jahr 1714 zurück (nicht zu verwechseln mit der Zeche Nachtigall in Sprockhövel, deren Vorläufer, die Kohlbanck Brunßberg, bereits 1643 eine Mutung erhielt). Die Mutung für das Feld Kohlenbank im Hettberger Holtz in Witten-Bommern wurde 1714 vergeben. Zu diesem Zeitpunkt wurden bereits Kohlen gewonnen. Bis Ende des 18. Jahrhunderts wurde im Stollenbau gefördert. 1790/93 begann der Stollentiefbau. 1803 spülte ein Ruhrhochwasser die Kohlenniederlage (Sammellager) fast fort. 1804 wurden 43.000 Ringel (ca. 3.200 t) Kohle gefördert. 10 Bergleute waren in der Zeche beschäftigt: 4 Kohlenhauer, 2 Gesteinshauer, 4 Karrenbrückner (Karrenschieber).

 

1807 gingen die Stollen zur Zeche Eleonore. 1824 wurde die Betriebsgemeinschaft Eleonore & Nachtigall gebildet. 1829 wurde in Kooperation mit 4 weiteren Zechen die Muttentalbahn gebaut, die die Kohle vom Schacht zur Kohlenniederlage an der Ruhr transportierte.

 

1832 wurde der geplante Tiefbaubereich unterhalb der St. Johannes Erbstollensohle zur Ver. Nachtigall ausgegliedert. Ein erster seigerer Tiefbauschacht Neptun wurde abgeteuft. 1834 wurde die Förderung aufgenommen. Eine zweite Dampfmaschine kam für die Entwässerung zum Einsatz, die erste Maschine diente der Förderung. 1835 erreichte Neptun die 2. Sohle in 66m. 1838 arbeiteten 136 Bergleute im Bergwerk, die Jahresfördermenge lag bei 26.723 t Kohle. 1839 wurde ein zweiter Schacht Hercules etwa 70 Lachter (ca 150m) östlich von Neptun abgeteuft. Er ging 1842 in Betrieb. Die Förderung und Wasserhaltung im Schacht Neptun wurde daraufhin 1843/44 eingestellt. 1850/51 wurde der tonnlägige Schacht Catharina an der Nachtigallstraße in Steinhausen abgeteuft. 1852 erreichte Hercules eine Teufe von 221m.

 

1854 konsolidierte Ver. Nachtigall, Ver. Nachtigall & Aufgottgewagt, Eleonore & Nachtigall und Teile von Theresia zu Nachtigall Tiefbau. Ab 1856 erfolgte der Abbau auch unter der Ruhr. 1863 wurde auf Catharina die 9. Sohle in 368m eingerichtet. 1876 erreichte Hercules eine Endteufe von 449m. 1883 konsolidierte die Zeche mit Helene zu Ver. Helene-Nachtigall. 1892 wurde Nachtigall stillgelegt, 1894 Schacht Hercules verfüllt.

 

Bis 1964 wurde das Betriebsgelände von Schacht Hercules von einer Ziegelei genutzt und wurde danach von der Stadt Witten erworben. Von den Tagesanlagen der ehemaligen Zeche Nachtigall waren noch die Kaue, ein Verwaltungsgebäude und die Außenmauern des Maschinenhauses mit Schornstein erhalten. Die Anlagen wurden 1982 vom Westfälischen Industriemuseum übernommen und 1991 unter Denkmalschutz gestellt. Bis 2003 wurden die Gebäude umfassend restauriert und sind seit 2003 als LWL-Industriemuseum und Besucherbergwerk zu besichtigen.

 

QUELLEN: Huske 2006, Wikipedia (Zeche Nachtigall), Wikipedia (LWL-Industriemuseum)

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

FOTO: Maschinenhaus der Zeche Nachtigall, Schacht Hercules (10.01.2021) © Christian Twehues

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Grün­dung
Förder­beginn
Still­legung
Max.
Beleg­schaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Kohlenbank im Hettberger Holtz (ab 1714)

Nachtigall am Hettberge (ab 1743)

Eleonore (ab 1807)

Eleonore & Nachtigall (ab 1824)

Ver. Nachtigall (ab 1832)

Ver. Nachtigall & Aufgottgewagt (ab1839)

Nachtigall Tiefbau (ab 1854)

Ver. Helene-Nachtigall (ab 1883)

1714

1716:
Stollenabbau

1790/93:
Stollentiefbau

1834: 
Tiefbau

1892
570
(1870)
95.372 t
(1857)

Im Muttental begann vor

mehr als 300 Jahren der
Bergbau im Ruhrgebiet.

1790/93: Übergang

in den Stollentiefbau

 

Schächte der Zeche

 

Schacht Adresse GPS
Teuf­beginn
Förder­beginn
Still­legung
Max. Teufe
Neptun

Muttentalstraße

58452 Witten

51.426334, 7.308558 1832 1834 1843/44 187 m
Hercules

Nachtigallstraße 35

58452 Witten

51.429031, 7.313729 1839 1842 1892 449 m
Catharina

Nachtigallstraße 27

58452 Witten

51.428411, 7.324508 1850/51 1852 1892 418 m

 

Fotogalerie

75. Zeche Hermann, Witten

Zeche Hermann, Schacht Margarethe, Witten, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

1883 wurde die Berechtsame Österbank neu verliehen, Zeche Hermann wurde gegründet. Der erste Schacht Margarethe wurde abgeteuft. 1889 wurde ein zweiter Schacht Anna abgeteuft. Er erreichte eine Teufe von 84m. Zu diesem Zeitpunkt arbeiteten 9 Bergleute im Bergwerk.

 

1891 konsolidierte Hermann mit Herberholtz zu Ver. Hermann. 1895 wurde Schacht Margarethe stillgelegt. 1899 wurde der seigere Förderschacht Hermann abgeteuft. 1901 kam es zu einem Wassereinbruch und Absaufen der Grube mit 2 Toten. Nach erfolglosen Sümpfversuchen wurde die Zeche 1902 stillgelegt und versteigert. 1904 übernahm die Zeche Maximus die Schächte Anna und Hermann. 1905 wurde Anna abgeworfen. 1909 wurde Hermann auf 50m abgeteuft. 1910 wurde die maximale Jahresförderung mit 20.000 t Kohle erreicht. 51 Bergleute arbeiteten in der Zeche. 1914 kam es zu Zahlungsschwierigkeiten. Das Bergwerk soff ab und wurde erneut stillgelegt. 1917 kam es zur Zwangsversteigerung, der Besitzer wechselte zu C. Deilmann.

 

1918 wurde der Betrieb wieder aufgenommen. Es kam zu einer Betriebsgemeinschaft mit Gut Glück & Wrangel, Frielinghaus und St. Johann Erbstollen. 1925 wurde Ver. Hermann nach der Stilllegung von Gut & Glück wieder selbständiger Betrieb. 1927 kam es dann zur endgültigen Stilllegung. 1928 wurden die meisten Tagesanlagen abgerissen.

 

Am Standort der Zeche Hermann, Schacht Margarethe befindet sich heute ein Wanderparkplatz. In unmittelbarer Nähe wurde 2009 eine Rekonstruktion des Schachtgebäudes Margarethe nach den Originalplänen von 1890 erbaut.

 

QUELLEN: Huske 2006, Wikipedia

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

FOTO: Zeche Hermann, Schacht Margrethe (10.01.2021) © Christian Twehues

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Grün­dung
Förder­beginn
Still­legung
Max.
Beleg­schaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Hermann (ab 1883)

Ver. Hermann (ab 1891)

1883 1884 1927
51
(1910)
19.880 t
(1910)

Am Standort des Schachts Margarethe

steht heute eine Rekonstruktion des

Schachtgebäudes aus dem Jahr 2009

nach den Originalplänen von 1890

 

Schächte der Zeche

 

Schacht Adresse GPS
Teuf­beginn
Förder­beginn
Still­legung
Max. Teufe
1 (Margarethe)

Berghauser Str.

58452 Witten

51.418656, 7.311935 1883 1884 1895 60 m
2 (Anna)

Berghauser Str.

58452 Witten

51.418532, 7.308631 1889 1889 1905 84 m
Hermann

Muttentalstraße

58452 Witten

51.421000, 7.318189 1899 1900 1927 50 m

 

Fotogalerie

76. Kleinzeche Egbert, Witten

Kleinzeche Egbert, Witten, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

Die Zeche Egbert wurde 1962 gegründet. Ein tonnlägiger (schräg, geneigt verlaufender) Förderschacht reichte 130m (flach) in den Berg. Ein tieferliegender Erbstollen führte das Grubenwasser in die naheliegende Ruhr ab. In der Zeche arbeiteten 9 Bergleute. Sie förderten bis zu 4.756 t Kohle im Jahr. Die Zeche wurde 1976 stillgelegt. Es handelte sich zu diesem Zeitpunkt faktisch um die letzte Kleinzeche im Ruhrgebiet.

 

 

QUELLEN: Huske 2006, Wikipedia

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

FOTO: Kleinzeche Egbert (10.01.2021) © Christian Twehues

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Grün­dung
Förder­beginn
Still­legung
Max.
Beleg­schaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Egbert (ab 1962)

1962 1962 1976
9
(1968)
4.756 t
(1968)

1976: Letzte Kleinzeche im Ruhrgebiet 

 

Schächte der Zeche

 

Schacht Adresse GPS
Teuf­beginn
Förder­beginn
Still­legung
Max. Teufe

Tonnlägiger

Förderschacht

Kamperbach

58456 Witten

51.403248, 7.280155 1962 1962 1976 130 m flach
Erbstollen

Kamperbach

58456 Witten

51.403248, 7.280155 1962 1962 1976 ?

 

Fotogalerie

77. Zeche Alte Haase, Sprockhövel

Zeche Alte Haase, Sprockhövel, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

Die Zeche Alte Haase in Sprockhövel gilt als die älteste erhaltene Zeche an der Ruhr. Ihre Ursprünge gehen auf das 17. Jahrhundert zurück. 1716 wurde eine frühere Verleihung aus dem 17. Jahrhundert erneuert, die aber nicht mehr dokumentiert ist. In der Verleihung von 1716 wird die Zeche "Alter" Haase. genannt. Vermutlich hieß die Zeche im 17. Jhdt. Haase.

 

Bis in die 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde das Bergwerk als Kleinzeche im Stollenbetrieb mit einer Belegschaft von 30-40 Bergleuten betrieben. Erst mit der Bahnanbindung von Sprockhövel ging die Zeche in den Tiefbau über. 1875 wurde Schacht Julie abgeteuft. Er ging 1884 in Betrieb. 1897 erhielt Julie den Malakowturm. Am gleichen Standort wurde 1922 ein 2. seigerer (dh. senkrechter) Schacht abgeteuft. Er ging 1924 in Betrieb.

 

Die Zeche Alte Haase erreichte eine Endteufe von 536m. Die Förderhöchstmenge von 385.000 Tonnen wurde 1930 mit 1290 Bergleuten erzielt. Die größte Belegschaft hatte Alte Haase 1920: 1582 Bergleute. Die Stilllegung der Zeche erfolgte 1966. Die Anlagen am Standort Schacht 1/2 in Sprockhövel sind erhalten und werden als Gewerbefläche genutzt. Der Park am Malakowturm unterhalb der Hattinger Straße stellt Überreste der Zeche aus.

 

QUELLEN: Hermann 2008, Huske 2006, Wikipedia

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

FOTO: Zeche Alte Haase, Schacht 1-Julie (23.06.2020) © Christian Twehues

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Grün­dung
Förder­beginn
Still­legung
Max.
Beleg­schaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Hase (17. Jhdt)

Alter Haase (1716)

Alte Haase (ab 19. Jhdt)

17. Jhdt 17. Jhdt 1969
1582
(1920)
384.761 t
(1930)

Alte Haase zählt zu den ältesten

Steinkohlenzechen im Ruhrgebiet

 

Schächte der Zeche

 

Schacht Adresse GPS
Teuf­beginn
Förder­beginn
Still­legung
Max. Teufe

Förderschacht

Friedrich

-

- 1860 1861 vor 1905 ? m

Fahrschacht

-

- 1860 1861 vor 1905 ? m
1 (Julie)

Hattinger Straße

45549 Sprockhövel

51.372375, 7.244475 1875 1884 1966 312 m
Wetterschacht

-

- 1895 1902 vor 1920 21 m

tonnlägiger

Wetterschacht

-

- 1909 vor 1915 vor 1920 61 m
Seigerer Schacht 2

Alte Haase

45549 Sprockhövel

51.371674, 7.243299 1922 1924 19667 360 m
Brahm

Im Brahm

45549 Sprockhövel

51.348693, 7.238398 1950 1952 1966 360 m
Niederheide

Stöckerstraße

45527 Hattingen

51.345014, 7.219446 1963 1963 1969 242 m
Buchholz

Sprockhöveler Str.

45527 Hattingen

51.399567, 7.237231 1965 1965 1969 283 m

 

Fotogalerie

78. Zeche Stock & Scherenberg, Sprockhövel

Erbstollen Stock & Scherenberger, Sprockhövel, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

Das Bergwerk Stock & Scherenberg geht auf das frühe 16. Jahrhundert zurück. Unter dem Namen Kohlenberg auf dem Hallo war es bereits in der ersten Hälfte des 16. Jhdt aktiv. 1547 wurde das gemeinsam betriebene Feld der beiden Inhaberfamilien Stock und Scherenberg aufgeteilt in Kohlenberg In der Dykerdellen und Kohlenberg In den Stocken. Der Abbau sollte aber weiterhin gemeinsam erfolgen.

 

Bis in die 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts wurde die Kohle über die einfache Abbauform der Kohlenpütte gewonnen. Dabei handelt es sich um brunnenartige Schächte, um die Kohle an der Tagesoberfläche abzufördern.

 

Ab der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts wurde im Stollenabbau Kohle gefördert. Tonnlägige (d.h. schräg abfallende, geneigte) Schächte wurden in den Berg und in den Flöz getrieben. Die Förderung erfolgte über Rutschen oder über Göpel. Das sind von Mensch oder Tier (Pferd), später auch Wasser oder Dampf angetriebene Geräte mit senkrechter Welle, die durch Drehung die Kohlen zutage förderten. Tiefer liegende Schächte unterhalb der Flöze sorgten für eine Abführung des Grubenwassers. Diese tiefen Stollen wurden im Ruhrgebiet Erbstollen genannt. Als tiefste Stelle im Bergwerk "erbten" sie das Wasser aus den darüber liegenden Stollen.

 

Die Tabelle zeigt die Vielzahl der Schächte, die von Mitte 17. Jhdt bis Mitte 19. Jhdt gebaut wurden. Viele von ihnen waren nur wenige Jahre aktiv.

 

 Kohlenpütte und Stollenabbau 16. Jhdt bis 19. Jhdt 

 

Name
Teuf­beginn
in Betrieb
genannt
Art
Kohlenberg auf dem Hallo   1. Hälfte 16. Jhdt, 1578 1547 

Kohlenpütt

Kohlenbergwerk im Halloer Berg     1637, 1650 Kohlenpütt
Petrus   2. Hälfte 17. Jhdt   tonnlägiger Göpelschacht
Adam   2. Hälfte 17. Jhdt   tonnlägiger Göpelschacht
Catharina   2. Hälfte 17. Jhdt   tonnlägiger Göpelschacht
Caroline   2. Hälfte 17. Jhdt   tonnlägiger Göpelschacht
Lucas     2. Hälfte 18. Jhdt tonnlägiger Göpelschacht
Sophia     2. Hälfte 18. Jhdt  tonnlägiger Göpelschacht
Johann Friedrich      2. Hälfte 18. Jhdt tonnlägiger Göpelschacht
Justus     2. Hälfte 18. Jhdt  tonnlägiger Göpelschacht
Wetterschacht      2. Hälfte 18. Jhdt  seigerer Wetterschacht 
Gerhard   1821    
Rosa    1821    
Versuchsschacht   1821    
Hauptschacht Concordia  1821

1825: Inbetriebnahme

1830: in Betrieb

1834: Stilllegung

1886: in Betrieb

  2-spänniger Pferdegöpel
Luftschacht   1825   Wetterschacht
Lichtloch 22   1825   Wetterschacht
Max   1830, 1835    
Carl   1835     
Felix   1835    
Jahn   1840, 1845, 1847, 1886     
Clara   1840    
Heinrich   1845, 1847     
Abraham   1847     

 

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts ging Stock und Scherenberg zum Tiefbau über. 1845 wurde der seigere (senkrechte) Tiefbauschacht Beust abgeteuft. Er förderte ab 1847 noch oberhalb der Erbstollensohle, ab 1896 dann aber aus einer Tiefe von über 200m. 1898 konsolidierte Stock & Scherenberger mit der Schachtanlage Hövel der Zeche Herzkämper Mulde. Schacht Hövel wurde 1905 wieder abgegeben und 1911 stillgelegt. 1902 ging Stock & Scherenberger in das Bergwerk Deutschland auf. Schacht Beust wurde 1915 auf eine Endteufe von 493m abgeteuft. Das Bergwerk Deutschland mit dem Schacht Beust wurde 1925 stillgelegt und 1985 verfüllt.

 

Erbstollen Stock & Scherenberg

 

1645 wurde das Erbstollenrecht verliehen und 1744 erneuert. 1744 wurde der Tiefe Stock & Scherenberger Stollen angesetzt. Es war schon der vierte Erbstollen, aber der wichtigste zur Entwässerung der Zeche Stock & Scherenberg. Der Vortrieb des Stollens mit einer Gesamtlänge von 3km und das Abteufen von 22 Lichtlöchern dauerte einige Jahrzehnte. Erst 1818 löste der Stollen das Wasser aus den Feldern Leveringsbank, Oberleveringsbank und nachfolgend Caninchen, Nachtigall (1822), Gabe Gottes (1823) und Neuglück (1826). 1852 gehörte der Erbstollen zum Bergwerk Stock & Scherenberger Hauptgrube.

 

Der Stollen wird seit 2013 vom Förderverein Bergbauhistorischer Stätten Ruhrrevier eV als Besucherbergwerk saniert und kann besichtigt werden. Helm, Stiefel und alte Kleidung sind dringend angeraten. Der Stollen steht unter Wasser und ist an manchen Stellen sehr eng. Aber ein Besuch lohnt sich definitiv.

 

QUELLEN: Huske 2006, Wikipedia, Stock und Scherenberg.de

TAGS: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

FOTO: Erbstollen Stock & Scherenberger (10.08.2019) © Christian Twehues

 

Zechensteckbrief

 

Namen der Zeche
Grün­dung
Förder­beginn
Still­legung
Max.
Beleg­schaft
Max.
Förderung
Besonderheit

Kohlenberg auf dem Hallo
(1. Hälfte 16. Jhdt)

Kohlenberg In der Dykerdellen
/ In den Stocken (1547)

Kohlenbergwerk im
Halloer Berg/Busch (1637)

Hasselkuser Kohlberg (1650)

Stock und Scherenberger Gruben
(2. Hälfte 17. Jhdt)

Stock & Scherenberger
Hauptgrube (ab 1704)

Ver. Stock & Scherenberg (ab 1852)

Stock & Scherenberg (ab 1898)

Deutschland (ab 1902)

1547 1. Hälfte
16. Jhdt
1925
588
(1900)
150.733 t
(1900)

Eine der ältesten
Zechen im Ruhrgebiet;

1737: zweitgrößtes
Bergwerk im Ruhrgebiet

 

Schächte der Zeche

 

Schacht Adresse GPS
Teuf­beginn
Förder­beginn
Still­legung
Max. Teufe
Beust

Zechenstraße

45549 Sprockhövel

51.340063, 7.268670 1845 1847 1925 493 m
Hövel

Quellenburgstraße

45549 Sprockhövel

51.324250, 7.239185 1850

1898 von Herzkämper

Mulde übernommen 

1905 an Ver. Neu-

Herzkamp abgegeben,

1911 stillgelegt

401 m

 

Fotogalerie

 

Making of

In der Werbung hieß es einst: "Für eine 'Zigarette' gehe ich meilenweit." Das könnte auch der Leitspruch für uns Fotografen sein. Für die schönsten Fotos muss man teilweise weite Wege zurücklegen zu extremen Lokationen, das richtige Wetter abpassen und stundenlang geduldig in Hitze oder Kälte auf das richtige Licht warten. Oder wie in diesem Fall 800 Meter unter vollem Einsatz auch der Fotoausrüstung in einen engen, niedrigen, dreckigen und nassen Stollen kriechen, um diese beeindruckenden Fotos zu bekommen. Ist es das wert? Ein klares Ja! Nicht nur die Fotoausbeute, auch das Lächeln des Fotografen sind der eindeutige Beweis :-)


Quellenverzeichnis

  • Huske 2006:
    Joachim Huske: "Die Steinkohlenzechen im Ruhrrevier - Daten und Fakten von den Anfängen bis 2005", 3. überarbeitete und erweiterte Auflage, Selbstverlag des Deutschen Bergbau-Museums, Bochum 2006, ISBN 3-937203-24-9
  • Hermann 2008
    Wilhelm und Gertrude Hermann: "Die alten Zechen an der Ruhr", 6. Auflage 2008, Karl Robert Langewiesche Nachfolger Hans Köster Verlagsbuchhandlung KG - Königstein im Taunus 2008, ISBN 978-3-7845-6994-9 

Weblinks