Bereits im frühen Mittelalter wurde im Ruhrgebiet Steinkohle im Tagebau für den Eigenbedarf gewonnen. Die erste kommerzielle Förderung der Kohle geht auf das Jahr 1296 zurück. Im 17. Jahrhundert wurde die Kohle vermehrt untertage abgebaut. Dazu trieb man Stollen unterhalb des Kohlevorkommens in den Berg. Das Grundwasser wurde über tieferliegende Erbstollen abgeführt. Mit der aufblühenden Industrialisierung Mitte des 19. Jahrhunderts gelang es den Unternehmen durch immer neuere Technologien, wie verbesserte Entwässerung und Bewetterung, auch in den tiefen nördlichen Bereichen des Ruhrgebiets zu fördern. Die Tiefbauzechen drangen im Verlauf der nächsten 100 Jahre in Tiefen von bis zu 1.635 Metern vor. Die Blütezeit erreichte der Steinkohlenbergbau im Ruhrgebiet in den Jahren zwischen 1880 und 1914 und in den 1950er Jahren. Fast eine halbe Million Menschen arbeiteten im Bergbau, die Fördermenge erreichte eine Jahresleistung von 130 Mio. Tonnen Kohle. Ende der 1950er Jahre gelangte die deutsche Kohleindustrie in eine Krise. Billigere Importe aus anderen Regionen der Erde und der neue Energieträger Erdöl kamen auf den Markt und verdrängten die heimische Kohle. Neue Technologien und starke Rationalisierung konnten den Niedergang der Kohleindustrie nicht verhindern. Stark subventioniert wurde die Steinkohleindustrie noch bis ins 21. Jahrhundert aufrechterhalten. 2000 war die Belegschaft bereits auf ein Zehntel der goldenen Ära zusammengeschrumpft. Im September 2018 stellte die Zeche Prosper-Haniel in Bottrop als letzte von ehemals über 1.000 Zechen im Ruhrgebiet ihren Betrieb ein. Die meisten Schächte wurden verfüllt, viele Gebäude über Tage abgerissen. Eine Reihe von Zechengebäuden und Fördertürmen sind als Industriedenkmal erhalten geblieben, stumme Zeugen einer einst florierenden Kohleindustrie. 

 

Zechen im Ruhrgebiet


Eine fotografische Reise durch das östliche Ruhrgebiet

Übersicht der von mir fotografierten Zechen

Die Zechen im östlichen Ruhrgebiet


Von Castrop-Rauxel bis Ahlen

31. Zeche Erin, Castrop-Rauxel

Bergwerk Zeche Erin in Castrop-Rauxel, Ruhrgebiet, Deutschland mit Hammerkopf Förderturm Erin 3 Schacht 3, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

Den Namen erhielt die Zeche vom irischen Gründer William Thomas Mulvany, der die Zeche nach der Göttin Erin benannte, ebenfalls Namenspatronin des Landes Irland (gällisch: Eire). Er legte 1866 mehrere Gruben zusammen und begann 1867 mit der Steinkohleförderung. Schacht Erin 3, dessen Hammerkopfturm hier abgebildet ist, wurde 1899 in Betrieb genommen. Der Turm Erin 3 sowie das Fördergerüst über Schacht 7, das 1951-1953 errichtet wurde, sind heute als Industriedenkmal erhalten. Beide sind nachts beleuchtet, was teilweise durch private Spenden finanziert wird. Zur Adventszeit zieht ein Laserstrahl einen grünen Lichtstreifen über den Nachthimmel von Castrop-Rauxel vom Kopf des Förderturms Erin 3 bis zum Fördergerüst Erin 7 im 1,7 km entfernten Erin-Park.  

  

Link: Wikipedia

 

Foto: 

Titel: Zeche Erin - Schacht 3

Adresse: Heinrichstraße 39-15, Castrop-Rauxel

GPS: 51.550270, 7.328312

Kamera: Canon EOS 5D Mark III

Objektiv: EF16-35mm f4L IS USM

Aufnahme: 13.07.2019, 22:28

Exif: 35mm, f/8, ISO 100, 20 sek. 

Tags: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

© Christian Twehues

 

Schächte der Zeche Erin

32. Zeche Zollern, Dortmund

Eingang zur Maschinenhalle auf der Zeche Zollern in Dortmund, Ruhrgebiet, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

Eingang zur Maschinenhalle auf der Zeche Zollern in Dortmund.  Zeche Zollern ist ein ehemaliges Steinkohle-Bergwerk in Dortmund, das 1955 stillgelegt wurde. Heute ist das Gelände zu einem Industriemuseum umgewandelt. Zentrales Element ist die Maschinenhalle, die 1969 as erstes Industriebauwerk in Deutschland unter Denkmalschutz gestellt wurde. Die Architektur der Zechenanlage beeindruckt: Backsteingotik kombiniert mit Eisenfachwerk und verspielten Türen und Fenstern im Jugendstil. Wer erwartet das in einer industriellen Anlage zur Förderung von Kohle?

 

Link: Wikipedia

 

Foto: 

Titel: Eingang zur Maschinenhalle

Adresse: Rhader Weg 8, 44388 Dortmund

GPS: 51.518291, 7.332415

Kamera: Canon EOS 5D Mark III

Objektiv: EF16-35mm f/4L IS USM

Aufnahme: 12.05.2019, 16:59

Exif: 35mm, f/8,0, ISO 200, 1/80 sek. 

Tags: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

© Christian Twehues

 

Schächte der Zeche Zollern

33. Zeche Hansa, Dortmund

Bergwerk Zeche Hansa mit Förderturm Fördergerüst in Dortmund, Ruhrgebiet, Deutschland, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

Zeche Hansa ist ein Bergwerk in Dortmund, das 1855 mit der Steinkohleförderung begann. Schwere Grubenunglücke in den Jahren 1940 mit 52 Toten und 1944 mit 95 Toten überschatteten den Betrieb. Die geplante Stilllegung im Jahr 1967 konnte durch Proteste der Kumpel hinausgezögert werden. Die konventionelle Förderung wurde erst 1975 eingestellt. In den Jahren danach wurde in der Grube die Hydromechanische Kohlengewinnung erforscht. Das letzte Grubenunglück, eine Schlagwetterexplosion mit 7 Toten, ereignete sich März 1979. Die endgültige Stilllegung kam dann im November 1980. Zu sehen ist hier das Fördergerüst der Zeche Hansa, mit dessen Hilfe noch bis 2014 Grubenwasser abgepumpt wurde. 

  

Link: Wikipedia

 

Foto: 

Titel: Zeche Hansa

Adresse: Rohwedderstraße 7, 44369 Dortmund

GPS: 51.537850, 7.416525

Kamera: Canon EOS 5D Mark III

Objektiv: EF16-35mm f4L IS USM

Aufnahme: 13.07.2019, 17:24

Exif: 26mm, f/8, ISO 100, 1/160 sek., -1/3 

Tags: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

© Christian Twehues

 

34. Zeche Minister Stein, Dortmund

Bergwerk Zeche Minister Stein in Dortmund, Ruhrgebiet, Deutschland Förderturm Hammerkopfturm, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

1856 wurde die Zeche Minister Stein in Dortmund gegründet. Mit einer Fördermenge von 3,7 Millionen Tonnen pro Jahr und 6.800 Beschäftigten war Minister Stein 1941 die größte Zeche des Ruhrgebiets. Bei ihrer Stilllegung im Jahr 1987 war das Bergwerk die letzte aktive Zeche in Dortmund. Der charakteristische Hammerkopfturm Schacht IV der Zeche steht im Stadtteil Eving. Bei herkömmlichen Fördergerüsten wie z.B. dem Tomson Bock oder dem Englischen Bock befindet sich die Fördermaschine in einem Gebäude seitlich des Gerüsts. Das Treibeseil wird über Seilscheiben im Kopf des Fördergerüsts in den Schacht umgelenkt. Bei Fördertürmen versuchte man, die Umlenkung des Seils und die Seilscheiben zu vermeiden. Dazu musste die Fördermaschine in den Kopf des Förderturms versetzt werden. Auch wurden die Fördertürme mit einem Mauerwerk von bis zu 3m Dicke versehen, um das zusätzliche Gewicht zu tragen. Fördertürme, bei denen der Maschinenraum seitlich über den Turm hinausragt, nennt man Hammerkopftürme. Am 11. Februar 1925 ereignete sich auf der Zeche Minister Stein eine Schlagwetterexplosion mit 136 toten Bergleuten.

  

Link: Wikipedia

 

Foto: 

Titel: Zeche Minister Stein

Adresse: Deutsche Str. 5, 44339 Dortmund

GPS: 51.546891, 7.464083

Kamera: Canon EOS 5D Mark III

Objektiv: EF16-35mm f4L IS USM

Aufnahme: 13.07.2019, 18:07

Exif: 31mm, f/8, ISO 100, 1/250 sek. 

Tags: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

© Christian Twehues

 

35. Zeche Vereinigte Wallfisch, Witten

Zeche Vereinigte Wallfisch, Witten, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

1832 wurden die Zechen Steinbergerbank und die Erbstollen Stephanie und Stephansbank zur Zeche Vereinigte Wallfisch zusammengelegt. 1851 wurde in einer Teufe von 55m gefördert. 1855 ging man zum Tiefbau über. 1873 erfolgte der Zusammenschluss mit der Zeche Crengeldanz. Die Fördermenge lag 1875 bei 42.000 t Kohle mit einer Belegschaft von 147 Bergleuten. 1894 wurde die Zeche Wallfisch von der Zeche Franziska übernommen. Die Förderhöchstmenge erreichte das Bergwerk 1896 mit 75.000 Tonnen und 388 Bergleuten. 1898 wurde der Betrieb eingestellt, die Anlagen wurden von dem Bergwerk Vereinigte Hamburg & Franziska übernommen. Der Schacht Wallfisch wurde noch als Wetterschacht weitergenutzt, das Kohlenfeld von Franziska aus abgebaut. Die Zeche Vereinigte Hamburg & Franziska wurde 1925 stillgelegt. Von den ehemaligen Anlagen der Zeche Wallfisch ist nur das Maschinenhaus aus dem Jahr 1850 am Steinäckerweg 19 erhalten geblieben. Es gilt als das älteste erhaltene Zechengebäude im Ruhrgebiet und wird heute als Wohnhaus genutzt.  

 

Link: Wikipedia

 

Quellen: Wikipedia, Hermann 2008 (Die alten Zechen an der Ruhr)

 

Foto: 

Titel: Zeche Vereinigte Wallfisch

Adresse: Steinäckerweg 19, 58454 Witten

GPS: 51.460380, 7.350626

Kamera: Canon EOS M6

Objektiv: EF-M15-45mm f/3.5-6.3 IS STM

Aufnahme: 23.06.2020, 13:15

Exif: 21mm, f/8, ISO 100, 1/250 sec. 

Tags: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

© Christian Twehues

 

36. Zeche Minister Achenbach, Lünen

Zeche Minister Achenbach in Lünen, Ruhrgebiet, Deutschland mit Doppelbock Fördergerüst und Tomson Bock Fördergerüst, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

Die Zeche Minister Achenbach war ein Kohlenbergwerk in Lünen, das zu seiner Blütezeit auf 7 Schächten 6.615 Mitarbeiter beschäftigte und 2,75 Mio Tonnen Kohle pro Jahr förderte. Es war von 1870 bis 1992 aktiv. Nach seiner Schließung wurden die Schächte verfüllt und die Gebäude über Tage bis auf wenige Ausnahmen abgerissen. Auf dem Gelände von Schacht 4 wurde 1995 das Technologiezentrum Lünen (Lüntec) gebaut. Auf das Fördergerüst des Schachts 4 setzte man nach Plänen des Designers Luigi Colani in 35m Höhe eine Business Lounge. Das Colani-Ufo oder auch Colani-Ei symbolisiert den Strukturwandel des Ruhrgebiets. Die Zeche ist heute Bestandteil der Route Industriekultur.

  

Link: Wikipedia (Bergwerk), Wikipedia (Colani-Ufo)

 

Foto: 

Titel: Zeche Minister Achenbach

Adresse: Am Brambusch

44536 Lünen

GPS: 51.604512, 7.452952

Kamera: Canon EOS 5D Mark III

Objektiv: EF16-35mm f4L IS USM

Aufnahme: 12.07.2020, 13:54

Exif: 25mm, f/8, ISO 100, 1/500 sek. 

Tags: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

© Christian Twehues

 

37. Zeche Gneisenau, Derne

Bergwerk Zeche Gneisenau in Derne, Ruhrgebiet, Deutschland mit Doppelbock Fördergerüst und Tomson Bock Fördergerüst, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

Die Zeche Gneisenau in Derne förderte von 1873 bis 1985 Steinkohle. Die Kokerei auf dem Gelände der Zeche wurde 4 Jahre später stillgelegt. Schacht 4 wurde noch bis 1999 als Befahrungsschacht für die zentrale Wasserhaltung genutzt. Heute befindet sich ein Einzelhandelszentrum auf dem Gelände der ehemaligen Zeche und Kokerei. Die beiden Fördergerüste wurden als Industriedenkmal erhalten. Neben dem freistehenden Doppelbock Fördergerüst aus dem Jahr 1933 (Schacht 4) befindet sich ein Tomson Fördergerüst, das auf dem Dach der Maschinenhalle aufgesetzt ist. Es wurde 1886 vom Ingenieur Eugen Tomson gebaut und war eine Weiterentwicklung der bis dahin üblichen Englischen Böcke. Der Tomson Bock der Zeche Gneisenau ist das letzte erhaltene Fördergerüst seiner Art und das älteste Stahlfördergerüst im Ruhrgebiet.  

  

Link: Wikipedia

 

Foto: 

Titel: Zeche Gneisenau

Adresse: Altenderner Str. 17-25, 44329 Dortmund

GPS: 51.567041, 7.525281

Kamera: Canon EOS 5D Mark III

Objektiv: EF16-35mm f4L IS USM

Aufnahme: 13.07.2019, 18:31

Exif: 21mm, f/8, ISO 100, 1/250 sek. 

Tags: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

© Christian Twehues

 

Schächte der Zeche Gneisenau

38. Zeche Radbod, Hamm

Zeche Radbod, Schacht 1+2 in Hamm, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

1900 fanden erste Testbohrungen auf dem Gelände der Zeche Radbod statt. Die Kohleförderung begann im November 1905. Zwei Jahre später war die Belegschaft auf 609 Mann angewachsen, die jährliche Fördermenge lag bei 49.000 t Steinkohle. Im November 1908 ereignete sich das bis dahin schwerste Grubenunglück des deutschen Steinkohlenbergbaus. Bei einer Schlagwetterexplosion wurden 350 Bergleute getötet, quasi die gesamte Nachtschicht. In den Jahren 1910 und 1911 wurde die Zeche um Schacht III und IV erweitert. Oktober 1912 wurde eine Kokerei in Betrieb genommen. 1913 wurden 128  Pferde  durch Druckluftlokomotiven ersetzt. 1923 begann das Abteufen von Schacht V. Ein Brand auf der 4. Sohle des Schachts I führte zur Flutung und letztendlich Aufgabe der 4. Sohle. Die Fördermenge sank von 930.000 t auf 564.000 t im Jahr. Die 4. Sohle wurde 1929 neu angelegt, es folgte eine 5. Sohle auf 1.090 m Tiefe. Während des Krieges wurde der Betrieb weitestgehend mit Zwangsarbeitern geführt. März 1945 wurde die Zeche bei einem Luftangriff der Alliierten schwer beschädigt und die Kohleförderung musste vorübergehend eingestellt werden. 1952 wurde die Zeche Radbod von der Hoesch AG Bergbau übernommen. 1967 wurde in einer Tiefe von 1.235 m eine neue 6. Sohle erschlossen. 1969 wurde die Zeche in die Ruhrkohle AG eingegliedert. 1982 waren die Kohlevorräte des Bergwerks nahezu erschöpft. Eine Ausweitung der 4. Sohle in Richtung Norden wurde geplant. Die neuen Schächte VI und VII wurden aber nicht mehr in Betrieb genommen. Die Zeche Rabod wurde im Januar 1990 stillgelegt. Von den ehemaligen Gebäuden der Zeche ist heute nur noch wenig erhalten. Die Fördergerüste und Maschinenhallen der Schächte I und II wurden als Industriedenkmäler unter Denkmalschutz gestellt.

 

Link: Wikipedia

 

Foto: 

Titel: Zeche Radbod

Adresse: An den Fördertürmen 9, 59075 Hamm

GPS: 51.688056, 7.764832

Kamera: Canon EOS 5D Mark III

Objektiv: EF16-35mm f4L IS USM

Aufnahme: 9.05.2020, 15:44

Exif: 31mm, f/8, ISO 100, 1/200 sek. 

Tags: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

© Christian Twehues

 

Schächte der Zeche Radbod

39. Zeche Heinrich-Robert, Hamm

Zeche Heinrich-Robert, Bergwerk Ost, Hamm, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

Erste Probebohrungen fanden in Hamm im Jahr 1874 statt. Die Schürfrechte wurden aber erst 1899 verliehen. 1900 kauften die französischen Brüder Henri und Robert de Wendel aus Lothringen die Felder und gründeten die Zeche de Wendel. Die Arbeiten an Schacht Heinrich begannen 1901. Schacht Robert folgte im gleichen Jahr. 1903 wurde die erste Sohle auf einer Tiefe von 662m eingerichtet. 1904 begann die Förderung. 1905 förderte die Zeche 3.500 Tonnen Kohle mit einer Belegschaft von 400 Bergleuten. Schon im zweiten Jahr stieg die Fördermenge auf 35.000 Tonnen pro Jahr an. 1908 wurde eine Kokerei sowie eine Zechenbahn gebaut. 1910 war die Belegschaft auf 1.735 und die Fördermenge auf 375.000 Tonnen angewachsen. 1922 begann man im Nordfeld, 2 km vom Hauptwerk entfernt, den Schacht Franz bis auf eine Tiefe von 1.010 m abzuteufen. Die Kohleförderung im Nordfeld begann 1926. Der Schacht wurde 2003 gesprengt. 

 

Nach kleineren Schlagwetterexplosionen 1926, 1927 und 1929 wurde 1930 ein neuer Bewetterungsschacht Humbert in Betrieb genommen. 1930 lag die Fördermenge bei 1 Mio Tonnen bei einer Belegschaft von 4.300 Mann. Während der Herrschaft der Nationalsozialisten gründete die Familie de Wendel 1937 eine Aktiengesellschaft und taufte die Zeche um in Zeche Heinrich-Robert. Nach Kriegsausbruch 1939 wurde wie auch schon während des ersten Weltkriegs die Zeche unter eine Zwangsverwaltung gestellt. Während des Krieges halbierte sich die Fördermenge, die Belegschaft reduzierte sich auf 3.000 Mann. Nach Kriegsende wurde die Zeche trotz französischer Eigentümer von den Besatzungsmächten beschlagnahmt. Die Zeche war weitestgehend von den Bombenangriffen der Alliierten verschont geblieben, so dass der Betrieb nach Kriegsende sofort wieder aufgenommen werden konnte. 1950 ging das Bergwerk wider in den Besitz der Familie de Wendel über.  

 

1952 ereignete sich das bis heute schwerste Grubenunglück der Zeche Heinrich-Robert. Bei einer Schlagwetterexplosion kamen 17 Bergleute ums Leben. 1955 wurde ein Hammerkopfturm errichtet. Mit diesem neuen Förderturm konnte ab den 60er Jahren der ehemalige Wetterschacht Robert als Hauptförderschacht genutzt werden. Die Fördermenge stieg dank neuester Technik auf 1.4 MIo. Tonnen Kohle an mit einer Belegschaft von 5.000 Mann.

 

1969 verkaufte die Firma de Wendel die Zeche an die Ruhrkohle AG. Mitte der 70er stieg die Fördermenge auf 2,5 Mio. Tonnen bei einer Belegschaft von 4.600 Bergleuten. 1981 wurde die Endteufe von 1.221m erreicht. Die Kokerei der Zeche wurde 1987 stillgelegt und abgerissen. 1990 übernahm die Zeche Heinrich-Robert einen Teil der Belegschaft der Zeche Radbod, die 1990 stillgelegt wurde. Die Belegschaft des Bergwerks wuchs auf 5.300 Mann an, die Fördermenge auf 3,3 Mio. Tonnen. 

 

1997 wurde die Zeche Heinrich-Robert mit dem Bergwerk Haus Aden/Monopol in Bergkamen zusammengelegt. Schrittweise wurden die Anzahl der Schächte von 17 auf 7 reduziert. Die Belegschaft wurde bis 2000 von 6.800 auf 3.500 abgebaut. Das Betrieb des Bergwerks Heinrich-Robert wurde schließlich 2010 eingestellt. Die Anlagen untertage wurden bis 2011 abgebaut. Die Kohlenwäsche und Maschinenanlagen wurden 2011 demontiert und nach China verkauft. Schacht Franz wurde 2003 gesprengt. Auf dem Gelände des Schachts Humbert befindet sich heute eine Abraumhalde. Einige Gebäude der Schachtanlage Heinrich-Robert wurden bereits bis 2018 abgerissen. Die Schachtanlage und der Förderturm sollen bis Ende 2022 abgerissen werden.

 

Link: Wikipedia

 

Foto: 

Titel: Zeche Heinrich Robert

Adresse: Zum Bergwerk 1, 59077 Hamm

GPS: 51.655045, 7.768760

Kamera: Canon EOS 5D Mark III

Objektiv: EF100-400mm f4.5-5.6L IS II USM

Aufnahme: 9.05.2020, 16:19

Exif: 400mm, f/5.6, ISO 100, 1/1000 sek. 

Tags: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

© Christian Twehues

 

Schächte der Zeche Heinrich Robert

40. Zeche Westfalen, Ahlen

Zeche Westfalen in Ahlen, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

Die Zeche Westfalen in Ahlen ist die östlichste Zeche des Ruhrgebiets. Die Schächte 1 und 2 (Foto: Schacht 2) wurden 1909 bis 1911 abgeteuft. 1913 wurde die Förderung in einer Tiefe von 1.088m aufgenommen. Die Zeche Westfalen zählte von Anfang an zu den tiefen Zechen der Region. 1917 wurden 350.000 Tonnen gefördert. 1935 wurde am Lippe-Seitenkanal ein zecheneigener Hafen gebaut. 1937 ging ein dritter Schacht in Betrieb. 1938 förderte das Bergwerk mehr als eine Mio. t Kohle pro Jahr. 1940 begannen die Arbeiten an Schacht 4. Ende des 2. Weltkrieges wurde die Anlage 1/2 der Zeche stark beschädigt. Der Betrieb erreichte aber schon 1948 wieder die jährliche Vorkriegsfördermenge. 1956 wurde Schacht 5 in Betrieb genommen. Die Endteufe liegt bei 1.073m. Die Jahresförderung der Zeche lag 1956 bei 1,65 Mio. t. Schacht 6 wurde 1966 in Betrieb genommen. Schacht 7 erreichte 1979 eine Teufe von 1.330m, er ging 1983 in Betrieb.

 

1986 wurden die Schächte 4/5 stillgelegt, ein Jahr später Schacht 3. 1999 förderte das Bergwerk noch 2,45 Mio. t mit 2.320 Beschäftigten, am 30. Juni 2000 folgte dann die Stilllegung. Die Schächte wurden 2001 verfüllt. Bis auf wenige erhaltenswerte Gebäude der Schachtanlage 1/2 wurden alle Anlagen abgerissen. Seit 2006 wird das Gelände als Gewerbefläche genutzt.

 

Link: Wikipedia

 

Quellen: Wikipedia, Hermann 2008 (Die alten Zechen an der Ruhr)

 

Foto: 

Titel: Zeche Westfalen

Adresse: Zeche Westfalen 23-7, 59229 Ahlen

GPS: 51.750096, 7.917144

Kamera: Canon EOS 5D Mark III

Objektiv: EF16-35mm f4L IS USM

Aufnahme: 9.05.2020, 18:42

Exif: 29mm, f/8, ISO 100, 1/125 sek. 

Tags: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

© Christian Twehues

 

Schächte der Zeche Westfalen

41. Zeche Alte Haase, Sprockhövel

Zeche Alte Haase, Sprockhövel, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

Die Zeche Alte Haase in Sprockhövel gilt als die älteste erhaltene Zeche an der Ruhr. Ihre Ursprünge gehen auf das 17. Jahrhundert zurück. Bis Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Bergwerk als Kleinzeche im Stollenbetrieb mit einer Belegschaft von ca. 5 Bergleuten betrieben. Erst mit der Bahnanbindung von Sprockhövel in den 1880ern ging die Zeche in den Tiefbau über. 1897 wurde der Malakowturm gebaut. 1904 wurden 100.000 t Kohle im Jahr gefördert. 1930 erreichte die Zeche ihre Höchstleistung: 385.000 Tonnen mit 1.290 Bergleuten. Die Stilllegung erfolgte 1966. 

 

Link: Wikipedia

 

Quellen: Wikipedia, Hermann 2008 (Die alten Zechen an der Ruhr)

 

Foto: 

Titel: Zeche Alte Haase

Adresse: Hattinger Str. 48-33, 45549 Sprockhövel

GPS: 51.372379, 7.245092

Kamera: Canon EOS M6

Objektiv: EF-M15-45mm f/3.5-6.3 IS STM

Aufnahme: 23.06.2020, 14:37

Exif: 15mm, f/8, ISO 100, 1/125 sek. 

Tags: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

© Christian Twehues

 

42. Erbstollen Stock & Scherenberger, Sprockhövel

Erbstollen Stock & Scherenberger, Sprockhövel, Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle

Der Erbstollen Stock & Scherenberger in Sprockhövel ist ein Entwässerungsstollen, der ab 1746 angelegt wurde, um den Berg und die darin enthaltenen Kohlenflöze u.a. der Zeche Vereinigte Concordia zu entwässern. Er wurde in 100 Jahren ca. 3km in den Berg getrieben. Der Stollen wird seit 2013 vom Förderverein Bergbauhistorischer Stätten Ruhrrevier eV als Besucherbergwerk saniert und kann besichtigt werden. Helm, Stiefel und alte Kleidung sind dringend anzuraten. Der Stollen steht unter Wasser und ist an manchen Stellen sehr eng. Aber ein Besuch lohnt sich definitiv.  

 

Link: Wikipedia

 

Foto: 

Titel: Erbstollen Stock & Scherenberger

Adresse: Helsbergstraße, 45549 Sprockhövel

GPS: 51.361315, 7.277022

Kamera: Canon EOS 5D Mark III

Objektiv: EF 16-35mm f/4L IS USM

Aufnahme: 10.08.2019, 12:44

Exif: 16mm, f/6.3, ISO 320, 25 sec. 

Tags: Industriekultur, Industrie, Zechen, Bergbau, Steinkohle, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Revier

© Christian Twehues

 

Making of

In der Werbung hieß es einst: "Für eine 'Zigarette' gehe ich meilenweit." Das könnte auch der Leitspruch für uns Fotografen sein. Für die schönsten Fotos muss man teilweise weite Wege zurücklegen zu extremen Lokationen, das richtige Wetter abpassen und stundenlang geduldig in Hitze und Kälte auf das richtige Licht warten. Oder wie in diesem Fall 800 Meter unter vollem Einsatz auch der Fotoausrüstung in einen engen, niedrigen, dreckigen und nassen Stollen kriechen, um diese beeindruckenden Fotos zu bekommen. Ist es das wert? Ein klares Ja! Nicht nur die Fotoausbeute, auch das Lächeln des Fotografen sind der eindeutige Beweis :-)

 

 

Bildergalerie 'Zechen im östlichen Ruhrgebiet'