Die zahlreichen Fördertürme, die im Ruhrgebiet oder Saarland liebevoll erhalten werden, sind stumme Zeugen einer einst florierenden Bergbauindustrie. Einige ehemalige Zechen werden heute als Museum genutzt. Von vielen ist lediglich das Fördergerüst und eventuell die Maschinenhalle als Industriedenkmal erhalten. Bekannt sind vor allem Zeche Zollern in Dortmund und die Zeche Zollverein in Essen, die weitläufig zu einem Industriemuseum umgebaut wurden und jedes Jahr zahlreiche Besucher anlocken.  

Zechen


Zeche Zollverein, Essen

Doppelbock Fördergerüst auf der Zeche Zollverein, Essen, Ruhrgebiet, Deutschland

Zeche Zollverein war ein Bergwerk im Essener Norden, das von 1857 bis 1986 Steinkohle förderte. Gegründet wurde die Zeche durch den Industriellen Franz Haniel, der die Rohstoffzufuhr für seine Kokereien und Eisenhütten sichern wollte. In Spitzenzeiten förderte Zeche Zollverein 3,6 Mio. t Kohle und beschäftigte bis zu 6.900 Mitarbeiter (1937). Nur wenig durch den 2. Weltkrieg beschädigt, nahm die Zeche in den 1950ern einen Spitzenplatz unter den westdeutschen Steinkohlebergwerken ein. Nach massiven Einbrüchen der Nachfrage nach deutscher Kohle Anfang der Achtziger entschied die Kohlerunde 1983 die Aufgabe des Standortes Zollverein. Die Stilllegung der Zeche kam dann am 23. Dezember 1986. Schon zu diesem Zeitpunkt stand die Zeche unter Denkmalschutz. Nach der Stilllegung kaufte das Land NRW dem Betreiber Ruhrkohle AG das Gelände um Schacht XII ab und sanierte in den Folgejahren bis 1999 die Anlagen. 2001 wurde die Zeche Zollverein sowie die angrenzende Kokerei Zollverein in die Liste des UNESCO – Kultur- und Naturerbes der Welt aufgenommen. Seit 2006 wurden Teile der Kohlewäsche für Ausstellungen genutzt. Das Ruhrlandmuseum zog aus dem Essener Süden in die Räume der ehemaligen Kohlenwäsche um und eröffnete 2010 als Dauerausstellung unter dem Namen "Ruhrmuseum". Die Farb- und Lichtgestaltung der Treppenaufgänge und Rolltreppen, die zum Eingang des Museums in einer Höhe von 24m führen, sind nicht nur für Fotografen sehr interessant. 

 

Link: Wikipedia

 

Foto: 

Titel: Zeche Zollverein

Adresse: Gelsenkirchener Str. 181, 45309 Essen

GPS: 51.490040, 7.041682

Kamera: Canon EOS 5D Mark III

Objektiv: EF24-105mm f/4L IS USM

Aufnahme: 15.02.2015, 17:10

Exif: 24mm, f/8, ISO 100, 1/100 sek. 

© Christian Twehues

Zeche Zollern, Dortmund

Eingang zur Maschinenhalle auf der Zeche Zollern in Dortmund, Ruhrgebiet, Deutschland

Eingang zur Maschinenhalle auf der Zeche Zollern in Dortmund.  Zeche Zollern ist ein ehemaliges Steinkohle-Bergwerk in Dortmund, das 1955 stillgelegt wurde. Heute ist das Gelände zu einem Industriemuseum umgewandelt. Zentrales Element ist die Maschinenhalle, die 1969 as erstes Industriebauwerk in Deutschland unter Denkmalschutz gestellt wurde. Die Architektur der Zechenanlage beeindruckt: Backsteingotik kombiniert mit Eisenfachwerk und verspielten Türen und Fenstern im Jugendstil. Wer erwartet das in einer industriellen Anlage zur Förderung von Kohle? 

 

Link: Wikipedia

 

Foto: 

Titel: Eingang zur Maschinenhalle

Adresse: Rhader Weg 8, 44388 Dortmund

GPS 51.518291, 7.332415

Kamera: Canon EOS 5D Mark III

Objektiv: EF16-35mm f/4L IS USM

Aufnahme: 12.05.2019, 16:59

Exif: 35mm, f/8,0, ISO 200, 1/80 sek. 

© Christian Twehues

Zeche Ewald, Herten

Fördergerüst Schacht 7 der Zeche Ewald in Herten, Ruhrgebiet, Deutschland

Doppelbock-Fördergerüst über Schacht 7. Zeche Ewald ist ein ehemaliges Steinkohlenbergwerk in Herten. Die Zeche wurde 2000 stilgelegt. In den Folgejahren wurde das Gelände zu einem Gewerbegebiet umgewidmet und bietet heute zahlreichen Unternehmen einen Standort. 2009 eröffnete in der ehemaligen Heizzentrale das Travestie-Theater RevuePalast Ruhr. Seit 2013 strahlt der ARD aus der Untertage Bar den Sportschau-Club aus.

 

Link: Wikipedia

 

Foto: 

Titel: Steel

Adresse: Ewaldstraße 261, 45699 Herten

GPS 51.571898, 7.144621

Kamera: Canon EOS 5D Mark III

Objektiv: EF24-105mm f/4 IS USM

Aufnahme: 10.04.2016, 12:34

Exif: 24mm, f/4,0, ISO 100, 1/2000 sek. 

© Christian Twehues

Zeche Prosper-Haniel, Bottrop

Bergwerk Zeche Prosper-Haniel mit Förderturm in Bottrop, Ruhrgebiet, Deutschland

Das Bergwerk Prosper-Haniel begann 1856 mit dem Abteufen des Schachts I. Die Förderung begann im Jahr 1863. Anfang der 1870er Jahre wurde Schacht II eröffnet. Der Malakowförderturm ist heute noch erhalten (s. Gallerie). Die Förderung begann 1875. Weiter Schächte 3, 4, 5 folgten in den Jahren bis 1893. Um den hohen Bedarf an Arbeitskräften zu decken, wurden Bergleute aus Polen angeworben. In Spitzenzeiten arbeiteten 15.000 Kumpel für das Bergwerk. Die Bevölkerungszahl von Bottrop verdoppelte sich zwischen 1900 und 1910. Weitere Schächte 6, 7, 8 wurden in den Jahren 1908 bis 1921 abgeteuft.

 

Das Bild zeigt die Schachtanlage Franz Haniel 2 mit Fördergerüst, aufgenommen von der Halde Haniel. Zum besserem Abbau des Franz-Haniel Feldes begann man 1921 mit der Abteufung des Schachts Franz-Haniel. Starke Wassereinbrüche führten zu einem Absaufen der Anlage. Das Schachtgerüst verschwand dabei vollständig im Schacht. Die Arbeiten an der Anlage wurden ab 1936 wieder aufgenommen, die Förderung konnte letztendlich 1941 auf einer Tiefe von 600m beginnen.     

 

Der Kohleabbau wanderte zunehmend Richtung Norden. Ab 1975 begann man nach und nach mit der Schließung der südlicheren unrentabel gewordenen Schächte. Prosper-Haniel war das letzte aktive Kohlebergwerk in Deutschland. Es wurde am 21. Dezember 2018 geschlossen.

   

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Foto: 

Titel: Zeche Prosper-Haniel bei Nacht

Adresse: Fernewaldstraße, 46242 Bottrop

GPS 51.544426, 6.885678

Kamera: Canon EOS 5D Mark III

Objektiv: Zeiss Makro-Planar T* 2/100 ZE

Aufnahme: 28.12.2018, 17:46

Exif: 100mm, f/2.0, ISO 100, 1,0 sek. 

© Christian Twehues

Zeche Osterfeld, Oberhausen

Fördergerüst oder Förderturm Paul-Reusch-Schacht des Bergwerks Zeche Osterfeld in Oberhausen, Ruhrgebiet, Deutschland

Der Paul-Reusch-Schacht war Teil der Zeche Osterfeld in Oberhausen. Das Bergwerk war seinerzeit eines der größten Zechen im Ruhrgebiet. Der Betrieb wurde 1992 nach über einhundert Jahren eingestellt. Auf dem Gelände der ehemaligen Zeche wurde 1999 die Oberhausener Landesgartenschau (OLGA) durchgeführt. Im Hintergrund ist die ehemalige Kohlenmischanlage der Zeche Osterfeld zu erkennen, besser bekannt unter dem Namen Oberhausener Gartendom. Eigens für die OLGA 1999 mit großem Aufwand umgebaut, wurde sie bis 2000 als Gartencenter genutzt. In den Folgejahren zerfiel der Gartendom und wird aktuell von der Stadt Oberhausen restauriert.   

  

Link: Wikipedia

 

Foto: 

Titel: Paul Reusch Schacht

Adresse: Zum Steigerhaus 2, 46117 Oberhausen

GPS 51.503171, 6.876364

Kamera: Canon EOS 350D

Objektiv: 28.0-200mm

Aufnahme: 17.03.2013, 14:16

Exif: 28mm, f/5.6, ISO 200, 1/1250 sek. 

© Christian Twehues

Bergwerk Saar, Ensdorf

Bergwerk Zeche Saar in Ensdorf, Saarland, Deutschland mit Förderturm oder Fördergerüst

Der Duhamelschacht in Ensdorf im Saarland ist Teil des Bergwerks Saar, das 2005 den Betrieb einstellte. Das Fördergerüst diente zur Seilfahrt und zur Materialbeförderung. Erste urkundliche Erwähnung fand die Steinkohleförderung im Jahr 1730, zu der Zeit noch über Tage. Die ersten industriell genutzten Gruben entstanden 1815. Die Schlacke des Bergwerks wurde auf der Halde Duhamel entsorgt.

  

Link: Wikipedia

 

Foto: 

Titel: Duhamelschacht

Adresse: Provinzialstraße 1, 66806 Ensdorf

GPS 49.318772, 6.777881

Kamera: Canon EOS 5D Mark III

Objektiv: EF24-105mm f4L IS USM

Aufnahme: 11.07.2019, 10:46

Exif: 105mm, f/7.1, ISO 100, 1/250 sek. 

© Christian Twehues

Grube Camphausen, Quierschied

Bergwerk Zeche Grube Camphausen in Quierschied, Saarland, Deutschland mit Fördergerüst und Hammerkopfturm Förderturm

Grube Camphausen ist ein Bergwerk in Fischbach-Camphausen im Saarland. Von 1871 bis November 1990 wurde hier Steinkohle gefördert. Aus Platzmangel entschied man sich 1908 zum Bau eines Eisenbeton-Förderturms. Es war weltweit der erste seiner Art.  Am 17. März 1885 ereignete sich in der Grube Camphausen eine Schlagwetterexplosion mit anschließender Kohlenstaubexplosion. 180 Tote waren zu beklagen.

  

Link: Wikipedia

 

Foto: 

Titel: Grube Camphausen

Adresse: Dudweilerstraße 19, 66287 Quierschied

GPS 49.300041, 7.025210

Kamera: Canon EOS 5D Mark III

Objektiv: EF24-105mm f4L IS USM

Aufnahme: 11.07.2019, 15:08

Exif: 88mm, f/8, ISO 100, 1/800 sek. 

© Christian Twehues

Zeche Hansa, Dortmund

Bergwerk Zeche Hansa mit Förderturm Fördergerüst in Dortmund, Ruhrgebiet, Deutschland

Zeche Hansa ist ein Bergwerk in Dortmund, das 1855 mit der Steinkohleförderung begann. Schwere Grubenunglücke in den Jahren 1940 mit 52 Toten und 1944 mit 95 Toten überschatteten den Betrieb. Die geplante Stilllegung im Jahr 1967 konnte durch Proteste der Kumpel hinausgezögert werden. Die konventionelle Förderung wurde erst 1975 eingestellt. In den Jahren danach wurde in der Grube die Hydromechanische Kohlengewinnung erforscht. Das letzte Grubenunglück, eine Schlagwetterexplosion mit 7 Toten, ereignete sich März 1979. Die endgültige Stilllegung kam dann im November 1980.  Zu sehen ist hier das Fördergerüst der Zeche Hansa, mit dessen Hilfe noch bis 2014 Grubenwasser abgepumpt wurde.

  

Link: Wikipedia

 

Foto: 

Titel: Zeche Hansa

Adresse: Rohwedderstraße 7, 44369 Dortmund

GPS 51.537850, 7.416525

Kamera: Canon EOS 5D Mark III

Objektiv: EF16-35mm f4L IS USM

Aufnahme: 13.07.2019, 17:24

Exif: 26mm, f/8, ISO 100, 1/160 sek., -1/3 

© Christian Twehues

Zeche Minister Stein, Dortmund

Bergwerk Zeche Minister Stein in Dortmund, Ruhrgebiet, Deutschland Förderturm Hammerkopfturm

1856 wurde die Zeche Minister Stein in Dortmund gegründet. Mit einer Fördermenge von 3,7 Millionen Tonnen pro Jahr und 6.800 Beschäftigten war Minister Stein 1941 die größte Zeche des Ruhrgebiets. Bei ihrer Stilllegung im Jahr 1987 war das Bergwerk die letzte aktive Zeche in Dortmund. Der charakteristische Hammerkopfturm Schacht IV der Zeche steht im Stadtteil Eving. Bei herkömmlichen Fördergerüsten wie z.B. dem Tomson Bock oder dem Englischen Bock befindet sich die Fördermaschine in einem Gebäude seitlich des Gerüsts. Das Treibeseil wird über Seilscheiben im Kopf des Fördergerüsts in den Schacht umgelenkt. Bei Fördertürmen versuchte man, die Umlenkung des Seils und die Seilscheiben zu vermeiden. Dazu mußte die Fördermaschine in den Kopf des Förderturms versetzt werden. Auch wurden die Fördertürme mit einem Mauerwerk von bis zu 3m Dicke versehen, um das zusätzliche Gewicht zu tragen. Fördertürme, bei denen der Maschinenraum seitlich über den Turm hinausragt, nennt man Hammerkopftürme. Am 11. Februar 1925 ereignete sich auf der Zeche Minister Stein eine Schlagwetterexplosion mit 136 toten Bergleuten.

  

Link: Wikipedia

 

Foto: 

Titel: Zeche Minister Stein

Adresse: Deutsche Str. 5, 44339 Dortmund

GPS 51.546891, 7.464083

Kamera: Canon EOS 5D Mark III

Objektiv: EF16-35mm f4L IS USM

Aufnahme: 13.07.2019, 18:07

Exif: 31mm, f/8, ISO 100, 1/250 sek. 

© Christian Twehues

Zeche Gneisenau, Derne

Bergwerk Zeche Gneisenau in Derne, Ruhrgebiet, Deutschland mit Doppelbock Fördergerüst und Tomson Bock Fördergerüst

Die Zeche Gneisenau in Derne förderte von 1873 bis 1985 Steinkohle. Die Kokerei auf dem Gelände der Zeche wurde 4 Jahre später stillgelegt. Schacht 4 wurde noch bis 1999 als Befahrungsschacht für die zentrale Wasserhaltung genutzt. Heute befindet sich ein Einzelhandelszentrum auf dem Gelände der ehemaligen Zeche und Kokerei. Die beiden Fördergerüste wurden als Industriedenkmal erhalten. Neben dem freistehenden Doppelbock Fördergerüst aus dem Jahr 1933 (Schacht 4) befindet sich ein Tomson Fördergerüst, das auf dem Dach der Maschinenhalle aufgesetzt ist. Es wurde 1886 vom Ingenieur Eugen Tomson gebaut und war eine Weiterentwicklung der bis dahin üblichen Englischen Böcke. Der Tomson Bock der Zeche Gneisenau ist das letzte erhaltene Fördergerüst seiner Art und das älteste Stahlfördergerüst im Ruhrgebiet.  

  

Link: Wikipedia

 

Foto: 

Titel: Zeche Gneisenau

Adresse: Altenderner Str. 17-25, 44329 Dortmund

GPS 51.567041, 7.525281

Kamera: Canon EOS 5D Mark III

Objektiv: EF16-35mm f4L IS USM

Aufnahme: 13.07.2019, 18:31

Exif: 21mm, f/8, ISO 100, 1/250 sek. 

© Christian Twehues

Zeche Erin, Castrop-Rauxel

Bergwerk Zeche Erin in Castrop-Rauxel, Ruhrgebiet, Deutschland mit Hammerkopf Förderturm Erin 3 Schacht 3

Den Namen erhielt die Zeche vom irischen Gründer William Thomas Mulvany, der die Zeche nach der Göttin Erin benannte, ebenfalls Namenspatronin des Landes Irland (gällisch: Eire). Er legte 1866 mehrere Gruben zusammen und begann 1867 mit der Steinkohleförderung. Schacht Erin 3, dessen Hammerkopfturm hier abgebildet ist, wurde 1899 in Betrieb genommen. Der Turm Erin 3 sowie das Fördergerüst über Schacht 7, das 1951-1953 errichtet wurde, sind heute als Industriedenkmal erhalten. Beide sind nachts beleuchtet, was teilweise durch private Spenden finanziert wird. Zur Adventszeit zieht ein Laserstrahl einen grünen Lichtstreifen über den Nachthimmel von Castrop-Rauxel vom Kopf des Förderturms Erin 3 bis zum Fördergerüst Erin 7 im 1,7 km entfernten Erin-Park.  

  

Link: Wikipedia

 

Foto: 

Titel: Zeche Erin - Schacht 3

Adresse: Heinrichstraße 39-15, Castrop-Rauxel

GPS 51.550270, 7.328312

Kamera: Canon EOS 5D Mark III

Objektiv: EF16-35mm f4L IS USM

Aufnahme: 13.07.2019, 22:28

Exif: 35mm, f/8, ISO 100, 20 sek. 

© Christian Twehues

Zeche Ibbenbüren

Bergwerk Zeche Ibbenbüren Oeynhausenschacht, Münsterland, Deutschland mit Fördergerüst Förderturm

Das Bergwerk Ibbenbüren ist 1846 durch den Zusammenschluss der Gruben Glücksburg (später Ostfeld) und Schafberg entstanden. 

 

Als Teil der Grube Schafberg wurde 1824 der Morgensternschacht eröffnet. Er erhielt 1943 einen gemauerten Förderturm. Er wurde 1979 stillgelegt und verfüllt. Der Schacht Oyenhausen wurde 1858 eröffnet, um die steigende Nachfrage der Eisenbahn nach Kohle zu decken. Mit zunehmenden Vorrücken des Kohleabbaus Richtung Osten wurde 1888 der Theodorschacht in Laggenbeck geteuft. Das erleichterte den Bergleuten die Anfahrt vor Kohle und verbesserte die Bewetterung. 

 

Das Bergwerk Ibbenbüren hatte immer mit einem hohen Wasserstand zu kämpfen. In 1894 kam es zur Katastrophe. Die Zeche soff in wenigen Wochen komplett ab. Das Bergwerk wurde massiv umgebaut, so wurde z.B. das Westfeld gegründet, das bis 1979 aktiv war. Große Pumpen unterstützten die Sümpfung (Entwässerung) zwischen 1896 bis 1898. So konnte das Bergwerk 1899 seinen Betrieb wieder aufnehmen. 

 

Das Bergwerk war bis 1923 in preußischem Staatsbesitz, wurde danach privatisiert und von der Preußag weitergeführt. 1941 wurde in Ibbenbüren vom gebürtigen Saarländer Konrad Grebe der Kohlehobel erfunden. Die Erfindung, die 1942 patentiert wurde, verdoppelte den Strebfortschritt von 1,5m auf 3m pro Tag. 

 

1956/1957 wurde der Nordschacht eröffnet und der Kohleabbau Richtung Norden ausgeweitet. Da die Kohleflöze Richtung Norden immer weiter in die Tiefe gehen, wurde der Nordschacht Sohle für Sohle in die Tiefe ausgebaut (1960: 808 m, 1974: 1.418 m, 1988: 1.545 m auf Sohle 5; 2012: 1.630 m auf Sohle 6). Ibbenbüren wurde damit eine der tiefsten Steinkohlegruben der Welt. Im Vergleich: Bergwerk Monopol (Bergkamen): 1415m tiefster Steinkohleschacht im Ruhrgebiet, Bergwerk Saar (Saarlouis): 1750m tiefster Steinkohleschacht Europas im Saarland. Tiefer kam in Deutschland nur Schacht 371 des Uranbergwerks Aue mit 1.800m. Noch tiefer hinab geht es in den Goldminen in Südafrika: 4.000m, was nur durch einen dickeren Erdmantel in Afrika ermöglicht wird. In Europa steigt die Temperatur je 30 m Tiefe um 1°C. Das macht bei einer Tiefe von 1.500m ein natürliche Gesteinstemperatur von ca. 45°C. Ohne eine extra gekühlte Bewetterung wäre die Arbeit unter Tage in dieser Tiefe nicht zu ertragen.

 

In Ibbenbüren wurde Anthrazitkohle gefördert. Hauptabnehmer war das Ibbenbürener Kraftwerk, das 1905 als reines Zechenkraftwerk gebaut wurde. 1967 erfolgte die Ausweitung um das RWE Kraftwerk Block A und 1981 folgte Block B mit einer Gesamtleistung von 850 Megawatt. Mit seinem 110 m hohen Kühlturm  und dem 275 hohen Schornstein prägt das Kraftwerk die Skyline von Ibbenbüren und wurde zum weit sichtbaren Wahrzeichen der Stadt. Weitere Abnehmer der hochwertigen Anthrazitkohle waren Unternehmen und Haushalte der weiteren Umgebung. Ca. 400.000 t Kohle wurden jährlich als Hausbrand verbraucht.

 

Die Zeche Ibbenbüren wurde am 17. August 2018 als zweitletztes aktives Steinkohlebergwerk in Deutschland stillgelegt. Kurz vor der Stilllegung kam es zum bislang letzten tödlichen Minenunfall in Deutschland, bei dem ein 29-jähriger Kumpel starb. 

 

Link: Wikipedia

 

Foto: 

Titel: Oeynhausenschacht

Adresse: Zechenstraße, 49477 Ibbenbüren

GPS 52.286464, 7.737488

Kamera: Canon EOS 5D Mark III

Objektiv: EF24-105mm f4L IS USM

Aufnahme: 28.07.2019, 16:31

Exif: 105mm, f/8, ISO 100, 1/200 sek. 

© Christian Twehues

Zeche Rheinbaben, Bottrop

Bergwerk Zeche Rheinbaben, Bottrop, Ruhrgebiet, Altes Torhaus

Die Zeche Rheinbaben wurde 1894 durch Zusammenlegung mehrerer Einzelbergwerke gegründet. 1897 begann die Abteufung der Schächte Professor 3/4 in Bottrop-Eigen. 1901 wurde das Bergwerk von der neu gegründeten Bergwerks AG Recklinghausen übernommen. Der Name der Zeche änderte sich in Zeche Rheinbaben. Namensgeber war der preußische Finanzminister Georg Freiherr von Rheinbaben. 1927 wurde die Zeche von Hibernia AG übernommen. Die Kokereien des Bergwerks wurden in den 30ern stillgelegt und die Schächte als Einzelzechen weitergeführt. Das Bergwerk wurde im zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört. Die Kohleförderung konnte erst 1947 wieder aufgenommen werden. Die Kohlekrise ab 1957 erfasste die Zeche Rheinbaben früh. Die Stilllegung der Zeche wurde nach einer Bewertung der Kohlevorkommen 1967 beschlossen und im März 1967 durchgeführt. Heute befindet sich auf dem ehemaligen Gelände der Zeche Rheinbaben ein Gewerbegebiet. Die Schächte sind verfüllt und nicht mehr auffindbar. Ein Förderturm stand links vom Maschinenhaus, ein Luftschacht befand sich ca. 100m rechts vom Maschinenhaus. Von den Gebäuden sind nur noch das Alte Torhaus (hier auf dem Foto abgebildet), das ehemalige Maschinenhaus und das Verwaltungsgebäude erhalten. Im Alten Torhaus befindet sich heute ein Probenraum für Musiker. Die vergitterten Fenster des alten Lohnbüros im hinteren Teil des Gebäudes sind heute noch vorhanden. 

 

Link: Wikipedia

 

Foto: 

Titel: Altes Torhaus Zeche Rheinbaben

Adresse: Rheinbabenstraße 75A, 46240 Bottrop

GPS 51.547418, 6.949768

Kamera: Canon EOS 5D Mark III

Objektiv: EF16-35mm f4L IS USM

Aufnahme: 30.07.2019, 18:07

Exif: 24mm, f/8, ISO 100, 1/60 sek. 

© Christian Twehues

Zeche Hugo, Gelsenkirchen

Bergwerk Zeche Hugo, Gelsenkirchen, Ruhrgebiet, Tomsonbock Fördergerüst

Zeche Hugo nahm 1875 den Betrieb auf. Erste Probebohrungen in den Jahren 1870-1872 hatten das Vorkommen von Steinkohle bestätigt. 1881 bis 1885 wurde am Brößweg der Schacht 2 abgeteuft. Auf dem Foto ist der Tomson Bock zu sehen, der zur Förderung auf Schacht 2 eingesetzt wurde. 1906 wurde ein Kokerei ein Betrieb genommen, die aber 1930 wieder geschlossen wurde. In den 30er Jahren wurde das Bergwerk massiv ausgebaut und umfangreich erneuert. Schwere Luftangriffe zerstörten 1944 die Anlage weitgehend. Umfangreiche Reparaturen waren notwendig, die Kohleförderung wurde 1947 wieder aufgenommen. 1968 wurde die Zeche von der Ruhrkohle AG übernommen. In den 70ern wurde die Zeche weiter vergrößert. Zahlreiche Bergleute anderer stillgelegter Zechen wurden auf Hugo übernommen. 1993 wurde die Zeche Hugo u.a. mit der Zeche Consolidation zum Bergwerk Hugo/Consolidation zusammengeführt. 1997 wurde dann die Zeche Hugo/Consolidation mit der Zeche Ewald zusammengelegt. Der Abbau des Feldes Hugo erfolgte ab da über die Zeche Ewald, die schließlich im April 2000 den Betrieb einstellte.     

 

Link: Wikipedia

 

Foto: 

Titel: Zeche Hugo

Adresse: Devesestraße 45, 45897 Gelsenkirchen

GPS 51.569175, 7.035121

Kamera: Canon EOS 5D Mark III

Objektiv: EF16-35mm f4L IS USM

Aufnahme: 30.07.2019, 19:16

Exif: 23mm, f/8, ISO 100, 1/125 sek. 

© Christian Twehues

Zeche Hannover, Bochum

Bergwerk Zeche Hannover, Bochum, Ruhrgebiet, Malakowturm

Erste Probebohrungen auf der Zeche Hannover fanden 1847 statt. 1856 erwarb die Hannoversche Bergwerksgesellschaft Hostmann & Co. AG die Schürfrechte an dem Feld. Die Zeche Hannover wurde gegründet. 1857 begann die Gesellschaft mit der Abteufung. Durch die hohen Anfangsinvestition geriet das Unternehmen in finanzielle Schwierigkeiten und wurde zuerst 1868 von der Hannoversche Bergwerksgesellschaft zu Bochum dann in 1872 von Alfred Krupp übernommen. Über Schacht 1 wurden 1859-1860 zwei sogenannte Malakowtürme errichtet.

 

Hierbei handelt es sich um einen festungsartigen Förderturm aus massivem Mauerwerk. Die Ziegelmauern hatten eine Dicke von bis zu 3m, um genügend Statik für die Gewichte der Seilscheiben und die Zugkräfte der Förderung zu haben. Das Maschinenhaus befindet sich bei dieser Art neben dem eigentlichen Förderturm. Später wurden Malakowtürme durch Fördergerüste aus Stahl abgelöst, die leichter und kostengünstiger zu bauen waren und nicht so viel Platz einnahmen. Auf der Zeche Hannover wurde das Maschinenhaus direkt zwischen die beiden Malakowtürme gesetzt. Der zweite Turm ist heute nicht erhalten, er wurde 1975/76 abgerissen.

 

Im zweiten Weltkrieg wurde die Anlage durch 31 Luftangriffe schwer beschädigt. Der Wiederaufbau dauerte bis Ende 1947. Die Kohle der Zeche Hannover wurde in den angrenzenden Kokereien Hannibal und Hannover verwendet. Die Zeche Hannover wurde im März 1973 stillgelegt. Die Anlage wird heute als Museum genutzt. Von den ursprünglichen Gebäuden  sind heute nur der Malakow-Turm über Schacht 1 und das angrenzende Maschinenhaus erhalten. 

 

Link: Wikipedia

 

Foto: 

Titel: Zeche Hannover

Adresse: Günnigfelder Str. 251, 44793 Bochum

GPS 51.506543, 7.163460

Kamera: Canon EOS 5D Mark III

Objektiv: EF16-35mm f4L IS USM

Aufnahme: 30.07.2019, 20:02

Exif: 16mm, f/4, ISO 100, 1/125 sek. 

© Christian Twehues

Zeche Holland, Gelsenkirchen

Bergwerk Zeche Holland, Gelsenkirchen, Ruhrgebiet, Fördergerüst

Holländische Investoren gründeten 1855 die Bergbau AG Holland, um die Kohlenfelder in Gelsenkirchen, Wattenscheid und Umgebung zu erschließen. Die Köhleflöze waren aber nicht sehr ergiebig. Viele Schächte wurden schon in den 60er Jahren geschlossen. Die Spitzenleistung der Zeche lag bei 1,7 Mio. t Kohle bei einer Belegschaft von 3.000 Mann. Die Stilllegung der Zeche erfolgte 1988.    

 

Link: Wikipedia

 

Foto: 

Titel: Zeche Holland

Adresse: Emil-Weitz-Straße 2, 44866 Bochum

GPS 51.483566, 7.126339

Kamera: Canon EOS 5D Mark III

Objektiv: EF16-35mm f4L IS USM

Aufnahme: 30.07.2019, 20:26

Exif: 20mm, f/8, ISO 100, 1/160 sek. + 1 

© Christian Twehues

Zeche Teutoburgia, Herne

Bergwerk Zeche Teutoburgia, Herne, Ruhrgebiet, Fördergerüst

Zeche Teutoburgia wurde 1866 vom irischen Unternehmer William Thomas Mulvany gegründet. Die Grube war nicht sehr ertragreich und wurde bald darauf an den Bochumer Verein für Bergbau und Gussstahlfabrikation verkauft, die 1911 den Betrieb wieder aufnahmen. In den Jahren 1911 und 1912 kam es zu zwei schweren Grubenunglücken, bei denen je 6 Bergleute durch eine Schlagwetter Explosion ums Leben kamen. In Spitzenzeiten arbeiteten 1.100  Bergleute in der Grube. Der Abbau in der Zeche war aber nicht sehr rentabel. Der Betrieb wurde 1925 eingestellt. 1929 begann man, das Feld von der Zeche Erin aus abzubauen. Zuerst wurde der Schacht Teutoburgia als Wetterschacht für Erin genutzt, später ab 1941 auch zur Seilfahrt und Kohleförderung für die Zeche Erin. 1983 wurde der Schacht endgültig stillgelegt.     

 

Link: Wikipedia

 

Foto: 

Titel: Zeche Teutoburgia

Adresse: Kohlenstraße, 44627 Herne

GPS 51.552476, 7.277975

Kamera: Canon EOS 5D Mark III

Objektiv: EF16-35mm f4L IS USM

Aufnahme: 3.08.2019, 16:32

Exif: 26mm, f/13, ISO 500, 1/400 sek. 

© Christian Twehues

Deutsches Bergbau-Museum, Bochum

Deutsches Bergbau-Museum, Bochum, Ruhrgebiet, Deutschland mit Doppelbock Fördergerüst Förderturm

Mit über 350.000 Besuchern ist das Deutsche Bergbau-Museum in Bochum eines der meistbesuchten der Welt. Auch wenn es an dieser Stelle keine Zeche gab, hat das Museum eine lange Geschichte. Bereits in den 1860er Jahren wurden hier Bergbau-Utensilien zu Unterrichtszwecken ausgestellt. 1930 wurde ein Gründungsvertrag über ein Bergbaumuseum mit der Stadt Bochum geschlossen. Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Anlage durch Luftangriffe weitestgehend zerstört und für den Luftschutz umgebaut. Bereits 1946 eröffnete das Museum wieder mit einer kleinen Ausstellung. Das abgebildete Fördergerüst stammt von der stillgelegten Zeche Germania von Marten und wurde 1974 nach Bochum versetzt. In den letzten drei Jahren wurde das Museum grundlegend saniert und umgebaut und steht seit dem 13. Juli 2019 dem Publikum wieder vollständig zur Verfügung. Ein Besucherbergwerk, das in 20 m Tiefe zu Demonstrationszwecken angelegt wurde, bietet sehr gute Einblicke in das Leben und Arbeiten der Kumpel unter Tage. Ein Besuch lohnt sich allemal.

 

Link: Wikipedia

 

Foto: 

Titel: Deutsches Bergbau-Museum Bochum

Adresse: Am Bergbaumuseum 28, 44791 Bochum

GPS 51.488865, 7.216138

Kamera: iPhone X

Objektiv: iPhone X back dual camera 4mm f/1.8

Aufnahme: 2.12.2018, 13:15

Exif: 4mm, f/1.8, ISO 20, 1/570 sek. 

© Christian Twehues

Erbstollen Stock & Scherenberger, Sprockhövel

Erbstollen Stock & Scherenberger, Sprockhövel

Der Erbstollen Stock & Scherenberger in Sprockhövel ist ein Entwässerungsstollen, der ab 1746 angelegt wurde, um den Berg und die darin enthaltenen Kohlenflöze u.a. der Zeche Vereinigte Concordia zu entwässern. Er wurde in 100 Jahren ca. 3km in den Berg getrieben. Der Stollen wird seit 2013 vom Förderverein Bergbauhistorischer Stätten Ruhrrevier e.V als Besucherbergwerk saniert und kann besichtigt werden. Helm, Stiefel und alte Kleidung sind dringend anzuraten. Der Stollen steht unter Wasser und ist an manchen Stellen sehr eng. Aber ein Besuch lohnt sich definitiv.   

 

Link: Wikipedia

 

Foto: 

Titel: Erbstollen Stock & Scherenberger

Adresse: Helsbergstraße, 45549 Sprockhövel

GPS 51.361315, 7.277022

Kamera: Canon EOS 5D Mark III

Objektiv: EF 16-35mm f/4L IS USM

Aufnahme: 10.08.2019, 12:44

Exif: 16mm, f/6.3, ISO 320, 25 sec. 

© Christian Twehues


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